Zur Situation der Meere

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Transkript:

Cat Holloway / WWF-Canon Zur Situation der Meere Axel Hein Meeresexperte WWF Österreich 10.11.2011 ÖKOLOG NÖ Tagung 2011 THINK global EAT local 16 November 2011-1

Cat Holloway / WWF-Canon Eine Bestandsaufnahme 2 16/11/2011

Globale Fischerei Für 2,8 Milliarden Menschen ist Fisch eine der wichtigsten Proteinquellen 520 Millionen Menschen sind direkt oder indirekt von der Fischerei abhängig 80% der Bestände der weltweit genutzten Meeresfische sind bis an die Grenzen befischt oder überfischt!!! WWF Österreich 16 November 2011-3

Globale Fischerei Insgesamt werden rund 90 Millionen Tonnen Fisch aus den Meeren gefischt. Davon geht ca. 1/3 in die Futterproduktion. Mehr als 50 Millionen Tonnen stammen bereits aus Aquakulturen Damit werden 110 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr verzehrt Kommerzielle Fischerei könnte bis 2050 zum Erliegen kommen!!! WWF Österreich 16 November 2011-4

Cat Holloway / WWF-Canon Living Planet Report 2010 5 August 2010-5

Cat Murat Holloway Selam / / WWF WWF-Canon Nepal Biomasse der Speisefische 1950 A Fisheries Centre partnership with the Pew Charitable Trusts Biomasse t km-2 1.8-2.5 1.5-1.8 1.2-1.5 0.9-1.2 0.7-0.9 0.6-0.7 0.4-0.6 0.3-0.4 0.2-0.3 0.1-0.2 0-0.1 0-0 6 16/11/2011

Cat Murat Holloway Selam / / WWF WWF-Canon Nepal Biomasse der Speisefische 2000 A Fisheries Centre partnership with the Pew Charitable Trusts 7 Biomasse t km-2 1.8-2.5 1.5-1.8 1.2-1.5 0.9-1.2 0.7-0.9 0.6-0.7 0.4-0.6 0.3-0.4 0.2-0.3 0.1-0.2 0-0.1 0-0 16/11/2011

Die 3 Brennpunkte Überfischung: Wir fangen 4 x mehr als noch vor 50 Jahren aus den Meeren. Beifang: Jährlich verenden 250.00 Meeresschildkröten, 300.00 Wale und Delfine, 100 Millionen Haie und 300.000 Seevögel. Piratenfischerei: Illegale Fischerei setzt bedrohte Bestände noch zusätzlich unter Druck. Jeder 4. Fisch wurde von Piratenfischern gefangen und ist somit illegal auf unseren Tellern gelandet. WWF Österreich 16 November 2011-8

Beifang Beifang ist alles, was mit an Deck kommt und tot oder sterbend wieder ins Meer zurückgeworfen wird. Jährlich werden rund 40 Millionen Tonnen Nicht-Zielarten mitgefangen. Das sind mehr als 40 % des weltweiten Fischfangs Beifang = Müll WWF Österreich 16 November 2011-9

16 November 2011-10

Beifangproblematik und Lösungen Rundhaken zur Beifangreduktion von Meeresschildkröten

Beifangproblematik und Lösungen Schonender Fang mit Angelruten Ringwadenfischerei mit Lockbojen

Grundschleppnetze mit viel Beifang

Beifang = Müll Für 1 kg Scholle oder Seezunge gehen 15 kg Beifang mit in die Netze!!! Presentation to Company Name

TED (Turtle Excluder Device) zur Beifangreduktion

Fischfarmen als Lösung? Eine Entlastung für ihre frei lebenden Artgenossen? Leider nein der wachsende Bedarf an Futter stellt eine zusätzliche Gefahr für die überfischten Bestände dar. WWF Österreich 16 November 2011-16

Aquakultur Aquakultur hat Steigerungsraten von durchschnittlich 9 % (der am schnellsten wachsende Zweig in der globalen Ernährungswirtschaft) Über 50 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden inzwischen in Süßwasser- und Meereszuchten erzeugt Um Fisch aus Aquakultur zu züchten wird zusätzlich Wildfisch gefangen und verfüttert. Diese Fischereien sind oftmals nicht nachhaltig. WWF Österreich 16 November 2011-17

Aquakultur Fischfarmen können an verschiedenen Stellen und auf verschiedene Weise negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das beginnt mit der Errichtung der Anlage, setzt sich beim Betrieb fort und endet auch nicht mit ihrer Stilllegung. WWF Österreich 16 November 2011-18

Lebensraumverlust Für die Errichtung von Shrimps-Farmen müssen an vielen Stellen die ökologisch wertvollen und leider bedrohten Mangrovenwälder weichen. Alleine auf den Philippinen sind für die Errichtung von Shrimps-Zuchten zwei drittel der Mangrovenwälder abgeholzt worden Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass seit 1980 3,6 Millionen Hektar Mangrovenwälder weltweit verloren gegangen sind (das entspricht rund 35 % des weltweiten Bestandes!) WWF Österreich 16 November 2011-19

16 November 2011-20

Verschmutzung Der Großteil der weltweiten Aquakulturen findet in so genannten offenen Systemen statt, das heißt, die Anlagen stehen mit der natürlichen Umgebung in direkter Verbindung Solch offene Systeme sind zum Beispiel Netzgehege, die ins Meer gehangen und in denen unter anderem Lachse oder Thunfische gezüchtet werden. Absinkendes Futter und Fäkalien kontaminieren den Meeresboden unter den Gehegen. WWF Österreich 16 November 2011-21

16 November 2011-22

Krankheiten Durch die Haltung vieler Tiere auf engem Raum können sich Krankheiten unter ihnen schnell verbreiten. Daher werden Antibiotika, Chemikalien und Pestizide eingesetzt. Der Boden unter den Käfigen ist oft hoch belastet mit den Rückständen aus den Zuchten. Auch bei den für Shrimpzuchten typischen Teichanlagen sammeln sich am Grund der Anlage Fäkalien, Chemikalien und Medikamente an. WWF Österreich 16 November 2011-23

16 November 2011-24

Krankheiten Lachsparasiten: sogenannte Seeläuse der UK der Crustacea (Krebstiere), die Copepoda (Ruderfusskrebse) Lepeophtheirus salmonis Caligus elongatus Viruskrankheiten: Infectious Salmon Anemia (ISA) Der Ausbruch führte 2007 zu einem Zusammenbruch der Lachsfarmen in Chile. Von einst 400 000 Tonnen/Jahr werden nur mehr 100 000 Tonnen produziert! Erstmals 1984 in Norwegen aufgetreten! WWF Österreich 16 November 2011-25

16 November 2011-26

Belastung von Wildpopulationen Zuchtfische haben meistens ein verändertes Genmaterial im Vergleich zu ihren wilden Artgenossen (z.b. schnelleres Wachstum,..) Ausbruch von Exemplaren aus den Zuchtanlagen vermischen sich mit ihren wilden Verwandten und tragen verändertes Erbgut ein. Einschleppung von Alien-Species, also von nicht heimischen Arten (z.b. atlantischer Lachs in Chile) Konkurrenz! Übertragung von Krankheiten auf die Wildpopulation WWF Österreich 16 November 2011-27

Energie- und Futterverbrauch Oft hoher Energie- und Wasserbedarf bei der Aufzucht von tropischen Arten in kälteren Regionen. Einsatz von Fischöl und Fischmehl besonders bei carnivoren Arten wie dem Lachs oder dem Thunfisch (FFER von >3, bei Thunfisch bis zu 20) WWF Österreich 16 November 2011-28

Damit das nicht passiert 16 November 2011-29

engagiert sich der WWF für Mehr Konsumentenbewußtsein das Einrichten von Meeresschutzgebieten die Reduktion von Beifang mithilfe innovativer Fangmethoden die Reduktion von schädlichen Auswirkungen der Aquakultur eine nachhaltige Fischerei WWF Österreich 16 November 2011-30

Konsumententips Heimische Fische bevorzugen Bei Meeresfisch auf das MSC Siegel achten Bei Produkten aus Aquakulturen auf Bio-Gütesiegel achten (und wenn am Markt, auf das ASC-Gütesiegel!!!) WWF-Fischratgeber unter www.wwf/meere downloaden oder gleich mitnehmen!!! WWF Österreich 16 November 2011-31

Umweltbildungsprogramm des WWF ESD (Education for sustainable development) Projekttage & Exkursionen Schulstunden LeherInnenfortbildung Internationale Projekte E-Learning Unterrichtsmaterial Themen: Biodiversität, Ökologischer Fussabdruck, Wasser, Bär und Luchs WWF Österreich 16 November 2011-32

Umweltbildungsprogramm des WWF ESD (Education for sustainable development) www.wwf.at/schulprojekte WWF Österreich 16 November 2011-33

Vielen Dank! www.wwf.at/meere 2010, WWF. All photographs used in this presentation are copyright protected and courtesy of the WWF-Canon Global Photo Network and the respective photographers. 16 November 2011-34

16 November 2011-35