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2 SCHOOL-SCOUT Die Pendlerpauschale ganz einfach erklärt Seite 5 von 10 Die Höhe des zu versteuernden Einkommens kann man verringern, indem man beispielsweise Kosten abziehen kann, die mit der Arbeit oder dem Einkommen verbunden sind. Der grundlegende Gedanke dahinter ist, dass nur das ein Einkommen ist, was nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Damit werden plötzlich die sonst so lästigen Kosten oder Gebühren überaus interessant, denn Sie verringern die für die Steuerbemessung wichtige Höhe des zu versteuernden Einkommens : Je höher die Kosten, umso weniger groß ist das Einkommen, um so geringer die Steuern. Vielleicht fällt sogar keine Steuer an, weil man unter dem Mindestbetrag bleibt. Steuerlich geltend machen bedeutet also: Eine unangenehme Ausgabe wenigstens insoweit positiv zu nutzen, dass dadurch der zu versteuernde Betrag verringert wird. Von der Steuer absetzen meint dasselbe: Eine Ausgabe von dem Einkommen oder Gewinn abziehen, der für die Berechnung der Steuer herangezogen wird. Was eine Ausgabe ist, die der Staat als Ausgabe für die Berechnung der Steuer anerkennt, ist heftigen politischen Diskussionen unterworfen und ändert sich recht häufig. Ganz aktuell sollen beispielsweise die Kosten für ein Arbeitszimmer nicht mehr als Ausgabe bei der Berechnung der Steuer anerkannt werden. Das führt dazu, dass Lehrer ein höheres zu versteuerndes Einkommen haben, ohne mehr Geld zu verdienen (also mehr Steuern bezahlen müssen, sodass weniger Geld übrig bleibt). Dasselbe gilt für die Fahrtkosten (Pendlerpauschale): Wird sie eingeschränkt, ist das zu versteuernde Einkommen höher und der nach dem Bezahlen der Steuern übrig bleibende Restbetrag kleiner. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff Steuern sparen : Gemeint ist damit, etwas zu tun, was die Gesamtsumme der zu zahlenden Steuern verringert. Wenn man beispielsweise beim Bau eines eigenen Hauses eine kleine Wohnung für eine spätere Vermietung einplant, kann man diese Kosten von dem zu versteuernden Einkommen abziehen (die Steuern sinken, man spart also Steuern). An dieser Stelle muss zumindest kurz darauf hingewiesen werden, dass dies ein sehr vereinfachtes Beispiel ist und auch später steuerliche Konsequenzen hat. Gerechtigkeit von Steuern Die beiden zuletzt genannten Beispiele machen schnell deutlich, dass auch das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen hier eine große Rolle spielt: Wenn ein Lehrer zu Hause den Unterricht vorbereitet oder Klassenarbeiten korrigiert und dafür ein Zimmer seiner Wohnung bereitstellt, warum sollte das bei der Berechnung der Steuern nicht anerkannt werden? Oder warum sollten Arbeitnehmern nicht die größeren Fahrtkosten anerkannt werden, wenn man Ihnen schon einen längeren Weg zur Arbeit zumutet. Ein Grundproblem liegt darin, dass man zwei völlig unterschiedliche Interessen miteinander verbindet: die Notwendigkeit des Staates, seine Aufgaben zu finanzieren und die

3 SCHOOL-SCOUT Die Pendlerpauschale ganz einfach erklärt Seite 6 von 10 Notwendigkeit, einen sozialen Ausgleich herzustellen. Erst einmal haben diese beiden Dinge nichts direkt miteinander zu tun. Sie werden aber in der Politik immer wieder gemeinsam genannt etwa wenn davon die Rede ist, dass starke Schultern größere Lasten schultern können als schwache Schultern. Zu welchen merkwürdigen Effekten diese Vermischung führt, zeigt ein fiktives Beispiel unter Das Steuersystem an einem ganz leicht nachvollziehbaren Beispiel erklärt. Was ist eine Subvention? lukasdavid Ebenfalls eine sehr heikle Vermischung zweier unterschiedlicher Ziele entsteht bei sogenannten Subventionen. Dahinter verbirgt sich der Wunsch des Staates, das Verhalten der Bürger oder Firmen zu steuern (hier nicht als Abgabe, sondern als lenken gemeint, komischerweise landen wir aber doch gleich wieder bei den Steuern ). Dazu sagt der Staat den Beteiligten: Wenn ihr etwas ganz Bestimmtes tut, dann bekommt ihr etwas von mir. Typische Beispiele sind: Wenn man ein umweltfreundlicheres Auto anschafft, zahlt man weniger Kraftfahrzeugsteuer. Das dahinter stehende Ziel: mehr Umweltschutz. Wenn man ein Haus baut, um darin zu wohnen, wird man mit der so genannten Eigenheimzulage gefördert. Das Ziel hier: Die Menschen sollen für sich selbst sorgen und dem Staat später nicht auf der Tasche liegen. Natürlich kann man jemandem auch Geld zukommen lassen, indem man es ihm direkt zahlt oder indem man ihn weniger Steuern zahlen lässt. Gerade diese letzte Methode ist in Deutschland sehr beliebt, weil dadurch Zahlungen verschleiert werden können. Wenn der Staat jeder Familie, die ein Haus baut, Euro als Hilfe zahlt, lässt sich die Gesamtausgabe des Staates sehr leicht zusammen addieren. Wenn Politiker aber beschließen, bestimmte Ausgaben von dem zu versteuernden Einkommen absetzen zu lassen, sinkt das Einkommen des Staates aus Steuern, ohne dass man diesen Effekt einfach und direkt bestimmten Subventionen zusprechen kann. In Deutschland gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Dingen, die durch Subventionen gefördert werden. Meist ist die Grundidee dahinter richtig und nachvollziehbar, aber inzwischen durchschaut keiner der Politiker mehr, ob die Förderung noch nötig ist und den gewünschten Effekt auch wirklich bringt. Was ist ein Mitnahmeeffekt? Nehmen wir als Beispiel zwei Familien: Familie Meier hat nur einen Verdiener und zwei Kinder. Den Meiers fällt es sehr schwer, die für ein Haus notwendigen Gelder zusammenzubekommen, schon weil für die Kinder sehr viele zusätzliche Kosten zu tragen sind. Die ca Euro, die der Staat den Meiers in den

4 SCHOOL-SCOUT Die Pendlerpauschale ganz einfach erklärt Seite 7 von 10 ersten 8 Jahren im neuen Haus zukommen lässt, brauchen sie unbedingt, weil ansonsten die Zinsen für den Kredit der Bank gar nicht zu tragen sind und kein eigenes Haus möglich gewesen wäre. Familie Müller hat keine Kinder und ein hohes Einkommen. Die Müllers wollen ein Haus bauen, um darin zu wohnen. Sie können sich die Kosten des großzügigen Hauses in Höhe von Euro sehr gut leisten, weil beide gut verdienen. Die zusätzliche Förderung des Staates führt dazu, dass Familie Müller entweder weniger an anderer Stelle sparen muss oder sich ein etwas teureres Haus leisten kann. In diesem Fall spricht man von einem Mitnahmeeffekt: Jemand hätte das, was der Staat erreichen möchte, sowieso getan und nimmt die zusätzliche finanzielle Förderung mit. Das Steuersystem an einem ganz leicht nachvollziehbaren Beispiel erklärt Das Thema Steuern und Steuergerechtigkeit ist nicht nur sehr kompliziert, sondern auch von starken Interessen geprägt. Mit jemandem, der jeden Tag weit zur Arbeit fahren muss, ist über eine Verringerung der Pendlerpauschale nicht gut zu diskutieren. Und fast jeder erwachsene Bürger hat an verschiedenen Stellen Steuern zu zahlen oder ist von Steuerregeln betroffen und daher bei der Beurteilung von Veränderungen nicht frei von eigenen Interessen. Das folgende Beispiel hilft, einmal einen anderen, unvoreingenommenen Blick auf das Thema zu bekommen: Fünf Freunde treffen sich einmal im Monat in einem Restaurant und verzehren dort für 100 Euro Speisen und Getränke, weil sie diesen runden Betrag mit dem Wirt chocolat abgesprochen haben. Normal wäre es sicherlich, wenn jeder 20 Euro zahlen würde, aber die fünf Freunde habe sich Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben und zahlen so sehr unterschiedlich viel: Einer hat wenig Geld und zahlt nichts. Einer hat auch wenig Geld, zahlt aber wenigstens einen Euro. Der Dritte hat drei Kinder und zahlt 7 Euro Der Vierte hat vor kurzem ein Haus gebaut und zahlt 14 Euro. Der Fünfte und Letzte zahlt die berühmte Zeche, also den Rest und 78 Euro. Diese Regelung mag merkwürdig aussehen, aber da sie freiwillig vereinbart wurde und die fünf gute Freunde sind, ist gegen die Verteilung nichts einzuwenden. Nach einiger Zeit wollte der Wirt den fünf treuen Kunden einen Gefallen tun und den Preis von 100 auf 80 Euro senken. Wie sollte jetzt aber die Ersparnis gerecht aufgeteilt werden?

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