Theaterwissenschaft. Institut für Theaterwissenschaft Hallerstrasse Bern. Tel

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1 Theaterwissenschaft Institut für Theaterwissenschaft Hallerstrasse Bern Tel

2 Studium Studienrichtung Theater- und Tanzwissenschaft Studienprogramme Bachelor Theaterwissenschaft Master Theaterwissenschaft / Tanzwissenschaft Abschluss / Titel Bachelor of Arts in Theatre and Dance Studies, Universität Bern Master of Arts in Theatre and Dance Studies with special qualification in Theatre 1, Universität Bern Master of Arts in Theatre and Dance Studies with special qualification in Dance 2, Universität Bern Studienbereiche Bachelor Master 1 Theatergeschichte Theatertheorie Dramaturgie / Aufführungsanalyse für Theater Master 2 Tanzgeschichte Tanztheorie Dramaturgie / Aufführungsanalyse für Tanz

3 Studium Major- und Minor-Studienprogramme Die Grundstruktur der Studienprogramme ist möglichst schlank, überschaubar und transparent gestaltet. Dem Studium liegt ein einfaches Major / Minor-System zugrunde: Im Major / Minor werden im Bachelor insgesamt 180 ECTS und im Master 120 ECTS verlangt. Bachelor (6 Semester) Master (4 Semester) Major 120 ECTS, davon 15 ECTS frei wählbar innerhalb des Lehrangebots oder als Praktika 10 ECTS für die Bachelorarbeit 90 ECTS, davon 30 ECTS für die Masterarbeit Minor 60 ECTS 30 ECTS für ausserfakultäre Studierende 30 ECTS Theater und Tanz Der Gegenstand des Studiums ist die Theaterkultur in allen ihren historischen und ästhetischen Ausprägungen. Der Bachelor bietet einen Einblick in die Theaterkultur vor allem unter dem Aspekt des Schauspiels. Im Masterstudiengang besteht darüber hinaus die Möglichkeit, zwischen den Schwerpunkten Theaterwissenschaft und Tanzwissenschaft zu wählen.

4 Theaterwissenschaft Die Theaterwissenschaft untersucht wie die Tanzwissenschaft unterschiedliche Strukturen und Funktionen vielfältiger szenischer Praktiken in Vergangenheit und Gegenwart. Die Studien in Geschichte, Theorie sowie Dramaturgie und Aufführungsanalyse tragen dazu bei, dass der öffentliche Diskurs über Theater und Tanz im regionalen, nationalen und internationalen Kontext differenzierter und qualifizierter geführt werden kann. Ein Schauspiel am Stadttheater, ein Hochseilakt auf der Strasse, Choreographien in Kunsträumen oder Inszenierungsstrategien beim Festakt dies alles bildet den höchst variablen Untersuchungsgegenstand der Theaterwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit gegenwärtigen und vergangenen szenischen Praktiken und setzt dabei historisches und theoretisches Wissen zu dramaturgisch-konzeptionellen und analytischen Fragen in Beziehung.

5 Theaterwissenschaft Wahrnehmungsweisen und Verstellungsstrategien, Identität und Fremdbilder, Körperkonzepte oder regionale und globale Theaterkulturen werden ebenso zur Diskussion gestellt wie mögliche Zusammenhänge zwischen Wanderärzten und Aktionskunst. Wann begannen Menschen Theater zu spielen und wozu? Welche Theaterformen brachte die Geschichte hervor und wer hat sie geprägt? Die Theatergeschichte fragt nach szenischen Vorgängen von der Urzeit bis zur Aufführung gestern Abend. Philosophisch ausgerichtete Theatertheorie reflektiert das Verhältnis von Akteuren und Zuschauenden. Sie erörtert auch die Frage, was Theater überhaupt sei: Gibt es das Wesen des Theaters, und wie entsteht ein szenischer Vorgang im Alltag? In der Dramaturgie wird ein spezifisches Vokabular für die Textanalyse und den inszenatorischen und choreographischen Produktionsprozess erarbeitet, das eine Brücke zur Schauspiel- und Regieausbildung schlägt. Die Aufführungsanalyse schliesslich setzt sich im Nachhinein mit den szenischen Gestaltungen, Vorgängen und Ereignissen auseinander. Sie schult das Beobachten, Beschreiben, Analysieren und Interpretieren der konkreten Erscheinungsformen von Theater.

6 Tanzwissenschaft Tanz Anna Huber Foto Ute Schendel Die Tanzwissenschaft besitzt mit Geschichte, Theorie sowie Dramaturgie und Aufführungsanalyse die gleiche Grundstruktur wie die Theaterwissenschaft. Sie denkt über verschiedene Formen von choreographierter Bewegung nach und reflektiert über den Tanz mit Fragestellungen wie zum Beispiel: Was ist überhaupt Tanz bzw. was wollte man zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Kulturen auf der Tanzbühne sehen und warum? Was sagen uns die Körper, die sich da auf der Bühne bewegen und welche räumlichen und zeitlichen Konzepte sind ablesbar? Tanz ist eine «Sprache» ohne Worte. Sie ist aber deswegen noch lange nicht unmittelbar und allgemein zugänglich, wie vielerorts behauptet, vielmehr stellt sie jeweils bestimmte Anforderungen an das Verstehen. Sie setzt Körper-, Bewegungs- und Kontextwissen voraus. Die Sprache des Tanzes erschliesst sich dem Betrachter und der Betrachterin über das sinnliche Wahrnehmen, die Abstraktion des Körpers und den Intellekt. Dies erfordert nebst der Schulung der ästhetischen Wahrnehmung auch den Einsatz sprachlicher Analyse-Werkzeuge. Theater- und Tanzwissenschaft sind von ihren Themen wie ihrer disziplinären Genese her mit unterschiedlichen Fachkulturen verbunden, wie etwa den Kunst- und Kulturwissenschaften, der Geschichtswissenschaft und den Sozialwissenschaften.

7 Einblick ins Studium Neben den Lehrveranstaltungen ist der Kontakt zur Theater- und Tanzpraxis ein integraler Bestandteil der Ausbildung. Die Studierenden besuchen Theater- und Tanzvorstellungen, übernehmen Praktika oder wirken im Berner StudentInnen Theater (BeST) mit. Eine jährliche Exkursion an ein grosses internationales Theaterfestival wird ergänzt durch den Austausch mit KünstlerInnen, DramaturgInnen und RegisseurInnen. Spezielle Lehrveranstaltungen s ind sowohl der vielfältigen Theaterlandschaft Schweiz als auch der internationalen Theater- und Tanzszene gewidmet. Regelmässig lehren am Berner Institut ausländische Gäste. Insbesondere den im Major immatrikulierten Studierenden wird zudem empfohlen, einen Teil ihrer Studienzeit an einem Partnerinstitut im Ausland zu verbringen.

8 Forschung / Beruf Die Forschung zur «Historiographie des Szenischen» wird in Verbindung mit der Schweizerischen Theatersammlung geleistet. Sie beinhaltet die Aufarbeitung der Theatergeschichte der Schweiz (bisher 13 Monographien sowie das dreibändige «Theaterlexikon der Schweiz»), die Analyse des zeitgenössischen Theaterund Tanzschaffens sowie Themen internationalen Charakters. Ein Projekt ist dem Gegenwartstheater gewidmet, ein anderes vergleicht «Theatersysteme kleinerer europäischer Länder». Es stärkt die anerkannten Kompetenzen des ITWs in den Bereichen Kulturorganisation, -förderung und -ökonomie. Ein Studium der Theaterwissenschaft ist keine Ausbildung im Sinne eines fest gefügten Berufsbildes. AbsolventInnen des Master of Arts in Theatre and Dance Studies, Universität Bern, besitzen vertiefte wissenschaftliche Kenntnisse und vielfältige berufsqualifizierende Kompetenzen. Das Studium befähigt zu Tätigkeiten in Theatern und anderen kulturellen Institutionen, in den Medien, der Wissenschaft, Publizistik, im Bereich Kulturmanagement, in Archiven, bei Kulturstiftungen, als DramaturgIn, als ProduktionsleiterIn und in Verlagen, beispielsweise als KuratorIn, LektorIn oder als KritikerIn.

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