Kapitel 1 Einstieg ins Berufsleben 1 Setzen Sie hinter den folgenden Situationen ein X Recht (R), Sitte/Brauch (S) oder Moral (M) und erweitern Sie die Liste mit eigenen Beispielen. R S M Theo fährt mit seinem Auto mit 50 km/h durch ein Dorf. Paul verkleidet sich als Pirat. Anna öffnet die Post von ihrem Bruder. Lina unterschreibt ihren Lehrvertrag. Michael erhält für das gefundene Handy einen Finderlohn Nils bietet einer älteren Person seinen Platz im Tram an. 2 Welches Recht bildet in den folgenden Situationen die gesetzliche Basis? Verbinden Sie jedes Fallbeispiel mit der passenden Rechtsgruppe. Sie kaufen eine Zeitschrift. Öffentliches Recht Sie müssen ihre Steuererklärung ausfüllen. Sie entwenden ihrer Mutter Fr.100.- Sie ziehen in eine eigene Wohnung. Privates Recht Sie bezahlen ihre Rechnung beim Versandhandel nicht. Sie fahren unter Alkoholeinfluss Fahrrad. Sie leihen Ihrem Freund Fr. 50.- aus. Eine unentschuldigte Absenz kostet Sie Fr. 30.- Busse.
3 Ergänzen Sie die Tabelle zum Zivil- und Strafprozess. Wer gegen wen? Urteil Zivilprozess Bürger gegen Bürger Wer hat Recht Strafprozess Staat gegen Bürger schuldig/nicht schuldig 4 1.5 Personenrecht Kreuzen Sie alle zutreffenden Fähigkeiten an Handlung rechtsfähig urteilsfähig beschränkt handlungsunfähig handlungsfähig Antonio kauft einen Porsche. Mia, 5 Jahre, entfacht beim Spielen mit Streichhölzern einen Brand. Tim unterschreibt seinen Lehrvertrag. Bea, 20 Jahre, hat einen über den Durst getrunken. Kim und Andy heiraten. Laura, 17 Jahre, kauft ein Smartphone. Nick unterschreibt einen Mietvertrag.
5 1.6 Vertragsrecht Entscheiden Sie, welche Formvorschrift zu welchem Vertragsbeispiel passt. googeln Sie jene Vertragsbeispiele, die Sie nicht genau kennen. Ihr Lehrvertrag Ein Einzelarbeitsvertrag Ihr Roller-Kauf Ein Auto-Leasing Ein Mietvertrag Eine Mietzinserhöhung Gründung einer AG Ein Erbvertrag Ein handschr. Testament Formloser Vertrag Schriftlicher Vertrag Qualifizierte Schriftlichkeit Öffentliche Beurkundung Vorgeschriebenes Formular vorgeschriebene Inhalte Veröffentlichung
1.7 Ihr Lehrvertrag im Vergleich mit anderen und zu den gesetzlichen Vorgaben Für diese Aufgabe brauchen Sie Ihren Lehrvertrag und jene Ihrer KollegInnen 6 a) Füllen Sie die folgende Tabelle mit Hilfe Ihres Lehrvertrages aus. b) Vergleichen Sie Ihre Angaben mit den Angaben Ihrer Mitschüler. Gibt es Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede? c) Was sagt das Gesetz zu den einzelnen Bereichen? Lesen Sie im Gesetz nach und fassen Sie die wichtigsten Punkte kurz zusammen. Lohn 1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr a) Was steht in meinem Lehrvertrag? b) Was steht in anderen Lehrverträgen? c) Was sagt das Gesetz? In welchem Gesetzesartikel? OR 344 a, Absatz 2...im Vertrag ist der Lohn zu regeln. Keine Aussage zur Lohnhöhe! Probezeit Ferien OR 344a, Abs. 3... nicht weniger als 1 Monat, nicht mehr als 3 Monate.... steht nichts, gilt 3 Monate. Absatz 4...kann mit Zustimmung des Amtes auf 6 Monate verlängert werden. OR 345a, Abs. 3... bis zum 20. Lebensjahr pro Lehrjahr mindestens 5 Wochen Arbeitszeit Wer hat den Lehrvertrag unterschrieben? ArG 31, Abs. 1... nicht mehr als 9 h/tag Abs. 2... inkl. Pausen innerhalb von 12 Stunden Abs. 3... bis 16 jährig keine Überzeit BBG 14 BerufsbildnerIn Lernende/r Gesetzl. Vertreter (Eltern) Amt für Berufsbildung
7 1.7 Pflichten der Lernenden Halten Sie fest, welche Pflicht in den folgenden Fällen verletzt wurde. Fälle Kevin, 17 Jahre, will heute keine Überstunden machen, weil er schon mit seinen Kollegen abgemacht hat. Sabrina verrät Ihrer besten Freundin, nach welchem Rezept Sie im Geschäft die Teemischung herstellen, die sich so gut verkaufen lässt Tom ist im Betrieb nicht bei der Sache und hat viele Absenzen. Er spielt lieber auf seiner Playstation. Pflicht Überstunden müssen geleistet werden, wenn sie betrieblich notwendig sind OR 321 c Treuepflicht OR 321 a Hauptpflicht OR 345 Selin wirft verärgert das Werkzeug weg. Nun funktioniert es erst recht nicht mehr. Simon fehlt wiederholt in der Berufsfachschule. Im Betrieb weiss niemand etwas von seinen Absenzen. Sorgfaltspflicht OR 321 a Schulpflicht BBG 21, Abs. 3 1.7 Konflikt im Lehrbetrieb 8 Beschreiben Sie a) wie die Lernende und b) wie der Berufsbildner den Lehrabbruch vielleicht hätte verhindern können. Die 17-jährige Lehrtochter hat nach nur vier Monaten ihre Lehre als Fotofachangestellte abgebrochen. «Ich hatte das Gefühl, ich müsste die ganze Arbeit allein erledigen und würde für alles verantwortlich gemacht.» Die Arbeit widerstrebte ihr immer mehr. Sie litt darunter und war oft krank. Zudem hatte sie Angst, ihren Job zu verlieren. Gespräche mit dem Chef nützten nichts; er schien ihre Probleme nicht ernst zu nehmen. Schliesslich rang sie sich zum Entschluss durch, die Lehre zu beenden. (Quelle: Beobachter 13/02) a) Die Lernende hätte eterne Hilfe anfordern sollen (Eltern, Berufsinspektorat) b) Der Chef hätte die Gespräche ernst nehmen, die Anzeichen (krank) erkennen sollen