Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP. am Beispiel von Novells NetWare Directory Services

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1 Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP am Beispiel von Novells NetWare Directory Services Thomas Uhle Technische Universität Dresden Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik

2 Inhaltsübersicht 1 Verzeichnisdienste 2 2 Die Geschichte von X.500/LDAP 5 3 Das X.500 Informationsmodell Der Aufbau des Verzeichnisbaums Die X.500/LDAP Betriebsarten Die Funktionalität von LDAP Das LDAP Sicherheitsmodell Novell NetWare Kurzer geschichtlicher Abriß Ein kleines Beispiel Lesetips 20

3 1 Verzeichnisdienste Netzwerkdienste mit folgenden Eigenschaften Datenbank für Records, Container verteilte Datenhaltung möglich Partitionierung und Replikationen hierarchische Struktur einfache Verzeichnisdienste bieten traditionell nur Abbildung von Namen zu Adressen Namensdienste, White Pages Services (DNS, NIS... ) mächtigere Verzeichnisdienste bieten neben diesen Einträgen das Abspeichern von Attributen Yellow Pages Services (X.500, NDS, DCE... ) LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 2/20

4 Möglichkeiten von Verzeichnisdiensten digitale Telefon- und Adreßbücher Datenhaltung von Personendaten Anlegen von Nutzerprofilen Zugangsberechtigungen, Präferenzen... Authentifizierung über Paßwörter Zugang zu Netzwerkressourcen Netzwerkdrucker, verteilte Dateisysteme... Dokumentenverwaltung Schlüsselverteilzentralen Public Key Infrastructure (PKI) LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 3/20

5 Implementierungen von X.500/LDAP Implementierungen als Telefon- und Adreßbücher Eudora WorldMail Lotus Notes Microsoft Exchange, Outlook, NetMeeting Netscape kommerzielle Implementierungen ActiveDirectory (Microsoft) DirX Solutions (SIEMENS) iplanet Directory Server (Netscape, SUN) NDS / edirectory (Novell, SunTone Certificate) Oracle Internet Directory nichtkommerzielle Implementierung OpenLDAP LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 4/20

6 2 Die Geschichte von X.500/LDAP 1988 als ISO/CCITT-Standard für X.400 Maildienste entwickelt Dienst in der Anwendungsschicht (Schicht 7) des ISO OSI-Referenzmodells Protokolle komplex und schwerfällig zu implementieren LDAP (RFC 1777) an der Universität von Michigan entwickelt und als einfacheres Zugangsprotokoll zu X.500 Servern im Internet im März 1995 vorgeschlagen letzte Revision 1997 LDAPv3 (RFC 2251) LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 5/20

7 Vorteile von LDAP 90% of the functionality at 10% of the cost Transport läuft direkt auf IP Funktionalität vereinfacht X.500 durch Elimination wenig genutzter Funktionen Datenformat LDAP nutzt einfache Zeichenketten LDAPv3 Attribute Syntax Definition in RFC 2252 festgelegt Kodierung LDAP nutzt vereinfachte Kodierregeln Informationsmodell von X.500 übernommen voller Zugriff zu Datenmodellen auf X.500 Servern LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 6/20

8 3 Das X.500 Informationsmodell Die Infrastruktur bilden die Directory System Agents (DSA). Sie erzeugen den Directory Information Tree (DIT), der aus folgenden Komponenten besteht Schema: Klassen: Schablone / Blaupause Vorlagen für die Objekte im Baum Einträge / Knoten im Baum (Container oder Blätter): Instanzen einer Klasse (Objekte) RootDSE: Attribute: Wurzelknoten Informationen, die ein Objekt beinhaltet LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 7/20

9 3 Das X.500 Informationsmodell (2) Eine Sitzung wird durch den Directory User Agent (DUA) initiiert. Sitzungsaufbau über Directory Access Protocol (DAP) DSAs kommunizieren über das Directory System Protocol (DSP) Datenhaltung und -verwaltung LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 8/20

10 Das X.500 Informationsmodell im Bild Typ Wert Eintrag Attribut(e) DUA DAP DSA DSP DSA Schema LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 9/20

11 3.1 Der Aufbau des Verzeichnisbaums RootDSE RDN: o=foo RDN: ou=people RDN: cn=thomas DN: cn=thomas,ou=people,o=foo LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 10/20

12 3.2 Die X.500/LDAP Betriebsarten DUA referral DAP DAP DSA DSA Directory Synchronisation Control DUA DAP chaining DSA DSA DSP keine Lastbalancierung kein Mechanismus bei Ausfällen LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 11/20

13 LDAP gegen Ausfälle sichern Linux Journal Volume 2002, Issue 104 White, Allen: Highly Available LDAP LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 12/20

14 LDAP gegen Ausfälle sichern (2) Linux Journal Volume 2002, Issue 104 White, Allen: Highly Available LDAP LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 13/20

15 3.3 Die Funktionalität von LDAP Aktualisierung: add neuen Eintrag im DIT erzeugen modify ein existierendes Attribut ändern modify RDN einen Eintrag im DIT umbenennen delete einen Eintrag im DIT löschen Informationen auslesen: search Suche nach Einträgen compare Wert eines Attributes vergleichen synchrones oder asynchrones Protokoll bind, unbind Verbindungsaufbau, -abbau Import / Export über einheitliche Schnittstelle LDAP Interchange Format (LDIF) LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 14/20

16 3.4 Das LDAP Sicherheitsmodell Authentifizierungsmechanismus Verschlüsselung mit Kerberos Zugriffskontrollisten (ACL) für Einträge und Attribute Ports LDAP: port 389 LDAP/SSL: port 636 LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 15/20

17 4 Novell NetWare 4.1 Kurzer geschichtlicher Abriß 1983 entstand in Utah das Unternehmen Novell seit 1986 Konzentration auf Software-Entwicklung für lokale Netze erste Version von NetWare 1990: NetWare 2 (Betriebssystem wurde damals noch für jeden einzelnen Server gelinkt) 1992: NetWare 3 (modularis. 32-Bit-Betriebssystem) 1996: NetWare 4 (Multiple Server Concept, NDS) 1998: NetWare 5 (GUI: X, Standardprotokoll TCP/IP) 2001: NetWare 6 (NDS 8 edirectory, Linux Port) LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 16/20

18 4.2 Ein kleines Beispiel Schulz: Novell NetWare 4.11 Administration HERDT-Verlag 1997 LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 17/20

19 LDAP im Netscape-Adreßbuch LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 18/20

20 Warum es keinen Verzeichnisdienst an unserer Uni gibt? Sächsische Datenschutzverordnung für den öffentlichen Dienst Stellenstop administrativer Aufwand aber: Phonebook Server bietet die Telefonnummern der Mitarbeiter, die dem zugestimmt haben, zur Suche an mit Verlinkung zur Homepage der Struktureinheit auf Anfrage prüft das FRZ Informatik, ob ein LDAP-Server zu Lehr- und Forschungszwecken eingerichtet wird LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 19/20

21 5 Lesetips Linux Journal Volume 2000, Issue 72: Craig Knudsen: Novell Adopts OpenLDAP. April 2000 Volume 2002, Issue 104: mehrere Artikel zu LDAP in heterogenen Netzen, Dezember 2002 Henning Maaß: Open Mobility Platform Based on Dynamic Directory Services. Dissertation, BTU Cottbus 2001 Microsoft: Understanding LDAP. windows2000/techinfo/howitworks/activedirectory/ldap.asp Novell: Novells LDAP. LDAPpresent.tex Verzeichnisdienste: Eine Einführung zu X.500/LDAP Thomas Uhle 25/7/ :26 20/20

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