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1 C HRONIK 2012/13 vernetzt mit der Region Eine Schule

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4 Die Humpis-Schule ist für die Region ein wichtiger Standortfaktor. Felix Habisreutinger Franz Habisreutinger GmbH & Co. KG, Weingarten

5 Eine Schule Inhalt Vorwort der Schulleitung 6 Humpis - aktuell WG - Präsent im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben der Region 8 BK - Lernen an praxisnahen Projekten mit regionalen Unternehmen 10 WS - Vernetzung mit der Praxis und Stärkung des Sozialverhaltens 12 KBS - In der Region, aus der Region, für die Region, über die Region hinaus Wirtschaftsgymnasium WG aktuell 18 Aus den Eingangsklassen 23 Profilergänzende Neigungsfächer 25 Schüleraustausch / Schullandheim 29 Sprachreisen Jgst Studienfahrten Jgst WG Abschlussklassen Berufskolleg BK aktuell 41 Aus den Wahlpflichtbereichen 42 Studienfahrten / Sprachreisen 44 BK Abschlussklassen Bildungswege an der Humpis-Schule 57 Wirtschaftsschule WS aktuell 58 Aus den Wahlpflichtbereichen 62 WS Abschlussklassen Kaufmännische Berufsschule KBS aktuell 69 Aus den Lernfeldberufen 74 Berufsansprechpartner 76 Ausbildung mit Zusatzqualifikation 77 Prüfungen 78 Projekte 84 Exkursionen / Studienfahrten Humpis - Sport Ergänzungssport Ski und Snowboard 89 Tanzaufführung beim Rutenfest 90 Fußball Humpis - intern Schulorganisation 95 Schule als soziales Netz 96 SchülerMitVerantwortung 97 Verabschiedungen 100 Was aus ehemaligen Humpis-Schülern geworden ist 102 Was machen Humpis-Pensionäre 104 Gesamtelternbeirat 106 Personalrat 107

6 Vorwort der Schulleitung Die Humpis-Schule ist für die Region ein wichtiger Standortfaktor. Diese Aussage machte Franz Habisreutinger, geschäftsführender Gesellschafter der Franz Habisreutinger GmbH & Co. KG, Weingarten, dessen Unternehmen mit der Patenschaft für eine unserer Juniorenfirmen sowie als Ausbildungsbetrieb intensive Kontakte zur Humpis-Schule pflegt, jüngst anlässlich einer Abschlussfeier der kaufmännischen Berufsschule. In diesem Jahr schließen rund 700 Berufsschüler an der Humpis-Schule ihre Ausbildung ab und verstärken die Belegschaften der Betriebe in der gesamten Region. Weitere 400 Schüler aus den Vollzeitschularten absolvieren ihre Prüfungen und erwerben qualifizierte Bildungsabschlüsse der 1900 Berufsschüler haben einen Beschäftigungsort im Landkreis Ravensburg. Als dualer Partner in der Berufsausbildung arbeitet die Humpis-Schule mit rund 900 Ausbildungsbetrieben zusammen. Allein diese Zahlen belegen die Bedeutung der Humpis-Schule als Bildungspartner der Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in unserer Region. Die Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft ist für die Humpis-Schule ein zentrales Anliegen und folgerichtig das Leitthema dieser Chronik. Heterogenität in den Klassen ist das Jahresthema an der Schule. In allen Schularten und Fachschaften haben wir diese Thematik aufgegriffen und erfasst, in welchen Dimensionen uns Heterogenität begegnet und welche Maßnahmen wir schon ergriffen haben. Aus der Zusammenfassung aller Ergebnisse erwarten wir Impulse für eine gezielte Weiterentwicklung in den verschiedenen Schularten und Fächern. Ich bin glücklich und stolz auf unser engagiertes Kollegium, das hervorragende Arbeit leistet. Betrübt bin ich, wenn uns nach jahrzehntelanger sehr guter Zusammenarbeit Kolleginnen und Kollegen durch Pensionierung verlassen. Elisabeth Emrich hat mit großem persönlichen Engagement in der Wirtschafts- und Berufsaufbauschule unterrichtet. Viele Schüler verdanken ihr, dass sie die Hürden der Mathematik und Betriebswirtschaftslehre überwinden konnten. Dr. Kurt Greinacher unterrichtete die Fächer Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde schwerpunktmäßig am Wirtschaftsgymnasium. Im Rahmen seiner 24jährigen Fachberaterfunktion hat er mit seiner Prüfungstätigkeit und den zahlreichen Fortbildungen auf Ebene des Regierungspräsidiums für ein hohes Qualitätsniveau in seinen Fächern gesorgt. Mit Bernhard Widmann verlässt uns eine fundamentale Stütze der Schule. Er gilt als unser Nestor der Betriebswirtschaftslehre. Als Mitglied der Schulleitung war er für die Kaufmännische Berufsschule zuständig. Bernhard Widmann setzte wichtige Impulse zur Weiterentwicklung seines Faches und des Systems Schule. Nach wie vor bin ich überzeugt von unserem Schulsystem in Baden-Württemberg und es gilt auch weiterhin der Grundsatz: Kein Abschluss ohne Anschluss. In diesem System spielen die Beruflichen Schulen eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur bildungspolitisch, sondern auch gesellschaftspolitisch ein unverzichtbarer Integrationsfaktor. Dem Kollegium, den Sekretärinnen und Hausmeistern sowie den anderen Mitgliedern des Schulleitungsteams danke ich für ihr Engagement zum Wohle unserer Jugend. Dieter Czerny Schulleiter 4 5

7 MiteinAnDer. SpASS. erfolg Humpis - aktuell Wir bieten Berufseinsteigern das ideale Sprungbrett für eine individuelle Karriere:. als Student/in der DHBW. als Handelsfachwirt/in. als kaufmännische/r Angestellte/r. als Gestalter/in für visuelles Marketing Reischmann ist das führende Unternehmen für mode, Trend, sport und Lifestyle in der Region. innovative ideen, trendorientierte sortimente, beste Beratung und überdurchschnittlicher service zeichnen uns aus, so dass jeder Besuch bei Reischmann zum besonderen erlebnis mit allen sinnen wird. im Unternehmen Reischmann wird ein offener, kommunikativer Führungsstil in allen Bereichen gepflegt und die mitarbeiter erhalten größtmöglichen entfaltungsspielraum. Unsere Unternehmensvision ist geprägt vom Leitsatz Die Mitarbeiter sind das Unternehmen. nicht ohne Grund wurde die Unternehmensgruppe Reischmann schon mehrfach für die herausragenden Leistungen im Bereich aus- und Weiterbildung ausgezeichnet. Informiere Dich über chancen und möglichkeiten, die Dir Reischmann bieten kann. nähere informationen erhältst Du direkt bei Reischmann und unter Humpis - aktuell ravensburg KiRchsTR. 2-6 TeLeFon Kempten KLosTeRsTeiGe 9-11 TeLeFon memmingen maximilianstr TeLeFon ulm BahnhoFsTR. 4 TeLeFon Humpis - aktuell 7

8 vernetzt mit der Region Eine Schule Wirtschaftsgymnasium Präsent im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben der Region Unsere Schule sucht und vertieft die Zusammenarbeit mit Eltern, Ausbildungsbetrieben, Kammern, Behörden, anderen Schulen und allen, die an unserer Schule interessiert sind. Dieser Satz aus dem Leitbild der Humpis-Schule ist auch für das Wirtschaftsgymnasium eine wichtige Zielvorgabe, die durch eine starke Vernetzung mit außerschulischen regionalen Einrichtungen umgesetzt wird. Im Rahmen des Seminarkurses, in dem Schüler der Jahrgangsstufe 1 über ein ganzes Schuljahr hinweg in Kleingruppen möglichst selbstständig ein Thema bearbeiten, ergeben sich eine Vielzahl projektmäßiger Kooperationen mit den unterschiedlichsten Unternehmen, sozialen Einrichtungen, Behörden, Schulen und Hochschulen. So werden beispielsweise die Museumslandschaften von Ravensburg und Friedrichshafen miteinander verglichen, die Veränderungen im Schulwesen erläutert, Wilhelmsdorf als innovative Gemeinde vorgestellt oder das innerbetriebliche Klima während der Ausbildungszeit untersucht. Die Global Studies-Klasse bzw. die Klasse im internationalen Profil arbeitet seit mehreren Jahren intensiv mit dem Unternehmen wenglor sensoric gmbh in Tettnang zusammen, um konkrete Fragestellungen mit internationalem Bezug zu klären. Im laufenden Schuljahr werden die Schüler verschiedene Industrieregionen in Indien und Kanada auf Chancen und Risiken hin untersuchen, Standortfaktoren in Dänemark analysieren sowie Ausbildungsstandards und Rekrutierungsgepflogenheiten bei Nachwuchskräften zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien vergleichen. Für das profilergänzende Neigungsfach Finanzmanagement besteht eine dauerhafte Kooperation mit der Kreissparkasse Ravensburg, die zum Beispiel zum Thema Immobilienfinanzierung Experten für einen Unterrichtsvortrag abstellt und darüber hinaus - abwechselnd mit der Ravensburger AG - die Schüler auch zum Thema Berufsausbildung und duales Studium informiert. Im Bereich Wirtschaftsinformatik konnte interessierten Schülern ein Kurzpraktikum in verschiedenen Unternehmen der IT-Branche vermittelt werden. Darüber hinaus kooperieren wir mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten, was den Schülern ermöglicht, einschlägige Vorlesungen zu besuchen oder an der Nacht der Informatik teilzunehmen. Auch bei zahlreichen Betriebsbesichtigungen oder Besuchen von Hauptversammlungen bedeutender Aktiengesellschaften haben die Schüler die Möglichkeit, Einblicke in betriebliche Abläufe und unternehmenspolitische Entscheidungen zu gewinnen. Im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung können die Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 am allgemeinen Studientag die Duale Hochschule Ravensburg oder eine andere Hochschule der Region kennenlernen. Darüber hinaus gestalten wir einen individuellen Studientag an der Universität Mannheim mit der Möglichkeit, in sämtlichen Fachbereichen Vorlesungen zu besuchen und einen interessanten Vortrag zum Studiengang Wirtschaftspädagogik zu hören. Die Humpis-Schule ist mit zahlreichen Hochschulen zum Beispiel über Newsletter vernetzt, um die Schulabgänger über den neuesten Stand bei den einzelnen Studiengängen zu informieren. Über die Ausbildungsplatzangebote vieler Ausbildungsbetriebe werden die Schüler über unterschiedliche Kommunikationskanäle informiert. Berufs- und Studienberater der Agentur für Arbeit stehen an drei Beratungstagen pro Schuljahr für Einzelberatungen zur Verfügung und informieren darüber hinaus die Schüler klassenweise über Möglichkeiten der Studien- und Berufswahl. Seit über zehn Jahren ist das Wirtschaftsgymnasium Ravensburg Partner der Wirtschaftsjunioren bei der Chefsesselrallye. Schüler der Jahrgangsstufe 1 dürfen dabei einen Tag lang einen der Wirtschaftsjunioren in sein Unternehmen begleiten und dabei die Aufgaben und Probleme einer Führungskraft oder eines Unternehmers kennenlernen. Die Schüler der Eingangsklassen haben die Möglichkeit, am Sozialtag teilzunehmen und entweder für einen Tag in einer sozialen Einrichtung oder in einem Wirtschaftsunternehmen entgeltlich zu arbeiten und das verdiente Geld für ein soziales Projekt zu spenden. Dadurch wird die soziale Kompetenz der Schüler gestärkt und ihre Sensibilität für soziale Fragen gefördert. Die Aufzählung macht deutlich, dass das Wirtschaftsgymnasium durch diese Vernetzungen im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben der Region präsent ist. Klaus Deiringer Abteilungsleiter Wirtschaftsgymnasium 8 Humpis - aktuell Humpis - aktuell 9

9 vernetzt mit der Region Eine Schule Kaufmännisches Berufskolleg Lernen an praxisnahen Projekten mit regionalen Unternehmen Your free time is our job MCmove Camping GmbH Ziel des Kaufmännischen Berufskollegs ist, junge Menschen mit einem mittleren Bildungsabschluss auf eine Ausbildung, vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, und/oder auf ein Studium an einer Fachhochschule oder Dualen Hochschule vorzubereiten. Hierbei spielt der Praxisbezug eine große Rolle. Die Stundentafeln und Lehrpläne geben dies vor und das Schulprogramm ist darauf ausgerichtet. Eine enge Vernetzung mit den Unternehmen spiegelt sich deshalb in allen Bereichen des Berufskollegs. So werden im Berufskolleg I und II Übungsfirmen betrieben. Die Jugendlichen sollen die Abläufe in den Unternehmen kennen lernen und sich später dort gut zurechtfinden. Die Übungsfirmen Habis Design GmbH und MCmove Camping GmbH arbeiten eng mit ihren Patenfirmen Franz Habisreutinger GmbH & Co. KG und Movera GmbH zusammen. Auch der Austausch mit Übungsfirmen anderer Schulen oder Unternehmen und Messebesuche dienen dem Lernen an praxisnahen Beispielen. Durch regelmäßig stattfindende Betriebsbesichtigungen erhalten alle Eingangsklassen im Berufskolleg praxisnahe Einblicke in die Struktur und Arbeitsweise eines Unternehmens. In einwöchigen Pflichtpraktika in Unternehmen können die Schülerinnen und Schüler zudem den Arbeitsalltag kennenlernen und ihr Fachwissen erweitern. Oft ergeben sich aus diesem gegenseitigen Kennenlernen langfristig Ausbildungsverhältnisse, so dass Jugendliche und Unternehmen profitieren. Die Vernetzung mit Unternehmen zeigt sich auch in den bestehenden Kooperationen mit der Spedition Lebert & Co. GmbH und der ThyssenKrupp Schulte GmbH. Neben Vorträgen, zum Beispiel über Ausbildungsberufe und die Abläufe beim Bewerbungsverfahren, haben die Jugendlichen die Möglichkeit ein Praktikum zu absolvieren, aber auch Kollegen können diesen Kontakt nutzen, um zum Beispiel fachspezifische Fragen auf kurzem Weg klären zu können. Direkte Zusammenarbeit mit Unternehmen verschiedener Branchen besteht auch im Fach Projektkompetenz/Projektarbeit, wenn über oder mit Unternehmen gemeinsam Projekte bearbeitet werden. Eine sehr enge Zusammenarbeit findet mit der Agentur für Arbeit statt, so dass alle Schülerinnen und Schüler im Berufskolleg individuell und zeitnah über Berufs- und Studienmöglichkeiten informiert und beraten werden. Die Vernetzung mit anderen Schulen, beispielsweise Realschulen oder Werkrealschulen, sorgt für einen guten Start am Berufskolleg und der Kontakt zur Wirtschaftsoberschule bzw. zur Hochschule Ravensburg-Weingarten erleichtert den Jugendlichen den Übergang zum Abitur bzw. ins Studium. Karin Loser Abteilungsleiterin Berufskolleg 10 Humpis - aktuell Humpis - aktuell 11

10 vernetzt mit der Region Eine Schule Wirtschaftsschule Mittlere Reife und berufliche Grundbildung- Vernetzung mit der Praxis und Stärkung des Sozialverhaltens Die Wirtschaftsschule bietet Hauptschülern und auch Abgängern von Realschulen die Möglichkeit, die Mittlere Reife zu erwerben. Sie eröffnet eine gute Basis für eine Ausbildung in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung und für eine weiterführende berufliche Schule. Voraussetzung dafür ist die Vernetzung mit der Praxis und Maßnahmen zur Stärkung des Sozialverhaltens. Die Juniorenfirma und die Übungsfirma vermitteln Kenntnisse des realen Geschäftslebens. Die Juniorenfirma ist ein schulinterner Dienstleister, der verschiedene Produkte, wie Taschenrechner oder Schultimer anbietet. Beim Umgang mit externen Lieferanten und Kunden wird der theoretische VBR-Stoff in die Praxis umgesetzt. Die Übungsfirma ist einem Übungsfirmenring angeschlossen. Sie übt die Geschäftsvorgänge virtuell, nimmt regelmäßig an der Übungsfirmenmesse teil und pflegt Kontakte zu anderen Übungsfirmen. Betriebsbesichtigungen und Vorträge zu verschiedenen Unterrichtseinheiten, wie Lagerhaltung, Verschuldung oder Zahlungsverkehr verbinden ebenfalls Theorie und Praxis. Im Rahmen der Bewerbertage trainieren die Wirtschaftsschüler einen kompletten Bewerbungsablauf mit Ausbildungsleitern namhafter Unternehmen aus der Region. Die Besonderheit liegt am Feedback der Praktiker zu den Bewerbungsunterlagen und zum Vorstellungsgespräch. Hier ist auch die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit angesiedelt, die die Schülerinnen und Schüler persönlich und zeitnah informiert und berät. Zu unserem Netzwerk gehören auch Kontakte zu sozialen Einrichtungen, wie beispielsweise zum Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben, zu einem Richter und Vertretern anderer Glaubensrichtungen. Hier werden Themen angesprochen, die auch im Berufsleben eine Rolle spielen und das Sozialverhalten stärken. Schulsozialarbeiter, Beratungslehrer und Schulseelsorger unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler, falls notwendig. Die Kommunikation mit den Eltern ist uns besonders wichtig, da unsere meist minderjährigen Schüler noch einer besonderen Fürsorge bedürfen. Unsere Lehrerinnen und Lehrer bieten Beratungen und Hilfestellungen an, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Vernetzung mit anderen Schulen findet im Rahmen von Informationsveranstaltungen über die Wirtschaftsschule statt, um Interessenten das Profil der WS vorzustellen. Innerhalb unserer Schule haben wir gute Kontakte zu den anderen Schularten, wie dem Berufskolleg, dem Wirtschaftsgymnasium und der Berufsschule mit 22 Ausbildungsberufen. Christa Mützel Abteilungsleiterin Wirtschaftsschule/KBS III 12 Humpis - aktuell Humpis - aktuell 13

11 vernetzt mit der Region Eine Schule Kaufmännische Berufsschule In der Region, aus der Region, für die Region... und über die Region hinaus Um die Zukunft unserer Auszubildenden mit einem praxisnahen und passgenauen Bildungsangebot zu sichern, arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsschule mit den Zuständigen der Kammern Bodensee-Oberschwaben, Ulm und Konstanz, mit der Handwerkskammer Ulm, der Rechtsanwaltskammer Tübingen und der Steuerberaterkammer Stuttgart, den Mitarbeitern der Arbeitsverwaltung, der Jugendhilfe, weiteren außerschulischen Maßnahmenträgern und natürlich mit Ausbildern aus über 800 Ausbildungsbetrieben zusammen. Dies geschieht im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Lernortkooperationen, die wir für die Ausbilder der 19 Ausbildungsberufe, die an unserer Berufsschule unterrichtet werden, organisieren. Hier wird intensiv über alle Fragen betrieblicher und schulischer Ausbildung gesprochen. Nicht selten kommt es bei diesen Lernortkooperationen auch zu einem Wiedersehen der Lehrer mit ehemaligen Schülern, denn bei den Unternehmen der Region war ein sehr hoher Anteil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einst selbst Schüler an der Humpis-Schule. Dies zeigt sehr deutlich die enge Vernetzung unserer Berufsschule mit der Region. Neben den Lernortkooperationen fördern auch die Mitarbeit in den jährlichen Ausbilderarbeitskreisen und den vielen Prüfungsausschüssen der Kammern den ständigen Informationsaustausch zwischen Lehrern und Ausbildern. Einen weiteren wichtigen Impuls setzt der elektronische Entschuldigungsbogen, der über das Medium den regelmäßigen Kontakt zwischen Ausbildern und Kollegium sicherstellt und erheblich mehr enthält, als nur die Klärung korrekter Entschuldigungen. Sehr lose ist der Kontakt zu den Eltern der Auszubildenden. Die jährlichen Wahlen der Elternvertreter und die jährlichen Sprechtage werden kaum wahrgenommen. Der Hauptgrund liegt sicher im Alter der Auszubildenden und in der Tatsache, dass im Ausbildungsbetrieb von Auszubildenden inzwischen ein hohes Maß an Selbständigkeit erwartet wird. Die Humpis-Schule ist seit einigen Jahren grenzüberschreitend mit Berufsschulen in der Schweiz und in Österreich vernetzt. Wir suchen und bewerten in Arbeitstreffen die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der beruflichen Bildungswege und versuchen, gute Ideen - soweit möglich - auf unsere Schule zu übertragen. Zukunftsorientierte Bildungsarbeit muss an Berufsschulen heute unter Einbeziehung der europäischen Bildungszusammenarbeit gestaltet werden. Unsere Berufsschule pflegt in diesem Zusammenhang regelmäßige Kontakte zum Bundesinstitut für Berufliche Bildung BIBB, das unter anderem an den Verhandlungen über europäische Bildungsstandards, dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR bzw. European Qualification Framework EQF) und dessen Übertragung auf bundesdeutsche Bildungsstandards beteiligt ist. Über ein gemeinsames Einstufungssystem sollen Kompetenzen und Qualifikationen, unabhängig davon wie und wo sie in Europa erworben wurden, leichter vergleichbar und verwertbar gemacht werden. Ein erstes Ergebnis unseres Engagements ist der Europäische Mobilitätspass, den wir seit einigen Jahren einem beachtlichen Teil unserer Auszubildenden am Ende ihrer Ausbildung überreichen können. Internationale Berufserfahrungen sind immer häufiger Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Um die Mobilität unserer Auszubildenden auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu erhöhen, fördern wir gezielt den Fremdsprachenerwerb. Dazu arbeitet die Berufsschule mit zwei englischen Colleges und einer französischen Partnerschule zusammen. Jedes Jahr fliegen über 60 unserer Auszubildenden nach England, arbeiten drei Wochen in englischen Betrieben und wohnen bei englischen Familien. Industrie- und Handelskammer Ausbildungsbetriebe Steuerberaterkammer Rechtsanwaltskammer Handwerkskammer Bundesagentur für Arbeit Ein finanzieller Zuschuss ist für die Reise- und Aufenthaltskosten, für die sprachliche und interkulturelle Vorbereitung der Schüler und für Organisationsmittel zur Durchführung des Projekts erhältlich. Auslandsaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Organisation und Durchführung dieser Auslandspraktika sind allerdings sehr arbeitsintensiv. Berufsschule Bernhard Widmann und Andreas Steck Abteilungsleiter Kaufmännische Berufsschule Eltern Nationale B ildungseinrichtungen Maßnahmenträger ausländische Berufsschulen benachbarte Berufsschulen Musikschule Ravensburg 14 Humpis - aktuell Humpis - aktuell 15

12 Wirtschaftsgymnasium Als mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen mit über 840 Mitarbeitern an 18 Standorten sind wir mit unseren innovativen Produkten, wie dem pneumohydraulischen Zylinderprogramm TOX -Kraftpaket, den elektromechanischen High-Tech-Servoantrieben "TOX -ElectricDrive" sowie der patentierten Blechverbindungstechnologie TOX - Clinchen weltweit erfolgreich. TOX PRESSOTECHNIK bildet aus, um auch zukünftig auf qualifizierte und engagierte Mitarbeiter vertrauen zu können. Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Qualifikation unserer Mitarbeiter entscheidend für unseren Erfolg. Wir bieten folgende Ausbildungen an Bachelor of Engineering (DHBW) - Elektrotechnik: Automation - Maschinenbau: Konstruktion & Entwicklung - Mechatronik Industriekauffrau/-mann Industriemechaniker/in Zerspanungsmechaniker/in Fachinformatiker/in für Systemintegration (auf Anfrage) Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann senden Sie bis Ihre aussagekräftige Bewerbung für das Ausbildungsjahr 2014 per Post oder an: Frau Alina Gälle Telefon / TOX PRESSOTECHNIK GmbH & Co. KG Alina Gälle Riedstraße Weingarten Wirtschaftsgymnasium 17

13 WG aktuell Änderung der Prüfungsordnung im Fach Englisch Der Abiturjahrgang 2012/13 ist die erste Schülergeneration, die im Fach Englisch in den Genuss einer neugestalteten schriftlichen Prüfung kommt. Entscheidet sich ein Schüler für eine schriftliche Abiturprüfung im Fach Englisch, so muss er drei Hürden überwinden. Zunächst schreibt er eine Hörverständnisklausur. Hier soll er anhand von drei verschiedenen Aufgaben beweisen, dass er native speaker versteht und auf Deutsch wiedergeben kann, was er verstanden hat. Die Klausur, die übrigens in allen Fremdsprachen, also auch in Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch, gemacht werden muss, dauert 45 Minuten. Sie wird im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 2 absolviert. Das eigentliche Kernstück der neuen Abiturprüfung ist aber die sogenannte Kommunikationsprüfung. Hierbei handelt sich um eine Sprachprüfung, die der Schüler wahlweise als Einzel- oder Tandemprüfung mit einem Mitschüler machen kann. Die Prüfung enthält immer einen fünfminütigen monologischen Teil, in dem der Kandidat einen Bildimpuls vorgelegt bekommt, den er beschreibt und interpretiert. Im Anschluss daran beginnt die Dialogphase, in der der Schüler mit seinem Lehrer bzw. seinem Mitschüler über ein Thema diskutiert. Die Einzelprüfung dauert 15 Minuten, die Tandemprüfung 20 Minuten. Die Schule kann innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters den Termin für die Kommunikationsprüfung selbst bestimmen. Am Wirtschaftsgymnasium prüften die Englischkollegen am 18. und 19. Februar 2013 insgesamt 107 Schüler. Die meisten Schüler hatten sich für eine Einzelprüfung entschieden. Der dritte Bestandteil der neuen Prüfung ist die schriftliche Prüfung. Auch diese hat sich vom Aufbau her stark verändert. Innerhalb von 180 Minuten müssen auf Deutsch Fragen zum Textverständnis beantwortet werden. Im zweiten Teil der Prüfung wird ein textbasierender und ein vom Text unabhängiger Comment geschrieben. Neu ist auch, dass für den Teil Textproduktion 20 Inhaltspunkte, aber 30 Sprachpunkte vergeben werden. Die sprachliche Leistung der Schüler wird also stärker gewertet, als das bisher der Fall war. Nach wie vor besteht auch noch die Möglichkeit, dass der Schüler bei sehr starker Abweichung von seiner Anmeldenote eine zusätzliche mündliche Prüfung absolvieren muss. Die Präsentationsprüfung (5. Prüfungsfach) bleibt unverändert erhalten. Die Neuordnung der Prüfung findet ihren Ursprung im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER), der für jede Niveaustufe (A1 bis C2) genau beschreibt, was in den vier Grundkompetenzen (Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben) beherrscht werden soll. Alle Prüfungen in den Sprachen sollen sich an diesem GER orientieren, was zu einer Harmonisierung der Prüfungen führen wird und zu einer besseren Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen innerhalb der EU. Diese Orientierung am GER ist auch der Grund dafür, dass die Schüler in allen vier Kompetenzen geprüft werden sollen und beweisen müssen, dass sie in allen Kompetenzen die für ein bestimmtes Niveau erforderlichen Kenntnisse besitzen. Nur dann kann die Schule den Schülern im Abiturzeugnis eine Niveaubestätigung erteilen. Für das Fach Englisch ist das B2/in Teilen C1 (C2 entspricht dem Niveau eines Muttersprachlers). Die neue Prüfungsordnung hat bei uns Englischkollegen einerseits Anklang gefunden, weil wir schon immer der Meinung waren, dass ein Schüler, der in Englisch eine Prüfung macht, auch beweisen sollte, dass er die Sprache auch sprechen kann. Die Kommunikationsprüfung gefällt uns, weil die Schüler die Möglichkeit haben, über aktuelle Themen in der Fremdsprache zu kommunizieren. Die Kommunikationsprüfung ist aber auch für so große Schulen wie die Humpis-Schule eine logistische Herausforderung. Zwei Tage lang mussten zwölf Kollegen und Kolleginnen für die Prüfung freigestellt werden, Unterricht musste ausfallen, um genügend Räume für die Prüfung zur Verfügung zu stellen. Und dies zu einem Zeitpunkt, der relativ kurz vor der schriftlichen Prüfung lag. Die Englischkollegen erstellten einen Pool von 68 Aufgaben für die neue Prüfung. Die tolle Zusammenarbeit der Fachschaft und das Organisationstalent unseres Abteilungsleiters Klaus Deiringer waren ausschlaggebend für den reibungslosen Ablauf der Kommunikationsprüfung. Annette Rabending-Schrade 18 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 19

14 WG aktuell Autorenlesung Peter Stamm: Agnes Peter Stamms 1998 erschienener Debütroman Agnes ist eine der drei neuen Pflichtlektüren für die Abiturprüfung 2012/13 in Baden-Württemberg im Fach Deutsch. Dieser Roman über das Scheitern einer Liebesbeziehung zwischen einer Doktorandin an der University of Chicago und einem Sachbuchautor spricht SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe an, nicht nur weil der amerikanische universitäre Rahmen dem Roman Jugendlichkeit und Fernweh vermittelt. Die besondere Herausforderung für junge Erwachsene liegt neben dem formalen Spiel mit Realität und Fiktion wohl darin, den Vorwurf der Oberflächlichkeit und Sprachlosigkeit heutiger Paarbeziehungen zu ertragen und so eigene Partnerschaften kritisch zu bewerten. Eine Schullektüre, die die Schüler in solcher Weise betrifft und betroffen macht, schafft Fragen, die beim Zusammentreffen mit dem Schweizer Peter Stamm - zu dem das Kultusministerium Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Generalkonsul in Stuttgart am 30.Juni 2012 an das berufliche Schulzentrum nach Biberach eingeladen hatte - endlich gestellt werden konnten. Hierzu ein Auszug: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Peter Stamm, geb.1963: Meine frühesten Berufswünsche hatten nichts mit Literatur zu tun. Erst wollte ich Schiffsbauer werden, später Professor [...]. Pilot wollte ich nie werden, dafür Koch und Fotograf [...]. Dennoch waren die Deutschstunden schon in der Schule meine liebsten, ich schrieb schon damals gerne Aufsätze und dachte mir überhaupt immer Geschichten aus, wenn ich mich in der Schule oder an freien Nachmittagen langweilte. Hatten Sie vor, Schriftsteller zu werden? Wie man Schriftsteller wird, wusste ich nicht, und hätte ich damals gewusst, dass es noch fünfzehn Jahre dauern würde, bis mein erster Roman erscheint, hätte ich wohl kaum weitergemacht. Aber das Schreiben war neben vielen anderen Dingen, die ich ausprobierte, die erste Beschäftigung, die mich nie langweilte, die mich immer herausforderte. Ich hatte und habe nie das Gefühl, ganz das zu erreichen, was ich erreichen will. Wann hatten Sie die erste Idee zum Roman Agnes? Dass ich im Herbst 1990 mein Psychologie-Studium abbrach, um mich ganz meinem Schreiben zu widmen, hatte wohl eher mit meiner Ignoranz als mit meinem Selbstvertrauen zu tun. Ende 1992 fuhr ich für drei Monate nach New York, um nur zu schreiben. Ich schrieb nichts Vernünftiges in dieser Zeit, aber ich machte Erfahrungen, sammelte Stoffe, von denen einige in Agnes(1998) und Blitzeis (2001) eingingen. Im Februar 1993 hatte ich die erste Idee für Agnes und schrieb eine circa achtzig Seiten lange Novelle, die ich zusammen mit einigen Erzählungen zu einer Sammlung zusammenstellte. Aber auch diese Sammlung wollte niemand veröffentlichen. Agnes blieb liegen, bis ich den Stoff 1997 zu einem Hörspiel umarbeitete. Der Text fing wieder an, mich zu interessieren und ich arbeitete weiter daran und erweiterte ihn. Durch zwei Zufälle die Bekanntschaft mit einer Agentin und die Tatsache, dass die Schweiz Gastland an der Frankfurter Buchmesse war fand ich 1998 endlich einen Verlag. Wie war Ihre Reaktion, als Agnes zur Pflichtlektüre ausgewählt wurde? Bei einigen Lesungen in letzter Zeit wurde ich gefragt, was ich davon hielte, dass hunderttausend Schülerinnen und Schüler gezwungen würden, mein Buch zu lesen. Ich bin grundsätzlich der Meinung, man sollte nur Bücher lesen, an denen man Freude hat, die einen herausfordern oder weiterbringen. Andererseits habe ich mich gefreut, weil dadurch viele Bücher verkauft werden, was sich wohl jeder Autor wünscht. Ich kann nur hoffen, dass möglichst wenige Schüler die Lektüre von Agnes als Zwang empfinden. Jene, die es tun, seien damit getröstet, dass Agnes mit ungefähr 150 Seiten doch wenigstens ein verhältnismäßig kurzes Buch ist und so hätte es die Schüler schlimmer treffen können. Warum spielt der Roman im Ausland? Mir fällt es leichter an fremden Orten zu schreiben, weil ich dort mehr Dinge sehe als zu Hause. Kälte und Wärme sind wichtige Motive im Roman, warum? In der Schweiz spielt das Wetter eine bedeutende Rolle, das hat mich geprägt. Warum haben Sie einen so unsympathischen Protagonisten erfunden? Bücher müssen ein bisschen weh tun. Immerhin bügelt der Protagonist die Kleider und macht den Haushalt. Figuren, die gut sind, haben mich nie interessiert. Wie interpretieren Sie den Schluss in Agnes? Zur Interpretation von Agnes kann und will ich mich nicht äußern. Sie ist nicht Aufgabe des Autors. Ich denke, das beste Verständnis liefert eine genaue und unvoreingenommene Lektüre des Textes. Er bietet viele Interpretationsmöglichkeiten, keine davon ist richtig, falsch sind allenfalls jene, die an den Haaren herbeigezogen oder schlecht begründet sind oder die für sich in Anspruch nehmen, die einzig richtige zu sein. Es gibt für das Buch keine Lösung wie für ein Kreuzworträtsel. Nicht einmal die Frage, ob Agnes am Ende des Buches tot ist oder lebt, lässt sich eindeutig beantworten. Weder von mir noch von Ihnen. Das soll Sie nicht daran hindern, darüber nachzudenken. Wie waren die Reaktionen auf Agnes bei Ihren Leserreisen? Sehr unterschiedlich. In Großbritannien und Skandinavien gab es keine Fragen. Die Russen verlangten von mir, ihnen die Welt und die Liebe zu erklären. Und die Schweizer wollten wissen, wie viel ich mit dem Roman verdient habe. Das Interview führte Inge Spatscheck-Moser 20 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 21

15 Theaterpädagogisches Projekt Bloß kein Theater? Aus den Eingangsklassen Besuch der Bregenzer Festspiele 2013 Crossculture Night 2013 im Zeichen der Zauberflöte Nein, es war kein Casting für das Rutentheater, das den erfahrenen Theatermacher und Regisseur Bodo Klose an die Humpis-Schule führte, aber mit Theater und Schauspiel hatte es doch zu tun. Im Rahmen eines theaterpädagogischen Projekts zur Aufführung des Romans Homo faber von Max Frisch durch die Badische Landesbühne Bruchsal am 12. und 13. Januar 2013 im Konzerthaus in Ravensburg besuchte Bodo Klose vorab mehrere Klassen der Jahrgangstufe 1 am Wirtschaftsgymnasium. Dass Schauspieler ihrem Beruf neben der Seele vor allem mit dem Leib nachgehen, wurde den Schülern schon bei den Aufwärmübungen klar: Im Galopp ging es rechts und links in die Kurve, über Hindernisse und wieder gerade aus. Das Klassenzimmer verwandelte sich unter Kloses Anweisungen schnell zum Ravensburger Marienplatz und die Schülerinnen und Schülern tippelten als alte Damen, eilten als Geschäftsleute und provozierten als Punker auf dem imaginären Platz. Wie wichtig die Beobachtungsgabe für Schauspieler ist, wurde klar, als es galt, zwei der Hauptfiguren aus dem Roman - Walter Faber und Sabeth - als Museumsbesucher darzustellen. Zu bedenken gab es dabei: Wie bewegt sich ein fünfzigjähriger Mann, wie eine junge Frau? Wie wandelt ein kunstinteressierter Mensch durch den Louvre, wie geht einer, dem Kunst nichts bedeutet? Wie unterscheiden sich die beiden hinsichtlich ihrer Gestik und Mimik? All das waren Fragen, mit denen sich die Schüler als Romanleser nicht beschäftigt hatten, die zugleich aber dazu beitrugen, die Figuren zu aktualisieren und dadurch besser zu verstehen. In einer anschließenden Gruppenarbeit schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle des Regisseurs und machten sich Gedanken, wie das Bühnenbild aussehen könnte, welche Musik unterlegt wird und in welcher Zeit das Stück spielen soll. Bloß kein Theater! Derlei Ablehnung war von den teilnehmenden Schülern nicht mehr zu erwarten, denn es waren zwei kurzweilige Schulstunden, in denen die Schülerinnen und Schüler viele Erkenntnisse über den Unterrichtsstoff hinaus erlangten. So beispielsweise, dass vieles, was bei guten Schauspielern mühelos erscheint, in Wirklichkeit sehr schwierig ist - etwa in die Rolle eines anderen zu schlüpfen. Und dass einer Theateraufführung eine Vielzahl an Vorüberlegungen und Entscheidungen voraus gehen, die je nach Inszenierung und Regie ganz unterschiedlich getroffen werden können. Bodo Kloses theaterpädagogisches Projekt bot in nur zwei Stunden eine ideale Vorbereitung für den Besuch der Aufführung des Homo faber und darüber hinaus ermöglichte es allen einen weiteren, unkonventionellen Zugang zu Frischs Roman, eine von drei Pflichtlektüren im Fach Deutsch in den kommenden Abiturprüfungen. Bevor es am Abend des 13. Juli 2013 am Bregenzer Seeufer heißen wird Seebühne frei für die Oper Die Zauberflöte, wird am Nachmittag für Schüler, Lehrlinge und Studenten von 14 bis 26 Jahren einiges geboten: Backstage-Tours, Workshops, Sound- und Bühnenchecks und Stückeinführungen laden bereits um 14 Uhr ein, um spannende Details rund um Bühne und Oper zu erfahren. Wer es liebt Bands live zu erleben, der kommt am Vorplatz auf seine Kosten und wird bestens eingestimmt auf die 1791 im Freihaustheater in Wien uraufgeführte Oper. Bereits zum fünften Mal, nach dem Besuch der Bregenzer Seebühne zu den Aufführungen von Der Troubadour, Tosca, Aida und André Chénier, werden wir in diesem Jahr mit circa 250 Schülern und Begleitpersonen an der Crossculture Night Bregenz teilnehmen. Direkt nach unserer Ankunft versuchen wir, Karten für die Führungen hinter die Kulissen zu ergattern. Bunte Würfel kennzeichnen die Treffpunkte für diese Backstage-Tour auf dem Vorplatz des Festspielhauses. Dann geht es los: hinter die Kulissen, vorbei am ehemaligen Orchestergraben zur Seebühne. Hier erhalten wir interessante Informationen über den Bau der Kulissen und so manche Überraschungseffekte während der Aufführung. Ein Abstecher zur Live-Band auf dem Vorplatz des Festspielhauses lohnt immer. Zur Musik flotter Boygroups kann getanzt und gelacht werden. Für einen Stadtbummel in Bregenz oder ein erfrischendes Bad im Bodensee bleibt ebenso Zeit wie für ein gemütliches Essen an der Seepromenade. Dann wenn Sound- und Bühnenchecks stattfinden, wird es zwischendurch auch einmal richtig laut auf der Seebühne. Gegen 18:30 Uhr treffen wir uns zum Intro im Festspielhaus, wo Schüler und Studenten ideenreich und lebendig in die von Wolfgang Amadeus Mozart komponierte Oper in zwei Akten einführen. Mit Einbruch der Dunkelheit ist es dann soweit: Das Spiel auf dem See kann beginnen! Stefanie Weingerl Karin Mürter 22 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 23

16 Profilergänzende Neigungsfächer Internationale Wirtschaft Im Rahmen des neuen Fachs Ökonomische Studien beschäftigen sich die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums zwei Stunden pro Woche mit Fragen rund um Internationalisierung und Globalisierung. Die Ökonomischen Studien sind fester Bestandteil des neu konzipierten und an der Humpis-Schule als Schulversuch eingeführten Profils Internationale Wirtschaft. Im Fokus des neuen Profils stehen der Erwerb von interkultureller Kompetenz ebenso wie die Förderung von Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und ganzheitlichem Denken. Von großer Bedeutung ist hierbei die Verzahnung von Theorie und Praxis insofern, als Handlungsund Projektorientierung wesentliche Merkmale dieses bilingual unterrichteten Faches sind. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sieht der Lehrplan des Faches Ökonomische Studien in der Jahrgangsstufe 1 des Wirtschaftsgymnasiums in der Lehrplaneinheit Praktische Ökonomie im Rahmen einer Unternehmenskooperation eine Analyse der internationalen Verflechtungen eines regional ansässigen Unternehmens vor. Idealerweise geschieht diese Analyse in aktiver Auseinandersetzung mit Vertretern eines international agierenden Unternehmens. Die Humpis-Schule hat im Rahmen des bisherigen Neigungsfachs Global Studies in den letzten Jahren erfolgreich mit Unternehmen kooperiert - wie beispielsweise mit der Müller-Weingarten AG (jetzt Schuler AG), mit der OMIRA GmbH und seit den letzten drei Jahren mit der wenglor sensoric gmbh in Tettnang. Die wenglor sensoric gmbh ist ein noch relativ junges Unternehmen, in dem noch immer der Gründergeist zu spüren ist als Zwei- Mann-Unterneh men gegründet, hat sich das Unternehmen in den zurücklie genden Jahren zu einem der wichtigsten internationalen Anbieter von Sensoren mit inzwischen mehr als 600 Mitarbeitern entwickelt. Weltweit setzen über namhafte Kunden von der Automo bil- bis zur Ver packungs industrie auf die Pro dukte von wenglor und lösen damit unterschiedlichste industrielle Automatisierungsherausforderungen. Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 reichten die Themen von der Erstellung eines Business- Knigge für Russland, Guangzhou (Region in China) sowie Thailand, der Darstellung der Struktur und Charakteristika des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes in Schweden bis hin zur Analyse von Standortfaktoren hinsichtlich eines möglichen Markteintritts von wenglor in Russland. Eine Analyse zur internationalen Vernetzung von Personen und Unternehmen mittels Social Media rundete das vielfältige Themenspektrum ab. In einer Abschlusspräsentation im Juli 2012 zeigten die Schüler vor Lehrern und Führungskräften des Unternehmens wenglor, dass sie in der Lage sind, die Schwerpunkte des Lehrplans praxisnah umzusetzen. Neben den betreuenden Lehrern Dr. Thomas Wachter sowie Bettina Neumann waren vor allem die Vertreter der wenglor sensoric gmbh sehr positiv überrascht von der hohen Qualität der Schülerprojekte, so dass die Schule-Praxis-Kooperation zwischen der wenglor sensoric gmbh und dem Wirtschaftsgymnasium der Humpis-Schule Ravensburg in diesem Schuljahr 2012/2013 fortgesetzt wurde. Die Themenbreite für die Schülerinnen und Schüler des Kurses Ökonomische Studien erstrecken sich im laufenden Schuljahr von einer Analyse der Industrieregionen Indiens und Kanadas sowie einer Untersuchung der Zukunft Dänemarks als Wirtschafts- und Vertriebsstandort bis hin zu einem Vergleich der Ausbildungsstandards sowie der Rekrutierungsgepflogenheiten bei Nachwuchskräften zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die Schüler werden hierbei von Dr. Thomas Wachter und Dr. Oliver Greuling betreut. Die Breite und Reichweite der Themenstellungen lassen folglich spannende Schülerpräsentationen erwarten, die ebenso wie im letzten Schuljahr Anfang Juli 2013 im firmeneigenen Schulungszentrum in Tettnang vor Führungskräften des Unternehmens und Lehrern der Humpis-Schule dargeboten werden. Die Präsentationen werden zugleich von den betreuenden Lehrern benotet und zählen wie eine Klausur im Fach Ökonomische Studien. Außerdem erhält jede Schülerin und jeder Schüler bei erfolgreichem Abschneiden ein Zertifikat über die Teilnahme an diesem Kooperationsprojekt. Dieses Zertifikat wird von der Humpis-Schule sowie der wenglor sensoric gmbh gemeinsam ausgestellt und kann bei späteren Bewerbungen durchaus hilfreich sein. Dr. Thomas Wachter und Dr. Oliver Greuling 24 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 25

17 Profilergänzende Neigungsfächer Finanzmanagement Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Ruf nach mehr Regulierung und Transparenz laut werden lassen. Während die Forderungen allein auf die Rahmenvorgaben abzielen, bleibt in der Regel unbedacht, dass finanzielle Allgemeinbildung zu den langfristig wirksamsten Hebeln zählt. Nur mündige Bankkunden können ihren Bankberatern Paroli bieten und sich gegen Falschberatung zur Wehr setzen und damit finanziellen Verlusten entgegen treten, die aus für sie ungeeigneten Anlagen resultieren. Die Fähigkeit, selbstbestimmt Finanzplanungen vornehmen zu können, gehört heute unabdingbar zur Voraussetzung für die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Hier setzt das profilergänzende Neigungsfach Finanzmanagement an, welches seit dem Schuljahr 2004/ 05 angeboten wird und in der Eingangsklasse zwei Wochenstunden, in den Jahrgangsstufen 1 und 2 jeweils vier Wochenstunden an Unterricht beträgt. Die inhaltliche Struktur des Faches wirkt auf die Schülerinnen und Schüler unserer Schule sehr motivierend, was sich in einer konstant hohen Belegung seit Einführung zeigt. Im Schuljahr 2012/13 besuchen insgesamt 104 Schüler das Fach Finanzmanagement. Der Einstieg in die Thematik ist sehr stark am Verbraucher orientiert. Finanzielle Fragestellungen, welche die Schüler aus ihrem Familienund Freundeskreis schon erfahren haben, bilden die Grundlage zur Einführung eines Lebensphasenmodells in der Eingangsklasse. Dieses Modell begleitet die inhaltlichen Bereiche grundsätzlich über drei Jahre hinweg und wirft in jedem Lebensalter die wichtigsten finanziellen Fragestellungen auf. So stellt sich die Frage, in welcher Lebensphase welche Risiken bestehen und wie es diese abzusichern gilt. Hinzu kommt, dass wir als Versicherungsnehmer mit einer Vielzahl von Versicherungsanbietern mit unterschiedlichsten Tarifangeboten konfrontiert sind. Um die passenden Versicherungen abzuschließen, müssen Lebensrisiken analysiert und Versicherungsvergleiche durchgeführt werden. Der Lehrplan gibt hier den Schwerpunkt der Haftpflichtversicherung (privater Bereich und KFZ) neben der Absicherung sach- und personenbezogener Risiken vor. Bei der Vorgehensweise zur Finanzierung von Konsumgütern lernen die Schülerinnen und Schüler neben den wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten, die Problematik der privaten Verschuldung kennen. Exkursionen bei Banken und eigene Recherchen geben einen lebensnahen Überblick. In der Jahrgangsstufe 1 werden den Schülerinnen und Schülern vertiefte Kenntnisse bezüglich Wertpapieranlagen Aktien, Investmentfonds, verzinsliche Wertpapiere vermittelt. Des Weiteren werden schwerpunktmäßig unterschiedliche Aspekte des Immobilenerwerbs behandelt. Neben planungsrechtlichen und steuerrechtlichen Merkmalen stellt die Finanzierung einer Immobilie den zentralen Bestandteil dieser Lehrplaneinheit dar. Wohnungsbauberater von ortsansässigen Kreditinstituten, z.b. Kreissparkasse Ravensburg, präsentieren in diesem Zusammenhang ein durchgängiges Beispiel aus Sicht eines Finanzdienstleisters. Ein weiterer sehr aktueller Themenbereich ist das große Feld der Altersvorsorge. Durch die fast ständige Präsenz der Themen Altersvorsorge/ Absicherung in den Medien fällt es bei den folgenden Themen nicht schwer, das Interesse der Schüler zu wecken. Eine persönliche Betroffenheit ergibt sich aufgrund eigener familiärer Erfahrungen fast von selbst. In der Jahrgangsstufe 2 beschäftigen sich die Schüler mit Fragestellungen zum betrieblichen Finanzmanagement. Kapitalbedarfsrechnungen und Finanzplanung werden hier aus Unternehmenssicht behandelt. Die Entscheidung über die Vorteilhaftigkeit unterschiedlicher Investitionsobjekte wird mit statischen und dynamischen Verfahren zur Investitionsrechnung gefällt. Dieser Themenbereich dient vor allem auch der allgemeinen Studienvorbereitung hinsichtlich eines Hochschulstudiums mit ökonomischen Fragestellungen. Schüler im profilergänzenden Neigungsfach Finanzmanagement eignen sich somit im Laufe der drei Jahre ein umfassendes Grundgerüst an, um sich im Dschungel der Finanz- und Versicherungsprodukte zurecht zu finden. Darauf aufbauend nutzen einige Schüler auch die engen Kontakte zu Finanzdienstleistern im Hinblick auf eine spätere Bewerbung, so dass sich das Fach aus Schülersicht durchaus attraktiv zeigt. Maria Hiss und Marco Theiling 26 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 27

18 Profilergänzende Neigungsfächer Schüleraustausch Wirtschaftsinformatik Denmark 2013 Greetings from København!!! Der Umgang mit dem Computer ist in unserer Zeit unabdingbar. Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) hat sich in den Vordergrund gestellt und spielt eine immer größere Rolle in allen Lebensbereichen. Gerade im Beruf sind IKT-Kenntnisse gefordert und nicht mehr wegzudenken. Um mit der Technik umzugehen, benötigt man Handlungskompetenz. Um diese Kompetenz zu erlangen bzw. zu erweitern, haben wir das profilergänzende Neigungsfach Wirtschaftsinformatik gewählt. In den vier Wochenstunden behandeln wir unterschiedliche Themen der Informatik. Am Anfang werden Grundkenntnisse, wie z.b. das Innenleben eines Computers oder die Nutzung verschiedener Programme, vermittelt. Nach dieser Einführung wagt man sich dann tiefer in den Bereich der Informatik. Zunächst lernt man mit HTML eine einfache Homepage zu erstellen. Danach folgen die Datenbanksysteme mit my- SQL. Wenn die Hintergründe dieser Programme verstanden sind, tastet man sich an komplexere Aufgaben heran. Sind all diese Aufgaben bewältigt, beginnt man mit der Programmiersprache Java. Bis zum Abitur ist Java dann ein ständiger Wegbegleiter. Natürlich klingen diese Bezeichnungen im ersten Moment fremd, aber mit etwas Interesse und Übung findet man sich schnell in der Materie zurecht. Der Grundsatz Übung macht den Meister bewährt sich auch hier. Zudem wird man anfangs nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern lernt alles Schritt für Schritt. Daniel Richter, Philipp Manz, Fabian Schlichtig, Jgst.1 und Florian Hügel Surfin Denmark After our visit in a museum about fishing we went to the beach. While the girls were taking pictures and enjoying the weather, the boys jumped into the 5 degree cold water. It was very cool to walk about 3 kilometers along the beach at Denmark s most western point. Even though there were not a lot of people, we really enjoyed the time at the sea. In Copenhagen we did a boat trip, went shopping and visited Christiansborg, the parliament, and after this experiences we can honestly say that Copenhagen is a beautiful city. Even though the modern gobelins illustrating Danish and European history were really interesting and Jonathan the guide did a really good job, after 20 gobelins,15 different rooms and 30 chandeliers (maybe we are exaggerating), we needed a little break. On Thursday we went on a company visit to Fredericia Shipping and to the Town Museum to learn about Fredericia's history. In the evening we took our last meal at school and went to a bar to celebrate our last day in Denmark Of course we were not alone. Our Danish students were with us and we had a really good time. Hannelore Nkufi, WG 11c 28 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 29

19 Schullandheim Sprachaustausch Jgst. 1 München Rivoli - Italien Bei den Dreharbeiten in den Bavaria Filmstudios Lehrer-Teamwork: Spaß haben und aufpassen Jana Kiebler, Marielle Volkwein, Desiré Picolo und Elena Duó 30 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 31

20 Sprachreisen Jgst. 1 Antibes - Frankreich Brest - Weißrussland Notre voyage d études le long de la Côte d Azur. Wir schreiben den 15. Oktober 2012 um 5.45 Uhr. Die Jahrgangsstufe 1 des Wirtschaftsgymnasiums traf voller Neugier auf die Schüler und Schülerinnen des Berufskollegs Fremdsprachen BKF2. Zu dieser Uhrzeit war bis auf unsere Lehrer Madame Gittermann-Hübler und Monsieur Becker nur unser cooler Busfahrer Mario Sohler äußerst motiviert. In einem funkelnagelneuen Luxusbus mit 500 PS ging es Richtung Frankreich. Spätestens als unsere 22 Personen umfassende Gruppe das wirklich azurblaue Meer vor Monaco sah, waren alle begeistert. Nach zehn Stunden Busfahrt hatte niemand etwas gegen ein bisschen Bewegung und ein wenig frische Meeresluft. Nur Johannes musste nach wie vor in seinem Rollstuhl sitzen. Doch auf unserem Spazierweg zum Casino und dem Schloss von Monaco machten wir treppenfreie Umwege ausfindig, um auch ihm diese schönen Ausblicke zu ermöglichen. Nachdem wir bei schönem Wetter ein bisschen Zeit in der Welt der superreichen Yachtbesitzer verbracht hatten, fuhren wir weiter Richtung Westen an der Küste entlang nach Antibes, wo unsere Appartements mit Dach- und Außenpool bereits warteten. Schon allein das Entgegennehmen und Abgeben der Karten, die den Zimmerschlüssel ersetzten, war eine sprachliche Herausforderung für manche von uns. Jeden Abend aßen wir zusammen preiswert und lecker im Restaurant Le Collier um die Ecke und der Weg dorthin war stets amüsant. Kamen wir mal nicht weiter, half Marcel, unser Ass in Französisch, weiter, was sich oft als nützlich erwies. So vergingen die fünf Tage relativ schnell zwischen Pasteten und täglichen Busfahrten. Neben Mo- naco besichtigten wir St.Tropez mit seinem berühmten Provenzalischen Markt und dem genialen weißen Sandstrand, an dem die einen sich ein kühles Bad gönnten, die anderen von Frau Gittermann-Hübler mit typischen süßen Spezialitäten verwöhnt wurden und unser Busfahrer joggen ging. Zum Abschluss des Tages gab es eine Führung mit Weinprobe im Château Saint Roseline. Am nächsten Tag folgten eine Führung durch die Parfümerie Galimard in Grasse und ein Besuch in Cannes mit seinem Walk-Of-Fame. Am Donnerstag besichtigten wir zum ersten Mal Antibes zu Fuß, machten einen kleinen, aber interessanten Abstecher ins Picasso Museum, genossen den Markt von Antibes und bummelten in der Stadt. Danach schlenderten wir am beeindruckenden Cap d Antibes entlang, wo sich die Wellen wie auf einer Postkarte brachen. Nach diesem schönen Abschluss und einem letzten lauen Abend auf dem Balkon unserer Appartements fuhren wir am Freitagmorgen wieder ins kalte, verregnete Deutschland, wo alsbald jeder wieder zurück wollte an das blaueste Meer der Welt, zur Côte d Azur. Am 14.Oktober 2012 startete der Russischkurs der Jahrgangstufe 1 der Edith-Stein- und der Humpis-Schule nach Brest. Unsere spannende Reise mit dem Zug nach Weißrussland führte uns über Frankfurt, Berlin und Warschau bis nach Brest, einer Großstadt nahe der Grenze zu Polen. Trotz der 20stündigen Fahrt war jeder sehr gespannt, was uns dort erwartet, wie man uns empfängt und wie die Menschen dort sind, in diesem anderen Land und seiner anderen Kultur. Schon am ersten Abend nach unserer Ankunft haben sich unsere Eindrücke zum Positiven entwickelt, da wir festgestellt haben, wie ähnlich wir doch sind. Obwohl es eine andere Kultur und eine andere Sprache ist, konnten wir uns gut verstehen und entdeckten dieselben Interessen. So war die Woche von 14. bis 20. Oktober 2012 viel zu kurz. Es war einfach so toll! Wir haben sehr viel besichtigt: Museen, Türme, Festungen, Fabriken und Dörfer mit alten Traditionen zu Kleidung, Hochzeiten und zum Essen, bisweilen gab es sogar kleine Kostproben. Wir haben dort Schulen angeschaut, wie die Schule 3, wo uns die gesamte Schulgemeinde herzlich willkommen hieß. Die Schüler führten Musikstücke auf und bereiteten für uns ein Essen in der Cafeteria vor. Ebenso haben wir eine Universität besucht, die Deutsch als Fremdsprache anbietet. Dort wurde uns eine Präsentation in deutscher Sprache über die Stadt Brest vorgeführt und wir konnten uns mit den Studenten unterhalten, die ein großes Interesse an der deutschen Sprache und Kultur haben. Zusammen mit einer zweiten Delegation aus Ravensburg, die zeitgleich in Brest zu Besuch war, wurden wir vom Bürgermeister aus Brest empfangen und erhielten Geschenke und ein Buch über Brest. Sehr schön waren die Abende, wo wir mit unseren Partnern gemeinsam unterwegs waren und Brests Nachtleben kennenlernen durften. Nach sieben schönen Tagen wollten wir eigentlich nicht zurück, wir haben uns aber auf der Rückfahrt schon darauf gefreut, wenn die Austauschschüler aus Brest zu uns nach Ravensburg kommen. Wir haben sogar im Zug angefangen zu planen, was wir ihnen Schönes in unserer Heimat zeigen können. Wir würden jedem empfehlen, so eine Reise zu machen, da es eine tolle Erfahrung fürs Leben ist! Max Orlov, Jgst.1 Mara Dietrich, Songül Eroglu und Ellen Dissarz, Jgst.1 32 Wirtschaftsgymnasium Wirtschaftsgymnasium 33

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