Computergrafik 2: Segmentierung 2

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Transkript:

Computergrafik 2: Segmentierung 2 Prof. Dr. Michael Rohs, Dipl.-Inform. Sven Kratz michael.rohs@ifi.lmu.de MHCI Lab, LMU München Folien teilweise von Andreas Butz, sowie von Klaus D. Tönnies (Grundlagen der Bildverarbeitung. Pearson Studium, 2005)

Themen heute Ecken (Nachtrag) Schwellenwertbasierte Segmentierung Verbesserung durch Kanten Variable Schwellenwerte Kantenbasierte Segmentierung Wasserscheidentransformation Verbesserung der Wasserscheidentransformation durch Marker Computergrafik 2 SS2011 2

Harris Corner Detektor: Parameter k k = 0.20 k = 0.05 λ 2 λ 2 λ 1 λ 1 C = det(m) k trace(m) 2 = λ 1 λ 2 k (λ 1 + λ 2 ) Computergrafik 2 SS2011 3

Harris Corner Detektor: Parameter k C = det(m) k trace(m) 2 = λ 1 λ 2 k (λ 1 + λ 2 ) Computergrafik 2 SS2011 4

Harris Corner Detektor: Parameter k k = 0.23 k = 0.00 λ 2 λ 2 λ 1 λ 1 C = det(m) k trace(m) 2 = λ 1 λ 2 k (λ 1 + λ 2 ) Computergrafik 2 SS2011 5

Harris Corner Detektor: Parameter k k = 0.23 k = 0.00 σ 2 σ 2 σ 1 σ 1 C = det(m) k trace(m) 2 = λ 1 λ 2 k (λ 1 + λ 2 ) Computergrafik 2 SS2011 6

Robustheit des Harris Corner Detektors Invariant gegenüber Helligkeitsänderungen bis zu einem gewissen Grad Invariant gegenüber Translation und Rotation Nicht invariant gegenüber Skalierung Kante skalieren Ecke Computergrafik 2 SS2011 8

Repeatability Invarianz des Eckenmaßes auf Rotation, Skalierung, Änderung der Perspektive hier Skalierung: 100% 80% 60% 40% 20% 0% 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 Computergrafik 2 SS2011 9

SEGMENTIERUNG Computergrafik 2 SS2011 10

Segmentierungsmethoden Histogramm-basierte oder Bild-basierte Segmentierung: Segmentzugehörigkeit wird anhand des Histogramms oder des Bildes entschieden Histogramm-basiert Bild-basiert Regionen-orientiert Kanten-orientiert Regionen- oder Kantenorientierung: Segmente werden durch ihre Grenzen oder ihr Inneres definiert Computergrafik 2 SS2011 11

Verbesserung der Schwellenwertbasierte Segmentierung durch Kanten Idee: Zur Berechnung des globalen Schwellenwerts nur die Pixel in das Histogramm eintragen, die auf (oder nahe an) Kanten zwischen Vorder- und Hintergrund liegen gleiche Wahrscheinlichkeit, dass solche Pixel auf Vorder- oder Hintergrund liegen Gradienten- oder Laplace-Operatoren zum Finden der Kanten (aber: nicht alle Kanten separieren Vorder- und Hintergrund) Algorithmus Kantenbild g von f berechnen (Gradienten-/Laplace-Operatoren) Pixel (x,y) auf Kantenbild g auswählen mit g(x,y) > T Histogramm h von f mit ausgewählten Pixeln berechnen Methode von Otsu auf h zur globalen Segmentierung anwenden Computergrafik 2 SS2011 12

Histogramm aller Pixel Computergrafik 2 SS2011 13

Histogramm der Pixel an den Stellen der 10000 längsten Gradienten Computergrafik 2 SS2011 14

Histogramm der Pixel an den Stellen der 1000 längsten Gradienten Computergrafik 2 SS2011 15

Histogramm der Pixel an den Stellen der 100 längsten Gradienten Computergrafik 2 SS2011 16

Variable Schwellenwerte Globale Schwellenwerte problematisch bei Shading nicht oft mehr global (für das gesamte Bild) definierbar Aufteilung des Bildes auch problematisch Aufteilung klein genug, dass Beleuchtung (nahezu uniform), aber nicht so klein, dass nur Hintergrund- oder nur Vordergrundpixel Variable Schwellenwerte Schwellenwert wird an jedem Punkt im Bild neu berechnet typische Strategie: zeilenweises Durchlaufen im zick-zack, gleitender Durchschnitt der letzten n Grauwerte Computergrafik 2 SS2011 17

Wellner s Adaptive Thresholding Zeilenweises Durchlaufen im Zick-zack (s-facher) Durchschnittsgrauwert der letzten s Pixel: # g s (n) = g s (n!1)" 1! 1 & % (+ p n, s = w s $ s ' 8 g s (0) = s c 2 Initialisierung: Schwellenwert: # % 0 falls p T(n) = n < g s(n) $ s % & 1 sonst! 100 " t 100, t =15 Pierre D. Wellner. Adaptive thresholding for the DigitalDesk. Technical Report EPC-93-110, Rank Xerox Research Centre, Cambridge, UK, 1993. Computergrafik 2 SS2011 18

Wellner s Adaptive Thresholding Verbesserung: Berücksichtigung des durchschnittlichen (s-fachen) Grauwerts über dem aktuellen Pixel h s (n) = 1 ( 2 g (n)+ g s s (n! w) ) T(n) = # % $ % & 0 falls p n < h (n) s s 1 sonst! 100 " t 100, t =15 Pierre D. Wellner. Adaptive thresholding for the DigitalDesk. Technical Report EPC-93-110, Rank Xerox Research Centre, Cambridge, UK, 1993. Computergrafik 2 SS2011 19

Labeling 1. Phase: Vorläufige Label Basiert auf 4-Nachbarschaft Falls auf Vordergrund-Pixel p gestoßen, betrachte bearbeitete Nachbarpixel darüber und links davon (falls aktuelle Bildzeile v.l.n.r. durchlaufen) bzw. rechts davon (sonst) Falls beide Nachbarn (darüber, links/rechts) Vordergrund, dann setze Label(p) = Label(darüber) falls Label(darüber) Label(links/rechts), dann markiere beide Label als äquivalent (Mergen der Äquivalenzketten) sonst, falls einer der Nachbarn (darüber, links/rechts) Vordergrund, dann setze Label(p) auf dessen Label sonst vergebe neues Label für p füge in eigene Äquivalenzkette ein Computergrafik 2 SS2011 20

Warum sind die Label vorläufig? Label-Äquivalenzen werden möglicherweise erst später erkannt (à Durchlauf zeilenweise) Labeling 2. Phase: Auflösen der Äquivalenzen Druch Äquivalenzkette laufen und jedem Pixel in der gleichen Äquivalenzkette das gleiche finale Label geben Computergrafik 2 SS2011 21

WASSERSCHEIDEN- TRANSFORMATION Computergrafik 2 SS2011 22

Wasserscheidentransformation Wasserscheide: Grenzen der Entwässerung in unterschiedliche Senken Beispiel: Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer entlang des Kamms der Berner Alpen Wasserscheide in der Segmentierung: Generiere ein Höhenprofil so, dass die Wasserscheiden die gesuchten Segmentgrenzen sind. Computergrafik 2 SS2011 23

Sansculotte, CC-BY-SA Computergrafik 2 SS2011 24

Wasserscheiden Wasserscheiden sollen an Kanten verlaufen Wasserscheiden sind Gebirgskämme Wasserscheiden sind die Längen der Grauwertgradienten Computergrafik 2 SS2011 25

Wasserscheidentransformation Beregnung: Es fällt Regen auf jedes Pixel. Gradienten entschieden, wohin der Regen entwässert wird Flutung: Die Welt wird von den Senken her geflutet. Wenn Wasser aus zwei Senken zusammen fließt, wird ein Damm gebaut bzw. entsteht eine Wasserscheide f(x) 1 1 2 1 3 2 Quelle Wasserscheide 1 3 2 Damm 1 3 2 Quelle x Computergrafik 2 SS2011 26

Animation von Serge Beucher Partitionierung des Bildes durch Flutung von den Minima aus bei Vermeidung des Zusammenfließens verschiedener Quellen zwei Mengen: Niederschlagsgebiete und Wasserscheidenlinien Transformation auf Gradientenbild: Niederschlagsgebiete entsprechen homogenen Regionen Copyright 2010, Serge Beucher http://cmm.ensmp.fr/~beucher/wtshed.html Computergrafik 2 SS2011 27

Flutungsalgorithmus (Skizze) Jedes bei Höhe h aktuell neu überflutete Pixel (m f,n f ) ist in Isolation: Es nicht zu anderen überfluteten Pixeln der Höhen h<h aktuell benachbart. Isolierte Pixel sind Kerne von neuen Segmenten. Erweiterung: Es ist zu anderen überfluteten Pixeln der Höhen h<h aktuell mit gleichem Label benachbart. Das Pixel wird dem Segment mit diesem Label zugeordnet. Wasserscheide: Es ist zu überfluteten Pixeln von mindestens zwei Regionen benachbart. Dem Pixel wird das Label Wasserscheide zugeordnet. Computergrafik 2 SS2011 28

Resultat der WST Computergrafik 2 SS2011 29

Resultat der WST Computergrafik 2 SS2011 30

Problem Übersegmentierung Für die WST ist jedes lokale Minimum eine Senke Die meisten Senken werden durch Rauschen verursacht Senken durch Rauschen sind weniger tief als die von Kanten Computergrafik 2 SS2011 31

Hierarchische WST Multiskalenstrategie: Wasserscheidentransformation auf dem WST-Resultat Jede Region erhält ihren durchschnittlichen Grauwert als Funktionswert Die erste WST wird hauptsächlich durch Rauschen verursachte Senken finden Wahre Senken sollten über mehrere Stufen der Hierarchie erhalten bleiben Computergrafik 2 SS2011 32

Gradienten für die hierarchische WST 20 70 80 140 30 90 220 30 70-70 -110 220 20-120 140 80 80-60 -50 90-70 -110-120 -330 80-60 -50 190 190 Differenz zu jeder benachbarten Regionen berechnen Gradientenlänge berechnen als durchschnittliche Differenz zu allen Regionen (evtl. mit Fläche gewichten) Problem: Kanten werden breiter Computergrafik 2 SS2011 33

Verwendung von Markern bei der WST Marker = Region im Bild interne Marker markieren Vordergrundobjekte externe Marker markieren den Hintergrund Strategien zur Erzeugung von Markern Bild zur Vorverarbeitung glätten Marker auf geglättetem Bild interaktives Setzen der Marker Textur Form angepasster Algorithmus isoliertes Pixel: Label unbekannt Pixel erweitert Region: Label zuordnen Pixel verbindet zwei Regionen: falls eine unbekannt und andere endgültiges Label, dann Label auch für die andere Region Computergrafik 2 SS2011 34

Modellbasierte Segmentierung Interaktive Suche Region Growing Kantenverfolgung Markerbasierte WST Vollständige Suche Template Matching Hough Transformation Computergrafik 2 SS2011 35

Modellbasierte Segmentierung Segmentierung: Generierung von Symbolen (Bedeutungsträgern) aus Pixeln. Modell: Erwartete Bedeutung Henne-Ei-Problem?? Modellbasierte Segmentierung: Mix aus Segmentierung und Analyse. Mit Vorwissen über ein bestimmtes Objekt wird nach Instanzen gesucht - Interaktive Suche: Benutzer gibt Vorwissen interaktiv ein - Vollständige Suche: Instanzen eines Modells mit wenigen Parametern werden gesucht - Iterative Suche: Instanzen eines Modells mit vielen Parametern werden gesucht. Computergrafik 2 SS2011 36

Region Growing = Flood Fill auf Grauwertbild für einen einzigen (vorgegebenen) Saatpunkt. Homogenitätsbedingungen: Grauwertbereich Grauwertschwankung Annahmen und Ziel: Gebiet ist intern von größerer Homogenität als an den Grenzen. Selektion eines einzigen Gebiets. Homogenitätsverhältnisse an anderen Orten interessieren nicht. Seed point gefundene Region Homogenitätsbedingung: GW(region) = GW(seed) ± 20 Computergrafik 2 SS2011 37

Auslaufen von Regionen seed point gw(seed)±10 gw(seed)±30 gw(seed)±40 Computergrafik 2 SS2011 38

Region Growing und Rauschunterdrückung GW(seed)±70 Rauschen führt zu Anfälligkeit der Methode è vorherige Rauschunterdrückung oder Nachverarbeitung GW(seed)±70 nach Medianfilterung Computergrafik 2 SS2011 39

Mehrfaches Region Growing original Zusammensetzung aus allen drei Segmenten Computergrafik 2 SS2011 40

Gezielte Kantensuche Nur diese Kante ist gesucht Resultat der Kantenfilter: Liste von Kantenpunktkandidaten nicht alle Kandidaten gehören zur gesuchten Regionengrenze. die Regionengrenze kann Lücken aufweisen. Strategien mit Nutzerinteraktion Kantenverfolgung Optimale Kantenzüge Hough Transformation Computergrafik 2 SS2011 41

Optimale Kantenzüge (Graphensuche) Das Resultat des Gradientenoperators wird als Graph aufgefasst, auf dem zwischen zwei Punkten ein optimaler Pfad gesucht wird (z.b. mittels Dijkstra-Algorithmus). Vorteil: Globale Aspekte des Kantenzugs können eingebracht werden. (z.b. Glattheitsbedingungen) Nachteil: Aufwand ist größer als bei Kantenverfolgung. G? Computergrafik 2 SS2011 42

Optimale Kantenzüge (Graphensuche) Optimalitätskriterien: Maximierung der (durchschnittlichen) Gradientenlänge Minimierung der Pfadlänge Minimierung der Richtungsänderungen Minimierung der Grauwertänderungen Computergrafik 2 SS2011 43

Resultate Startpunkt Computergrafik 2 SS2011 44