NEUES AUS DEM INSTITUT
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- Rosa Fischer
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1 Institut für Partizipation und Bildung 11. März 2014 Ausgabe 2 NEUES AUS DEM INSTITUT Am 11. November 2013 haben wir den ersten Newsletter des Instituts für Partizipation und Bildung veröffentlicht mit der Ankündigung uns unregelmäßig wieder zu melden. Heute ist es wieder soweit. Es ist so einiges geschehen, von dem wir denken, dass es vielleicht auch für Andere, die sich für Partizipation von Kindern und Jugendlichen interessieren, von Interesse ist. So gibt es die ersten Bilderbücher, in denen gesellschaftliches Engagement von Kindern für Kinder beschrieben wird, hat der schleswig-holsteinische Landesverband der Arbeiterwohlfahrt Partizipation als zentrales Moment der Qualitätsentwicklung definiert, starten neue Qualifizierungen für Partizipation in der Kinder und Jugendhilfe, arbeiten wir mit der Laborschule in Bielefeld zusammen, stellen wir erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur Demokratiebildung in Kitas vor, gibt es neue Veröffentlichungen und so einiges mehr. Sie können diesen Newsletter über unsere Homepage abonnieren und auch wieder abbestellen. GESCHICHTEN VOM MITENTSCHEIDEN UND MIT- HANDELN IN DER KITA Das Projekt Mitentscheiden und mithandeln in der Kita (Teilprojekt von jungbewegt, einem Projekt der Bertelsmann Stiftung) wurde schon im letzten Newsletter vorgestellt. Voraussichtlich im April erscheinen die fünf Bilderbücher vom Mitentscheiden und mitmachen in der Kita. Sie erzählen Geschichten, die so oder ähnlich in den Projektkitas passiert sind. Damit gibt es erstmalig in dieser Form Geschichten von Engagement und Demokratie für Kinder. Die Bilderbücher können die Fachkräfte dabei unterstützen, mit Kindern über verschiedene Engagementthemen zu sprechen oder auch Gremien (z.b. ein Kinderparlament) einzuführen. Und ganz nebenbei machen die Bilderbücher Demokratie in der Kita auch für Mütter und Väter konkret. Damit Sie sich einen ersten Eindruck von diesen Geschichten machen können, haben wir kleine Illustrationen in diesem Newsletter verteilt. Illustriert wurden die Geschichten von Matthias Berghahn, lektoriert von Simone Nettingsmeier. Bestellt werden können die Bücher nach Erscheinen über den Buchhandel oder den Verlag der Bertelsmann Stiftung. IN DIESEM HEFT Geschichten vom Mitentscheiden und Mithandeln. 1 Partizipation als Aufgabe der Qualitätsentwicklung... 2 Neue Qualifizierungen für Multis. 3 Eine Verfassung für die Schuleingangsstufe der Laborschule Bielefeld. 3 Aus der Forschung zur Demokratiebildung 4 Veröffentlichungen aus dem IPB.. 5 FAQs zu Partizipation... 6 Und dann war da noch... 6
2 PARTIZIPATION IN KITAS BRAUCHT EINE STRATEGIE DER VERBÄNDE Dass Kinder in Kitas beteiligt werden und dass Kitas als demokratische Orte konzipiert werden können, haben unzählige Kindertageseinrichtungen gezeigt. Bislang beruhte die Einführung von Partizipation häufig auf dem Engagement der einzelnen Einrichtung. Was aber, wenn die Mitarbeiterinnen oder gar die Leitung wechselt? Wie kann es gelingen, Partizipation auch über die einzelne Kita hinaus nachhaltig zu verankern? Dies benötigt eine Entscheidung des Trägers für Partizipation und eine Verankerung im Rahmen der Qualitätsentwicklung. Leitungen und Gruppenfachkräfte stehen dabei zum Teil vor unterschiedlichen Herausforderungen. Während Teams vor allem durch Fortbildungen unterstützt werden können, brauchen Leitungen ggf. Ansprechpartner/innen bezüglich Leitungsherausforderungen, die eine demokratische Kita mit sich bringt. Mit dem Modellprojekt Nachhaltige Implementierung von Partizipation in den Kindertageseinrichtungen der AWO Schleswig-Holstein ggmbh entwickeln und erproben die Projektpartner erstmalig in Deutschland eine Implementierung demokratischer Pädagogik auf der Ebene der Qualitätsentwicklung für einen Landesverband. AWO-KINDER BESTIMMEN MIT PARTIZIPATION ALS AUFGABE DER QUALITÄTSENTWICKLUNG Am 24. Januar 2014 fand die Auftaktveranstaltung eines trägerübergreifenden Modellprojektes zur Förderung einer nachhaltigen Verankerung von Partizipation in Kitas in Schleswig-Holstein statt. Staatsekretärin Anette Langner überreichte im Beisein der beteiligten Kita- Leitungen und der vom Institut für Partizipation und Bildung ausgebildeten Partizipationsfachkräfte einen Förderbescheid der Gemeinschaftsaktion Schleswig-Holstein Land für Kinder an den Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein ggmbh, Michael Selck. Dieses Projekt liegt der Arbeiterwohlfahrt am Herzen und ich freue mich, dass wir nach einer Vorarbeit von einem Jahr nun endlich durchstarten können, betonte Michael Selck zum Auftakt. Gerade in den ersten Lebensjahren ist eine früh einsetzende Förderung von großer Bedeutung, da Kinder besonders wissbegierig und lernfähig sind. Wo, wenn nicht in den Kindertagesbetreuungs-Einrichtungen, sollen wir damit anfangen, diese Werte zu vertreten und zu leben, die aus unserer Sicht notwendige Bedingungen einer wahrhaft demokratischen Gesellschaft sind?. Damit hat sich bundesweit erstmalig ein Landesverband entschieden, die Verstetigung von Partizipation zum tragenden Moment der Qualitätsentwicklung in den Kitas zu machen. In den nächsten drei Jahren planen alle 54 Kindertageseinrichtungen der AWO Schleswig-Holstein ggmbh sowie weitere Kindertageseinrichtungen der kooperierenden Verbände (Deutscher Kinderschutzbund, LV Schleswig-Holstein e.v., sowie Caritasverband Schleswig-Holstein e.v.) ein Beteiligungsprojekt. Darüber hinaus verankern sie die Rechte der Kinder in einer Kita-Verfassung strukturell. Das Projekt ist auch vor dem Hintergrund der Regelungen des Bundeskinderschutzgesetzes zu Partizipation und Beschwerdeverfahren in den Einrichtungen bedeutsam. Die Fortbildungen erfolgen durch vom Institut für Partizipation und Bildung ausgebildete Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Sie begleiten die Kitas darin, Beteiligung nach dem Konzept Die Kinderstube der Demokratie umzusetzen. Unterstützt werden die Kitas seitens des Landesverbandes durch Sabine Redecker, die sich seit vielen Jahren für Partizipation in der Kita engagiert. Neu an dem Projekt ist, dass nicht nur alle Kitas eines Landesverbandes Partizipation implementieren, sondern dass auch die Leitungen Unterstützung erhalten. Bei erfolgreicher Implementierung können sich die Kindertageseinrichtungen durch das Institut für Partizipation und Bildung als Kinderstuben der Demokratie zertifizieren lassen. Seite 2
3 NEUE QUALIFIZIERUNGEN Auch 2014 beginnen neue Qualifizierungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Partizipation in der Kinder und Jugendhilfe. Für Kindertageseinrichtungen Der Landschaftsverband Rheinland hat eine Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Partizipation in Kindertageseinrichtungen ausgeschrieben. Die Qualifizierung startet im März 2014 in Rösrath bei Köln. Auch der AWO Bundesverband hat, nachdem im Januar 2014 die erste verbandsinterne Schulung dieser Art mit der Zertifizierung von 14 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Partizipation in Kindertageseinrichtungen erfolgreich abgeschlossen wurde, erneut eine Qualifizierung ausgeschrieben. Diese startet am 22. September 2014 in Remagen-Rolandseck. Die Bertelsmann Stiftung plant eine Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Partizipation und gesellschaftliches Engagement in Kindertageseinrichtungen nach dem vom IPB entwickelten Konzept "Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita", die im Oktober in Berlin starten soll. Zudem bietet die Bertelsmann Stiftung für bereits qualifizierte Multis für Partizipation in Kitas eine Sommerakademie an, in der diese dafür qualifiziert werden, neben dem Konzept "Die Kinderstube der Demokratie" künftig auch das Konzept "Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita" zu verbreiten. Für die offene Kinder und Jugendarbeit Die Bertelsmann Stiftung startet im März 2014 die Fortbildung Gesellschaftliches Engagement von benachteiligten Jugendlichen: Ausbildung als Beraterin oder Berater in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Diese wird nach dem Abschluss des Modellprojekts Förderung Gesellschaftlichen Engagements von benachteiligten/bildungsfernen Jugendlichen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (GEBe) gemeinsam mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) und Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker vom IPB mit seinem Team angeboten. Fachkräfte aus der Jugendarbeit werden ein Jahr lang qualifiziert, pädagogische Teams aus Jugendhäusern zu beraten, so dass diese ausgehend von den alltäglichen Handlungsweisen und Themen der Besucher/innen partizipative Projekte gesellschaftlichen Engagements entwickeln können. 24 Teilnehmer/innen sind angemeldet. Multiplikator/innen Partizipation beginnt in den Köpfen der Erwachsenen - dieser Satz aus dem Konzept Die Kinderstube der Demokratie verweist auf die grundlegende Bedeutung der Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte für Demokratiebildung. Fortbildungen und Teambegleitungen sind zentrale Einflussfaktoren für eine Förderung von Demokratie in Kinder und Jugendhilfeeinrichtungen. Das Institut für Partizipation und Bildung hat daher auch ein Fortbildungskonzept für Multiplikator/ innen entwickelt, indem sowohl Inhalte von Partizipation als auch didaktischmethodische Vorgehensweisen vermittelt werden. Bislang wurden diese Qualifizierungen für Kitas und Heimerziehung angeboten. Clou des Konzeptes ist es, dass das Gesellschaftliche immer schon im Alltag der Kinder/Jugendlichen in der Jugendarbeit entdeckt und aufgegriffen wird. Engagement entsteht nicht in pädagogisch vorgegebenen Gutmensch-Projekten, sondern indem die Kids unterstützt werden, ihre Themen zu entfalten, wie klein und nebensächlich sie zunächst auch immer erscheinen mögen. So kann Kinder- und Jugendarbeit ihren gesetzlichen Auftrag umsetzen, bei den Interessen der Kids ansetzen und ihnen darüber gesellschaftliche Mitentscheidung und Mitverantwortung eröffnen. EINE VERFASSUNG FÜR DIE SCHULEINGANGSSTUFE DER LABORSCHULE BIELEFELD Demokratiebildung ist eine Aufgabe für alle pädagogischen Institutionen. Die Erfahrungen des Instituts für Partizipation und Bildung liegen bislang vor allem in der Begleitung von Einrichtungen der Jugendhilfe (Kitas, Jugendarbeit, Heimerziehung). Mit der Begleitung der Laborschule Bielefeld bei der Erarbeitung einer Verfassung für die Schuleingangsstufe, in der die Rechte der Kinder verbindlich geregelt und Beteiligungsgremien und verfahren festgelegt werden, vertiefen wir unsere Erfahrungen mit Demokratiebildung in der Schule. Nach ersten Fortbildungen können wir Erfahrungen in diesem Projekt voraussichtlich Anfang 2015 vorstellen. Seite 3
4 INFORMATIONEN AUS FORSCHUNG UND PRAXIS AUSWEITUNG DER WEITER- BILDUNGSINITIATIVE FRÜHPÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE (AWIFF) In diesem Programm fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung 29 Forschungsprojekte. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen Transparenz, Qualität und Anschlussfähigkeit der Aus- und Weiterbildung für frühpädagogische Fachkräfte. Die Vorhaben haben zum Ziel, empirische Erkenntnisse über institutionelle und personelle Voraussetzungen und Notwendigkeiten im Bereich der frühen Bildung zu gewinnen. Das Forschungsprojekt Schlüsselkompetenzen pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen für Bildung in der Demokratie ist ein Verbundprojekt zwischen Prof. Dr. Raingard Knauer (FH- Kiel) und Prof. Dr. Ulrich Bartosch (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt). Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind: Christiane Bartosch, Johanna Bleckmann, Imke Hesse, Elena Grieper, Agnieszka Kulma. FORSCHUNG: WAS MÜSSEN FACHKRÄFTE FÜR DEMOKRATIEBILDUNG KÖNNEN UND WIE LERNEN SIE DAS? Ob Kitas demokratisch gestaltet werden ist zunächst vor allem vom Handeln der pädagogischen Fachkräfte abhängig. Was sollten pädagogische Fachkräfte können, um Kitas demokratisch zu gestalten? Und wie lernen sie das? Diesen Fragen wird im Forschungsprojekt Schlüsselkompetenzen pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen für Bildung in der Demokratie nachgegangen. Dazu wurden Kinder, Fachkräfte, Leitungen und Eltern in sechs Kitas in Schleswig-Holstein und Bayern befragt. In der Auswertung wurden acht Kategorien deutlich, die demokratisches Handeln in der Kita kennzeichnen: Macht / Entscheidungen, Themen / Inhalte, Regeln / Ordnungen / Gesetze, Raum, Kommunikation, Subjekt / Gruppe, Wertschätzung. Die Großen sind die Bösse! waren sich die Kinder einig. Sie konnten auch beschreiben, zu welchen Themen und Inhalten sie beteiligt werden (oder nicht). Im Spiel empfinden sie die meisten Mitbestimmungsmöglichkeiten. Ihre Handlungsspielräume werden vor allem durch Regeln bestimmt. In der weiteren Auswertung konnten für das Handeln der Fachkräfte fünf Merkmale identifiziert werden, die Demokratiebildung der Kinder unterstützen: Anerkennung: Demokratie basiert auf Rechten und Wertschätzung der Kinder sowie Anteilnahme an ihrem Handeln. Pädagogische Gestaltung: Demokratie muss Kindern didaktischmethodisch eröffnet werden, z.b. auch durch Zurückhaltung der Erwachsenen. Transparenz: Nur wenn Kindern Handlungsabläufe transparent sind und sie wissen, wie sie sich wo einmischen können, erfahren sie Rechte auch unabhängig von Erwachsenen. Eine demokratische Verfasstheit der ganzen Kita: Beteiligung der Kinder braucht auch einen demokratischen Umgang im Team. Kooperation mit Eltern und eine Begründung des demokratischen Handelns nach Außen: Es gilt das demokratische Handeln in der Kita auch Müttern und Vätern und anderen Partnern außerhalb der Kita deutlich zu machen und zu begründen. Als Ergebnis konnte differenziert beschrieben werden, wie pädagogische Fachkräfte Demokratieerfahrungen der Kinder im Handeln unterstützen können. Und wie können angehende Fachkräfte dieses in ihren Ausbildungen lernen? Antworten auf diese Frage gibt die Auswertung von Gruppendiskussionen, die mit Lehrenden und Lernenden in Fachschulen und Hochschulen geführt wurden. Diese Ergebnisse werden im nächsten Newsletter skizziert. Abschlusstagung des Forschungsprojekts am 14. April 2014 in Kiel Informationen unter: Seite 4
5 VERÖFFENTLICHUNGEN AUS DEM IPB An dieser Stelle erhalten Sie einen Überblick über Veröffentlichungen der Institutsmitglieder zum Thema Partizipation seit Erscheinen des letzten Newsletters. Einige dieser Texte sind auf der Homepage des Instituts auch als Download verfügbar: Hansen, Rüdiger; Knauer, Raingard 2014 (i.e.): Leon und Jelena. Geschichten vom Mitbestimmen und Mitmachen im Kindergarten, 5 Bilderbücher für Kinder, Gütersloh (Bertelsmann Stiftung). Hansen, Rüdiger; Knauer, Raingard 2014 (i.e.): Das Praxisbuch. Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita, Gütersloh (Bertelsmann Stiftung). Hansen, Rüdiger; Knauer, Raingard 2013: Partizipation eine didaktische Herausforderung, in: Neuß, Norbert (Hrsg.): Grundwissen Didaktik für Krippe und Kindergarten, Berlin (Cornelsen), S Knauer, Raingard 2013: Demokratie in Kindertageseinrichtungen aber nicht nur für Kinder, in: E&W S-H Sonderheft soz-päd. Berufe, 12, S Sturzenhecker, Benedikt; Knauer, Raingard; Dollase, Rainer 2013: Bildungsverständnis und sozialpädagogische Orientierungen von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Ergebnisse der Evaluation der Bildungsleitlinien Schleswig-Holstein, in: neue praxis 5, S Fuchs, Manuel; Sturzenhecker, Benedikt 2013: Artikulation und Partizipation von Jugendlichen in der kommunalen Öffentlichkeit am Beispiel von Projekten Mobiler Jugendarbeit aus der Schweiz. In: deutsche jugend, Heft 12, S Sturzenhecker, Benedikt 2013: Demokratiescouts ein Vorschlag zur Stärkung jugendlicher Partizipation an demokratischen Öffentlichkeiten und Entscheidungen in der Kommune. In: deutsche jugend, Heft 12, S Sturzenhecker, Benedikt 2013: Anspruch, Potential und Realität von Demokratiebildung in der Jugendverbandsarbeit. In: Oechler, Melanie/ Schmidt, Holger: Empirie der Kinder - und Jugendverbandsarbeit. Wiesbaden, S Sturzenhecker Benedikt 2013: Demokratiebildung in der Debatte um Rancières Begriff der Demokratie und Postdemokratie. In: Widersprüche, Heft 130, S Seite 5
6 FRAGEN, DIE WIR HÄUFIG HÖREN... Nachdem wir im ersten Newsletter unseren Arbeitsbegriff von Partizipation dargestellt haben, beleuchten wir heute und in den nächsten Newslettern bestimmte Fragen, die uns immer wieder gestellt werden, wenn es um Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geht. Was passiert, wenn Kinder, die in der Kita Demokratie erfahren haben, in die Grundschule kommen? Damit haben wir schon erste Erfahrungen. Immer wieder fordern Kinder auch in der Schule Partizipationsrechte ein, wie sie sie aus Kindertageseinrichtungen kennen. Damit stoßen sie nicht immer auf Verständnis oder die Bereitschaft, auch in der Schule demokratische Entscheidungsstrukturen zu schaffen. Und doch profitieren die Kinder auch dort von ihren Partizipationserfahrungen in der Kita. Dass in anderen pädagogischen Institutionen (und in anderen gesellschaftlichen Bereichen) keine oder kaum demokratische Verhältnisse herrschen, kann kein Grund sein, die Kinder bereits früh auf Nicht- Demokratie vorzubereiten. Dagegen sprechen zwei Argumente: Zum einen würde das die prinzipielle demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft negieren und die Aufgabe verweigern, Demokratie auch als Lebensform in allen Feldern der Gesellschaft mehr und mehr zu realisieren. Zum anderen können Kinder ihre Partizipationserfahrungen aus der Kita auch dann nutzen, wenn nur wenig demokratische Handlungsspielräume in der Schule gewährt werden. Sie können ihre in der Kita erworbenen Kompetenzen auch in der Familie, in der Freizeit, in der Kommune, im Verein etc. anwenden. Bildungserfahrungen gehen in der Biographie nicht verloren und bilden eine Ressource, auf die Kinder später wieder zurückgreifen können. Und selbstverständlich können Kinder unterschiedliche Institutionen und Settings und deren Machtverhältnisse unterscheiden und erkennen, welche Handlungsformen wo angemessen sind. Eine demokratisch verfasste Gesellschaft ist die einzige Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss, alle anderen Gesellschaftsordnungen bekommt man so! (Oskar Negt 2010) Institut für Partizipation und Bildung Damaschkeweg Kiel Telefon: Fax: Verantwortlich für den Inhalt: Kathrin Aghamiri Rüdiger Hansen Prof. Dr. Raingard Knauer Dr. Remi Stork Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker Und dann waren da noch... die Teilnahme an der zweiten nationalen Konferenz zur non-formalen Bildung im Kinder und Jugendbereich in Luxembourg die Diskussion mit Fachkräften aus Kitas zum Beschwerdemanagement von Kindern, die immer konkreter werden Forschung über Demokratie in Kitas an der Universität Hamburg (Bericht im nächsten Newsletter) Vorbereitungen für die Suche nach Partizipation in Japan (Bericht im nächsten Newsletter) und vieles mehr Seite 6
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