Uber die Sulci und Eminentiae des Hirnventrikels von, Diemictylus pyrrhogaster.

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1 Uber die Sulci und Eminentiae des Hirnventrikels von, Diemictylus pyrrhogaster. Von Ryogen Sumi. Aus dem Anatomischen Institut der Keio Universitat, Tokyo. Mit 6 Textfiguren und 4 Figuren auf Tafel XX. Kiirzlich habe ich an Rekonstruktionsmodellen des Gehirnventrikels von Hynobius nebulosus einige interessante Figuren bemerkt, die bis jetzt von niemandem beschrieben worden sind. Dies hat mich zur Untersuchung anderer Urodelenhirne angeregt. Ich habe diesmal dam den ausgewachsenen Diemictylus pyrrhogaster gewahlt. Die Tiere waren alle in Formol fixiert. Ich habe Zelloidinserienschnitte von 30-40,a Dicke angefertigt, die mit Eosin-Hamatoxylin gefarbt wurden. Aus der einen von 6 untersuchten Serien wurde ein 25 mal vergrossertes Wachsplattenmodell nach dem bekannten Verfahren Borns gemacht. Befunde. Allgemeine Betrachtung. Der Hirnventrikel des ausgewachsenen Diemictylus ist im allgemeinen kraniokaudal verlangert und transversal sehr schmal, wie es beim 32 mm langen Larvenstadium des Hynobius der Fall ist, im Gegensatz zum ausgewachsenen vom letzteren, wo er seitlich sehr ausgebreitet ist. Die beiderseitigen Hemispharenventrikel liegen sehr nahe aneinander. Der Diencephalonventrikel ist dorsoventral stark erweitert und aus seinem ventralen kaudalen Ende springt der kleine Infundibularventrikel hervor. Die Mesencephalon- und Rhombencephalonventrikel bilden zusammen einen nach dorsal leicht konvexen Bogen. Der kaudale Tell des dreieckigen Rhombencephalonventrikels ist sehr schmal und stark verlangert.

2 376 Ryogen Sumi, Hemisphiirenventri Sowohl bei dorsaler als such seitlicher Ansicht ist er beinahe spindelformig and kraniokaudal stark verldngert. Die beiderseitigen Ventrikel sind fast symmetrisch gebildet. Seine angeschwollene Mittelpartie wird rostral- and kaudalwarts allmalich schminer and bildet an beiden Enden den Polus anterior and posterior. Die beiderseitigen Poli anteriores liegen sehr nahe aneinauder, dagegen stehen die Poli posteriores nach kaudal immer weiter voneinander divergierend, so dass die, sagittalen Ldngsachsen der Hemisphdren von kraniomedial nach kaudolateral gerichtet stehen (Fig. 1-3, Taf. XX). Der Ventrikel ist transversal abgeplattet and dorsoventral verbreitert. Seine dorsoventrale Achsi steht von dorsolateral nach ventromedial geneigt (Textfig 1.). Der Ventriculus impar telencephali (Foramen interventriculare) verbindet die mittleren Teile der beiden Ventrikel miteinander (Textfig. 2). Nun bemerke ich iiber die Sulci folgendes. Der Angulus dorsalis and ventralis sind am Mittelteil des Ventrikels am deutlichsten ausgebildet, besonders auf der linken Seite. Der krania]e Teil des ersteren Querschnitt durch den kranialen Ted der Hemisplatiren ( x bl.) (115 ram langes ausgewachsenes Tier). a. d. Angulus dorsalis, a. v. Angulus ventralis, e. b. Eminentia basalis, e. p. d. Eminentia pallialis dorsalis, e. p. 1. Eminentia pallialis lateralis, e. p. m. Eminentia pallialis medialis. e. s. Eminentia septalis, s. ep. i. Eminentia epibasalis inferior, s. ep. s. Sulcus epibasalis superior, s. Mt. Sulcus intermedius, s. p. m. Sulcus pallialis medialis.

3 tlber die Sulci und Eminentiae des Hirnventrikels von Diemictylus pyrrhogaster. 377 Querschnitt durch den kaudalen Teil der Hemisphiiren ( x51.) (115 mm langes ausgewachsenes Tier). s. b. I. Sulcus basalis lateralis, sonstige Bezeichnungen wie Textfig. 1. tritt rostralwdrts laufend in den Recess us mediokaudalis hinein, wahrend das kaudale Ende bis zum Polus posterior noch deutlich sich verfolgen ldsst (Fig. 1, Taf. XX). Der Angulus ventralis ist gut sowohl am kranialen als auch am Mittelteil entwickelt, aber sein kaudaler Teil verstreicht, die beiderseitigen nach innen miteinander konvergierend, in den Ventriculus impar telencephali, wahrend sein kaudalster kleiner Teil in der Nahe des Polus posterior wieder zum Vorschein kommt (Fig. 3, Taf. XX). Der eigentumliche kraniokaudal verlaufende Sulcus epibasalis superior ist am kranialen and mittleren Teil am deutlichsten und sieht am kranialen Teil, im Ventriculus bulbaris (B enzon), aus, als ob er den Angulus dorsalis bildet, dagegen tritt er am kaudalen Teil klar in den Angulus dorsalis ein, indem er einen nach aussen konvexen bogenformigen Verlauf einschlagt (Fig. 1, Taf. XX). Den kleinen, unseharfen Sulcus epibasalis inferior kann man am kaudalsten Teil des Ventrikels gut wahrnehmen. Er zweigt- sich vom Sulcus epibasalis superior kurz kaudal vom Recessus laterofrontalis ab, und lauft vom ersteren divergierend fast horizontal kaudalwirts (Fig. 2, 4, Taf. XX). Es kommt deutlich nur in einem Fall unter 6 Serien vor. Der Sulcus intermedius beginnt aus dem Recessus mediokaudalis, geht nach kaudal und tritt

4 378 Ryogen Sumi, dann in den Ventriculus impar telencephali ein (Fig. 4, Taf. XX). An der vorderen lateralen Wand des Ventrikels kann man den Recessus laterofrontalis (B indew al d, '14) gut bemerken, der von dorsokaudal nach ventrofrontal Mat und mit dem Sulcus epibasalis superior, and Angulus ventralis kreurt (Fig. 2, 4, Taf. XX). Job konnte noch andere Furchen bemerken, iiber die bis jetzt keine Beschreibung vorhanden ist. Die eine Furche entspringt mit dem Angulus dorsalis aus dem Recessus mediokaudalis und lduft kaudalwürts parallel zum ersteren kurz ventral davon, zwischen der Eminentia pallialis medialis und Eminentia pallialis dorsalis and tritt in den Polus posterior ein. Ich nenne die Furche den Sulcus pallialis medialis (Fig. 1, Taf. XX u. Textfig. 1, 2). An der ventralen lateralen niche des Ventrikels liegt eine andere fast parallel zum Angulus ventralis laufende schwach entwickelte Furche, in der /stale des letzteren auf der Eminentia basalis, die ich den Sulcus basalis lateralis nenne (Fig. 2, 4, Taf. XX u. Textfig. 2). Jetzt gehe ich auf die Eminentiae iiber, die im allgemeinen fast den gleichen Verlauf wie den der Sulci einschlagen. Die grosse Eminentia pallialis medialis liegt zwischen dem Sulcus pallialis medialis und Sulcus intermedius, ist am Mittel- und kaudalen Teil am deutlichsten entwickelt and bildet die mediale Wand Querschnitt durch den Recessus praeopticus ( x 51). (115 mm langes ausgewachsenes Tier). pa. Paraphyse, r. pr. Recessus praeopticus, s. p. int. Sulcus Dallians intermedius, sonstige Bezeichnungen wie Textfig. 1.

5 Vber die Sulci und Eminentiae des Hirnventrikels von Diemictylus pyrrhogaster. 379 der Hemisphare (Fig. 1, Taf. XX u. Textfig. 1, 2). Die grosste Eminentia ist die Eminentia basalis, die die laterale grosste Wand der Hemisphare bildet und zwischen dem Sulcus epibasalis inferior und Aniulus ventralis liegt (Fig. 2, Taf. XX u. Textfig. 1, 2). Die Eminentia epibasalis stellt eine kranial schmale, kaudal immer mehr sich erweiternde Erhabenheit dar und liegt zwischen dem Sulcus epibasalis superior und inferior (Fig 2, 4, Taf. XX). Die kleine Eminentia pallialis lateralis und dorsalis" liegen an den beiden Seiten des Angulus dorsalis und ist am Mittelteil gut bemerkbar (Fig. 1, Taf. XX u. Textfig. 1, 2). Die kleine Eminentia septalis liegt zwischen dem Angulus ventralis und Sulcus intermedius, zeigt so eine dreieckige Gestalt (Fig. 4, Taf. XX u. Textfig. 1). Die oben erwahnten Eminentiae sind in der Ndhe des Polus anterior und posterior miteinander konfluiert und bilden die laterale und mediale Wand der Hemispharen. Der Sulcus pallialis medialis und Sulcus basalis lateralis kommt in alien untersuchten 6 Serien (100%) vor. Ventriculus impar telencephali. Er verbindet die beiden Hemisphiirenventrikel miteinander und ist von dorsal durch die Eminentia pallialis medialis, von ventral durch die Eminentia basalis und von kranial durch die Eminentia septalis begrenzt. Er ist tran-iversal schmal, aber dorsoventral sehr weit. Sein kaudales Ende kommuniziert mit dem Diencephalonventrikel (Fig. 1, Taf. XX). Er ist nach ventral viel starker konvex als beim Hynobius und die Spitze dieser Konvexitat bildet den Sulcus ventralis ventriculi imparis telencephali (Fig. 3, Taf. XX). Der Sulcus dorsalis (Recessus dorsalis) und Sulcus ventralis ventriculi imparis telencephali laufen die Medianlinie des Ventrikels wie beim ausgewachsenen Hynobius. Der erstere verstreicht alimählich nach kranial verlaufend, wiihrend sein kaudales Ende mit dem Recessus epithalami sich verbindet. Diencephalonventrikel. Er verbindet sich mit dem Ventriculus impar telencephali durch einen sehr schmalen Eingang, wiihrend seine Begrenzung gegen das Mesencephalon vielmehr undeutlich ausgepriigt ist. Daher ist die Eminentia diencephalomesencephalica in diesem Tier nicht so gut entwickelt wie beim ausgewachsenen Hynobius. Der Sulcus dorsalis lituft von kraniolateral nach kaudomedial und die beiderseitigen sind in der Medianlinie 1) Zur Vermeidum: von Verwechslungen oder Missverstandnissen sei jedoch hier betont, dass die Zellmassen meiner Eminentia pallialis dorsalis und lateralis zusammen der von K u h 1 en b e c k auf Grund der Zytoarchitektonik abgegrenzten Area dorsalis pallii entsprechen.

6 380 Ryogen Sumi, im Recessus pinealis miteinander vereinigt ; aber er zeigt keinen deutlichen Verlauf am kranialen Teil des Diencphalon (Fig. 1, 2, Taf. XX). Der Sulcus medialis kommt in der kaudalen Halfte des letzteren am deutlichsten vor und lauft anfangs fast horizontal, dann kriimmt er sich pleitzlich in seinein kaudalen Teil nach kaudodorsal und geht in den Sulcus medialis mesencephali ilber (Fig. 2, Taf. XX). Der Sulcus ventralis ist viel schwiicher ausgebildet als beim ausgewachsenen Hynobius. Er beginnt im Alittelteil des Ventrikels and zieht anfangs von kraniodorsal nach kaudoventral, dann krammt nach kaudodorsal and tritt in den Recessus lateralis des Infundibularventrikels ein, urn den Sulcus lateralis infundibuli zu bilden (Fig. 2, Taf. XX). Die Eminentia epithalami, die dorsal vom Sulcus dorsalis liegt und in ihrem kranialen Teil das Ganglion habenulae enthdlt, ist gut ausgebildet und die beiderseitigen vereinigen sich im Recessus pinealis miteinander. Zwischen diesen beiderseitigen Eminentiae liegt der Recessus epithalami, der hier eine sehr deutliche Grube bildet (Fig. 1, 2. Taf. XX u. Textfig. 4). Die breiteste Eminentia thalami ist durch den Sulcus medialis in zwei Teile, Pars dorsalis und ventralis, eingeteilt. Die Pars Querschnitt durch das Diencephalon ( x51). (115 rum langes ausgewachsenes Tier). e. ep. Eminentia epithalami, e. hy. Eminentia hypothalami, e. th. Eminentia thalami, s. d. d. Suleus dorsalis diencephali, s. m. d. Suleus medialis theneephali, s. v. d. Suleus ventralis dieneephali.

7 Uber die Sulci und Eraineutiae des Hirnventrikels von Diemictylus pyrrhogaster. 381 dorsalis lauft nach kaudal gun/. parallel zum Sulcus medialis und geht in die Eminentia dorsalis mesencephali tiber, wahrend die Pars ventralis in die Eminentia ventralis mesencephali sich fortsetzt (Fig. 2, Taf. XX). Diese Befunde sind ganz identisch mit denen des Larvalstadium des Hynobius (32 mm lange Larve). Die Erninentia hypothalami ist auch ziemlich gut entfaltet und geht kaudalwürts in den Seitenwulst des Infundibulunis tiber. Der ventrale Teil des Diencephalonventrikels liegt zwischen den beiderseitigen Eminentiae hypothalami und bildet einen rinnenformigen Raum, dessen vorderer Teil tief in die Ventrikelwand einkeilt und den Recessus praeopticus bildet, wiihrend der kaudale Teil zwischen den beiderseitigen lnfundibularwiilsten eine Furche, Sulcus ventralis infundibuli, bildet. Der Recessus praeopticus und der Sulcus ventralis infundibuli bilden daher tiber den Chiasmawulst eine gem.eiusame fortlaufeude Furche (Fig. 3, Taf. XX). Der Chiasmawulst bildet den Bodeu des Diencephalon.ventrikels und ist gut entwickelt wie beim ausgewachsenen Hynobius. Der Recessus epithalami ist beim Dien-tictylus verhaltnismassig sehr gut ausgebildet und sein Mittelteil buchtet sich in dorsale Wand des Diencephalen pyramidenfdrmig ein. Sein vorderer grosserer Teil ist von der Paraphyse dorsal bedeckt. Der Recessus pinealis ist durch die Verbindung der beiderseitigen Eminentiae epithalami gebildet und nicht so gut entwickelt wie beim ausgewachsenen Hynobius (Fig. 1, Taf. XX). Infundibularventrikel. Beim Diemictylus konnte ich den Canalis infundibuli nicht gut nachweisen im Gegensatz zum Hynobius. Er kommuniziert vielmehr mit dem Diencephalonventrikel durch eine sehr weite Offnung Taf.XX). Der Sulcus ventralis diencephali dringt in den Infundibularventrikel ein und bildet den Sulcus lateralis infundibuli, der pale an der dorsalen Wand des Ventrikels nach kaudal lduft und dann in den Recessus lateralis eintritt. Der letztere liegt zwischen der dorsalen Wand und dem Seitenwulste und stellt nicht eine so starke Grube dar, ie beim ausgewachsenen Hynobius (Fig. 2, 3, Taf. XX u. Textfig. 5). 'eh konnte hier den Recessus dorsalis und den Sulcus dorsalis infundibuli nicht nachweisen und ebenso zeigt sich die dorsale Wand als eine flache Wand. Der Sulcus ventralis infundibuli, der zwischen den beiderseitigen Seitenwillsten liegt, ist nur in kranialen Teil gut bemerkbar, vertreicht aber nach kaudal, allmahlich unschdrfer werdend, in der Mate des infuudibularventrikels (Fig. 3, Taf. XX).

8 382 Ryogen Sumi, Mesencephalonventrikel. Der kraniokaudal verliingerte Mesencephalonventrikel beugt sich ziemlich in seiner Mitte stark nach dorsal auf. Sein Mittelteil ist angeschwolleu und er zeigt sich also sowohl an dorsaler als auch seitlicher Ansicht als eine Spindelform. Er trdgt den Sulcus dorsalis und ventralis. Seine kaudale schrnale Pattie ist iiber die Corpora quadrigemina posteriora ausgestillpt (Fig. 1, 2, 3, Tat'. XX u. Texttig. 5). Der von kranial nach kaudal verlaufende Sulcus dorsalis verbindet sich am kranialen Teil mit dem Sulcus dorsalis diencephali und ist nach dorsal bogenfurmig gekriimnat (Fig. 1, 2, Taf. XX). Der Sulcus ventralis beginnt am Tuberculum posterius und verlduft auch von kranial nach kaudal, dann verbindet er sich mit dem Sulcus centralis rhombencephali an seinem kaudalen Teil. Die Fovea isthmi liegt in der kaudalen Abteilung des Sulcus ventralis und repritsentiert eine sehr kleine Grube (Fig. 2, Taf. XX). Der Sulcus lateralis mesencephali, der die Fortsetzu.ng des Sulcus medialis diencephali bildet, lduft bogenfdrmig von

9 Uber die Sulci und Eminentiae des Hirnventrikels von Diemictylus pyrrhogaster. 383 kranioventral nach kaudomedial ant' der Seiteuwand des Mesencephalon nahe dem Sulcus dorsalis und zuletzt tritt er mit diesem in den kaudalen schmalen Raum des Mesencephalon ein (Fig. 2, Taf. XX). Ventral von diesem Sulcus liegt eine andere Furche, die kaudalwiirts parallel zum letzteren liiuft. Sie verbindet sich mit dem Sulcus medialis rhombencephali und stellt den Sulcus isthmi dar, aber er entspringt nicht aus der Fovea isthmi (Fig. 2, Taf. XX). Dieser Befund stimmt giinzlich mit dem beim Stadium 9 von Hynobius (32 mm lange Larve). Rhombencephalonventrikel. Er ist dreieckig und sein kaudaler schmaler Teil ist sehr lang ausgezogen and geht in den schmalen Canalis centralis des Riickenmarks aber. Einen solchen langen Ventrikel konnte ich beim Hynobius nicht n achweisen. Median liegt der Sulcus centralis and bildet die Verlangerung des Sulcus ventralis mesencephali. Der Sulcus medialis verhalt sich gleich wie beim 32 mm langen Hvnobius. zieht anfangs parallel Querschnitt durch den kranialen Teil des Rhombencephalon ( x 51). (115 min langes ausgewachsenes Tier). e. d. r. Eminentia dorsalis rhombencephali, e. 1. r. Eminentia lateralis rhombencephali, e. m. r. Eminentia medialis rhombencephali, s. lg. c. Sulcus longitudinalis centralis, s. lg. 1. Sulcus longitudinalis lateralis, s. lg. m. Sulcus longitudinalis medialis.

10 384 Ryogen Sumi, zum Sulcus centralis, dann von rostrolateral nach kaudomedial und tritt zuletzt in den Canalis centralis des Riickenmarks ein. Der Silicas lateralis lduft von rostrolateral nach kaudomedial und vereinigt sich mit dem Sulcus medialis ungefdhr im Mittelteil des Rhombencephalonventrikels (Fig. 3, Taf. XX u. Textfig. 6). Die grosste Eminentia medialis weist die Fortsetzung der Eminentia ventralis mesencephali auf und ihr kranialer Teil ist breit, während sie nach kaudal immer mehr sehr sich verschmdlert. Die kleinste Eminentia lateralis ist dreieckig and liegt nur im kranialen Teil. Die Eminentia dorsalis bildet, von kraniolateral nach kaudomedial ziehend, die lateral Wand des Rhombencephalonventrikels und steht fast senkrecht auf dem Boden des letzteren (Fig. 3, Taf. XX u. Textfig. 6). Der Isthmus rhombencephali ist sehr schmal und vom kleinen dreieckigen. Raum des Mesencephalonventrikels von dorsal bedeckt. Vergleichung und Zusammenstellung. Bei den Hemisphdrenventrikeln hat man zuerst die beiden Ventrikel, Ventriculus lobi olfactorii und hemisphaericus, zu beriicksichtigen. Suess ar e w('08) hat beim Frosch bereits oberfidchlich den Lobus olfactorius und hemisphaericus unterschieden. Nachher hat Bin de wal d ('14) diesbeziiglich folgendes geschrieben. So kiinnen wir die Grenze zwischen dem Lobus olfactorius und dem Lobus hemisphaericus wenigstens in den Ventrikelwiinden feststellen! " Er fiat ndmlich durch den Recessus mediokaudalis und laterofrontalis den Ventriculus lobi olfactorii und hemisphaericus unterschieden. Aber der sog. Recessus mediofrontalis (B in de w ald) ist eine Grube, die in der medialen Wand nur durch die froutale Spitze des Ventrikels gebildet wird und dem Binnenraum meines sog. Polus anterior entspricht. Neuerdings hat B en z on ('26) am negativen Modell des Ventrikels vom Cryptobranchus japonicus den Recessus mediofrontalis, mediokaudalis und laterofrontalis beschrieben and den Ventriculus bulbaris (Ventriculus lobi olfactorii, Bindewald) and Ventriculus lateralis (Ventriculus hemisphaericus, Bin dew aid) unterschieden. Beim Diemictylus konnte ich den Recessus laterofrontalis und mediokaudalis bemerken, obgleich sie nicht so stark ausgebildet siud. Per Ventriculus lobi olfactorii stellt nur einen einfachen. Teil des gemeinsamen Ventrikelsystems der Hemisphdren dar, also niiichte ich hier die beiden Ventrikel als einen gemeinsamen Raum hetrach ten. Morphologisch verhalt sich der Ventrikel des Diemictylus von dem des ausgewachseneu Hynobius in einigen Punkten abweichend. So ist

11 Ober die Sulci and Eminentiae des Hirnventrikels von Diemictylus pyrrhogaster der Ventrikel des ersteren transversal abgeplattet und dorsoventral mehr verldngert als der des letzteren. Die beiderseitigen Ventrikel liegen her viel nailer aneinander als beim ausgewachsenen Hynobius. Von den Furchen und Eminentiae haben Bin d e wald ('14) und J3enzon ('20) nur den Sulcus intermedius (Sulcus limitans hippocampi) beschrieben. Ich habe bereits beim Hynobius ('26) iiber die Sulci und Eminentiae genaueres angegeben. Der Sulcus epibasalis inferior,konanat nur in einem Fall unter 6 Serien deutlich vor. Hier werde ich nur einige neue Reliefs, die dem Diemictylus eigentiimlich sind, erwiihnen. Fast parallel zum Angulus dorsalis und nahe diesem Mat eine besondere Furche auf der Eminentia pallialis medialis. Uber diese Furche liegt bis jetzt keine Beschreibung vor, so weit mir bekannt ist. Ich mochte sie den Sulcus pallialis medialis nennen. Eine andere Furche, die auf dem. kaudalen Teil der Eminentia epibasalis liegt, liiuft fast parallel zum Angulus ventralis kurz dorsal vom letzteren und dringt in der Ventriculus impar telencephali ein. Ich nenne sie den Sulcus basalis lateralis. Die beiden Furchen kommen bei alien von mir untersuchten 6 Serien (100%) vor. Beim Diemictylus sind die Eminentia pallialis medialis und epibasalis am grossten und die Eminentia pallialis lateralis, dorsalis und septalis klein. Der Ventriculus impar telencephali ist transversal sehr schmal, dorsoventral sehr hoch und kraniokaudal mehr verliingert, zum Vergleich mit.der des ausgewachsenen Hynobius. Er kommuniziert durch die weiteoffnung (Foramen interventriculare) mit dem Hemispharenventrikel. Seine ventrale Flache ist nach ventral sehr stark konvex und die ventrale Kante bildet den Sulcus ventralis. Der Diencephalonventrikel ist vorn vom Ventriculus impar telencephali begrenzt. Da der erstere transversal schmal und der letztere dagegen weit ist, so ist die Begrenzung zwischen den beiden sehr scharf ausgepriigt. Besonders an der ventralen Seite dringt der Torus transversus zwischen den beiden stark ein. Die drei Fuchen und drei Eminentiae im Diencephalonventrikel, Sulcus dorsalis, medialis und ventralis und Eminentia epithalami, hypothalami und thalami, verlaufen fast gleich wie beim larvalen Stadium von Hynobius (32 mm lange Larve). Der Recessus praeopticus springt mehr nach vorn und ventral tiefer vor und steht iiber den Torus transversus gegen die kaudaleflüche des Ventriculus impar telencephali. Der Torus transversus beim Diemictylus springt in den Ventrikel von ventrokranial nach dorsokaudal sahief zwischen dem Recessus praeopticus und dem Ventriculus impar telencephali vor, was ROthig ('23) auch bei Diemictylus viridescens, Siren lacertina und Cryptobranchus japonicus deutlich in seinen Textfiguren bezeichnet hat'

12 386 Ryogen Sumi, Der Infundibularventrikel ist in der kraniokaudalen Richtung mehr verdickt aber in der transversalen sehmaler als beim ausgewachenen Hynobius und bildet nur den Recessus lateralis, Sulcus lateralis und Sulcus ventralis infundibuli dar. Der Sulcus dorsalis und Recessus dorsalis, die ich beim ausgewachsenen Hynobius genau beschrieben habe, sind hier nicht vorhanden und die dorsale Wand des Infundibularventrikels ist ganz eben. Der Canalis infundibuli, der beim ausgewachsenen Hynobius besonders deutlich herausmodelliert ist, ist beim Diemictylus nicht bemerkbar. Hier ist vielmehr ein sehr welter Raum vorhanden. Der Mesencephalonventrikel zeigt im allgemeinen die gleiche Form mit dem des larvalen Hynobius (32 mm lange Larve). Er bietet sowohl an der seitlichen als auch dorsalen Ansicht eine Spindelform dar. Der Sulcus lateralis mensencephali stellt die Fortsetzung des Sulcus medialis diencephali dar und verliiuft parallel zur Kriimmung des Mesencephalonventrikels. Der Sulcus isthmi zeigt den gleichen Verlauf wie beim larvalen Hynobius mm lange Larve), daher entspringt er nicht aus der Fovea isthmi, die an diesem Tier nicht so gut entwickelt ist. Der Sulcus dorsalis und ventralis mesencephali bieten sich ganz gleich wie beim larvalen Hynobius (32 mm lange Larve) dar. Der kaudale Teil des Mesencephalonventrikels springt nach kaudal, eine kleine dreieckige Spitze hildend, iiber die Corpora quadrigemina posteriora vor. Dieser Befund war beim Hynobius in alien Stadien niemals bemerkbar. Der Rhombencephalonventrikel zeigt im allgemeinen die gleichen Reliefs wie beim ausgewachsenen Hynobius. Der Sulcus centralis ist die direkte,fortsetzung des Sulcus ventralis mesencephali und liegt zwischen den beiderseitigen Eminentiae mediales. An deren lateralen Seite liiuft der Sulcus medialis, der die Fortsetzung des Sulcus isthmi bildet. Der kaudale Teil des Ventrikels ist sehr verschmiilert, stark lang ausgezogen, und geht in den Canalis centralis des Riickenmarks fiber, wiihrend dieser Teil beim ausgewachsenen Hynobius plotzlich schmal wird und mit dem sehr schmalen Canalis centralis des Riickenmarks sich verbindet. Zusammenfassung. 1. Der Hirnventrikel des ausgewachsenen Diemictylus pyrrhogaster ist im grossen und ganzen fast gleich geformt wie bei einem gewissen jarvalen Stadium von Hynobius (S umi '26, Stadium 9, 32 mm lange Larve). Der Hemisphiirenventrikel ist transversal abgeplattet, dagegen in der dorsoventralen Richtung verliingert. Der Diencephalon- und Mesencephalonventrikel ist auch transversal abgeplattet und in der tdorsoventralen Richtung verliingert. Der Rhombencephalon.ventrikel

13 TYber die Stilci und Eminentiae des Hirnventrikels von Deiraidylus pyrrhogaster. 387 zeigt eine dreieckige Form und sein schmaler kaudaler Teil ist nach kaudal aussorst verliingert. 2. Der Recessus mediokaudalis und laterokaudalis (Bin de wald) -sind sehr deutlich hervorgetreten, aber der Recessus mediofrontalis (Bindew aid) ist nicht vorhan(len. 3. Parallel zuna Angulus dorsalis und kurz ventral davon liiuft eine 'bi sher nicht erwiihnte Furche auf der Eminentia pallialis medialis, die ich den Sulcus pallialis medialis nenne. Auf der Eminentia hasalis liegt auch eine horizontale konstante Furche, die ich Sulcus basalis lateralis benennen muchte. 4. Der Torus transversus springt von ventrorostral nach dorsokaudal vor und bildet eine starke Erhabenheit. 5. Der Sulcus ventralis et dorsalis ventriculi imparis telencephali -sind gut bemerkbar. 6. Der Diencephalonventrikel zeigt ein anderes Aussehen als der des ausgewachsenen Hynobius in folgenden Punkten : a) Der Sulcus medialis diencephali lüuft nach kaudal und verbindet sich mit dem Sulcus lateralis mesencephali, b) Der Sulcus ventralis diencephali tritt in das Infundibulum ein und bildet den Sulcus lateralis infundibuli. Der letztere Befund ist auch bei Cryptobranchus japonicus, Diernictylus viridescens und Rana viridis CROthig '23, in Textfiguren) bemerkbar. 7. Der Infundibularventrikel ist nicht so gut wie beim ausgewachsenen ilynobius ausgebildet und es fehlt der Canalis infundibuli, Recessus dorsalis and Sulcus dorsalis. 8. Der Sulcus diencephalomesencephalicus ist nicht so gut hemerkbar wie beim Hynobius. 9. Der Mesencephalonventrikel zeigt die folgenden anderen Reliefs als beim ausgewachsenen Hynobius : a) Er ist sowohl in kraniokaudaler als auch in dorsoventraler Richtung spindelformig verliingert, wie beim larvalen Hynobius (32 mm lange Larve), b) Der Sulcus isthmi verhiuft -parallel zum Sulcus lateralis mesencephali und geht nicht von der Fovea isthmi aus, c) Der kaudale Teil des Mesencephalons springt iiber die Corpora quadrigemina posteriora stark nach kaudal hervor. 10. Die Fovea isthmi ist schwach ausgebildet. 11. Der kaudale Teil des Rhombencephalonventrikels ist stark ver- 'hi nged und geht, allniiihlich schmiiler werdend, in den sehr schmalen Canalis centralis des Racken.marks Zum Schluss mochte ich den Herren Prof. K. Ok aj i m a und Dr. H. K uhlenbeck fur ihre freundliche Unterstiitzung bei dieser Arbeit _meinen herzlichen Dank aussprechen.

14 388 Ryogen Sumi, Literaturverzeichnis. Ben z on, A., Die markhaltigen Faserziige im Vorderhirn von Cryptobranchus japonicus. Zeitschr. f. mikr.-anat. Forsch. Bd Bin de wald, A., Das Vorderhirn von Amblystoma mexicanum. Arch. f. mikr. Anat. Bd E cker-gaupp, Anatomie des Frosches. Bd. II. 2 Aufl Braunschweig. Kuhlenbeck. H., Weitere Mitteilungen zur Genese der Basalganglien. 'Ober die sogenannten Ganglienhiigel. Anat. Anz. Bd Rot hi g, P., eber das Zwischenhirn der Amphiben. Arch. f. mikr. Anat. u. Entw. Bd Sn m i, R., f_,ber die Morphogenese des Gehirns von Hynobiu.c_z nebulosus. Fax anat. japon. Bd Erklarung der Abbildungen (Tafel XX). Abkiirzungen. a. d. Angulus dorsalis a. v. Angulus ventralis. f. is. Fovea isthmi. r. ep. Recessus epithalami. r. inf. Recessus infundibuli. r. 1. Recessus lateralis. r. L c. Recessus laterocaudalis. r. m. c. Recessus mediocaudalis. 1. p. Recessus pinealis. r. pr. Recessus praeopticus. s. b. 1. Sulcus basalis lateralis s. d. d. Sulcus dorsalis diencephali. d. imp. Sulcus dorsalis ventriculi imparis telencephali. d. rn. Sulcus dorsalis mesencephali. s. ep. i. Sulcus epibasalis inferior. s. ep. Sulcus epibasalis superior. s. int. Sulcus intermedius. s.is. Sulcus isthmi. s. lg. c. Sulcus longitudinalis centralis. s. 1g. 1. Sulcus longitudinalis lateralis. s. lg. m. Sulcus longitudinalis s. m. d. Sulcus medialis diencephali. s. m. m. Sulcus medialis mesencephali. s. p. in. Sulcus pallialis medialis. s. v. d. Sulcus ventralis diencephali. S. v. imp. Sulcus ventralis ventriculi imparis telencephali. s. v. inf. Sulcus ventralis infundibuli. s. v. m. Sulcus ventralis mesencephali. v. i. t. Ventriculus impar telencephali. Fig. 1. Die Dorsalansicht des negativen Ventrikelmodells von 115 mm langem ausgewachsenem Diemictylus pyrrhogaster. Das Modell ist bei 25. facher VergrOsserung hergestellt. VerlAltnis von 3 Abbildungen (Fig. 1-3): Modell=1: Fig. 2. Die Lateralansicht desselben Modells. Fig. 3. Die Ventralansicht desselben Modells. Fig. 4. Der Telencephalonventrikel desselben Modells, viel mehr vergrossertg-ezeiclmet.

15 FOLIAANATOMICA JAPONICA,BD. IV. Fig. 1. TAF. XX. Fig. Fig. R. Sumi. Fig