Energiewirtschaft. Newsletter 2/2011. Veranstaltungen. 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2012

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1 Veranstaltungen Newsletter 2/2011 Energiewirtschaft. 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2012 Mit Beiträgen von: Quo vadis Europa: Re-Regulierung und Re-Nationalisierung? Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln ab Seite 3 Stadtwerke stehen für die Energiewende bereit Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) Seite 5 Netzumbau braucht bessere wirtschaftliche Anreize Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstandes, N-ERGIE AG Seite 6 Energiewirtschaftliche Beschaffung im Wandel der Zeit Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Seite 9 Dezentrale Energieerzeugung wichtiger Baustein für die Energiewende Dr. Ingo Luge, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG ab Seite 7 Post Kernkraft: Beginnt eine neue Ära der Stromerzeugung? Dr. Michael Süß, Mitglied des Vorstandes, Siemens AG und CEO, Energy Sector ab Seite 10 Branche darf das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH ab Seite 12 Energiewende mit Windkraft, Erdgas und Energieeffizienz bestreiten Anders Eldrup, CEO, DONG Energy A/S ab Seite 14 Haupt-Sponsor: Co-Sponsor: Konzeption und Organisation:

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3 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Quo vadis Europa: Re-Regulierung und Re-Nationalisierung? Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die europäische Energiewirtschaft tief greifend gewandelt: Statt staatlicher beziehungsweise staatlich organisierter Monopole überwiegend hin zu privaten Unternehmen. Statt Tarifvorgaben durch Behörden Preisbildung durch Angebot und Nachfrage. Statt abgeschotteter nationaler Energiemärkte ein zunehmender Austausch von Strom und Gas zwischen den einzelnen EU-Ländern mit Konvergenz bei der Preisbildung. Und auch das Regelwerk für den weiterhin regulierten Netzbereich wird durch die Vorgaben der Europäischen Union zunehmend harmonisiert. Mit der Liberalisierung ist also eine wachsende Europäisierung der Energiewirtschaft einher gegangen. Ihre Ziele sind die Vertiefung der europäischen Integration und die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit durch eine leistungsfähige, effiziente Energieversorgung. Doch in jüngster Zeit scheint der große Schwung der ersten Liberalisierungsjahre erlahmt zu sein. Von einem offenen und integrierten Wettbewerbsmarkt, den sich die Brüsseler Behörde von ihrem 3. Energie-Binnenmarkt-Paket versprach, sind wir noch weit entfernt nach Ansicht des EU-Energiegipfels vom Februar 2011 noch mindestens bis zum Jahre Und auch jenseits der Schaffung eines einheitlichen Binnenmarkts scheinen nationale Egoismen zunehmend die Oberhand über europäische Gemeinsamkeiten zu gewinnen. Denn die europäische Energiepolitik krankt an einem Konstruktionsfehler, der durch den Lissabon-Vertrag nicht beseitigt, sondern explizit fest geschrieben wurde: Der (alleinigen) Zuständigkeit der nationalen Regierungen für die Festlegung des Energiemix. Abgesehen davon, dass qualitative Parameter wie Umweltschutz und Versorgungssicherheit ohnehin vor Grenzen nicht halt machen, sorgt die nunmehr grenzüberschreitende Preisbildung für weitere Wechselwirkungen zwischen nationalen Markteingriffen. Ein gutes Beispiel für die sich daraus ergebenden Ineffizienzen ist die so genannte Energiewende in Deutschland. Mit ihrem Ausstiegsbeschluss hat sich die Bundesregierung von dem Ziel einer gemeinsamen europäischen Energiepolitik wieder entfernt und zugleich über den Großhandelsmarkt für steigende Strom- und CO 2 Preise in Europa gesorgt, die ihrerseits wiederum den Betrieb und den Bau von Kernkraftwerken außerhalb der deutschen Grenzen lohnenswerter machen. Dabei wird die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit durch das zusätzliche Ziel eines klimafreundlichen und dennoch weltweit wettbewerbsfähigen Energiesystems noch weiter verschärft. Denn nur, wenn die Mitgliedstaaten der Union gemeinschaftliche Weichenstellungen vornehmen und in enger Abstimmung die entsprechenden Rahmenbedingungen festlegen, ist es überhaupt vorstellbar, dass eine solche Transformation zu vertretbaren Kosten realisiert werden kann. Doch die Vielzahl von unterschiedlichen und zumeist nicht markt-konformen Fördersystemen zum Beispiel für Erneuerbare Energien untergraben die Grundlagen eines integrierten EU- Binnenmarktes für Energie. Und dabei haben die Mitgliedsländer mit dem europaweit einheitlichen CO 2 Emissionshandel bewiesen, dass sie binnenmarktkonforme Umweltinstrumente einführen können. Inhaltsverzeichnis: Quo vadis Europa: Re-Regulierung und Re-Nationalisierung? Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln Stadtwerke stehen für die Energiewende bereit Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e.v. (VKU)... 5 Netzumbau braucht bessere wirtschaftliche Anreize Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstandes, N-ERGIE AG... 6 Dezentrale Energieerzeugung wichtiger Baustein für die Energiewende Dr. Ingo Luge, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG Energiewirtschaftliche Beschaffung im Wandel der Zeit Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft... 9 Post Kernkraft: Beginnt eine neue Ära der Stromerzeugung? Dr. Michael Süß, CEO, Siemens Energy Sector und Mitglied des Vorstandes, Siemens AG Branche darf das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH Energiewende mit Windkraft, Erdgas und Energieeffizienz bestreiten Anders Eldrup, CEO, DONG Energy A/S Teilnehmerstruktur der 18. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Übersicht der Referenten und Diskutanten der 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Programm zur 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Sponsoren und Aussteller der 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Aktive Teilnahme an der 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Anmeldemöglichkeit zur 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

4 4 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Doch vor der weitergehenden Konsequenz, die Entwicklung des Energiemix solchen europäischen Instrumenten zu überlassen, scheuen sie zurück. Und das, obwohl das Jahrhundertprojekt Transformation der Energieversorgung quasi als Nebeneffekt auch ein Kristallisationspunkt für die weitere europäische Integration sein könnte. Es ist daher nicht erstaunlich, dass EU-Energiekommissar Günther Oettinger kürzlich fast flehentlich gefordert hat: Wir müssen über nationale Märkte hinausdenken. Am Anfang des Projekts Europa stand die Montan-Union. Was wir jetzt benötigen, ist also eine Energie-Union, die weit mehr ist als ein gemeinsamer Markt. In der europäischen Energiepolitik kann man daher durchaus Parallelen zur aktuellen Währungskrise sehen. So haben wir auch dort eine marktbasierte Integration mittels der einheitlichen Währung, der eine unzureichende Vergemeinschaftung der materiellen Politik beispielsweise im Wirtschafts- und Sozialbereich gegenübersteht. Hier wie dort scheinen wir an einem Punkt angelangt, an dem die Widersprüche zwischen Integration und nationaler Souveränität nur über eine mutige, institutionell unterlegte Europäisierung weiterer Kompetenzen aufgelöst werden können zu Lasten nationaler Autonomie. Und ähnlich wie in der Währungskrise kommt Deutschland aufgrund seiner Lage, Größe und Interessenlage auch im Energiebereich eine Schlüsselrolle in diesem Integrationsprojekt zu. Derzeit jedoch wird Deutschland dieser Verantwortung kaum gerecht: So entfernt sich die Bundesrepublik beispielsweise durch den jüngsten Ausstiegsbeschluss oder durch das Fortschreiben des EEG vom Ziel eines gemeinschaftlichen, liberalisierten Energiemarkts in Europa. Statt die Entwicklung eines einheitlichen Ordnungsrahmens für den Transformationsprozess des europäischen Energiesystems zu fördern, trägt also auch Deutschland zur Bekräftigung nationaler Alleingänge in der Energiepolitik bei zu Lasten sowohl des europäischen Projekts als auch der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Welt. K

5 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Stadtwerke stehen für die Energiewende bereit Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) Mit dem im Konsens beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 ist ein wichtiges Signal für den Umbau unseres Energiesystems gesetzt worden. Der Einstieg in ein regenerativ ausgerichtetes Energiesystem der Zukunft muss nun gemeinsam gestaltet werden. Das verlangt die gebündelten Kräfte von Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Oberstes Ziel ist eine bezahlbare, umweltverträgliche und zuverlässige Energieversorgung, denn nur so schaffen wir es, den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu sichern. Vier wesentliche Punkte müssen dabei beachtet werden. 1. Die Zukunft der Energieerzeugung ist dezentral: Mit dem Beschluss zum Ausbau der regenerativen Energieerzeugung sind die Weichen auf dezentralere Erzeugungsstrukturen gestellt worden. Neue Wind-, Biomasse- oder PV-Anlagen werden dezentral entstehen, ergänzt um einige große Offshore-Windparks. Der Ausstiegsbeschluss zur Kernenergie eröffnet zugleich die Chance für einen zügigeren Umbau des Energiesystems und die Flankierung der erneuerbaren Energien durch dezentrale, moderne, flexible Anlagen. Stadtwerke stehen wie kein Zweiter für eine dezentrale Energieversorgung, für den Ausbau der erneuerbaren Energien und für Energieeffizienz. Über 40 % der im Genehmigungsverfahren befindlichen Investitionen fließen in Erzeugungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien. Daneben investieren die kommunalen Unternehmen in klimaschonende und hocheffiziente Erzeugungsanlagen, vor allem auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die den Kunden verbrauchsnah Strom und Wärme zur Verfügung stellen. 2. Verteilnetze sind die Basis auf dem Weg ins Zeitalter der Erneuerbaren: Eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur ist Grundlage für den erfolgreichen Umbau unserer Energiewelt. Um die wachsende Menge an Energie aus erneuerbaren Quellen zu integrieren, darf es keinen einseitigen Fokus auf die Übertragungsnetze geben. Mit der zunehmenden Dezentralität der Energieerzeugung muss vielmehr der Aus- und Umbau der Verteilnetze verstärkt werden. Bereits heute sind 80 % der Erneuerbaren auf der Verteilnetzebene angeschlossen. Noch wird diesem Umstand kein ausreichend hoher Stellenwert beigemessen, obwohl der Modernisierungs- und Investitionsbedarf gerade hier groß sind. Die Verteilnetzbetreiber benötigen ausreichende Investitionsanreize im Regulierungssystem, um die Versorgungsqualität langfristig zu sichern. 3. Energieeffizienzpotenziale müssen ausgeschöpft werden: Zu einem nachhaltigen Energiesystem gehört auch eine effiziente Ressourcennutzung, sowohl bei den Energieproduzenten als auch bei den Verbrauchern. Die Potenziale für mehr Energieeffizienz sind enorm. Kommunale Energieversorger sind schon heute Vorreiter in Sachen Energieeffizienz. Mit dem Ausbau der hoch effizienten gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung tragen sie dazu bei, die Effizienzziele in Deutschland und Europa zu erreichen. In 2009 konnten die Stadtwerke mit ihren KWK-Anlagen zugleich rund 9,8 Millionen Tonnen an Treibhausgasen vermeiden. Auch für die Verbraucher wird eine Vielzahl von Energiedienstleistungen und -effizienzmaßnahmen angeboten, die spezifisch auf den Bedarf von Privat-, Gewerbe- und Industriekunden ausgerichtet ist. 4. Stadtwerke sind Akzeptanzförderer: Die Energiewende wird ohne eine breite und aktive Unterstützung in der Bevölkerung nicht funktionieren. Die viel zitierten Akzeptanzprobleme treten meist dort auf, wo die Bürger nicht frühzeitig in die Planungen von Energieprojekten einbezogen wurden und das Gefühl haben müssen, dass ihre Anliegen nicht ernst genommen werden. Stadtwerke genießen hohes Vertrauen in der Gesellschaft. Sie können die Chancen und Herausforderungen der Energiewende glaubhaft kommunizieren. Sie sind lokal verankert und fördern die gesellschaftliche und finanzielle Teilhabe der Bürger, auch in Form direkter Bürgerbeteiligung. Der Ausbau der dezentralen Erzeugungskapazitäten kommt gleichzeitig der heimischen Wertschöpfung zugute. Das sind Aspekte, die für die Akzeptanz infrastruktureller Energieprojekte von größter Bedeutung sind. Die Energiewende ist ein Gemeinschaftswerk von Politik, Wirtschaft und Bürgern. Das darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Auf dem Weg zu einem dezentralen Energiesystem sind die kommunalen Energieunternehmen ein verlässlicher Partner, der in eine nachhaltige Energieversorgung investiert und aufgrund seiner Nähe zu den Bürgern auf kommunaler Ebene die notwendige Transparenz und Akzeptanz schafft. Für den Übergang in das Zeitalter der Erneuerbaren müssen alle gesellschaftlichen Akteure gleichermaßen engagiert handeln und zugleich die politischen Rahmenbedingungen konsequent und konsistent verbessert werden. K

6 6 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Netzumbau braucht bessere wirtschaftliche Anreize Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstandes, N-ERGIE AG Die doppelte energiepolitische Wende ist parlamentarisch vollzogen. Natürlich könnte man ausführlich über das Wie und die zu erwartenden volkswirtschaftlichen Konsequenzen dieser Wende diskutieren. Statt in einen solchen, politisch wohl eher kontraproduktiven Prozess einzusteigen, sind Energieversorger gut beraten, sich auf die Umsetzung der Wende zu konzentrieren. Am Beispiel der Stromnetze muss allerdings festgestellt werden, dass die bestehenden Rahmenbedingungen nicht ausreichen, um die politischen Zielvorstellungen umzusetzen. Dies zeigt sich insbesondere an mangelhaften Investitionsanreizen und der ungenügenden Anerkennung von Betriebskosten, die aufgrund des Umbaus der Energienetze zusätzlich entstehen. Stromverteilnetze befinden sich angesichts der energiepolitischen Ziele mitten in einem fundamentalen Veränderungsprozess. Gerade in den ländlichen Gebieten im Süden und Norden Deutschlands werden sie für die dynamisch steigende Einspeisung volatiler, regenerativer Energien vollständig umstrukturiert. Allein im km 2 großen Netzgebiet der N-ERGIE beläuft sich die Zahl dezentraler Einspeiser mittlerweile auf etwa mit einer installierten Leistung von fast Megawatt. Dies übertrifft die Jahreshöchstlast im ländlichen Gebiet um 25 %. Die Investitionen in das Verteilnetz zur Integration dieser Anlagen haben sich von 2007 bis 2010 verdreizehnfacht. Und auch die Betriebskosten sind unmittelbar aufgrund der dezentralen Einspeisezunahme stark angestiegen, beispielsweise durch personelle Zusatzkapazitäten und Zusatzaufwand im Unterhalt. In den Ballungszentren stehen durch Elektromobilität, Einbaupflichten für intelligente Messsysteme u. Ä. ebenfalls strukturelle Veränderungen und finanzielle Herausforderungen bevor wenn auch zeitverzögert. Die derzeitige Ausprägung der Anreizregulierung unterstützt diesen Umbauprozess nicht in angemessener Form. Nachdem der Netzumbau wie gezeigt in erheblichem Umfang Investitionen erfordert, ist dies besonders im Bereich der Kapitalverzinsung problematisch. Deutschland liegt mit einem von der Bundesnetzagentur festgelegten Eigenkapital-Zinssatz vor Körperschaftsteuer von 9,29 % bei Neuanlagen und 7,56 % bei Altanlagen objektiv im unteren europäischen Drittel. Nach dem jüngst veröffentlichten Gutachten der NERA Economic Consulting wäre ein Eigenkapital-Zinssatz von 11,6 % für Neu- bzw. 9,6 % für Altanlagen sachgerecht. Bei den Wagniszuschlägen belegt Deutschland mit 3,6 % einen der beiden Abstiegsplätze und ist damit nach dem gleichen NERA-Gutachten gute 2 % von einem sachgerechten Niveau entfernt. Damit nicht genug: Deutschland gehört zu nur drei Ländern in Europa, in denen die Erreichbarkeit dieser Kapitalverzinsung nicht einmal ermöglicht wird. Neben Rechenfehlern im Bereich der kalkulatorischen Gewerbesteuer, zu niedrigen Fremdkapital-Zinssätzen und anderen Mängeln, verhindert vor allem der teilweise bis zu sieben Jahre umfassende Zeitverzug bis zum ersten Erlösrückfluss einer Investition kapitalmarktkonforme Renditen. Die von der Bundesnetzagentur gerne als Gegenbeleg hervorgehobene umfassende Investitionstätigkeit der Netzbetreiber ist sicher nicht der Kapitalrendite, sondern vielmehr dem gesetzlichen Anschluss- und Ausbauzwang geschuldet. Eine nüchterne Analyse der Daten würde zeigen, dass die frei entscheidbaren Netzinvestitionen deutlich rückläufig sind. Und auch der modifizierte Erweiterungsfaktor behebt das Problem nicht. Zugegeben: Der Erweiterungsfaktor kann sicherlich als Zeichen der Politik und der Bundesnetzagentur anerkannt werden, den Umbaubedarf auch und gerade im Verteilnetz verstanden zu haben. Trotzdem ist er in seiner heutigen Ausprägung ebenfalls Korrektur bedürftig. Bei der N-ERGIE deckt der Erweiterungsfaktor nur etwa 70 % der Mehrkosten ab. Und er vermag in seiner derzeitigen Konstruktion zum Beispiel den durch Repowering oder Eigentümerwechsel bei dezentralen Erzeugungsanlagen zukünftig entstehenden Mehraufwand nicht abzubilden. Schließlich sind im Stromverteilnetz perspektivisch neue Technologien erforderlich, um die für die zukünftige Versorgungswelt notwendige Flexibilität zu erhalten. Der zur Entwicklung und Praxiserprobung dieser Technologien entstehende Aufwand wird im gegenwärtigen System der Anreizregulierung weder anerkannt noch finanziell angereizt. Auf absehbare Zeit werden Netzbetreiber daher die zumindest volkswirtschaftlich fragwürdige Kupferplatte produzieren unter den vorgenannten, ungenügenden Rahmenbedingungen. Energieversorger sind gut beraten, sich auf die Umsetzung der Wende zu konzentrieren. Die Politik und die Bundesnetzagentur sind aufgefordert, die wirtschaftlich-rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen! K

7 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Dezentrale Energieerzeugung wichtiger Baustein für die Energiewende Dr. Ingo Luge, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG Mit dem Energiewende-Gesetzespaket hat die Bundesregierung den Weg für eine Energiewelt der Zukunft eingeläutet. Doch wie wird diese Energiewelt aussehen? Klar ist, unser Land hat die Weichen in Richtung einer überwiegend regenerativen Energieversorgung gestellt. Trend zur dezentralen Erzeugung Mit der Entscheidung für mehr Erneuerbare Energie wird zugleich der Trend hin zu einer immer stärkeren dezentralen Energieversorgung intensiviert. Und das ist gut so: Denn dezentrale Erzeugung macht unsere Kunden selbst zu Besitzern kleiner Kraftwerke und eröffnet für Energiedienstleister neue Märkte für innovative Produkte und Dienstleistungen, die über die reine Belieferung mit Strom und Gas weit hinaus reichen. Diese Chance wollen und werden wir nutzen. E.ON setzt seit Jahren schon auf die Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik, die gerade auch für kleine Anlagen gut geeignet ist. In Deutschland betreiben wir mehrere hundert solcher KWK-Anlagen in verschiedenen Größen, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Sie nutzen den Brennstoff, heute zumeist Erdgas oder Bioerdgas, äußerst effizient aus, mit Wirkungsgraden von bis zu 90 %. Insgesamt haben wir Kleinkraftwerke mit einer Leistung von zusammen rund Megawatt am Netz, und wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt: Wir wollen in Deutschland bis 2015 rund kleinere KWK-Anlagen neu aufstellen. Nach größeren Wohngebäuden und Industriebetrieben können jetzt auch Ein- und Zweifamilienhäuser von dieser Technik profitieren. Die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik hat inzwischen Marktreife erreicht und kann zur energetischen Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern genutzt werden. Diese Strom erzeugenden Heizungen haben eine elektrische Leistung in der Regel um ein Kilowatt, werden mit Erdgas beheizt und sind teilweise nicht größer als eine Waschmaschine. Seit Juli dieses Jahres fördert E.ON Mikro- Kraft-Wärme-Kopplung in Eigenheimen mit Euro Zuschuss. Offshore-Wind: Wichtiger Baustein für die Energiewende Ein weiterer zentraler Pfeiler der Energieerzeugung sind in Zukunft große Windparks in Nord- und Ostsee. Nach den politischen Zielvorgaben sollen bis 2020 rund Megawatt Erzeugungskapazität aus Windkraft vor den Küsten Deutschlands errichtet werden. E.ON hat sich heute schon zu einem führenden Unternehmen für Offshore- Windparks entwickelt. Jedes zweite Windrad, das weltweit im vergangenen Jahr auf dem Meer errichtet wurde, hat E.ON aufgestellt. Denn wir glauben, dass gerade die Offshore-Windkraft eine vielversprechende Technologie unter den Erneuerbaren ist. Wir betreiben heute in Europa vier solcher Windparks auf dem Meer. Und in Deutschland zählen wir als Partner beim Pilotprojekt Alpha Ventus zu den Pionieren der Offshore-Windkraft. Derzeit laufen die Planungsarbeiten für weitere Windparks vor den deutschen Küsten, zum Beispiel für das Projekt Amrum Bank West in der deutschen Nordsee. Stabiles System: Nur mit einem Mix aus dezentraler und zentraler Erzeugung Man darf bei der Diskussion um Erneuerbare und die Energiewende natürlich auch nicht vergessen: Allein mit dezentralen Erneuerbaren Energien wird sich die Energieversorgung in Deutschland zumindest mittelfristig nicht sichern lassen. Für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung sind auf absehbare Zeit auch konventionelle Kraftwerke nötig, um die schwankende Einspeisung aus Erneuerbaren auszugleichen und zu ergänzen und das sicher länger als nur ein paar Jahre. Im bayerischen Irsching haben wir vor kurzem das effizienteste Gasund Dampfkraftwerk mit einem Rekord-Wirkungsgrad von mehr als 60 % bei der Stromerzeugung eingeweiht. Auch das ist ein Stück Energiewende. Denn die Anlage ist gut zu regeln und damit ideal geeignet, als Schattenkraftwerk schwankende Einspeisung aus Wind und Sonne auszugleichen. Kraftwerke, die schnell und flexibel auf Schwankungen reagieren können, sind aber nur eine Herausforderung, vor der wir stehen. Genauso wichtig ist es, dass unsere Netze leistungsfähiger werden, damit die Stromversorgung in Deutschland sicher und zuverlässig bleibt. Regionalen Transport und Verteilnetzen kommt eine wichtige Aufgabe zu Dabei konzentriert sich die politische und öffentliche Diskussion stark auf die Übertragungsnetze eine sehr einseitige Betrachtungsweise. Denn auch die regionalen Transport- und Verteilnetze dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Diesen Netzen kommt bei der Energiewende eine besondere Bedeutung zu. E.ON betreibt in Deutschland mehr als Kilometer Verteilnetze, und versorgt so insgesamt rund 8 Millionen Kunden. Und in diesen Netzen erleben wir derzeit einen Paradigmenwechsel.

8 8 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Denn wenn wir von dezentraler Stromerzeugung sprechen, dann findet genau diese in den Ortsnetzen statt. Inzwischen sind in Deutschland mehr als zwei Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als Megawatt am Netz. Das ist immerhin mehr als 10 % der gesamten in Deutschland installierten Kapazität zur Stromerzeugung. Allein in Bayern haben wir z. B. im vergangenen Jahr im Durchschnitt an jedem Arbeitstag 200 Anlagen an unser Netz angeschlossen. In manchen Orten in unserem Netzgebiet ist die produzierte maximale Einspeiselast inzwischen um ein Vielfaches höher als die maximale Verbrauchlast. Dieser Herausforderung begegnen wir mit einem Ausbau der Netze mit konventioneller Technik, jedoch dürfen wir an dieser Stelle in Zukunft nicht mehr nur in Kupfer investieren. Gerade die Einspeisung von Strom aus kleinen Anlagen kann auf diese Weise nicht beliebig wachsen, solange sie ungesteuert erfolgt. Deshalb müssen wir unsere Netze in die Lage versetzen, die zunehmende Stromeinspeisung aus den Haushalten aktiv zu managen. Das gelingt nur mit einer intelligenten Steuerung in einem Smart Grid, mit der wir eine große Anzahl dezentraler Anlagen auch in einem Energiesystem der Zukunft sicher betreiben und für minimale Ausfallzeiten sorgen können. Die Energiewelt der Zukunft ist keine Vision mehr. Wir sind längst auf dem Weg. Die wichtigsten Bausteine sind ein Nebeneinander von dezentraler und klassischer Erzeugung, einer konsequenten Netzausbauplanung und intelligenter Steuerung. E.ON wird einen wesentlichen Beitrag leisten, damit effiziente und umweltfreundliche dezentrale Lösungen die Energiewelt prägen können. K

9 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Energiewirtschaftliche Beschaffung im Wandel der Zeit Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte in Europa hat im letzten Jahrzehnt das Wettbewerbsumfeld von Energieversorgern in Bewegung gebracht. In der Folge entstanden immer mehr liquide Handelsplätze für Energieprodukte (Strom, Gas, CO 2 ) sowohl im Spotals auch im Terminmarkt. Hierdurch können seit Beginn der Liberalisierung insbesondere die großen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) umfangreich finanzielle und physische Transaktionen auf den Over the Counter (OTC) Markt und auch an den Börsen abschließen, um ihre Preis- und Mengenrisiken zu steuern. In zunehmendem Maße treten auch mittlere und kleinere EVUs aufgrund des Drucks auf die Absatzpreise sowie der Flexibilisierung der nachgefragten Produktlandschaft gerade im Geschäftskundensegment auf diesen Märkten auf. Hierdurch können sie sich im Wettbewerb behaupten. Im Rahmen der Umsetzung des Marktzugangs müssen Unternehmen eine Vielzahl von Herausforderungen meistern, wie z. B. Entwicklung einer aktiveren Beschaffungsstrategie. So treten die längerfristig vereinbarten Lieferkontrakte mit Vollversorgungscharakter immer mehr in den Hintergrund und EVUs entscheiden sich für eine strukturierte Energiemengenbeschaffung. Die gemeinsame Steuerung der Beschaffungs- und Absatzposition des Unternehmens wird im Allgemeinen im Portfoliomanagement zusammengefasst. Kleinere und mittlere EVUs gehen dabei in der Regel vertriebsgetrieben vor. Das heißt, Transaktionen am Markt werden vornehmlich vor dem Hintergrund abgeschlossen, Vertriebspositionen durch Handels- und Beschaffungspositionen abzusichern. Die physische Erfüllung der Transaktionen steht im Fokus. Spekulative Eigenhandelsgeschäfte sind meist von untergeordneter Bedeutung und werden oft nur von großen EVUs abgeschlossen. Um jedoch im Portfoliomanagement die Chancen dieser proaktiven Herangehensweise an die Energiemengenbeschaffung zu nutzen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu identifizieren und zu minimieren, bedarf es neben einer funktionierenden Aufbau- und Ablauforganisation vor allem einer leistungsfähigen, integrierbaren IT- und Prozesslandschaft. Kennzeichnend für Energieversorger ist der Bedarf an IT-Unterstützung speziell für das Portfoliomanagement. Hierbei ist eine wesentliche Anforderung, dass die Systeme nicht nur eine Commodity (z. B. Strom), sondern alle Commodities des Unternehmens unterstützen. Hierunter fallen neben Gas als Vertriebsprodukt und im zunehmenden Maße auch Produktionsfaktor auch die anderen Einsatzstoffe in der Erzeugung (Kohle, Emissionsrechte, Öl). Die vor- und nachgelagerten Bereiche wie Energiedatenmanagement, Vertriebslastprognosen, Bilanzkreismanagement, Abrechnung und Risikocontrolling sollten ebenfalls durch die IT-Lösung abgedeckt oder über Schnittstellen eingebunden werden. PwC hat die wesentlichen Systemanbieter am deutschsprachigen Markt analysiert und dazu eine Studie IT-Lösungen für das Portfoliomanagement in der Energiewirtschaft veröffentlicht. Es wurden neben dem Funktionsumfang die dahinterliegenden Architekturen sowie die Unternehmen selbst gegenübergestellt. Der daraus resultierende Marktüberblick ist als Orientierungshilfe für die Einführung einer Portfoliomanagementlösung gedacht. Die Studie hat gezeigt, dass es nicht das Portfoliomanagementsystem im Sinne von one fits all gibt. Dafür sind die Beschaffungsstrategien der Unternehmen sowie die Historien der Softwarehersteller und damit verbunden die funktionalen Ausprägungen deren Portfoliomanagementsystemlösungen zu unterschiedlich. Es konnten jedoch den Produkten unterschiedliche Einsatzbereiche zugeordnet werden, die eine Vorauswahl vereinfachen. Die Installation von intelligenten Zählern beim Kunden wird seitens der EVUs forciert aktuell vornehmlich noch in Pilotprojekten oder als Kundenbindungsmaßnahme. Dabei ist das Smart Metering als ein erster Schritt zu einer viel umfassenderen mittel- bis langfristigen Neuorganisation des Energiemarktes zu sehen Smart Energy. Smart Energy ist dabei zu verstehen als eine Vernetzung energiewirtschaftlicher Komponenten und damit der Wertschöpfungsstufen über alle Commodities. Aktiv steuerbare Energienetze (Smart Grids), die Elektromobilität, innovative Verfahren im Kontext von Energiespeicherkapazitäten und einer gesteuerten Energieumwandlung (z. B. Power-to-Gas), die Erwartungshaltung an flexiblere Produktgestaltungen aufgrund der zunehmenden Liquidität im Energiemarkt, eine stetig steigende dezentralere Energieerzeugung und nicht zuletzt die geänderte Versorgungssituation durch den beschlossenen Atomausstieg in Deutschland werden die Energieversorgungsunternehmen gerade auch in deren Energiebeschaffungsmanagement in Zukunft vor ganz neue Herausforderungen stellen. Dabei sehen wir die Unternehmen im Vorteil, die bereits jetzt durch eine integrierte IT- und Prozesslandschaft im Umfeld der Energiemengenbeschaffung gut aufgestellt sind. Ein Portfoliomanagementsystem bildet dabei einen wichtigen Baustein. K

10 10 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Post Kernkraft: Beginnt eine neue Ära der Stromerzeugung? Dr. Michael Süß, Mitglied des Vorstandes, Siemens AG und CEO, Energy Sector Flexibilität als Antwort Europas Energielandkarte ändert sich. Auch in Deutschland nimmt das historisch gewachsene Energiesystem fast täglich eine neue Gestalt an. Die Kernfrage aber ist nach wie vor unbeantwortet: Wie lassen sich Klimaziele und Wirtschaftlichkeit einer Energieversorgung in Einklang bringen? Soviel steht fest: Der Anteil Erneuerbarer Energien wird weiter zunehmen. Der Weg dorthin führt nur über mehr Flexibilität im Netz und die Investition in moderne fossile Kraftwerke. Bei aller Unterschiedlichkeit im Bezug auf Ressourcen und wirtschaftlicher Entwicklung stellen sich für alle Länder immer vier Herausforderungen: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Ressourceneffizienz und Klimaschutz. Stehen diese vier Punkte in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, kann man von einem nachhaltigen Energiesystem sprechen. Der Weg dahin führt über technische Innovationen, insbesondere in drei entscheidenden Bereichen: Erstens bei der Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien. Hier kommt es künftig mehr denn je darauf an, die Technik mittels Industriestandards im Vergleich zu herkömmlicher Kraftwerkstechnik wirtschaftlich konkurrenzfähig zu machen. Zweitens bei den Stromnetzen. Hier liegt der künftige Schwerpunkt auf der Entwicklung effizienter Netzanschlüsse für die Erneuerbaren Energien sowie effizienter Übertragungsnetze. Aber auch dem Ausbau intelligenter Verteilnetze, die den Zubau kleiner Stromerzeugungseinheiten Blackout-sicher integrieren können, kommt große Bedeutung zu. Der dritte Punkt ist die Weiterentwicklung der Technik bei fossil befeuerten Kraftwerken, insbesondere im Hinblick auf ihre Effizienz und Flexibilität. Ausbau Erneuerbarer Energien Heute stammt der weltweit produzierte Strom zu 68 % aus fossilen Energieträgern. An diesem hohen Anteil wird sich auch in absehbarer Zeit nur wenig ändern. Auch in 20 Jahren werden, trotz des enormen Zubaus von Erneuerbaren Energien, fossile Energieträger vor allem in den aufstrebenden Ländern Asiens weiterhin das Rückgrat des Energie-Mixes (mit ca. 58 % Anteil) bilden. Wind- und Sonnenenergie gewinnen allerdings immer mehr an Bedeutung. Bis 2030 steigt der Anteil Erneuerbarer Energien an der gesamten Stromproduktion nach aktuellen Prognosen von derzeit weltweit 3 auf bis zu 17 % an. Eine Herausforderung dabei ist, die stark fluktuierende, dezentrale Einspeisung der Erneuerbaren Energien in das Stromnetz auszugleichen. Daher wird in Ländern mit einem hohen Anteil dezentraler Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien ein Netz aus flexiblen, schnell startbaren Kraftwerken immer wichtiger. Nur so lässt sich Netzstabilität garantieren. Eine Lösung: Leistungsstarke und effiziente GuD-Kraftwerke Zum Ausgleich der fluktuierenden Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien ins Netz sind ressourcen- und klimaschonende Gasund Dampfturbinenkraftwerke (GuD) die erste Wahl. Die Gründe hierfür liegen in ihrer Flexibilität und Effizienz. Allein der Wirkungsgrad hat sich bei GuD-Kraftwerken sprunghaft verbessert. Lag er 1992 noch bei 52 %, konnte er innerhalb einer Dekade auf 58 % gesteigert werden. Ganz neue Maßstäbe setzt das GuD-Kraftwerk Irsching in der Nähe von Ingolstadt. Weltrekord im Wirkungsgrad Vor über zehn Jahren begann Siemens mit der Entwicklung einer neuen Gasturbinengeneration. Sie sollte zugleich hocheffizient, leistungsstark, schnell startbar und an individuellen Orten einsetzbar sein. Das Ergebnis ist die Siemens Gasturbine SGT5-8000H. Luftgekühlt, und damit für nahezu alle Standorte weltweit geeignet, entfaltet diese Turbine nicht nur eine gewaltige Kraft, sondern ist für einen Effizienzweltrekord im kombinierten Gas- und Dampfturbinenbetrieb ausgelegt. Von Anfang an hat sie Kraftwerksgeschichte geschrieben: Mit einer Leistung von 375 Megawatt (MW) ist sie die leistungsstärkste Gasturbine der Welt und mit einem Wirkungsgrad von 60,75 % im kombinierten Betrieb eröffnet die SGT5-8000H eine neue Dimension bei der Stromerzeugung mit Gas. In weniger als 30 Minuten ist die Anlage auf Volllast hochgefahren, genauso wie sie in weniger als 30 Minuten wieder heruntergefahren werden kann. Diese Flexibilität wird immer mehr zur Voraussetzung für einen optimalen

11 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Ausgleich zu den Erneuerbaren Energien. GuD-Kraftwerke sind dazu weitaus klimaschonender als herkömmliche Kraftwerke. Sie emittieren weniger als ein Drittel CO 2 der momentan existierenden Kohlekraftwerksflotte bei vergleichbarem Output. Die Zukunft der Kraftwerkstechnik: Schnell flexibel wirtschaftlich Bei aller Unterschiedlichkeit der verfügbaren Ressourcen, des wirtschaftlich Machbaren und der energiepolitischen Überzeugungen in den Ländern dieser Welt: Technologie und Innovation werden die entscheidenden Schlüssel für eine Weiterentwicklung der Energiesysteme sein, zum Wohle der Menschen und für eine nachhaltige und wirtschaftlich stabile Zukunft auf dieser Erde. K GuD-Kraftwerke spielen auf dem Weg in ein nachhaltiges Energiesystem eine immer größere Rolle. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass der Anteil Erneuerbarer Energien im Mix kontinuierlich ausgebaut werden kann. Dank ihrer Flexibilität und Effizienz schließen sie die Lücke zwischen Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz auf der einen und Versorgungssicherheit auf der anderen Seite.

12 12 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Branche darf das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH, Aachen Über eine der zentralen Herausforderungen besteht Einigkeit: Die Energieerzeugung der Zukunft ist erneuerbar, doch um dieses Ziel zu erreichen, muss sich auch die Energiewirtschaft erneuern. Ende Juli 2011 unterzeichnete Bundespräsident Christian Wulff das Ausstiegsgesetz aus der Nutzung der Kernenergie und die Begleitgesetze zur Energiewende. Zugleich definierte das Bundeswirtschaftsministerium, dass man davon ausgehe, dass zum Ersatz der Atomkraftwerke rund 10 Gigawatt Gaskraftwerke nötig seien. Ein frommer Wunsch. Denn die Energiewirtschaft wird die neuen Gasturbinen oder auch GuD-Kraftwerke im derzeitigen Marktumfeld kaum bauen können, weil sie sich bei den aktuellen Strompreisen schlicht nicht rechnen. Das alte Marktdesign der Merit Order auf Basis der sogenannten Grenzkostenpreisbildung stößt in der von den Erneuerbaren Energien geprägten Gegenwart an seine Grenzen, die Märkte geben den Investoren keine Impulse mehr, neue Kraftwerke zu bauen. Und das, obwohl diese nach Einschätzung aller vom BUND bis zur Bundesregierung nötig sind. Der bis auf die Höhe der Fördersätze weiterhin aus Sicht der Systemstabilität und Versorgungssicherheit ungeregelte Ausbau der Erneuerbaren Energien hat zu einer paradoxen Situation geführt. Einerseits erfordern die Erneuerbaren Energien modernste, hochflexible Kraftwerke, um die volatile Einspeisung abzudecken, andererseits senkt der zum Grenzkostenpreis nahe Null vorrangig in die Netze eingespeiste Wind- und Solarstrom den Strompreis an der Leipziger Strombörse EEX so deutlich, dass Neuinvestitionen wirtschaftlich unrentabel sind. Der ausschließlich unter Leistungsaspekten betrachtet ausreichend dimensionierte deutsche Kraftwerkspark kaschiert das Problem. Alte, abgeschriebene Kraftwerke mit schlechten Wirkungsgraden, hohem Primärenergieverbrauch und entsprechend großen Schadstofffrachten werden bis auf weiteres die abzuschaltenden Kernkraftwerke ersetzen. Dabei decken sie mehr schlecht als recht die stark schwankende Residuallast in Schwachwindphasen und Mittagssonne ab. Und auch die gerade im Bau befindliche vom Papier her hochflexible Kohle-Kraftwerksgeneration wird möglicherweise auf Jahre hinaus ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Neun der zehn im Bau befindlichen Kraftwerke haben T24-Stahl verbaut, ein Stahl, der in Duisburg-Walsum und Boxberg den Umbau der Kessel mit langen Verzögerungen nötig macht, aber auch in Hamburg und Wilhelmshaven für Bauverzögerungen sorgt. Die Politik hat das Problem erkannt. Um den Kraftwerksneubau zu befeuern, plant sie für kleinere Marktteilnehmer ein Investitions- Förderprogramm. Zugleich hat die Diskussion um ein neues Marktdesign, um Kapazitätsmärkte begonnen. Noch ist die Debatte allerdings am Anfang, noch gibt es nicht einmal Einigkeit darüber, wie der Begriff Kapazitätsmarkt überhaupt genau zu deuten ist. Grundsätzlich geht es bei den Kapazitätsmärkten darum, dass nicht allein die produzierte Strommenge vergütet wird, sondern dass schon das Bereiststellen von Erzeugungskapazitäten, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann, honoriert wird. Eine erste Spielart eines Kapazitätsmarkt könnten die Verhandlungen zur sogenannten Kaltreserve bringen, die eine Reihe Energieversorger durch die Reaktivierung von eigentlich ausgemusterten Kraftwerken im kommenden Winter bereitstellen wird. Die Zeche soll der Verbraucher über die Netzentgelte zahlen, so der Chef der BNetzA Matthias Kurth. Aber die Kaltreserve, die sich aus zum Teil einem halbem Jahrhundert alten Kraftwerken speisen soll, kann aus Gesichtspunkten des Umwelt- und Klimaschutzes kein nachhaltig tragfähiges Vorbild für Kapazitätsmärkte sein. Wie genau nun könnte ein solches neues Marktdesign aussehen? Eine Reihe Fragen, die es zu beantworten gilt, liegen auf der Hand: Nicht zuletzt muss beantwortet werden, wer Herr des Verfahrens wird und wer Bedarf und Regeln des Kapazitätsmarktes festlegt. Welche Erzeugungskapazitäten dürfen am Markt teilhaben, wird es Vorgaben für Wirkungsgrade und Schadstoffausstoß geben und wie entsteht eine marktgerechte Preisbildung im Kapazitätsmarkt? Fragen über Fragen, die Antwort gilt es im Diskurs zu finden. Dass die Wochenzeitung Die Zeit zehn Tage nach Wulfs Unterzeichnung des Atomausstiegs den Staat zum Eingreifen im Energiemarkt auffordert, ist ein Signal. Zeit-Autor Fritz Vorholz schreibt, es gehe darum, den Staat zu stärken, ohne die Stromindustrie zu verstaatlichen. Es geht darum, die Schwächen des Marktes auszugleichen, ohne in die Planwirtschaft zu verfallen. Wenn die Energiewende wirklich gelingen soll, dann muss der Staat mehr als bisher in den Stromsektor hineinregieren. Aber was kann und was sollte die Branche tun, bis der Staat sich Wege überlegt hat, ein nur noch mit altersschwachen Kaltreserven funktionierendes System mit neuen Regulierungen zu beleben? Den Kopf in den Sand zu stecken ist eben sowenig zielführend wie Sand in den Kopf zu stecken, wie Lothar Matthäus es formulieren würde. Nein, es gilt sich nicht nur auf die zukünftig neu regulierten Märkte vorzubereiten, sondern sie mit zu gestalten. Die Herausforderungen

13 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ liegen auf der Hand, der Bau neuer flexibler Kraftwerke und Stromspeicher, Investitionen in Kraft-Wärme-Kopplung und natürlich auch in Erneuerbarer Energien. Heute müssen die Voraussetzungen auf planerischer Ebene geschaffen werden, um die Energiewende aktiv zu begleiten. Stadtwerke stehen dabei an vorderster Linie. Sie planen Investitionen in Wärmenetze und Speicherkraftwerke. An Rhein und Ruhr sind ein halbes Dutzend Gaskraftwerke kommunaler Versorger in Vorbereitung oder, wie das Kraftwerk der Kölner Rheinenergie, bereits genehmigt. Die Initiierung und Beteiligung an Windund Solarparks ist inzwischen geübte Praxis kommunaler Versorger. Die Gesellschafter der Trianel gehen dabei mit an der Spitze. Der Baubeginn des ersten kommunalen Offshore-Windparks Trianel Borkum West Anfang September, die Entscheidung zur Entwicklung großer Wasserspeicherkraftwerke, die geplante Investition in ein bis zu 1200 Megawatt großes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Chemiepark Krefeld-Uerdingen sind mehr als nur symbolische Handlungen. Das Trianel Netzwerk steht bereit, in den kommenden Jahren mehr als zwei Milliarden Euro in die Energiewende zu investieren und sie damit mit zu gestalten. Entscheidend ist es, die Investitionsoptionen jetzt auf Kiel zu legen, um zum rechten Zeitpunkt aus einer Vielzahl an Möglichkeiten auswählen zu können. Denn wenn die Politik sich erst einmal für Markt-Modelle oder auch Förderrichtlinien entschieden und damit verlässlichere Investitionsbedingungen geschaffen hat, sollte entschieden gehandelt werden. Und bei allen, aufgrund staatlicher Vorgaben der Vergangenheit, unabdingbaren staatlichen Eingriffen in Gegenwart und Zukunft das Heft des Handels sollte sich die Branche keinesfalls aus der Hand nehmen lassen. K Impressum: Handelsblatt Veranstaltungen c/o EUROFORUM Prinzenallee Düsseldorf V.i.S.d.P. Dipl.-Volkswirtin Christina Sternitzke Mitglied der Geschäftsleitung EUROFORUM Deutschland SE Telefon: +49. (0)

14 14 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Energiewende mit Windkraft, Erdgas und Energieeffizienz bestreiten Anders Eldrup, CEO, DONG Energy A/S Der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland beeinflusst die Energiewirtschaft nachhaltig, nicht nur innerhalb des Landes, sondern europaweit. Die Entwicklung hin zu einer neuen Ära in der Stromerzeugung hat jedoch bereits früher begonnen auch in unserem Unternehmen: Als einer der führenden Energieversorger in Nordwesteuropa, der auch in Deutschland seit Jahren aktiv ist, investieren wir schon lange in neue nachhaltige Energietechnologien, um Energie klimafreundlicher bereitzustellen. Mit unserer 85/15 -Strategie haben wir uns 2009 das Ziel gesetzt, bis 2040 den CO 2 -Ausstoß pro erzeugte Energieeinheit in der Stromund Wärmeerzeugung auf 15 % des Niveaus von 2006 zu verringern. Damit zählen wir unter den großen Energiekonzernen zu den Vorreitern auf dem Weg in eine kohlenstoffarme Zukunft. Zum Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir allein im Bereich Offshore- Wind neue Windparks mit einer Gesamtleistung von MW in der Planung. Ebenso stehen die Nutzung des umweltfreundlichen Energieträgers Erdgas sowie die konsequente Steigerung der Energieeffizienz im Zentrum unserer Unternehmensstrategie. Es sind gleichzeitig diese drei entscheidenden Faktoren, die auch in Deutschland zu einem erfolgreichen Energiewandel beitragen werden. Zuverlässige Energieversorgung mit Erdgas Erdgas setzt bei gleicher Energieleistung 25 bis 30 % weniger CO 2 frei als Öl und sogar 40 bis 50 % weniger als Kohle. Gleichzeitig ist Erdgas ein sehr flexibler Energieträger. In hochmodernen, erdgasbefeuerten Kraftwerken lässt sich die Stromerzeugung je nach Bedarf des Marktes und der erzeugten Menge an erneuerbarer Energie zeitnah erhöhen beziehungsweise reduzieren. Damit bietet sich Erdgas während des Ausbaus der erneuerbaren Energien klar als ergänzender Energieträger an und sichert so die erforderliche Stabilität in der Energieversorgung. DONG Energy verfügt über ein großes Erdgasportfolio. So stammen 30 % unseres Erdgasbedarfs aus eigener Exploration. Zusätzlich bestehen langfristige Lieferverträge, Erdgasspeicher und LNG-Aktivitäten, die es uns ermöglichen, unsere Kunden flexibel und zuverlässig zu versorgen. Beispielsweise sind wir an dem im Herbst 2011 gestartetem LNG-Terminal in Rotterdam in den Niederlanden beteiligt. Diese Position erlaubt es uns, Flüssigerdgas aus weit entlegenen Regionen der Welt zu importieren und über das niederländische Pipeline- System unter anderem auch nach Deutschland weiterzuleiten. Mehr Windenergie Große Energie-Konzerne haben bereits damit begonnen, ihre Windaktivitäten in Deutschland zu entwickeln, da es im Zuge der Energiewende zu einem attraktiven Investitionsplatz geworden ist. Auch auf europäischer Ebene gelten Investitionen in Windkraft laut einer Studie des europäischen Dachverbandes der Windenergiebranche (EWEA) als lohnenswert. Zwischen 2010 und 2020 werden demnach die jährlichen Investitionen in Windkraft in der Europäischen Union von 12,7 auf 26,6 Milliarden Euro steigen soll die jährliche Produktionskapazität der Windenergieanlagen 15,7 % des EU-Strombedarfs decken. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil bei 5,3 %. Auch DONG Energy sieht in Deutschland einen sehr wichtigen Energiemarkt, in dem wir uns strategisch weiterentwickeln und eine starke Marktposition erreichen wollen. Schon heute sind wir Marktführer beim Errichten und Betreiben von Offshore-Windkraftanlagen. In Deutschland starten wir 2013 einen solchen Offshore Windpark vor der Nordseeinsel Borkum-Riffgrund, mit dem sich CO 2 -neutraler Strom für den Energiebedarf von ungefähr deutschen Haushalten erzeugen lässt. Hierfür investieren wir 1,25 Milliarden Euro. Wichtige Rolle der Stadtwerke bei der Verbesserung der Energieeffizienz Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energie plant Deutschland EU-weit eine Vorreiterrolle in puncto Energieeffizienz einzunehmen, was Gebäude, Heizanlagen, Fertigung und Energiemanagement in Gewerbe und Industrie angeht. Eines der Ziele besteht zum Beispiel darin, den Gebäudeheizbedarfs bis 2020 um 20 % zu senken unterstützt durch ein entsprechendes Förderprogramm. Diese Maßnahmen werden die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich der Energieeinsparung steigern. Lokale Energieversorger, also Stadtwerke, übernehmen daher eine wichtige Rolle, um die Energieeffizienzziele der Bundesregierung zu erreichen.

15 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ DONG Energy berät die kommunalen Energieversorger und hat zur Umstellung der Energieversorgung ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt: Klimapartnerschaften sollen einen Rahmen für das Erreichen ambitionierter Reduktionsziele und den gezielten Ausbau erneuerbarer Energien bilden. Gemeinsam mit dem jeweiligen Stadtwerkepartner entwickeln wir eine Vision und Strategie, um seine Klimaschutzziele umzusetzen. Indem wir individuell beraten, helfen wir unseren Partnern den Energieverbrauch bei ihren Endkunden und damit den CO 2 -Ausstoß zu senken. Die dabei erzielten Einsparungen kann der Partner in Beteiligungen an zertifizierten Offshore-Windkraftanlagen (mit Ursprungsgarantien) investieren. In Dänemark pflegt DONG Energy bereits sehr erfolgreich rund 100 solcher Klimapartnerschaften mit Unternehmen aus Industrie und Kommune. Fazit Die energiewirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich Deutschland stellt, sind groß. Der Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist jedoch eine globale Aufgabe. Energieversorger wie DONG Energy tragen hierbei eine besonders hohe Verantwortung. K Teilnehmerstruktur der 18. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2011 Branche C B D E A A 58 % Energie B 19 % Stadtwerke C 6 % Industrie D 4 % Banken E 13 % Dienstleister Hierarchie C B A 74 % Geschäftsführung/ Vorstand/Aufsichtsrat B 21 % (Haupt-)Abteilungsleiter C 5 % Mitarbeiter A

16 16 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Folgende Referenten und Diskutanten haben Ihre Teilnahme an der Handelsblatt Jahrestagung bereits zugesagt: Dr. Constantin Alsheimer, Vorsitzender des Vorstandes, Mainova AG Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter am Bundesverfassungsgericht Anders Eldrup, CEO, DONG Energy A/S Lykke Friis, Ministerin für Klima und Energie, Dänemark Prof. Dr. Felix Höffler, Direktor für Grundlagenforschung und stv. Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln Jochen Homann, Staatssekretär, BMWi Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender der Geschäftsführung, Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH Gérard Mestrallet, Chairman und CEO, GDF Suez Prof. Dr. Albert Moser, Institutsleiter, IAEW Institut für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, BDEW e. V. Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister, BMU Klaus Schäfer, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Ruhrgas AG und CEO, E.ON Energy Trading SE Prof. Dr. Christoph Schmidt, Präsident, Rheinisch- Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung RWI Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstandes, Wacker Chemie AG Dr. Michael Süß, CEO, Siemens Energy Sector und Mitglied des Vorstandes, Siemens AG Hans-Peter Villis, Vorsitzender des Vorstandes, EnBW Energie Baden-Württemberg AG Dr. Hartmuth Zeiß, Vorsitzender des Vorstandes, Vattenfall Europe Mining AG, Präsident, EURACOAL

17 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Dr. Hans Jürgen Brick, Geschäftsführer, Amprion GmbH Steinar Bysveen, Vorstand, Statkraft AS Marcel Cramer, CEO, South Stream Pipeline Project Daniel Goffart, Ressortleiter Wirtschaft & Politik, Handelsblatt Dr. Jürgen Großmann, Vorsitzender des Vorstandes, RWE AG Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstandes, N-ERGIE AG Matthias Kurth, Präsident, Bundesnetzagentur Dr. Ingo Luge, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG Torsten Maus, Geschäftsführer, EWE Netze GmbH Cem Özdemir, Bundesvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V. Dr. Philipp Rösler, Bundeswirtschaftsminister, BMWi Dr. Rolf Martin Schmitz, Mitglied des Vorstandes, RWE AG Boris Schucht, Sprecher der Geschäftsführung, 50 Hertz Transmission GmbH Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Stephan Werthschulte, Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft, Accenture Bernd Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung, Stadtwerke Bochum GmbH Ewald Woste, Vorsitzender des Vorstandes, Thüga AG

18 18 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Programm der 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Zukunftsfähige, wirtschaftliche & realisierbare Energieversorgung Dienstag, 17. Januar Begrüßung durch die Tagungsleitung Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln Daniel Goffart, Ressortleiter Wirtschaft & Politik, Handelsblatt, Berlin Keynote Vortrag Die Energiewende der Bundesregierung im nationalen und internationalen Kontext Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, BMWi, Berlin Diskussion Pause Deutschland im energiepolitischen Alleingang Risiken und Nebenwirkungen Dr. Jürgen Großmann, Vorsitzender des Vorstandes, RWE AG, Essen Entwicklungsperspektiven für den Energieträger Gas im Lichte der neuen Energiepolitik Marcel Cramer, CEO, South Stream Pipeline Project, Brüssel, Belgien Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender der Geschäftsführung, Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg Klaus Schäfer, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Ruhrgas AG und CEO von E.ON Energy Trading SE, Essen Ewald Woste, Vorsitzender des Vorstandes, Thüga AG, München Diskussion Keynote Vortrag und Diskussion Der Referent befindet sich in Absprache Kurze Zusammenfassung des ersten Kongresstages Ende des ersten Kongresstages Abfahrt zum gemeinsamen Abendessen auf Einladung von Accenture, EUROFORUM und dem Handelsblatt Diskussion Mittagessen Post Kernkraft: Beginnt eine neue Ära der Stromerzeugung? Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH, Aachen Anders Eldrup, CEO, DONG Energy A/S, Fredericia, Dänemark Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf Dr. Michael Süß, CEO, Siemens Energy Sector und Mitglied des Vorstandes, Siemens AG, Erlangen Dr. Hartmuth Zeiß, Vorsitzender des Vorstandes, Vattenfall Europe Mining AG; Präsident, EURACOAL, Berlin Diskussion Pause

19 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/ Dezentralisierung & Green Growth Mittwoch, 18. Januar Begrüßung durch die Tagungsleitung Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln Daniel Goffart, Ressortleiter Wirtschaft & Politik, Handelsblatt, Berlin Keynote Vortrag Green Growth Chance oder frommer Wunsch? Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU, Berlin Impulsvortrag zum Executive Round Table Die EU-Road Map 2050 für eine wettbewerbsfähige und kohlenstoffarme Wirtschaft Lykke Friis, Ministerin für Klima und Energie, Kopenhagen, Dänemark [Zusage unter Vorbehalt] Executive Round Table Level Playing Field Chimäre oder Realität was wird aus dem europäischen Binnenmarkt? Gérard Mestrallet, Chairman and CEO, GDF Suez, Paris, Frankreich Lykke Friis, Ministerin für Klima und Energie, Kopenhagen, Dänemark [Zusage unter Vorbehalt] Weitere Referenten sind angefragt Pause Energiewende: Ist Dezentralisierung die Antwort? Die Deutsche Energiewelt: Dezentral und herausfordernd Dr. Constantin Alsheimer, Vorsitzender des Vorstandes, Mainova AG Dr. Ingo Luge, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, VKU Verband kommunaler Unternehmen e.v., Berlin Hans-Peter Villis, Vorsitzender des Vorstandes, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe Stephan Werthschulte, Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft, Accenture, Düsseldorf Diskussion Mittagessen

20 20 Energiewirtschaft 2012 Newsletter 2/2011 Programm der 19. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Green Growth Chance oder frommer Wunsch? Prof. Dr. Christoph Schmidt, Präsident, Rheinisch- Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung RWI, Essen Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstandes, Wacker Chemie AG Diskussion Pause Impulsvortrag Markt und Staat: Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter am Bundesverfassungsgericht, Karlsruhe Kurz Statements mit anschließender Diskussion Wie viel Europa braucht man zur erfolgreichen Transformation des Energiesystems? Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter am Bundesverfassungsgericht, Karlsruhe Jochen Homann, Staatssekretär, BMWi, Berlin Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, BDEW e.v., Berlin Dr. Rolf Martin Schmitz, Mitglied des Vorstandes, RWE AG, Essen Bernd Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung, Stadtwerke Bochum GmbH, Bochum Diskussion Kurze Zusammenfassung Ende des zweiten Kongresstages Alle Vortragstitel, Themen der Diskussionsrunden und Unterpunkte sind vorläufige Arbeitstitel. Die Zeitangaben sind vorläufig und können sich noch geringfügig verändern Einladung zum Cocktailempfang und Imbiss im Rahmen der Ausstellung Inhalt und Konzeption Bei Fragen zur Jahrestagung und zum Programm steht Ihnen gerne zur Verfügung: Christina Sternitzke Mitglied der Geschäftsleitung, EUROFORUM Deutschland SE Telefon: Fax:

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