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1 Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Kompetenzen fördern, statt Defizite feststellen! Die Arbeit mit dem Kompetenzkartenmodell Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.de

2 Diagnose und Förderung in der Schulprogrammarbeit C 2.7 Kompetenzen fördern, statt Defizite feststellen! Die Arbeit mit dem Kompetenzkartenmodell Wolfgang Nather Wo stehe ich genau? Was kann ich schon? Was gilt es noch zu lernen? Die Antworten auf genau diese Fragen sind es, die eigentlich erfolgreiches Lernen erst ermöglichen. In diesem Artikel stelle ich Ihnen die Arbeit mit Kompetenzkarten als eine Möglichkeit vor, Schülern in diesem Sinne selbstständiges Lernen zu ermöglichen. Auf der Grundlage eines Kompetenzrasters werden mit den Schülern die bis zur nächsten Klassenarbeit zu erwerbenden Kompetenzen besprochen und auf ihre Kompetenzkarte übertragen. Haben die Schüler selbst das Gefühl, diese Kompetenz erworben zu haben, prüfen sie dies mit einem Kompetenztest. Mehrere bestandene Kompetenztests, d.h. sicher erworbene Kompetenzen, zeigen an, dass die Schüler nun bereit sind, die Klassenarbeit zu schreiben. Gliederung Seite 1. Vorteile der Arbeit mit Kompetenzraster und Kompetenzkarten 2 2. Mit Kompetenzkarten von der Defizit- zur Kompetenzorientierung 3 3. Schüler am Kompetenzerwerb aktiv beteiligen Klärung des Begriffs Kompetenz Bedingungen für selbstgesteuertes Lernen 6 4. Die Arbeit mit den Kompetenzkarten Die Grundlage: das Kompetenzraster Die Basis: Kompetenzkarten und Kompetenztests Das Raumarrangement Bereitstellung von Material Das Unterrichten mit den Kompetenzkarten Ausblick 16 Grundschule

3 C 2.7 Diagnose und Förderung in der Schulprogrammarbeit 1. Vorteile der Arbeit mit Kompetenzraster und Kompetenzkarten Beispiel Wissen Sie, sagte eine Schülerin in der 4. Klasse neulich zu mir, wenn ich mit den Kompetenzkarten arbeite, dann muss ich bei der Klassenarbeit nicht mehr beweisen, was ich kann, ich brauche es nur noch einmal zu bestätigen. Durch diese Aussage wird deutlich, was sich durch den Einsatz der Kompetenzkartenmethode im Unterricht alles verändert. Schüler haben sich Kompetenzen erworben, d.h. Wissen angeeignet und brauchen bei einem Leistungstest nur noch einmal bekräftigen, was sie gelernt haben. Vom Kopf auf die Füße stellen Wenn Wissen ein durch den Menschen konstruierter aktiver Prozess der Wahrnehmung, Deutung und Speicherung von Informationen ist, so kann man Wissen nicht vermitteln. Es lassen sich aber Bedingungen schaffen, unter denen der Erwerb von Wissen und Kompetenzen möglich gemacht wird. Wenn Schule Wissen vermitteln will, wenn Lehrkräfte Ziele setzen, bedeutet dies doch, dass Kinder Ziele, die ihnen gestellt werden, erreichen sollen. Dies geschieht oft genug, ohne dass den Lernenden bewusst ist, welche Erwartungen sie insgesamt erfüllen sollen und welches Wissen sie sich aneignen müssen, um erfolgreich die besuchte Schulform zu absolvieren. Gesamtschau schaffen Lust am Lernen durch Selbststeuerung Zum einen fehlt ihnen die Gesamtschau des zu Lernenden, zum anderen kennen Schüler ihre Position auf dem Weg dorthin nicht. Wo stehe ich genau? Was kann ich schon? Was gilt es noch zu lernen? Die Antworten auf diese Fragen sind es, die eigentlich erfolgreiches Lernen erst ermöglichen. Der Erwerb von Kompetenzen bietet ihnen das, was bisher fehlt. Das Kompetenzraster verschafft den Überblick über die zu erwerbenden Kompetenzen, die Kompetenzkarten zeigen, wo genau sie in diesem Prozess stehen. Was beherrsche ich schon, was gilt es sich noch anzueignen? Ein wesentliches Ziel von Schule und somit von Unterricht ist aber die Entwicklung der Fähigkeit von Schülern, sich ihres eigenen Lernens und des eigenen Leistungsstandes bewusst zu sein. Auch wenn dies zunächst mehr als zusätzliche Last von ihnen empfunden wird, führt es doch letztendlich zur Lust am selbstgesteuerten Lernen. 2 Grundschule

4 Diagnose und Förderung in der Schulprogrammarbeit C Mit Kompetenzkarten von der Defizit- zur Kompetenzorientierung Schule knüpft traditionell eher an dem an, was Schülerinnen und Schüler nicht können. Das heißt, oft findet Förderung in Bereichen satt, in denen Schwächen und Lücken festgestellt werden. Diese Feststellung erfolgt in der Regel durch eine Lernstandserhebung oder durch eine Klassenarbeit. Erreicht der Unterrichtete dabei eine schlechte Zensur, scheinen ja wohl Defizite vorzuliegen. Da fast immer davon ausgegangen wird, dass der Schüler den zu lernenden Unterrichtsstoff nicht ausreichend genug gelernt hat, wird im besten Fall Förderunterricht verordnet. So sieht der Alltag häufig in Grundschulen aus. Jetzt wird enorm viel Energie darauf verschwendet, intensiver mit Testblättern zu üben. Denn die große Masse der Arbeitsblätter, die Kinder in die Hand bekommen, sind Tests zur Überprüfung ihres Wissens. Es sollten aber Lernarbeitsblätter sein. Lernarbeitsblätter enthalten Erklärungen, wie die Aufgaben zu lösen sind, oder stellen mehrere Lösungswege vor, die die Kinder nachvollziehen und sich dann für ihren Lösungsweg entscheiden können. Leider sind diese zurzeit noch recht spärlich auf dem Markt vorhanden. Haben die Kinder dann die Defizite vielleicht sogar aufgearbeitet, so haben sie nur den Level von Minus auf Normal geschraubt. Sinnvoller wäre eine Analyse dessen, was die Kinder schon können, und ihnen gleichzeitig zu zeigen, was zum erfolgreichen Abschneiden dieser Jahrgangsstufe noch notwendig ist. Selbststeuerung so eingesetzt geht also zuerst einmal von den Stärken aus und orientiert sich dann am nächsten selbst gesetzten Ziel. Vom Unsinn der Nur-Defizit-Ermittlung Analysieren, was bekannt ist! Notwendig sind hierfür Verfahren und Methoden des Messens und Bewertens des jeweiligen Kenntnis- und Entwicklungsstandes im Lernprozess. Dazu reichen die täglich gemachten Beobachtungen nicht aus. Es erfordert darüber hinaus eine strukturierte Datenerfassung. Damit sind aber nicht die üblichen Klassenarbeiten und Tests gemeint, sondern spezielle Überprüfungsmethoden, deren Ergebnisse sowohl dem Lehrer als auch den Schülern die Möglichkeit bieten, den jeweiligen Leistungsstand zu erkennen. Wenn ich ständig weiß, wo ich im Lernprozess stehe und mir dann die nächsten Schritte vornehmen und planen kann, mit Unterstützung der Lehrenden, dann beginnt selbstbestimmtes Lernen. Dies bietet den Schülern die Möglichkeit der Selbstreflexion und der weiteren Planung des eigenverantwortlichen Lernprozesses, für die Lehrer ergeben sich wichtige Informationen zur Differenzierung und Individualisierung von Unterricht. Möglichkeit zur Selbstreflexion Grundschule

5 Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Kompetenzen fördern, statt Defizite feststellen! Die Arbeit mit dem Kompetenzkartenmodell Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.de

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