Heimath BRGERVEREIN BERLIN BRITZ E.V. GEGRÜNDET Was bringt uns das Jahr 1999? (Hinterhof-Idylle in Britz)

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1 Heimath BRGERVEREIN BERLIN BRITZ E.V. GEGRÜNDET 1890 Was bringt uns das Jahr 1999? (Hinterhof-Idylle in Britz) 69.Jahrgang Januar / Februar / März 1999

2 Seite 2 Britzer Heimatbote Impressum Herausgeber: Bürgerverein Berlin-Britz e.v. Alt-Britz 81 / Berlin Telefon Sparbuch. Nicht für ruhige, sondern für unruhige Stunden. Gesamtherstellung/ Anzeigenverwaltung: AKRONVM Unternehmenswerbung Rosa-Luxemburg-Str Schulzendorf Tel.: ( ) Fax: ( ) Mitglieder des Bürgervereins erhalten die Zeitung kostenlos. Verantwortlicher Redakteur: Gero Striek Liningstraße Berlin Telefon Namentlich gekennzeichnete Artikel bzw. veröffentlichte Zuschriften müssen nicht der Meinung des Herausgebers entsprechen. Das Sparbuch - keiner liest es, aber jeder ist beruhigt, wenn er eins hat. Z. B. als finanzielles Polster mit 2-3 Monatsgehältern. Je Kalendermonat können Sie über DM frei verfügen. Fragen Sie danach - bei einer unserer 74 Filialen in Berlin und Brandenburg. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. wird keinerlei Gewähr übernommen. Berliner Volksbank Die Bank für Berlin und Brandenburg. Zum neuen Jahr Ein bißchen mehr Freude und weniger Streit, ein bißchen mehr Güte und weniger Neid, ein bißchen mehr Liebe und weniger Haß, ein bißchen mehr Wahrheit, das war'doch was! Statt soviel Unrast ein bißchen Ruh' statt immer nur ein bißchen du, statt Angst und Hemmung ein bißchen mehr Mut und Kraft zum Handeln, das wäre gut. Kein Trübsal und Dunkel, Ein bißchen mehr Licht, kein quälend Verlangen, ein froher Verzicht, und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst auf Gräbern, denn da blüh'n sie zu spät. Peter Rosegger

3 Veranstaltungshinweise Seite 3 BURGERVEREIN BERLIN-BRITZ E.V. (Heimatkundliche Vereinigung) Gegründet 1890 Versammlungsort: Berlin-Britz, Alt-Britz (Gutsturm) Bankverbindungen: Berliner Volksbank Kto.: BLZ Postgiroamt Berlin Kto.: BLZ Vorschau auf Veranstaltungen ,19.00Uhr (Mittwoch) Jahreshauptversammlung ,19.00 Uhr (Mittwoch) Versammlung mit Frau Dr. Kubicki ,12.30 Uhr (Sonntag) Eisbeinessen bei Charly (Kolonie zur Windmühle) Treffpunkt für Wanderer: Uhr am Turm ,19.00 Uhr (Mittwoch) Versammlung (Sonntag) Wandertag -weiteres Februar-Versammlung ,19.00 Uhr (Mittwoch) Versammlung ,19.00 Uhr (Mittwoch) Versammlung Skattermine: 22. Januar 12. Februar 19. März 23. April jeweils freitags um Uhr Treffpunkt Turm Voraussichtliche Tages- und Wochenendfahrten für Mitglieder des Britzer Bürgervereins e.v. Fahrt zur Fastnacht Dienstag, , Uhr Kappenzwang für alle! Tagesfahrt in den Frühling Sonntag, Fahrt nach Warmensteinach Mittwoch, bis Sonntag, Die Abfahrtzeiten werden auf den Versammlungen mitgeteilt.

4 Seite 4 Britzer Heimatbote im Januar Werner Thonicke Simone Rettschlag Heinz Bonat Arno Schäfer Regina Stephan im Februar Eva Schwochow Horst Klewitz Marga Anders Hans-Joachim Brauer Melitta Kasten Gertrud Kupka Horst Buchholz Andreas Turban Carmen Heyer Thilo-Harry Wollenschläger Doris Meier Knut Sasse ~ Geburtstage ~ Klaus Barleben Inge Schulz Gerhard Schneider Sabina Käding Rosemarie Knopf Uta Hertz im März Sonja Hensel Heinz Walz KarinTetzaff Andreas Knuth LotharMietz Heinz Weinert Horst Herrmann Ingeborg Wrosch Käthe Kunkel Irma Arndt Barbara Langer Ingeborg Buchholz Hannelore Knippel Ilse Schütz im April Alfred Anders Erich Rettschlag Elke Adameit MargotMahlke Elard Unterstein Hans-Hermann Dörr Liselotte Rumland Heinz Knischewski Helga Rusch Christel Hanisch Erika Seidlitz Hans-Joachim Roszak Wolfgang Branoner Elsa Dummhard Rudolf Scherfling Heinrich Jockers m Verstorben >en L_n. Unser langjähriges Mitglied itelied Erna Schulz ist im November 1998, plötzlich und unerwartet verstorben. Im Januar 1999 ist nach langer Krankheit unser Ehrenmitglied Herbert Püschel verstorben. Er war seit 1951 Mitglied des Vereins und bis ins hohe Alter bemüht, uns mit Rat und Tat zu ünerstützen. Wir werden ihn vermissen. Unser Mitgefühl gilt insbesondere seiner Frau Helene. Unerwartet ist im Januar unser Mitglied Waltraud Ewert verstorben. Die Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Berlin war seit 1995 Mitglied unseres Vereins. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Wir werden den Verstorbenen ein ehrendes Gedenken bewahren. Der Vorstand Geehrt werden fär 10 Jahre Mitgliedschaft Alfred Anders Marga Anders Paul Gericke Christel Hanisch Klara Jendrian Lutz Lehmann Erna Schlaffke Richard Schlaffke Margarete Wolf 20 Jahre Mitgliedschaft Frank Heinz Dieter Hilde Hans Hilde Bielka Buschkowski Lange Nowack Rahmig Schütze Jahre Mitgliedschaft Siegfried Freier Marianne Heyne Wolfgang Oeser Ursula Rahmig Jahre Mitgliedschaft Erwin Hinz

5 Aus dem Vereinsleben Seite 5 Ein herzliches \ Dankeschön Nachdem das Tanzvergnügen vom 31. Oktober 1998 hinter uns liegt, möchten wir es nicht versäumen, uns an dieser Stelle, für die vielen wertvollen Sach- und Geldspenden, die zum Gelingen der Tombola beigetragen haben, recht herzlich zu bedanken. Unser Dank gilt: Arndt-Bekleidungshaus Beetz/Sibürge-Bartz-Salon Carmen (Heyer)-CDU Britz- Briefmarken u.bücher Dumhardt- Fullert-Porzellan, Gedan (Gollnick)- H.F.S.Immobilienfonds GmbH Gropiuspassagen-Hannig-Jelkmann (Bremen) -Glaserei Gutschke- Hagedorn-Hensel-Kasten-Käding- Keil-Kettel-Krause- Bestattungshaus Mars (Santer)- Lienig- Firma Melitta- Firma Philipp Morris-Müller-Nowack-Eier Oeser- Palme (Bremen)-Autohaus Peterson- Püschel-Rahmig-Rettschlag, sen-heizöl-u.kohlenhandlung Rettschlag-Rumland-Fleischerei Rusch-Sasse-Schausteller Wollenschläger-Schlaffke- Reisedienst u.fahrschule H. Stellmacher, Wildau- Striek- SOS Schlüsseldienst-Thonicke-Toepfer- Kataw, MdA-Turban-Augenoptik Unterstein-Fleischerei Vogel- WalzWasker-Weinert-Dachdeckerei Wilde-Woltmann- Allianz Vertretung Wünsch, Wildau- DBV Winterthur Vers. (Ziemer)- Zeplin Sollte ein Name in dieser Aufstellung falsch geschrieben sein oder ein Spender nicht genannt worden sein, so kann es sich nur um einen Übertragungsfehler handeln und wir bitten im Voraus um Entschuldigung. Unser Dank geht ebenfalls an alle, die geholfen haben, die vielen Spenden zusammenzutragen.auch bei denen, die bei der Vorbereitung des Tanzvergnügens, Aufbau der Tombola ihre Arbeitskraft und Zeit zur Verfügung gestellt haben möchten wir uns recht herzlich bedanken. H.N. Jahreshauptversammlung 1999 Der Vorsitzende begrüßte die anwesenden Mitglieder und den Ehrenvorsitzenden Heinz Käding, sowie als Neumitglieder Waltraud Knischewski und in Abwesenheit Lutz Reichert. Der Vorsitzende, der zu Beginn seiner Begrüßung allen Mitglieder die besten Wünsche zum neuen Jahr übermittelte, bedankte sich bei Mitgliedern und dem Vorstand, für die Unterstützung bei der Vereinsarbeit. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern, die ohne Funktion immer dann da sind, wenn man sie braucht, und Marianne Heyne sowie Lothar Mietz für die Übergabe technischer Geräte. Die Ehrung der Verstorbenen wurde vom Vorsitzenden mit einer Würdigung des Ehrenmitgliedes Herbert Püschel, der dem Verein seit 1951 angehörte und am 13. Januar verstorben war, sowie der gleichfalls im Januar verstorbenen AWO Vorsitzenden, Waltraud Ewert, eingeleitet. Er zitierte dabei aus der Traueranzeige der Familie Püschel und gab den Termin und Ort der Trauerfeier bekannt. Die Versammlung gedachte den 1998 verstorbenen Mitgliedern und der Vorsitzende schloß mit den Worten, den Verstorbenen ein ehrendes Gedenken zu bewahren und Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht" Abweichend von der üblichen Aufzählung der durchgeführten Mitgliederversammlungen und anderen Veranstaltungen des Vereins, begann der Vorsitzende seinen Rechenschaftsbericht mit einer Darstellung der Probleme bezüglich des Heimatboten" und der Suche nach einer neun Druckerei. Er bat in diesem Zusammenhang um Verständnis, daß der Heimatbote diesmal mit etwas Zeitverzögerung erscheint. Er ging dann auf den Neujahrsempfang ein und warb in diesem Zusammenhang nochmals um Verständnis, daß diese Veranstaltung im Gemeindesaal der Dorfkirche Britz durchgeführt wurde. Dies habe offensichtlich bei den geladenen Gästen mehr Anklang gefunden als bei einigen Mitgliedern. Er äußerte als persönliche Meinung, daß die Brunnenführung im Zusammenhang mit dem Neujahrsempfang störend und unpassend gewesen ist. Hier pflichteten im eine große Anzahl von Mitgliedern bei. Auch zu der Tanzveranstaltung 1998 äußerte sich der Vorsitzende und führte aus, daß die Räumlichkeiten einen guten Eindruck hinterlassen hätten. Für Bewirtung und andere Umstände träfe dies jedoch nicht zu. Neujahrsempfang und Tanzveranstaltung waren nach seinen Ausführungen bereits Tagesordnungspunkte von Vorstandssitzung und werden dies auch weiterhin sein. Zu den Vorbereitungen der Feierlichkeiten 625 Jahre Britz, im Jahr 2000 führte er aus, daß der Verein und andere Organisationen und Einrichtungen erst dann mit ihrer Arbeit beginnen können, wenn ein Termin festgelegt worden ist. Ein diesbezüglicher Vorschlag wurde dem BA vom Vorstand unterbreitet. Er ging dann auf die Vorbereitungen zum Deutschen Bürgertag in Berlin und die zugesagte Unterstützung durch den Bürgerverein ein. Im weiteren berichtete der Vorsitzende über seine Teilnahme am 50. Delegiertentag des Deutschen Schausteller Bundes im Haus des Rundfunks. Der Vorsitzende beendete seinen Rechenschaftsbericht mit den Worten: ich denke rückblickend betrachtet hatten wir eine gute Auswahl von Referenten und Themen; und ich kann sagen, daß wir auch weiterhin bemüht sind, diesen guten Standart beizubehalten":

6 Britzer Heimatbote Tanzvergnügen im Hotel Mercure" Eine Tanzveranstaltung und dies sollte eigentlich jeder wissen, ist eine life-sendung mit vielen Unbekannten" und - es jedem recht zu machen, ist eine Kunst, die keiner kann. Die Boulevard Band" machte gute Musik, vielleicht für diesen oder jenen ein bißchen zu laut. Das Tanz parkett, ein wenig zu klein geraten, war Sache des Hotels. Doch zu vor- gerückter Stunde waren die kleinen Ärgernisse garnicht mehr so aktuell. Unter dem Strich kleinen Aufrechnung stand das Komma erfreulicher Weise ziemlich weit rechts. Dies erfreute im besonderen Maße jene, die wochenlang an den Vorbereitungen dieses Tanzvergnügens gearbeitet haben. Das Mercure-Hotel", im Herzen Neuköllns gelegen, ist ein moderner Bau mit ansprechendem Flair. Doch es entstand der Eindruck, das Hotel ist mehr auf Übernachtungen und Tagungen eingestellt. Denn bei unserem Tanzvergnügen war das Personal in Keller, Hof, Küche, beim Bedienen im Saal und an der Bar überfordert. Die Geschäftsleitung versprach Besserung. Gegen Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende Gero Striek unseren Tanzabend. Er begrüßte die Ehrengäste, Mitglieder und Freunde vom Britzer Bürgerverein e.v. Von unseren geladenen Ehrengästen waren anwesend: BW-Vorsteher Ewald Grabowski, Staatssekretär Klaus Lohe, Abgeordnete Sabine Toepfer- Kataw, Bezirksstadträtin Stefanie Vogelsang, Vorsitzender vom Rudower Heimatverein Manfred Ziemer, Ehrenmitglied Manfred Bartz, Leiter Bestandsmanagement Stadt und Land Detlev Krause, Geschäftsstellenleiter Lutz Feiling. Etwas verspätet und zur Freude aller Anwesenden kam noch Bezirksbürgermeister Prof. Bodo Manegold auf einen Sprung" vorbei. Nun möchte ich es nicht versäumen mich bei den Firmen, Geschäftsleuten, Freunden und Mitgliedern auf das Herzlichste für ihre Spenden, in welcher Form auch immer, zu bedanken. Ohne diese Unter- Stützung wäre es uns nicht möglich, eine Tombola in diesem Umfang zu erstellen. Danke! Gegen 23. Uhr wurde endlich die Tombola eröffnet. Der Andrang war groß und die Freude ebenfalls, wenn es ein schöner Gewinn war.

7 Aus dem Vereinsleben Seite 7 Das eingespielte Team hatte bei der Ausgabe der Gewinne alle Hände voll zu tun. Auch wenn man mal nichts gewinnt, bleibt doch die Hoffnung, daß es im nächsten Jahr bestimmt wieder ein Tanzvergnügen und eine Tombola gibt. Ich drücke schon jetzt beide Daumen für einen tollen Gewinn. Gegen 01. Uhr ließen wir unser Tanzvergnügen ausklingen. Die gut gefüllte Tanzfläche, oder sah es nur so aus, weil sie viel zu klein geraten war? überzeugte jedoch alle Verantwortlichen der Veranstaltung, daß et doch eijentlich janz jutjewesenwar! G.Th. ( bleibt für die Redaktion noch nachzutragen, daß dem Veranstalter Grußworte von der stv. Parlamentspräsidentin, Frau Brinkmeier, dem Stadtältesten Dr. Heinz Stücklen, dem Konsul von Madagaska und Präsident des Eropäischen, Deutschen und Berliner Schaustellerverbandes, Harry Wollenschläger, dem stv. Bezirksbürgermeister. Heinz Buschkowski, dem (damals noch Staatssekretär) Senator Wolfgang Branoner und dem Bürgerverein Bremen-Blumenthal zugegangen sind. Der Berliner Schaustellerverband wurde durch Tilo-Harry Wollenschläger nebst charmanter Begleitung vertreten.)

8 Seite 8 Britzer Heimatbote Aus der Geschichte der Britzer Bürgerstaße In den letzten Jahren, vor allem durch den Bau der Autobahn A100 in Richtung Treptow, hat sich auch in der Bürgerstaße viel verändert. Blicken wir einmal zurück: Als Neubritz in den Jahren 1860/70 entstand, siedelten sich in der Bürgerstaße viele Handwerker an. Die Werkstätten lagen auf den Hinterhöfen. Die ehemaligen Familienbetriebe sind verschwunden. Das Rad der Zeit ist hier nicht spurlos vorübergerollt. Nach wem ist die Bürgerstraße benannt? Bei der Bürgerstraße handelt es sich um den nach dem Kriege 1870/71 von dem Ersten Bauverein vereinigter Beamten und Handwerker" angelegten Parzellenweg". Der Vorsitzende dieses Bauvereins war August Bürger. Nach ihm wurde der Parzellenweg in Bürgerstraße umbenannt. Interessant ist auch, daß die Wederstraße vom Bauverein Erwerb" angelegt wurde und zuerst den Namen Unter den Akazien" führte. Die mehr als 100 Jahre alte 49./50. Volksschule, heute Zürich-Grundschule, die von vielen Generationen aus Britz besucht wurde, kann viel erzählen. Zur 100-Jahrfeier 1988 trafen sich dort ehemalige Schulfreunde und haben Erinnerungen ausgetauscht. Erinnerungen gemeinsamer Schuljahre während der Nazi- und Kriegszeit; Schülerlandverschickungen durch den Bombenkrieg, Einrichtung einer Kartenstelle und Lagerung von Getreide in der Turnhalle. Der ehemalige Rosengarten an der Ecke Bürger- und Rungiusstraße war ein beliebter Spielplatz. Dort wurde ein Luftschutzbunker gebaut, der auch heute noch steht. Während der Berlin-Blockade 1948/49 wurden hier Lebensmittel eingelagert. Dicht neben dem Bunker, das Haus 29/31 gehörte früher der Familie Kuppler. Auf dem Hof befand sich die Fabrik von H. Kuppler. Es wurden hier Treibhäuser, Frühbeetfenster und Warmwasseranlagen hergestellt. Heute ist auf dem Hof ein Baugeschäft. Im gleichen Hause, Nr. 31, befand sich das Tabakgeschäft von H. Wurzel. Da er ein Jude war, wurden die Fensterscheiben seines Geschäftes in der Kristallnacht eingeschlagen und sein Geschäft ausgeraubt. Dieses Unrechtsgeschehen war unfaßbar, zumal man wußte, daß der Sohn von H. Wurzel im l. Weltkrieg als Offizier gefallen war. Auf der anderen Seite der Bürgerstraße war die Bäckerei von Karl Dickhoff. Wie oft haben hier die Menschen aus der Umgebung zu Familienfeiern ihre Napf- und Blechkuchen abhacken lassen. Während der bitteren Kriegsund Nachkriegsjahre, als es Lebensmittel nur auf Karten gab, war jeder dankbar, wenn beim Bäcker Dickhoff auch mal das Brot ohne" verkauft wurde. Bekannt war aus dieser Bäckerei das Britzer Landbrot". Karl Dickhoff jun. hat nach dem letzten Krieg noch dieses Brot in seiner Bäckerei hergestellt und verkauft. Seit 1893 gab es dieses Bäckergeschäft. Vor 100 Jahren blühte in Britz das Bäckergewerbe. Etwa 20 Bäcker wohnten im Dorfe, die täglich Brot nach Berlin fuhren. Um bei der damaligen Torsteuer, die erst nach Mitternacht erhoben wurde noch rechtzeitig in Berlin sein zu können, trafen die Bäcker mit ihren (Anmerkung der Redaktion: hier irrt der Verfasser. Der Bürgerverein wurde am in dem ehem. Wutzlerschen" Lokal in der RudowerStr. (heute Buschkrugallee) gegründet.) Doch Erinnerungen an bekannte Bürger aus dieser Straße wie Kohlenhändler Butschek, Gurken-Dreier, Kartoffelhändler Bollmann, Spalier oder der dicke" Schankwirt Schönfisch, bleiben und gehören zur Geschichte der Bürgerstraße. In der letzten Zeit haben sich viele Kleinbetriebe in der Bürgerstraße niedergelassen G.W.Th. Frische Ware auf allen Wochenmärkten seit 1893 Bäckerei Karl Dickhoff Bürgerstr Berlin Wagen schon vor Mitternacht am Kottbusser Tor ein. Allein zwischen Bürger- und Wederstraße gab es einmal 6 Bäckereien. Noch aus der Vergangenheit der Bürgerstraße: das Geierhaus". Wer kennt es wohl noch? Es stand in der Bürgerstraße 19 und war eine Sehenswürdigkeit von Britz. 4 große Geier zierten den in Form eines Turmes gekrönten First des Hauses, an dessen Fassade in Lebensgröße farbenprächtige Märchengestalten zu sehen waren. Der letzte Krieg hat dem Haus, das 1904 erbaut wurde, übel mitgespielt. Davorstand hier kleines Häuschen, im Alpenstil erbaut. Es war eine besuchte Gaststätte mit dem Namen Jägerschlößchen". Sogar eine Kegelbahn war schon vorhanden hat der Postsekretär Geier das Grundstück gekauft. Er war übrigens Mitglied des 1890 gegründeten Bürgervereins. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in dem ehem. Jägerschlößchen" der Bürgerverein gegründet wurde. Eine Bestätigung darüber gibt es nicht. Heute stehen hier Neubauten. v

9 Heimat & Welt Seite 9 Neujahrsempfang Gäste und Mitglieder des Bürgervereins waren zum Neujahrsempfang, am 10. Januar gekommen. Wegen der sonst zu erwartenden Enge im Turm war der Bürgerverein diesmal in den Gemeindesaal der Britzer Dorfkirche ausgewichen. Hier ein Auszug aus der Eröffnungsrede des Vereinsvorsitzenden: zum letzten Male in diesem Jahrzehnt, Jahrhundert, Jahrtausend hat der Bürgerverein Berlin-Britz e.v. zu seinem traditionellen Neujahrsempfang eingeladen und ich will die Freude darüber nicht verhehlen, daß sie so zahlreich erschienen sind. Sozusagen die Vorfreude, war auch der Grund, daß wir unser eigentliches Domizil für ein paar Stunden, aus der Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Gäste, verlassen haben und sozusagen Asyl bei der Britzer Dorfkirche genommen haben. - Nun wären wir nicht der Britzer Bürgerverein, wenn wir nicht gleichzeitig mit unserem vorübergehenden Auszug die vordringliche Notwendigkeit beheizbarer Stallungen unterstreichen würden. Das neue Jahr, noch jung an Tagen, hat bedeutungsvoll mit der Aufgabe unserer eigenständigen Währung, der DM und der Einführung des EURO begonnen und wird sich mit weiteren bedeutungsvollen Ereignissen, wie der Wahl des Bundespräsidenten, dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin, nicht zuletzt den Wahlen in Berlin fortsetzen. Wenn wir bedenken, daß der Fall der Mauer, die Berlin einst umgab, sich in diesem Jahr bereits zum l O.Male jährt, erleben wir, wie schnell die Zeit zu vergehen scheint. Dennoch, dies will ich hier freimütig sagen, vergeht für mich die Zeit nicht so schnell, daß ich mich mit einer Amnestie für das sogenannte oder tatsächliche DDR- Unrecht anfreunden könnte. Vielleicht, so kann ich ja hier im Hause der Kirche sagen, ist Vergebung für manches möglich, aber die Zeit zum Vergessen ist für mich noch nicht gegeben. Dazu sind zu viele Menschen gestorben, haben zu viele Menschen, auch oder gerade wir Westberliner erlitten und erdulden müssen. Für uns als Verein wird das neue Jahr u.a. geprägt sein, von den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten 625 Jahre Britz, der Unterstützung des Deutschen Bürgertages im Juni, in Berlin. Lassen sie mich an dieser Stelle, die für mich angenehme Pflicht erfüllen, unsere Ehrengäste namentlich zu begrüßen. Der Vorsitzende, Herr Strick, konnte nunmehr Herrn Bezirksbürgermeister, Prof. Bodo Manegold, den stv. Bgm. und Stadtrat, Herrn Buschkowsky, Frau Stadträtin Vogelsang, den Bezirksverordnetenvorsteher Herrn Grabowski, die stv. Vorsteherin Frau Bock, den Stadtältesten, Herrn Dr. Heinz Stücklen, die Frau Abgeordnete Toepfer-Kataw, den Staatssekretär Herrn Bielka, den Ehrenvorsitzenden des Bürgervereins, Herrn Käding, für die Britzer Dorfkirche: Herrn Bornschein und Herrn und Frau Mahn, für die Neuköllner bzw. Britzer Wirtschaft: Geschäftsstellenleiter (Stadt und Land), Herrn Feiling und den Malermeister, Herrn Schulz sowie für das Neuköllner Volksblatt, Herrn Poelschick, begrüßen Für die mit dem Bürgerverein befreundeten Vereine begrüßte er für den Neuköllner Heimatverein den Vorsitzenden, Herrn Monath und den Geschäftsführer, Herrn Meyer, für den Rudower Heimatverein, den Vorsitzenden, Herrn Ziemer und für den Radsportverein Möwe-Britz den Vorsitzenden, Herrn Toepfer und die Schloßherrin", Frau Stephan". Der Vorsitzende fuhr dann in seiner Ansprache fort mit "Verehrte Damen und Herren, erlauben sie mir, in der dem heutigen Anlaß entsprechenden Kürze, auf ein besonderes Jubiläum unseres Vereins hinzuweisen. Auch wenn der eigentliche Grund zum tatsächlichen Datum innerhalb des Vereins gefeiert werden wird, will ich den heutigen Tag zum Anlaß nehmen, Herrn Prof. Manegold, diesmal nicht in seiner Eigenschaft als Bezirksbürgermeister, sondern für seinen Sprengel, so sagt man, glaub' ich, und dem Herrn Stadtrat Buschkowsky, jeweils 50,- DM zu übergeben. Für die Verwendung stellen wir uns vor, daß die jeweiligen 50,- DM, einem bedürftigen Mädchen aus dem kirchlichen Bereich des Herrn Prof. Manegold und einem unterstützungsbedürftigen Mädchen eines Sportvereins, aus dem Verantwortungsbereich des Herrn Buschkowski, zukommt. Die Auswahl dieser beiden Herrn entspricht unserer satzungsgemäßen Ausgewogenheit. Gern hätten einen höheren Betrag zur Verfügung gestellt, aber auch wir müssen sparen und so ist dies als hoffentlich wohlverstandene Geste aus besonderem Anlaß zu sehen". enster, Haustüren, Wintergärten + Wärmeschutzglas 1,1 KW + Sicherheitsverriegelung mit abschließbarem Griff > Ohne Aufpreis Fenstertnacher G Marientaler Straße Berlin Seit 20 Jahren IHR SPEZIALIST FÜR GUTES SEHEN Unterstein Optik GmbH Alle Kassen Führerscheinsehtest Hausbesuche Lupen / Lesegläser Rudower Straße Berlin Tel. 030 /

10 Britzer Heimatbote Gropius Passagen einmal anders gesehen In grauen Novembertagen 1998, trafen sich Vereinsmitglieder vom Bürgerverein Britz im lichten Atrium, zur Besichtigung des Einkaufszentrums Gropius Passagen mit 120 bereits 1997 eröffneten Fachgeschäften. Zum Treffpunkt, wühlte man sich zunächst durch den Einkäuferstrom vom U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee über den behelfsmäßigen Baugang der Baustelle. Ein zweites Parkhaus mit noch mehr Geschäften und einem direkten U-Bahnzugang entsteht hier. Am 2. September 1999, soll der Erweiterungsbau des größten Shopping-Center Berlins eröffnet werden. Alles unter einem Dach. Erleben - Einkaufen - Genießen, heißt das Motto, der Modeboutiken, Fachmärkte, Cafes, Fitness-Club und sechs Kinos. Vielen sind die Geschäfte bereits bekannt, man deckt hier seinen Bedarf, aber hinter die Kulissen des attraktiven Superbaus schaute noch keiner. Herr Kirbach, begrüßte alle, begann die Führung zunächst in den Büroräumen der Centerleitung, gab einen kurzen Überblick am Modell der Gropius- Passagen mit zukünftig direktem Zugang zur U-Bahn. Von den Funktionen der Technik, Heizung, Belüftungs- und Kühlanlagen mit riesigen Ausmaßen der Einkaufsstätte, waren alle sichtlich beeindruckt. Elegante Vorräume mit Bar und Popcornstand führten in die Kinosäle. In Kino 4 gibt es als Vorspann eine rasante Laserschau. Treppauf und Treppab in den langgestreckten Vorführraum der UCI Kinowelt. Als Laien schauten wir neugierig von hieraus durch die Luken in die Kinosäle, ließen uns erklären mit welchen Geräten der Filmvorführer arbeitet. Häufig ist nur ein Vorführer für alle sechs Kinos tätig, da sonst die Kinopreise zu teuer wären. Sparen ist auch hier angesagt. Die riesigen Filmspulen, (bei dem Film Untergang der Titanic", waren sie 40 Km lang) werden in einer Rückspulvorrichtung zurück- gespult, oftmals muß das per Hand geschehen, weil sich die Filmstreifen statisch aufgeladen haben und aneinander kleben. Ein schönes Stück Arbeit mit flexibler Zeiteinteilung, finanzträchtige Werbung gehört in den Vorspann, Ton und Lichtstärke muß stimmen. Pünktlich muß auf die versetzten Anfangszeiten der sechs Kinos mit unterschiedlichen Längen der Filmstreifen geachtet werden. Wieder alle Treppen zurück. Von den Giganten der Urzeit, den Dinosauriern in Styropurmaterial, aber in Lebensgröße von zwei bis sieben Metern, die hier Ausgestellt waren gab es nur noch den Palmengarten, gerade heute wurde um- dekoriert. Weihnachten stand vor der Tür. An den glitzernden Geschäften vorbei, hier und da schon festlich. Das Fitness-Studio war die nächste Station. Sportler, die eifrig an den Geräten ihre Kräfte stärkten wurden bewundert. Alle Altersgruppen kommen hierher, die sich sportlich betätigen wollen" sagte der Studioleiter. Nur keine Angst." Wir arbeiten mit einem Sportarzt zusammen für jeden einen Plan aus, in welcher Gruppe man sich persönlich wohlfühlen kann, Sport soll Spaß machen, soll nicht in Leistungssport ausarten. Auch Ernährungsvorschläge werden hier im Studio gegeben, für Leute die nicht nur durch Sport ihre Taille schlanker trainieren möchten. In der Sauna gibt es außer Schwitzen dazu eine Menge netter Leute zum Gesprächs- und Gedankenaustausch. Wir stiegen voller guter Vorsätze, mancher seufzend, wieder über viele Treppenstufen in die Tiefe der Unterwelt der Keller-räume. Aber keiner gab auf! Aus vielen Verladerampen, wie bei den Heinzelmännchen, wir unbemerkt von der Kundschaft die Warenbelieferung und Entsorgung der Geschäfte vorgenommen durch ein- und ausfahrende Lastkraftwagen. Erschöpft wieder ans Oberlicht gelangt, bedankte man sich für die nette Führung, zog Richtung Heimat davon, kaufte hier und da noch etwas ein oder labte sich an Kaffee oder Bier. Zu sehen gibt es noch vielmehr, z.b. die Funküberwachungsstelle mit zwanzig Monitoren und anderes mehr, vielleicht einandermal, zu einer anderen Führung Wer ist dabei? So. He.

11 Dies &. Das Seite 11 Aqua-Wellness Immer sind wir bemüht, zu unseren Versammlungen Referenten mit interessanten Themen zu finden. Zu unserer letzten Versammlung im November 1998 kam Andreas Biegel zu uns. Seit 8 Jahren auf dem Britzer Kietz Massagepraxis Dieter staatl. exam. Masseur und med. Bademeister Germaniapromenade Berlin»Telefon Alle Kassen und Privat - auf Wunsch auch Hausbesuch Behandlungszeiten: Mo. - Do Uhr Fr Uhr Herr Biegel ist staatlich geprüfter Physiotherapeut mit 20 jähriger Berufserfahrung. Seine Praxis befindet sich im Johanniter-Haus, in der Buschkrugallee. Es ist ein Haus, in dem Gesunde, Kranke und Gebrechliche wohnen und das Miteinander zu aller Zufriedenheit praktizieren Aqua-Wellness" nennt sich die neue Wasser-Physiotherapie, mit der Herr Biegel bei Alt und Junge versucht, chronische Beschwerden und Reparaturen und Anfertigungen in eigener Werkstatt Altgoldankauf peterwortke Uhrmachermeister Juwelier SEIKO ewc Herrnannstraße 148 Telefon Berlin Telefax Shell Heizö^ Vun hoher Reinheit und Wirtschaftlichkeit HANS ENGELKE KOHLE gegr HEIZÖL Tempelhofer Weg Berlin Tel l Fax Verkaufen kann jeder - ein Profi bietet mehr Deutsche Markenreifen Breitreifen Stahl- und Alufelgen Motorradreifen Sofortmontage Radwaschmaschine Computerberatung elektr. Auswuchten Pannen-Schnellhilfe günstige Preise Ein unverbindlicher Besuch lohnt! Berlin (Britz) Franz-Körner-Straße 90 Tel /90 \\ Montag-Freitag von Uhr Telefax JJ Schmerzen zu lindern oder sogar zu heilen. Je nach dem Krankheitsbild der Patienten wird das Behandlungsprogramm individuell zusammengestellt. Neu an dieser Form von Physiotherapie ist die Wiederentdeckung der heilenden Urkraft im Element Wasser. Die Indikationsliste für den physiotherapeutischen Bereich reicht vom Bandscheibenschaden, über Kopfschmerzen, künstlichen Gelenken, Atemwegser-krankungen bis hin zum Lymphödem. Wohltuend ist die Behandlung bei Schlafstörungen und dem Streßsyndrom. Auch Kinder kann man mit dem Aqua-Wellness-Programm, deren Körper-Seele-Verhältnis aus dem Gleichgewicht geraten ist, helfen. Für Gesunde, doch wer ist wohl schon ganz gesund, bietet sich Aqua-Wellness zur Entspannung, zur Tiefenentspannung, sowie zum Streßabbau an. Wir gehen mit ihnen ins Wasser", sagt Physiotherapeut Andreas Biegel.!! Na, dann gehen wir doch mal! G.TH

12 Seite 12 Britzer Heimatbote Besuch im Turm Am 21. November 1998 machten die Behinderten aus der Behindertenwerkstatt Grenzallee mit ihren Betreuerinnen einen Ausflug nach Britz. Ihr Ziel war dar Britzer Bürgerverein und das Britzer Schloß. Wir zeigten ihnen unseren Dia-Film von der Buga Einst und jetzt", den sie mit großer Begeisterung ansahen und auch gut darüber Bescheid wußten. Anschließend gab es zur Stärkung ein Würstchen und ein Getränk nach Wahl. Unser zubereiteter heißer Tee tat allen gut; hatte doch der verfrüht einsetzende Winter für einige Kältegrade gesorgt. Aufgeschlossen und dankbar zeigten sich unsere Gäste, einige kennen uns ja schon, für jedes Gespräch das wir mit ihnen führten. REINHARD POMPLUN Das alte Fachgeschäft der großen Auswahl Hausrat Eisenwaren Elektrogeräte Werkzeug Gartenbedarf Glas und Porzellan BERLIN BRITZER DAMM 110 TEL SOS Schloß-Service Schulze & Co. GmbH Tresore, Türöffnung, Schlüssel und Schlösser aller Art. Britzer Damm 151, Berlin, Telefon Elektromeister mit BEWAG-Konzession Elektrotechnische Installationen für Haushalt und Gewerbe elektrische Heizung und Warmwasserversorgung Beleuchtung für Haus und Garten Persönliche Beratung unverbindlich Margueritenring Berlin Telefon D Der Britzer Heimatbote fand reißenden Absatz. Gegen Uhr verließen uns die Behinderten um das Schloß Britz zu besich-tigen. Die Führung übernahm die Schloßherrin", Frau Stephan. Herzlichen Dank sage ich den Helfern. G.Th. Sei, Jahre im Familienbesitz Glaserei und Schleiferei Bau Bilder Spiegel Einrahmungen Acrylglas Spez. Isolierglas Telefon: Telefax: REINHARD GUTSCHKE GLASERMEISTER BRITZER DAMM 114 AN DER GRADESTRASSE (BERLIN) BRITZ Der Freizeitclub-Grenzallee wünscht dem Bürgerverein ein glückliches neues Jahr. Hiermit auch noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für einen sehr interessanten Dia- Vortrag und die nette Bewirtung. Gez. Horst Kluge Illlllllh Eckehard Wilde GmbH und Co. Dachdeckungs GmbH An den Achterhöfen Berlin 'S Fax MEISTER-INNUNGSBETRIEB Ausführung sämtlicher Dachdeckerarbeiten in Ziegel, Pappe, Schiefer. Isolierungen, Klempner- und Schornsteinarbeiten. Eigene Bügelrüstung.

13 Heimat 8. Welt Seite 13 Volkstrauertag Am Volkstrauertag, kamen zahlreiche Vereinsmitglieder des Bürgervereins Britz zur Kranzniederlegung und Gedenkstunde zum Ehrenmal. Der Bezirksbürgermeister Prof. Bodo Manegold, die Britzer Abgeordnete Sabine Toepfer - Kataw, der Bezirksverordnetenvorsteher Ewald Grabowski, die stellv. Vorsteherin Frau Hannelore Bock, Vertreter der Britzer CDU, des Reichsbundes und nach langer Zeit auch wieder Vertreter der Britzer SPD waren anwesend. Ein ca. zehnjähriges Mädchen und ein Junge mit einer Fahne der SPD, stellten sich rechts und links neben dem Ehrenmal auf, nahmen still an der Feier teil. Gero Striek, Vorsitzender vom Bürgerverein Britz, gedachte in einer kurzen Rede den Gefallenen der Kriege, der verfolgten und ermordeten Juden und der Maueropfer, die den Weg in die Freiheit suchten. Bodo Manegold, brachte das Wissen der geschichtlichen Zusammenhänge um Kriege unseres Jahrhunderts in einer ergreifenden Gedenkrede zu Gehör. Wir trauern um 1,7 Millionen Menschen an mehr als 40 Stätten dieser Welt, doch wir leben in der Hoffnung auf Versöhnung und Frieden unter den Menschen und Völkern. Nicht befohlene Trauer" ist das Motto des Volkstrauertages, sondern das Setzen eines Zeichens der Solidarität mit den trauernden Hinterbliebenen der Gefallenen. Wir alle, die hier heute in Britz versammelt sind vor dem Britzer Gedenkstein, denken zurück an den Opfergang der letzten Kriegsgeneration. Er nahm 1939 seinen Anfang. Die damals jungen deutschen Männer mußten in den Krieg ziehen, wie die Männer anderer Nationen. Niemand hat sie oder uns gefragt. Sie mußten alles was ihnen lieb war verlassen, gleich in welchen Uniformen, den Befehlen, getreu ihrem geleisteten Eid, gehorchen und in Ausübung dieser Pflicht ihr Leben lassen. Sie wollten nicht sterben, sondern leben. Fast alle hatten ihr Leben noch vor sich. Jüngere können sich kaum vorstellen, welches Leid und welche Not solche Betroffenen durchlebt haben. Die Namen der Hinterbliebenen stehen auf keinen Steintafeln. Und doch wollen wir heute an sie denken und mit ihnen trauern". (Auszugsweise aus der Gedenkrede), Bodo Manegold schloß mit einem Fürbittgebet die Gedenkrede am Ehrenmal. Ergriffen standen die Anwesenden, zogen sich still nachdenkend zurück. Im Turm, dem Domizil des Britzer Bürgervereins, wurde der Nachmittag mit gespendetem Kuchen fleißiger Hausbäckerinnen und Kaffee, bei Gesprächen zum Ausklang gebracht. So. He. Ihr VW-AU Di-Partner an der Britzer Mühle. Wir machen das schon. Neuwagen Gebrauchtwagen-Verkauf Ersatzteile Werkstatt Karosseriereparaturen V»A»G-Leasing VW-Audi-Bank WD-Versicherungsdienst Autohaus ^-^ GGGO ^^s^-^**^**^ Buckower Damm Berlin Telefon Erd-, Feuer- und Seebestattungen RS Bestattungshaus Britz Wilhelm Mars OHG Britzer Damm 99 B STATT U N GIN Berlin Seit 1905 in Familienbesitz Tel./Fax

14 Seite 14 Britzer Heimatbote Lotte in Berlin" Das Wetzlarer Lottehaus zu Gast im Schloß Britz Unter diesem Motto steht die derzeitige Ausstellung im Schloß Britz. Vor rund 250 geladenen Gästen wurde die Ausstellung am 23. Januar feierlich eröffnet. Politik aus Berlin, Neukölln und Wetzlar, Geschäftsleute und Freunde des Britzer Schlosses konnte Prof. Bodo Manegold als Neuköllner Bürgermeister und Vorstand der Stiftung begrüßen. Neben der Ausstellungseröffnung stand die 40jährige partnerschaftliche Verbundenheit mit Wetzlar im Mittelpunkt der Feierstunde. Die Ausstellung die nahezu den gesamten Bestand des Lotte-Hauses beinhaltet bildet den Auftakt des Goethejahres 1999" Die Ausstellung vermittelt zunächst Einblicke in die Geschichte des 1655 bis 1658 erbauten Hauses, welches den Verwaltern der Wetzlarer Deutschorden- Niederlassung als Wohn-und Dienst- gebäude diente. Dort wird dann später (1753) Charlotte Buff, als zweites von sechzehn Kindern, des Amtmannes Adam Heinrich Buff, geboren. Charlotte, die Jugendfreundin Goethes, verstirbt So werden im Rahmen der Ausstellung erstmalig in Berlin, Originalbriefe Goethes an die Familie Buff gezeigt. Persönliche Gegenstände aus dem Leben von Lotte, wie ihren zusammenklappbaren Regenschirm, Haubenschachtel und sogar eine Haarlocke sind neben Kupferstichen aus dem 18. Jahrhundert sehenswerte Exponate. Sicher auch die erste illustrierte in Berlin 1775 gedruckte Ausgabe des Werther". Das Wetzlarer Haus hatte eine wechselvolle Geschichte: Preußische Soldaten, Armenküche, Nähstube, richten Wetzlarer Bürger schon 1863 das Lotte Zimmer mit Leihgaben aus dem Buff-Kestnerschen Familienbesitz ein. Wetzlarer Bürger sind es dann auch, die das Inventar nach einem teilweisen Einsturz des Hauses durch Kriegseinwirkungen 1945 bergen und so der Nachwelt erhalten. Nach einer derzeit durch-geführten Renovierung des Hause, wird es am 8. Mai 1999 wiedereröffnet. Wahrlich, eine Ausstellung deren Besuch sich lohnt. Öffnungszeiten -an den Wochenenden von Uhr, Freitags von Uhr, Dienstag bis Donnerstag von Uhr. Weitere Veranstaltungen: 5.2., das Rimsky- Korsakow-Quartett, 19.2., Duo-Abend für Viola und Klavier, , Uhr -Musik an Deutschen Höfen. Tel.: Schloß Britz - (030) G. S.

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