Lerntipps für einen guten Start ins Studium

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1 Dipl.-Päd. Stefanie Maaß Dipl.-Päd. Cornelia Gutmann Trainingscamp 2011 Lerntipps für einen guten Start ins Studium

2 Seite 2 Was erwartet Sie an der Universität? Was ist neu? Persönliche Lebensumstände Neues soziales Umfeld muss erst aufgebaut werden Teilweise Trennung von bisherigen sozialen Bezügen Häufig stärkere Eigenfinanzierung erforderlich Die große Freiheit Neue Lernwelt Universität : Autonomie/Selbstverantwortung für Lern- und Studienerfolg Höherer Arbeitsaufwand Neue Inhalte / Anforderungen, z.b. Mehr Stoff in kürzerer Zeit zu Beginn oftmals theorielastig Wissenschaftliche Methoden: Veränderte Herangehensweise in bekannten Fächern

3 Seite 3 Was bedeutet selbst-verantwortliches Lernen? Inanspruchnahme von Hilfen, Fragenstellen Lernziele Ausmaß der Vertiefung Lernstrategien Dauer des Lernens Lerntechniken Zeitpunkt Auswahl, Zusammenstellung von Beispielen Pausen,zeitliche Strukturierung Ausmaß an Übung Sequenz der Inhalte Medien Lernort Lernpartner, soziale Aspekte der Lernumgebung

4 Seite 4 In den verschiedenen studentischen Lernsettings können unterschiedliche Lernprobleme auftreten Welche Probleme könnten in den folgenden (Lern)Situationen auftauchen? In der Lehrveranstaltung (Vorlesung, Übung, Tutorium) Im Selbststudium (Vor- und Nachbereitung zuhause) Nach der Klausur

5 Seite 5 In der Lehrveranstaltung (z.b. Vorlesung, Tutorium, Übung) Antipathie ggü. Dozent / Tutor Angst davor Fragen zustellen Niveau des Stoffs: zu schwer/leicht, zu komplex Stoffvermittlung: Zu schnell, nicht gut aufbereitet, frontal, zu undurchsichtig Ablenkung, z.b. durch Laptop, Mitstudenten, I-Phone, etc. Rahmenbedingungen: Ungeeigneter Raum; Uhrzeit; Tag Anwesenheitspflicht: Zeit absitzen Heterogene Lerngruppe

6 Seite 6 Im Selbststudium (Vor- und Nachbereitung zu Hause) Der organisierte Selbstbetrug Wie setze ich richtig Prioritäten? Lernplan: Wie erstellen? Wie einhalten? Pausenmanagement? Ablenkung durch andere, attraktivere (?) Tätigkeiten, z.b. Wohnung putzen, , Telefon Natürliche Bedürfnisse Falsche Einschätzung: Eigene Lerngeschwindigkeit Zeitmanagement: Zu viel/zu wenig Zeit (Ich muss noch nicht anfangen ) Aufschieben (mit guten Argumenten) Bildnachweis: schueler-lernen/schueler-lernen-540x304.jpg Bildnachweis: Bildnachweis:

7 Seite 7 Nach der Prüfung Bei positivem Feedback: weniger Lernen, da Erfolgs- Erlebnis ( sich auf den Lorbeeren ausruhen ) Bei negativem Feedback: Panik vor der nächsten Klausur (sinkendes Selbstvertrauen) Ausgepowert Grenze der Lernpause unklar: evtl. findet man nicht wieder so leicht den Weg in die Lernphase Neuer Lernberg, nachdem man den alten gerade erst verarbeitet hat Bildnachweis:

8 Seite 8 Wo die Probleme liegen Lernprozess (und erfolg) wird von vielen Faktoren beeinflusst Nicht nur in kognitiven Fähigkeiten, sondern vor allem auch in den Bereichen Selbsteinschätzung, Rahmenbedingungen, Lernplanung, Zeitmanagement und Motivation liegen die Probleme, die uns das Lernen erschweren oder sogar daran hindern. Ein erfolgreicher Lernprozess umfasst drei große Bereiche: Der Stoff ist zu schwer, zu wenig Vorwissen, Kognition zu schnelles Tempo Falsche Selbsteinschätzung, Metakognition/ keine Lernplanung, Regulation Prioritäten der Lernziele unklar Angst nach Motivation/ Misserfolg, Zeitmanagement, Ressourcen fehlende Motivation

9 Seite 9 Was das Lernen unterstützt Kognition Kognitive Strategien (Verarbeitung des Lernstoffs)

10 Seite 10 Organisieren z.b. Mindmap, Epitome

11 Seite 11 Zusammenfassen z.b. one-minute-paper

12 Seite 12 Vorwissen aktivieren und neue Infos integrieren Überblick verschaffen, Fragehaltung Ankündigungstexte, Skripte etc. anschauen Unterstützende Fragen: Was weiß ich schon zum Thema? Welche Begriffe/Definitionen etc. kenne ich bereits? Was bedeuten sie? Wo habe ich schon etwas ähnliches gehört/gelesen/gerechnet? Worum könnte es heute gehen? Was könnte schwierig werden? Welche Materialien kann ich nutzen? Was interessiert mich am Thema besonders? Was möchte ich heute unbedingt erfahren?

13 Seite 13 Paraphrasieren z.b. anderen erklären

14 Seite 14 Was das Lernen unterstützt Metakognition/ Regulation Metakognitive Strategien (sich beim Lernen überwachen): Metakognition = Wissen über die eigenen kognitiven Fähigkeiten sowie über die Lernanforderungen und das eigene Lernverhalten

15 Seite 15 Check yourself! Metakognition den Lernprozess reflektieren Lernphase Vor dem Lernen Während des Lernens Nach dem Lernen Fragen an mich selbst Welches Ziel verfolge ich beim Lernen? Was weiß ich bereits zu diesem Thema? Wie viel Zeit brauche ich für diese Aufgabe? Wie gehe ich bei der Aufgabenbearbeitung vor? Wie fange ich bei dieser Aufgabe an? Wie gut komme ich mit der Aufgabe voran? Welche Begriffe kenne ich noch nicht und wie finde ich heraus, was sie bedeuten? Kann ich mein Lernziel erreichen? Wo habe ich noch Schwierigkeiten? Was habe ich noch nicht verstanden? Was sollte ich mir noch einmal genauer anschauen? Habe ich das Gelesene verstanden? Kann ich das Gelesene jemandem kurz erklären? Habe ich so etwas Ähnliches schon mal gelesen/ gesehen /gehört? (Wo und Was?) Habe ich mein Lernziel erreicht? Was muss ich anders machen, um mein Lernziel zu erreichen?

16 Seite 16 Das Aneignen von Lernstoff oder, wie lerne ich in Vorlesungen? Vorbereitung - Ankündigungstexte, Skripte lesen, Kommilitonen fragen - Vorwissen aktivieren (vgl. unterstützende Fragen ) - Fragehaltung Während der Vorlesung - Auf neue Begriffe achten - Strukturierte Mitschriften - wenn möglich one minute paper oder to go massage erstellen - (offene oder weiterführende) Fragen formulieren (und stellen) Nachbereitung - Zusammenfassen in eigenen Worten; anderen erklären - Verbindungen zu anderen Veranstaltungen herstellen - Übungsaufgaben lösen (anwenden!)

17 Seite 17 Das Aneignen von Lernstoff oder, wie löse ich ein Übungsblatt? Sofort nach dem Austeilen der Übungsblätter die Aufgaben anschauen, sie verstehen und darüber nachdenken Analyse der Aufgabenstellung (Begriffe und Eigenschaften klären, Was ist gesucht? Aufgabe verbildlichen, an vergleichbare Aufgaben denken, Aufgabe/Behauptung anzweifeln/ Gegenbeispiel finden) Über die Aufgabe sprechen (Alternativen diskutieren, Gedanken ordnen, Lücken aufdecken) Lösungsweg(e) notieren (sauber, nachvollziehbar, ausformuliert) Lösungen vorrechnen (an der Tafel oder in Lerngruppen)!

18 Seite 18 Mein bestes Lernerlebnis Partnergespräch: Wenn Sie an Ihr bisheriges Lernverhalten denken, welche Lernstrategien haben Sie eingesetzt? Welche haben Ihnen besonders geholfen? 3 Min.

19 Seite 19 Die Formel des Lernerfolges

20 Seite 20 Lernmotivation Motivation/ Ressourcen Alles, was das Lernen in Gang setzt und am Laufen hält...

21 Seite 21 Was ist Motivation? Lateinisch: movere = bewegen Bereitschaft, in einer konkreten Situation eine bestimmte Handlung mit einer bestimmten Intensität bzw. Dauerhaftigkeit auszuführen. Für das Studium von Bedeutung: Lern- und Leistungsmotivation Selbstkonzept

22 Seite 22 Lern- und Leistungsmotivation Selbstkonzept Lernmotivation bezeichnet die Absicht oder Bereitschaft einer Person, bestimmte Inhalte oder Fähigkeiten zu erlernen (vgl. Wild et al., 2001). Leistungsmotivation ist das Bestreben, eine Aufgabe zu meistern, einen Gütemaßstab zu erreichen oder zu übertreffen, Hindernisse zu überwinden, Ausdauer auch bei Misserfolg zu zeigen, nach Erfolg zu streben, sich selbst zu verbessern (Heckhausen, 1965).

23 Seite 23 Lern- und Leistungsmotivation Selbstkonzept Kognitive Komponente: Das Wissen über die eigenen Fähigkeiten, Vorlieben, Überzeugungen und Absichten in verschiedenen (Lern-) Bereichen Emotionale Komponente: Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten Nur wer seine eigenen Stärken und Fähigkeiten kennt und darauf vertraut, dass sie zum Ziel führen (Selbstwirksamkeitserwartung), wird motiviert sein, diese auch einzusetzen.

24 Seite 24 Ressourcen Zeitplanung (lang-, kurzfristig) Arbeitsplatz Arbeits- bzw. Lernzeit Pausenmanagement Usw.

25 Seite 25 Motivationaler Bereich (I) Ziele setzen Übergeordnetes Ziel Teilziele in zeitlicher Reihenfolge Eigenschaften von Zielen SMART : S: Spezifisch: Ziele müssen eindeutig definiert sein M: Messbar: Ziele müssen messbar sein A: Akzeptiert: Ziele müssen von den Empfängern akzeptiert werden/sein R: Realisierbar: Ziele müssen erreichbar sein. T: Terminierbar: zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss. Zusätzlich: Positiv formuliert Möglichst zeitnah

26 Seite 26 Motivationaler Bereich (II) Wie motiviere ich mich konkret beim Lernen? Selbstbelohnung Auch schon für erreichte Teilziele Abhakliste erstellen!! Macht Euch eine Liste von Verstärkern Seid konsequent mit der Belohnung! Fokussierung auf Nutzen Kontrolle der Lernsituation z.b. attraktive Handlungsalternativen bewusst machen und diese einplanen Abwechslung beim Lernen schaffen Themen abwechseln Methoden abwechseln Materialien abwechseln

27 Seite 27 Motivationaler Bereich (III) Umgang mit Fehlern und Misserfolg Fehler und Misserfolg haben einen hohen Informationsgehalt: Effektivität des eigenen Lernens Spezifische Informationen über Wissen, das noch erworben werden muss Neue Lernziele lassen sich unmittelbar daraus ableiten Empfehlenswert ist eine detaillierte Fehleranalyse: Wo genau lag der Fehler? Auf welches Konzept bezieht sich der Fehler? Wie wichtig ist dieses Konzept? Welches grundlegendere Wissen fehlt mir eventuell, um die Aufgabe zu verstehen und zu lösen? Was muss ich tun, um das fehlende Wissen zu erwerben? Wann tue ich es?

28 Seite 28 To go massage Bitte verfassen Sie Ihr eigenes one-minute-paper

29 Seite 29 To go massages

30 Seite 30 Ein paar Tipps zum Weiterlesen (Wie bearbeitet man ein Übungsblatt) Metzig & Schuster (2003). Lernen zu lernen. Berlin: Springer.

31 Seite 31 nach den hoffentlich hilfreichen Ideen wünschen wir Ihnen Kontakt: Dipl.-Päd. Cornelia Gutmann Abteilung Lehr-/Lernforschung Dipl.-Päd. Stefanie Maaß Arbeitsstelle Hochschuldidaktik Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!!

32 Seite 32 Und jetzt

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