ELEKTRONISCHE LEBENSASPEKTE. ANTONELLI ELECTR. Softer House aus kleinen Steinchen. KETTENSÄGE AUF IMMENHOF Masha Qrella schert den Indie-Rasen.

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1 LESERPOLL SIGUR RÓS BIG DADA ERRORSMITH DIGITALE DJ TOOLS MORR KRIEG IM NETZ E-ZINES MONATSZEITUNG Dezember MÄRZ EUR Schweiz: SFR 5,50 ELEKTRONISCHE LEBENSASPEKTE 66 MUSIK MEDIEN KULTUR SELBSTBEHERRSCHUNG SUTEKH Erdiger Inzest. Seth Horvitz aus San Francisco arrangiert das eigene Techno-Livesetmaterial zu einer Ich AG -Mixproduktion, die sich als ein entzückend minimales "Trial and Error" Heimkino entpuppt. Vom Context Westcoast DSP-Inzest zum Rhein-Main-Flughafen und zurück. <Seite#10> ANTONELLI ELECTR. Softer House aus kleinen Steinchen. Überraschungen en masse. Discomaschine Antonelli Electr. macht plötzlich verletzliche Liebesplatten im Minimalmantel und widmet sich auch sonst detailvollen Dingen. Stein für Stein legt er seinen Freunden Mosaike über die Badewannen. Neuer Kitsch oder Liebe als Lösung? <Seite#03> SUPPE ALS NETZWERK Musikmarketing geht durch den Magen. Beim Löffeln vietnamesischer Suppe lassen sich besonders gut Connections pflegen und Debatten austragen. Der Musikwirtschaftsprofi Jim Griffin hat mit Pho den Ring eröffnet, in dem sich die kontroversesten Positionen konstruktiv clashen. Im Restaurant und im Netz. <Seite#25> HEUTE, AUF DER STRASSE Marke als Modestrategie. KETTENSÄGE AUF IMMENHOF Masha Qrella schert den Indie-Rasen. TEXT: MERCEDES BUNZ Die Schlacht verläuft entlang einer neuen Linie: Immer noch ist sie, die Mode, Teil eines tagtäglich stattfindenden gesellschaftlichen Straßenkampfes da draußen. Still und lautlos, aber doch alles andere als unsichtbar umhüllt sie uns alle. Doch es gibt seit einiger Zeit neue Regeln, oder sagen wir lieber: zumindest welche, die deutlicher denn je nach vorne treten. Früher stellte man so was wie Differenz zum Establishment her, indem man sich dem Anzug verweigerte. Ein wichtiger Punkt. Als es noch etwas gab, das den Namen New Economy verdiente, war das Tragen von Freizeitkleidung am Arbeitsplatz - Turnschuhe, Hoodi, bedruckte T-Shirts - Teil einer neuen Programmatik - das Sichtbar-Werden eines anderen Verständnisses von "Arbeit". Und eine Abgrenzung vom Establishment, selbstverständlich. Tatsächlich hat aber die Durchdringung unseres Lebens durch Freizeitkleidung die durch Kleidung ausgedrückten Hierarchien nicht beseitigt - oder nur für einen kurzen Moment. In gewisser Weise sind Logos an die Stelle der Anzüge gerückt und geben heute darüber Auskunft, wer dazugehört und wer draußen bleiben muss, wer sich etwas leisten kann und wer zu H&M abgeschoben wird. Auf der Straße ist also das Spiel mit den Logos an die Stelle der Businesssuits getreten - doch es ist kein einfaches Spiel. DE:BUG streift deshalb in dieser Ausgabe erstmals und oberflächlich die Marke als Modestrategie und widmet sich dieser neuen Form zeitgenössischer Allegorie. Beispielsweise bei Prada. In einer Zeit, in der Imitate von Marken oder Formen schnell und fast gleichwertig ausfallen können, ketten sie ihre Marke zurück an einen materiellen Kontext, indem sie in ihren neuen Storekonzeptionen den Einkauf selbst zum Erlebnis machen. Der Architekt Rem Koolhaas lädt in seinem New Yorker Prada-Store beispielsweise zum Lümmeln in einen Amphittheater-artigen Treppenraum ein, der sich vordergründig ganz gleichgültig gegen Konsum zeigt. Oder bei der Sneaker-Marke K-Swiss, die das Spiel durchschaut haben und es immer wieder schaffen, aktuelle Modebewegungen so aufzugreifen, dass sie fast wie Persiflagen anderer Marken wirken. Los geht es, zum Shoppen mit Mercedes Bunz und zum Bowlen mit Jan Joswig auf den... <Seite#04 &# 08> TEXT: JAN JOSWIG / FOTO: NOSHE Hatten wir uns nicht gerade geflüchtet aus dem falschen Dämmerlicht allzu versöhnlichen Indie-Sentiments in das herausfordernde Gleißen der Rave-Nacht? Galt für uns nicht die Gleichung: Indie ist für Bildungsbürger-Aspiranten das, was Schlager für Leute mit Häkeldecken auf dem Fernseher bedeutet? Purer Eskapismus in die bigotte Höhle kitschig-paradiesischen Einverstandenseins? Und jetzt das. Plötzlich heißt es umdenken: Masha Qrella lässt es Licht werden in dieser Dämmerhöhle; das denkbar anti-sentimentalste Licht. Die Musikerin der Berliner Instrumentalbands Contriva und Mina entdeckt ihre Stimme - und durchschlägt den gordischen Knoten der Songwriterfalle "1. Person Privat Poesie", Ich, Ich, Leidens-Ich. Die klebrige Intimitätssuggestion, das Humanistisch-Heimelige, das Verwechseln der Musik mit der Musikerperson, all das fegt Masha Qrella mit pointenverweigernden Vierzeilern in spröder Schlichtheit und unverstellt klapprigen Sounds hinfort. Und mit einem Peergroup-Rückhalt - auf dem Foto links personifiziert durch Contrivas Rike Schuberty - der ihr erst die Zuversicht gegeben hat, einen Schritt hervorzutreten. Den entscheidenden Schritt, um eine verblasste Schule wieder zum Leuchten zu bringen. Mit Masha Qrella steht plötzlich ein perfektes Lakoniemodell vor uns, dass so seit der Ablösung von New Wave-Exaltiertheit Anfang der 80er durch einen nonchalant-unkapriziösen Introspektionsfolk nicht fortgeschrieben worden war. Marine Girls, Poly Styrene, Young Marble Giants reichen die Fackeln aus der Vergangenheit (und werden sicherlich die nächste große Wiederveröffentlichungswelle anführen). Hell ausgeleuchtet liegen unsere uneingestandenen Häkeldecken da. Und Songwriting klärt einen erstmals wieder drängender über einen selbst auf als Techno. <Seite#13> BIG DADA UK-HipHop ohne US-Attitude. Auf internationalem Kurs sieht sich das Londoner HipHop-Sublabel von Ninja Tune. Mit Künstlern wie Roots Manuva und dem weitläufigen Labelsound finden sie neue Wege, um nicht nur die Briten clever zum Tanzen zu bewegen. Brillant, bis der Block bebt. <Seite#05> Medien. E-ZINES...<SEITE#04> FINAL SCRATCH... <SEITE#22> PLEX... <SEITE#23> PHO NETZWERK... <SEITE#25> INTERNET UND KRIEG...<SEITE#29> SERVER... <SEITE#32> KURZFILME...<SEITE#35> DIE ZUKUNFT DES DJS Final Scratch, Live und Traktor. Der DJ und seine Software. Jetzt wachsen sie zusammen. Wir haben DJ-Software auf freier Flur getestet. Und höre da, der DJ lacht, die Masse bebt, der Technics zittert. Mit Final Scratch, Live und Traktor klopft definitiv die Digitalität an die Disco. <Seite#22> Kultur. K-SWISS... <SEITE#04> SHOPPING... <SEITE#08> ISLAND AIRWAVES...<SEITE#21> ISEA JAPAN...<SEITE#28> ZILLA LEUTENEGGER...<SEITE#34> FURTHER WORD... <SEITE#35> GOTO... <SEITE#36> E-ZINES Magazine zum Klicken. Urlaub vom Kapital mit lustigen Internet-Magazinen. Völlig werbefrei erlauben Screenmags wie thisisamagazine.com ein buntes Bildergucken abseits der Standardkultur. Ob Qualität dauerhaft im Netz einkehrt oder sternschnuppenartig verschwindet, ist noch unklar. <Seite#04> Musik. BIG DADA...<SEITE#05> PHIL PARNELL...<SEITE#11> POPSHOP... <SEITE#12> MS JOHN SODA... <SEITE#13> MORR SPRICHT...<SEITE#14> DENZEL & HUHN... <SEITE#17> ERRORSMITH... <SEITE#18>

2 <2> - DE:BUG IMPRESSUM Bootin up DEBUG VERLAGS GMBH Brunnenstr. 196, Berlin Redaktion: Anzeigenleitung: Abo: Fon: , Fax: Herausgeber: Alexander Baumgardt, Mercedes Bunz, Jörg Clasen, Jan Rikus Hillmann, Sascha Kösch, Fee Magdanz, Riley Reinhold, Anton Waldt, Benjamin Weiss Redaktion: Mercedes Bunz (mrs. Thaddeus Herrmann de-bug.de), Jan Joswig Sascha Kösch Sven von Thülen Clara Völker debug-digital.de), Karen Khurana Reviewredaktion: Sascha Kösch Caspar Borkowsky Moritz Metz netz.net) Bildredaktion: Ole Brömme Redaktion New York: Nico Haupt Redaktion Wien: Anton Waldt Redaktion Lüneburg: Heiko H. Gogolin Nils Dittbrenner Texte: Alexis Waltz, Anne Pascual, Anett Frank, Anton Waldt, Benjamin Weiss, Caspar Borkowsky, Fares Al Hassan, Felix Denk, Florian Sievers, Heiko H. Gogolin, Jan Joswig, Jan Kage, Janko Roettgers, Jutta Voorhoeve, Karen Khurana, Kay Meseberg, Marcus Hauer, Mercedes Bunz, Matthias Sohr, Moritz Sauer, Nico Haupt, Olian Schulz, Oliver Köhler, Pit Schulz, René Margraff, Sascha Horsley, Sascha Kösch, Stefan Heidenreich, Sven von Thülen, Thaddeus Herrmann, Verena Dauerer Fotos: Claudia Burger, Ole Brömme, Josh Cole, Sue Costabile, Fares al Hassan, Alfred Jansen, Xeni Jardin, Signe Mähler, Noshe, Saso Podgorsek, Matthias Sohr, Tasche, Carsten Tillmann Reviews: Andreas Brüning as asb, Anett Frank as anettf, Anne Pascual as miu, Anne Schreiber as anne, Caspar Borkowsky as caspar, Clara Völker as caynd, Christian Meyer as meyer, Christoph Jacke as cj, Erik Benndorf as ed, Felix Denk as felix, Heiko H. Gogolin as bub, Jan Joswig as jeep, Kay Meseberg as kam, Mathias Mertens as mwm, Mercedes Bunz as mercedes, Nils Dittbrenner as bob, René Josquin as m.path.iq, Sascha Kösch as bleed, Stefan Heidenreich as sh, Sven von Thülen as sven, Thaddeus Herrmann as thaddi, Tobias Ruderer as ION DEBUG Ultra Beauty Operators: Jan Rikus Hillmann Tjoss May Andreas Sachwitz Karen Khurana A BETTER TOMORROW TEXT: Die Tage werden kürzer, Captain Subtext und Schwammkopf übernehmen das Kommando und morgens muss man sich jetzt immer gleich unflätigen Vokabulars bedienen, damit der Kreislauf soweit in Gang kommt, dass er wenigstens für Körperwärme sorgen kann. Direkt vor meiner Haustür ist der Irakkrieg dafür schon in die heiße Phase getreten, exakter an meiner Haustür. Nach jahrelangem Martyrium weist nämlich jetzt ein fröhliches Saddam-Bild auf den Umstand hin, dass die Billigabsteige, die vor allem von US-Rucksacktouristen auf EU-Biertour frequentiert wird, nicht in meinen Gemächern, sondern einen Stock tiefer zu finden ist. Das Bild des großen Wüstensohns erweist sich bislang als wesentlich effizienter als das "No Hotel"- Schild oder auch das Hitler-Portrait, die jeweils für lokale Folklore befunden wurden, die sich an Türen zu Billigabsteigen eben so finden. Befremdete Nachbarn können übrigens ohne weiteres mit dem Hinweis beruhigt werden, dass es sich selbstredend um ein Portrait des dritten Doppelgängers handelt, das ist nebenbei der, den auch immer Jörg Haider in Bagdad trifft. Dessen FPÖ übt sich unterdessen zusammen mit der FDP in der ganz neuen, wegweisenden Disziplin der Synchron-Demontage, womit die jeweils als Naziauffangbecken gegründeten "Liberalen" wieder mal einen europäischen Trend setzen. Ab sofort müssen nämlich alle Ordnungskräfte im TV Sturmhauben tragen und sich irgendwas mit "Spezial" nennen. BLOCKWART REMIX Noch vor wenigen Monaten als Psychopathen beschimpfte Heranwachsende, die der populären Sportart "Counter-Strike" frönen, werden jetzt noch schneller rehabilitiert: Ab sofort müssen nämlich alle Ordnungskräfte im TV Sturmhauben tragen und sich irgendwas mit "Spezial" nennen. Als Entschädigung für den verhinderten TV- Ruhm, der bislang jedem Herrn Wachtmeister zustand, der Breaking-Newsrelevant tätig wurde, genießen die modernen Vollzugskräfte alle Privilegien aus der Videospielvorlage, inklusive Geiselerschießungen, wenn die Einsatzlage oder Captain Subtext dies gebieten. Da die Stoffmasken, die von pubertierenden Linkradikalen früher auch liebevoll "Hassies" gerufen wurden, im Alltag die Sicht dann doch einschränken und immer noch nicht überall Kameras vor Ort sind, werden jetzt Bus- und Taxifahrer und andere "Teile der Bevölkerung, die sich berufsbedingt im öffentlichen Raum bewegen", zu Hilfs-Sheriffs ausgebildet, die via SMS auf ihre Handys immer die neusten Fahndungsaufrufe erhalten. "Die schnelle und direkte Einbeziehung ausgewählter Berufsgruppen eröffnet der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung neue Perspektiven und erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Straftat unmittelbar nach ihrer Begehung aufzuklären", erklärt BKA-Präsident Ulrich Kersten die "SMS-Offensive". Und wenn die Beteiligten des derzeit laufenden Pilotversuchs sich den Erwartungen entsprechend als Denunzianten bewähren, müssen sich die maskierten Spezial-Büttel schon in fünf Monaten nicht mehr mit der lästigen Suche nach Handtaschendieben aufhalten, sondern können sich entspannt auf die Erschießung, Vergasung oder Sprengung Verdächtiger konzentrieren. Für ein besseres Morgen: Totalverweigern, mit Saddam-Button FDP-Mitglied werden, Ausweispflicht für alle Ordnungshüter und täglich den Schwammkopf besuchen (ab 19:45 auf Super-RTL). Vertrieb: ASV Vertriebs GmbH, Süderstrasse 77, Hamburg Fon: 040/ , Fax: 040/ Eigenvertrieb (Plattenläden): Fon: Abobot eures Vertrauens: Sven von Thülen, Clara Völker / Debugtermine: Stichtag Dezemberausgabe: de-bug online: Geschäftsführer: Sascha Kösch Marketing und Anzeigenleitung: Mari Lussmann, Simon Kathmann, Andreas Sachwitz Fon: 030/ / Es gilt die Anzeigenpreisliste Januar 2003 V.i.S.d.P.: die Redaktion DEBUG File Sharing: newstoday.com, 72dpi, reservocation.com UNSER MONAT Wir wollten's ja nicht wahrhaben. Aber Winter ist die Jahreszeit für die Reinstallation alter Weisheiten. Zum Beispiel: Rock'n'Roll will never die. Beweis: Tobi Neumann, immer schon mittelalter Technoanimateur, lässt sich in der DJ-Booth ausschließlich Champagner kredenzen. Tocotronic, live auf der Bühne ewigjugendliche Tagebuchrocker, setzen dem Aftershow-Exklusivpublikum Bierflaschen in Kästen vor. Klarer Charakterkantersieg für Rock'n' Roll. Genau wie in München neulich, als Martin Console ein Käsebrot aß und sich nicht daran störte, dass über der kalten Platte gerade ein Rohrbruch stattgefunden hatte. Kellerstyle. Den kennt auch Eminem. Pünktlich zu Weihnachten präsentiert er in seinem neuen Film "8 Mile" die Geschichte eines weißen armen Jungen, der Hip Hop-Star werden will. Die Fortsetzung schreibt das Leben gerade selbst: Ein weißer englischer Popstar, der in Amerika nach oben will, bittet den mittlerweile schauspielernden amerikanischen HipHop-Star um ein Duett und feuert seinen bisherigen Songwriter. Kaum gefeuert, fackelt der nicht lang und bastelt jetzt mit Britney Spears an ihrem Weihnachts-Soundtrack. Das Krippenfest heißt bei Debug vor allem: Leserpoll (Seite 47). Geschenke gegen knallharte Infos, wenn das nicht der Wahnsinn ist. Wer nicht klauen will, gewinnt. Winona Ryder hat gerade verloren. Mit Haarreifen präsentierte sie sich wegen Videoaufzeichnungen von Winona im Kaufhaus vor Gericht. Frisch dem Diebstahl und Vandalismus schuldig gesprochen, ist nun ihre Akte zur Festlegung des Strafmaßes verschwunden. Die Yellow Press steigert schon mit, heißt es, ratet mal wo. Ins Land der Präzedenzfälle kann man seit diesem Monat auch wieder mit der neuen Ally McBeal-Staffel schauen. Wieder ohne Freund mit neuer jungen Freundin, in der sich gar nicht so dumm wie befürchtet ihre eigene Geschichte wiederholt. Nur bald soll Ally den King of Rock'n'Roll Mr. Jon Bon Jovi kennenlernen, und das geht zu weit. Ebenfalls zu spätem Schauspielerruhm kommen jetzt die Helden des New Yorker Disco-Olymps. Josell Ramos zeigt in seinem Dokumentarfilm "Maestro" Masters wie Francis Grasso, Frankie Knuckles, Francois Kevorkian, Larry Levan oder Nicky Siano at Work. Last night a film saved my life, können wir da hoffentlich nach einem der Club- Screenings im deutschen Winter ausrufen (Termine unter Präsentationen, Seite 48). Um im italienischen Herbst eine gute Zeit zu haben, kann man die großen Städte mittlerweile getrost knicken. 100 Kilometer von Italiens Vorzeigestadt Bologna entfernt ist es Killer, wie Thaddi on Tour aus Faenza berichtet. Nur dass die Italiener sich jetzt routinemäßig aus Autos wegverhaften lassen, verwirrte die deutsche Reisegruppe. Vive la résistance (für italienische Version bitte Google befragen)!

3 <3> - DE:BUG Schmusehouse MOSAIKE STATT NETZWERKE Antonelli Electr. Die unterkühlte Discomaschine Antonelli Electr. hat eine geheime Zweitprofession. Sie legt Fisch-Mosaike. Das Jesus-Symbol an der Badezimmerwand, ein Flaschenpostherz in der Hand und ein schüchternes E- Piano auf Band wandelt Antonelli Electr. auf seinem neuen Album den Pfad verletzlicher Liebespoesie im Minimalmantel. What a solution. TEXT: SASCHA KÖSCH Draußen an der Wand des Clubs ist ein riesengroßes großartiges Mosaik. "Es ist schade, dass kaum einer mehr Mosaike macht", jammer ich Antonelli vor. Sagt er: "Ich mache Mosaike." "Nicht wirklich?" Antonelli, keiner dieser kölschen Zimmermänner, sondern ein Düsseldorfer Mosaikfachmann, der geheimen Berufe der Technostars geheimster Teil? "Doch, in meinem Bad über der Badewanne habe ich eins gemacht, einen großen Fisch, und in unserem anderen Bad auch eins. Jörg Burger möchte auch eins. Eine Freundin von mir, Künstlerin, hat neulich auch eins für eine Ausstellung gelegt. Einen ganzen Boden, einen Teppich. Leider nicht permanent. Der wurde am Ende weggefegt." Trist. Wir sind betroffen. So ist das mit der Kunst der Mosaike. sung, solution, etwas Flüssiges, das nicht wirklich einen Zustand haben muss, wenn es sich auf sein Anderes bezieht. Jan würde mich jetzt vermutlich wieder Hobbypsychologe schimpfen. Es ist eine sehr zarte Platte. Eine Art Luftschloss. Auf der Rückseite des Covers entweicht die Luft aus dem kleinen Feldflaschenherzen. Technohelden machen Platten für die Liebe, ein verkitschter Haufen. "Ich glaube, es ist irgendwie die Zeit für solche Schallplatten", schlage ich vor. "Ja, irgendwie glaube ich das auch." "März wäre ein Beispiel, nicht nur weil ihre Platte 'Love Streams' heißt..." Aber März ist ja auch Folk, und Antonelli hat zwar ein E-Piano, auf dem er seine Melodien testet, aber ansonsten sind seine Sets nach wie vor straight und durch die kleinen Kästen bedingt, die Sounds klar und ohne Abweichen von der einmal gesetzten Linie eines anderen Minimalismus. Anders als der, für den Köln steht, ein eher harmonisch sequenzielles, glitzerndes, schwer zu fassendes Ding, dem meist nur Jörg Burger sehr nahe Antonelli Electr., Love and other solutions, ist auf Italic erschienen. http Technohelden machen Platten für die Liebe, ein verkitschter Haufen. Es ist Zeit für solche Schallplatten. FORTGESCHRITTENENKURS HOBBYPSYCHOLOGIE Sie kommt, geht, wie mit dem Wasser, das in einem Badewannenmosaik schon gegangen ist (ist ja nur noch ein Symbol), aber auch immer wieder mal kommt (ist ja schließlich eine Badewanne drunter). Oder auf dem Cover seines neuen Albums "Love and other solutions". Dort ist ein Herz ("Kitschig, aber nicht zu kitschig, das Cover, oder?", "Ja, erst war es rot, das war zuviel."), mit stilisiertem wellenförmigem Sinuswasser gefüllt, und so einen Stopfen wie eine Flaschenpost im gendergebendeten Feldflaschenformat hat es auch noch. Die Marine ruft. Wir reden also über die Liebe. Oder drumherum. "Ich bin ja eher auf der Seite der Liebe", sagt Antonelli, oder habe ich das irgendwie missverstanden? Denn, klar kann man einen Albumtitel nicht erklären, aber man kann immer darüber reden, was er alles hätte sein können und nicht sein sollte. "Ich wollte also nichts entgegenstellen, so wie in Liebe und..." Das, was noch ist, sollte kein Gegensatz sein. Also wird Liebe eine Lö- kommt, weshalb sie auch gerne zusammen Musik machen. Für "Love and other solutions" hatte Antonelli so etwas wie einen Plan. Der Masterplan schlechthin. "Ich wollte mich überraschen." Und das von jemandem, der seine Tracks wirklich gut plant, wo alles sitzt, der fast schon darüber schmunzelt, wenn man ihn akkurat nennt, und der Recht hat, wenn man herausfindet, dass es eigentlich immer noch Antonelli ist, sehr klar und schwer zu verwechseln, den man auf "Love and other solutions" hört. Es ist kein Genre, was Antonelli macht, "man hat nicht den Rückhalt, den ich mir schön vorstelle, wie z.b. die Kölner", aber man hat einen Stil, für den man selber allein verantwortlich ist und mit dem man brechen kann, ohne ihn loswerden zu können. Und wie dieser Bruch, den man nicht los wird, weil er sich selber sofort wieder kittet und zu einem neuen Mosaik zusammenfügt, ist

4 <4> - DE:BUG Abgebügelt FÜNFE GERADE S EIN LASSEN K-Swiss TEXT: JAN JOSWIG Zum immer noch aktuellen Retrotick in der Mode setzt Turnschuh-Hersteller K-Swiss mit der limitierten Classic"-Linie Solar" in schweizerisch penibler Verarbeitung einen bisherigen Höhepunkt. Die Turnschuhgeschichte fest im Blick, schlendert Fashionvictim Jan Joswig über raffiniertes Understatement, die Kunst der gekonnten Persiflage und die neue Attraktivität des piefigsten Sportes überhaupt: Bowling wäre K-Swiss fasst Kult geworden in den USA, richtiger Kult. Nicht nur so wie bisher, Kult in spe, in den Startlöchern, wie man bei Turnschuhen so passend sagen kann. Aber dann bekam jemand von den im Adidas "Stan Smith"-Modell durch Haight Ashbury und Schwabingen liefen und K-Swiss mit ihrem "Classic" die gleiche Linie nur durch eine Bowlingschuh-Spitze abwandelte. Ein weißer Ledertennisschuh http Fashion für Fashionvictims, die signalisieren wollen, dass sie ihren Status als Fashionvictims reflektiert haben. Totschick reflektiert. Old School-B Boys heraus, dass Adidas, dieser geliebten Krauts-Marke von vor 10 Jahren, das Original-Brand mit mehreren Schrägstreifen gehört. Drei bei Adidas statt fünf bei K-Swiss zwar, aber was für eine dreiste Anlehnung. So wie die Asien-Lacostes, die den Krokoschwanz nach unten statt nach oben biegen? Ein Plagiat? Eben nicht. So unoriginell das Branding ist, so originell sind K-Swiss bei ihren Entwürfen. Das ist die widersprüchliche Chemie, aus der Kulte in Startlöchern stecken bleiben und genau da ihre ganze Attraktivität entfalten. K-Swiss-Sneaker sind auf den ersten Blick immer aus dem Kaufhaus, auf den zweiten aber raffiniertestes Understatement, das nur damit geschickt spielt, wie aus dem Kaufhaus zu wirken. Die perfekte Marke, um glaubwürdig into it zu sein, gerade weil man keinen Aufriss startet. Das war schon 1966 so, ein Jahr, nachdem alle mit dreigeteilter Bowlingkappe, Bowling, der piefigste Sport schlechthin, das stelle man sich mal vor. Und dann noch damit beworben, wie hochqualitativ die Verarbeitung ist. Qualität, was für ein schwäbisches Argument. Ist das nicht perfekt, um der plumpen Hipster-Eindeutigkeit des Stan Smith zu entkommen und viel hipsterigere Irritation mit dem "Classic" und seiner piefigen Kappe auszulösen? He, Alter, das muss man erst mal checken. Checkt längst nicht jeder, q.e.d. Nicht umsonst favorisierten die Mods Bowlingschuhe. Wer sonst war so Meister der subtilen Differenz durch Übererfüllung der Konventionen? Seit diesem Coup von 66 hat es K-Swiss immer wieder geschafft, aktuelle Modebewegungen so aufzugreifen, dass sie fast wie persifliert wirken, wie der Kommentar von jemandem, der das Spiel durchschaut hat. Zum immer noch aktuellen Retrotick in der Mode setzt da die limitierte Classic"-Linie Solar" in schweizerisch penibler Verarbeitung den bisherigen Höhepunkt. Wir toppen Gola, EB, le coq sportif, Ludwig Reiter von schräg hinten, von da, wo es auch mein kleingärtnernder Onkel, der nie, nie Furnier verkleben würde, so was Unsolides, zu schätzen weiß. K-Swiss, der Wolf im Kleingärtnerpelz. Fashion für Fashionvictims, die signalisieren wollen, dass sie ihren Status als Fashionvictims reflektiert haben. Totschick reflektiert. Wer 2002 K-Swiss trägt, ist froh, dass vor zehn Jahren der Kult-Kelch an der Marke vorbeigegangen ist. Und weiß genau, warum. E-Zines LEADER OF THE PACK thisisamagazine.com TEXT: CASPAR BORKOWSKY E-Zines sind die Chance auf Urlaub vom Turbokapital. Von ihrer Operationsbasis in Mailand aus produzieren Andy Simionato und Karen Ann Donnachie ein Buntebildchensammelsurium im Screen Mag-Format mit dem schlichten Titel this is a magazine". Der Beipackzettel verrät: It has words and pictures in it." Simplizität kann begeistern. http: ths.nu/beast magnify.ventil8.net Kulturproduktion gibt es manchmal auch als kostenlose Rekursionsschleifen. Im Marktsegment der Unterhaltungsmagazine, das normalerweise vollgeballert mit Werbung daherkommt, ist das E-Zine die Chance auf Urlaub vom Turbokapital. Anfangs noch viel beschriener Hype des WWW, ist es zuletzt ruhiger geworden im Umfeld der klickoperierten Onlinemagazine. Die Ruhe hat gut getan. Projekte wie unser Titelheld thisisamagzine, aber auch Domains wie tigermagazine, le lab, magnify, urbandesk, ladestation oder beast verdienen heute einen besonderen Listenplatz in den Favoritenleisten globusweit. Insbesondere le lab, magnify und beast sind als Update-Tool bezüglich der Webdesign-Szene recht gut zu gebrauchen. Im pdf-format verfügbare Showcases diverser Webgraphiker erlauben die direkte Transformation der Farben/Formen/Motion- Feuerwerke in den Festplattenstatus. Nach dem Hype ist vor dem Hype. Entlang der Achse Kreativität vs. Kombinatorik bzw. Genie vs. Rekursionsmaschine lässt sich die aktuelle Revolution live verfolgen. Als Leader of the Pack hat sich ein Projekt aus Mailand etabliert, dass mit dem herrlich einfachen Selbstreferenztitel "this is a magazine" um die virtuelle Ecke biegt. In Form eines flashbasierten Screen Magazine gibt es eine gehörige Portion eye-candy für die abgebrühten Synapsen. Der inhaltliche Spannungsbogen macht auf dicke Hose und präsentiert Graphikdesign, Modestrecken, Illustrationen, Kunst, Photographie, dezent eingestreute Animationen und f(r)esche Kuriosika aus dem Gemischtwarenladen. Finanziert wird der Spaß laut Eigenauskunft "by telling lies and cheating". Weil aber der homo consumicus träge ist und dann doch noch mal anfassen möchte, wird es in Kürze ein good ol Buch in Sachen best of "this is a magazine" geben, ja, so richtig mit chemikalisch traktiertem Papier und so. Anlässlich des ersten printbasierten Kompendiums eines Screen Magazine sprach DeBug mit dem 34-jährigen Designer Andy Simionato, der zusammen mit der 32-jährigen Photographin Karen Ann Donnachie das Kreativ- und Gründungsteam von "this is a magazine" formiert. DEBUG: Aus welcher Grundidee heraus entstand this is a magazine"? ANDY SIMIONATO: Unsere Kultur wird für uns alle einmal im Monat frisch zubereitet. Die Hälfte davon ist Werbung, die andere Hälfte wird durch Werbung finanziert. 'this is a magazine' versteht sich als eine Antwort auf diese Kultur. DEBUG: Welche Effekte versprecht ihr euch von der einfachen Vor- und Zurück- Navigation des Mags? ANDY SIMIONATO: Die Vor- und Zurückbewegung erzeugt einen Rhythmus und forciert visuelle Spannung. Mit einer einfachen Auswahlliste ist dies nicht möglich. Es braucht die Dauer des Durchklickens. Es erinnert ans Jazzhören, an die Gleichzeitigkeit von Freiheit und Struktur und an die Möglichkeit der Überraschung. Außerdem wollten wir möglichst wenig Ablenkung. Der Stil des jeweiligen Künstlers soll nicht durch Layout- oder Navigations-Styling überblendet werden. Ziel ist die maximale Funkbreite zwischen Inhalt und Leser. DEBUG: Inwiefern verändert der Computer Graphikdesign? ANDY SIMIONATO: Ich erinnere mich, wie ich in Australien im Designbusiness begann und ein Techniker den ersten Mac in unser Studio lieferte. Wir sagten alle: 'Das ist es, alles wird sich ändern und nichts wird mehr sein, wie es einmal gewesen ist.' Das war Viele Jahre später fällt es schwer, Graphikdesign ohne den Computer zu denken, so wie es schwierig ist, einen Kreis ohne einen Zirkel zu zeichnen. Es hat die Art der Problemlösung bei Designern verändert, viele erwarten, dass der Computer ihre Probleme für sie löst, so als ob ich vor dem Zirkel sitzen würde und darauf warte, dass er den Kreis von selber zeichnet. Aber trotzdem gilt natürlich: Wie hätte Hemingway geschrieben ohne seine Schreibmaschine? Wie hätte Picasso gemalt ohne die Ankunft der Photographie? Wie hat der Computer Graphikdesign verändert? DEBUG: Was bedeutet die Idee der Zirkularität für euch? Pocht Ihr auf eigenständige Kreativitätsleistung oder seht ihr euch eher als Akteure in einem rekursiven System? ANDY SIMIONATO: Wenn ich Illustrationen erstelle, ist es, als ob ich eine Maschine mache: Ich entwickele die einzelnen Ideen getrennt, fülle sie in einen Behälter und drücke dann den Startknopf. Dann lehne ich mich zurück und beobachte, was passiert. Manchmal ist das Resultat elegant wie eine Ballerina, manchmal ist es gewalttätig und unvorhersehbar, manchmal zerstört es sich selbst. Diese Maschinenprodukte sind einerseits ein Produkt meiner Erfahrung und damit beeinflusst von unserer gemeinsamen Kultur, andererseits aber auch komplett neue, unkontrollierbare Substanzen. Mein Traum ist die Erstellung einer Maschine, die ohne mein weiteres Zutun eigenständig weitere Maschinen produziert. Mehr Rekursion geht wohl nicht. DEBUG: Welche neuen Trends seht ihr im Internet? ANDY SIMIONATO: Antwort 1: Die Rückkehr zu qualitativ hochwertigen Inhalten. Das ist auch meine Hoffnung. Antwort 2: Das Web mutiert zu einer gigantischen Shopping Mall. DEBUG: Auf welchem Level bzw. Entwicklungsniveau erwartet ihr das Medium E-Zine in der Zukunft? ANDY SIMIONATO: Momentan ist es ein beliebtes Format und die Big Players luken bereits verschämt um die Ecken, beispielsweise die Seite zur Mercedes Benz Fashion Week. Aber es ist schon lustig, wenn sie am Ende der Seite verkünden, diese Art des Formats könne nicht imitiert werden. Abgesehen von solchen Peinlichkeiten entwickelt sich eine rückkoppelnde Doppelschleife, in der Printmagazine immer Web-mäßiger werden, Information wird also in immer kleinere und schnellere Bissen zerlegt, ein historisches Beispiel dafür ist ja wired", in der sich andererseits aber Webseiten immer stärker an traditionellen Magazinen orientieren. Unser Fokus und unsere Hoffnung liegt eher auf der inhaltlichen als auf der formalen Ebene. Die Schleife wird irgendwo enden, wir warten auf geheimnisvolle neue Blumen, die in Farbenpracht und duftender Vielfalt erstrahlen. Kultur wird für uns alle einmal im Monat frisch zubereitet. Die Hälfte davon ist Werbung, die andere Hälfte wird durch Werbung finanziert. this is a magazine ist eine Antwort auf diese Kultur. DEBUG: Begeistert euch momentan im Netz irgendetwas besonders? ANDY SIMIONATO: Alles, was mir nicht mit Hochdruck irgendwelche Waren verkaufen möchte, begeistert mich, und zwar aus dem einfachen Grund, dass es nicht lange überleben wird. Wie ein Feuerwerk ist es nur ein kurzer lauter Knall und greller Lichtblitz, und schon ist es wieder Geschichte

5 <5> - DE:BUG HipHop BESONDERS REAL Big Dada Big Dada ist die Rettung der britischen HipHop-Landschaft. Mit brillanten Platten von Roots Manuva und anderen beschreitet das Londoner Ninja Tune Sublabel neue Wege und weckt nicht bloß in England trendlose Begeisterung für seine elektronischeren und dublastigen Veröffentlichungen. TEXT: JAN KAGE Mitte der 90er rappten in England eine Unmenge MCs über die vier Elemente auf Beats, die auf jazzigen Loops basierten und möglichst nah ans New Yorker Original angelehnt wurden. Nur hatten die Briten ein Problem: Die Hörer und Konsumenten verstanden und kannten die amerikanischen Originale. Das Plagiat war offenbar. Die Post Britcore-Szene machte sich selbst obsolet. Aber dort, wo es stagniert, scheint auch schon immer irgendwo der Fortschritt zu lauern. Und in diesem Falle war der Katalysator des Fortschritts ein HipHop-Journalist, der gelangweilt war von Engländern mit fake amerikanischem Akzent und von den immer gleichen Loops. Dieser Schreiber ging zu dem Labelchef des damals aufsteigenden, sehr erfolgreichen TripHop-Labels Ninja Tune und bat ihn um Unterstützung im Aufbau eines HipHop-Labels, das sich progressiver, experimenteller Musik verschreiben sollte. Und so geschah es. Big Dada wurde aus der Taufe gehoben und Will Ashon hatte einen neuen Job. Fortan arbeitete der einstige Journalist als Labelmann und beförderte die Karrieren so illustrer Künstler wie die des dancehalligen Roots Manuva, Gamma, des HipHop- Storytellers Ty, des New Yorkers Mike Ladd oder der Franzosen TTC. NO FAKE AMERICAN ACCENT! "Die Notwendigkeit einer eigenen Szene war Sound ist aber weniger von der damaligen Zeit beeinflusst als vielmehr vom Dancehall-Reggae: "Die Dancehall-Einflüsse sind sehr wichtig. Die sind in den Beats, aber auch in den britisch-jamaikanischen Akzenten der MCs zu hören. Es ist sehr wichtig, neue Wege zu finden, die Leute zum Tanzen zu bringen. Früher standen die B-Boys in ihren dicken Wir sind kein englisches HipHop-Label, wir sind ein internationales HipHop-Label mit Sitz in London. Die Compilation "Extra Yard" ist bereits auf Big Dada/Zomba erschienen. http in England auf Grund der Sprache, die wir mit den USA teilen, nicht so groß wie in Frankreich oder Deutschland", sagt Will Ashon. "Ich war es leid, englische Kids mit New Yorker Akzent über amerikanische Probleme wie Waffen rappen zu hören", erzählt ein entspannt ins Sofa geflätzter Ashon im Süd- Londoner Ninja Tune Headquarter. "Ich mag New Yorker HipHop auch. Aber über ein jazziges Loop passt ein New Yorker halt besser als ein Londoner. Eine stilistische Entwicklung tat not. Der britische Kram ist eher grobkantig und dreckig. Das Tempo ist schneller." Das war es bereits zu Zeiten von Hijack und Gunshot, zwei Gruppen, die Anfang der Neunziger an vorderster Front des so genannten Britcore standen. Der Big Dada- Daunenjacken auf den Parties und guckten böse in die Gegend und keiner wollte tanzen. Aber die Leute wollen auch tanzen! Es geht auch um die Attitüde in der Sprache. Die ganze Musik ist ein full body and mind workout! Es ist Zeit, die Musik zurück zu den Clubs zu bringen, wo sie auch herkommt. Wir haben uns da auch von der britischen Club-Szene, z.b. dem 2 Step, inspirieren lassen und der Art, wie die Geld verdienen. Die öffentliche Wahrnehmung drückt der HipHop-Szene eine recht einengende Definition auf, was sie zu sein habe. Man darf entweder nur über Waffen und Drogen rappen oder Consciousness ausdrücken. Das ist aber zu wenig. Ich will auch nicht definieren, was HipHop zu sein hat. HipHop ist zwar Teil meines Lebens, aber ich besitze ihn nicht. Aber man kann ihn auf keinen Fall von seinen sozialen Wurzeln trennen." Bisher größter kommerzieller Erfolg für Big Dada war Roots Manuvas Album "Run Come Save Me" mit etwa verkauften Einheiten allein in England. Jüngstes Produkt aus dem Hause Big Dada ist die Label Compilation "Extra Yard", die den Status Quo des britischen Labels zusammenfasst. "Wir sind aber kein englisches HipHop-Label", stellt Will klar und spielt mit der Klett- Lasche seiner Lacoste Turnschuhe. "Wir sind ein internationales HipHop-Label mit Sitz in London." Dieser Sitz ist übrigens eine Erwähnung wert, denn es fiel mir nicht leicht, die angegebene Süd-Londoner Adresse zu finden. Mitten in einer langweiligen Wohngegend steht da dieses schmale, dreistöckige Haus mit großer Toreinfahrt, aber es findet sich weder ein Türschild noch eine Hausnummer an der Fassade. In der Tür klebt ein Logo irgendeines Brandschützer-Departments und nur, weil ich den weiten Weg gemacht hatte, drückte ich schließlich die Klingel. "Hello?" "Yes, hello, is this the Ninja Tune Office?" "Yes, come up, please!" Summer. "Weißt du, man möchte in dieser Gegend nicht jeden wissen lassen, dass man hier ein Geschäft mit Plattenlager und vielen Computern führt." Keep it on the low. Hotline&Service Bestell dir kostenlos den DJ Mailorder Katalog! Advanced RMX-3 BPM Set Best. Nr.: nur 899,- UVP* 1263,73 Ersparnis ** 28,8% UVP* = Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Ersparnis** zur UVP (bei Sets deren Summe) in Prozent! Angebote nur gültig bis Abbildungen ähnlich, Lieferung nur solange der Vorrat reicht, Irrtum und Druckfehler vorbehalten, es gelten die Allg. Geschäftsbedingugen der GDT GmbH (Stand: Sept. 2002) SM-3 Best. Nr.: nur 44,35 UVP* 59,- Ersparnis ** 24,8% Pioneer DJM-600 S Best. Nr.: nur Sensationspreis! Reloop RM-2000 PRO blue Best. 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6 <8> - DE:BUG shopping_kunst DAS GEBEN GEHT LOS... Das Weihnachten, der Konsum und das Kunstwerk TEXT: MERCEDES BUNZ Weihnachtszeit, Warenzeit. Shoppen ist eine zentrale Praxis unserer Kultur - und in dieser Funktion auch längst in die Museen eingezogen. Zum Beispiel in die Schirn Kunsthalle, die unter dem Titel "Shopping" "100 Jahre Kunst und Konsum" thematisiert. Nur: kann das Kunstwerk die Ware noch in die Ecke drängen? G. BIJL - NEVER SUPERMARKT Shopping - Hundert Jahre Kunst und Konsum - ist noch bis zum 08. Dezember 2002 in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu sehen. Danach wandert die Ausstellung zur Tate Liverpool. Der Katalog, dem auch die beiden Bilder entnommen sind, ist bei Hatje Cantz Verlag für 39,90E erschienen. Dezember, das bedeutet Kälte, Schneeflocken, künstliche Tannenwipfel, in denen goldene Lichtlein blitzen und der Höhepunkt des Konsumismus. Es ist der einzige Monat unserer Kultur, der von Beginn an zielgenau ausgerichtet ist und schnurstracks nur auf das eine zuläuft: Weihnachten. Das Geben, die Post ist mein Zeuge, geht los. Jeden Tag gibt einem der Adventskalender ein Stück Schokolade, der Nikolaus ein paar Nüsse, die Oma einem Plätzchen für Adventssonntage und die Waage im Bad einem den Rest. Eine wahnsinnige Warenzirkulation beginnt, durchquert den Magen, streift den Kleiderschrank, erfreut die Elektrogeschäfte, minimiert den Geldbeutel und findet kurz nach Weihnachten in einem allgemeinen Umtausch ihren Abschluss. DIE WARE Nur: Diese Waren finden ja nicht nur einfach so unschuldig passiv ihren Weg quer über die Straßen des Kapitalismus. Man muss also eine Frage in all ihrer Naivität stellen: Was passiert da eigentlich, wenn dem Thema "Shopping", für das sie verschiedene Arbeiten aus 100 Jahren Shoppingkultur zusammengetragen hat. Zusammen mit dem Hatje Cantz Verlag gibt es dazu einen dicken Katalog, der uns vorliegt. Mit über 20 Essaybeiträgen schafft er einen weiten Überblick, begonnen beim Bau von Warenhäusern in der Mitte des 19. Jahrhunderts, und versammelt Arbeiten von um verschiedene Schwerpunkte: frühe Fotos von Warenauslagen von Eugène Atget, Berenice Abbott und Walker Evans, die Faszination der Surrealisten für Mannequins, Serialitätsgemeinsamkeiten von Ware und Kunstwerk bei Katharina Fritsch über Jeff Koons und Damien Hirst bis zu Andreas Gursky, Kritik am Shoppen von Barbara Kruger ("Du willst es, du kaufst es, du vergisst es") und an der Globalisierung von Zweolethu Methethwa oder Julien Michel. Daneben gräbt sie die fabelhafte Aktion "Demonstration für den Kapitalistischen Realismus" von Gerhard Richter und Konrad Lueg aus, in der die beiden 1963 in Düsseldorf kurzerhand ein gesamtes Möbelhaus "ohne Veränderung" POLITIK DES SHOPPING Ist Shopping die letzte Form einer öffentlichen Aktivität? Das ist natürlich Quatsch. Eine schicke These, die ihren Reiz erst durch die Unterstellung gewinnt, Öffentlichkeit hätte automatisch etwas mit Gemeinschaft zu tun und damit auch mit Politik. Doch dieser funky Automatismus greift so nicht mehr. Immerhin steht Koolhaas der Ökonomisierung der Kultur in Form des unvermeintlichen Museumsshops und -cafes, den es jetzt auch in Kirchen gibt, nicht unbedingt so blind positiv gegenüber, wie es gerne mal im Sinne der Ankunft einer totalen Shoppingkultur gedeutet wird. Ihm geht es vielmehr darum, einen politischen Aspekt von Shopping und also von Stores und Malls in den Vordergrund zu rücken. Nicht uneigennützig natürlich, denn das hat zunächst mal eine Aufwertung kommerzieller Architektur selbst zur Folge. Bei der Konzeption seines New Yorker Prada- Stores wird ja nicht umsonst die Demokratisierung des Eingangs in den Vordergrund gestellt, bei dem im Gegensatz zu herkömmlichen Luxusgeschäften auf ein monumental abschreckendes Portal verzichtet wurde. Statt dessen Basisarbeit durch Kulturalisierung: Der Store kann auch für Kulturevents genutzt werden (aber wird er das?), Displays informieren über den Prozess der Herstellung der Waren (die Prozesshaftigkeit des Werks in den Vordergrund stellen, das kommt einem auch irgendwie bekannt vor) und die ausladende Treppe, auf der die rotstreifigen Prada- Schuhe ruhen, ist zum Verweilen konzipiert. Für Neugierige. Nicht nur für Käufer. Das ist vielleicht ein netter Zug, trotzdem ist das natürlich eine politisch nicht so "Shopping is arguably the last remaining form of public activity..." Wie jetzt? A. GURSKY - 99 CENT - II wir uns mit Waren bewerfen? Schenken, das ist die Addition von Besitz, das addiert dem anderen etwas äußerlich hinzu. Die Ware ist ein Supplement, das zu mir hinzukommt und fortan Teil von mir ist. Genau deshalb braucht man in der Umkleidekabine von H&M auch immer so besonders lange. Passt das zu mir? Will ich dieses neue Ich werden, dass ich mit der neuen Ware dann bin? Beim Schenken entwirft man aus diesem Grund, weil die Ware einem was hinzufügt, einen verändert, den anderen eben immer ein bisschen mit. Deshalb ist Geschenke- Shoppen so anstrengend und in gewissem Sinne immer auch eine Form von Erziehung. Man lässt dem anderen nie einfach nur zukommen, was der sich wünscht, sondern immer etwas, das man auch selber vertreten kann. Man kann Menschen mit Geschenken freundlich in bestimmte Richtungen dirigieren. Beispielsweise. DIE AUSSTELLUNG ZUR WARE Pünktlich zum Fest gibt es in diesem Jahr Gelegenheit zu groß angelegten Reflektionen. Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main widmet sich mit einer Ausstellung ausstellten. Eine Vielfalt der Ansätze also, und doch geht es uns nicht weit genug. Einerseits wird jene These, die im letzten Jahr das Thema Shopping durchgewirbelt hat, ausgespart, nämlich die These des holländischen Architekten Rem Koolhaas, "Shopping is arguably the last remaining form of public activity"; andererseits kann man Ware und Kunstwerk bei weitem nicht so ordentlich voneinander unterscheiden und gegeneinander stellen, wie es tendenziell in "Shopping" gerne mal getan wird. Doch eines führt zum anderen... wirklich überzeugende Lösung. Prada: auf der Treppe sitzen für alle, aber Prada-Schuhe-Kaufen nur für die mit den dicken Kreditkarten. Ist das die neue Form von Gerechtigkeit? Interessanter ist hier: Wenn die Marke in ihrer Funktion als Sinnbild, als die Form der zeitgenössischen Allegorie, nicht vor Nachahmung geschützt ist, weil ich mit einem Prada-Imitat oder einer hochwertig gefakten Louis Vuitton Tasche genauso viel hermachen kann, dann muss man eben das Einkaufen selbst zum Erlebnis machen. Prada versucht, seine Marke durch ein architektonisches Konzept rund um den Einkauf zu füttern, sie zurück in einen materiellen Kontext zu treiben, der eben nicht so leicht nachgeahmt werden kann. Ein cleveres Konzept. DIE WARE KUNST Tatsächlich ist Shopping als neue Sphäre des Kollektiven also eher eine zu vernachlässigende Angelegenheit, wichtiger ist wahrscheinlich immer noch (und "no logo!" von Naomi Klein hat das gezeigt) die Beschwörung der politischen Verantwortung des Käufers, die zunehmend und gottseidank an die Stelle der alten Entfremdungsthese gerückt ist. Wählen durch Ware, das funktioniert als politischer Akt, wird sichtbar, zumindest solange die Wahl als politische artikuliert und an mediale Manifestation (wie Cleanclothes.ch, etc...) gebunden wird. Und eben dieses politische Potential, das Shopping hat, wird hier tendenziell unter den Museumsläufer gekehrt. Kunst reduziert hier anstelle dessen die Ware auf spezifische Aspekte - das Neue, die glatten Oberflächen, der Glanz der Dinge, die Serialität - spart aber bezeichnender Weise den hochspannenden Moment aus, dass sie selbst immer auch Ware ist. Kulturelle und ökonomische Aspekte lassen sich zwar ausdifferenzieren, tatsächlich aber nicht voneinander trennen. Natürlich ist die Ökonomie in eine andere diskursive Ordnung als die Kultur eingebunden, aber dennoch darf man sich nicht täuschen: Abgesehen davon, dass sie von Beginn an engere Beziehungen zueinander unterhalten haben, als es vielleicht der Dialektik der Aufklärung lieb war, infizieren sich derzeit hochgradig gegenseitig. Genau deshalb treten ihre strukturellen Gemeinsamkeiten an mehreren Punkten mehr und mehr nach vorne: Erstens geht es bei beiden, bei der Ware wie beim Kunstwerk, um Inszenierung, um Aspekte des Ausgestelltseins. Zweitens ist in den überwiegenden Fällen der Produktionsprozess in den Hintergrund getreten. Drittens ist der historische Verweis Bestandteil ihrer Form. (Um das zu sehen, empfehlen wir vor allem dem katalogbeitragenden Kunstkritiker Boris Groys beispielsweise auf den K-Swiss-Artikel von Jan Joswig zu lugen. Denn wie: "Kunst verfügt über ein Archiv, die Massenkultur nicht"? Braucht sie auch nicht. Die Massenkultur hat Manufactum.) Schließen wir also: "Wenn ein Kunstwerk zur Ware werden kann und wenn dieser Prozess fatal erscheint, dann ist es doch gleichzeitig so, dass die Ware damit begonnen hat, auf die eine oder andere Weise das Prinzip einer Kunst ins Werk zu setzen", schreibt Derrida in Marx' Gespenster. Darüber kann man noch eine Weile nachdenken. Beispielsweise über Weihnachten. Frohes Fest!

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8 <10> - DE:BUG Techno IN THE COURT OF THE CRIMSON KING Sutekh TEXT: OLIAN SCHULZ / FOTOS: SUE COSTABILE Der verrückte Crimson King der elektronischen Musik lädt zur Privataudienz. Seth Horvitz aus San Francisco, besser bekannt als Sutekh, resümiert und arrangiert das eigene Livesetmaterial zu einer Ich AG-Mix-Produktion zusammen, die sich als eine entzückend minimale "Trial and Error" Scape für die Heimapplikation entpuppt. Rohstoff für die Synapsen. Was steckt hinter dem Pseudonym Sutekh? Zunächst ein Glücksfall: Seth Horvitz wählt für die Bühne nicht wie sein Onkel den Nachnamen Adamson, sondern entscheidet sich für die ägyptische Übersetzung seines Vornamens. Eine Art Satansfigur aus der Mythologie am Nil, behauptet der Mann aus San Francisco. Privat zeigt das Teufelchen schon früh eine Neigung "zur extremen Seite eines jeden Musikgenres. Der Jazz musste "richtig free sein, die zeitgenössische Musik avantgardistisch und der Rock aufreibend noisy. Im Fegefeuer von DJ Sutekhs Radio-und Clubsets dürfte manchem kalifornischen Surfer die Welle unterm Brett verdampft sein. In Europa kennen wir Sutekh seit Beginn seiner Produktionstätigkeit Hier steht der Name für eine enorme Vielseitigkeit. Sutekh heißt reduziert grooviger Click oder Krachkollage, intimes Ruttle&Hum oder feuchtfröhlicher Funk. In verschiedenen Proportionen gemischt, arrangiert und manchmal konfrontiert. Beelzebub, mag sein, aber mit seiner Experimentierfreudigkeit gerät Sutekh Im Fegefeuer von DJ Sutekhs Radio-und Clubsets dürfte manchem kalifornischen Surfer die Welle unterm Brett verdampft sein. http Sutekh, Incest/Live, ist bei Force Inc. erschienen. zum crazy Crimson King der elektronischen Musik. Bei der Audienz in Suite K wirkt King Sutekh ernst und sehr entschlossen, schließlich geht es um seine Musik. Mehrfach gebraucht er den Ausdruck "taking chances : Er will Risiken eingehen, Möglichkeiten nutzen, unberechenbar bleiben und damit künstlerisch frei sein. Von sich und anderen Produzenten-DJs fordert er Abwechslung und Veränderung. Stile und Stimmungen mixen, bitte, warum ein stundenlanges, nur graduell variierendes Set? We are not pleased. Sutekh selber macht es vor. Auf der zweiten Pigeon Funk-Platte (Split-Maxi mit Safety Scissors) ertränkt er einen lässig-lockeren Bossanova in ständig zunehmendem Turbinenlärm aber der Bossa überlebt! Zur gelungenen Selbstverteidigung gratuliert eine Hammond-Fanfare. "Pigeon Funk ist mehr ein Spaßprodukt, erklärt Sutekh. "Es soll lässig hingeworfen und zugleich funky sein. Für Dance Tracks gibt es eine gewisse Formel. Wenn man absichtlich genau das falsch macht, kann das recht lustig sein. Ich wollte eine Gratwanderung zwischen etwas Tanzbarem und etwas, das alle DJ-Regeln bricht. ERDIGE TEXTUREN Eine ganz andere Schiene verfolgt er mit seinem jüngsten Konstrukt "Incest/Live. Er recycelt das für seine Livesets produzierte Material zu einer perfekten Performance im Studio. "Das ursprüngliche Material stammt aus kurzen Stücken meiner Releases. Sie funktionieren nicht als einzelne Tracks, aber als durchgehende Einheit. Für mich war das der beste Weg, diese Arbeiten zu dokumentieren. Irgendwie leidet die Platte an dieser bibliothekarischen Zweckgebundenheit. Es fehlt eine gewisse Erdigkeit. So wirkt der Tonträger wie ein DJ-Mix, bei dem alle Stücke von demselben Produzenten sind. Vielleicht ein gutes Liveset, aber zu Hause sind wir von Sutekh Besseres gewöhnt. Gerade in den listening-orientierten Releases wie "Fell erschließt sich die Besonderheit seiner Musik. Es faszinieren die dichte, greifbare Beschaffenheit seiner Klanggebilde. Sutekh bezeichnet sie als "Texturen, sie sind neben dem Rhythmus die Rohstoffe für ein Stück. "In einem 'Textur'-Track kann ich auf einer breiten Skala mit subtileren Veränderungen arbeiten als bei einem Dancetrack. Es geht darum, einen Raum oder eine Stimmung zu schaffen und dennoch für Überraschungen zu sorgen. Jedes Mal baut sich eine eigene innere Logik auf. Wie bei einer Skulptur ergeben sich, wenn ich Elemente hinzufüge, neue Interaktionen. Auf eine Art ist es 'Trial and Error', aber am Schluss erreicht man ein System, das arbeitet. "Context" ist der Hof des Crimson King. Sutekh startete das Label vor drei Jahren für seine eigenen Releases und die seiner Freunde wie Twerk oder Safety Scissors. Da sie alle inzwischen bei größeren, meist europäischen Labels Produktionen herausbringen, wandelte sich Context zu einer stilsicheren Talentschmiede. Ganz der Souverän, verwahrt sich Sutekh gegen eine (typisch deutsche?) Veröffentlichungswut: "Ich warte, bis was kommt, was mir gefällt. Seither verdienten sich Portable, Ben Nevile und Murcof ihre erste Sporen bei Context. Zehn Platten, keine Ausfälle: Meine Hochachtung, Eure Majestät!

9 <11> - DE:BUG House ALLIGATOR IM JAZZ-TEICH Phill Parnell TEXT: KAY MESEBERG / FOTOS: JOSH COLE Egal ob Komponieren oder Programmieren, Phill Parnell, ursprünglich Jazzpianist aus New Orleans, jetzt hauptsächlich Londoner, öffnet seine Augen für die weite Welt der Vielfalt. Zwischen Herbert-Support und Improvisation praktiziert er die Kunst der Querverweise und des Austauschs. / HTTP "Do your living in the night ist auf Mantis Recordings erschienen. Ulrich Wickert wird VJ auf Viva. Biz Markie versteckt sich hinter Prefuse. Jean-Michel Jarre nennt sich jetzt Kaito. Ok. Erwischt. Das ist geflunkert. Phil Parnell geht aber einen Weg, dem diese Vergleiche nahe kommen. Weil er pfiffig ist, würde er das jedoch nie von sich behaupten. New Orleans. Die Stadt am Mississippi- Delta. Dort wo sich Alligatoren nur noch zeigen, wenn sie Bares in Form von Marshmellows von den Touristen zugeworfen bekommen. Die Mutter des Jazz. Frühstück. Einen Bagel und einen "Vorsicht-Kaffee-istkochendheiß -Eimer schwarzer Brühe in den Händen am Ufer des Stromes sitzen. Die antike Straßenbahn rumpelt hinterrücks die ersten Besucher gen French Quarter. Unter freiem Himmel zu essen, ist hier noch möglich. Doch die Bank auf den Holzplanken des Steges hätte es wohl nicht sein sollen. Komische Blicke der Jogger und Powerwalker. Das ist diese neue Modesportart, bei der meist Frauen mit Gewichten in den Händen die Siebenmeilenstiefel auspacken und rudernd ihre Runden gehen. Wenn ich jetzt ein gerade geschlüpftes Vögelchen wäre, würde ich meinen, die angenehm warme Brise kommt von den heftig schlenkernden Armen der Frau, die in ihrer zu großzügig geratenen Sportswear meinen Panorama-Blick kreuzt. Ich habe das aber nur bei Gorki gelesen. Ein Saxophonist mit weißem Hemd und Strohhut spielt Jazzstandards. Der Instrumentenkoffer liegt zur Geldannahme bereit. Ein ehrwürdig ergrautes Ehepaar schlendert herbei, bleibt stehen, schaut sich in die Augen: Weißt du noch, damals. Hinter dem Trio fläzt sich direkt am Ufer des grauen Wassers eine Mall in die urbane Landschaft. In ein paar Jahren wird hier ein Frachtkahn reinsemmeln. Das alles ist acht Jahre her. Der Jazzpianist Phil Parnell macht sich gerade auf den Weg. Mit 18 Jahren hat er beschlossen, nicht wie andere Musiker noch mit 50 auf der Bourbon Street den Touristen Jazzevergreens zu kredenzen. Oder gar in der Preservation Hall aufzutreten, dem Club, in dem die Olympic Brass Band, die als älteste Jazzcombo der Welt gilt, residiert. Inzwischen hat er mit Größen wie Astrud Gilberto und Bo Diddley gespielt. Mit Jazz-, Latin-, R'n'B- Bands musiziert. New Orleans ist ausgereizt. Parnell ist schlau. Darum zieht es ihn nun mit Ende dreißig in die weite Welt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Seine Frau Mandy, eine Britin, findet in New Orleans nur schwer einen Job. Tontechniker sind von Mama Jazz nicht wirklich gefragt. Der Sohn, der damals geboren wurde, soll eine gute Ausbildung bekommen. Auf nach Europa. Hier spielt Phil ohnehin seine meisten Konzerte. Auf nach London. Hier kann er sich von den Klischees eines Jazzpianisten befreien. Inzwischen schätzt er an Europa besonders "die ungefilterte Zugänglichkeit von Nachrichten und Informationen, die es so in den USA nicht gibt. Je länger ich hier lebe, um so mehr bin ich über das enttäuscht, was in den USA passiert. Mein Blick auf die Welt hat sich gewandelt. Ich bin nicht mehr so blind wie manche Amerikaner, die diesen Tunnelblick haben. Vor allem Bush: Dieser Mann ist gefährlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dort wieder zu leben. Das Leben an verschiedenen Orten auf dieser Welt öffnet die Augen." AUSTAUSCHPROGRAMM Phil Parnell ist auf seinem Weg die Speerspitze einer Bewegung, die der US-amerikanische Kultur- und Bestsellersoziologe Richard Sennett beschrieben hat: Die kulturelle Stagnation in den USA führt zu einem Auszug junger Menschen, die ein Leben in Europa dem in den Vereinigten Staaten vorziehen. Er selbst lebt jetzt hauptsächlich in London. Sein Sohn ist Neueuropäer. Madonna lebt dort mit britischem Ehemann. Und in Berlin wird die GI- Generation des alten Ami Rick DeLisle vom Nachwuchs aus Übersee verdrängt. Sennett vergleicht die Situation mit den Zwanziger Jahren, als sich Künstler und Wissenschaftler in den USA nicht mehr wohl fühlten. Die 20er-, 30er- und 40er-Jahre waren auch die Zeit des Jazzpianisten und -komikers Fats Waller, der die damals noch hauptsächlich als Kirchenorgel genutzte Hammondorgel in den Jazz einführte. Wallers Auftritte wurden von den Kirchen als Teufelsmusik, als sündig gebrandmarkt. Damals waren sie Avantgarde, rebellisch. Von Fats Waller stammt der Text zu "I got the feelin' I'm fallin', dem Song auf Phils Album "Do your living in the night, der etwas von der Rolle fällt. Das Lied erweckt beim ersten Hören den Eindruck, nach durchtanzter Nacht den Heimweg zu versüßen. Es ist aber mehr. Es sagt aus: Ein guter Song ist ein guter Song. Egal wie alt. Die von Herbert inspirierten Sounds stellen Waller in einen zeitgemäßen Kontext. Sie unterstreichen die Klasse der Textzeile. Das Wissen um die Geschichte macht die ständig variierte und wiederholte Textzeile "I got the feelin' I'm fallin' bedeutungsschwanger und metapherschwer. Mit dem Lied verschränkt Parnell seine Herkunft und seine neue Heimat. Er hat einen respektablen Schritt gemacht, ähnlich wie Sennett, der sich mit bald Sechzig einen neuen Lebensmittelpunkt sucht und als gestandener, namhafter Universitätsprofessor wieder Vorlesungen besucht, um Evolutionstheorie und Informationstheorie zu pauken. Parnell öffnet sich neuen Dingen, legt sich Logic, Harddisk und Synthesizer zu. Dann suchte Matthew Herbert jemanden, der ihm ein paar Pianokniffe zeigt. Phil sah sich aber weniger als Lehrer. Vielmehr bestand er darauf, einen Austausch zu starten. Du zeigst mir, wie ich am besten mit dem neuen Equipment arbeite. ich zeige dir, wie das mit den Tasten geschmeidig geht. Dieses Austauschprogramm startete vor fünf Jahren. In den vergangenen vier Jahren ist Phils Album entstanden. Die beiden sind mit Dani zusammen getourt. Nach Einfluss und Inspiration muss man nicht fragen. Man hört es. Die Jazzherkunft ist natürlich präsent. ZWEIMAL PARNELL, EINMAL PARNELL Mit seinem Zugang zu elektronischer Musik hat sich Phil ein neues Publikum erarbeitet. Bei den Konzerten mit Matthew und Dani hat er Erlebnisse gehabt, die ihn als Musiker vorangebracht haben. "Bei den Konzerten ging es darum, exakter zu arbeiten, die Soli wegzulassen. Ich wollte auch weniger als Jazzmusiker auftreten. Für das Album haben wir die eher jazzigen Stücke weggelassen. Die kommen bald auf dem Perlon- Label raus. Mein Jazzpublikum, für dass ich immer noch Konzerte und Tourneen mache, würde sich meine elektronische Musik nicht anhören. Das ist recht festgefahren. Mir geht es aber um Vielfalt." Umgekehrt ist es schwer vorstellbar, dass sich Freunde der dicken Bassdrum zu einem Jazzergemucke verirren. Dank der Vielfalt vereint Phil die Qualitäten eines elektronischen Produzenten und die eines Mein Jazzpublikum, für dass ich immer noch Konzerte und Tourneen mache, würde sich meine elektronische Musik nicht anhören. organischen Komponisten. Für ihn ist es egal, wenn er nach einem Tag mit seinem Sohn auf dem Spielplatz mit einer Idee nach Hause kommt und diese Idee dann programmiert oder komponiert. Phil Parnell ist zu jemandem geworden, der von Studienräten und Househeads respektiert wird. Nur in New Orleans hätte er mit seinen Harddiskprodukten wohl niemanden von der Bourbon Street weg in eine Bar gezogen. Oder ist es möglich, dass es in naher Zukunft Straßenmusiker mit Laptops gibt, die die Portabletasche für die Spendenannahme öffnen? In New Orleans zumindestens nicht.

10 <12> - DE:BUG Techno POSTDETROITPOESIE Popshop TEXT: SASCHA KÖSCH In Zürich bündeln sich die Sounds des weltweit zersplitterten Detroits. In distanzierter Verehrung, aber undogmatisch baut sich Martin Akeret aka Popshop sein Vocoder-persönliches Detroit mit dem einzig sympathischen Electroclash-Anschluss weltweit. keinen Detroit sonst hören." Hört sich leicht an, klingt leicht, haut einen aber um, wenn man es hört, und lässt selbst den eingeschworensten UR-Hood-tragenden Deckshark das verborgene Logo doch mal linksrum tragen oder um die Hüften knoten. Wir stellen uns vor, dass Drexciya das in den ewigen Weltmeeren jetzt hört Ich glaub', ich bin im Exil :) Salon Bizarre ist bereits auf Raygun erschienen. http Es ist mal wieder an der Zeit, Legenden beiseite zu legen. Diesen Monat Detroit. Martin Akeret aka Popshop, dessen neues Album grade bei Raygun erschienen ist, und Labelmacher von Poetenpop ist nicht in Motor City groß geworden. Nicht mal virtuell. Wäre auch blöd mit dem Namen, würde einem in der Schule immer das Peanutbuttersandwich um die Ohren geschmiert werden. Martin kommt aus Winterthur, Schweiz, und wohnt seit einiger Zeit in der Pseudohauptstadt Zürich. "Möglicherweise gibt es bei mir so eine Art unterbewusste 'Detroit-Affinität'. Auf jeden Fall höre ich mir schon oft und gerne klassische Detroitsachen an, aber dann aus einer gewissen Distanz heraus." Und diese Distanz erlaubt es ihm nicht nur, mit einem von Wichtigkeiten und schweren Worten wie Deepness vor allem aber Namen belasteten Sound zu tun, worauf er grade Lust hat, sondern auch eben diesen Sound einer über die Erdoberfläche seit Jahrzehnten zersplitterten elektronischen Stadt weiterzubringen mit einer gewissen Lässigkeit und Euphorie. "Ich bin da überhaupt kein Purist, ich liebe es, auch mal albern und für einige Leute deplaziert zu wirken, solange es nicht beliebig wird. Ich denke meist daran, wie mich der Track selbst überraschen kann. Die Tracks dürfen oder sollen da auch gerne extravagant sein... Ich glaube so auch manche Hörer zu haben, die überhaupt und breit grinst. Aber wie macht er das? "Die Verhältnisse von digital zu analog sind etwa gleich, ich benutze meist nicht allzu viele Elemente, versuche sie aber so prägnant wie möglich einzusetzen. Auf die Auswahl der Sounds lege ich viel Wert, ich bin einerseits schon der Soundtüftler, es ist wie: Ich leide für den Track, aber ich will auch Spaß dabei. Ich liebe Details, das Arrangement und die Ideen. Ich denke, die Frische innerhalb der Musik ergibt sich durch die Art des Arrangements. Ich versuche, einzelne Passagen nicht zu lang werden zu lassen, um eine ständige Spannung zu erhalten. Wichtige charakteristische Merkmale meiner Musik sind für mich Euphorie, Vorantreiben/ Aufbruch, Lässigkeit, Individualität. Meine Musik MUSS persönlich sein." FLAVOUR DANK GESANGSKITT Und das erreicht er oft genug durch ein selbstgesungenes Vocalsample, etwas, das den Track zusammenkittet und ihm diesen Flavour gibt, das bei aller Deepness der Grooves und allen noch so guten Sounds irgendwie etwas ist, auf das man immer wieder zurückkommt, ohne dass es von dem Track ablenken und ihn einfach auf ein Sample reduzieren würde. "Ich benutze gerne Stimmen, und dann meist auch meine eigene, die ich verfremde und verändere. Es sind immer Zitate von Geschichten, ich erzähle kleine Geschichten fast mit beiläufigem Charakter. Ich stelle sie selten in den Vordergrund. Es sind die klassischen Themen der Popsongs, aber ich trage sie bizarrer und skurriler vor." Martin begann sein Label mit dem merkwürdigen Namen (auf dem er auch unter den Namen Drama Martini und Gary Rich produziert hat) nämlich, als er noch Poesie schrieb. Mit 22, "Über den Labelnamen spaltet sich die Menge. Die einen finden ihn toll, die andern verstehen ihn nicht oder können sich ihn schlicht nicht merken. Das Konzept war mir dann doch auch wieder zu einseitig, und so ist der Name heute wohl sehr offen zu verstehen, und doch wollte ich ihn auch nicht mehr ändern... Aus diesem Dilemma heraus ist dann 2001 mit der 'My friend frigo LP' die Neuausrichtung des Labels geschehen. Danach hat sich für mich vieles geöffnet und ich wusste plötzlich, was ich machen wollte." Und er fand nicht nur einen Vertrieb, Rushhour, die ihn in der weltweiten Detroitszene immer bekannter machten, sondern auch für sein neues Album mit Oliver Kapp von Raygun jemand, der ihn sich selber weglizensierte. "Es wird sowohl auf Raygun als auch auf Poetenpop neue PopShop-Tracks geben, ich werde auch mal mit Female Vocals experimentieren, zudem arbeite ich mit Dan Piu und Robert P. von Moto Music am gemeinsamen Projekt 'Nightstalker'... Möglicherweise werden wir eine gemeinsame 12"- EP machen und dann auch in Kooperation mit Charles Noel beispielsweise. Die Aussage, man müsse erst im Ausland Erfolg haben, um im eigenen Land respektiert zu werden, trifft wohl ins Schwarze. Ich glaub', ich bin im Exil:)" Zürich war schon immer eine Exilantenstadt, nur dass das Exil auch heißt, dass man sich genauer auf die Momente konzentrieren muss, in denen die eigene Vision auch auf die Stadt passen kann. Daran kann man verzweifeln. Oder man hat eben gelegentlichen Spaß damit und arbeitet noch konzentrierter an seiner eigenen Stadt. "Ich glaube, es gibt in meinem direkten Umfeld nicht viele, die sich in eine ähnliche oder parallele Richtung bewegen. Hier ist man entweder Minimal oder Electropop oder House oder Detroit - aber nicht alles zusammen. PEACE PEACE FASHION MUSIC CULTURE &TheFAMILYTUNES PEACE

11 <13> - DE:BUG Indie-a-tronics KUNSTPAUSE VOR PAUKENSCHLAG Masha Qrella TEXT: ANETT FRANK Masha Qrella entdeckt ihre Stimme. Die Contriva- und Mina-Instrumentalistin singt sich romantisch spröde auf ihrem Album "Luck" in den löchrigen Herbst hinein. Songwriting organisiert sich um Auslassungen herum, damit man sich besser darauf einlassen kann. Masha Qrella hat das erste Soloalbum fertig. Luck heißt es und liefert sich durchaus dem Schnellschluss aus: zu grob und ungeschliffen produziert. Doch halt, stopp mal kurz, nicht so schnell die Feinheiten überhört. Sind nicht gerade die akzentuierten Aussparungen und der bewusst genügsam kalkulierte Einsatz der Instrumente die Stärken des Albums?! Richtig. Nieder mit den totproduzierten Hörbarkeiten. Es lebe der Freiraum des Dazwischen, des Angedeuteten, Schemenhaften. Auf Luck werden im Hörprozess Möglichkeiten offen gelassen und damit gewinnen die Stücke an Dimensionen. Glück ist ein sehr melancholisches Konzept. Die Produktionsphase war eine gute Zeit. Der Albumtitel ist mein Versuch sie festzuhalten. Um den Jahreswechsel herum beginnt sie, sich über ihren eigenen Beitrag zu neuen Contriva-Stücken Gedanken zu machen. Masha dazu: Für ein Stück gab es nur zwei Gitarrenakkorde, die wollte ich zerschneiden und so hinlegen, dass das für ein Stück Strophe und Refrain ergibt. Außerdem wollte ich einen vertrackten, eher elektronischen Beat und viele Pausen. Und um das auszuprobieren, habe ich das so ungefähr wie ich s meinte aufgenommen. Damit war You Won t Be There fertig. Aus dem ersten Diktiergerätmitschnitt einer Vorprobe mit Norman Nitzsche (Mina) ist dann auch Mashas Lieblingssong Insecure entstanden. Eine quasi aufgenommene Dokumentation über die Entstehung des Stückes. Oft hatten Demoaufnahmen oder Vorproduktionen das Spezielle des einzelnen Liedes so selbstverständlich eingefangen, wie es die letztendlichen Aufnahmen nicht taten. Selbst schräge Stimmungen klingen eher angenehm als schief. Ich konnte mit den Stücken an einem Punkt aufhören, an dem die Bands bestimmt noch weiter gemacht hätten. Und da ich die Platte niemandem versprochen hatte und soundmäßig lediglich meinen eigenen Hörgewohnheiten gerecht werden brauchte, waren die roughen Aufnahmen für mich kein Verzicht auf Soundqualität. Vielmehr bin ich einer alte mit Contriva am Mikro zu hören, viel mehr war da vokal nicht. Keyboard und Gitarre sind eigentlich ihre Instrumente, ein weiteres Werkzeug nun ihre Stimme. Und die bezeichnet nicht nur den Sound, sondern auch die Texte, die bis dato immer noch keinen materiellen Träger gefunden haben. Alles im Kopf, sagt sie mir. Meine Texte sind ehrliche Gedanken und sprechen hoffentlich für sich, ohne gleich immer für mich zu sprechen oder ausschließlich von mir zu handeln. Luck ist dann doch privater interpretierbar, als sie es bei Mina und Contriva und deren instrumentalem Songwriting zulassen würde. Meine Texte sind minimalistisch. Es Kann ich anstelle eines zweiten Parts einfach Pausen machen? Na klar. Masha Qrella, Luck, ist bereits auf Monika Enterprise erschienen. HTTP Indietronics WE BUILT THIS CITY ON BASSGUITARS! Ms. John Soda TEXT: RENE MARGRAFF Wo soll ich anfangen? Micha Acher (auch noch bei Tied And Tickled Trio und The Notwist) vorzustellen ist mir nun echt zu müßig. Stefanie Böhm spielte in ihrer Zeit vor Couch vor allem in Landsberger Bands (Make My Day, Ogonjok, Alles wie groß, Subatomic) und nahm (damals noch alleine) eine wunderbare 7" auf. Die klang noch nach Vierspurgeräten und setzte sich mit all den geschichteten Keyboards und Synthies zwischen Pram und Smog auseinander. Die Schublade Indietronics wurde nur wenig später beschriftet und ich denke, dass das für Stefanie Böhm auch okay geht. Nach der Single gab es immer mal wieder Vorliebe gefolgt. Ich habe Skizzen gezeichnet. DRAUSSEN IST DRINNEN Eine treffende fotografische Skizze hat auch Julia Kliemann (Komeit) für das Album entworfen. Der erste visuelle Entwurf für Luck covert Masha mit gesenktem Haupt, den Pony das Gesicht verdeckend, so wie man sie auf Mina Live-Auftritten wahrnimmt. Der Wiedererkennungswert greift aber auch ohne den aufschauenden Blick. Mit der Musik zeigt sie Gesicht. Und wie die Audiohülle, so ist auch die Platte insgesamt ein einziger erster Entwurf, bei dem Mashas Stimme bleibt. Bislang war sie vielleicht mal mit ihrer eigenen Band Mina oder einmal Stefanie Böhm (auch Couch) und Micha Acher (The Notwist, etc.) haben dafür gesorgt, dass Morr Music eine korrekt rockende Gesangsplatte bekommt. Eine Platte, die aus dem Nichts zu kommen scheint und keine Indietronics- oder Melodie-Elektronika-Sackgassen kennt. Rocking you softly mit den schönsten Bassläufen seit New Order und, wie René Margraff meint, der Lieblingsstimme des Jahres. Bei Ms. John Soda wird nicht geflüstert oder gehaucht, sondern gesungen. Compilationbeiträge, auf denen Ms. John Soda inzwischen zum Duo geworden waren. Diese ließen einen immer wieder denken: ja was nun? Kommt da mal eine zweite EP oder ein Longplayer? Das gleiche Spiel dann auch wieder, als B. Fleischmann und Ms. John Soda mit ihrer wunderbaren Slowdive-Coverversion auf Blue Skied An'Clear mühelos das Siegertreppchen erklommen. And the winner is Tja, und nun isses endlich da, das Debutalbum No P. Or D. Ms. John Soda klingt 2002 richtig nach Band und macht neugierig auf die angekündigten Liveauftritte. Dennoch heißt es, dass Ms. John Soda "eigentlich nur Herr gibt nichts, was ich nicht sagen wollte und trotzdem um der Spontanität willen stehen gelassen hätte. Das ist mit der Musik des Albums schon anders. Was wohl auch am kreativitätsförderlichen Equipment liegt, an dem (Nicht)Sound, das so manches schrottige Lofi-Teil macht, an dem Masha hängt und sich nicht trennen kann. Bei manchen Stücken bestand die Entscheidung für ein Instrument darin, den ersten Take, den ich aus alter Gewohnheit mit dem alten Bass eingespielt habe, stehen zu lassen und nicht mit dem besser klingenden und bundreinen Bass nachzuspielen. Bevorzugt kommen auch Geräte an den Start, die vorübergehend bei uns im Proberaum landen. Lange ist ihr gar No P. or D. von Ms. John Soda ist auf Morr Music (Hausmusik/Indigo) erschienen. Acher und Frau Böhm sind. Stefanie erklärt: Wir beide machen alles. Nur Gesang und Texte sind von mir alleine, dafür macht der Micha mehr die elektronischen und rhythmischen Sachen. Aber wirklich trennen kann man das nicht. Das variiert von Stück zu Stück. Mit der Tourbesetzung haben wir erst kürzlich angefangen zu proben. Die Stücke auf der Platte sind in ihrer Grundform teilweise schon ein paar Jahre alt, d.h. Micha und ich haben einfach Stücke, die wir schon immer mal fertig machen wollten, zu Hause aufgenommen und dann so oft hin und hergeschickt, bis wir beide zufrieden damit waren. Mit diesen Versionen sind wir dann zum Mario ins Studio gegangen. Da haben wir nur noch ein bisschen Schlagzeug, Percussion, Bläser und den Gesang aufgenommen und alles abgemischt. Insgesamt waren wir 14 Tage im Studio, es war also für uns eine sehr, sehr schnelle und spontane Produktion. Dass die Platte jetzt anders klingt als die 7", liegt sicher nicht klar, dass sie im Begriff ist, ihr eigenes Ding zu machen. Ich wusste - ich wollte ein paar Sachen ausprobieren: Wie simpel können meine Songstrukturen werden, wenn ich singe? Wie sehr der Beat hinken, ohne dass es nervt? Kann ich anstelle eines zweiten Parts einfach Pausen machen, die ein Schlagzeuger nicht spielen würde? Luck findet die Antwort auf diese Fragen. Und die präsentiert Masha Qrella nun auch auf Tour, obwohl Livevorträge nicht geplant waren. Jetzt gehe ich mit Rike Schuberty (Contriva) zusammen auf Tour. Auf der einen Seite ist das vertrautes Terrain, auf der anderen Seite in der Zweierkonstellation für uns neu. Vor allem sind wir gern zusammen unterwegs. HTTP Die vollständige Version des Interviews nachlesen auf auch daran, dass viele Stücke auf dem Bass komponiert wurden und schon vor dem Aufnehmen in der Grundstruktur feststanden. Es gab also keine Deadline oder sonst was, no place or date und keinen Masterplan, und wenn doch, dann wird er entspannt verschwiegen. Und was ist sonst noch neu und aufregend an Ms. John Soda? Anders als bei vielen Indietronics-Platten wird da nicht geflüstert oder gehaucht, sondern gesungen. Dadurch wird die Energie der Uptempo-Nummern auf dem Album unterstützt, aber glaubt nun bitte nicht, dass hier angestrengt gesungen oder gar geschrien wird. Nein, auch hier: alles ganz lässig und wunderbar. Die richtig guten Platten kamen dieses Jahr ganz schön spät, aber nun ist es ja da, das Ms. John Soda-Album. Fein! FINDER <#14> CASIOTONE Owen Ashworth aus Seattle aka der hoffnungsvolle Lo-Fi-Elektronik-Poet pflegt seine zweite Identität als Casiotone und singt uns via Anrufbeantworter den Blues. Manchmal lohnt es sich, nicht ans Telefon zu gehen. <#16> BOHREN & CLUB OF GORE Alter schützt vor Weisheit nicht. Bohren und der Club zelebrieren Zeitlupen-Jazz und einen angenehm unlustigen Abstieg in die Abgründe der Spaßgesellschaft. Achtung, alle Ausgänge sind vorübergehend geschlossen. <#20> PORTABLE Geographie zählt. Ein Südafrikaner mit Wohnsitz London macht Musik in der Matrix von kanadischem Minimalismus und Berliner Laptopbefindlichkeit. Portable kreuzt religiöses Drumming im Hitech-Feinschliff und belebt nebenbei die pc-debatte neu. <#21> ISLAND AIRWAVES In extremen Breitengraden lässt es sich vorzüglich elektronische Festivals feiern. Und auch die mysteriöse Frage, warum Deutsche auch Menschen sind, konnte im Laufe eines Islandtrips beantwortet werden. <#22> FINAL SCRATCH Der Vorlauf und Hype-Aufbau war gewaltig, nun ist es endlich da. Der Über-Crossover aus alten Vinyl-Liebschaften und digitalem Software-Futurismus meldete sich via Richie Hawtins "Closer to the edit" ja schon vor einiger Zeit in vorzüglicher Weise zu Klang. Nun dürfen alle ran. <#24> TEHNIKA An den Rändern der Trampelpfade der internationalen Technoszene hat es sich das slowenische Label Tehnika gemütlich eingerichtet. Während Bulgaren ihre Rechner für die weltweit intelligentesten Virenprogramme nutzen, lassen die Slowenen ihre Rechner lieber im Namen des Techno schwitzen. <#14> MORR SPRICHT <#17> DIGITAL KRANKY <#17> DENZEL & HUHN <#18> ERRORSMITH <#22> TRAKTOR FÜR MAC <#23> LIVE DJ <#23> PLEX <#24> MOABIT

12 <13> - DE:BUG Indie-a-tronics KUNSTPAUSE VOR PAUKENSCHLAG Masha Qrella TEXT: ANETT FRANK PHOTOS: NOSHE Masha Qrella entdeckt ihre Stimme. Die Contriva- und Mina-Instrumentalistin singt sich romantisch spröde auf ihrem Album "Luck" in den löchrigen Herbst hinein. Songwriting organisiert sich um Auslassungen herum, damit man sich besser darauf einlassen kann. Masha Qrella hat das erste Soloalbum fertig. Luck heißt es und liefert sich durchaus dem Schnellschluss aus: zu grob und ungeschliffen produziert. Doch halt, stopp mal kurz, nicht so schnell die Feinheiten überhört. Sind nicht gerade die akzentuierten Aussparungen und der bewusst genügsam kalkulierte Einsatz der Instrumente die Stärken des Albums?! Richtig. Nieder mit den totproduzierten Hörbarkeiten. Es lebe der Freiraum des Dazwischen, des Angedeuteten, Schemenhaften. Auf Luck werden im Hörprozess Möglichkeiten offen gelassen und damit gewinnen die Stücke an Dimensionen. Glück ist ein sehr melancholisches Konzept. Die Produktionsphase war eine gute Zeit. Der Albumtitel ist mein Versuch sie festzuhalten. Um den Jahreswechsel herum beginnt sie, sich über ihren eigenen Beitrag zu neuen Contriva-Stücken Gedanken zu machen. Masha dazu: Für ein Stück gab es nur zwei Gitarrenakkorde, die wollte ich zerschneiden und so hinlegen, dass das für ein Stück Strophe und Refrain ergibt. Außerdem wollte ich einen vertrackten, eher elektronischen Beat und viele Pausen. Und um das auszuprobieren, habe ich das so ungefähr wie ich s meinte aufgenommen. Damit war You Won t Be There fertig. Aus dem ersten Diktiergerätmitschnitt einer Vorprobe mit Norman Nitzsche (Mina) ist dann auch Mashas Lieblingssong Insecure entstanden. Eine quasi aufgenommene Dokumentation über die Entstehung des Stückes. Oft hatten Demoaufnahmen oder Vorproduktionen das Spezielle des einzelnen Liedes so selbstverständlich eingefangen, wie es die letztendlichen Aufnahmen nicht taten. Selbst schräge Stimmungen klingen eher angenehm als schief. Ich konnte mit den Stücken an einem Punkt aufhören, an dem die Bands bestimmt noch weiter gemacht hätten. Und da ich die Platte niemandem versprochen hatte und soundmäßig lediglich meinen eigenen Hörgewohnheiten gerecht werden brauchte, waren die roughen Aufnahmen für mich kein Verzicht auf Soundqualität. Vielmehr bin ich einer alte mit Contriva am Mikro zu hören, viel mehr war da vokal nicht. Keyboard und Gitarre sind eigentlich ihre Instrumente, ein weiteres Werkzeug nun ihre Stimme. Und die bezeichnet nicht nur den Sound, sondern auch die Texte, die bis dato immer noch keinen materiellen Träger gefunden haben. Alles im Kopf, sagt sie mir. Meine Texte sind ehrliche Gedanken und sprechen hoffentlich für sich, ohne gleich immer für mich zu sprechen oder ausschließlich von mir zu handeln. Luck ist dann doch privater interpretierbar, als sie es bei Mina und Contriva und deren instrumentalem Songwriting zulassen würde. Meine Texte sind minimalistisch. Es Kann ich anstelle eines zweiten Parts einfach Pausen machen? Na klar. Masha Qrella, Luck, ist bereits auf Monika Enterprise erschienen. HTTP Indietronics WE BUILT THIS CITY ON BASSGUITARS! Ms. John Soda TEXT: RENE MARGRAFF Wo soll ich anfangen? Micha Acher (auch noch bei Tied And Tickled Trio und The Notwist) vorzustellen ist mir nun echt zu müßig. Stefanie Böhm spielte in ihrer Zeit vor Couch vor allem in Landsberger Bands (Make My Day, Ogonjok, Alles wie groß, Subatomic) und nahm (damals noch alleine) eine wunderbare 7" auf. Die klang noch nach Vierspurgeräten und setzte sich mit all den geschichteten Keyboards und Synthies zwischen Pram und Smog auseinander. Die Schublade Indietronics wurde nur wenig später beschriftet und ich denke, dass das für Stefanie Böhm auch okay geht. Nach der Single gab es immer mal wieder Vorliebe gefolgt. Ich habe Skizzen gezeichnet. DRAUSSEN IST DRINNEN Eine treffende fotografische Skizze hat auch Julia Kliemann (Komeit) für das Album entworfen. Der erste visuelle Entwurf für Luck covert Masha mit gesenktem Haupt, den Pony das Gesicht verdeckend, so wie man sie auf Mina Live-Auftritten wahrnimmt. Der Wiedererkennungswert greift aber auch ohne den aufschauenden Blick. Mit der Musik zeigt sie Gesicht. Und wie die Audiohülle, so ist auch die Platte insgesamt ein einziger erster Entwurf, bei dem Mashas Stimme bleibt. Bislang war sie vielleicht mal mit ihrer eigenen Band Mina oder einmal Stefanie Böhm (auch Couch) und Micha Acher (The Notwist, etc.) haben dafür gesorgt, dass Morr Music eine korrekt rockende Gesangsplatte bekommt. Eine Platte, die aus dem Nichts zu kommen scheint und keine Indietronics- oder Melodie-Elektronika-Sackgassen kennt. Rocking you softly mit den schönsten Bassläufen seit New Order und, wie René Margraff meint, der Lieblingsstimme des Jahres. Bei Ms. John Soda wird nicht geflüstert oder gehaucht, sondern gesungen. Compilationbeiträge, auf denen Ms. John Soda inzwischen zum Duo geworden waren. Diese ließen einen immer wieder denken: ja was nun? Kommt da mal eine zweite EP oder ein Longplayer? Das gleiche Spiel dann auch wieder, als B. Fleischmann und Ms. John Soda mit ihrer wunderbaren Slowdive-Coverversion auf Blue Skied An'Clear mühelos das Siegertreppchen erklommen. And the winner is Tja, und nun isses endlich da, das Debutalbum No P. Or D. Ms. John Soda klingt 2002 richtig nach Band und macht neugierig auf die angekündigten Liveauftritte. Dennoch heißt es, dass Ms. John Soda "eigentlich nur Herr gibt nichts, was ich nicht sagen wollte und trotzdem um der Spontanität willen stehen gelassen hätte. Das ist mit der Musik des Albums schon anders. Was wohl auch am kreativitätsförderlichen Equipment liegt, an dem (Nicht)Sound, das so manches schrottige Lofi-Teil macht, an dem Masha hängt und sich nicht trennen kann. Bei manchen Stücken bestand die Entscheidung für ein Instrument darin, den ersten Take, den ich aus alter Gewohnheit mit dem alten Bass eingespielt habe, stehen zu lassen und nicht mit dem besser klingenden und bundreinen Bass nachzuspielen. Bevorzugt kommen auch Geräte an den Start, die vorübergehend bei uns im Proberaum landen. Lange ist ihr gar No P. or D. von Ms. John Soda ist auf Morr Music (Hausmusik/Indigo) erschienen. Acher und Frau Böhm sind. Stefanie erklärt: Wir beide machen alles. Nur Gesang und Texte sind von mir alleine, dafür macht der Micha mehr die elektronischen und rhythmischen Sachen. Aber wirklich trennen kann man das nicht. Das variiert von Stück zu Stück. Mit der Tourbesetzung haben wir erst kürzlich angefangen zu proben. Die Stücke auf der Platte sind in ihrer Grundform teilweise schon ein paar Jahre alt, d.h. Micha und ich haben einfach Stücke, die wir schon immer mal fertig machen wollten, zu Hause aufgenommen und dann so oft hin und hergeschickt, bis wir beide zufrieden damit waren. Mit diesen Versionen sind wir dann zum Mario ins Studio gegangen. Da haben wir nur noch ein bisschen Schlagzeug, Percussion, Bläser und den Gesang aufgenommen und alles abgemischt. Insgesamt waren wir 14 Tage im Studio, es war also für uns eine sehr, sehr schnelle und spontane Produktion. Dass die Platte jetzt anders klingt als die 7", liegt sicher nicht klar, dass sie im Begriff ist, ihr eigenes Ding zu machen. Ich wusste - ich wollte ein paar Sachen ausprobieren: Wie simpel können meine Songstrukturen werden, wenn ich singe? Wie sehr der Beat hinken, ohne dass es nervt? Kann ich anstelle eines zweiten Parts einfach Pausen machen, die ein Schlagzeuger nicht spielen würde? Luck findet die Antwort auf diese Fragen. Und die präsentiert Masha Qrella nun auch auf Tour, obwohl Livevorträge nicht geplant waren. Jetzt gehe ich mit Rike Schuberty (Contriva) zusammen auf Tour. Auf der einen Seite ist das vertrautes Terrain, auf der anderen Seite in der Zweierkonstellation für uns neu. Vor allem sind wir gern zusammen unterwegs. HTTP Die vollständige Version des Interviews nachlesen auf auch daran, dass viele Stücke auf dem Bass komponiert wurden und schon vor dem Aufnehmen in der Grundstruktur feststanden. Es gab also keine Deadline oder sonst was, no place or date und keinen Masterplan, und wenn doch, dann wird er entspannt verschwiegen. Und was ist sonst noch neu und aufregend an Ms. John Soda? Anders als bei vielen Indietronics-Platten wird da nicht geflüstert oder gehaucht, sondern gesungen. Dadurch wird die Energie der Uptempo-Nummern auf dem Album unterstützt, aber glaubt nun bitte nicht, dass hier angestrengt gesungen oder gar geschrien wird. Nein, auch hier: alles ganz lässig und wunderbar. Die richtig guten Platten kamen dieses Jahr ganz schön spät, aber nun ist es ja da, das Ms. John Soda-Album. Fein! FINDER <#14> CASIOTONE Owen Ashworth aus Seattle aka der hoffnungsvolle Lo-Fi-Elektronik-Poet pflegt seine zweite Identität als Casiotone und singt uns via Anrufbeantworter den Blues. Manchmal lohnt es sich, nicht ans Telefon zu gehen. <#16> BOHREN & CLUB OF GORE Alter schützt vor Weisheit nicht. Bohren und der Club zelebrieren Zeitlupen-Jazz und einen angenehm unlustigen Abstieg in die Abgründe der Spaßgesellschaft. Achtung, alle Ausgänge sind vorübergehend geschlossen. <#20> PORTABLE Geographie zählt. Ein Südafrikaner mit Wohnsitz London macht Musik in der Matrix von kanadischem Minimalismus und Berliner Laptopbefindlichkeit. Portable kreuzt religiöses Drumming im Hitech-Feinschliff und belebt nebenbei die pc-debatte neu. <#21> ISLAND AIRWAVES In extremen Breitengraden lässt es sich vorzüglich elektronische Festivals feiern. Und auch die mysteriöse Frage, warum Deutsche auch Menschen sind, konnte im Laufe eines Islandtrips beantwortet werden. <#22> FINAL SCRATCH Der Vorlauf und Hype-Aufbau war gewaltig, nun ist es endlich da. Der Über-Crossover aus alten Vinyl-Liebschaften und digitalem Software-Futurismus meldete sich via Richie Hawtins "Closer to the edit" ja schon vor einiger Zeit in vorzüglicher Weise zu Klang. Nun dürfen alle ran. <#24> TEHNIKA An den Rändern der Trampelpfade der internationalen Technoszene hat es sich das slowenische Label Tehnika gemütlich eingerichtet. Während Bulgaren ihre Rechner für die weltweit intelligentesten Virenprogramme nutzen, lassen die Slowenen ihre Rechner lieber im Namen des Techno schwitzen. <#14> MORR SPRICHT <#17> DIGITAL KRANKY <#17> DENZEL & HUHN <#18> ERRORSMITH <#22> TRAKTOR FÜR MAC <#23> LIVE DJ <#23> PLEX <#24> MOABIT

13 <14> - DE:BUG Indietronics ELFENBESCHWÖRUNG IN DOLBY SURROUND Sigur Rós TEXT: SASHA HORSLEY / Ach, wie einen Sigur Rós wieder entführen in ihre Bombastkathedralen hinter Nebelschleiern. Die Isländer haben für ihr namenloses neues Album noch eine spektakuläre Tonne Unwirklichkeit dazugegeben. Ziemlich unwirklich gestaltete sich auch das Interview ist nicht etwa die Haarlänge in mm von einem der Bandmitglieder. Es ist auch nicht der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von frischem Fisch eines Isländers. 780 zeigt das Zählwerk meines Aufnahmegeräts an, nachdem C. aus K. seine erste Frage gestellt hat. Kurze Erklärung: Es wird ein harter In- Sigur Rós, ( ), ist auf Fatcat / PIAS erschienen. C aus K. gibt einen Tip: Gibt es einen Unterschied zu letzem Jahr oder dem davor? Noch immer keine Entspannung in Sicht. DEBUG: Georg, nimmst du beispielsweise weniger Tabletten? Orri lacht und meint: Neee, das werden immer mehr. Ach, wie einen Sigur Rós wieder entführen in ihre Bombastkathedralen hinter Nebelschleiern. terviewtag für Sigur Rós. Nach ihrem letzen Album Agaeptis Byrjun sind die Erwartungen groß. Viele wollen mit ihnen reden. Um allen eine Chance zu geben, hat man sich überlegt, immer zwei Redakteure zu einem Termin zu bestellen. Fragen kann man abwechselnd. Teil des Konzepts ist es, dass die Magazine so gar nix miteinander gemein haben. Die Redakteure übrigens auch nicht! Der andere schaut mich also kampfbereit an und meint: You don t mind if I fire the first question? C aus K.: Wie ist es, Sigur Rós im Jahr 2002 zu sein? 780, ihr erinnert euch? Das Zählwerk es läuft weiter... Stille. 781, 782, 783, Orri, der Schlagzeuger, schielt auf seine Füße. Er überzeugt sich davon, dass die Schnürsenkel seiner Camouflage-Chucks gebunden sind. 785, 786. Orri: Haben wir schon 2002? Nervöses Gelächter. Georg fummelt drei verschiedenfarbige Kapseln aus seiner Hosentasche und spült sie nacheinander runter. Georg: Die erste Frage ist ja noch nicht beantwortet, Orri kümmert sich darum! Orri (schluckt): Hm, also ich weiß nicht, das ist eine eigenartige Frage Hm. Wir fühlen uns gut. Danke. C aus K feuert die zweite Frage: Heißt das, ihr findet dieses Album befriedigender als das letzte. Es hört sich offensichtlich anders an als der Vorgänger? Georg: Also wir sind nicht direkt glücklicher mit dem jetzigen als mit dem davor, aber wir sind natürlich schon glücklich. Weil wir es überhaupt fertig gekriegt haben. Gekicher. Vielleicht gibt es einige, wenige, denen Sigur Rós zu melodramatisch sind. Zu schwer, wenig hopsig, aber bitte meine Herren, Sigur Rós ist schließlich nichts, was man beim Bügeln hört. Vielleicht denkt mancher an ein Rudel Wale, das beim Paddeln durch die Tiefsee leise vor sich hin summt, vielleicht an Eisblumen, die auf den Scheiben einer kuschligen Fischerhütte in Island entstehen. Egal ob man eher der romantische Schwafler oder eben der straighte Bügler ist, zum Hören von Sigur Rós braucht man Zeit. Und wenig Gesell- Orri: Sie weinen ja gar nicht alle. Aber es schaft. Wenig, das ablenkt. Sie nehmen stimmt schon, dass es sich gewaltig anfühlt. Für uns genauso wie für die Zuhödir die Fernsteuerung des Alltags. rer. Wir freuen uns über jeden, den wir Das neue Album ist ein wenig lauter als berühren, egal in welcher Form er es dann der berühmte große Bruder. Ein bis- rauslässt. schen rockiger vielleicht. Noch immer Georg: Bei uns ist es nicht so, dass einer nicht kategorisierbar. Gesang gibt es die Texte schreibt und dann sich dann dafast gar nicht mehr. Auch keine Titel für zu alle eine Melodie ausdenken und sie die einzelnen Stücke oder überhaupt dem Text entsprechend zurecht münzen. für das Album. Die jungen Männer pro- Es gibt nicht diese eine bestimmte Philofessionalisieren sich zunehmend. Sie sophie, die mit Worten beschrieben wermüssen kein Studio mehr mieten, sie den muss. Wir setzen uns hin und spielen. haben jetzt ihr eigenes. Sie machen kei- Die Stücke beginnen zu leben, werden ne Musik, um viele Platten zu verkau- größer. Manchmal sing ich dann mit, das fen, um irgendwann Island verlassen zu ist noch nicht mal immer isländisch. können, sondern um der Musik willen. Das etwas missglückte Interview sollte Alles was mit ihr zu tun hat, bleibt in ein Konzert in der Hauptstadt entschäihren Händen oder in denen guter digen... sollte, hätte können. Der erste Freunde, wie zum Beispiel das Bühnen- Tourbus gab an der polnischen Grenze licht auf ihren Konzerten. Da steht Ge- auf, der nächste dann kurz vor Berlin. org, der seine Gitarre mit einem Gei- Die Band und alle Besucher zutiefst begenbogen berührt... und um einen rum trübt. Damit nächstes Jahr alles besser wird, versuchen sie es nochmal. Vorausfangen die Menschen an zu weinen. DEBUG: Was für ein Gefühl ist das, sichtlich im Februar. Auf keinen Fall verwenn man Menschen mit seiner Musik passen. zum Weinen bringt? Indietronics REISMILCH DAS AMBROSIA DER EINSAMEN Casiotone TEXT: VERENA DAUERER HTTP Trost für schmerzvoll einsame Großstädter kommt von Owen Ashworth aka Casiotone aus Seattle. Technischer Lo-fi als Methode wird zur charmanten Herausforderung mit Humor, die das unwiederbringlich Verlorene zelebriert. Casiotone For The Painfully Alone: Answering Machine Music (tom21), Casiotone For The Painfully Alone: Pocket Symphonies For Lonesome Subway Cars (tom16) cftpaforever Owen Ashworth ist ein Einsamer daheim allein in Seattle. Selbstgewählt: Ich kann nur allein arbeiten, sonst gibt es zu viele Kompromisse. Begleitet von seinen 24 trauerklößigen Casio- und Yamaha-Keyboards und einer schnoddrigen Beat Box singt er verzweifelte Love Stories auf seinen AB: I should have known how this would end/you're not even my friend/some things aren't worth mending/some messages aren't worth unsending. Er ist Casiotone For The Painfully Alone, hoffnungsvoller Lo-Fi Electronic Poet, dessen Stimme so deprimiert klingt wie Anfang 40, unrasiert und seine peinvollen Erfahrungen wie den Bierbauch vor sich herschleppend. Dabei ist er Mitte 20, sieht aus wie ein bebrillter Teddybär im Sweater und betrachtet die Dinge aus der Distanz des Schreiberlings: Er hatte mal sein eigenes Zine Wyatt Riot, studierte Film und hat als Journalist gearbeitet. Seit einer Weile hat er sein Label "Cassingle USA", auf dem, und jetzt endlich bei uns, sein Debüt Answering Machine Music zu haben ist. Ein Albumtitel, der Lou Reed und seinem Metal Machine Music mal so zuwinkt. Die Aufnahmen wurden auf einen AB, ein Vierspurgerät und einen Cassettenrecorder gespielt und weiden sich in heiserer Rauscheligkeit, voll mit eierndem plinky plonk Minikeyboardfiepen und stapfenden Beats. Auf Lo-Fi steht Owen nicht aus nostalgischer Verzückung, es ist eine Herausforderung, die Limitierungen des Equipments auszuloten. Sich auf das einzustellen, was das Medium hergibt", sagt er und ist ein Kultivierer, der das Hippe am Lo-Fi, das Billige ausreizt. Mit dessen Bastelcharme hebelt er leicht jedes Gegenargument aus und verhindert gleichzeitig leidvoll pathetisches SichBeweinen. Sich selbst sowieso nicht. Owen: Die Lyrics stammen nicht von meinen Tagebüchern, es sind Geschichten um mich rum. Ich möchte die Zeit reflektieren, in der wir uns befinden. Als Zeitdokumente. Seine elf Nachrichten auf dem Album gehen an sexuell frustrierte Bohemi- Meine Songs sind nicht traurig, sie haben Humor. Wenn man Geschichten von anderen hört, fühlt man sich nicht mehr so allein. Ich kann stundenlang im Auto sitzen und Hank Williams zuhören. Nur live verwechseln das die Leute oft. Nach... and if you'll excuse me I was kind of busy getting over you ans, so sieht das zumindest die Miami New Times und vergleicht ihn gerne mit den Mountain Goats. Die traurigen Liebeslieder mit und ohne Bitterkeit sind gespickt voll trocken zerbröselter Ironie an Klebmelodien von sehnsuchtsvollen oder gebrochenen Herzen. Was vom schmerzhaft Unwiederbringlichen bleibt, ist ein Achselzucken mit der Attitüde Shit happens. Owen: einem Konzert klopfte mir jemand auf die Schulter und wollte mir Mut zusprechen. Trost spendet er selber, auf seiner Website dürfen ihn Einsame kontaktieren. Aber was soll man schon fragen zu liebevoll schnörkeligen Texten wie: I want to drink rice milk with you/i'll be your one and only/so we won't be so lonely.

14 <15> - DE:BUG Indietronics LEUCHTTURMWÄRTER IN ELEKTRONIKAHAUSEN Thomas Morr / Morr Music Thomas Morr hat einen Drei-Tage-Bart. Elektronika mittlerweile auch. Aber die Pläne zum Entstauben liegen bei Morr Music schon auf dem Tisch. Die Weichen stellen sich in Gitarren- und HipHop-Richtung. Einer der letzten Männer mit Visionen im Musikgeschäft spricht. TEXT: SVEN VON THÜLEN / FOTOS: CLAUDIA BURGER Das Berliner Elektronika-Label Morr Music (und vor allem Chefrocker Thomas Morr) hat schon mit seiner ersten Werkschau "Putting the Morr back into Morrissey" seine Liebe zur wohlgezupft- und gedronten Gitarrenmelodie bekannt. Jetzt ist es wieder soweit, einer neue Compilation mit Liebeserklärung an einen weiteren Act aus der musikalischen Vergangenheit von Thomas breitgetreten worden. Slowdive stehen für Shoegazer, waren weniger bekannt und die Haltung finde ich nunmal sympathisch. Zudem war ich stets eher UK- als US-fixiert und habe am den ehemaligen Produzenten von Slowdive kennengelernt. Ihr Einfluss auf Bands wie Sigur Ros kann ja niemand ernsthaft bestreiten. Da sehe ich auch Parallelen zu Múm oder Manual und Limp, obwohl DEBUG: Kannten deine Acts die Slowdive- Songs oder ist explizites Wissen über die Geschichte englischer Shoegazer-Bands Voraussetzung für einen Deal mit Morr Music? THOMAS MORR: Nee, aber eine etwas umfangreichere Plattensammlung kann nicht schaden. Die meisten meiner Artists haben eine Bandmusik-Geschichte und sich durch diverse Genres gehört oder gespielt, und da ist eine essentielle Gitarrenplatte um ein Vielfaches höher zu bewerten als die zehnte Platte mit Clicks & Cuts oder IDM-Komplexitäts- Spinner-Wettbewerben. Ich mag privat einfach keine Clubmusik, und Techno finde ich Eine essentielle Gitarrenplatte ist um ein Vielfaches höher zu bewerten als die zehnte Platte mit Clicks & Cuts oder IDM-Komplexitäts-Spinner-Wettbewerben. jetzt endlich online: Morr zu huldigen. Zeit für ein paar Fragen an den Mastermind. DEBUG: Vor einigen Wochen ist die neue Morr Music-Compilation "Blue Skied An' Clear" erschienen, die vor allem eine kleine Hommage an die Indieband Slowdive ist. Warum Slowdive? THOMAS MORR: Slowdive waren neben Codeine und My Bloody Valentine meine Lieblingsband zu Beginn der 90er. Ich möchte mich mit den Labelcompilations auch ein bisschen an meiner eigenen Musikbiographie entlanghangeln, deshalb lag es nahe, Bands zum Thema zu machen, die für die Elektronikszene ein erheblicher Input sein dürften. Da ich mich für ein Projekt entscheiden wollte, dachte ich, My Bloody Valentine ist zu plakativ und in den Press-Releases diverser Elektronika-Projekte der letzten zwei Jahre referenziell extrem die eben genannten Slowdive vor dem Cover- Projekt noch gar nicht kannten. DEBUG: Haben die sich schon gemeldet? Hass- und/oder Liebesbriefe geschrieben, mit Anwälten gedroht oder eine Reunion auf Morr Music in Erwägung gezogen? THOMAS MORR: Es gibt da ein Angebot, ein Konzert in Südfrankreich zu machen, aber da Neil sich nur selten meldet, hebe ich mir das lieber auf, bis wir uns treffen. Bisher waren alle Reaktionen super positiv und ein wenig überrascht. nur bedingt spannend. Der Purismus in dem Bereich ist für mich einfach rotzlangweilig. Zum Glück ist das ein Wissen, das die Artists und ich teilen ;). DEBUG: Wirst du noch andere alte Indiesachen aus der Kiste hervorzaubern? THOMAS MORR: Zur Zeit sieht es so aus, als würde ich die Platten von Codeine re-releasen können und vielleicht sogar neues Material. In das Bestreben, etwas mit den Slowdive-Songs zu machen, scheint auch wieder Bewegung zu kommen, nachdem die Pressereaktionen in UK ganz gut sind. DEBUG: In letzter Zeit bist du des öfteren als Hip Hop-DJ in Erscheinung getreten. Und es kursieren Gerüchte, dass Fat Jon ein Album auf Morr Music machen wird. Wirst du auf deine alten Tage zum B-Boy? THOMAS MORR: Also DJ würde ich mich nicht schimpfen, aber zur Zeit macht das Auflegen komischerweise wieder Spaß. Da ist dann eben auch ein größerer Hip Hop-Anteil an Bord, einfach weil ich Labels wie Counterflow, Anticon, Mush oder Def Jux spannender finde als die meisten Elektronika- oder sonstwas Labels. Cutting Edge - sowieso immer am spannendsten - findet nunmal gerade dort statt und bei uns in Elektronik-Hausen" trennt sich endlich die Spreu vom Weizen. So sagt man wohl. Wenn es selbst mir nach sechs bis sieben Jahren keinen Spaß mehr macht... Aber auch Hip Hop war erst möglich, nachdem es "für mich" seit dem Anti-Pop Consortium vor so 1 1/2 Jahren eben nicht nur Dicke-Eier-Goldketttchen-MTV-Hip-Hop gibt. Vielleicht ist es ja die Indieattitude, die mir zusagt, und letztlich, dass der Hip Hop, den ich mag, für Hip Hop-Kids keiner ist. Unterm Strich ist Anticon näher an Shimmy Disc als an Hip Hop-Major- Blödsinn. Das mit Fat Jon stimmt schon. Er weilt zur Zeit in Berlin und kennt Styrofoam durch dessen Studiojob in Belgien. Die beiden planen etwas zusammen, mehr wird noch nicht verraten. Fat Jon ist für mich so ein klasse Beispiel von Musikern, die Hip Hop mit Bandmusik, Jazz und Elektronik verbinden. Aber generell möchte ich schon seit über einem Jahr das Label soundtechnisch in Richtung Hip Hop (Populous, Fat Jon...), Gitarre (Ms. John Soda, Guitar...) und anderen Einflüssen öffnen. Einige Andeutungen gibt es auf der Compilation und viele Pläne sowieso. Zwölf Alben stehen schon fest für Mal sehen, wie sich das entwickelt. Wie gesagt, das ist immer nur meine Meinung, aber die interessiert mich nunmal mehr als die meisten anderen, meine Artists ausgenommen... GUITAR "Sunkissed" CD + LP / Morr Music Sonnendurchflutete Gitarren-flächen im Stile von My Bloody Valentine. Beflügelt vom himmlischen Hauchen von Donna Regina und Ayako Akashiba. DICTAPHONE "M.=Addiction" CD + LP / City Centre Offices Elektronisch prozessierter Slomotion Jazz. Tiefe Bässe treffen auf ganze Ozeane voll warmer Melancholie. Wie ein frankophoner Soundtrack im Herbst. HAUSMEISTER "Weiter" CD + LP / Karaoke Kalk Elektronische Pop-Song-Miniaturen von Orten voller Herz und Seele. Dritte Veröffentlichung auf Karaoke Kalk. VARIOUS ARTISTS "Seasonal Greetings" CD / mobilé Compilation mit Weihnachts- und Winterliedern von Badly Drawn Boy, Low, múm, Erlend Øye (Kings Of Convenience), Saint Etienne uvm. MASHA QRELLA "Luck" CD + LP / Monika Enterprise Solodebüt der Contriva Gitarristin und Mina Keyboarderin Masha Qrella. "Ergreifend schön" Spex GIARDINI DI MIRÒ "The Academic Rise Of Falling Drifters" CD + LP / 2.nd Rec Konstrukt aus Gitarrengerüsten und Ingredienzen aus dem Indie-Elektronik-Baukasten. Reinterpretationen u.a. von Turner, Dntel, Herrmann & Kleine, Opiate, Nitrada. im Vertrieb von:

15 <16> - DE:BUG Horror-Jazz DIE HINTER DEN REIHEN WANDELN Bohren & der Club of Gore TEXT: FLORIAN SIEVERS / FOTOS: ALFRED JANSEN Sometimes good guys don t wear white: Bohren und der Club of Gore feiern die dunkle Seite der Nacht - den erhabenen Stillstand, wenn der Mondschein einen Hof hat und alte Bäume in einem stillen Sturm knacksen. Ihr Zeitlupen-Jazz ist ein angenehm unlustiger Abstieg in die Abgründe der Spaßgesellschaft. Black Earth ist bereits auf Wonder erschienen. Der Hausmeister hatte keine Ahnung, was in dem Keller vor sich ging. Ein paar alte Frauen hatten den Raum mit pulverisierten Alraunen bestäubt. In den Ecken wurden Schädel von erschlagenen Barbesitzern aufgestellt, die zu Lebzeiten mit manipulierten Skat-Sets gehandelt hatten. Der DJ mixte Sade mit Slayer, die Bedienung Absinth mit Asbach. Ehemalige HC-Skatekids waren angereist und hatten ihre Boards unter die Rucksäcke geklemmt. Ein paar Schwarzgewandete mit getrockneten Fledermausflügeln in der Tasche lungerten rum. Hornbrillenträger, die im bürgerlichen Feuilleton über das Phänomen gelesen hatten. Anhänger progressiven Metals. Freunde elektronischer Musik. Und die Punks, die sowieso immer hier abhingen. Auf der Bühne herrschte Finsternis. Schatten erschienen und fingen fast unbemerkt an zu spielen. Das Kühlschranklicht an der Bar wurde ausgeschaltet. Die Gespräche verfielen zunächst in Flüsterton und verstummten dann. Es wurde still. Und als schließlich das Saxophon einsetzte, weiteten sich Pupillen und erstarrten. Der Raum gefror. Die Menschen in diesem Raum dachten jetzt vielleicht an Cthulu. An das namenlose Grauen. An den, der hinter den Reihen wandelt. Oder einfach nur an ein Glas guten Whiskey in einem samtbeschlagenen Etablissement. Denn eigentlich war dies nichts Satanisches. Es war genau genommen überhaupt nichts Religiöses. Eher eine Feier zur Entdeckung der Langsamkeit. Eine Messe des Nichts. "Wenn es gut läuft, kann so ein Konzert von uns tatsächlich zu einer Art Messe werden, sagt Christoph Clöser, Saxophonist und Tastenspieler bei Bohren und der Club of Gore. In Interviews beschreibt er die Konzerte und Platten seiner Band gerne mit dem schönen Bild eines stehenden Gewässers, in das jemand vorsichtig einen kleinen Stein wirft. Dann wartet, bis sich die Wellen wieder beruhigt haben. Und schließlich den nächsten Stein in die Hand nimmt. Es ist das Prinzip, das homöopathische Medizin mit Minimaltechno verbindet: Das einzelne Element wird um so wirkungsmächtiger, je vereinzelter und vereinsamter es ist. Jeder Besenschlag auf dem Schlagzeug, jedes Hauchen des Saxophons bedeutet eine ganze Umdrehung der Welt. "Viele Leute, sagt Christoph und grinst, "werden dann Viele Leute werden nervös, weil sie so viel Ruhe und so wenig Geschehen gar nicht aushalten können. richtig nervös, weil sie so viel Ruhe und so wenig Geschehen gar nicht aushalten können. FREEZE, BRUCE LEE, FREEZE! Christoph ist 45, stammt aus Köln und spielt seit dem 2000er Album "Sunset Mission bei Bohren, die er über Jörg Follert (Wunder/ Wechsel Garland) kennenlernte, mit dem er wiederum früher mal in einer Band gespielt hatte. Die anderen drei - Morten Gass, Thorsten Benning und Robin Rodenberg - sind Anfang 30, kommen aus Mülheim an der Ruhr und haben einen anderen Werdegang als der studierte Musiker Clöser. Mit ihrer Band 7 Inch Boots waren sie früher aus irgendeinem Grund in der Hardcore-Szene gelandet. Aber zwischen all dem demonstrativen X-auf-die-Händemalen, den bissigen PC-Diskussionen und den sportiven Stagediving-Ritualen fielen sie schon damals als ziemlich obskur auf. Auf ihren beiden langsam mahlenden 7-Inches trafen Bruce Lee-Bilder auf Ruhrmetal-Totenschädel und ergaben eine irgendwie ziemlich abseitige Ästhetik. Irgendwann wurde ihnen das Ganze dann auch zu langweilig. Die Geschwindigkeitsgrenze war sowieso schon ausgereizt, also bremsten sie fast bis zum Stillstand runter, nahmen einen neuen Namen an und beschäftigten sich 1994 auf der LP "Gore Motel mit schmierigen Tavernen, Nutten und Maden-Tango. Die einzige Verbindung zu früher war Bruce Lee, der wieder vom Cover guckte. Es folgten die Großstadt-Neonlicht-einsamen "Midnight Radio (1995) und "Sunset Mission (2000). Auf Bohrens neuem Album "Black Earth geht es jetzt, zumindest äußerlich, wieder zurück zu den Anfängen: ein schwarzes Totenschädel-Cover und Songtitel wie "Grave Wisdom oder "Skeletal Remains könnten ein paar Metals in die Irre führen. Drinnen jedoch findet sich wieder dieser weltweit einzigartige Zeitlupen-Horror, der extreme Körperzustände erzeugt und die Raumtemperatur senkt. Musik, mit der man Tage zuerst verlangsamen und dann gänzlich anhalten kann. Ein erhabener Stillstand aus streichelnden Besenbeats, hinterhältig samtigen Saxophonlinien und böse dräuendem Bassgezupfe. Doch obwohl diese Musik bei jedem, der sie hört, Massen von Bildern evoziert (siehe oben), wehren sie sich gegen die üblichen Lynch- und Paranoia-, Ruhrgebiets- und Zerfall-Assoziationen. "Unsere Musik hat nicht mit dem Ruhrgebiet zu tun, nichts mit brachliegenden Fabriken oder so, sagt Christoph. "Und das ist auch nicht als Musik für imaginäre Filme konzipiert. Wenn es jemand als Jazz (was er extra als "Jatz ausspricht - Anm. d. A.) bezeichnet, kann man da auch geteilter Meinung sein. Der Rest der Truppe findet, das ist Jazz, nach meinem Verständnis ist es das genaue Gegenteil davon, schließlich ist bei uns nichts improvisiert, sondern alles klar strukturiert. So verhindert bei Bohren eine Mischung aus Bodenständigkeit, Eigensinn und Vision alle simplen Zuschreibungen, die so schnell auf der Hand zu liegen scheinen. Nach eigenem Bekunden machen sie einfach "Begleitmusik. Eine allerdings, die alle sozialen Zusammenkünfte, die sich von ihr untermalen lassen, schnell in eine Landschaft aus zerlegten Körpern und eisbedeckten Ziffernblättern verwandeln kann.

16 KRANKY HEISST NICHT KRÄNKLICH? TEXT: KAY MESEBERG Elektronika TIEFENFORSCHUNG MIT AUGENZWINKERN Denzel & Huhn DE:BUG <17> - DE:BUG.66 - <17> TEXT: HEIKO H. GOGOLIN WG mit LG - Digital Kranky Digital Kranky-Land ist für den, der ins Bezirksamt geht, so begreifbar wie die unendliche Vielfalt von weihnachtsgeschmückten Fenstern, Balkonen und Häusern. Man sieht es, man erfährt es und hat allein Vermutungen über das, was in den Leuten vorgeht, die so etwas machen. Nella, Julia, Dirk und Christian sind Digital Kranky. Sie schmücken ihre Fenster nie und nimmer. Julia glaubt, mit Digital Kranky-Land ein Spielzeug in der Hand zu haben. Währenddessen schlumpfen die Gedanken von Nella und Dirk ins Kabolzige. Nella: "Es ist ein schönes buntes Land, mit hüpfenden Flummis, HTTP games.bezirksamt.org kleinen Meteoriten, die dir auf den Kopf fallen. Morgens steht ein dampfender Kaffee auf dem Tisch und abends bringen wir Fernseher an die Bahngleise." Dirk: "In Digital-Kranky- Land gibt es Pixelmenschen und LSD-getränkte Briefmarken." Hm. Wieso nicht, würde jetzt der Gutmensch flüstern. Was soll der Scheiß, der Schlechtmensch schnauzen. Das wirkliche Digital-Kranky Land liegt in einer WG im Berliner Friedrichshain, in einer Wohnung, die aus dreien besteht, an die 100 Sicherungen hat, in jedem Zimmer zwei Telefonanschlüsse und einen Whirlpool. Ganz in weiß mit Küchentheke aus Glasbausteinen und allerlei selbstgebauten Dingen. Die Soundarchitektur der Räumlichkeiten besteht maßgeblich aus einer rumpeligen und knisternden Gastherme, der man schon eine Explosion zutraut. Das Ganze war mal ein Büro na, und von wem wohl: vom Bezirksamt. So einfach kann es also sein, ist es aber nicht, wenn es um das geht, was Digital Kranky unternehmen. Zunächst ist das ein Label, dessen Name so willkürlich ist, wie das, was dort erscheint. Die ersten produzierten Kassettenmit-Dia-Päckchen hatten damals in Mainz einen Aufkleber, auf dem Digital Kranky stand. Jedoch beruht das Ganze auch auf einem Missverständnis. Denn kranky heißt nicht kränklich, wie einst angenommen. Schlimm ist das aber nicht, denn der Name ist auch nur ein Tor ins DK-Land. Julia betont, dass sie sich vorstellen können, alles von Musik bis Fotos, Video und Büchern zu veröffentlichen. Schließlich gehört ja alles irgendwie zusammen. Die Musik ist schon im Vordergrund, aber eben nur als Bestandteil des Ganzen. Sie wird derzeit auf Vinyl und CD-R veröffentlicht. Wobei hierbei auf das Hörmagazin Plattform hingewiesen werden muss: CD-Rs in kleiner Auflage, die einfach diverse Künstler vereinigen, ohne den Anspruch einer Compilation zu haben. Ihre Musik präsentieren sie derzeit auf einer kleinen Tour, die sie nach Hamburg, Köln, Frankfurt/Main, Hannover, Luxemburg führt. Und um als Label mehr als 50er Auflagen zu repräsentieren haben sie sich mit Fein Raus, Grundrauschen, Tete a Tete, Underscan aus Berlin und Kohvi aus Estland zu Outon zusammengeschlossen. So eine kleine LG Labelgemeinschaft also Das lustige Doppel Denzel&Huhn oszilliert mit seinem jüngsten Elektronika-Einwurf zwischen spartanischer Leere, Dubspielwiese und Wassertank, kommt aber trotzdem auf den richtigen Punkt. Gemeinsam ins salzige Nirvana schaukeln. Obskure Brocken Land, von Wasser umgeben. Außerweltlerische Flora & Fauna, wohin das Auge blickt. Durchs Dickicht schlängeln sich verlassene Pfade und Plankenstege, die seltsame analoge Apparaturen verbinden. Die Gerätschaften warten unberührt, scheinbar seit Urzeiten, nur auf den einen Moment unserer Initialisierung. Zahnräder rattern tief unter der Erde ihr einziges Lied. Es ist die Welt von "Riven, einem Sequel zu "Myst, und wäre dies nicht nur die erfolgreichste Mac-Spieleserie aller Zeiten, sondern gleichzeitig auch die beste, liefe dazu in bestechender audiovisueller Konvergenz "Time is a good thing von Denzel&Huhn. Keine Überraschung also, dass die beiden, wenn sie nicht gerade das dynamische Elektronika- Duo der Stunde sind, auch beruflich gerne Filme oder Webseiten sonisch untermalen. So werkelte Denzel zuletzt mit dem guten Bernd Jestram (of Tarwater Fame) am Score für den Grimme Preisträger "Paul Is Dead. Zuvor musizierten die beiden lange Jahre zusammen mit den Lippok-Brüdern in deren offener Gruppenarbeit "Ornament & Verbrechen. Irgendwann zog man sich in trauter Zweisamkeit in den "Upperroom zurück, eine Studioumgebung hoch über den Dächern der Hauptstadt. Viele Tunes später trottet unser Thaddi des Weges, zückt sein prall gefülltes Scheckbuch und verpflichtet sie für sein stetig wachsendes CCO-Konglomerat. Gut so, denn die Feinauslese von Denzel&Huhn auf Doppelvinyllänge ist das beste Album zur Adventszeit Denzel&Huhn sind quasi ein Überraschungsei gefüllt mit Salzwasser auf Körpertemperatur. Denzel&Huhn, Time is a good thing, ist auf City Centre Offices erschienen "Myst III: Riven gibt s für PC, Mac, PS 2 und XBox geworden. Natürlich wird auch hier nicht in jedem Beitrag das Rad neu erfunden, aber was singulär zunächst unscheinbar klingen mag, offenbart beim Goutieren der vollen Strecke ungeahnte Qualitäten. Eher karge Patterns als vollmundige Tracks, mehr leise Soundscapes statt narrativer Overload. Um so entspannte Schleifen aus dem Hut zu zaubern, muss man schon mal fünf gerade sein lassen können. "Im Moment ist das Spartanische in unserer musikalischen Sprache unsere größte Stärke. Wir haben vorher relativ viel produziert, waren aber nie so richtig zufrieden damit. Bei einer Session haben wir unser Gesamtwerk angehört und festgestellt, dass die Anfänge meist großartig waren. Wir haben fast 1,5 Jahre gebraucht, um das zu schnallen und den Knoten platzen zu lassen. Das Spartanische wirkt trotz aller reduktiver Strategien nie unfertig oder skizzenhaft. Gerne wird sich auch mit marianengrabentiefen Bässen auf die Dubspielwiese begeben, ohne sich auf die simple und in letzter Zeit etwas überstrapazierte Gleichung Delays=Deepnees zu verlassen. HTTP Ähnlich wie unsere Lieblingsband Múm haben auch Denzel&Huhn nebenbei so etwas wie Unterwassermusik komponiert. In einem Isolationstank von Samadhi, quasi ein Überraschungsei gefüllt mit Salzwasser auf Körpertemperatur, kann man beim Entspannen die rhythmisch gerne mal hin und her schaukelnden Schleifen immersiv genießen. Demnächst auch als Kompilation auf dem Weg an die Spitze sämtlicher Esoterik-Charts. Wort drauf. Die Wochenzeitung im Probe-Abo Ich möchte die Wochenzeitung Jungle World fünf Wochen lang für zehn Euro testen. Ich lege zehn Euro in bar oder als Verrechnungsscheck bei. Das Probe-Abo gilt für fünf Wochen, es verlängert sich nicht automatisch. Datum, Unterschrift Das Probe-Abo geht an: Name, Vorname Straße, Nr. JUNGLE-WORLD.COM PLZ, Ort Tel (für evtl. Rückfragen) Ausfüllen und einschicken an: Jungle World Bergmannstr Berlin de:bug

17 <18> - DE:BUG Techno DIE STILLE GRÖSSE SCHLICHTER ECHTZEIT Errorsmith TEXT: ALEXIS WALTZ, ERIK STEIN / FOTOS: TASCHE Technik-Tricks und ihre Techno-Effekte. Der Berliner Errorsmith setzt auf Echtzeitsynthese rundum - von Klang und Struktur, von Hall und Punch, von Laufenlassen und Handanlegen. Und erzeugt so den dichtesten Funk seit der Erfindung des Technik-Nerd-Diskurses. Das Pattern von Errorsmith ist hörbar nur als einfacher Beat. Dah dah dah da da da -- concentrated Rhythm. Aber was passiert danach? Drummachines stellen diese Frage nicht, sie grooven einfach weiter. Schon eher Donnacha Costello oder snd. Auch wenn Errorsmith ganz woanders ansetzt, taucht in den Tracks auf "2" ein Moment des Zögerns auf: Jetzt, nachdem dieser Takt verhallt ist, gibt es ein zehntelsekundenlanges Warten - wie geht es weiter? Ein Pattern, ein Punch, und nun? Aber: Diese musikphilosophische Frage wird gar nicht für sich, zu ihrem reflexiven Selbstzweck formuliert, sondern, um im nächsten Takt besser zuzuschlagen. Yeah - aber diese Stimme taucht nicht auf, überhaupt keine Stimme. "2" explodiert vor Reichtum, Überschuss, Luxus, und ist gleichzeitig extrem minimal. "2" ist so hochgradig überkodiert, dass die einzelnen Überkodierungen gar nicht herauszuanalysieren, zu erahnen sind. Musik jenseits der Ahnung: Errorsmith arbeitet nicht mit Summen. Übersimplifizierte Beats strukturieren das Sequenzielle; selbst die mehr oder weniger live eingespielten Tracks. Den Sound muss man lieben oder eben nicht - jedenfalls DEBUG-A: Das ist das improvisatorische Moment, von dem du spricht? ERRORSMITH: Ja. DEBUG-E: Aber wo kommt das Sequentielle, der Loop her? ERRORSMITH: Es ist immer nur der Beat. DEBUG-E: Aber das ist dann schon ein Sample? ERRORSMITH: Das ist ein Sequenzer, der die Instrumente triggert, die dann den Klang synthetisieren. DEBUG-A: Sind die Beats vorher schon fertig? ERRORSMITH: Was heißt fertig? Die erstelle ich dann, insofern sie Teil der Synthese sind. Die erzeugen ja auch nur Parameter, um Klänge zu modulieren. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Hüllkurven, die irgendeinen Parameter verschieben, und dem Sequenzer, der die Hüllkurve triggert. Man kann das nicht so auseinander halten. Deshalb finde ich es schwierig, zwischen Struktur - zeitlicher - und Sound zu trennen. Man kann gar nicht mehr sagen, wo die Struktur sitzt und wo der Klang. Beim Hall soll es natürlich klingen, es soll was Realistisches entstehen - nichts Künstliches. Deshalb kann man die gar nicht so einstellen, dass sie ungewöhnlich oder krass klingen. Die Platte klingt wie ein Hybrid zwischen etwas, was räumlich und auch schon Teil des Klangs ist. Dadurch, dass dieser Hall noch moduliert wird, und zwar schon zu Zeitpunkten, in denen die Schläge passieren, hat man sofort das Gefühl, dass es zusammengeht. Wenn man den Hall wegnähme, würde man fast nichts mehr hören. YOU NEVER SAW IT COMIN Schwimmbrillen, Gummistiefel. Das smarteste, anschmiegsamste Silikon, das Errorsmith, 2, ist bereits erschienen und via Hardwax erhältlich. HTTP Man erfährt nichts über Musik, wenn man das Midifile betrachtet. meint er das, was er ist: direkt. Der Floor hebt und senkt sich, die Wände pushen nach vorne und zurück schon in dem Moment, in dem der Schlag passiert: Der Reverb, die Halle wird zum Sound. Das geht nicht mit den Effekt-Racks, der klassische Hall soll eben nur natürlich oder real klingen. Um den Raum zu öffnen und je nach Belieben wieder abzuschneiden, muss man schon auf vollgeschaltete Soundsystems zurückgreifen. Das macht alles so schwer, aber, nachdem die jahrelange Arbeit getan ist, nachdem die Sounds sich durch das Nadelöhr gepresst haben, sind die Tracks direkt und funky wie nirgendwo anders. ÜBERSIMPLIFIZIERUNG IN ECHTZEIT DEBUG-A: Du sprichst von oversimplified beats in realtime. Wieso Realtime? ERRORSMITH: Willst du wissen, was das heißt, oder warum ich das gemacht habe? DEBUG-A: Was bedeutet Realtime-Synthese? ERRORSMITH: Das heißt, das ich keine Samples benutzt habe, dass das alles Synthese ist. DEBUG-A: Und warum in Realtime? ERRORSMITH: Man könnte ja auch Synthese betreiben, bei der man an Parametern schraubt und auf Start drückt und schaut, was rauskommt. DEBUG-A: Du stellst etwas ein oder veränderst es, während der Sound entsteht? ERRORSMITH: Genau. Bei einigen Stücken ist dieses Realtime nicht vordergründig, weil ich sowieso nur rumkonstruiert und Hüllkurven gezeichnet habe, aber bei vielen Stücken habe ich es vorher nicht überlegt. Ich lies einfach einen Beat laufen und habe per Hand die Sachen moduliert und aufgenommen. Früher war technotheoretisch das Entscheidende immer das große Mischpult dahinter, also diese analoge Mixmaschine, an der dann auch noch jemand dran sitzt, der an den Knöpfen dreht. Weil das Totalitäre, das das klassische Feuilleton Techno vorgeworfen hat, dieser "faschistoiden" Musik, real gar nicht stattfand. DEBUG-E: Auf deine Sachen trifft es ja zu. Aber würdest du das von allen Technoproduktionen sagen, das eine Trennung zwischen sequenziellen, programmierten Mididaten und der analogen Soundentwicklung danach nur ein Konstrukt ist? Oder ist das eine Sache, die sich jetzt erst entwickelt, weil man keine raumgroße Analogschaltung mehr zusammenbringen muss? ERRORSMITH: Das war früher auch schon der Fall. Jetzt ist es offensichtlicher. Ein Freund von mir hat mal gesagt: Rein musiktheoretisch sei Techno eine super einfach strukturierte Musik. Da habe ich mich ziemlich drüber aufgeregt, denn man erfährt nichts über die Musik, wenn man das Midifile betrachtet, weil, klar, der Sequenzer triggert Millionen von Hüllkurven. Die Struktur ist nicht im Sequenzerprogramm zu finden, sie geht ja hinaus durch die Synthese bis zu dem, was hinten rauskommt, zur Welle. OHNE HALL KEIN KNALL DEBUG-A: Warum wird der Hall in die Synthese integriert? Wie könnte es anders sein? ERRORSMITH: Normalerweise kümmerst du dich zunächst um dein trockenes Signal. Dann denkst du, hmm, das ist alles so trocken und du schaltest den Hall drauf. Dessen Aufgabe ist es, Räumlichkeit zu produzieren. Die meisten Hallgeräte kann man gar nicht so einstellen, dass sie nach einem hörbaren Effekt klingen, wie z.b. bei einem Verzerrer. schweißtreibendste, beklemmendste Gummi - wie kommt beides zusammen? Das Verhältnis von elektronischer Musik, Körpern und Raum ist wahrscheinlich die wichtigste Frage überhaupt. Natürlich produzieren viele Technotracks Räume und wagen sich in eine suggestive Dimension vor, etwa die 808s Pantytecs, die unter dicken Wolldecken begraben sind, die intimen Stimm-Fetzen. HipHop und Ragga sind darin anders. Diese Musiken operieren oftmals einfacher, konkreter, formulieren immer eine extrem materielle, rhythmische Intervention, wo Techno die Atmosphäre immer schon mitdenkt und so Gefahr läuft, zu überdecken, zu verschleiern, Unschärfe zu erzeugen. In Errorsmiths unwahrscheinlichen Hits taucht dieser Punch wieder auf. Aber: Wieder auftauchen - was wieder auftauchen darf, wieder vorkommen soll, in dieser Frage ist Errorsmith unglaublich genau, streng. Da Originalität als Bedingung gesetzt wird, könnte "2" schwer, akademisch wirken. Diese radikalen Momente, das Sound- und Raumkonstituierende bringt ihn in die Nähe von Pan_sonic. Pan_sonic hatten zwar ihren geilen selbstgebauten Synthesizer, der einem die Spucke nahm, blieben aber Loop&Fade-Rocker; sie wollten den Groove nicht spüren. ERRORSMITH: Vor allem das erste Stück, Stiff Neck, ist eine Dancehall-Betonung, die wird bei 33 rpm deutlich. DEBUG-E: Wie kommst du auf den Rhythmus? ERRORSMITH: Wenn ich einen Beat im Kopf habe, eine Betonung, nehme ich sie auf. Beim Fahrradfahren etwa und durchs Sprechen ins Diktafon oder Laptop. Bei manchen Stücken sind die Beats ohne eine solche Vorgabe programmiert, sind aber nie sonderlich kompliziert. DEBUG-E: Ich hatte auch den Eindruck, dass da ein Drum&Bass-Track und ein Hiphop-Track drin sind, natürlich sehr abstrahiert. Die "2" ist eine sehr soziale Platte, die gerne in andere Kontexte gestellt werden will. Wo eben noch dazukommt, dass sich in der Platte auch umkehrt sehr viel Musik abbildet, die Pop, die viel gehörte Musik ist. Wie war es denn bei der ersten Platte, wurde die viel gemixt? ERRORSMITH: Nein, eben nicht so viel. DEBUG-A: Wie erklärst du dir den Erfolg der Smith n Hack-Stücke, deines Projektes mit Soundhack? ERRORSMITH: Die Smith n Hack-Stücke haben eine gewisse Leichtigkeit. Auch gerade das Stück, das sie alle spielen, das will nicht viel sein, es kommt eher naiv daher, ohne dass es konstruiert wäre. Wir finden das schon genauso gut und haben viel Spaß dabei gehabt. Die Bezüge sind klarer als bei Errorsmith. DEBUG-A: Bei Techno ist die raumsetzende Wirkung mitgedacht, wenn auch manchmal auf kitschige Weise. Bei HipHop kann man das nicht so einfach benennen, mit welchen Räumen und Raumeffekten gearbeitet wird, denke an "Try Again". Mit diesem interventionistischen Moment operierst du. ERRORSMITH: Huh die Verquickung von musikalischem und sozialen Raum, so weit kann ich gar nicht denken. DEBUG-E: Das finde ich schon richtig. Ich finde sie sperrig, wenn man die Platte im Wohnzimmer hört. In dieser Musik erzeugst du einen Raum, der sich nur im sozialen Raum entfalten kann. DEBUG-A: Es ist eine Disco-Platte, dann doch irgendwann. ERRORSMITH: Du meinst für laut? DEBUG-E: Das ist zu einfach. 2 ist auch die Aufforderung, sie auf dem Dancefloor zu spielen. Oder überhaupt erstmal da hin zu gehen. Weiter zu machen. Da ist noch viel Platz drin.

18 Go. Spin the globe. siemens-ausbildung.de Interessiert?: 0800-come2us. Die Schule vorbei. Das Abitur in der Tasche. Die Zukunft vor Augen Chancen, kleine Träume ganz groß zu machen.

19 <20> - DE:BUG Minimaltechno DSCHUNGELFEUER GEGEN BRAVE NEW WORLD Portable TEXT: SASCHA KÖSCH Antiglobalisierungstechno zwischen südafrikanischer Identität und britischen Graustufen produziert der Wahl-Londoner Portable und rehabilitiert religiöses Drumming im Hitech-Feinschliff. Die Frage, ob der Begriff "Eingeborene" anti-pc ist, klärt sich allerdings nicht. So oft man von afrikanischer Musik als Ursprung in elektronischer Musik hört, so selten hört man von jemandem, der tatsächlich aus Afrika kommt. So als wäre die Geschichte längst und sehr schnell mindestens einen Kontinent weitergezappt, der jetzt nur noch als Referenz taugt, nicht als Teil des Jetzt. Portable kommt aus Cape Town, Südafrika. Ob man das hört? Sicher. Sicher jedoch klingt seine Musik eher nach der kanadischer Minimalisten oder Berliner Laptopbefindlichkeit als nach unserer Bilderbuchvorstellung von Black bis Broken Beats. Es sind hochtechnologisierte Sicherheitstracks auf Killergrooves in feinsten Schnitten und Sounds, die seine Platten auf Background, Context und jetzt Sud, seinem eigenen Label, ausmachen, aber auch die ständige Oszillation von Komplexitäten zu neuen und alten organischen Qualitäten. Es ist Musik, die sich als etwas versteht, das sich eingliedert in die Klänge, die um einen rum sein können, einen aber genau so bewegt. DEBUG: Welchen Background bildet deine Herkunft aus Cape Town? PORTABLE: Südafrika hat eine Houseszene, die sich aus frühen Chicagohousetracks entwickelt hat. Spartanisch, mittleres Tempo mit den meisten Vocals in unserern Sprachen, Zulu oder Xhosa. Meist nennt man es "Township House" oder "Kwaito". Vor ein paar Jahren traf ich dort auf ein kleines Label, das sich Mass Records nannte und ein Remix Projekt namens "Dance For Freedom" machte, das mit den ersten demokratischen Wahlen im Land zusammenfallen sollte. Es war eine Sammlung traditioneller Tracks, von denen einer jetzt unsere Nationalhymne ist und die in "Kwaito" transponiert wurden. Vermutlich findet sich darin so etwas wie eine Signatur von mir, aber das erinnert mich schon an eine andere Zeit. Dort zu leben und aufzuwachsen, ließ mich immer weit entfernt fühlen. Damals war ich frustriert, aber so arbeitete ich wenigstens mit dem, was es gab. Ich war z.b. ständig in der örtlichen Bücherei, die eine unschätzbare Sammlung an afrikanischer und tribaler Musik aus den 60ern und 70ern hatte, in denen man noch das Ambiente des Dschungels und der Feuer drumherum hören konnte. Diese Rhythmen hatten für mich eine tranceartige Qualität und die Umgebung von Cape Town ist so voller Schönheit und Natur, dass man den Einfluss dieser organischen Elemente auf meine Musik eigentlich gar nicht unterschätzen kann. DEBUG: Fühlst du dich durch deine Herkunft politisch verpflichtet? PORTABLE: Das einzige politische Thema, das sich in meiner Musik wiederfindet, ist das persönlicher Freiheit. Das aber kommt von den Freiheiten, die Südafrika in den letzten Jahren gewonnen hat, und denen der Eingeborenen überall auf der Welt, die zur Zeit leider immer mehr in Gefahr sind. Auch in meinem Land, wo die Bushmen, ein Nomadenvolk aus der Kalahariwüste, von ihrem Land vertrieben und in ein Reservat gesteckt wurden. Es gibt sehr viele solcher Beispiele, und mit ihnen verschwinden immer auch Sounds, die dann bestenfalls als CD überleben. AUSGESIEDELTE EINGEBORENE DEBUG: Weshalb bist du nach London gezogen? PORTABLE: Ich wollte meine Musik nach vorne bringen. Neben einigen Parttime-Jobs hier mache ich zusammen mit einer Freundin, Lakuti, die auch aus Südafrika ist, eine zweiwöchentliche Nacht, die sich "Delay" nennt. "Delay" ist in einer kleinen Kellerbar namens Tan Ta Na in unserer türkischen Nachbarschaft hier in Stoke Newington. Lakuti legt alle Arten von minimaler House- und Technomusik auf, und ich mache immer so 1-2 Stunden Livesets. Das hat bislang sehr gut funktioniert. Dazu machen wir noch eine Radioshow auf und machen ab und an auch Partys mit den Signal DJs. Die letzte war mit Juan Atkins, mir, Jan Jelinek und Andy Vaz. Die nächste mit Lakuti, Sutekh und mir. Gerade haben wir auch unser Label begonnen, "Sud" (www.sudelectronic.com), auf dem ich die erste EP machen werde. Es gibt sehr viel dieser Art von Musik, die völlig unterrepräsentiert in London ist. Und wenn wir es machen, ist es immer großartig, weil es den Leuten Raum gibt, besonders hier, wo man immer so der Zeit und dem Raum hinterherlaufen muss. DEBUG: Dein Name kommt aber nicht vom französischen Wort für Laptop? PORTABLE: Ich glaube, dass ich Musik mache, die sehr anpassungsfähig ist. Die in der Stadt und auch draußen funktioniert, die man mitnehmen kann. Es kam mir irgendwann in Portugal, wo wir mit Freunden waren. Wir hörten Musik von mir morgens bei Sonnenaufgang am Meer, und irgendwie war sie nur noch schwer von den Geräuschen in der Natur zu unterscheiden. DEBUG: Du klingst in der Weise typisch, dass du, wie viele auf Background, einen sehr technologisch advancten Sound hast. HTTP PORTABLE: Ich benutze sehr viele originale Drums und Holzklänge als Quellen, die während religiöser Zeremonien benutzt werden, aber anstatt sie zu kopieren und als meine zu benutzen, arbeite ich stundenlang daran, um neue Töne aus ihnen herauszubekommen. Den vollen Weg von der Vergangenheit über die Technologie ins Jetzt und darüber hinaus. Vermutlich hört sich das sehr technisch an und ist es auch. Wenn ein Track fertig ist, hoffe ich aber, dass er den Hörer irgendwie bewegen kann, dass er wie eine Öffnung funktioniert und die ganzen Hindernisse auf dem Weg dahin verschwunden sind. Meine frühesten Einflüsse waren natürlich die House-Pioniere wie Mr. Fingers oder die Murk Bros. Später kamen dann Inspirationen von Minimalisten wie Arvo Pärth oder Phil Nibloc dazu. Ich stehe auch sehr auf klassische persische Musik und einiges von den neuen Broken Beats innerhalb der Dancehall Beats. Ich gebe mein Bestes, das alles zusammenzubringen. Meist beginne ich aber mit Sounds, in denen verstecken sich oft schon Ryhthmen, die zusammen mit den Rhythmen anderer Sounds oft schon ein Netz ergeben. Das gibt mir dann den Hintergrund, auf dem alles weiter geht, aber ich versuche immer, noch genug Stille in den Tracks zu halten, damit man nicht überfordert ist. DEBUG: Für welche Zeit machst du deine Tracks? Das einzige politische Thema, das sich in meiner Musik wiederfindet, ist das persönlicher Freiheit. PORTABLE: Ich hätte gerne, dass meine Musik auf eine Zeit zeigt, in der die Gesellschaft aufwacht und bemerkt, dass die multinationalen Cooperations längst mächtiger sind als die Staaten und die Stimme des Einzelnen vom Krach der Industrie ausgeblendet wird. Das wir eigentlich längst in einer Brave New World leben. Meine Musik ist sehr emotional, nicht unbedingt glücklich, aber optimistisch, eine Realisierung, dass alles ein Übergang ist. Ich glaube, das wäre die Attitude, die ich rüberbringen möchte.

20 <21> - DE:BUG Island Report MACHT PARAT, DEN APPARAT! Island Airwaves Island exportiert zwar Sigur Ros, GusGus, Mùm oder Björk. Aber wohl nur, damit man im Lande nicht bei Punk und Bigbeat gestört wird. Ein komisches Land, in dem man sich durch Ankotzen das Schlangestehen vor den Clubs verkürzt. Debug hat sich mit Leib und Seele hineingeworfen. TEXT: FARES AL HASSAN / FOTOS: CARSTEN TILLMANN / FARES AL HASSAN Junge Mädchen schieben Kinderwagen durch die Straßen von Reykjavik. Dieser erste sonnige Festivaltag im Oktober schmeichelt mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und es ist still, schick und modern in der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Das soll das Ibiza des Nordens sein? Offensichtlich Norden, aber Party im Eis? Mein Sherpa, Ivar Orn aka Paraworld, Musiker in der Elektro-Formation LBH Krew, lacht. "Hey man, this land is full of contradictions. You gotta see, man." Rund um die internationale Musikwelt begeistert und regelmäßig Björks, Mùms und GusGus in die Welt jenseits des Atlantiks schickt. Unser erster Landeanflug führt uns in den Rockschuppen "Grandrokk", zur Geburtstagsparty des legendären Bad Taste Labels. Während Bibi Curver auf 4 Turntabeln und diversen antiken Klangkörpern seine Beats in die Nacht sendet, erzahlt mir Sigi, alias Sigtryggur Baldursson, Ex-Drummer der Sugercubes, an der Bar von seinem aktuellen Projekt. Er werde, sagt er, die Rhimma, eins Zapfenstreich in Reykjavik und Augen zu und schon ist Freitag. NETTE LEUTE, BRACHIALE SITTEN Während der Norden der Insel von Schneestürmen geschüttelt wird, beginnt der zweite Tag mit Sonnenschein und der Präsentation des Debütalbums der Überraschungsband des Festivals. Das Apparat Organ Quartet lädt ein in den fünften Stock der noblen Bar "Apothek". Die Mischung aus Kraftwerk, Trans Am, Steve meisten Isländer steht der Ex-Sugercube auf Deutschland, vor allem auf deutschen Punk. Es tut weh, den kreativen Kopf der Sugercubes die Neubauten kopieren zu hören. Der beste Ort für späte Partyfreuden ist ein kleines Haus abseits des Laugavegur namens "Sirkus", und es empfängt uns mit offenen Armen und übersteuerten Eurythmics. Die hier feiern, nennt man in 101-Rvk "Sirkus-Kid". Die fröhlichen Gesichter und bunten Gestalten stecken an und der die geben uns immer so gute Kritiken", erzählt Runar. "Our new Album will therefore be called Germans are People too." Abschluss dann im "Laugardalshoell". Der Opener Blackalicious scheitert noch am steifen isländischen Publikum, die Hives mit Jagger-Imitator Ahlqvist rocken dann tatsächlich das Haus und übergeben die aufgetauten Isen an Heimspieler GusGus, die nur im ersten Song vom scheidenden Daniel Agust unterstützt werden. Routiniert lässt Fatboy Slim die blonde Meute HTTP Island empfängt mit offenen Armen und übersteuerten Eurythmics. Flüge: Stadt liegt ein weicher Moos-Flokati auf endlosen spitzen Lavafeldern. Die Landschaft Islands ist brachial, doch nirgendwo wirken die Kontraste der Inselrepublik stärker als in Reykjavik. Futuristische Kirchen stehen neben Heimstätten für Elfen. Zehnjährige verehren gleichzeitig David Beckham und Saga-Autoren aus dem 13. Jahrhundert. Zwischen Mitternachtssonne und Dauerdunkel wird auf dieser Insel mehr gedichtet, gemalt und musiziert als irgendwo, und nirgendwo wird mehr Prozac verschrieben. Mit der Einwohnerzahl Berlin-Friedrichshains ist Reykjavik der Brennpunkt einer Musikszene, die die die komplexe tausendjährige isländische Reimform, in Perkussion umsetzen. Ich nicke verständnisvoll. Ein paar Straßen weiter steigt im "Spotlight" die Thule Records Nacht. Unter nackten Männerkörpern präsentiert ILO, was ein gut gemischtes Knistern ausmacht, bald darauf abgelöst von Biogen, dem Thule-Highlight des Abends. Als die bessere Hälfte des Ex-Duos Ajax produziert Biogen Remixe für Sigur Ros und Mùm und bettet den Club für eine Stunde in einen sanften Ambientklang. So weich, dass wir fast Kritikal Mazz im "Gaukur ì Stong" (Papagei auf Stange) verpassen. Trotz Airwaves ist um Reich und italienischer Horrorfilmmusik hat den fünf Musikern in den bunten Anzügen einen Platz im morgigen Hauptprogramm eingespielt. Während die schweigsamen Herren auf uralten Stilophonen eine kleine Quadrille spielen, hüpfen sechs Mädchen der Ballettakademie im Takt dazu. Der Andrang vor Reykjaviks angesagtester Bar "Kaffibarrin" ist riesig. Seit Damon Albarn ca. 5% davon gehören, steht die Bar als Muss in jedem Reiseführer. Trotz Biggi Meira von GusGus an den Technics lässt es sich nicht lange aushalten zwischen Anzugtragenden Wikingern und wir fliehen zur Punklegende Einar Orn ins "Idno". Wie die Strom der tanzenden Menschen dreht sich wie ein Strudel um die kleine Bar bis plötzlich ein Gong ertönt und Sikka, die 46- jährige Direktorin des Sirkus, uns mit harter Hand in den kalten Morgen entlässt. Die Straßen sind übersät mit Scherben. Auf dem Heimweg erzählt mir jemand, dass die Bar abgerissen wird und ich denke, scheiße. Der Samstag steht im Zeichen des finalen BlackaliciousHivesGusGusFatboyAufgebots und beginnt mit Alka Seltzer bei einem der seltenen vier Stunden Konzerte des Minimal-Duos Vindua Mei im schneeweißen "Skapparin". "We love Deutschland, schließlich doch noch in die Nacht kochen und grinst debil. Wir hauen ab. Und noch während der Slim spinnt, brennt auf dem Laugarvegur still ein Haus ab. Das sieht irgendwie wunderschön aus unter dem kalten Vollmond. Wir klettern über die Feuerwehrabsperrung. Bevor die verplante Polizei uns bemerkt, rauchen wir meine letzte Zigarette, schießen den letzten Film voll und aschen in das langsam gefrierende Löschwasser.

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