Titel bzw. Thema der Unterrichtsstunde/-reihe: Begegnungen - Lesekonzept für den Jahrgang 5 (Teil des Lese-/ Literaturkonzepts der GE Borbeck)

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1 Titel bzw. Thema der Unterrichtsstunde/-reihe: Begegnungen - Lesekonzept für den Jahrgang 5 (Teil des Lese-/ Literaturkonzepts der GE Borbeck) Andreas Körner, Stadtbibliothek Essen-Borbeck Sigrid Scholz, Gesamtschule Borbeck Kooperationspartner: Stadtbibliothek Essen-Borbeck, Gerichtsstraße 20, Essen Gesamtschule Borbeck, Hansemannstraße 15, Essen Schulform: Gesamtschule Jahrgangsstufe: Klasse 5 Fach: Deutsch Dauer/Zeitaufwand: ca. vier bis fünf Wochen Grundidee: Förderung der Lesemotivation, Verbesserung der Lesefertigkeiten Zielsetzung: Das Lesekonzept Begegnungen besteht im Wesentlichen aus drei großen Unterrichtsvorhaben Geschichten und Informationen rund ums Buch Lesen, lesen, lesen (Lesemarathon, Lesewettbewerb, Lesenacht) Und nun wird vorgelesen Durchführung: Teil 1: In diesem ersten Teil geht es schwerpunktmäßig um das Buch an sich. Wie entsteht ein Buch? (Vom Manuskript zum Buch) Unsere Stadtteilbibliothek (Führung, Bibliotheksrallye, Wie funktioniert die Ausleihe?, Wir stellen eine Bücherkiste für die Schule zusammen!) Teil 2: Nun heißt es für alle Schüler lesen, lesen, lesen. Wir beginnen mit einem Lesemarathon unter dem Motto Ohne Preis kein Fleiß. Jeder Schüler liest in zwei Wochen so viele Bücher wie möglich. Auch in der Stadtteilbibliothek ist immer eine Ecke für unsere Leseratten frei. Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde usw. sind nun gefordert, denn es gilt Ohne Preis kein Fleiß. Als Sponsoren honorieren sie jedes gelesene Buch mit einer kleinen Spende, zum Beispiel mit zehn Cent, fünfzig Cent oder einem Euro. Das gesponserte Geld wird später einem guten Zweck zugeführt. Damit die Sponsoren eine Kontrolle über die tatsächliche Leseleistung des Kindes haben, führen alle Schüler eine Liste, in der Autor, Titel etc. eingetragen werden. Die Kinder stellen das Buch vor und die Sponsoren bestätigen durch ihre Unterschrift das Engagement des Kindes. Zum Abschluss folgt ein Lesewettbewerb und die Lesenacht. Der Jahrgangssieger wird ermittelt. Teil 3: Teil 3a beginnt mit einem erneuten Besuch in der Stadtteilbibliothek. Nun wird eine Vorlesebücherkiste zusammengestellt. Da die Schüler in unterschiedlichen Institutionen vorlesen werden, geht es jetzt um das Vorlesen mit dem Blick auf die Zielgruppe. Jeder Schüler sucht sich ein Buch aus, wählt einen Ausschnitt für eine Vorlesezeit von ca. 15 bis 20 Minuten, übt und stellt einige Fragen zu seinem Buchausschnitt zusammen, die dann den späteren Zuhörern gestellt werden (nicht im Altenheim). 1

2 Die Schüler und Schülerinnen üben nun erst allein, dann mit einem oder zwei Lesepartnern das Vorlesen. An einem Vormittag und/oder Nachmittag besuchen die Schüler dann Kindergärten, ihre alten Grundschulen, Altenheime etc. und lesen dort vor. Teil 3b beinhaltet den erneuten Besuch in der Stadtteilbibliothek. Hier gibt es dann die verdiente Belohnung für so viel Leseengagement: eine von der Stadtteilbibliothek organisierte und meist auch gesponserte Autorenlesung. Begegnungen Lesekonzept für den Jahrgang 5 Ablaufplan A. Information n der Eltern 1. Elternbrief Wir beginnen einige Wochen vor dem Start des Leseprojektes Begegnungen mit einem Informationsbrief an die Eltern. Dieser Elternbrief nimmt zu einigen wichtigen inhaltlichen Punkten und zum Ablauf Stellung. ********************* Gesamtschule Borbeck Hansemannstr. 15* Essen* Tel. 0201/ Ripshorster Str. 285* Essen* Tel. 0201/ Liebe Eltern des 5. Jahrgangs, Essen, im Dezember Schock deine Eltern/ deine Lehrer, lies ein Buch Kennen Sie diesen Spruch? Wir wollen ihn umsetzen und erweitern. Beginnend mit einem Bücherflohmarkt werden wir nach dem Besuch unserer Stadtteilbibliothek in einem Lesemarathon, einem Lesewettbewerb und einem Projekttag Vorlesen einige Wochen dem Lesen widmen. Hier einige Informationen zu diesem Vorhaben: Bücherflohmarkt In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien werden die Schüler und Schülerinnen des 5. Jahrgangs in einer der Mittagspausen die Möglichkeit bekommen, Bücher zum Tauschen und Verkaufen anzubieten. In einer gemütlichen Schmöker- und Plauderrunde lernen Ihre Kinder so eine hoffentlich große Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern kennen und können diese preiswert erwerben oder tauschen. Besuch der Stadtbücherei Borbeck Um den Schülern und Schülerinnen eine noch größere Bandbreite guter Kinder- und Jugendliteratur vorzustellen, werden wir Mitte Januar die Stadtbücherei Borbeck besuchen und kennenlernen. Wir hoffen, dass die Kinder dann (wenn sie es nicht sowieso schon sind) zu den regelmäßigen Ausleihern gehören werden. 2

3 Lesemarathon Im Deutschunterricht, in der Klassen-AG und wann immer es noch möglich ist, darf jeder Schüler/ jede Schülerin aus seinem/ihrem Lieblingsbuch vorlesen, so dass jede Klasse ihre eigenen Lesecharts aushängen kann und jeder noch einmal Anregung für spannenden, lustigen oder interessanten Lesestoff erhält. Beim Lesemarathon geht es nämlich darum, so viele Bücher wie möglich in dieser Projektphase in der Schule und zu Hause zu lesen. Dabei sind Sie nun gefordert, liebe Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde, Nachbarn usw., denn Ohne Preis kein Fleiß. Nun treten Sie als Sponsor auf, indem Sie jedes gelesene Buch, jede Geschichte mit einer kleinen Spende honorieren, z.b. zehn Cent, 50 Cent oder ein Euro. Das gesponserte Geld soll später einer sozialen Einrichtung zugeführt werden. Damit Sie als Sponsor eine Kontrolle über die tatsächliche Leseleistung Ihres Kindes haben, wird jeder Schüler/ jede Schülerin eine Liste führen, in die Autor und Titel jedes gelesenen Buches eingetragen werden. Nachdem Ihr Sohn/ Ihre Tochter Ihnen den Inhalt des Buches zusammengefasst hat bzw. Ihnen vorgelesen hat, sollten Sie durch Ihre Unterschrift das Engagement Ihres Kindes bestätigen. Übrigens, Comics, Zeitschriften und Bilderbücher fallen in diesem Zusammenhang nicht unter die Kategorie Kinder- und Jugendbuch. Eine Auswahlliste fügen wir diesem Schreiben bei. Vielleicht ist ja ein Weihnachtsgeschenk darunter?! Lesewettbewerb Jeder Schüler/ jede Schülerin wird in der Klasse ein bis zwei Seiten aus einem Buch seiner/ ihrer Wahl vorlesen. Die beiden Klassensieger lesen am Projekttag dem gesamten Jahrgang vor. Hier werden die Jahrgangssieger ermittelt. Projekttag Vorlesen Ende Januar 2008 treffen sich alle Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs mit ihren Lehrern/ Lehrerinnen in der Schule und besuchen anschließend in Kleingruppen verschiedene Einrichtungen (ihre alten Grundschulen, Kindergärten, Altenheime, ).Die Schüler und Schülerinnen werden dort Märchen und Geschichten vorlesen. Liebe Eltern, wir bitten um Ihre Unterstützung bei diesem Vorhaben, das den Erwerb von Lesekompetenz steigern soll. Diese Aktion an unserer Schule begann vor vielen Jahren (lange vor jeder Pisa-Studie) und wir hoffen, dass sie bei Ihrem Kind den Spaß am Lesen fördert. Ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2008 wünschen Ihnen das Team des Jahrgangs 5 und die Schulleitung. Mit freundlichen Grüßen, Schulleiterin, Teamsprecher ****************** 3

4 2. Bücherliste Dieser Brief enthält bereits die angekündigte Bücherliste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. **************** 1. Für Lesemuffel und Anfänger Hexe Lilli Bücher / Arena Verlag Tatort Geschichte (Rätselkrimis) / Loewe Verlag Buchpiraten (diverse Bände) / Thienemann Verlag Ursel Scheffler, Ätze (viele verschiedene Geschichten) / Ravensburger Gudrun Mebs, Oma!, schreit der Frieder (und viele andere Bände) Sauerländer Barbara Robinson, Hilfe, die Hermanns kommen / Verlag Friedrich Oetinger Paul Maar, Bücher vom Sams / Verlag Friederich Oetinger S. Olsson/ A. Jacobsson, Berts katastrophen (verschiedene Bände, ausgesprochen lustig) Verlag Friedrich Oetinger Christine Nöstlinger, Allerhand vom Franz (und viele weitere Bände vom Franz) Verlag Friedrich Oetinger II. Für Fortgeschrittene Freche Mädchen freche Bücher (diverse) / Thienemann Verlag Cornelia Funke, Die wilden Hühner (Bücherreihe) / Verlag Friedrich Oetinger Cornelia Funke, Tintenherz (und Folgebände) sehr empfehlenswert auch für Erwachsene! Dressler Verlag Kai Meyer, die fließende Königin ( und Folgebände) / Loewe Isabel Allende, Stadt der wilden Götter, Im Reich des Goldenen Drachen, Im Bann der Masken (auch für Erwachsene ein Genuss!) Hanser Haus des Magiers (diverse Bände, eher für Jungen gedacht) / dtv Kai Meyer, Sieben Siegel (diverse Bände) / Loewe Windsänger, Gefangene des Meisters / dtv Ralf Isan, Die unsichtbare Pyramide / Thienemann Verlag Kitty Heemann, Gespenstergeschichten / Loewe Thomas Brezina, Ein Fall für das Tiger-Team (viele Bände) / Schneider Joanne K. Rowling, Harry Potter (inzwischen 7 Bände) Hans Magnus Enzensberger, Der Zahlenteufel (Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor Mathematik haben) / Hanser Andreas Schlüter, diverse Titel; (Kinder und Jugendliche werden in die geheimnisvolle Welt des Computers eingeführt) / dtv junior / Altberliner III. Immer wieder gern gelesen ( Klassiker und Fast-Klassiker ) Enyd Blyton, Fünf Freunde (diverse Bände) Omnibus Stefan Wolf, TKKG (beliebte Detektivserie) / Pelikan

5 - 5 - Erich Kästner, Das fliegende Klassenzimmer (oft gesehen auch schon gelesen?) /Dressler Erich Kästner, Emil und die Detektive / Dressler Astrid Lindgren, Kalle Blomquist / Verlag Friedrich Oetinger ****************** 3. Vorleseliste Mit gleicher Post bekommen die Eltern auch die Vorleseliste. ************************ Vorleseliste. Was ich gelesen habe Zuhörer gespendeter Betrag usw. ***************************** B. Rücksprache/ Absprache mit dem Leiter der Stadtteilbibliothek Mit der Stadtteilbücherei müssten jetzt sowohl Termine für den Besuch abgesprochen und ein Erkundungsbogen (eine Bücherei-Rallye) zusammengestellt werden als auch die Bitte formuliert werden, Bücherkisten zur Mitnahme vorzubereiten. (Nach den Besuchen der Schüler in der Bibliothek können diese Kisten dann nach den Wünschen der Kinder vervollständigt und gepackt werden.) Wenn Autorenlesungen über die Stadtbücherei organisiert werden, ist es jetzt allerhöchste Zeit für Absprachen. C. Einstiegswoche 1. Mit den Schülern/ Schülerinnen wird das gesamte Vorhaben besprochen (Ablauf, Inhalte, ) 5

6 Die Kollegen und Kolleginnen werden informiert und um Rücksicht gebeten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kollegen/Innen das Vorhaben unterstützen und auch in ihrem Unterricht das Lesen im Vordergrund steht (Geschichten aus der Steinzeit, Reiseberichte, biblische Texte, ) 3. Kontaktaufnahmen zu den Außerschulische Einrichtungen, den umliegenden Grundschulen, Kindergärten und Altenheimen zwecks Terminabsprache (alle SchülerInnen gehen an einem vorher festgelegten Vormittag in die Einrichtungen und lesen dort vor). Im Lehrerzimmer liegt eine Telefonliste aller Einrichtungen. In den Pausen und in den Freistunden wird dann telefoniert. Die Schüler sollten nach Möglichkeit an ihren Grundschulen vorlesen. Die Begegnung mit den ehemaligen Lehrern spornt die Leistungsbereitschaft der Schüler an und auch die alten Lehrer freuen sich in der Regel, ihre Schüler wieder zu sehen. Die Schüler lesen immer als Pärchen vor. Das gibt den Kindern Sicherheit und ein Wechsel der Stimmen erleichtert das Zuhören. 4. Jeder Schüler legt eine Lesemappe als Fortschrittstagebuch an. Hier werden alle Ergebnisse gesammelt; jeder Schüler dokumentiert, was und wie lange er täglich gelesen hat usw. 5. Inhalt des Unterrichts ist in diesen ersten Tagen 5.1. die Geschichte des Buches (Wie ein Buch entsteht.) und 5.2. Arbeit zur Texterschließung (Unsere SchülerInnen arbeiten alle mit dem Ü- bungsheft von Cornelsen: Peter Simon, Texte erschließen 5/6, das natürlich nicht ganz durchgearbeitet wird, sondern in der Hand der Schüler verbleibt und auch später im Unterricht benutzt wird. 6. Bücherflohmarkt Am Ende der ersten Woche bringen alle Schüler Bücher mit, die sie tauschen oder verkaufen möchten. In der Mittagspause und in den anschließenden Arbeitsstunden können die SchülerInnen nun kaufen, verkaufen, tauschen und vor allem lesen. D. Folgewochen In den Lesewochen wird nun 1. die Stadtbücherei besucht, 2. zum Thema Texterschließung gearbeitet ( s.o. Texte erschließen ; weitere Unterrichtsmaterialien in Deutsch-Buch 5 Grundausgabe von Cornelsen sowie im dazugehörigen Arbeitsheft). 3. Es werden Kriterien des guten Vorlesens festgelegt (s. Deutschbuch) 4. Es werden Kriterien für eine Buchvorstellung festgelegt. *********************** Checkliste zum Thema: Buchvorstellung 6

7 - 7 - Folgende Informationen soll die Buchvorstellung enthalten. 1. In der Einleitung Angabe des Autors, des Titels und der Textsorte, Zusammenfassung der Aussage des Textes. (Beispiele: In seinem Abenteuerroman Helden der Inkas beschreibt der Autor Arthur Done die Expedition einer europäischen Ausgrabungsmannschaft nach Guatemala. Die Habgier einiger Expeditionsteilnehmer bringt alle in Gefahr und. oder Der Autor Arthur Done erzählt in seinem Abenteuerroman Helden der Inkas von einer Expedition nach Guatemala, die für einige tödlich endet. Die Habgier oder In dem Abenteuerroman Helden der Inkas von Arthur Done geht es um die Gier nach Macht und Reichtum einzelner Menschen, die verhängnisvolle Auswirkungen hat. Eine Expedition begibt sich auf die Reise nach Guatemala.) 2. In der folgenden Zusammenfassung sollen die W-Fragen beantwortet werden. Wer? (Hauptpersonen) Wann? Wo? (Ort der Handlung, wenn dies wichtig ist) Was geschieht? (Handlung) Warum verläuft die Handlung so?/ Warum verhalten sich die Personen so?/ Wie? (kommt es z. B. zu dem Vorfall?,...) Welche Folgen? (hat das Geschehen? (Beispiel: Die Zwillinge Jo und Mo aus Australien treffen die deutschen Expeditionsteilnehmer Hans und Robi mit ihrer Gruppe im Dschungel Guatemalas. usw. Es folgt eine kurze Nacherzählung oder Inhaltsangabe oder Zusammenfassung der Lektüre, die auf die W-Fragen eingeht.) 3. Beurteilung der Lektüre/ Empfehlung / Kritik o. ä. (eigene Meinung) ************************* 5. Der klasseninterne Lesewettbewerb beginnt. Jeder Schüler, jede Schülerin liest aus einem Buch seiner/ihrer Wahl einige Seiten vor.(zeitvorgabe: ca. 15 Minuten) Jeder stellt das Buch vor (es muss also inzwischen ausgelesen sein). Die Bewertung treffen die Schüler nach ihren erstellten Vorgaben. Am Ende des Wettbewerbs stellt jeder eine Rangfolge auf und der Klassensieger wird ermittelt 7

8 Anschließend geht es ans Üben der Vorlesetexte für die Grundschulen etc. 7. Unser Lesemarathon läuft (vgl. Elternbrief) E. Abschlusstag/Projekttag 1. Vorlesetag Die Schüler lesen an diesem Vormittag in den Grundschulen etc. vor. Da die Vorlesezeiten ganz individuell liegen, ist Stützpunkt und Treffpunkt immer wieder das Klassenzimmer. Von hier aus gehen die Schüler los bzw. kehren zurück. Die in unserer Schule anwesenden Schüler bereiten sich auf ihren Einsatz vor oder berichten über ihre Vorleseerfahrung, lesen in ihren Büchern, arbeiten an ihren Lesemappen o. ä. 2. Lesewettbewerb Am Nachmittag, wenn alle Kinder wieder in der Schule sind, findet der Lesewettbewerb auf Jahrgangsebene statt. Die Klassensieger (1. und 2. Platz) treten gegeneinander an und der Jahrgangssieger wird ermittelt. In der Jury sitzen aber nicht mehr die Schüler und Schülerinnen des 5. Jahrgangs, sondern die Teamkollegen (die acht Kollegen Klassenlehrer und Co.-Klassenlehrer- der vier Klassen des 5. Jahrgangs). Grundlage der Bewertung ist folgender Bewertungsbogen, der in Anlehnung an die Kriterien der Stiftung Lesen entwickelt wurde. ************* Bewertungsbogen für den Vorlesewettbewerb Bewertungskriterien: 1. Textverständnis: a. Ist die Text- bzw. Buchauswahl dem Verständnis des Kindes angemessen? b. Gelingt es, den Bezug zur Gesamthandlung herzustellen? c. Stimmt die Zeitplanung? 2. Lesetechnik: Wird der Text sicher und flüssig beherrscht? (deutliche Aussprache, angemessenen Lesetempo, sinngemäße Betonung), Versprecher nicht überbewerten!! 3. Textgestaltung: Werden Stimmung und Atmosphäre des Textes eingefangen und umgesetzt? Für jeden Bereich können maximal 5 Punkte erzielt werden. 8

9 - 9 - Name des Schülers/ der Schülerin Wahltext Unbekannter Text Punkte: Punkte: Textgestaltung: Textverständnis: Lesetechnik: ************* Alternativ zu dieser Vorgehensweise kann der Wettbewerb auf Jahrgangsebene auch als Einstimmung auf die Lesenacht stattfinden. Die Schüler treffen sich dann zuerst in der Mensa oder in der Aula der Schule und gehen anschließend in ihre Klassen. 3. Lesenacht Die Vorbereitung einer Lesenacht, ob in der Schule oder in der Jugendherberge (oder vielleicht sogar in der Stadtteilbibliothek?), ist denkbar einfach. 1. Die Schüler und Schülerinnen wissen, dass keine Party stattfindet, sondern tatsächlich nur gelesen und vorgelesen wird. Wie wichtig diese Klarstellung im Vorfeld ist, zeigt eine Begebenheit während unserer ersten Lesenacht vor mehr als zehn Jahren: Ein Junge packte um Mitternacht seine Luftmatratze, seine Decke und seinen Rucksack, verließ mit den Worten: Hier ist ja nichts los! Ich will Party! die Klasse und fast auch das Gebäude. Nur mit Engelszungen konnte ihm klar gemacht werden, dass Lesenacht tatsächlich etwas mit Lesen zu tun hat und die Mama ihn im Moment gar nicht abholen will. Zur Lesenacht treffen sich die Schüler nach einem guten Abendessen zu Hause um 20 Uhr in ihren Klassenräumen. Bewaffnet mit Schlafsack, Luftmatratze, Taschenlampe und Büchern wird dann die Nacht lesend und vorlesend im Klassenraum verbracht. Bis ca. um Mitternacht wird abwechseln leise gelesen bzw. durch die Lehrer oder Schüler vorgelesen. Anschließend folgt die Phase, die jedem erlauben soll auch zu schlafen, d.h. die große Deckenbeleuchtung wird gelöscht und die Schüler und Schülerinnen lesen nur noch mit dem Licht ihrer kleinen Lampen. Die Erfahrung zeigt, dass tatsächlich Kinder bis zum Morgen in der Lage sind ihr Buch zu halten und zu lesen (besonderen Spaß machen natürlich Vorlesebücher mit Gespenstergeschichten). Am nächsten Morgen gehen die Kinder (an unserer Schule dürfen das auch die beteiligten Lehrer) nach einem guten gemeinsamen Frühstück in der Klasse gegen zehn Uhr nach Hause, um den fehlenden Schlaf nachzuholen. 4. Autorenlesung 9

10 Und da wir von Büchern und ihren Machern immer noch nicht genug haben, geht es dann noch einmal in die Stadtbücherei zur verabredeten Lesung. Änderungen: Nicht immer entspricht jedoch die Planung den vorhandenen Möglichkeiten. Aber auch damit kann man umgehen. In diesem Jahr mussten sogar einige Punkte verändert oder auch getauscht werden. So begann unsere Begegnung mit Büchern in diesem Jahr mit einer vorgezogenen Lesenacht in der Jugendherberge. Alle Kinder hatten ihr Lieblingsbuch im Gepäck und die Nacht war wirklich nur dem Lesen (oder dem Schlaf) vorbehalten. Gegen Uhr trafen sich die Schüler und Schülerinnen im Schlafanzug, bewaffnet mit dicken Decken und natürlich einem Buch in ihren Aufenthaltsräumen. Hier wechselten sich bis ca Uhr Lesen und Vorlesen ab. Wer nicht mehr durchhalten konnte, fiel entweder um und schlief gleich vor Ort ein oder ging ins Bett. Ebenfalls geändert werden musste der Terminplan für die Autorenlesung, da der Leiter unserer Stadtteilbücherei zum Februar aus dem Dienst ausschied und in der Planungsphase die Nachfolge noch nicht geklärt war. Wir hätten zwar noch die Chance gehabt eine Autorin aus Essen zu verpflichten, aber die Texte dieser Schriftstellerin eigneten sich nicht für ein 5. Schuljahr. Um den Kindern die Begegnung mit einer Autorin trotzdem zu ermöglichen, bemühten wir uns um eine Alternative. Es gelang uns, Frau Cornelia H. Müller zu überzeugen. Sie liest den Kindern nicht nur vor und beantwortet ihre Fragen, sondern ihre Geschichten sind Mitspielgeschichten, die die Kreativität der Kinder fördern, zeigen, wie wichtig Lesefähigkeiten und Leseverständnis sind, Kombinationsgabe schulen und die Teamarbeit der Kinder ebenso unterstützt wie ihre Individualität herausfordert. Frau Müller schließt mit ihren kniffligen Detektivgeschichten, in denen die Schüler und Schülerinnen selbst aktiv mitwirken, als Höhepunkt unserer diesjährigen Begegnungen das Unterrichtsvorhaben ab. Cornelia H. Müller, Mitspiel-Geschichten für Kinderfeste, urania verlag zu erreichen unter: oder (Der Hinweis auf die Kinderfeste ist nicht sehr eng zu sehen und auch nicht nur für den engen Kreis einer Geburtstagsfeier geeignet, sondern tatsächlich im Klassenverband durchführbar.) Die Kinder bilden Tischgruppen und Frau Müller erklärt den Kindern ihre Rollen, was auch mit Gelächter verbunden sein kann, weil plötzlich jemand 36 Jahre alt und ein Reitlehrer sein soll. Dann liest Frau Müller vor, was passiert ist, die äußeren Umstände, die zu einer Tat geführt haben, den Tathergang bei einem Krimi usw. Im Anschluss bekommen die Schüler ihre Rollentexte, die sie zuerst leise lesen sollen und dann bis zu einem gewissen Punkt den anderen vorlesen müssen. Unter den Rollen ist auch die des Täters, der sich natürlich nicht selbst verraten darf. Dann kann die Ermittlungsarbeit beginnen. Am Schluss stellt jede Gruppe ihren Verdächtigen vor und begründet ihr Ermittlungsergebnis. Ob der wahre Täter gefasst wird? Ergebnis/Fazit: Bisher hatten (fast) alle Schülerinnen und Schüler Spaß an diesem Unterricht. Die Schwellenangst vor der Bibliothek ist verschwunden, sie ist zu einem vertrauten Ort 10

11 geworden. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass das Lesen und das Nachdenken über das Gelesene nicht weh tut und Übung Erfolge bringt. Die Schüler und Schülerinnen freuen sich über diese Erfolge, die bereits innerhalb des Unterrichtsvorhabens auf vielfältige Weise honoriert werden (Verbesserung der Lesefähigkeit, Sponsorengelder, Applaus ihres Publikums, usw.). 11

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