Erinnerung an die Konfirmation Erinnerung und Bestätigung unserer Taufe. als kleine Kinder getauft Gottes Zusage Konfirmation

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1 Liebe Gemeinde! Wir feiern heute unsere Erinnerung an die Konfirmation. Und die Konfirmation ist wiederum die Erinnerung und Bestätigung unserer Taufe. Die meisten von uns wurden als kleine Kinder getauft: Gottes Zusage wurde in unser neues, kleines und zerbrechliches Leben hineingesprochen. Und dann mit der Konfirmation wurde diese Zusage wiederholt: Wir haben Ja zu Gott gesagt und Gott hat sein Ja der Taufe erneuert und bekräftigt. Wir haben Gott quasi unser Ja-Wort gegeben, weil er uns schon längst sein Ja- Wort gegeben hat. Das könnte man auch fast mit einer Ehe vergleichen, wo man sich auch das Ja-Wort gibt. Zwei Menschen versprechen sich, in Liebe miteinander verbunden zu bleiben und aufeinander zu achten. Liebe ist also nicht nur in der Ehe im Spiel, sondern auch im Verhältnis zwischen Gott und uns Menschen, ja in der Beziehung zwischen Gott und uns Menschen. Liebe beschreibt unser Predigttext aus dem 1. Johannesbrief als das Entscheidende zwischen Gott und uns Menschen. Und entsprechend soll diese von Gott gegebene Liebe auch unter uns Menschen das Leben bestimmen. Hört selbst, wie das in 1. Joh 4,7-12 beschrieben ist: >>> Lesung nach Luther >>> Sonnenblume holen Was da in der Bibel beschrieben ist, ist mir am Bild der Sonne und der Sonnenblumen deutlich geworden. Ich stelle mit Gott als die Sonne vor. Und uns Menschen stelle ich mir als Sonnenblumen vor so wie die Sonnenblumen zur Zeit auf einem Feld eng beieinander oder in unseren Gärten zu sehen sind. Die Sonne ist das Original so möchte ich das mal ausdrücken. Von ihr gehen alle Strahlen aus. Alle Wärme und alle Lebensmöglichkeiten kommen von der Sonne, kommen von Gott. Die Strahlen der Sonne fallen auf die ganze Erde.

2 Allen Menschen gilt Gottes Liebe! Und wir Menschen? Am besten sind wir Sonnenblumen. Wir wachsen und gedeihen mit jedem Sonnenstrahl. Wir werden stark und können kräftig werden und dann auch manchem Sturm trotzen durch die Sonne. Aber mehr noch: Sonnenblumen richten sich immer nach der Sonne aus. Wer den Schatz der Liebe Gottes begriffen hat und was sie Gutes in uns bewirkt, der richtet sich nach Gott aus. So dreht sich die Sonnenblume mit der Sonne mit und hält den best-möglichen Kontakt. Die Sonnenblume richtet sich aus, um sich optimal bescheinen zu lassen. Ja, und... Sonnenblumen sind zwar nicht die Sonne selbst. Sonnenblumen können nicht die ursprünglichen Strahlen aussenden das kann nur die Sonne selbst. Aber wer in eine Sonnenblume hineinsieht, wer die gelbe Blüte sieht, der erkennt darin doch die Sonne selbst. Also die Liebe, die wir Menschen geben, diese Liebe ist zwar nicht das Original, Liebe, die von Gott kommt. Aber Gottes Liebe wird doch auch in der Liebe sichtbar und spürbar, die wir Menschen uns schenken. Es kommt also darauf an, dass wir die originale Liebe Gottes wahrnehmen und wertschätzen und uns nach ihr ausrichten. a) Wir sollen diese Liebe Gott gegenüber erwidern. b) Und zudem sollen wir auch unsere Mitmenschen lieben und damit selbst ein Abbild der Liebe Gottes werden. Gott wie die Sonne mit den Sonnenstrahlen, die wie Gottes Liebe unser Leben warm macht. Und wir Menschen wie Sonnenblumen, die mit den Sonnenstrahlen wachsen und uns am besten nach diesen guten Strahlen ausrichten. Und an unserem Tun und Handeln, an unserer Liebe, an unserem Sonnenblumensein gegenüber anderen wird man auch die Sonne selbst erkennen. Und wir?

3 Als junge Menschen haben Sie in der Konfirmation den Segen erhalten Ihnen wurden quasi die Sonnenstrahlen Gottes mit auf den Weg gegeben. Ja, das waren damals schon besondere Zeiten: Manche haben ihre Konfirmation im Jahre 1941 erlebt, viele andere von Ihnen dann nach dem Krieg. Es galt das Überleben zu sichern und sich ein bescheidenes Auskommen zu erarbeiten. Danken wir Gott, dass er uns die Kraft gegeben hat, manche Widrigkeiten zu bestehen. Viele von Ihnen haben einen Ehepartner gefunden. Liebe und Vertrauen, füreinander einstehen und gemeinsam das Leben bestehen manches, was die Liebe Gottes bedeutet, können wir wohl auch an unseren Ehen und Beziehungen ablesen: Freud und Leid haben sie miteinander geteilt. Ja, in späteren Jahren waren Sie evtl. sogar in der Pflege und Fürsorge besonders füreinander da. Berufs- und Familienarbeit, Geld verdienen und für die Kinder und den Haushalt da sein zusammen sind Sie so füreinander eingetreten. Wir danken Gott für die Liebe, die er gegeben hat und die wir in der Liebe und dem Vertrauen des Ehepartners wahrnehmen konnten. Und natürlich danken wir auch für die Kinder und Enkel als besonderer Ausdruck der Liebe. Aber seien wir ehrlich: Unsere Welt besteht eben nicht nur aus Liebe! Viele Ehen scheitern heutzutage. Und in unseren Familien sind die Missverständnisse oft beherrschender als unsere Liebe. Und auch bei den Nachrichten aus Aleppo fragen wir uns doch wohl eher: Gott, wo ist die Liebe geblieben? Und später, wenn wir an unsere verstorbenen Mitkonfirmanden denken, dann wird unser Herz gewahr, wie oft in unserer Welt Liebe zerbricht. Und wenn ich mir vorstelle, wie viele von Ihnen schon einen Ehepartner zu Grabe tragen mussten. Nein, es ist nicht alles gut.

4 Und was wir erleben vom Fernsehen bis zu den eigenen Schicksalsschlägen lässt sich oft nicht mit dem Wort Liebe in Verbindung bringen. Gottes Liebe, Gottes Sonnenstrahlen bewirken also nicht, dass es nur Glück und Wohlergehen, nur Gesundheit ohne Schmerzen gibt. Wie ist Gottes Liebe dann gemeint? Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eigeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Was die Liebe Gottes genau ist, zeigt sich also in Jesus Christus. Und schaue ich mir sein Leben und Wirken an, dann wird mir folgendes deutlich: Er hat einige Menschen geheilt, aber nicht alle. Er hat beispielhaft einigen Menschen geholfen mit Brot und mit neuer Gesundheit, aber nicht allen. Und vor allem: Jesus Christus selbst lebt kein glattes und nur fröhliches Leben: Er selbst wird verraten. Er kommt ans Kreuz. Er muss leiden und stirbt. Aber dabei bleibt es letztendlich nicht. Jesus bekommt neu das Leben Gottes. Wie zeigt sich darin Gottes Liebe? Ich merke: Liebe heißt nicht, dass alles gut ist. Gerade im Kreuz erkenne ich einen ganz anderen Aspekt von Liebe: Jesus Christus leidet und Gott ist mit dabei. Es ist Gottes Liebe, dass Gott nicht nur in den heilen und heiteren Situationen bei uns sein will. Gott stellt sich dem Leiden unserer Welt. Weil er mit dem Herz an uns hängt, ist er dabei im Kreuz von Jesus Christus. Und er ist dabei in Deinem Kreuz und in Deinem Kreuz ja in unseren Schmerzen ist er dabei. So wie wahre Liebe gemeinsam durch dick und dünn geht. So wie treue Ehepaare in guten wie in bösen Tagen zusammen alles durchstehen wollen, so will und macht das Gott am Kreuz: Gott stellt sich dem Leiden und den Schmerzen der Welt und setzt sich dem aus. So ist er da und geht so sogar bis den Tod mit.

5 Gott ist kein Gott nur für die schönen Tage. Vielmehr ist Gott mit seiner Liebe so treu an unserer Seite, dass er da ist wo ich im Krankenhaus bin. dass er da ist wo ich keinen mehr sonst an meiner Seite habe. dass er da ist wo meine Sorgen groß sind. dass er da ist wo ich sterben muss. So ist Gottes Liebe: Gott lebt und durchleidet alles mit uns. Diese Sonnenstrahlen, dieses Ja-Wort Gottes zu uns ich merke, wie es uns Menschen stark macht. Die Schicksalsschläge werden kommen oder waren schon längst da. Aber wenn wir sie als Kreuze erkennen, die wie das Kreuz Jesu Christi sind, dann wissen wir, dass Gott da ist. Eine Freundin ringt nun schon seit einiger Zeit mit ihrer Krebskrankheit. Zwischen und Hoffen und Bangen geht es immer wieder auf und ab. Ich bin erstaunt, wie oft sie trotzdem lachen und trotzdem ihr Leben genießen kann. Wir sprechen nicht allzu intensiv über Gott und Glauben. Aber wie sie sich in allem trotzdem von Gott getragen vorkommt, das lebt sie, und lacht es eher heraus, als dass sie es in fromme Worte packt. Und so ist mir ein Spruch hängen geblieben. Sie sagte mit einem humorvollen Unterton. Ach weißt Du, so schlimm wie am Kreuz ist es noch nicht und selbst wenn! Und ihr Schmunzeln danach zeigte an, welche Kraft sie in ihrem Glauben gefunden hatte. Selbst wenn.. sie setzte den Satz nicht fort. Und ich fragte nicht danach, weil ihr Schmunzeln mehr ausdrückte als alle Worte. Aber der Satz ist mir hängen geblieben. Und ich habe mir überlegt, wie man den Satz fortsetzen könnte: Selbst wenn Gott ist ja da. Selbst wenn mit lieben Menschen stehe ich das durch. Wo wir so etwas leben, ist für mich Gottes Liebe mitten unter uns.

6 Wo wir so etwas leben, sind die Sonnenstrahlen Gottes da und wir begegnen uns wie helle Sonnenblumen. Selbst wenn lasst uns mit der Liebe Gottes rechnen und wie helle gelbe Farbe in unserer Welt bringen. Nicht alle schwarzen Stellen werden verschwinden garantiert nicht. Aber die gelbe Farbe der Sonne und der Sonnenblumen werden ihre Spuren hinterlassen. --- Eines Tages stritten der Wind und die Sonne miteinander, wer von ihnen mehr Macht über die Menschen hätte. Siehst Du diesen Mann da unten? fragte der Wind. Ich werde ihm binnen einer Minute Hut und Mantel entreißen. Der Wind legte kräftig zu. Aber je heftiger er pfiff, desto fester drückte der Mann Hut und Mantel an sich. Da gab der Wind schließlich auf. Dann war die Sonne an der Reihe. Sie begann freundlich zu lächeln und zu strahlen. Und es wurde so warm, dass der Mann von sich aus bald Hut und Mantel auszog. --- So lasst uns an alle schönen Dinge, aber auch an alle schweren Herausforderungen im Leben herangehen Nämlich in dem Wissen, dass Gottes Liebe und seine Strahlen die Macht über uns haben. AMEN.

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