Primarschulgemeinde Münsterlingen Botschaft Schulraumerweiterung Scherzingen Traktandum 3: Antrag Baukredit Schulraumerweiterung Scherzingen Hinweis: Die Informationsveranstaltung zur Schulraumerweiterung findet am Montag, 26. Mai 2014, mit Beginn um 19:00 Uhr in der Bächlihalle in Scherzingen statt.
Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Wie bereits an der Schulgemeindeversammlung am 31. Mai 2011 informiert, stiegen die Kinderzahlen seit 2008 deutlich an. Im Schuljahr 2011/12 besuchten 128 Kinder die Primarschule Scherzingen. Im Schuljahr 2015/16 werden nun 161 Kinder erwartet, was gegenüber dem Stand im 2011/12 einer Zunahme von rund 25% entspricht. Um zwischenzeitlich einen Engpass zu überbrücken, wurde an der Schulgemeindeversammlung vom 24. Januar 2012 ein Kredit für die Erstellung eines Provisoriums in Form eines Schulpavillons gesprochen. Dieser wurde auf Beginn des Schuljahres 2012/13 erstellt und es verschaffte uns Zeit, die weiteren Schritte einer notwendigen Schulraumerweiterung sorgfältig zu planen. An der Schulgemeindeversammlung vom 4. Juni 2013 haben Sie den Projektierungskredit zur Schulraumerweiterung bewilligt. Aus dem in der Folge ausgeschriebenen Architekturwettbewerb ging das Projekt relief des Architekturbüros Dahinden Heim Architekten AG, Winterthur als Sieger hervor. Daraufhin hat die Baukommission in Zusammenarbeit mit dem Architekten die räumliche Situation und die bestehende Bausubstanz nochmals eingehend analysiert und zusammen mit den Fachplanern das nun vorliegende Projekt ausgearbeitet. Auch wurde das aktuelle Raumangebot im Kindergarten und der Primarschule Scherzingen nochmals detailliert untersucht und dem Sollraumprogramm des Kantons Thurgau gegenübergestellt. Die Baukommission ist überzeugt, dass das Projekt optimal auf die lokalen Verhältnisse und die heutigen Anforderungen angepasst und im Umfang sinnvoll ist. Gerne werden wir Ihnen dieses an der Schulgemeindeversammlung vom 10. Juni 2014 eingehend erläutern. So möchten wir Sie um die Annahme des Baukredits für die Schulraumerweiterung bitten. Auf den folgenden Seiten werden die Situation erläutert, das Projekt beschrieben und die Baukosten zusammengefasst. Die Ansichten, Grundrisse und Schnitte veranschaulichen das Bauvorhaben. Baustart mit gleichzeitigem Bezug des Provisoriums ist im Februar 2015 geplant, der Wiederbezug des alten Schulhauses mit dem 3. Kindergarten ist im August 2015 und der Bezug des Neubaus ist im August 2016 vorgesehen. Andrea Epper Präsidentin Primarschulgemeinde Daniel Flum Präsident der Baukommission
Projektbeschrieb Situation Die Schulanlage Scherzingen befindet sich am Rande der Siedlungszone in leichter Hanglage. Die Anlage wurde den wachsenden Bedürfnissen entsprechend über Jahre hinweg ohne Gesamtkonzept weiterentwickelt. Sie besteht aus einem Kindergarten, einem alten Schulhaus aus dem Jahre 1845, einem Zwischentrakt mit Schulzimmer aus dem Jahre 1954, einem in zwei Etappen realisierten Ergänzungsbau aus den Jahren 1980 und 1989 sowie der Bächlihalle mit Sportplatz. Das primäre Anliegen des Projektes ist es, die Chance der neuen Raumbedürfnisse zu nutzen und mit dem gewählten Projektansatz die Gesamtsituation der Schulanlage zu klären. Alle für die Unter- und Mittelstufe wesentlichen Räume werden neu in einem Gebäude zusammengefasst. Das Gebäudevolumen der Schule wird vom schützenswerten alten Schulhaus auf der einen Seite und von der Bächlihalle auf der anderen Seite abgelöst. Durch das Trennen der Gebäudevolumen wird die Zugangssituation geklärt und die einzelnen Baukörper erhalten ihre eigene Identität. Die getroffenen Massnahmen bewirken, dass sich die Schulanlage neu auch gegen Norden öffnet und sich auf sympathische Art präsentiert. Die Möglichkeiten, die sich mit der Einbindung des nördlichen Areals und der möglichen Öffnung des Töbelibachs ergeben, können optimal genutzt werden. Zur Entflechtung von Schulbetrieb und Bauarbeiten und damit zur Gewährleistung einer optimalen Sicherheit der Kinder, sowie für einen effizienten Bauablauf, ist von Februar 2015 August 2016 auf dem Sportplatz südlich der Bächlihalle ein Provisorium für die Unter- und Mittelstufe geplant.
Schulgebäude Das neue Schulhausvolumen wird nahtlos auf der Nordseite an den zweigeschossigen bestehenden Schulhaustrakt angefügt. Die Traufhöhe des bestehenden Satteldaches wird übernommen und seine Bewegung mit verschieden geneigten Dächern weitergeführt. Das bestehende Schulhaus wird sanft renoviert. Der Abbruch des sanierungsbedürftigen Zwischentraktes wird dazu genutzt, den Erschliessungsbereich der Schule mit der Eingangshalle und dem gedeckten Vorplatz zum Pausenplatz hin zu öffnen. Unmittelbar an die Eingangshalle angrenzend und für die Schüler gut einsichtbar, wird die Bibliothek angeordnet. Abgetrennt durch Nebenräume befinden sich im Erdgeschoss die Administration, die Schulleitung sowie der Bereich für die Lehrpersonen. Das Obergeschoss wird über eine Treppe, die von der Eingangshalle auf eine Galerie führt, erschlossen. Hier befinden sich im Neubauteil zwei Schulzimmer und ein Gruppenraum. Diese Räume öffnen sich gegen Norden mit Sicht auf den Töbelibach und besitzen ein zusätzliches Oblichtband mit Südausrichtung. Die Topografie wird dazu genutzt, das Untergeschoss auf natürliche Weise zu belichten. Im untersten Geschoss des Neubaus sind ein Klassenzimmer für den Englischunterricht, die Lehrerbibliothek mit Kopierraum, sowie der Hauswartraum und Platz für die Haustechnik vorgesehen. Kindergarten Durch die Konzentration der Klassenzimmer in einem Schulgebäude, wird im alten Schulhaus Platz frei, um die dritte Kindergartenabteilung im Erdgeschoss und Räume für den ergänzenden Unterricht im Obergeschoss unterzubringen. Durch den Umzug der Logopädie wird im Erdgeschoss des Kindergartengebäudes Raum frei zur Einrichtung eines Hortes. Die neue Kindergartenabteilung besitzt mit der Veranda, die auch als gedeckter Aussenbereich dient, einen eigenen Zugang und somit eine direkte Anbindung an den neuen Aussenspielbereich. Dieser grosszügige und zwischen den beiden Kindergartengebäuden ideal gelegene Aussenbereich ist das wichtige, verbindende Element der drei Kindergartenabteilungen.
Umgebung Durch den Einbezug des nördlichen Areals, verbunden mit der möglichen Öffnung des Töbelibaches, können die Aussenräume zur Schulanlage wesentlich aufgewertet werden. Die Ausgestaltung wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Rahmen des Bachöffnungsprojekts detailliert ausgearbeitet. Die Wegverbindung zwischen Schulhausstrasse und Buregass erschliesst auf selbstverständliche Art die Schulanlage. Die Parkplätze werden neu vor der Mehrzweckhalle zusammengefasst, die Erschliessung erfolgt von Süden über die Buregass und tangiert somit das Wohnquartier nicht. Der Pausenplatz wird südlich vor der neuen Eingangshalle vergrössert und mit einem Baumrondell ergänzt. Dadurch entsteht im Übergang zum bestehenden Kindergarten ein attraktiver Aufenthaltsbereich, der die verschiedenen Anlageteile verbindet. Konstruktion, Energie, Ökologie Das Untergeschoss wird in einer Betonkonstruktion erstellt. Darauf wird eine Holz-Ständerkonstruktion errichtet. Die skelettartige Konstruktion hat einen feingliedrigen Ausdruck und ermöglicht eine hohe räumliche Transparenz und eine gute Lesbarkeit des Kräfteverlaufs der Lastenabtragung. Gerade deshalb, weil die Erschliessungsbereiche des Alt- und des Neubauvolumens ineinanderfliessen, lebt das Schulgebäude vom Kontrast, der durch die unterschiedlichen Konstruktionen entstehen. Für die Energieversorgung der Gebäude auf dem Areal wird die bereits vorhandene Holzschnitzelheizung genutzt. Der heute bestehende Holzschnitzel- Lagerraum wird durch einen tiefer gelegten Lagerraum ersetzt, so dass der Arealzugang zwischen Mehrzweckhalle und Schulgebäude geöffnet werden kann. Holz eignet sich nicht nur als CO2-neutraler Energieträger für eine zentrale Feuerung, sondern hat auch bei der Konstruktion und dem Ausbau der Gebäude grosse Qualitäten als nachwachsender, regionaler und umweltfreundlicher Baustoff.
Baukosten Die aufgeführten Baukosten umfassen alle Arbeiten zur Errichtung des Neubaus, die Umbaumassnahmen am bestehenden Schulhaus und dem historischen Altbau sowie die Arbeiten an der Umgebung. BKP 1 Vorbereitungsarbeiten, inkl. Provisorium CHF 730 000 BKP 2 Gebäude CHF 4 900 000 BKP 4 Umgebung CHF 760 000 BKP 5 Baunebenkosten CHF 110 000 BKP 9 Ausstattung CHF 250 000 Total Baukosten, inkl. MWST CHF 6 750 000 Antrag der Schulbehörde Die Primarschulbehörde ersucht Sie, geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dem Baukredit von CHF 6 750 000.00 für die Erweiterung der Primarschule mit Kindergarten in Scherzingen zuzustimmen.
Erdgeschoss 1 Eingangshalle 2 Bibliothek 3 Schulzimmer 4 Gruppenraum 5 Sekretariat 6 Schulleitung 7 Lehrerzimmer 8 Besprechung 9 Kindergarten 10 Puppennische 11 Bauecke 12 Nebenraum 13 Hauswartraum 8 7 6 5 2 12 11 13 4 3 3 4 1 9 10 N Bestand Abbruch Neubau 0 5 10m
Obergeschoss 14 Schulzimmer 15 Gruppenraum 15 14 14 16 16 Schulische Heilpädagogik 17 Deutsch als Zweitsprache 18 Logopädie 15 14 14 15 17 18 Untergeschoss 19 Werken 20 Englisch 21 Kopieren / Bibliothek Lehrer 22 Technik 23 Hauswartraum 24 Schnitzelsilo 24 19 19 21 22 23 20 N Bestand Abbruch Neubau 0 5 10m
14 14 7 3 21 19 Westfassade Querschnitt Ostfassade Nordfassade Südfassade 0 5 10m
Umgebung Projekt Bachöffnung Parkplätze Schulhausvorplatz Pausenplatz Spielwiese Sportplatz Schulstras se Buregass Kindergarten Spielhügel N Projektperimeter 0 10 20m
Schulraumprovisorium 5 Klassenräume 4 Gruppenräume 1 Werkraum 1 Lehrerzimmer Toiletten < > Baustellenbereich Bächlihalle Best. Provisorium KiGa Schulraumprovisorium
Visualisierung Zugang vom Pausenplatz