Malteser Jugen. x..41. Informationsdienst für Verantwortliche in der Malteser Jugendarbeit * G F

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1 Malteser Jugen x..41 Informationsdienst für Verantwortliche in der Malteser Jugendarbeit * G F

2 Weihnachtsfreuden Cott schenkt sich den Menschen. An dieses übergroße Ceschenk erinnern die vielen kleinen Ceschenke, mit denen Christen anderen Menschen eine Freude machen. Cabentisch und Weihnachtsteller dürfen ruhig gefüllt sein. Doch auch der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus gehört dazu: Ungezählte Menschen warten darauf, daß wir uns ihnen schenken. I*pressum Nr.4l Herausgegeben vom Malteser-Hilfsdienst e.v., Generalsekretariat/ Bundesjugendrefera! Leonhard-Tietz-Str. 8, Köln; Postfach , Köln, Telefon: A221/2A30851' Redaktion: Thomas Peffermann(verantwortlich), Michael Lülsdorff, Christine Rampe, Dirk Paul Hegner Das Malteser-Jugend-Info erscheint vierteljährlich und wird durch das Bundesministerium ftir Frauen und Jugend gefördert. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Beiträge und Anregungen sind willkommen. Regionalberichte werden unabhängigvon der Meinung der Redaktion veröffentlicht. Bei längeren Zuschriften oder undeutlichen Ausführungen behalten wir uns Kürzungen oder Anderungen vor' Redaktionsschluß für das Jugend-Info Nr. 42: 5. Februar'94 A?ltiion? lo.ö Tttelbild: lvlarika von Buengner, Auslandsbeauftragte des Malteserordens, übergibt einen Rollstuhl an ein behindertes chilenisches Mädchen ) Malteser-Jugend-Info

3 Vornrort Lieb e Grupp enl eit erinnen unil Grupp enleite4 liebe Ereunde, 100 Rollstühle für Chile will die Malteser ugend bundesweit durch Spendengelder und Aktionen aufbringen,.um Behinderten in Chile ein menschenwrirdiges Dasein zu ermöglichen. Eine Herausforderung ftir jede Gruppe, denn bereits mit DM 500,- kann ein Rollstuhl in Chile gekauft werden. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit haben wir die Mögtichkeit, für uns und unser Anliegen zu werben. Die Teilnehmer des Bundesgruppenleitertreffens gingen rnit gutem Beispiel voran. Weitere Informationen sowie erste Sammelergebnisse findet ihr in dieser Ausgabe. Pünktlich zum Bundeslager wollen wir eine noch größere Aktion starten. Unter dem Motto "Schlüssel'94" sind alle Gruppen der Malteser ]ugend eingeladen mit Phantasie, Kreativität, Ideenreichtum und Tatendrang Türen zu öffnen. Türen - zueinander, zlj Menschen in Not und zu Gott. In diesem Sinne wünschen wir euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und erfolgreiches ]ahr 1994 Oe"e (Thomas Peffermann) (Michael Lülsdorff) -INHALT lmpressum VonrvorUlnhalt Akion "100 Rollstühle" Umweltarbeit....S.2...S.3...S.4Musisches Wochenende... S S.7 BundeEruppenleitertreffen... S. 8 Bundesjugendversammlung...S.11 Who is Who.,... S. 12 Aktion "Schlüssel 1994."... S. 14 Diskussionsforum S. 16 "Ausländerfeindlichkeit"... S. 18 Filmtips... S.19 Neuer Ausnister der Malteser Jugend... S. 20 Unser Schwazes Brett... S. 22 REiond... S.24 Kleinanzeigen... S.42 Termine... S.43 Bunte Seite... S.44 Malteser-Jugend-Info 3

4 Aktion Soziales Engagement Eine bundesweite Aktion der Malteser Jugend ßoIlstähle IVtalteser Jugend Start: Ende: Worum geht's? Warum gerade für Chile? ZieI: sofort möglich Katholikentag '94 in Dresden Geld zu salnmeln für Rollsttihle, damit chilenischen Behinderten geholfen werden kann. (eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) In Chile sind Behinderte von ihrem Schicksal besonders schwer betroffen (siehe Rückseite). Über den Malteserorden in Chile können wir ganz konkret und individuell helfen. Es ist sichergestellt, daß unsere Hilfe ankommt! Ein Rollstuhl kostet in Chile DM 500'-. Unser Ziel ist es, bundesweit 100 Rollsttihle zusalnmenzubekommen. Egal, ob ihr mit eurer Gruppe nur einen kleinen Betrag, oder sogar Geld für einen oder mehrere Rollstühle sammelt, jede Hilfe zählt.ihr erhaltet Informationen (Adresse etc.) über die Person, der ihr geholfen habt. Außerdem wird euer Sammelergebnis im Jugend-Info veröffentlicht. 4 Malteser -Jugend - Info

5 Aktion HW auf d.em Weg zur Unabhöngigkeit Wer in Chile gelähmt ist und kein Geld hat, trägt ein besonders schweres Schicksal. Als Kind kann er noch von seinen Eltern herumgetragen werden. Aber irgendwann wird er älter und zu schwer. So erging es auch einer jungen Frau im Provinzstädtchen Nogales (zwei Autostunden von Santiago de Chile entfernq. Marcela Mena Torres, die vom Malteserorden einen Rollstuhl erhielt, ist 21 Jahre altund seit ifuem zwölften kbensjahr gelähmt. Ihre Familie besteht aus neun Personen und ist bettelarm. Marcela ist nie zur Schule gegangen und lebt in einer Bretterbude ohne Wasseranschluß. Mit dem Rollstuhl verändert sich das Lrben. Er ermöglicht dem Behinderten ein Stück Unabhlingigkeit. Initiatorin der Rollstuhlhilfe ist die Auslandsbeauftragte des Malteserordens, Marika von Buengner. Sie wird sicherstellen, daß die Hilfe auch den Bedürftigen zugute kommt. Marika von Buengner, Auslandsbeaufuagte des Malteser Ordens, übergibt einen Rollstuhl an ein behindertes chilenisches Mädchen Ansprechpartner: Frau von Buengner (Malteser Orden) und Andrea Haagn (Diözesanjugendreferentin) Tel. : Malteser-Hilfsdienst, Diözesangeschäftsstelle Streitfeldstraße 1., München Konto fär Spenden: LIGA - Bank, Mänchen Konto-Nr: BLZ: Verwendungszweck: Rollstühle für Chile Malteser-Jugend-Info J

6 Aktion Aktion "1 OO Rollstühle" angelaufen: "Die ersten Stüh;le rollen..." Das ist Spitze! Kaum hatte die Initiatorin der Aktion *1OO Rollsttihle für Chile", Marika von Buengner, die Teilnehmer des 2. Bundes-Gruppenleitertreffens in Wildflecken über die Situation in Chile informiert, kam die Sache auch schon "ins Rollen". Bundesjugendseelsorger Winfried Motter rief beim Abschlußgottesdienst spontan zu einer Sonderkollekte auf - Resultat Mit einem Erlös von 555,55 DMwar der erste Rollstuhl schon mehr als gesichert! -An der Spitze liegtbisher das Sammelergebnis der Malteser Jugend aus Fulda-Neuenberg: Mit Unterstützung der Pfarrgemeinde St. Andreas wurden im Rahmen eines vorweihnachflichen Flohmarktes 620,35 DM erlöst. - Die Malteser-Jugend der Erzdiözese München und Freising sicherte auf der Korbinianwallfahrt durch Teeverkauf und Spenden einen weltenen Rollstuhl. - Bei ihrem Diözesanjugendtag veranstaltete die MJ Freiburg kurz vor Abreise der Teilnehmer eine spontane Münzgeldsammlung und brachte dadurch stolze 390,61 DM zusammen. Von etlichen Diözesan- und Ortsgliederungen wissen wir überdies, daß weitere Aktionen geplant sind, oder sogar schon durchgeführtwerden. Bitte teiltuns eure Ergebnisse mit - wir werden sie an dieser Stelle in den kommenden INFOs alle bekanntgeben. Allen anderen, die vielleicht noch zögern, sagen wir: Nix wie ran - wir zäihlen auf euch! Erfolssskala MJ Fulda-Neuenberg e MJ München-Freising MJ Freiburg Herbert van Elten, Jugendvertreter im Bundesjugenffihrungskreis, überreicht Frau von Buengner ein Kaven mit dem Sammelerlös des 2. Bundes-Gruppenleitertrffens Anschließend trugen die Gruppenleiter die neuen Informationen in ihre Gliederungen hinein. Dies löste schon in den wenigen Wochen, die seither vergemgen sind, die ersten Aktionen aus: Malteser -Jugend - Info

7 Gruppenstunde Umweltarbeit - ein jugendgemäßer Dienst der Malteser Jugend Am Wochenende lo. bis 12. September 1993 trafen sich zutölf Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter aus sechs Diözesen auf der Jugendburg Ludwigstein, um sich einem neuen Aufgabenfeld j ugendgemäßer Dienste, der Umweltarbeit, zu widrnen. Die nachfolgenden Anregungen und Erfahrungen möchten wir gerne weitergeben und eine Gruppe zu einer Bachpatenschaft ermuntern. Praxistip: Bachpatenschaften Ausreichend gioße und untereinander verbtrndene Lebensrätrme sind die Grundvoraussetzung fitr die Erhalhrng und Sicherung unss1s1 tlsiynischen Tier- und Pflanzenwelt. Die altive Mitwirkung des Bürgers bei der Gestaltung und Pflege dieser Lebensräume ist ein wesentliches Element des Umweltschutzes. Elesondere Bedeuhrr4; kommt in diesem Zusammenhang dem Uferbereich der Gewässer zu. Bachpatenschaft en bieten die Möglichkeitfür den Btirger, sich für die Gewässer in seiner Umwelt einzusetzen und bei der Unterhalhrng eines Gewässers mitzuwirken. Angesprochen werden Schulen, Schulklassen, Vereine oder sonsüge hrteressengruppen mit fachkundigen Mitg;liedern, die sich über die Gemeinde oder das zustäindige Malteser-Jugend-Info Was s erwlrtschaftsamt weiter informieren können. Mitgtieder einer Bachpatenschaft können die Gemeinde bei der Gewässerunte untersttitzen durch Beobachten des Gewässers, Elepflanzen des Ufers, Pflegen der Bepflanzung, Säubern des Gewässers und seiner Ufer. Es wird viel Idealismus, Ausdauer und Ptrarrtasie er.nrartet. Damit aber die gut gemeintenakdvitäten keinen Schaden anrlchten, sind eine grüredliche Vorbereitungund Sachkenntrris notwendig. Bachpatenschaften kotttttten nur an Gewässern in Betracht, die in der Unterhaltungslast der Gemeinden stehen (Gewässer II. Ordn ng). Die Bachpatenschaft ersetzt nicht die nach dem Wassergesetz bestehende Verpflichtung der Gemeinde zur Unterhalfung. Die Gemeinde bleibt für die Unterhaltung des Elaches verantwortlich. Eine Bachpatenschaft kann nur in Einvernehmen mit der Gemeinde übernoynynen werden. Elevor eine Bachpatenschaft arn Gewässer oder lrn Uferbereich tätigwird, muß aufj eden Fall mit der Gemeinde gesprochen werden. Die Gemeinden nehmen ihrerseits ggf. je nach Art der Maßnahme Kontakt mit der entsprechenden Fachbehörde auf. Die Grundstticke entlang der Gewässer sind meist Privateigentum. Vor deren Betreten muß deshalb mit den Eigentümern gesprochen werden. Es empf ehltsich, mitdem Pächter des Gewässers oder mit dem örtllchen Angelsportverein Kontakt aufzunehmen. Gemeinde, Wasserrrirtschaftsamt, Fischereibehörde und Landratsamt (untere Wasserbehörde, untere Naturschutzbehörde ) erteilen gerne Ausktinfte und stehen mit Rat zur Seite. Fachliche Untershitzung erhält man auch durch Fortbildungsveranstaltungen an Akademlen sowie von Naturschutzund Fischerelverbänden. Die Bachpatenschaften kommen selbst für evtl. entstehende Unkosten auf. Maßnatrmen zur Efiotopverbesserung und Biotopgestaltung können nach dem Landschaftspflegepro FaYnm aus Naturschutanitteln geftirdert werden. Die untere Naturschutzbehörde gibt darüber gerne Auskunft und Hinwelse. Vergabe einer Bachpatenschaft dureh Städte, Gemeinden Übernahme einer Bachpatenscha.ft durch Gruppen der Malteser Jugend Mög[iche Aktivitäten einer Bachpatenschaft Beobachten des Gewässers, Bepflanzung des Ufers, Pflegen der Bepflanzung, Säubern des Gewässers und seiner Ufer Wetterftihrende Infornatlonen: 1. Bachpatenschaften Hrsg. r Mnisterium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Baden-Wtirttemberg Postfach LO OO29 Stuttgart 2. Werkbrief für die Landjugend Nr.64 Dnachenfelsstr Bad Honnef-Rhöndorf

8 Veranstaltung üffih###ffi In Kleingruppen wurde ausden Referentintendiskutiert. erörtertemandie imgrofenrahmen. wurden Gruppen sffi; AEIIGI' und dazu das passende Getränk. In den wohnlichen Holzhütten oder im Versammlungshaus konnten alte Bekanntschaften vertieft und neue getoeüpft werden. Am nächsten Tag stand das Thema des Tfeffens, "Gewalt", im Mittelpunkt. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Medien. Politik und Initiativen hatten sich bereits zur Morgenrunde eingefunden. merinnen und Teilnehmer des B u n d e s grup p en I eitertreffen 1993 noch nicht. Daf auch schon ein Rollstuhl für die Aktion "1OO Rollstühle" nach dem Tfeffen gekauft werden konnte, ahnte auch unter den Verantwortlichen noctr keiner. Am Freitagwar es dann soweit. Bis zumabend und der Eröffnungfanden sich 86 Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter zurn 2. Bundesgmppenleitertreffen ein. Der -Tradition'folgend fand in den spätenabendif::i$$ffifr[ü; hier klar herausge- $fi#i"#ji:i:iihffi sich die Medien äüffir,:'rüm Druck der Öffentlichkeit in den letzten Monaten i;i dieses Themas ange no mm en hatten. * RTL verzichtete auf gewinnbringendesendungen mit Gewaltdarstellungundsendet auch im Vormittagsprogramm keine SffiffilmealsWiederholung mehr. * Bei ARD und DF ist die Gewaltdarstellung nacheineruntersuchung am geringsten, garizim Gegensatz zrj PRO 7. * Amerikanisctre Verhältni s s e müssen auf alle Fälle vermieden werden. * Die FSK (freiwillige Selbstkontrolle) gflt auch für das Fernsehen. So haben sich die Sender verpflichtet, für über 16 freigegebene Filme erst ab 22 TJhr, Filme für über 18- jtihrige erst ab 23 Uhr zu senden. Die Politik diskutierl zur Zeit eine Verschiebung dieser Z-eiten um eine Stunde nach hinten. * Gewaltverherrlichung müs se ganz aus den Medien herausgelassen werden. Malteser-Jugend-Info

9 Veranstaltung Malteser-Jugend-Info * Es kann aber eine Ursachenzuweisungandie Medien allein nicht erfolgen im Hinblick auf die gestiegene Gewaltbereitschaft Jugendlicher. Auch die Eltern sind hier gefordert: Fernsehkontrolle, Auswahl von Sendungen, Beschäftigung mit dem Kind. Und die Politik mus ihren Teil dazu beitragen, um die sozialen Verhätnisse innerhalb der Familien wieder zu normalisieren (teure Mieten, keine Kindergartenplätze) * Was tun als Gruppenleiter der I\{"I: Thematisieren von Sendungen, über die Kinder reden: Elternarbeit im Hinblick auf Fernsehkontrolle; attraktives Angebot schaffen, damit der Fernsehkonsum nicht im Vordergrund steht; Vorbildfunktion: "Gewalt an Fremden/GewaltkriminaliUit" * Oft sind es persönliche Probleme, die die Gewaltbereitschaft fördern. * Ein sozial schlechter gestellterjugendlicher hat ein höheres Gewaltpotential. * Was tun als Gruppenleiter der lwi: In persönlichen Gesprächen vor Ort mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen: Gewalt thematisieren und nicht tabuisieren: Vorbildfunktion: "Gewalt an Kindern" * Kinder verhalten sich oft loyal zu den Eltern, wenn Mifbrauch vorliegfi. * Generationskonflikte werden oft nur durch Gewalt gelöst. * Was tun als Gruppenleiter der MJ: 'Hilfe"-Schreie von Kindern ernstnehmen: Elternarbeit, Jugendamt konsultieren, Familienangehörige hinzuziehen, pers önliche Betreuung anbieten, externe Angebote einbeziehen, Erziehungsberatungsstellen aufsuchen; "Gewaltspielzeug" * Gewaltspielzeuge sind unkreativ, sie haben im Spiel von vorneherein schon einen Ausgang; * Vor allem Kinder, die alleine sind, spielen mit Gewaltspielzerrg: * Was tun als Gruppenleiter der MJ: Thematisieren: die Betroffenen auf aktuelle Erlebnisse anspreclren: über körperliche Aktivität Gewaltpotential abbauen lassen oder Betroffene positiv verstärken, wenn diese sich anderen Spielmöglichkeiten zuwenden: *Gewalt irl mir' * Frage: Wo steckt in mir Gewalt? Welche persönliche Einstellung habe ichan Gewalt? * Gewalt in mir kann sich äuf ern in: Gewalt im Stra$enverkehr, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule; * Was tun als Gruppenleiter der MJ: sensibilisieren, thematisieren, Ventilfunktionen schaffen, Erlebnispädagogik, keine Frontenbildungi "Gewalt an ungeborenem k- ben" * Wie äufert sich so etwas: Abtreibung, Vergewaltigung von Schwangeren; * Gründe für Abtreibung: Bequemlichkeit, Druck durch die Umwelt (Partner, Familie), Angst vor der Verantwortung, Angst in undurchschaubarerr Situationen: * Was tun als Gruppenleiter der M.I: Information. Sorualaufkltirung, Partnerverständnis: * bei Kindergruppen: Liebe zu ungeborenen Kindern wecken; * bei Jugendlichen: thematisieren: Festzuhalten bleibt, daß wir alle als Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter unseren Beitrag zur Verringerung der Gewalt leisten müssen und auch können. Eine eindimensionale Ursachenzusdrreibung kann und darf auf keinen Fall unterstützt und gefordert werden. Es mu-ß der Tatsache Rechnung getragen werden, daß Gewaltbereitschaft viele Gründe hat. Daraus ergibt sich eine vielschichtige Vorgehensweise zurverringerung der Gewalt. Eine solche Schicht ist die IWI-Guppe mit ihrerarbeit und ihren Gruppenleitern als Vorbildern. Am Nachmittag konnten dann in verschiedenen Workshops (u.a. Drachenbau, Glasmalerei, Stoffdruck) neue Fertigkeiten gewonnen oder alte vertieft werden. Ftau von Buengner stellte am Abend das Projekt "lo0 Rollstühle" vor (Bitte Artikel auf Seite 4 lesen). Der anschlie-

10 Veranstaltung fende Gottesdienst brachte gleich zwei Überraschungen. Das Motto für die neue Jahresaktion 94": Bun- "Schlüssel desj ugendseelsorger Winfried Motter verwies auf die "Schlüssel", die jeder selbst in seinem Irben erfahren durfte, seien es Freunde, ein bestirnmtes Ereignis oder prägende Persönliche Erlebnisse. Mit je einem überdimensionalen Malteserschlüssel für alle forderte Motter dazu auf, 1994 "Schlüssel" fur die wtalteser Jugend zu sein. Die zweite Überraschung war die spontane Idee, im Gottesdienst für den ersten Rollstuhl zu sammeln. Mit einer Summe von DM konnte Ftau von Buengner am Abend schon den ersten Rollstuhl "mibrehmen". Herzlichen Dank an euckr alle. Mit dem Flair von Wildflecken, seinen Hütten und deren Faszination, klang der Abend in geselligen Runden aus. Sonntag, Tag der Heimreise. Mit einem Dank an die Ausrichter und dem festen Versprechen, sich 1994 an dieser Stelle wiederzusehen {nach den neuesten Informationen des MJ-Geheimdienstes wurden der Termin schon fest abgesprochen und die Hütten gebucht), verabschiedete man sich in alle vier Himmelsrichtungen. Es wäire toll, wenn ihr dann eure persönlichen "Schlüssel 94" mit all den Fotos, Briefen, Erlebnissen usw. wieder mitbringt. Also bis spätestens Ralf Haderlein Agenturmeldung: offinder in Deutschland sind ventärw KonsamentenD Auf eine bemerkenswerte Stellungnahme des deutschen Vatikanbotschafters, Hans-Joachim Hallier, weist die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) in einer Meldung vom 20. November hin. Demnach ist die Bedeutung der Kinder als Konsumenten deutlich gewachsen: 'Den Kindernund minderjährigen Jugendlichen hätten in der Bundesrepublik Deutschland 1989 insgesamt 31 Milliarden Mark an Taschengeld, Geldgeschenken und Verdienst aus Nebenleisongen zur Verfügung gestanden, fust doppelt so viel wie zwölf Jahre zuvor.... Im Werben um Kinder habe das Kinder-Marketing zahlreiche 'vertrauensbildende Maßnahmen" entwickelt, um sie so fräh wie möglich an das eigene Produkt oder die Diensfleistungen zu binden.... Diese "kommerzielle' Jugendarbeit sei gegenüber der traditionellen Jugendarbeit durch Schule, Kirche und Gemeinde im Vorteil: Sie sei finanziell und personell besser ausgestattet und stelle keine Anforderungen an Person und Charakter. 'Während bei der traditionellen Jugendarbeit der zu erziehende, der zu bildende Mensch stehto, so Hallier, 'verfolgt Kinder- und Jugendmarketing als Ziel nicht das Wohl des Individuums, sondern, wenn auch oft verschleiert, das Wohl " eines Herstellers oder Dienstleistungsunternehmens.' Der elterlichen Verwöhnung stehe auf der anderen Seite eine Erwarnrngsüberforderung der Kinder durch ihre Eltern gegenüber, die mittels Aggressionen und Enttäuschungen zu einer immer größeren Distanz zwischen den Generationen führe, 'so daß die moderne Gesellschaft es heute mit dem widersprüchlichen phänomen an tun hat, daß Kinder gleichermaßen verwöhnt wie vernachlässigt werden.' 10 Malteser-Jugend-Info

11 Veranstaltung ' Katholikentag'94 in Dresden: Die Dresdener Malteser und das Bundesjugendreferat haben die Planung der Jugendteilnahme beim Katholikentag aufgenommen. - Aktion "1OO Rollstühle für Chile": siehe INFO- Beitrag auf Seite 4 Wer je im Frühherbst zu einer Veranstaltung in ein klassisches Weinbaugebiet gefahren ist, der weiß, welch wichtige Rolle dabei die allabendliche Ernährung mit Federweißem und Zwiebelkuchen spielt! Tatsächlich machten diese Erfahrung auch die knapp 30 Teilnehmer der 13. Bundesj ugendversammlung, denen die Nahestadt Bad Kreuznac}e im allgemeinen und die Malteser-Hospiz-Bildungsstätte im besonderen einen angenehmen Tagungsrahmen boten. Doch die Tagesordnung ließ ahnen, daß man weniger zum Feiern als zum Arbeiten angereist war. Entsprechend ausgefi.rllt war demnach das Wochenende vom 24. bis 26. September 1993, bei dem es neben dem Informationsaustausch vor allem folgende Dinge zu beraten gab: - Nachlese: Über Bundeslager und Weltjugendtrefien 1993 wurde berichtet und reflektiert - beim Lager ging es vor allem um Größe und Form "Bujulas", künftiger am WelQugendtreffen in Denver nahm die Malteser Jugend erstrnals teil, weitere Mitwirkung ist nicht ausgeschlossen. - neuer Ausrüster: Die Verhandlungen um die weitere Ausrüstungsbeschaftrng für die Malteser Jugend wurden erläutert. Ergebnis: siehe INFO-Beitrag auf Seite 2O - bundesnreite Jahresaktion "Schlüssel'94": Die Versammlung spricht sich ftir eine weitere bundesweite Aktion aus. Erste Vorbereitungen noch in diesem Jahr (s. INFO-Beitrag auf Seite 14 ). - Studienfahrt für Diözesanjugendführungskreise: Im kommenden März wird es eine Studienreise nach Maltageben, air derbis zuzuteipersonen ausj edem Diözesanj ugendfuhrungskreis teilnehmen können. Alles in allemwar es eine arbeits- und ergebnisreiche 13. Bundesjugendversammlung, bei der neben "nachweisbaren" Arbeitsergebnissen auch spürbar wurde, daß alle an einem Strang ziehen wollen. Die 14. Bundesjugendversammlungwird - sozusagen im Vorfeld des Katholikentages - vom 22. bis 24. April 1994 in Dresden stattfinden. - "Geschäftsordnung": Die Versammlung möchte ihre Tagungen künfüg besser organisieren und erstellt daher z:ur Zeit eind spezielle Geschäftsordnung für ihre Arbeit. - Strukturveränderung: Zur ZeIt derversammlung herrschte in den Reihen der Teilnehmer ein weitgehender Informationsmangel über dle geplante Einrichtung von Malteser-Diözesanvereinen und eventuelle Folgen für die Jugendarbeit. Manbesehloß Schritte, um bestehende Fragen zu klären und Zwelfel auszuräumen. Malteser-Jugend-Info ll

12 Regional Sonne, Sand und hundert Kids Auch in diesem Jahr führte die Malteser Jugend Mainz wieder Jugendfreizeiten ln Spanien durch. Vom 2O. Juli bis 20. Auglust waren mehr als hundert Jugendliche in zwei Gruppen aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen auf einem Vier'Sterne-Campingplatz an der Costa-Daurada, ca. lookm südwestlich von Barcelona, untergebracht. Auf dem Programm standen zunächst ausgiebiges Sonnen, Baden und Faulenzen am campingplatzeigenen Strand. Es wurden aber auch einige Tagesauflüge unternommen. Sie führten in den ZwergstaatAndorra die catalanische Metropole Barcelona, den Fischerort Peniscola, das Bergkloster Montserrat und in den Aqua-Park in La Pineda/Salou. Nachdem auch eine andere Jugendgruppe aus Heppenheim (Kreis Bergstraße) auf dem Campingplatz ausgemacht werden konnte, folgte umgehend ein Volleyballturnier, bei dem sowohl das Betreuer-, als auch das Teilnehmerteam der Malteser aus Mainz siegreich hervorgingen, obwohl eigenllich niemand so recht des Volleyballspielens mächtig war. Insgesamt waren beide Freizeiten ein voller Erfolg, was auch die steigenden Mitgliederzahlen in den Mainzer Malteser Jugendgruppen nach Beendig;ung der Freizeiten zeig$en. Auch für das kommende Jahr sind wieder zwei Jugendfreizeiten ftir alle interessierten Jugendlichen geplant: Vom 4. bis 18. Juli 1994 gehfs nach Azur (bei Biarritz) an der südlichen französischen Atlantikküste und vom22. Juli bis 6. August t994wieder nach Spanien auf den lan$ährig bewährten Campin$platz "La Torre del Sol". Gerd Olinger Malteser-Jugend-Info 33

13 STho 's who? Deutschlands jüngste Diözese, das Erzbistum Hambrtg, umfaßt die Länder HamburglSchleswig-Holstein und Mecklenburg. Die I^andes-/Diözesangeschäftsstelle hat ihren Sitz in der schleswig-holsteinischen Sadt Ahrensbuqg, nordöstlich von Hamburg. Seit dem L.7.L993 habe ich hier die Aufgabe der Jugendreferentin ftir das zukünftige Bistum Hamburg (mit)übernommen. Ich heiße Christina Gerhartz und bin 28 Jahre alt. Obwohl ich gebürtige Hamburgerin bin, war ich viele Jahre eher im österreichischen und süddeutschen Raum zu Hause. Nach einigen Schuljahren und dem Abitur in Wien habe ich für zwei Jahre in Salzburg und dann bis zum Magister-Abschluß L989 in Freiburg im Breisgau Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie undalte Geschichte studiert. Nach dem Studium war ich ftir acht Monate in Rom und habe dort am Deutschen Archäologischen Institut an einem Projekt mitgearbeitet bin ich in meine Heimatstadt Hamburg zurückgekehrt. Hier habe ich - vor jetzt ziennlich genau dreijahren - meine hauptamtliche Tätigkeit beim MHD in der Landesgeschäftssrelle HamburglSchleswig-Holstein/I\{ecHenburg begonnen. Verschiedene Aufgaben, überwiegend im Bereich der allgemeinen Vemialtung, gehörten und gehören zum Teil auch weiterhin zu meiner Tätlgkeit; das Berichts-, Nachweis-, Versicherungswesen oder aber Sekretariatsarbeiten für den Diözesangeschäftsführer seien hier beispielsweise genannt. Die MalteserJugend haben mir Thomas rrom Bundesiugendreferat und Gerhard aus Würzburg nähergebracht, mit denen ich zusammen während der leeten L 1,/2 Jahre zehn Wochen lang beim Sozialfachreferentenlehrgang "die Schulbank gedrückt" habe. Leider ist hier im hohen Norden in den letzten Jahren im Bereich MalteserJugend sehrwenig gelaufen. Die Betreuung und Förderung derjugendarbeit durch einen Mitarbeiter oder Referenten auf Diözesanebene fehlt seit Jahren. Dankenswerterweise hat Stephan Meyer aus Osnabrück unseren wenigen Jugendlichen in den letzten beidenjahren ein wenig zur Seite gestanden. fürade in unserer Zeit der immer stärker spürhr werdenden Gewaltbereitschaft und Orientierungslosigkeit derjugend ist es mir persönlich und als Malteser wichtig, in der MalteserJugend miuuwirken und dazu beizutragen, den Jugendlichen Glaube, Werte, Gemeinschaft zu vermitteln. Ebenso halte ich es für wichtig, die Jugendlich err zrrr Übernahme von konkreten sozialen Aufgaben, wie der Betreuung alter oder behinderter Mitmenschen gerade in der heimatlichen Pfamgemeinde oder nachbarschaftlichen Umgebung Christina Gerhar-tz Jugendreferentin im Erzbistum Hamburg anzuregen, aber auch Freiräume zu schaffen, in denen sich diejugendlichen mit ihren Fragen, Sorgen, Probleme äußern können und in denen sich Möglichkeiten ergeben, Neues kennenzulernen und auszuprobieren. Ein wichtiges Anliegen ist mir die gute Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen vor Ort und die umfassende Untenstützung ihrerarbeit und Aktivitäten. Ebenso hoffe ich, daß es gelingt, neue Jugendgruppen auftubauen, insbesonderre in Anbindung an Pfarrgemeinden, wie dies im Laufe diesesjahres beispielhaft in Uetersen geschehen ist. Dies alles ist sicherlich nicht einfach. Zum einen habe ich, abgesehenvon meiner Zeitals Schülerin in der Pfarrjugend, bislang wenig eigene Erfahrungen in derjugendarbeit gemacht, zrlm anderen ist die Situation im zuki.inftigen Bistum Hamburg gerade flir eine katholische Jugendgemeinschaft schwieriger als in vielen anderen Bisti.imern: Wir leben hier im Norden in der Diaspora (die Katholiken sind mit einem Anteilvon durchschnialich 5,5 % der Bevölkerung eine geringe Minderheit), im Bistum liegt eine Großstadt mit 1., 7 Mio Einwohnern, in der sich vieles andes verhält als in den weiten ländlichen Gebieten Mecklenburgs und Schleswig-Holsteins - das gleiche gilt ftir den Umstand, daß in unserem Bistum alte und neue Bundesländer miteinander vereint sind. Dies alles bedeutet eine große Herausfordeflflg, abergerade in dertatsache, daß hiervielesvor dem Neuanfang steht, sehe ich auch eine große Chance - und ich hoffe, daß wir diese gut nutzen werden! Cbristina Gqbartz Malteser -Jugend - Info 13

14 Aktion "Schlüssel '94" - ein Wortspiel... und mehr! "schließlich und endlich sollt ihr Atrfschluß darüber erhalten, was bisher nur verschlüsselt bei euch ankam: 'Schlüssel '94" wendet sich nicht nur an Schlüsselkinder; Aufgeschlossene und Ver- Schlossene schließt die geplante Jahresaktion Eldichermaßem mit ein. Alle Schlüsseldienste werden staunen und daraus schließen, daß schließlich durch Beschluß der Bundesjugendversammlung be- Schlossen wurdelallen Mitgliedern der MalteserJugend durch Schlüslselereignisse Schlüsselerlebnisse zu vermitteln, was abschließend uns alle einschließhch der Öffenfl ichkeit weiterbringen soll. Schluß der N{itteilung." Klar, mit dem Begriff "Schlüssel" kann manin der deutschen Sprache spielen. Die Vielzahl seiner Abwandlungen und der abgedruckte Lexikonartikel beweisen. daß "Schlüssel" eine wichtige Rolle in unserem Le' L4 ben einnehmen. Wenn die Malteser Jugend sich also gerade dieses Wort als Motto für eine bundesweite Jahresaktion wählt. läßt dies schon vermuten, daß es hierbei um ein weites Betätigungsfeld gehen wird. Und das steckt dahinter: In unserer Gemeinschaft gab und gibtesviele tolle Ideen und Aktionen. Das haben schon die "Aufbruch '85" Aktionen und "Signale '89" gezeigt. Auf der anderen Seite wurden in der letzten Zeit immer mehr Stimmen laut, die sich neue Impulse für unsere Jugendarbeit wünschen. "Es ist schönin Zeltlager zu fahren und tolle Gruppenstunden zu erleben. Aber das kann doch für die Malteser Ju- Schlüsselahd. sluzzil, zu schließen]. l) We!kzeug zum Schließen eines Schlosses Unterschieä"n"*itA, S. mit Bart oder Doppelbart. Flach-, Rund- oder Kreuzschlüssel. tcn. Karpatcn. Viclc Artcn und dercn Bastardc sind Zier' Dolden: P4mula flonb4nda aus dem westl. Hi' malava und Primula venicillqra aus S-Arabien' beidä mit soldselben, duftreichen BIüten und blattartieeriblüienhüllblättern; der Bastard bei der Artän ist Primula kewensis Varietäten von Primula malacoidcs heißen volkstümlich Fliedereriflliskeit beobachtet. -SchlEsselblumenpllanz n, Prlmuhles, Ordn. der Verwachsenkronblättrigen, darunter die Schlüsseltledel, altes Streichinstrument (15.-l7.Jh.) mit Tangenten und Tastatur (Schlüssel) zur Saitenverkürzung. lebt in der dieser Form 1976 aufgehoben' Nach jetziger Reselunq ist ieder Ehegatte berechtigt' Geschäfte z-ur angemessenen Deckung des lrbensbedarfes der Familie zu besorgen; aus solchen Geschäften werden beide Gatten berechtigt und veroflichtet. Ein Eheqalte kann die Berechtisuris des anderen au{hiben, wenn ausreichende örü-nde hierfür vorliegen ($ 1357 BCB). Schlüsselllndustrle, industrieller Produktionsbereich, där gesamtwirtschaftlich engstens verflochten ist, wbdurch von seiner jeweiligen kon' iunkturellen Lage entscheidende Wirkungen auf ändere Wirtschiftszweige ausgehen, z. B' Stahl', Autoindustrie. Schlüsselllochschnecken, Flssurella, Gatt. der Vorderkieiner; Meeresschnecken mit kegelför' miger, an der Spitze von einem Loch durchbrochener Schale. Schlärsclromen, Schläscellllteretur [n. dem frz roman ä clefl, ErzäNwerke, in denen wirkliche Personen. Orte und Vorkommnisse unter erdichteten Namen und in durchsichtiger oder in schwer eneätsetbarer Verschleierung dargestellt werden. In der dt. Uteratur ist der >Teuerdank< Kaiser Maximiliansl. das erste bekannte Beispiel. Die Schäferdichtung, v.a. der höf. heroiich-ealante Staatsroman des Barock, erhob den S. zui mod. Kunstform; dabei wurde der Schlüssel zuweilen als Anhang oder gesondert veröffentlicht. Malteser-Jugend-Info

15 Aktion gend nicht alles sein!" So und anders sprechen Jugendliche und Gruppenleiter, die sich selbst, Menschen in Not und der Öffentlichkeit wieder einmal zeigen wollen, was sie und ihre Gruppe an konkreter Hilfe auf die Beine stellen können. Und dafür wollen wir in den kommenden Monaten einen ordentlichenrahmenzimmern. Unter dem Aktionsmotto "Schlüssel '94" werden wir Ideen bundesweit in die Tat umsetzen, mit denen wir Tür- und Torschlösser öffnen können: Türen zueinander, zu Menschen, die uns brauchen, und Ttrren zu GotL Viele dieser Schlösser mögen immoment noch etwas schwergängig und verrostet sein. Es liqgt an uns. mit vereinten Kräften die passenden Schlüssel für diejeweiligen Schlösser zu finden, die Schlösser gangbar zu rnaehen und Türen aufzustoßen. Was uns dahinter erwartet, wird uns überraschen und herausfordern - jeden einzelnen und Jede Gruppe. Offene Türen schaffen neue Zugäirrge und bringen frischen Wind in unsere Räume. Mlt "Schlüssel'94" erwartet uns ' ein gemeinsames Abenteuer, dem wir uns nicht 'Verschließen" wollen: Gemeinsam helfen hat - nach wle vor - Zukunft! "Steckbrief' Aktion "Schlüssel '94" Name: 'Attion Schlüssel '94" Namensgebung: Pfarrer Winfried Motter, Bundesjugendseelsorger geboren am: 29. Juli 1993 in: Schloß Saaleck bei Hammelburg Entbindung: bei der 2. Sitzung des 4. Bundesjugendführungskreises Erzeugung: durch Anregung der Bundesjugendversammlung ('Wir braucheneue, inhaltliche Impulse... ") Paten: Mit$ieder des Arbeitskreises 'Schlüssel '94" und alle, die in den Diözesen und vor Ort mitdenken entfernte Verwandte: Aktion 'Aufbruch '85" und Folgeaktionen Anspruch: bundesweite Aktion atr erneuten Aktivierung der Malteser Jugend; 'Dachaktion' für geplante Regionalaktionen Geplanter Einstieg in das Arbeitsleben (Aktionssart): Bundeslager/Iandeslager Bayern 1994 Versetanng in den (offiziellen) Ruhestand (Aktionsende): Bundeslager 1995 Nahrungsaufuahme: bei allen Gruppenstunden, Treffen, Arbeitskeisen und Veransaltungen der Malteser Jugend, bei denen aus Worten Taten werden Lieblingsspeisen: Phantasie, Kreativitlit, Ideenreichtum, Tatendrang Beüitigungsfelder: flexibel, je nach Interessen und Möglichkeiten der Gruppen vor Ort Wahlspruch: 'Schlüssel öffrren Türen - zueinander, zu Menschen in Not und zu Gott" Malteser-Jugend-Info 15

16 Diskussionsforum Forum D ie Moralentut ick lung im Kinde s- und Jugendalter Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, warum Ihr eigentlich beim Essen normalerweise sitzt und nicht liegt? Oder, warum Ihr mit 'Kleidern herumlauft? Oder, warum lhr einem anderen Menschen helft? Oder, q/arum Ihr Euch für Tierschutz einsetzt? Dies alles sind Verhaltensweisen. die Ihrim Laufe Eurer Sozialisation erworben habt, anders geagt: die Moral. Daruntervenstehtmandie Ausstattung mit Verhaltens- und Einstellungsmustern, die man, durchdiegesellschaftliche Kultur beeinflußt, über die soziale Umgebung und die Bezugspersonen erworben hat. Wie aber nun entwikkelt sich solch ein moralischesverstindnis? Zuerst einmal solltenwirunsdas Schaubild rechts verdeutlichen: Hier könnt Ihr erkennen, wer oder was alles Einfluß aufdie Moralentwicklung eines Individuums hat. Fragt Euch selbst doch einmal, ob dies auch z'rtrifft. Die ersten, die im Laufe der Entwicklung Normen und Regeln aufstellen, sind die Erziehungsberechtigten, albo meistens die Eltern. In den ersten Lebensiahren nehmen Kinder al. les Gesagte als selbswerständlich und völlig wahr an. Sie hinterfra- t6 gen noch keine Entscheidung und suchen auch nichtnach logischen Erklärungen odervergleichbarem innerhalb ihrer Umgebung. Etwa mitdem Eintrittindie Schule beginnt die Auseinandersetzung mit den moralischen und sozialen Normen. Die Umgebung des einzelnen Kindes hat sich enortn vergrößert, und der eltediche Einfluß reduziert sich zunehmend. Die Kinder haben jetzt die Mög- Norm derwelt Norm der Gesellschaft lichkeit, zu vergleichen und zu sehen, wie ihre Altersgenossen handeln. Hier steht nicht mehr die Einhaltung oder Nichteinhaltung von Normen im Vordergrund, sondern die Suche nach Sinn und Begründung. Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit werden nun zu wichtigen Themen. Ungefähr mit dem 10. Lebensjahr entscheiden die Heranwachsendenselbst, wasgutund richtig ist. Vielevereinbaren Gebote und Re- geln, die sich am Maßstab der Gerechtigkeit orientieren. Regeln werden nun als Übereinkunft und gegenseitige Vereinbarungen betrachtet. Diese müssen eingehaltenwerden, solange sie gü{tig sind; Abänderungen sind aber edaubt. Selbswerpflichtung in einem sozialeny erttzg lösen Autorität und Tradition als Begründung für die Gültigkeit ab. Mit Erreichen dieses Lebensabschnittes hat das Kind "Morali- Freunde sche Autonomie". Hier begreift derjugendliche, daß Normen sinnvoll für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft sind. Wird eine solche Norm gebrochen, so werden das soziale Band, das Vertrauen und die gegenseitige Verantwortung gefährdet. Der Jugendliche hat somit die moralischen Normenverinnedicht, also sie als seine eigenen angenommen. Interessanterqreise hat der eltediche Erziehungsstil einen nicht Malteser-Jugend-Info

17 Forum unbedeutenden Einfluß auf die Verinnedichung moralischer Normen. Hoffm an (L979) untemcheidet hierzu drei Erziehungsstile: a) den machtausübenden Erziehungsstil; b) die induktive Eniehung; c) den Liebesentzug. Beim machtausübenden Erziehungsstil wird eine Verinnedichung von moralischen Normen eher verhindert. Das Kind erwartetbei Nichteinhaltung Strafe und hat somitangst. Fühltes sich dann einmal nicht beobachtet, so wird es auch mit größter Wahrscheinlichkeit die Vorschriften nicht einhalten. Der Liebesentzug, der vor allem durch Zurückweisung von Kontalfien, kein Lächeln, keine Freundlichkeit, keine Ansprache gekennzeichnet ist, führt eher zu einer sehr ängstlich-rigiden Moral. Das Kind - und damit der spätere Erwachsene - ist dann nur noch den' Moralregeln verpflichtet. Als Ergebnis bleiben Angst vor den eigenen Bedürfnissen und vor moralischem Versagen. Ist ein Ersrachsener so geprägt, versucht er, Verantwortung abzuschieben und Kritik abzulehnen. Die induktive Erziehung gilt als Ideal für eine eigenständige Moralverinnedichung. Hier werden dem Heranwachsenden je nach Entwicklungsstand die an ihn gestellten Forderungen edäutert, deren Sinn erklärt, widersprüchliche Norrnen angesprochen, Ausnahmen durchdacht und Iösunpmöglichkeiten auft ezeigt. Eigenen Entscheidungen wird Spielraum eingeräumt. Zwang und Zurechtweisung rücken in den Hintergrund. Die Beachtung der moralischen Norm kann somitals eigene Entscheidung edebt und akzep tiert werden. 'Wenn Ihr ietzt einmal so in eure Gruppen schaut, könnt Ihr sichedich die eine oder andere Entwicklungsstufe der Moral_erkennen. Können eure tründer schon Regeln außtellen, an die sich dann auch gehalten wird, oder müßt ihr noch die Entscheidungen übernehmen? Gibt es bei euch Kinder oderjugendliche, die nach dem Prinzip der Gerechtigkeit argumentieren? Und aus welchem Äntrieb tun sie dies?. Oder sind eure Kinder gerade dabei, sich gegenseit:g zu bewundern, selbst so nett sein zu wollen wie der andere? Sicherlich habt ihr aus dem Schaubildauch eure Stellung herausgelesen. Das Kästchen "Freun' de" steht stellvertretend für Gruppenleiterinnen und -leiter. Hier habt ihr Einfluß auf die MoralentwicHung der Kinder und Jugendlichen. Wie? Durch eunen Führungsstil innerhalb der Grup pe, durch euch als Vorbild bznv. Vergleichsobjekt, durch euch als Diskussionspartner. Dieser Einfluß ist zeitlich gesehen mit einer Gruppenstunde pro Woche wenig, aber unter der Bedeutung von Autorität, Freundschaft, Vertrauen und Alzeptanz nicht zu unteischätzen. Hier seid ihr ge' fordert. Hier beginnt euer Beitrag, um den Verfall der moralischen Normen aufzuhalten. Sagt ihrdazu ia odernein oder seid ganz anderer Meinung, dann schreibt uns doch einmal: Oder wollt ihr euch noch genauer informieren, dann empfehle ich euch den Artikel von Hoffman, M.L., in Montada,L.: Brennpunkte der Entwicklungspsychologie. Kohlhammer L979. Oder: Portele,G: Sozialisation und Moral. Weinheim Ein weiteies wichtiges Konzept innerhalb der Entwicklung der Kinder undjugendlichen, mit dem ihr als Gruppenleiterinnen und - leiter konfrontiert seid, ist das Selbstkonzept. Jeder von uns besitzt so eines, aber was ist das und welchen Einfluß haben ich oder die Gruppe darauf) Neugierig? Dann lest die nächste Ausgabe. Ralf Haderlein Malteser-Jugend-Info 17

18 Weiterbildung'Ausländerfeindlichkeif November 1993 auf der Wewelsburg ' Veranstaltung Wewelsburg bis heute mit seiner Geschichte fertig wurde. Nachmittags gab es dann eine Führung im Dokumentationszentrum. Herr Duppelfeld be- $eitete uns fachkundig durch alle Abteilungen und ging auf jede Frage der Teilnehmer ausführlich ein. Am Samstagabend trafen wir uns dann am Kaminfeuer im Rittersaal wieder. Es herrschte eine bedrückende Stimmung. Jeder schaute in die Flammen und versuchte, das Aufgenommene zu verdauen. kumentationszentrum zu uns und erklärte uns den Ursprung rechtsradikaler Ideen anhand der Geschichte der Wewelsburg. Wir besichtigten den ehemaligen Appellpla? des KZ Niederhagen und besuchten noch einige Stätten, an denen die Nazis ihre Spuren hinterlassen hatten. Wir erfuhren, wie das Dorf Am Sonntag.besuchten wir gemeinsam die heilige Messe. Danach machten wir noch eine kurze Wanderungrund um die Burg. Bei der Schlußrunde stelltenwir dann fest, daß viele Fragen zwar noch offengeblieben waren, daß aber unsere Standfestigkeit größer geworden war. Alle Teilnehmer äußerten den Wunsch, im nächsten Jahr ein solches Wochenende zu wiederholen. Wolfgang Schrömges Elf Jugendgruppenleiter aus den Diözesen Aachen, Essen, Fulda, Hamburg, München und Hildesheim trafen sich zum thematischen Wochenende auf der Wewelsburg in Büren. Nach der Begrüßung und Einfirhrung am Freitagabend berichtete jeder von fremdenfeindlichen Übergriffen aus seiner Region. Zeihinderten. aber auch an Kindern, das Thema. : Immer wieder stellten wir uns diefrage: Wokommen die Probleme mit den Rechtsradikalen und Neonazis her? "Deutschland ist ein kaltes Land", sagte ein Teilnehmer, und dieser Satz ging mir lange nicht aus dem Kopf. Am Samstagmorgen stieß dann Herr Duppelfeld vom Do- 18 Malteser-Jugend-Info

19 Filmtips Last Actton Hero USA 1993 mit Arnold Schwarzenegger, Austin O'Brien, F. Murray Abraham Filmtips Das Geisterhaus DeutschlandlDänemar\lPortugal I 993 mit Jeremy Irons, Meryl Streep, Glenn Close, Winona Ryder Die sich über fast 5O Jahre erstreckende Chronik über den Aufstieg und Niedergang einer chilenischen Familie, im Zentrum ein aus eigener Kraft zum reichen Mann aufgestiegener Gutsbesitzer, der ins Räderwerk privater und politischer Ereignisse gerät. Die aufwendigeverfilmung des Bestseller-Romans von Isabelle Allende verfügt über betörend schöne Landschaftspanoramen sowie ein außergewöhnliches Aufgebot an internationalen Stars. Ihr fehlt jedoch die überbordende Fabulierlust der Vorlage, so daß der Film in allzu deutlich berechneter äußerer Schönheit erstarrt. - Ab 14. EleJant tm Krankenhaus Deutschland 1991 mitandrej Jautze, Anna Marr Eine Berliner Göre wird durch ein Preisausschrelben zur Taufpatin eines kleinen Elefanten bestimmt. Durch elnen Sportunfall, der sle ans Krankenhausbettfesselt, sieht sie sich um ihren Preis gebracht, bis ihrem pfifügen kleinen Bruder die rettende Idee kommt. Inszenatorisch wenig aufregender, aber frisch gespielter Kinderfilm, der alltäg[iche Lebenserfahrungen geschickt mit einer vergnüglichen Geschichte verbindet und Kindern Mut macht, ihre Ideen mit Fantasie und Argumenten durchzusetzen. - Sehenswert ab 6. Ein elfiiltrriger Kino-Fan wird durch die Verwandlungskraft einer magischen Eintrlttskarte zum ungleichen Partner seines verehrten Superhelden. Arnold Schwarzeneggers Action-Komödie funktioniert besser in der Absicht als in der Realisation. Die Parodie ist zu schwerfällig, als daß der Film richtigvom Boden abheben könnte. Dennoch ist sein Ansatz, Kino-Stunts als Illusion zu markieren und auf die extreme Blutrünstigkeit des Genres zugunsten durchschaubarer Action-Tricks zu verzichten, eine sympathische Abweichungvom Klischee. - Ab 14. Dte F-trma USA I 993 mit Tom Cruise, Jeanne Trlppelhorn, Gene Hackmann Ein junger Harvard-Absolvent stößt bei seiner Anstellung in einer Anwalts-Sozietät auf Unstimmigieiten und Verdachtsmomente, die ihn in eine Karriere und Leben bedrohende Situation anrischen FBI und Mafla katapultieren. Die einem Bestseller entlehnte Story wächst sich unter Sydney Pollacks erfahrener REge zu einem spannenden Unterhaltungslilm mit sorgsam profflierten Figuren und herworragenden Schauspielern aus. - Ab 16 sehensnrert. Aladdin USA 1992; FSK: o.a.; f. Farbenfrohe, turbulente Zeichentrickversion des berühmten Märchens aus Tausendundeiner Nacht: StraßendiebAladdin und sein FlaschengeistimKampfum die schöne Prinzessin, gegen den bösen Großwesir des Sultans. Die Antmation beeindruckt besonders in den "computerrealistischen" Hintergründen und fließenden Bewegungen, die Zeichnung der menschlichen Gesichtszirge fällt dagegen siehtlich ab. Eine leichtfüßige, sehr witzige Disney-Produktion, ganz auf den Flaschengeist zugeschnitten; jedoch dürften kleinere Kinder Frobleme haben, den von Gags und Ansplelungen strotzenden, ungemein temporeichen Soloauftritten des Dschtnni zu folgen. - Sehenswert ab 8. Malteser-Jugend-Info 19

20 Information Vorla uf,tg e Pr eisliste uns ere s neuen A us rüs ters Freizeit- und Fohrtenbedorf GmbH Artikel der MalteserJugend Diensthemd blantgra u, erstklas stge Baumtnollqtlalität, z.z. ohne *hulterklapryn und Faltentaschen Größen 74O, 752, 764, 35 /36/, 37 /38, 39/40, 41/42, 43/44, 45/46 Art.Nr Ärmelabzeichen Art.Nr Htrlsttrch, schusarz Art.Nr Iltolstttchknoten, schtaarz, geflochten Art.Nr Srpeat-Shirt s ehr g ute B aumus otbnis chqualttat ( 5 O / 5 O), gr au mit M alte s er -Jug end- *hrrszug Grökn S,M,L){I- Art.Nr. 423OOs Gtttppenuimpel Müe SOxTOcm Art.Nr. 123OOS wimpelspeen a us ho chtn ertig em E s chenholz, zweiteilig, 2,2omlänge Art.Nr. 129OO8 Pläsichhür DrÄLiTE KrtsclrcLweicher Pltrschbör mit Hemd wtd Halshtch der Malteser-Jugend". Größe ca. 3O cm Art.Nr. 7923OO Battmwolle mit Malteser Jugend" - Wappen Größe: Druchmesser 24 cm" Höhe 5O cm Art.Nr. dem Regenbogcn" Art.Nr Liedetbuch'T.iderjulius" Art.Nr.913 los Lied,qfouch'Barett und, Wimpel" Art.Nr. 9ß2A3 DM 42,- DM 7;5O DilT 6,- DM 3,- DA 39,-. DilI4O,-- Dilr 56,70 DD' 49,- DilT 8,60 DilI 7O,-- DM 2,-- DilI 5,. DM 4,-- Weitere Artikel usie Schl$säcke,?ßlte, Fahrt- und LagermateriaL Sprtud Spielgeröte etc. findet itr im Hauptkatalog. Katalog a4fordernbet: FVeizeit- und traftrtenbedo;ü GmbH Blantbeurer Str& 27, Ulm (Postfach 3,3,49, Wm) TeleJont g TeleJax: O78 7-9,845 I Malteser-Jugend-Info

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