linthal 2015 aktuell Newsletter der Kraftwerke Linth-Limmern AG Oktober 2012
Eindrücklicher Stahlwasserbau 1051 Meter lang werden die beiden Druckschächte, welche den Muttsee mit dem Limmernsee verbinden. Die Schächte werden mit riesigen Stahlrohren ausgekleidet. Hinter jedem Rohrstück stehen mehrere Tage Arbeit. Während rund drei Jahren werden in einer Fertigungshalle in Tierfehd die Rohre für die Druckleitungen gebogen, geschweisst und für den Transport zum Berg vorbereitet. Insgesamt 830 Rohrstücke mit 3 Metern Länge und einem Durchmesser von maximal 4,4 Metern werden für die beiden Druckschächte des Pumpspeicherwerks Limmern benötigt. Aus der Platte wird ein Rohr In einem ersten Schritt werden die bis zu 6 Zentimeter dicken, maximal 20 Tonnen schweren Stahlplatten vorgewärmt und anschliessend durch eine Walze gerollt. Dieser Prozess dauert vier bis sechs Stunden. Dann findet eine erste «Heftung», das heisst ein punktuelles Schweissen, statt, bevor die definitive Längsschweissung vorgenommen wird ein Prozess, der weitere 16 Stunden dauert. Mit aufwändigen Prüfverfahren wird kontrolliert, ob die Schweissnähte zu 100 Prozent fehlerfrei sind. Abschliessend wird die Passform zum Anschlussrohr überprüft und werden alle Rohre für den Einbau nummeriert. Die anspruchsvollen Schweissarbeiten werden von absoluten Topfachleuten ausgeführt. Newsletter der Kraftwerke Linth-Limmern AG Oktober 2012
Aufwändige Schweissarbeit Ist das Pumpspeicherwerk einst in Betrieb, müssen die Rohre einem Druck von rund 100 bar standhalten. Der absolut fehlerfreien Fertigung der Rohre wird deshalb mit einer sehr aufwändigen, mehrfach abgesicherten Qualitätskontrolle besondere Beachtung geschenkt. Vor Beginn des Prozesses wird der Bereich der Schweissnaht auf 150 ºC erwärmt, nach dem Schweissen in einem Zeitablauf von 80 ºC pro Stunde bis auf 280 ºC aufgeheizt. Nach einer dreistündigen Haltezeit wird der erwärmte Bereich wiederum mit 80 ºC pro Stunde abgekühlt. Diesen Prozess nennt man Wasserstoffarmglühen oder Soaken. Damit zieht man den Wasserstoff aus der Schweiss-naht, um wasserstoffinduzierte Risse zu vermeiden. Schliesslich wird die Naht mittels Ultraschallund Magnetpulverprüfung kontrolliert. Damit wird sichergestellt, dass die Schweissnähte keine Fehlstellen haben. Vom Tal in den Berg Die fertigen Rohre werden mit der Bauseilbahn 1 zum Zugangsstollen 0 gebracht, welcher zum Limmernsee führt. Von dort erfolgt der Weitertransport mit der Bauseilbahn 2 bis zur Schieberkammer auf 2300 m ü. M. Hier werden je drei Rohre zu 9 Meter langen Rohrschüssen zusammengeschweisst und von oben in die Druckschächte eingeführt. Unter anspruchsvollsten Bedingungen werden sie in Handarbeit endgültig zusammengeschweisst und die Schweissnähte auf ihre Qualität überprüft. Die Schweissarbeiten im Berg dauern rund fünf bis sechs Tage pro Rohrschuss. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird der Hohlraum zwischen Berg und Rohr mit Beton hinterfüllt. Die 3-Meter-Rohre werden mit der Bauseilbahn transportiert.
In der Schieberkammer werden die 3-Meter-Rohre zu 9-Meter- Schüssen zusammengeschweisst. Axpo Stichwort: Linthal 2015 Wettbewerb Zollstrasse 62 8021 Zürich
Zahlen und Fakten Produktion pro Woche: 6 bis 7 Rohrstücke Länge eines Rohrs: 3 m Durchmesser eines Rohrs: 4,2 bis 4,4 m Dicke einer Stahlplatte: 3,5 bis 6 cm Gewicht einer Stahlplatte: max. 20 t Kosten pro 3-Meter-Rohr: Stahlplatte: CHF 25 000 Rohr fixfertig montiert: CHF 170 000 Total benötigte Rohre: 830 Stück Hinter jedem Rohrstück stehen mehrere Tage Arbeit. Live von der Baustelle Vom 8. bis 12. Oktober installiert das Schweizer Fernsehen einen Sendewagen auf der Baustelle Linthal 2015. In einer Themenwoche erscheinen täglich Beiträge in «Schweiz aktuell» um 19 Uhr auf SF1. Wettbewerbsfrage Die Baustelle Linthal 2015 hat jeden Tag einen hohen Ressourcenverbrauch (Strom, Wasser, Abwasser und Treibstoff). Dieser Verbrauch kann mit dem täglichen Bedarf einer Gemeinde verglichen werden. Wie viele Einwohner müsste diese Gemeinde haben? rund 5000 Einwohner, z. B. Sargans rund 10 000 Einwohner, z. B. Buchs (SG) rund 35 000 Einwohner, z. B. Chur Beantworten Sie unsere Wettbewerbsfrage und gewinnen Sie ein köstliches Abendessen für zwei Personen im Wert von CHF 200 im legendären Hotel Tödi in Tierfehd. Vorname Nachname Strasse/Nr. PLZ/Ort Telefon E-Mail Einsendeschluss ist der 30. Oktober 2012. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Lösung der letzten Wettbewerbsfrage: Die Entleerung des Muttsees würde 35 Stunden dauern.
«Schweissarbeiten sind äusserst anspruchsvoll» Herr Steiner, der Stahlwasserbau gehört in Ihren Zuständigkeitsbereich. Welches sind die grössten Herausforderungen beim Erstellen der Druckleitungen? Michel Steiner ist Mitglied der Projektoberleitung Linthal 2015. Wir haben beim Projekt Linthal 2015 äusserst hohe Qualitätsansprüche, insbesondere bei den Schweissungen der Druckleitungen. Deshalb haben wir die Qualitätssicherungsprozesse sehr präzis definiert. Eine weitere Herausforderung ist die Koordination der Schnittstellen zwischen den Lieferanten und den Unternehmern. Hier geht es um den reibungslosen und termingerechten Ablauf der komplexen Arbeiten zwischen den Stahlbauunternehmern (8 Lose), dem Tunnelbau und der Kraftwerksausrüstung. Die Rohre werden in den Druckschächten zusammengeschweisst und weisen eine Neigung von 40 Grad auf. Wie muss man sich diese Arbeit vorstellen? Die Arbeitsbedingungen sind äusserst anspruchsvoll: In den Druckschächten ist es steil, feuchtwarm und dunkel. Die 60 Tonnen schweren Rohre werden von oben in den Schacht transportiert und angebaut. Die Schweissarbeiten erfolgen von Hand. Handschweissen ist viel aufwändiger und in Bezug auf die Qualität anspruchsvoller als das Schweissen mit Robotern. Diese Arbeit ist nicht jedermanns Sache. Die Spezialisten, die für das Projekt Linthal 2015 arbeiten, wurden vor allem in Portugal und Slowenien rekrutiert. Das Schweissen in den Rohren ist keine alltägliche Arbeit. Wurde das vorgängig geübt? In Belgien wurde extra eine Trainingsanlage im Massstab eins zu eins aufgebaut. Alle Schweisser absolvierten dort vorgängig ein Trainingsprogramm mit allen Abläufen. Anschliessend erfolgte eine Aufnahmeprüfung vor Ort, das heisst auf der Baustelle selbst, um die Eignung der Leute unter den effektiven Baustellenbedingungen zusätzlich sicherzustellen. Die Druckleitungen sind ein wichtiger Teil des gesamten Projektes. Sind die Arbeiten auf Kurs? Bis Ende August 2012 wurden insgesamt 300 Rohre à 3 Meter gefertigt, was etwa einem Drittel der Gesamtmenge entspricht. Die Montagearbeiten im ersten Druckschacht sind gut angelaufen. Wir befinden uns absolut im Zeitplan. Weitere Auskünfte zu Linthal 2015: linthal2015@axpo.com Tel. +41 (0)55 285 29 11 www.axpo.com/linthal2015 Herausgeber: Kraftwerke Linth-Limmern AG Druck: Fridolin Druck und Medien, 8762 Schwanden Titelbild: Nach dem Schweissen werden die Nähte eben geschliffen Bilder: Axpo Hydroenergie, leomonego.ch