Aus Betriebs- und Marktkontrollen von SGF/IQCS stammten insgesamt 12 Tomatensäfte (4 Muster aus Betriebskontrollen, 8 Muster aus Marktkontrollen).

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1 EQCS Analysenkampagne fand erneut eine Analysenkampagne der im EQCS (European Quality Control System for Juices and Nectars from Fruits and Vegetables) organisierten Freiwilligen Kontrollsysteme statt. Im Fokus standen in diesem Jahr Tomatensaft und Tomatensaft aus Tomatensaftkonzentrat. Im Auftrag von EQCS wurden 41 Tomatensäfte (16 Direktsäfte, 25 aus Konzentrat) durch die SGF Service Plus GmbH auf Authentizitäts- und Sicherheitskriterien mit folgendem Analyseumfang untersucht: Analysenumfang Relative Dichte D 20/20 Brix (Tabelle) Lösliche Trockensubstanz Glucose Fructose Saccharose Titr. Säure berechnet als Weinsäure ph 7,0 Titr. Säure berechnet als Citronensäure ph 8,1 L-Äpfelsäure Citronensäure D-Isocitronensäure Natrium Kalium Calcium Magnesium Nitrat Phosphat / Gesamtphosphor Schwermetalle (Pb, Cu, Zn, Fe, Hg, Cd, Ni, Cr, Al, Mn und Sb) und Arsen Formolzahl Chlorat / Perchlorat Ergosterin SGF-Profiling TM Pestizid Screening Aus Betriebs- und Marktkontrollen von SGF/IQCS stammten insgesamt 12 Tomatensäfte (4 Muster aus Betriebskontrollen, 8 Muster aus Marktkontrollen). Analysenergebnisse Chlorat und Perchlorat Bei den untersuchten Fertigwarenmustern war Perchlorat bei einer Bestimmungsgrenze von 0,01 mg/l in keiner Probe nachweisbar. Chlorat konnte bei einer Bestimmungsgrenze von 0,01 mg/l in 3 von 12 Mustern in Größenordnungen bis zu 0,07 mg/l detektiert werden. Unter Zuhilfenahme des PRIMo (Pesticide Residue Intake Model) der EFSA können die gemessenen Gehalte als risikofrei interpretiert werden. Pestizidscreening Im Rahmen des Pestizidscreenings zeigten 8 von 12 Proben keine nachweisbaren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. In 2 Proben konnten Rückstände der Fungizide Propamocarb, Difenoconazol und des Insektizids Chlorpyrifos unterhalb bzw. auf der für Tomaten geltenden jeweiligen

2 Rückstandshöchstmenge nachgewiesen werden diese Muster können nicht beanstandet werden. 1 Muster lag klar oberhalb der für Chlorpyrifos in Tomaten geltenden Rückstandshöchstmenge. Zu Chlorpyrifos: Die Rückstandshöchstmenge für Chlorpyrifos in Tomaten wurde durch Verordnung (EU) 2016/60 der Kommission am von 0,5 mg/kg auf 0,01 mg/kg gesenkt. Gemäß Artikel 2 dieser Verordnung gilt dieser Grenzwert seit dem 10. August 2016 verbindlich und unmittelbar. Im Rahmen der SGF Food Safety Initiative FRAPP wurden Informationen mit den SGF/FRAPP-Feedbacks an die Firmen weitergeleitet, sofern diese entsprechende Angaben über Chlorpyrifos gemacht hatten. Außerdem wurden FRAPP-Teilnehmer, die Chlorpyrifos in ihrer Pestiziddokumentation in den letzten zwei Jahren erwähnt hatten, durch das FRAPP Early Information System im September 2015 per über die kommenden MRL- Änderungen informiert. Auch in den SGF News haben wir auf den neuen Grenzwert und möglicherweise kritische Früchte hingewiesen: Bitte beachten Sie, dass in der Verordnung keine Übergangsregelung für verarbeitete Produkte vorgesehen ist. Das heißt, dass auch die vor dem Stichtag produzierten Produkte schon die neuen MRLs einhalten müssen, wenn sie ab dem 10. August auf den Markt gebracht werden. ( )Falls noch nicht geschehen, bitten wir die Fruchtverarbeiter, diese Angaben mit den eigenen Unterlagen zu eingesetzten Pestiziden zu vergleichen und notwendige Qualitätssicherungsmaßnahmen, ggf. auch in Abstimmung mit ihren Kunden zu treffen. Authentizitätsparameter Im Rahmen der durchgeführten physikalisch-chemischen Analysen zeigen die im Kontrollgebiet von SGF/IQCS beprobten Fertigwaren abgesehen von wenigen Ausnahmen zufriedenstellende Ergebnisse. Besonders auffällig ist, dass bei 3 Tomatensäften aus Tomatensaftkonzentrat der Brix nach Korrektur um den jeweiligen Salzgehalt deutlich unterhalb des im AIJN Code of Practice aufgeführten Mindestbrix von 5 Bx liegt. Bei Produkten mit Salzzugabe muss der refraktometrisch ermittelte Brix um den Salzgehalt korrigiert werden, da die Zugabe von 1 g/l Salz den Brix um 0,12 Bx erhöht. Daher wurde bei jedem untersuchten Muster der Salzgehalt gem. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung) berechnet: dort wird unter Salz der berechnete Gehalt an Salzäquivalent (Salz = Natrium 2,5) verstanden. Mittels der errechneten Salzgehalte wird nun der refraktometrisch ermittelte Brix korrigiert. Die folgenden Abbildungen zeigen die korrigierten Brixwerte für Direktsäfte und Tomatensäfte aus Tomatensaftkonzentrat:

3 Andere Authentizitätsparameter waren im Rahmen des Analyseumfangs als unauffällig zu beurteilen.

4 Metalle und Arsen Die bei den 12 Mustern untersuchten Schwermetalle und Arsen zeigen sehr zufriedenstellende Ergebnisse gesetzliche Rückstandshöchstmengen wurden in keinem Muster überschritten. Blei Kupfer Zink (LoD: 0.2 mg/l, LoQ: 0.5 mg/l) Eisen (LoD: 0.05 mg/l, LoQ: 0.2 mg/l) Quecksilber (LoD: mg/l, LoQ: mg/l) Cadmium Nickel (LoD: 0.01 mg/l, LoQ: 0.02 mg/l) Chrom Aluminium (LoD: 0.3 mg/l, LoQ: 0.8 mg/l) Mangan Antimon Arsen n < LoD* n < LoQ* n LoQ (=LoQ) *LoD: Nachweisgrenze, LoQ: Quantifizierungsgrenze

5 Die gemessenen Gehalte an Kupfer, Zink und Eisen sind alle unterhalb der im AIJN Code of Practice genannten Höchstgehalte, Quecksilber war in keinem Muster nachweisbar.

6 Bei Cadmium konnten quantifizierbare Gehalte in 4 Proben festgestellt werden alle Gehalte liegen unterhalb von 0,014 mg/kg. Ermittelte Gehalte an Nickel, Chrom, Mangan und Antimon bewegen sich innerhalb der Erfahrungswerte bei Fruchtsäften derzeit gibt es hier weder gesetzlich noch industriell definierte Höchstgehalte in Fruchtsäften.

7 Auch Arsen stellt anhand der erhaltenen Ergebnisse keinerlei Risiko dar. Bei Aluminium konnten Gehalte bis zu 5,69 mg/kg ermittelt werden nicht zu beanstanden, jedoch empfehlen wir bei höheren Gehalten, die Lagerung der verwendeten Tomatensäfte bzw. Tomatensaftkonzentrate zu prüfen. Ergosterin Ergosterin ist ein natürlicher Bestandteil der Zellwände bei Schimmelpilzen und dient dort zur Erhöhung der Membranstabilität sowie im Zusammenspiel mit bestimmten Proteinen bei der Ein- und Ausschleusung von Botenstoffen. Es ist äußerst hitzestabil und gilt daher auch als Indikatorparameter für die Verarbeitung verschimmelten Ausgangsmaterials gerade bei Tomatenprodukten. Ein Nachweis dieses Sterins ist auch dann noch möglich, wenn Schimmelpilze durch Hitzebehandlung schon längst abgetötet sind und ein mikroskopischer Nachweis der Pilzfäden auch aufgrund starker mechanischer Beanspruchung während des Produktionsprozesses nicht mehr möglich wäre. Als Provitamin (Vorstufe des Vitamin D 2 ) ist Ergosterin nicht gesundheitsschädlich, es existieren jedoch Empfehlungen für Höchstgehalte an Ergosterin seitens Verbrauchermagazinen oder Industrieverbänden. In 7 von 12 Mustern konnte Ergosterin in Größenordnungen von 0,4 bis 1,1 mg/kg ermittelt werden.

8 Zusammenfassung Die beobachteten Abweichungen in dieser Analysenkampagne lassen sich wie schon in 2015 bei der EQCS-Kampagne zu Ananassäften vorwiegend auf Produktionsmängel zurückführen: Von den 4 Mustern, die zu beanstanden sind, ist bei 3 Proben der gesetzlich vorgegebene Mindestbrixwert (bei Tomatensaft aus Tomatensaftkonzentrat) von 5,0 Brix deutlich unterschritten. 1 Muster muss aufgrund des analysierten Rückstands an Chlorpyrifos beanstandet werden. Hier wird SGF gemäß ihrem Prozedere vorgehen. Bei 2 Mustern sind weitere Analysen bzw. Rückverfolgbarkeitsprüfungen notwendig: eine niedrige Formolzahl sowie ein (vergleichsweise) erhöhter Gehalt an Aluminium werden ebenfalls seitens SGF weiterverfolgt. 6 Muster der Analysenkampagne sind beanstandungsfrei.

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