durchgeführt vom Österreichischen Institut für Kinderrechte & Elternbildung Wien 1/04 AutorInnen: Magª Daniela Pruner & Magª Bernadette Stiller

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1 durchgeführt vom Österreichischen Institut für Kinderrechte & Elternbildung Wien 1/4 AutorInnen: Magª Daniela Pruner & Magª Bernadette Stiller

2 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Impressum: Österreichisches Institut für Kinderrechte & Elternbildung Ballgasse 2 A - Wien Tel.: 1/ Im Auftrag von: Österreichische Kinderfreunde Rauhensteingasse 5/5 A - Wien Tel.: 1/ Mail: 2

3 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Inhaltsverzeichnis DIE ERHEBUNG...4 DAS SAMPLE...4 DIE ERGEBISSE WAS ICH AN MIR MAG: KINDERÄNGSTE - ICH HABE ANGST LIEBLINGSPIELZEUG - WOMIT SPIELST DU AM LIEBSTEN? NEUJAHRSVORSÄTZE - FÜR DAS NEUE JAHR HABE ICH MIR VORGENOMMEN: KINDERFREUNDLICHKEIT - WELCHE EINSTELLUNG HABEN ERWACHSENE GEGENÜBER KINDERN IN DEINER STADT/GEMEINDE? ROLLE DER VÄTER - DAFÜR IST MEIN VATER ODER STIEFVATER IN UNSERER FAMILIE ZUSTÄNDIG: ERWARTUNGEN AN DIE VÄTER - VON MEINEM VATER/STIEFVATER WÜNSCHE ICH MIR: ZUKUNFTSVORSTELLUNGEN - WENN ICH EINMAL SELBER EINE FAMILIE HABE FAMILIÄRE VORBILDER - ICH MÖCHTE EINMAL SO WERDEN WIE FOLGENDE PERSON IN MEINEM BEKANNTENKREIS ODER MEINER FAMILIE: IDOLE - ICH MÖCHTE EINMAL SO WERDEN WIE FOLGENDER STAR:...13 DIE FORDERUNGEN DER ÖSTERREICHISCHEN KINDERFREUNDE

4 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Die Erhebung Die Österreichischen Kinderfreunde sind interessiert daran, was Kinder und Jugendliche in Österreich interessiert und beschäftigt, welche Vorstellungen, Meinungen, Ängste, Wünsche und Hobbys sie haben. Daher haben wir 23 begonnen, eine Erhebung in dieser Form durchzuführen, die wir jährlich zu Beginn des neuen Jahres fortsetzen werden. Diese Erhebung dient uns als Stimmungsbild, um unter anderem zu erkennen, wo Handlungsbedarf in der Kinder- und Jugendarbeit besteht. Spezieller Schwerpunkt der vorliegenden Erhebung: Wie erleben Kinder ihre Väter? Der Fragebogen wurde in Schulen, Horten, verbandlichen Kindergruppen von der Zielgruppe ausgefüllt. Die Antwortmöglichkeiten waren bei den meisten Fragen vorgegeben. Mehrfachnennungen waren möglich. Lediglich die Frage nach dem Lieblingsspielzeug war offen. Das Sample - wer wurde befragt Anzahl der Befragten: 1. Personen Geschlecht der Befragten: Männliche Befragte: 48,4% Weibliche Befragte: 5,6% Fehlend Männlich Weiblich Geschlecht 4

5 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Alter der Befragten: 5 Jahre,3% 6 Jahre 4,1% 7 Jahre 6,% 8 Jahre 8,2% 9 Jahre 8,5% Jahre,7% 11 Jahre 2,1% 12 Jahre 18,6% 13 Jahre 13,5% 14 Jahre 5,3% Jahre 1,3% 16 Jahre,3% 17 Jahre,3% Alter Alter derzeit besuchte Schulform der Befragten: Volksschule 32,7% Hauptschule 65,4% Gymnasium,6% Schule 3 2 Hauptschule Volkschule Gymnasium Schule Wohnort der Befragten: auf dem Land 43,7% in der Stadt 53,5% 6 5 Wohnort in der Stadt auf dem Land Wohnort 5

6 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Kultureller Hintergrund der Befragten - Ich spreche folgende Sprache(n) fließend: österreichische Herkunft 6,1% Kind der 3. Generation 32,4% Ohne Angabe 7,5% Nationalität: österr./3.generation 4 3 Pro ze nt 2 österr. 3. Generation Nationalität der Eltern der Befragten: Türkisch 16,4% Serbo-kroatisch,4% Rumänisch 1,9% Ungarisch 1,3% Thailändisch,9% Polnisch,6% Indisch,3% Nationalität der Eltern der Kinder Pr oz ent türkisch rumänisch thailändisch serbo-kroatisch ungarisch polnisch indisch Familienkonstellation der Befragten - Ich lebe zusammen mit: Mama und Papa 74,5% Mama,% Papa 1,2% Großeltern 4% teilweise Mama/teilw.Papa 5,2% ,5 Ich lebe zusammen mit Mama und Papa Kind lebt zusammen mit.. 1,2 4 5,2 Mama Papa Großeltern tw. bei Mama, tw. bei Papa 6

7 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Die Ergebnisse 1. Was ich an mir mag: meine Fantasie 22,3% 11,7%,6% dass ich geschickt bin 2,8% 8,8% 12% Humor 2,8%,2%,6% Aussehen 16,1% 7,2% 8,9% Beliebtheit,3% 4,2% 6,1% dass ich viel nachdenke 9,7% 4,5% 5,2% zusätzliche Angaben: sportlich, gut in der Schule, musikalisch, tierlieb, Computerfähigkeiten, klug Was ich an mir mag ,1 2,8,3 9,7 22,3 2,8 Was ich an m.. Humor Beliebtheit dass ich viel... meine Fantasie dass ich gesc... INTERPRETATION: Insgesamt dürften Burschen mit sich zufriedener sein, als Mädchen. Burschen stellen dabei ihre Beliebtheit in der Vordergrund, Mädchen ihre Fantasie. Auch ihre Zufriedenheit mit ihrer Geschicklichkeit liegt höher, als die der Mädchen. Rund jedes 6. Kind gibt an, mit seinem Aussehen zufrieden zu sein. 2. Kinderängste - Ich habe Angst vor schlechten Noten 24,5% 12,3% 12,2% vor AIDS 16,5% 8,5% 8% dass meine Eltern sich trennen % 9,4% 5,6% dass ich mit Drogen in Berührung komme 12,4% 5,6% 6,8% dass ich keine Arbeit finde 12,3% 5,9% 6,4% dass meine Eltern zu wenig Geld verdienen 8,2% 4,4% 3,8% dass ich keine Pension bekomme, wenn ich alt bin 6,8% 2,6% 4,2% vor meinen LehrerInnen 2,4%,8% 1,6% vor AusländerInnen 2%,9% 1,1% zusätzliche Angaben: Krankheit, Hund, Blitz und Donner, unbeliebt sein, Missbrauch, betrunkenen Männern, früh zu sterben 7

8 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Kinderängste ,2 24,5 2 16,5 2,4 12,3 12,4 6,8 dass Eltern zu... vor schlechten... dass sich Eltern... vor Ausländern vor AIDS vor den Lehrern keine Arbeit finden Berührung mit... keine Pension... INTERPRETATION: Fast jedes 4. Kind hat Angst vor schlechten Noten. Gefolgt von der Angst vor AIDS. Mädchen haben größere Angst davor, dass sich ihre Eltern trennen. Burschen davor, dass sie mit Drogen in Berührung kommen. 3. Lieblingspielzeug - Womit spielst du am liebsten? Computer/Gameboy 32,7% 9,4% 23,3% Mit FreundInnen 14,5% 11% 3,5% Bewegungsspiele/Sport (v.a. Fußball) 11,3% 1,8% 9,5% Mit Haustier 8,2% 7% 1,2% Stofftiere/Puppen 5,7% 5%,7% Karten (v.a. Yu-Gi-Oh) 4,1% 1,1% 3% Brettspiele 4,1% 3% 1,1% In der Natur 1,3%,8%,5% 5 Lieblingsspiel Computer/Playstation mit freunden Bewegungsspiel/Sport mit Haustier Karten Stofftier/Puppe Brettspiel in der Natur Lieblingsspiel INTERPRETATION: Computer und Gameboy sind die am häufigsten genannten Spielgeräte der Kindern, wobei Burschen in diesem Zusammenhang weit vor den Mädchen liegen. Auch 8

9 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Spielkarten werden von Burschen häufiger verwendet und sie machen lieber Bewegungsspiele bzw. Sport. Mädchen hingegen bevorzugen Haustiere und Brettspiele. 4. Neujahrsvorsätze - Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen: mehr zu lernen 26% 13,5% 12,5% dass ich mutiger bin und mich mehr traue 17,9% 9% 8,9% dass ich mehr Sport mache 17,5% 7,6% 9,9% dass ich ein paar Kilo abnehme 12% 6,6% 5,4% dass ich weniger Computer spiele 8,8% 2,9% 5,9% dass ich beliebter werde 7,1% 3% 4,1% dass ich besser aussehe 6,5% 3,6% 2,9% dass ich ein paar Kilo zunehme 2,6% 1% 1,6% dass ich mit dem Rauchen aufhöre 1,6%,8%,8% zusätzliche Angaben: weniger streiten, ehrlicher werden, weniger fernsehen, braver werden Neujahrsvorsätze ,6 12 1,6 8,8 7,1 6,5 17,5 17,9 mehr lernen ein paar Kilo... ein paar Kilo... mit dem Rauc... weniger Comp... beliebter werden besser aussehen mehr Sport m... mutiger werden INTERPRETATION: Auch hier steht das Thema Schule an erster Stelle. Im Zusammenhang mit der Angst vor schlechten Noten, nimmt sich fast ein Drittel der befragten Kinder vor, 24 mehr zu lernen. Interessant erscheint hier auch, dass sich Mädchen und Burschen vornehmen, mutiger zu werden. 5. Kinderfreundlichkeit - Welche Einstellung haben Erwachsene gegenüber Kindern in deiner Stadt/Gemeinde? Kinder sind überall herzlich willkommen 4,4% 2,9% 19,5% die Erwachsenen nehmen meistens Rücksicht auf Kinder 36,7% 19% 7,7% manche behandeln Hunde besser als Kinder 11,9% 4,2% 7,7% eigentlich stören wir Kinder die Erwachsenen sowieso nur 11% 5,9% 5,1% 9

10 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Einstellung der Erwachsenen ,4 Kinder sind willkommen 36,7 Erwachsene nehmen meist Rücksicht 11,9 11 behandeln Hunde besser als Kinder Kinder stören die Erwachsenen INTERPRETATION: Über 7% der Kinder fühlen sich in der Gesellschaft willkommen. Dennoch denkt jedes 5. Kind, darunter mehrheitlich Burschen, dass Hunde in unserer Gesellschaft eher toleriert werden als Kinder; bis hin zu der Aussage, dass Kinder generell nicht erwünscht sind. Burschen halten sich bekanntlicherweise mehr im öffentlichen Raum auf, als Mädchen und erregen daher eher das Aufsehen der Erwachsenen. 6. Rolle der Väter - Dafür ist mein Vater oder Stiefvater in unserer Familie zuständig: arbeiten gehen, damit wir Geld haben 18,3% 9,1% 9,2% Sachen reparieren 17,8% 8,3% 9,5% uns Dinge erklären 12,7% 5,8% 6,9% sich um mich kümmern, wenn ich krank bin 11,4% 5,7% 6,7% mit mir lernen 11,4% 5,8% 5,6% mich trösten, wenn ich traurig bin 9% 4,5% 4,5% Entscheidungen für uns treffen 8% 3,2% 4,8% für uns kochen 5,9% 3,2% 2,7% mit mir kuscheln 5,5% 3,5% 2% Zuständigkeit des Vaters ,9 12,7 17,8 5,5 11,4 11,4 18,3 8 trösten, wenn... kochen Dinge erklären Sachen repari... kuscheln kümmern, we.. lernen arbeiten gehen... Entscheidunge...

11 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 INTERPRETATION: Die Vaterrolle scheint nach wie vor in den meisten Familien sehr klassisch zu sein: Der Vater "ernährt" die Familie und verrichtet die handwerklichen Arbeiten im Haushalt. Kaum ein Vater wird beim Kochen oder liebevollen Kuscheln erlebt. Auffallend ist, dass die Väter sehr wenig mit ihren Söhnen Körperkontakt pflegen. Die tagtäglichen Entscheidungen dürften eher Aufgabe der Mütter sein. 7. Erwartungen an die Väter - Von meinem Vater/Stiefvater wünsche ich mir: dass er so bleibt, wie er ist 31,8% 16%,8% dass er mehr Zeit für mich hat 22,5%,7% 11,8% dass er nicht so streng ist 16,1% 7,9% 8,2% dass er sich besser mit Mama versteht 14% 7,4% 6,6% dass er weniger arbeitet 13,8% 6,7% 7,1% dass er strenger ist 1,9%,7% 1,2% Wünsche an den Vater ,5 13,8 31,8 16,1 1,9 14 mehr Zeit haben weniger arbeiten bleiben, wie er ist nicht so streng... strenger sein besser mit Ma.. INTERPRETATION: Jedes 3. Kind ist mit seinem Vater generell. Mehr als ein Drittel aller Kinder wünscht sich allerdings, dass der Vater weniger arbeitet und mehr Zeit mit ihm verbringt. In Kombination mit der nächsten Frage gewinnt der Zeitaspekt noch zusätzlich an Bedeutung. 8. Zukunftsvorstellungen - Wenn ich einmal selber eine Familie habe dann möchte ich viel Zeit dafür haben 22,5% 11,1% 11,4% dann möchte ich, dass wir genug Geld haben 21,5%,9%,6% dann möchte ich trotzdem auch arbeiten gehen 2,2% 9,8%,4% dann möchte ich, dass mein Mann/meine Frau und ich uns alle Arbeiten teilen 14,1% 7% 7,1% dann möchte ich, dass mein Mann/meine Frau auch arbeiten geht 13,3% 7,1% 6,2% dann möchte ich viele Kinder haben 8,4% 4,3% 4,1% 11

12 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Vorstellungen über eigene Familie ,5 2,2 8,4 14,1 21,5 13,3 5 möchte viel Zeit dafür haben möchte trotzdem arbeiten möchte viele Kinder haben möchte, dass wir uns alle Arbeiten teilen möchte, möchte, dass wir dass mein genug Geld Partner haben auch arbeitet INTERPRETATION: Der Aspekt der Zeit scheint bei Kindern in Bezug auf Familie eine wichtige Bedeutung zu haben. Auch die materielle Absicherung ist jedem 5. Kind ein zentrales Anliegen. Der Wunsch, dass beide Elternteile trotz Familie arbeiten gehen, ist bei Mädchen größer, als bei Burschen, aber trotzdem will fast die Hälfte, dass die Frau einmal arbeiten geht. Der Wunsch nach gleichberechtigter Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist auffallend klein. Der Wunsch nach vielen Kindern ist ebenfalls klein. 9. Familiäre Vorbilder - Ich möchte einmal so werden wie folgende Person in meinem Bekanntenkreis oder meiner Familie: Mutter 23,6% 19,1% 4,5% Vater 18,6% 3,1%,5% FreundIn 5% 2,7% 2,3% Tante 4,4% 4,4% % Oma/Opa 4,1% 3,5%,6% Bruder 3,5%,6% 2,9% Onkel 3,1% % 3,1% Schwester 2,8% 1,6% 1,2% CousinE 2,5% 1,6%,9% weil diese Person so nett ist 42,6% weil diese Person immer ihre Meinung sagt 22,1% weil diese Person Dinge macht, die sonst niemand kann 18,8% weil diese Person so toll aussieht 16,5% zusätzliche Angaben: weil diese Person hilfsbereit, intelligent, lustig, selbständig ist, so gut zuhören kann INTERPRETATION: Die Mutter wird von den Kindern am stärksten als Vorbild anerkannt. Mädchen identifizieren sich sehr stark mit der eigenen Mutter, Burschen mit ihrem Vater. Das heisst, dass die gleichgeschlechtlichen Erwachsenen in der Familie sehr großen Einfluß auf das Rollenverständnis der Kinder haben. Großeltern spielen bei Mädchen hinsichtlich Vorbildwirkung eine größere Rolle als bei Burschen. 12

13 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24. Idole - Ich möchte einmal so werden wie folgender Star: in der Reihenfolge der am häufigsten genannten: Eminem Jeanette Biedermann Britney Spears, Christina Aguilera Pink, Arnold Schwarzenegger, Jennifer Lopez, Ronaldo DJ Ötzi, David Beckham weil diese Person so toll aussieht 3,1% 2,4% 9,7% weil diese Person so nett ist 24,1%,9% 8,2% weil diese Person immer ihre Meinung sagt 19,9% 11,7% 8,2% weil diese Person Dinge macht, die sonst niemand kann 25,9% 9,5% 16,4% zusätzliche Angaben: weil diese Person beliebt/erfolgreich ist, weiß, was er/die will, viel Geld verdient INTERPRETATION: Idole der Kinder sind in der Pop-Szene und im Fußball zu finden. Mädchen legen bei ihren Stars Wert auf das Aussehen und ob er/sie nett ist. Buben hingegen geben an, mehr Wert auf die Fähigkeiten eines Stars zu legen. 13

14 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 Die Forderungen der Österreichischen Kinderfreunde - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern aktive Väterförderung! Die aktuelle Kinderstudie zeigt, dass Kinder nach wie vor ihre Väter in einer klassischen Männer-Rolle erleben. Immer mehr Väter wollen allerdings ihre Vaterschaft anders gestalten und eine aktive Rolle im Leben ihrer Kinder einnehmen. Sie wollen sich nicht auf die Rolle des Ernährers reduzieren lassen, sondern eine wirklich tiefe und intensive Bindung zu ihrem Kind aufbauen. Die Wirtschaftsstrukturen und die Angst um den Arbeitsplatz verhindern eine ausgeglichene work-life-balance. Aufgrund beruflicher Belastungen schaffen es die meisten Männer trotz bester Vorsätze nur bis zum Spiel- und Freizeitgefährten ihrer Kinder. Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern wird nur dann möglich sein, wenn Väter beginnen, sich der Betreuung und Pflege ihrer Kinder anzunehmen. Viele gesellschaftliche Probleme lassen sich nur dann lösen wenn traditionelle Rollenzuteilungen aufgelöst werden. Die Österreichischen Kinderfreunde fordern in diesem Zusammenhang den Vaterschutzmonat - bei vollem Lohnausgleich Jeder Vater soll nach der Geburt seines Kindes das Recht auf den Vaterschutzmonat erhalten. Während des Vaterschutzmonats darf den Eltern kein finanzieller Schaden entstehen. Die Väter können ein Monat bei vollem Lohnausgleich bis zur Höchstbemessungsgrundlage bei ihrem neugeborenen Kind zu Hause bleiben. Die Kosten werden geteilt zwischen Staat und Wirtschaft. Werdende Väter müssen die Schwangerschaft ihrer Frau und ihre Absicht in Vaterschutz zu gehen rechtzeitig dem Arbeitgeber melden. Die werdende Mutter hat dagegen ein Einspruchsrecht. - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern mehr Zeit für Kinder! Kinder wünschen sich mehr Zeit ihrer Eltern und wollen ihren eigenen Kindern einmal mehr Zeit schenken. Voraussetzung dafür ist, alle Mütter und Väter einen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitstelle bis zum Schuleintritt ihres Kindes erhalten. Das Recht auf Reduktion der Arbeitszeit aufgrund von Betreuungspflichten muss mit einem Rückkehrrecht auf eine Vollzeitstelle verbunden sein, denn familienbedingte Teilzeit darf sich nicht negativ auf den weiteren Karriereverlauf von Arbeitnehmern auswirken. Dies muss auch bei leitenden Angestellten möglich sein. Die Österreichischen Kinderfreunde fordern Wahlfreiheit für Väterkarenz Individuelle Karenzmodelle sollen durch eine Adaptierung des Kindergeldes ermöglicht werden. Eltern sollen wählen können, ob sie nacheinander in Vollkarenz oder gleichzeitig in Teilkarenz gehen wollen. In Karenz gehen darf zu keinem beruflichen Nachteil führen. Die Wirtschaft muss umdenken, denn karenzwillige ArbeitnehmerInnen dürfen nicht diskriminiert werden. 14

15 Kinder an die Macht - Kinderstudie 24 - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern gezielte Förderung von Mädchen und geschlechtssensible Ansätze in der schulischen und außerschulischen Arbeit! Die vorliegende Studie hat sehr eindringlich gezeigt, dass Mädchen vor allem in zwei Bereichen hinter den Burschen zurückliegen: die Nutzung neuer Medien und die Nutzung des öffentlichen Raums. Hier sind einerseits spezielle Medien-Förderprogramme für Mädchen im Bildungssystem gefragt, die diesen Nachteil in der späteren Arbeitswelt möglichst frühzeitig ausgleichen. Andererseits müssen gerade für die außerschulischen Arbeit zusätzliche Ressourcen der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden, um Mädchen in gezielten Projekten die Erprobung und Eroberung des öffentlichen Raumes zu ermöglichen. - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern die Förderung männlicher Vorbilder in pädagogischen Einrichtungen! Kinder brauchen gleichgeschlechtliche Vorbilder. Gerade im Kinderbetreuungsbereich und auch in der Volksschule erleben Kinder zum überwiegenden Teil weibliche Bezugspersonen. Hier wäre es wichtig, mehr männliches Personal zu haben, das sich die Aufgaben mit den weiblichen Kolleginnen gleichberechtigt teilt. Dafür ist es notwendig, Berufsbilder im Kinderbetreuungsbereich für Männer attraktiver zu gestalten! Dazu zählen einerseits die Aufwertung dieser Berufsbilder und der dazugehörigen Ausbildungen und andererseits die Verbesserungen der Rahmenbedingungen wie Gehalt, etc. - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern die Reduzierung des schulischen Drucks! Die befragten Kinder bringen sehr deutlich zum Ausdruck, dass sie schulischem Druck ausgesetzt sind. Dieser Lernerfolg hemmende Druck muss dringend reduziert werden. Die durch die Bundesregierung verordnete Stundenreduzierung im Schulsystem stellt allerdings genau die verkehrte Maßnahme dar: jene Schulstunden, in denen ein ganzheitlicher Ausgleich zu den restlichen Unterrichtsstunden erfolgt, wie z.b. Sport und kreative Förderung, werden gestrichen. Nur in einer Schule, in der Wissenserwerb und die Förderung des kreativen Potentials, der sozialer Kompetenz und der Gesundheit Hand in Hand gehen und einen gleichberechtigten Stellenwert haben, kann dieser Druck reduziert werden. Wir treten daher für eine Unterrichtsgestaltung ein, in der mehr als nur kognitiver Wissenserwerb Platz hat und ein Bildungsverständnis, das nicht primär auf dem Leistungsbegriff aufbaut. - Die Österreichischen Kinderfreunde fordern eine kinderfreundliche Gesellschaft! Nach wie vor gibt es Kinder, die sich in unserer Gesellschaft nicht willkommen fühlen. Es bedarf einer Aufwertung des Kindesalters als des grundlegenden Abschnitts menschlicher Entwicklung, und einer Förderung der Toleranz und des Verständnisses gegenüber Jugendlichen und ihrer Verhaltensweisen und Szenen. Dazu können die öffentlichen Medien, aber auch gezielte Kampagnen und verschiedene Formen der Erwachsenenbildung wesentliche Beiträge leisten.

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