Rüben: Den Unkräutern keine Chance

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Transkript:

Pflanzenschutz Rüben: Den Unkräutern keine Chance Wenn Sie die Rüben zu spät behandeln, wird s teuer. Zu große Unkräuter sind nur schwer zu packen. Empfehlungen gibt Harald Wetzler vom Verband Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer. ur wer die Unkräuter in Rüben im Keimblattstadium erwischt, kann von einer relativ sicheren Herbizidwirkung ausgehen. Größere Unkräuter zu erfassen ist schwieriger und teurer. In der Regel erfolgt die Unkrautbekämpfung zwar im achauflauf, auf sehr stark verunkrauteten mit Gräsern verseuchten Flächen lässt sich aber mit einer Vorauflaufanwendung der erste Druck abfangen. Diese erweitert zudem das Zeitfenster für Folgespritzungen. Auf humosen anmoorigen Böden kommt eine Vorauflaufanwendung aber nicht infrage, da diese einen Großteil der bodenaktiven Wirkstoffe absorbieren. Punktlandung beim Termin! ach der 1. AK im Keimblattstadium der Unkräuter orientieren sich die Folgespritzungen jeweils an neu aufgelaufenen bzw. auflaufenden Unkräutern. Je nach Witterung erfolgen diese in der Regel im Abstand von 10 bis 14 Tagen. Ob zwei, drei sogar vier Applikationen nötig sind, hängt vom Unkraut-/Ungrasspektrum, von ihrem Auflaufverhalten und der Wirkung der vorausge- Behandlungen früh morgens wirken oft am besten. Foto: Höner 94 top agrar 1/2014

Unkräuter können junge Rüben schnell unterdrücken. gangenen Einsätze ab. Vor allem bei Unkräutern, die später verzögert auflaufen, müssen Sie oft zusätzlichen Aufwand betreiben. Die Mittelwahl orientiert sich an den Unkräutern und den - bzw. Witterungsverhältnissen. Bei feuchten Böden eignen sich vorzugsweise bodenaktive Wirkstoffe, da die Unkräuter diese in erster Linie über die Wurzeln aufnehmen. Ist es dagegen trocken, sollten Sie vor allem blattaktive Wirkstoffe bzw. Kontaktmittel verwenden. Verzichten Sie bei Trockenheit allerdings nicht auf den wirkstoff Metamitron, weil dessen Schlitteneffekt die Aufnahme des Wirkstoff-Cocktails über das Blatt unterstützt. Auf humosen Böden sollte man den Anteil an Kontaktmitteln erhöhen. Empfehlungen für Spritzfolgen in unterschiedlichen Situationen finden Sie in Übersicht 1 auf Seite 96. Bei dieser Klette reichte die Herbizidwirkung nicht aus. Sie wächst weiter. Tipps gegen Spätunkräuter Ein verpasster Spritzzeitpunkt zwingt dazu, die Mengen zu steigern den Abstand zur Folgespritzung zu verkürzen, gegebenenfalls auch beides. Dies gilt vor allem für schwer bekämpfbare Unkräuter, wie z. B. Klettenlabkraut, Knötericharten, Ausfallraps, Hundspetersilie/Schierling Schwarzer achtschatten. Weil angeschlagene Unkräuter sehr zäh sind, ist die Zugabe von Öl zwingend nötig. In der Regel erfolgt mit der 3. AK die Abschlussspritzung, jedoch kann eine 4. Behandlung notwendig werden. Ziel ist eine Versiegelung, um ein weiteres Auflaufen von Unkräutern zu unterbinden. Um Spritzschatten zu vermeiden, sollten die Rübenblätter den noch nicht abdecken. Zur Versiegelung geeignet sind mindestens 2 100 g Metamitron bzw. 3 l/ha Metafol SC/Goltix Gold 4 l/ha Goltix Titan. Auf humosen Böden sind höhere Aufwandmengen notwendig. Beachten Sie dabei aber die zugelassenen Höchstmengen. Wer Spectrum früh in die Strategie einbaut, kann eine Spätverunkrautung oft von vornherein vermeiden. Fotos: Wetzler Wirkstoffe und ihre Ansprüche: Einer der wichtigen bodenaktiven Wirkstoffe ist Ethofumesat. Um gut zu wirken, ist er auf feuchte Böden angewiesen. Er wird als Soloprodukt in Tramat Ethosat 500 vermarktet, befindet sich aber auch in Kombipräparaten. Sein Wirkspektrum umfasst neben Amarant, Bingelkraut, Klettenlabkraut und Vogelmiere auch Gräser wie Fuchsschwanz im Keimstadium. Weniger gut lassen sich Ehrenpreis, Erdrauch, Knöterich und Gänsefuß-/Melde-Arten damit bekämpfen. Ethofumesat ist z. B. in Belvedere Extra, Powertwin Plus Betanal maxxpro in unterschiedlichen Mengen enthalten. In Kombination mit blattaktiven Substanzen erweitert sich das Wirkspektrum erheblich. Zudem wurde die Wirksamkeit auch bei trockeneren Böden optimiert. Ein weiterer wichtiger Grundwirkstoff ist Metamitron, ebenfalls bodenaktiv. Er bekämpft Unkräuter wie Kamille, Gänsefuß, Melde, Ausfallraps, Hundspetersilie und Amarant. Gegen Gräser in der Auflaufphase ist eine Teilwirkung zu beobachten. Metamitron ist Bestandteil z. B. vom neuen Goltix Titan von Goltix Super. Solo ist der Wirkstoff als Goltix Gold und Metafol SC mit hohem Wirkstoffgehalt von 700 g/l erhältlich. Wegen der unterschiedlichen Wirkstoffgehalte darf man Goltix Gold und Goltix Titan nicht 1 : 1 ersetzen! Weil Metamitron und Ethofumesat ausgeprägt über den wirken, sind sie als Soloprodukt bei Zusätzen zu Cocktails auf feuchte Böden angewiesen. Über das Blatt wirken Phenmedipham und Desmedipham. Mit diesen Kontaktwirkstoffen lässt sich die Blattwirkung bei trockenen Böden verstärken. Phenmedipham befindet sich solo als Einzelwirkstoff in Kontakt 320 SC (320 g/l Phenmedipham) und Betosip SC (160 g/l Phenmedipham). Als Kombiprodukt sind die Wirkstoffe Phenmedipham plus Ethofumesat als Powertwin Plus SC Aabetan Tandem am Markt. Zusätzlich mit dem Wirkstoff Desmedipham und damit stärkerer Blattkomponente gibt es die Mittel Betanal maxxpro, Betanal Expert Betasana Trio. Das leisten die Herbizide: eu ist 2014 Goltix Titan, ein Kombiprodukt mit 525 g/l Metamitron und 40 g/l Quinmerac. Diese Mischung enthält gegenüber Goltix Gold/Goltix SC ein Viertel weniger Metamitron. Das bedeutet, dass die Menge von Goltix Titan in Summe aller Anwendungen mindestens 4 l/ha betragen muss, damit sich die Wirkstoffmenge von mindestens 2 100 g Metamitron bzw. 3 l/ha Goltix Gold erreichen lässt. Weil der Quinmerac-Anteil vor allem Klettenlabkraut, Hundspetersilie und Schwarzer achtschatten gut erfasst, ist er eine ideale Ergänzung. Goltix Titan ist mit 3 x 2,0 l/ha in 200 bis 400 l Wasser/ha zugelassen. Die SC- Formulierung ist UV-stabil und wird bei intensiver Sonneneinstrahlung nur langsam abgebaut. Goltix Super (350 g/l Metamitron + 150 g/l Ethofumesat) bietet der Hersteller im Pack zusammen mit Kontakt 320 SC (320 g/l Phenmedipham) an. Diese Kombination erfasst alle wichtigen zweikeimblättrigen Unkräuter. Gegen Hundspetersilie und Vogelknöterich ist die Wirkung schwächer. Die SC-Formulierung ist sehr gut rübenverträglich. Belvedere Extra ist ein neues Produkt mit den Wirkstoffen Ethofumesat (200 g/l), Phenmedipham (150 g/l) und Desmedipham (50 g/l), das auf Basis einer neuen Technologie formuliert ist. Bei sehr guter Verträglichkeit werden höchste Wirkungen vor allem gegen Gänsefuß, Melde, Klettenlabkraut, Windenknöterich u.a. erreicht. Im Vergleich zum Betanal Expert sind die Wirkstoff- top agrar 1/2014 95

Pflanzenschutz mengen höher. So wurde die Phenmedipham- und Desmedipham-Menge verdoppelt, der Ethofumesat-Anteil um ein Drittel erhöht. Belvedere Extra ist mit 3 x 1,3 l/ha in 200 bis 300 l Wasser/ha im achauflauf (BBCH 10 bis 19) zugelassen. Ab 2014 wird es neben Betanal maxx- Pro wieder eine bestimmte Menge des altbekannten Betanal Expert geben (151 g/l Ethofumesat, 75 g/l Phenmedipham, 25 g/l Desmedipham). Das seit 3 Jahren erhältliche Betanal maxxpro wirkt besser gegen Klettenlabkraut und Ausfallraps. Die Zusatzwirkung entstammt dem bodenaktiven Wirkstoff Lenacil. Im Gegenzug wurde die Ethofumesat-Menge halbiert und der Phenmedipham-Anteil um 20 % auf 60 g/l reduziert. Desmedipham wurde dagegen annähernd verdoppelt, was die Blattaktivität merklich erhöht. Das optimierte Wirkstoffverhältnis erfasst Problemunkräuter deutlich besser. Allerdings geht diese verbesserte Wirkung vor allem bei ungünstiger Witterung zulasten der Verträglichkeit. Asse gegen Problemunkräuter: Das blattaktive Debut (Triflusulfron-Methyl) wirkt sehr gut gegen Vogel-/Flohknöterich, Kamille, Bingelkraut und schwer bekämpfbare Unkräuter wie Ausfallraps, Hundspetersilie Schwarzer achtschatten. Vor allem bei Trockenheit spielt es seine Vorteile aus. Zudem lässt es sich ideal als Feuerwehrprodukt gegen größere Kamille Klettenlabkraut in Tankmischungen einbauen. Debut wirkt bei optimalen Bedingungen beachtlich gegen Hirse. Bei Kälte reagieren die Rüben aber sehr empfindlich auf dieses Sulfonylharnstoff-Präparat. Daher empfiehlt es sich, Debut bei gleichmäßig hohen Temperaturen von über 5 C erst ab der 2. AK einzusetzen. Spectrum (720 g/l Dimethenamid-P) soll vor allem Spätverunkrautung vermeiden. Weil die Wirkstoffaufnahme über die Wurzel erfolgt, ist feuchter notwendig. Schwerpunktmäßig bekämpft es Amarant, Franzosenkraut, Schwarzer achtschatten, Hundspetersilie und vor allem Hirsen. Die volle Wirkung lässt sich nur dann erreichen, wenn die Unkräuter/Hirsen das Auflaufstadium nicht überschritten haben. Vorbeugend gegen Spätverunkrautung können Sie in einer Mittelkombination mit Rebell Ultra zur 1. AK 0,15, zur Wählen Sie zunächst Ihre Situation (A, B C). Setzen Sie dann die angegebenen Mengen jeweils von der 1. bis zur 3. AK ein. Mischen Sie gegen Problemunkräuter die Spezialherbizide zu. Übersicht 1: Spritzfolgen für jede Situation Mittel/Kombinationen Situation/jeweilige Mengen für AK 1 bis 3 A B C ormale Verunkrautung ohne schwer bekämpfbare Unkrautarten Betanal maxxpro 1,25 1,5 Betasana Trio/Belvedere Extra Powertwin Plus/Aabetan Tandem Kontakt 320 SC + Ethosat 500 Betasana SC + Ethosat 500 Lösungen gegen Problemunkräuter Hinweis Wählen Sie Ihre Grundmischung und setzen Sie dann das Spezialherbizid ab der 2. AK zu. Unkrautart Amarant Bingelkraut/Klette Hundspetersilie größere Kamille Vogelknöterich Ausfallraps* Grundmischung 1,75/ 1,25 / 0,6 1,2 2. AK 0,3 l/ha und zur 3. AK 0,4 l/ha Spectrum zumischen. Zugelassen ist auch ein einmaliger Einsatz von 0,9 l/ha im 6- bis 8-Blattstadium der Rüben. Dies gefährdet aber die Verträglichkeit. Hirsearten lassen sich am besten im Splittingverfahren bekämpfen. Achten Sie darauf, dass die Rübenblätter den nicht abschirmen. Weil die Zulassung von Spectrum an Rebell Ultra gebunden ist, wird es im Spectrum R-Pack vermarktet. Wegen des Chloridazon-Anteils sollte diese Anwendung nur außerhalb von Wasserschutzgebieten erfolgen (Freiwilligkeits-Beschränkung). Rebell Ultra besteht aus den bodenaktiven Wirkstoffen Chloridazon (400 g/l) und Quinmerac (50 g/l). Chloridazon wirkt sehr gut gegen Franzosenkraut, Windenknöterich und Bingelkraut, Quinmerac erfasst Hundspetersilie, Amarant und Klette. Der Chloridazon-Einsatz ist allerdings in einigen Bundesländern eingeschränkt, weil dessen Abbauprodukte sogenannte Metaboliten vermehrt im Grund- und Trinkwasser entdeckt wurden. Aus Vorsorge 2,0/ 1,3 1,2/ 1,2 0,75 1,5 1,5/ / 0,5 1,25 Betanal maxxpro 2,0 Goltix Titan 1,75 Betasana Trio/1,25 Belve dere Extra -2,0 Goltix Titan Powertwin Plus/ Aabetan Tandem 2,0 Goltix Titan 0,6 Kontakt 320 SC Ethosat 500 2,0 Goltix Titan 1,2 Betasana SC Ethosat 500 2,0 Goltix Titan + Spezialherbizid 30 g Debut + 0,25 FHS 25 30 g Debut + 0,25 FHS 25 30 g Debut + 0,25 FHS 80 g/ha Lontrel 720 SG 25 30 g Debut + 0,25 FHS 80 g/ha Lontrel 720 SG 30 g Debut + 0,25 FHS 30 g Debut + 0,25 FHS Situation A: normale Witterung, Unkräuter im Keimblattstadium Situation B: bei trockenen Bedingungen, größeren Unkräutern (dann Ölzusatz!) Situation C: bei ässe, dünner Wachsschicht, Kälte (Ölzusatz minimieren) Um das Wirkspektrum zu verbreitern, können Sie zur Grundmischung ggf. noch 0,8 l/ha Rebell Ultra zugeben (dann nur 1,5 l/ha Goltix Gold/Metafol als partner) * ) Zusatz bereits zur 1. AK sinnvoll, setzen Sie als herbizid dann 1,5 2 l Goltix Gold statt Goltix Titan ein. 96 top agrar 1/2014

gilt deshalb die Empfehlung: Schränken Sie den Einsatz Chloridazon-haltiger Produkte generell ein, und ersetzen Sie den Wirkstoff in Wasserschutzgebieten. Auch sogenannte ogl-gebiete (Ordnungsgemäße Landwirtschaft) zählen zu dieser Kategorie. Mehr zu Mengen und Wirkungen der Rübenherbizide sind in Übersicht 2 auf Seite 98 dargestellt. Gegen Disteln eignet sich der Wirkstoff Clopyralid sehr gut. Clopyralid als Feuerwehr: Der Wirkstoff Clopyralid kommt eher in otfällen zum Einsatz. Das ist der Fall, wenn die normale Herbizidmaßnahme versagt hat, man den richtigen Spritzzeitpunkt verpasst hat, sodass die Unkräuter bereits größer sind. Clopyralid bekämpft Franzosenkraut, Hundspetersilie, Zweizahn und Kamille auch über das Keimblattstadium hinaus noch sehr gut. Die beste Wirkung ist bei trockenen Böden und vor allem bei warmer, wüchsiger Witterung zu erwarten. Bei verzögert auflaufenden Unkräutern bietet sich ein Splitting-Einsatz an. Als Spezialprodukt gegen Disteln muss eine Einmalanwendung mit voller Menge erfolgen. Als Produkte eignen sich Cliophar 100 und Vivendi 100, jeweils mit 100 g/l Clopyralid. Alternativ hat sich Lontrel 720 SG bewährt. Auf Verträglichkeit achten: Wie sich ein Herbizideinsatz auf die Rüben auswirkt, hängt von und Witterung ab. Eine gute Wirkung bedeutet gleichzeitig Pflanzenstress. Äußern kann sich dies in Form von Blattnekrosen, Blatt- Foto: Klingenhagen aufhellungen steiler Blattstellung. Kritisch sind Behandlungen bei über 25 C. Ein Einsatz früh morgens nach Sonnenuntergang verringert dieses Risiko. Allerdings ist dabei Folgendes zu beachten: Weil die Warmluft abends aufsteigt, reißt sie kleinere Spritztröpfchen mit nach oben. Ein Teil der Spritzbrühe gelangt somit nicht an die Zielfläche. Kälte stresst die Rüben aber auch, da deren Stoffwechselaktivität dann reduziert ist. Das verlangsamt den Wirkstoffabbau. Deshalb empfehlen wir den Debut-Einsatz erst ab der 2. AK. ach Starkregen sind die Rüben sehr empfindlich, weil dann deren schützende Wachsschicht fehlt. Zudem nehmen sie bei feuchten Böden zwar die wirkstoffe besonders gut auf, das belastet allerdings auch den Stoffwechsel stark. Dies gilt ebenfalls für die Unkräuter, die dadurch leichter bekämpfbar sind. Die Mengen orientieren sich dann an den Empfehlungs-Untergrenzen. Auf Öl sollten Sie in diesem Fall verzichten. Speziell auf Mulchsaatflächen ist auf Folgendes zu achten: In Strohmatten abgefrorenen Zwischenfrüchten, vor allem wenn diese lückig aufgegan- top agrar 1/2014 97

Pflanzenschutz gen waren, können sich im Spätherbst die Unkräuter sehr gut entwickeln. Bekämpfen Sie diese Altverunkrautung unbedingt vor der Rübensaat. Geeignet sind dafür Glyphosat-haltige Herbizide. Von einer Mischung mit AHL raten wir dringend ab, weil sich wegen der schnell eintretenden Blattverätzungen die Aufnahme des Herbizides reduziert. Auch eine Mischung mit bodenaktiven Wirkstoffen hat sich nicht bewährt. Schnell gelesen Behandeln Sie Unkräuter in Rüben frühzeitig im Keimblattstadium. Einsätze früh morgens abends sind rübenverträglicher. Die Mittelwahl hängt von feuchte, Witterung und dem Unkrautspektrum ab. Wieder am Markt ist das altbekannte Betanal Expert. Gräsermittel können Sie kombinieren. Clopyralid ist ein Wirkstoff für otfälle, der auch Disteln gut bekämpft. Übersicht 2: Mengen und Wirkungen der Rübenherbizide Aabetan Tandem Wirkstoff/-gehalt (g/l; g/kg) 200 Phenmedipham + 200 Ethofumesat Wirkklasse Termin 1) Aufwandmenge Applikation max. (l/ha; kg/ha) (VA)/ l pro A1/A2/A3 Wirkung Saison max. Einsätze Herbizidname A / 1,5/ 1,5 4 3 Blatt + Wirkung auf wichtige Unkräuter ( ) 0,5 Öl Asket 470 471 Phenmedipham A 0,66/0,66/0,66 2 3 Blatt ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) 0,5 Öl Betanal Expert Betanal maxxpro Belvedere Extra Betasana SC Betasana Trio SC Cliophar 100 Debut + FHS 75 Phenmedipham + 25 Desmedipham + 151 Ethofumesat 60 Phenmedipham + 47 Desmedipham + 75 Ethofumesat + 27 Lenacil 150 Phenmedipham + 50 Desmedipham + 200 Ethofumesat A 1,5/ 1,5/ 1,5 4,5 3 Blatt + ( ) ( ) ( ) kein Ölzusatz A 1,5/ 1,5/ 1,5 4,5 3 Blatt + ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) kein Ölzusatz A 1,3/ 1,3/ 1,3 3,9 3 Blatt + ( ) ( ) ( ) ( ) 160 Phenmedipham A 2,0/ 2,0/ 2,0 6 3 Blatt ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) 0,5 Öl 75 Phenmedipham + 15 Desmedipham + 115 Ethofumesat A 2,0/ 2,5/ 2,5 7 3 Blatt + ( ) ( ) 0,5 Öl 100 Clopyralid O A 0,6/0,6 ( 1,2) 1,2 2 (1) Blatt ( ) ( ) ( ) Distel 500 Triflusulfuron-Methyl A 3 x 0,03 + 3 x 0,25 0,09 + 0,75 3 Blatt + ( ) ( ) ( ) Ethosat 500 500 Ethofumesat A 0,66/ 0,66/ 0,66 2 3 ( ) ( ) Goltix Gold 700 Metamitron (VA)/ A (2,0)/1,5/1,5 /2,0/2,0 1,5/1,5/2,0 5 3 ( ) ( ) ( ) + Blatt Goltix 350 Metamitron A 2,0/ 2,0/ 2,0 6 3 ( ) ( ) ( ) ( ) Super + 150 Ethofumesat + Blatt Goltix 525 Metamitron A 2,0/ 2,0/ 2,0 6 3 ( ) ( ) ( ) Titan 2) + 40 Quinmerac O + Blatt 75 Phenmedipham Inno Protect + 75 Desmedipham A 2,0/ 2,5/ 2,5 7 3 ( ) ( ) Beta team + Blatt + 115 Ethofumesat Kontakt 320 320 Phenmedipham A 3,0 3 1 Blatt ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) SC wirkt gegen Disteln 0,5 l/ ha Öl Lontrel 720 720 Clopyralid O A 0,167 0,167 1 Blatt ( ) ( ) ( ) Distel SG Metafol SC 700 Metamitron (VA)/ (2,0)/2,0/2,0 6 3 ( ) ( ) ( ) A 2,0/2,0/2,0 + Blatt Powertwin 200 Phenmedipham Plus + 200 Ethofumesat A 2,0/2,0 2 Blatt + 4 1,3/1,3/1,3 3 ( ) 0,5 l/ ha Öl Rebell Ultra 325 Chloridazon C3 (VA) (2,5) 1 2,5 ( ) ( ) ( ) ( ) SC 2) + 100 Quinmerac O A 0,83/0,83/0,83 3 + Blatt 0,9 ab 6-Blatt- Spectrum 720 Dimethenamid-P 0,9 3 0,9 1 K3 A Stadium ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) Hirse EC 0,15/0,3/0,45 Stemat 500 Ethofumesat A 0,66 2 3 - ( ) ( ) Vivendi 100 100 Clopyralid O A 0,6/0,6 ( 1,2) 1,2 2 (1) Blatt ( ) ( ) ( ) Distel 1) VA: Vorauflauf; A = achauflauf; 2) Quinmerac maximal 250 g/ha; alle Angaben ohne Gewähr; Wirkung: = sehr gut; = gut; = Teilwirkung; = keine Quelle: Verband Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer Das leisten die gängigen Rübenherbizide. Melde Gänsefuß/ Klette Windenknöterich Vogelknöterich Bingelkraut Kamille achtschatten Ausfallraps Hundspetersilie Amarant Extras 98 top agrar 1/2014

Rezepte gegen Gräser Behandlungen empfehlen sich zwischen dem 3-Blattstadium und Bestockungsbeginn der Gräser. Wichtig ist es, dass möglichst alle Ungräser aufgelaufen sind, da Gräsermittel nicht über den wirken. Die Herbizide unterscheiden sich in Wirkungsbreite und -geschwindigkeit nur geringfügig. Allerdings wirken sie unterschiedlich gegen metabolisch resistenten Ackerfuchsschwanz und neuerdings auch gegen Flughafer. So tendiert die Wirkung von FOP-Mitteln gegen ull, DIM Mittel (Focus Ultra, Select 240 EC) wirken dagegen noch sehr gut und sollten deshalb bevorzugt zum Einsatz kommen. In vielen Fällen lassen sich die Gräser mit nur einer Behandlung ausschalten. Gegen starken Besatz empfiehlt sich ein Soloeinsatz. In der Regel reicht es aber aus, die Mittel zuzumischen. In der Tankmischung können Sie die Gräsermittel mit reduzierten Mengen einsetzen. Häufig reichen 75 % der empfohle- Übersicht 3: Präparate gegen Gräser in Rüben Mittel/Wirkstoff (g/l) Menge Gräser (l/ha) Menge Quecke HRAC-Klasse Wirkung auf Gräser Agil S keine 0,75 A ( ) Propaquizafop 100 g/l Indikation Focus Ultra (Aktiv Pack) 1,25 2,0 5 A Cycloxidim 100 g/l Fusilade Max 0,75 A Fluazifop-p-butyl 125 g/l Gallant Super 0,4 0,5 A Haloxyfop-P 104 g/l Panarex 1,25 2,25 A Quizalofop-P 40 g/l Select 240 EC + 0,5 0,75 Para Sommer + A + 2,0 Clethodim 240 g/l + Öl 654 1,25 Targa Super 0,75 2,0 A Quizalofop-P Ethyl 46,3 g/l 1,25 * ) Zulassungsverlängerung erwartet Wirkung: = sehr gut; = gut; = Teilwirkung; = keine Flughafer Fuchsschw. Hirsen Windhalm Trespen Einj. Rispe Quecke Ausfallgetreide In der Regel reicht es, die Gräsermittel der Tankmischung zuzusetzen. ur bei starkem Besatz empfiehlt sich ein Soloeinsatz. nen Menge aus. Wer separat bekämpft, sollte einen Abstand zur Unkrautbekämpfung je nach Witterung von ca. drei bis fünf Tagen (bei kühler Witterung) einhalten. Gegen Quecken müssen Sie immer separat vorgehen. top agrar 1/2014 99