Transparente Vergabe

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Transkript:

Transparente Vergabe Ganztägig ambulante Rehabilitation 8. Fachtagung der Deutschen Rentenversicherung Bund 11. und 12. Mai 2017 in Berlin Nicola Wenderoth Leiterin des Dezernates für die Zusammenarbeit mit den Vertragseinrichtungen Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin 1

Reform des nationalen Vergaberechts in Folge der EU-Vergaberechtsmodernisierung 130 GWB - Vergabe von öffentlichen Aufträgen über soziale und andere besondere Dienstleistungen (1) Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen über soziale und andere besondere Dienstleistungen im Sinne des Anhangs XIV der Richtlinie 2014/24/EU stehen öffentlichen Auftraggebern das offene Verfahren, das nicht offene Verfahren, das Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb, der wettbewerbliche Dialog und die Innovationspartnerschaft nach ihrer Wahl zur Verfügung. ( ) Welche Auswirkungen hat dies auf die Beschaffung von Reha-Leistungen durch die Deutsche Rentenversicherung? 2

Verbindliche Entscheidung des Bundesvorstandes der DRV Bund gem. 138 Abs. 2 S. 2 SGB VI vom 16.03.2017 Beschaffung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Grundsatz Das Verfahren der Beschaffung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ist ein einheitlicher Prozess. Die erste Ebene des Prozesses stellt die Zulassung der Rehabilitationseinrichtung zur Leistungserbringung durch den Abschluss eines Vertrages nach 21 SGB IX dar. Ist eine Einrichtung damit für die Erbringung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zugelassen, findet unter Beachtung des 13 SGB VI auf der zweiten Ebene die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung statt, die für den Versicherten am besten geeignet ist. 3

Positionierung zur Ausgestaltung eines transparenten Beschaffungsverfahrens Beschaffung von Reha-Leistungen bei privaten Betreibern ist ein zweistufiger Prozess 1. Abschluss eines Vertrages nach 21 SGB IX Zulassungsakt 2. Suche einer für den Patienten geeigneten Einrichtung Einrichtungsauswahl Rechtliche Würdigung 1. Vergaberecht nicht anwendbar, wenn offenes Zulassungsverfahren stattfindet, d.h. jeder geeignete Anbieter einen Vertrag nach 21 SGB IX erhält - 21 SGB IX als lex specialis zum Vergaberecht 2. Vergaberecht nicht anwendbar, wenn konkrete Belegung hinsichtlich des Vorgangs der individuellen Entscheidung transparent im Sinne einer genauen und vollständigen verfahrensbegleitenden Dokumentation gestaltet ist 4

Aktueller Sachstand Beschaffungsverfahren Einrichtungsangebote werden auf Grundlage feststehender Kriterien geprüft Prozess für die Prüfung und Bearbeitung von Einrichtungsangeboten wurde beschlossen Federführungsprinzip und Bearbeitung von Einrichtungsangeboten nach einheitlichen Vorgaben sichert transparentes und diskriminierungsfreies Vorgehen Abschluss eines Basisvertrages ermöglicht Inanspruchnahme der Reha- Einrichtung durch andere RV-Träger (Abschluss eines eigenen Vertrages, Belegung im Rahmen des Wunsch- und Wahlrechts) Vertrag nach 21 SGB IX regelt die wesentlichen Aspekte der Zusammenarbeit, ohne dass aus ihm eine konkrete Belegung abgeleitet werden kann (= Zulassung zur Leistungserbringung) 5

Umsetzung: Ausgestaltung des zukünftigen Beschaffungsverfahrens Ziel: offenes, diskriminierungsfreies, transparentes Zulassungs- und Auswahlverfahren für Rehabilitationseinrichtungen ohne formalisiertes Ausschreibungsverfahren 6

Unsere Internetseite deutsche-rentenversicherung.de > Rente & Reha > Rehabilitation > Fachinformationen > Infos für Reha-Anbieter Informationen für Reha-Anbieter Anforderungen an Reha-Einrichtungen Informationen über formale und inhaltliche Voraussetzungen. (z. B. das Einrichtungskonzept) 7

Unsere Internetseite deutsche-rentenversicherung.de > Rente & Reha > Rehabilitation > Fachinformationen > Infos für Reha-Anbieter Informationen für Reha-Anbieter Abschluss eines Vertrags Die Rehabilitationseinrichtung, die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung erbringen möchte, muss mit einem Rentenversicherungsträger einen Vertrag nach 21 SGB IX abschließen. Basisvertrag mit dem federführenden Rentenversicherungsträger 8

Umsetzung der 1. Stufe: Seit Einführung des Verfahrens wurden 35 Bezugsverträge und 81 Änderungsverträge abgeschlossen der Basisvertrag gem. 21 SGB IX mit dem Federführer der Rentenversicherung muss vorliegen Besonderheiten beim AHB-Verfahren der DRV Bund 9

Federführer Der federführende Rentenversicherungsträger führt achtet auf - die Vergütungssatzverhandlungen - die Einhaltung der Struktur- und Qualitätsanforderungen Festlegung im Rahmen eines Abstimmungsprozesses der beteiligten Rentenversicherungsträger Vertrag auch mit nicht federführenden Rentenversicherungsträgern notwendig (Bezugsvertrag) 10

Fazit Bisher praktiziertes Verfahren der Zulassung von Einrichtungen ohne vorherige Ausschreibung hat sich bewährt Es ist deshalb in der DRV die Entscheidung für ein offenes Zulassungsverfahren getroffenen worden Zur Herstellung der Transparenz werden für die Leistungserbringer wichtige Informationen zu den Anforderungen und zu dem Verfahren im Internet bereit gestellt Mit den Leistungserbringern werden kontinuierlich Gespräche zu den für sie wichtigen Themen geführt (Einführung des strukturierten Qualitätsdialoges) 11

Ganztägig ambulante Rehabilitation 8. Fachtagung der Deutschen Rentenversicherung Bund 11. und 12. Mai 2017 in Berlin Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Und Danke für die Unterstützung Monika Gehrwald Nicola Wenderoth Juristin, Leiterin des Dezernates für die Zusammenarbeit mit den Vertragseinrichtungen Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin 12