Der Schulsanitätsdienst am Grotefend-Gymnasium Münden. Die Idee. Der Schulsanitätsdienst als Element des sozialen Lernens

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1 Der Schulsanitätsdienst am Grotefend-Gymnasium Münden Der im November 2008 mit einem Votum des Schulvorstands auf den Weg gebrachte Schulsanitätsdienst (SSD) ist eine Möglichkeit, soziales Handeln von Schülern unmittelbar praktisch im Dienste der Schule auszubilden. Die Idee Jährlich passieren laut der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin in etwa 17 % aller Unfälle an Schulen. In solchen Fällen, aber auch außerhalb der Schule, sind Menschen gefragt, die nicht nur zuschauen, sondern die helfen können, wissen, was zu tun ist, und den Überblick behalten. Diese Kompetenzen erhalten Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 am Grotefend-Gymnasium im Schulsanitätsdienst. Der Schulsanitätsdienst am Grotefend-Gymnasium ist ein Element des sozialen Lernens. Ziele sind beispielsweise die eigenverantwortliche Behandlung kleinerer Verletzungen sowie richtiges Verhalten bis zum Eintreffen von Rettungswagen und Sanitätern. Dies kann z. B. das Schulsekretariat im Alltag entlasten oder ist auch bei Klassenfahrten von unschätzbarem Wert. Nicht zuletzt erhalten Schülerinnen und Schüler einen Einblick in ein mögliches späteres Berufsfeld. Der Schulsanitätsdienst als Element des sozialen Lernens Der Schulsanitätsdienst kann als ein willkommenes, ergänzendes Element des sozialen Lernens in der Schule angesehen werden. Die Schule erhält Unterstützung durch das DRK Münden, die Ausbilder und Material zur Ausbildung und Ausführung der Sanitätsarbeit zur Verfügung stellen.

2 Die Ziele einer derartigen Einrichtung sind: Die Eigenverantwortliche Behandlung von schulalltäglichen Verletzungen und Blessuren durch Schüler Bildung durch soziales Handeln nach Erwerb der Helferkompetenz Entlastung des Schulsekretariats Handlungskompetenz von Schülern z. B. bei Klassenfahrten Perspektive für die berufliche Umsetzung des erworbenen Wissens in Berufen der Rettung, Heilung und Betreuung von Menschen Die Schüler sind erfahrungsgemäß mit großer Begeisterung, aber auch großem Pflichtgefühl bei der Sache. Lehrer hingegen freuen sich über die kompetenten Helfer, die in der Schule und bei besonderen Veranstaltungen nicht nur die Erste- Hilfe-Ausrüstung tragen, sondern diese auch im Notfall fachgerecht zu nutzen wissen. Schüler und Lehrer geben so ein Beispiel, wie Schule gemeinsam gelebt werden kann. Die Umsetzung Am Anfang stand die Idee einen kostenlosen Erste-Hilfe- Kurs für Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Biologieunterrichts in Klasse 7 (Themenbereiche Atmung, Herz, Kreislauf, Ernährung) bei Interesse der Schülerinnen und Schüler anzubieten. Dieses Angebot wurde auf Initiative von Frau Engelbrecht von 21 Schülerinnen und Schülern der damaligen Klasse 7F angenommen. Unter der Leitung von Frau Martina Pakusch (Ausbilderin vom DRK Münden) absolvierten diese Schülerinnen und Schüler erfolgreich im Mai/Juni 2008 einen 12-stündigen Erste-Hilfe-Kurs. Bei einigen dieser Schülerinnen war das Interesse groß, auch an einem weiteren 4- stündigen Erste-Hilfe-Aufbaulehrgang teilzunehmen. Dieser qualifizierte Sie im Januar 2009 zum ausgebildeten Schulsanitäter (Ersthelfer). In der Zeit zwischen den beiden Lehrgängen fand der Schulsanitätsdienst auch Zuspruch im Schulvorstand des GGM. Mit großer Begeisterung wurden in den Kursen folgende Themenfelder tatkräftig erarbeitet:

3 Anatomie und Funktion des menschlichen Körpers als Grundlagen der Ersten Hilfe Richtiges Verhalten am Unfallort Die Rettungskette Lebensrettende Sofortmaßnahmen Stabil e Seitenlage Herz-Lungen-Wiederbelebung Der Notruf und die W-Fragen (Wo? Was? Wer? Wie viele? Welcher Art?) Erste Hilfe-Maßnahmen Rettungsdienst Krankenhaus Anlegen von Verbänden Zum aktuellen Stand der Dinge Gegenwärtig sind sechs Schülerinnen der jetzigen Jahrgangsstufe 8 und eine Schülerin der Jahrgangsstufe 10 in den oben genannten Themen zum Schulsanitäter ausgebildet und wurden zu diensthabenden Schulsanis am GGM offiziell am ernannt. Sie bilden sich ab sofort immer freitags in der AG Schulsanitätsdienst unter der Leitung von Frau Engelbrecht ständig selbst fort. Voraussichtlich im April 2009 sollen neue Erste-Hilfe-Kurse für Schülerinnen der Klassenstufe 7 angeboten werden. Diese erhalten dann auch die Möglichkeit sich zu Schulsanitätern weiter ausbilden zu lassen, so dass für Nachwuchs gesorgt wird. Damit wird der Grundstein für eine neue Facette des sozialen Lernens und Handelns am GGM gelegt. SSD-Team

4 [Foto] kommt noch Abb. 1: SSD-Team des Schuljahres 2008/09 In den großen Pausen sind wir auch in unserem Bereitschaftsraum (Sanitätsraum) zu erreichen. Dort hängt u. a. auch der aktuelle Dienstplan. Voraussetzungen Mitmachen kann jede Schülerin und jeder Schüler des GGMs ab Klasse 7. Voraussetzungen dafür sind nur: Ausbildung in Erster Hilfe Spaß an der Aufgabe Einsatz Ein Einsatz läuft i. d. R. wie folgt ab: ein diensthabender Ersthelfer des SSD betritt die Schule und holt sich im Sekretariat 1 den Schlüssel für den Sanitätsraum und seinen Piepser o. ä. ab ein Unfall ist passiert ein Schüler/Lehrer benachrichtigt die Verwaltung über ein elektronisches Signal wird z. B. der Piepser eines Helfers ausgelöst der Ersthelfer holt sich die Notfalltasche und eilt mit dem zweiten diensthabenden Ersthelfer an den angegebenen Ort

5 nach der Ersthilfe wird z. B. telefonisch in Absprache mit der aufsichtsführenden Lehrkraft der Notarzt alarmiert jeder Einsatz wird anschließend protokolliert Die Zuständigkeit beschränkt sich auf das Schulgebäude während der Schulzeit. Außerdem ist jeder Schulsani zur Verschwiegenheit verpflichtet und es gibt keine Rangordnung. Wir sind ein Team! Statistiken Erfreulicherweise kommt es nur ganz selten zu größeren Unfällen (z. B. Sturz im Treppenhaus) oder Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt). Meist handelt es sich um Fälle von: Übelkeit Kreislaufproblemen Regelbeschwerden Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass folgendes auftritt: Herzinfarkt Krampfanfall Herzrhythmusstörungen Drogenintoxination Folgende Übersichtsgrafik dazu stammt aus den 90er Jahren von der Humpis-Schule Ravensburg:

6 Abb. 2: Übersichtsgrafik über die prozentuale Häufigkeit der Krankheiten bzw. Verletzungen Es ist anzunehmen, dass die Ergebnisse in ähnlicher Form auch für unsere Schule gelten. FAQs Häufig gestellte Fragen 1. Gibt es beim SSD auch Kopfschmerztabletten, wie Aspirin? A: Nein! Medikamente jeglicher Art können allergische Reaktionen auslösen und dürfen deshalb nicht vom Ersthelfer ausgegeben werden. 2. Kann man sich vom SSD vom Sportunterricht befreien lassen? A: Nein. Das kann nur ein Arzt. Der SSD kann allenfalls eine Empfehlung aussprechen. 3. Ihre/Eure Frage? A:...

7 Links Rotes Kreuz Jugend RotKreuz Fazit Mit dem Beschluss des Schulvorstands vom , die Einrichtung des Schulsanitätsdienstes auf den Weg zu bringen, ist ein Anfang gemacht. Kontakt Wer mehr über uns und unsere Arbeit erfahren möchte oder wer sich für die Mitarbeit bei uns interessiert, der wendet sich an: Silvia Engelbrecht, StR (Beauftragte für Erste Hilfe und Betreuungslehrerin des SSD) oder an Simone Hessling, StR (Stellvertretende SSD-Betreuungslehrerin) Stand: März 2009

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