Praxis der Organisationsanalyse
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- Paulina Ritter
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1 Praxis der Organisationsanalyse Anwendungsfelder und Methoden Bearbeitet von Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer, Stefan Titscher 1. Auflage Taschenbuch. 416 S. Paperback ISBN Format (B x L): 15 x 21,5 cm Wirtschaft > Betriebswirtschaft: Theorie & Allgemeines > Organisationstheorie, - soziologie und -psychologie Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.
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3 UTB XXXX 3386 Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage Böhlau Verlag Köln Weimar Wien Verlag Barbara Budrich Opladen Farmington Hills facultas.wuv Wien Wilhelm Fink München A. Francke Verlag Tübingen und Basel Haupt Verlag Bern Stuttgart Wien Julius Klinkhardt Verlagsbuchhandlung Bad Heilbrunn Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft Stuttgart Mohr Siebeck Tübingen Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden Orell Füssli Verlag Zürich Ernst Reinhardt Verlag München Basel Ferdinand Schöningh Paderborn München Wien Zürich Eugen Ulmer Verlag Stuttgart UVK Verlagsgesellschaft Konstanz Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen Oakville vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich
4 Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer, Stefan Titscher (Hg.) Praxis der Organisationsanalyse Anwendungsfelder und Methoden
5 Die Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer leitet die Interdisziplinäre Abteilung für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management an der Wirtschaftsuniversität Wien. Forschungsschwerpunkte: Karriere- und Laufbahnforschung, Internationale Unternehmens- und Personalführung und Neuere Systemtheorie. Regelmäßige Trainings- und Beratungsarbeit, v.a. Team- und Führungstrainings im Bereich Outdoor/Segeln. Univ.-Prof. Dr. Michael Meyer, Department für Management an der Wirtschafts - universität Wien. Die Arbeitsschwerpunkte sind Organisation und Nonprofit- Management, derzeitige Forschungsprojekte betreffen Managerialismus in Nonprofit-Organisationen, Karrieren, Zivilgesellschaft und die Funktionen von Nonprofit-Organisationen. Dazu liegen zahlreiche englisch- und deutschsprachige Fachpublikationen vor. o. Univ.-Prof. Dr. Stefan Titscher, Institut für Soziologie und empirische Sozial - forschung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Arbeitsschwerpunkte: Neuere Systemtheorie, Organisations- und Gruppenanalyse, Bildungsforschung, Methoden. Lang jährige Tätigkeit u.a. als Berater, Trainer, von 2000 bis 2005 Leiter der Steuerungsgruppe für die Universitätsreform im Bildungsministerium. Umschlagbild: Tauromachie (Hommage à Picasso II), 1973 Alfred Hrdlicka/Galerie Ernst Hilger Bibliografische Information Der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Alle Angaben in diesem Fachbuch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr, eine Haftung des Autors oder des Verlages ist ausgeschlossen. 1. Auflage 2010 Copyright 2010 Facultas Verlags- und Buchhandels AG facultas.wuv Universitätsverlag, Berggasse 5, 1090 Wien, Österreich Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und der Verbreitung sowie der Übersetzung, sind vorbehalten. Satz und Druck: Facultas Verlags- und Buchhandels AG Printed in Austria UTB-Bestellnummer: ISBN
6 Vorwort 5 Die in diesem Band versammelten Arbeiten geben einen Überblick über Methoden, die in der Praxis der empirischen Organisationsforschung angewendet werden. Die insgesamt 25 Autorinnen und Autoren stellen anhand von Beispielen Forschungsergebnisse in wichtigen Anwendungsfeldern der Organisationsanalyse dar. Damit gehen wir der Frage nach, unter welchen Bedingungen die unterschiedlichen Fragestellungen auch unterschiedliche Methoden erfordern. In dem vorausgehenden Band Organisationsanalyse Konzepte und Methoden haben wir Studien präsentiert, die als beispielhaft für den Einsatz unterschiedlicher empirischer Methoden angesehen werden können. Nun drehen wir die Perspektive: Nicht mehr Methoden bilden den Bezugspunkt, sondern die Fragestellungen, mit denen Organisationen erforscht und in der Praxis untersucht werden. Das Spektrum dieser Anwendungsfelder, das von Zielen bis zum Ster - ben von Organisationen, vom Organigramm zur Führung, vom Customer Relationship zum Karrieremanagement reicht, gliederten wir auf der Basis unseres Konzeptes von Organisation in vier große Themenfelder: Organisation und Umwelt, Organisationsstruktur, Organisationsmitglieder und Organisationaler Output. Das Spektrum geriet damit aber so weit, dass wir es nicht alleine abdecken konnten und wollten, sondern eine ganze Reihe von kompetenten Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit einluden. Diesen gebührt zuallererst unser Dank für ihre Mitarbeit. Sie kamen unserer Bitte nach, ein konkretes Anwendungsfeld vorzustellen, indem sie einen kurzen Überblick über den jeweiligen Stand der Forschung geben und beispielhaft eine oder zwei konkrete Studien vor allem hinsichtlich ihrer Methodik beschreiben. Dadurch umfasst dieses Buch jetzt eine Darstellung vieler empirischer Organisationsstudien und vermittelt somit zwar kein vollständiges, aber doch ein instruktives Bild des Standes der Organi - sationsanalyse. Und erfüllt so hoffen wir unser Hauptanliegen: die Praxis der Organisationsanalyse darzustellen. Neben den Autorinnen und Autoren danken wir jenen ganz besonders, die tatkräftig beim Zustandekommen und bei der Fertigstellung des Buches mitgeholfen haben: Peter Wittmann von facultas.wuv war uns abermals ein kompetenter, interessierter und herzlicher Wegbegleiter, ein Verleger, wie man ihn sich als Autor nur wünschen kann. Mag. Petra Niederhametner hat mit einer seltenen Mischung aus Genauigkeit und Gelassenheit das Manuskript lektoriert und Brigitte Wandl hat mit viel Geduld in kurzer Zeit eine Druckvorlage daraus gemacht. Edith Fazekas leistete wesentliche Ar-
7 6 Vorwort beit bei der Finalisierung des Manuskriptes, aber auch beim nicht ganz anspruchslosen Management der Autorenkontakte. Sie alle haben einen großen Anteil daran, dass uns die Arbeit an diesem Buch zumeist viel Spaß gemacht hat. Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer, Stefan Titscher Wien, Juni 2010
8 7 Inhaltsverzeichnis I. Einleitungbeitrag Zur Praxis der Organisationsforschung Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer Organisation als Fluchtpunkt der Organisationsanalyse Organisation als Theoriekonstrukt Keine Analyse ohne Theorie Perspektiven der Organisationsanalyse Zur Empirie der Organisationsforschung Einige Gemeinsamkeiten empirischer Studien Zurück zur Organisation Welche Kriterien machen eine Untersuchung zu einer Organisationsanalyse? Felder der Organisationsanalyse Inhaltliche Schwerpunktsetzung: die Aufgabenfelder Methodisches Spektrum der Beiträge II. Organisation Umwelt-Beziehung Ziele und Strategien von Organisationen Renate E. Meyer und Markus A. Höllerer Zusammenfassung Ziele und Strategien Relevanz für die Organisationsanalyse Organisationale Ziele Zielformulierungsprozess Strategie Das Repertoire methodischer Zugänge Wahl geeigneter Erhebungsverfahren Analysemethoden Zwei konkrete Anwendungsbeispiele der Organisations analyse mit Hinblick auf Ziele und Strategien Quantitative Analyse auf der Feldebene Qualitative Analyse auf der Ebene einzelner Organisationen Schlussbetrachtung
9 8 Inhaltsverzeichnis Die Umwelt der Organisation Peter Walgenbach und Simon Oertel Die Umwelt der Organisation ist all das, was nicht Organisation ist Theoretische Zugänge zur Analyse der Umwelt der Organisation Kontingenztheorie Überblick über die Kontingenztheorie Die Erfassung der Umwelt Empirische Untersuchungen Grenzen der Erfassung der Umwelt Neoinstitutionalistische Organisationstheorie Überblick über die neoinstitutionalistische Organisationstheorie Die Konzeptualisierung der Umwelt Empirische Untersuchungen Grenzen der Erfassung des Umwelteinflusses Achtung! Theorien sind soziale Konstruktionen! Customer Relationship Management Thomas Reutterer und Stefan Wiesel Selbstverständnis und Relevanz von Customer Relationship Management Methodische Zugänge und praktische Anwendungsfälle CRMfokussierter Organisationsanalyse CRM-Systeme und organisationales Lernen (Stein/Smith 2009) Kundenzentrierte Organisation und organisationale Veränderungsprozesse (Homburg/Workman/Jensen 2000) Ansatzpunkte CRM-fokussierter Organisationsanalyse Schlussbemerkungen Ökonomische Analyse von Eigentumsstrukturen und Koordinationsmechanismen in Organisationen Gerhard Speckbacher und Kerstin Neumann Eine ökonomische Theorie des Eigentums Eigentum an Verfügungsrechten Eigentum an Vermögensgegenständen Eigentum an Unternehmen Die Bedeutung der Zuordnung von Eigentumsrechten
10 Inhaltsverzeichnis 9 2 Koordinations- und Anreizprobleme in Kooperationsbeziehungen Fallbeispiel: Analyse der Governance von Familienunternehmen, der daraus resultierenden Koordinationsprobleme sowie von Lösungsmechanismen Zusammenfassung und Folgerungen Organisationales Sterben Irma Rybnikova und Kerstin Jungnick Bedeutung des Themas für die Analyse einer Organisation Das Konzept des organisationalen Sterbens Methodische Zugänge Beispiele für die konkrete Analyse Zentrale Ergebnisse III. Organisationsstruktur Organigramm Gerhard Reber Definitionen Aufgaben von Organigrammen und ihre Problematik Organigramme im Dienst von Organisationsanalysen Darstellungen organisationaler Leistungserstellung Darstellung organisationaler Leistungsverteilung Organisationale Veränderungen Schein und Wirklichkeit Erhebungsmethoden Qualitätsanforderungen Akzeptanzanforderung Anhang Machtmessung in Organisationen Wenzel Matiaske und Werner Nienhüser Relevanz der Messung von Macht Voraussetzungen und grundsätzliche Möglichkeiten der Machtmessung Identifikation von relevanten Akteuren und Koalitionen Manifestationen von Macht Ausgewählte Elemente von Machtkonzeptionen
11 10 Inhaltsverzeichnis 2.4 Spektrum möglicher Erhebungsmethoden Reichweite der verwendeten Beispiele Beispiele für konkrete Messungen der Macht Personalführung: Machtgrundlagen in Dyaden Laterale Kooperation: Macht in Mehrpersonen- Tauschbeziehungen Laterale Kooperation Beispiel Informationsaustausch und Macht Messung der Macht von kollektiven Akteuren: Machtrelation zwischen Betriebsrat und Management Zentrale Ergebnisse und Grenzen Analyse von Veränderungsprozessen Helmut Kasper und Barbara Müller Einleitung Veränderungsprozesse in Organisationen Die Analyse von Veränderungsprozessen Stufenpläne zum Wandel Fallbeispiel: Organisationsanalyse nach dem Modell von Kotter Kritische Reflexion Ein neuer Denkrahmen Zusammenfassung Netzwerkanalyse als Instrument der Organisations forschung Dorothea Jansen Das Potential der Netzwerkanalyse für die Organisationsforschung Soziales Kapital: Theoriekonzepte und Methoden Soziales Kapital und seine Entstehung in Netzwerken Methoden zur Messung sozialen Kapitals Netzwerkanalyse in der Praxis Unternehmensfusionen: Was fördert oder hindert Kooperationen über die alten Unternehmensgrenzen hinweg? Brokerchancen nutzen oder in der Branche kooperieren? Zum Stellenwert von Netzwerkforschung in der Organisations - analyse
12 Inhaltsverzeichnis 11 IV. Organisationsmitglieder Eintritt in die Organisation: Neues Personal und seine Integration Michael Meyer Der Eintritt von Personen als wichtiges Ereignis für die Organisation Einflussfaktoren auf den Sozialisationsprozess Sozialisationserfolg Organisationale Sozialisationstaktiken Persönlichkeit, Verhalten und Integration Der Einfluss von Organisationsform und Arbeitsbedingungen auf den Sozialisationserfolg Kontext, Analysefragen und Aussageeinheiten Theoretischer Hintergrund und Hypothesen Messung Analysemethoden und Ergebnisse Integration in Gruppen: Der Pygmalion-Effekt Kontext, Analysefragen und Aussageeinheiten Theoretischer Hintergrund und Hypothesen Messung Analysemethoden und Ergebnisse Die Organisation als Black Box in der organisationalen Sozialisation Motivation Albert Martin und Susanne Bartscher-Finzer Begriff Theoretische Perspektiven Methodische Perspektiven Befragungen Die Methode der kritischen Ereignisse Beurteilungen Organisationsentwicklung Anwendungsbezogene Perspektive
13 12 Inhaltsverzeichnis Die Analyse von Karrieren in Organisationen Wolfgang Mayrhofer Einleitung Individueller Karriereerfolg und Einflussfaktoren Karrieren in Organisationen Organisationales Karrieremanagement Organisationale Karriereverläufe Empirische Analyse organisationaler Karrieren Früh krümmt sich? Die Bedeutung von Turnieren in Organisationen Konzeptioneller Hintergrund Darstellung Kommentar Einstieg vor Aufstieg, Nähe vor Distanz? Karriere in internen Arbeitsmärkten Konzeptioneller Hintergrund Darstellung Kommentar Abschließende Bemerkungen Organisationsanalyse und Führungsforschung Johannes Steyrer und Michael Schiffinger Einleitung Modelle der Führung ein tabellarischer Überblick Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung Transformationale und Transaktionale Führung Die GLOBE-Studien Methodische Verortung Empirische Befunde Eine Metaanalyse zu Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung (Judge/Bono/Ilies 2004) und zur transaktionalen/ transformationalen Führung (Dumdum/Lowe/ Avolio 2002) Transformationale Führung und organisationale Ergebnisse (Xenikou und Simosi 2006) Führung, organisationales Commitment und Unternehmens erfolgsgrößen (Steyrer et al. 2008) Zum Stellenwert der Führungsforschung in der Organisationsanalyse
14 Inhaltsverzeichnis 13 V. Organisationaler Output Qualität und Produktion Johannes Ledolter Einleitung Statistische Hilfsmittel zur Kontrolle und Verbesserung von Qualität Qualitätsregelkarten (control charts) Bestimmung der Prozessfähigkeit (process capability) Statistische Versuchspläne zur Durchführung effizienter Experimente (statistical design of experiments) Management-Programme zur Verbesserung der Qualität Umfassendes Qualitätsmanagement (Total Quality Management, TQM) Six Sigma Lean Six Sigma Kritik an den Management Programmen zur Verbesserung der Qualität Praxis der Organisationsanalyse. Anwendungsfelder und Methoden Due Diligence Eine Organisationsanalyse der besonderen Form? Peter Baumgartner Einleitung Organisationsanalyse und Due Diligence zwei Seiten derselben Münze? Die Illusion von der umfassenden Analyse Die Wahl der Waffen oder: Bestimmungsfaktoren für die Wahl der Analysemethoden Die besonderen Rahmenbedingungen Der Zweck bestimmt die Mittel Erweiterung der Sichtweise der Blick auf die Soft Facts Das Due Diligence Team Die Art der Transaktion Illustration: Verkauf von Teilbetrieben in der Elektronikfertigung
15 14 Inhaltsverzeichnis 6 Die unterschiedlichen Phasen einer Due Diligence Abschließende Anmerkungen Literaturverzeichnis Stichwortverzeichnis Biographien
16 I. Einleitungbeitrag Zur Praxis der Organisationsforschung Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer
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18 Zur Praxis der Organisationsforschung 17 Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer 1 Organisation als Fluchtpunkt der Organisationsanalyse Wie sich in einer perspektivischen Abbildung alle Geraden, die in Wirklichkeit zueinander parallel verlaufen, in einem gemeinsamen Fluchtpunkt schneiden, so ist die Organisation der Fluchtpunkt aller empirischen Analysen des Handelns und Verhaltens, der Prozesse, Strukturen und Funktionen von und in Organisationen. Wie bei vielen perspektivischen Bildern liegt auch bei vielen Organisationsanalysen dieser Fluchtpunkt außerhalb des Rahmens: Weder explizieren sie ihren Organisationsbegriff noch verdeutlichen sie die theoretische Verankerung. Organisationsanalysen können sich dem Phänomen Organisation von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten nähern: Sie können Ursachen für organisationale Phänomene, z.b. für bestimmte Strukturen und Pro - zesse, suchen oder diese Phänomene bloß beschreiben, sie können die Auswirkungen von Organisationen auf das Verhalten von individuellen Akteuren suchen oder die Auswirkungen individueller Aktionen auf Organisationen. Schließlich können auch die Beiträge von Organisationen für Wirtschaft und Gesellschaft im Brennpunkt stehen. In jedem Fall liefern Theorien den Analyserahmen. 1.1 Organisation als Theoriekonstrukt Organisationen begegnen uns nicht auf der Straße. Diese Feststellung hat erhebliche Konsequenzen für die Analyse. Bei noch so komplexen, aber direkt beobachtbaren Systemen muss man bei der Analyse vor allem entscheiden, worauf das Hauptaugenmerk zu legen ist (z.b. bei der Beobachtung von Interaktion in Gruppen). Definition bedeutet hier vor allem Selektion. Organisationen werden aber erst durch die Beobachter gemacht. Definition bedeutet hier vor allem Konstruktion. Ein Phänomen zu definieren bedeutet i.d.r., erstens einen Oberbegriff zu wählen und zweitens Merkmale zu finden, die den gesuchten Begriff von anderen Begriffen, die auch unter diesen Oberbegriff fallen, abgren-
19 18 Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer zen. 1 Sowohl die Wahl des Oberbegriffes als auch die Wahl der spezifischen und distinkten Merkmale sind theorieabhängig, verweisen also bei der Definition auf einen größeren Zusammenhang. Zwei Beispiele sollen dies illustrieren. (1) In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Organisation sowohl die dauerhafte Strukturierung von Arbeitsabläufen verstanden (instrumenteller Organisationsbegriff Ablauforganisation), als aber auch die Anordnung von Stellen in Unternehmen, die Weisungsbeziehungen und die Zusammenarbeit zwischen diesen Stellen (Aufbauorganisation). Beide Verwendungen stehen in der praktisch-normativen Tradition der BWL, die sich besonders klar in der Instrumentalthese zeigt: So wird das gesamte Unternehmen als Instrument zur Realisierung der Ziele der Eigentümer verstanden, und Organisation ist wiederum eine der Funktionen (neben Investition, Finanzierung, Marketing etc.), die geleistet werden müssen. Sowohl die optimal zieldienliche Anordnung der Stellen wie auch jene der Aufgaben sind Instrumente im Zuge der Verfolgung der Unternehmensziele. Der Oberbegriff wäre in diesem Fall betriebliche Instrumente zur Zielerreichung, Organisation ist dann von anderen Instrumenten durch spezifische und distinkte Eigenschaften ( Strukturierung von Abläufen, Anordnung von Stellen ) zu unterscheiden. (2) Die Soziologie verwendet Organisation zur Charakterisierung eines bestimmten Typs sozialer Systeme. Unterschiedliche Merkmale sind es, die diesen Systemtyp von anderen unterscheiden, z.b. von Gruppen, Familien oder der Gesellschaft: formal festgelegte Regeln, formale Mitgliedschaft und ein konsolidiertes Auftreten nach außen (kollektive Akteurschaft) sind die meistgenannten. Formale Mitgliedschaft ist für Personen damit verbunden, ganz bestimmte Rollen übernehmen zu müssen. 2 Unter Organisation werden dann so unterschiedliche Gebilde wie multinationale Konzerne und Kirchen, Finanzämter und die Pfad- 1 Die mustergültige Definition eines Hundes als ein von Flöhen bewohnter Organismus, der bellt, hat Kurt Tucholsky in seinem Traktat über den Hund dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz zugeschrieben. Definiens ist hier von Flöhen bewohnt, was den Hund, das definiendum, leider nicht ganz trennscharf von anderen Organismen abgrenzt. 2 Heinrich Popitz ( ) definiert soziale Rolle als Bündel von Verhaltensnormen, die eine bestimmte Kategorie von Gesellschafts- bzw. Gruppenmitgliedern im Unterschied zu anderen Kategorien zu erfüllen hat. Verhaltensnormen sind dabei Verhaltensweisen, die von allen oder einer bestimmten Kategorie von Gesellschafts- oder Gruppenmitgliedern in einer bestimmten Konstellation regelmäßig wiederholt und im Fall der Abweichung durch eine negative Sanktion gegen den Abweichler bekräftigt werden (Popitz 1975). Die Leistung des Rollenkonzeptes besteht vor allem darin, dass es die Verbindung zwischen Individuum und Familie, Organisation, Gruppe und Gesellschaft erklärt.
20 Zur Praxis der Organisationsforschung finder subsumiert. Der Oberbegriff ist in diesem Fall das soziale System, die spezifischen und distinkten Merkmale von Organisation sind dann formal festgelegte Regeln, formale Mitgliedschaft und ein konsolidiertes Auftreten nach außen. 19 Andere Organisationstheorien beziehen sich auf wiederum andere Oberbegriffe und wählen andere definierende Charakteristika aus: Organisationen werden als Ressourcenpools, als transaktionskostenoptimale Koordination individueller Aktivitäten, als umweltoffene und adaptive Systeme, als Legitimationsadressen etc. definiert. Ganz unterschiedliche theoretische Perspektiven sind es also, mit dem man sich dem Phänomen Organisation nähert. Nicht einmal darüber, dass Organisationen dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe die Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden (Kieser/Walgenbach 2007: 6) besteht grundsätzliche Einigkeit. Die Sandburg der Zielorientierung oder gar Rationalität von Organisationen ist nämlich längst von unterschiedlichen Wellen der Organisationsforschung einge - ebnet worden und nur mehr mit viel Phantasie erkennbar. 3 Was geblieben ist: Organisationen müssen sich auf Nachfrage durch Ziele legitimieren können, sie müssen, wenn sie gefragt werden, Ziele nennen können, die ihre Existenz rechtfertigen und ihre Umwelt zu Unterstützungsleistungen motivieren. 4 In allen Fällen verweisen die Definitionen über die gewählten Oberbegriffe und die definierenden Merkmale auf eine spezifische Theorietradition. Dies versuchen auch wir. Wir beziehen uns nicht auf den betriebswirtschaftlichen, sondern auf den soziologischen Organisationsbegriff, der heute die Organisationsforschung dominiert und als Bezeichnung der gemeinten sozialen Entitäten gewichtige Vorteile gegenüber Unternehmen und Betrieb hat (vgl. Titscher/Meyer/Mayrhofer 2008: 27 f.). Wir verstehen hier Organisation als ein soziales System, welches sich von seiner Umwelt abgrenzt. Es besteht vor allem aus Entscheidungen, aber auch aus Routinen. Entscheidungen sind ganz bestimmte Kommuni- 3 Wesentliche Beiträge zu dieser erodierenden Brandung lieferten: Herbert Simon und James March (March/Simon 1958) mit dem Konzept der bloß beschränkten Rationalität, James March und Richard Cyert mit dem Konzept der Zielbildung als Aushandlungsprozess zwischen Interessengruppen mit ungleich verteilten Chancen zur Einflussnahme (Cyert/March 1963), sowie James March und Johan Olsen mit den Konzepten der garbage can und der organisierten Anarchie (March/Olsen 1976). 4 Die Erkenntnis, dass Ziele von Organisationen nicht in erster Linie dazu dienen, rationale Entscheidungen zu ermöglichen, sondern die Organisation zu legitimieren, stammt vom amerikanischen Soziologen John W. Meyer, einem der Begründer des Neoinstitutionalismus (vgl. z.b. Meyer/Rowan 1977).
21 20 Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer kationen, die immer als Auswahl zwischen Alternativen charakterisiert sind. Routinen sind quasi vorprogrammierte, vorentschiedene Entscheidungen. Ein weiteres Spezifikum von Organisationen ist die Bedeutung formal festgelegter Strukturen. Dies unterscheidet sie von anderen sozialen Systemen wie Familien, Gruppen oder der Gesellschaft, bedeutet aber nicht, dass es keine informalen Strukturen gibt und dass diese nicht in bestimmten Fällen wirkmächtiger als formale sein können. Diese Strukturen kanalisieren quasi wie in allen sozialen Systemen die Entscheidungen und Routinen in Prozesse. Ein letztes Spezifikum von Organisationen sind die formalen Mitgliedschaftsregeln. 5 Organisationen erfüllen Funktionen für gesellschaftliche Subsysteme (Wirtschaft, Politik, Recht, Gesundheit etc.) und damit für die Gesellschaft insgesamt. Je nach dem Ausmaß ihrer Partizipation an diesen Subsystemen lassen sich dann Wirtschafts-, Gesundheits- oder politische Organisationen unterscheiden. Je nach Eigentum lassen sich Unternehmen, öffentliche Verwaltungen und private Nonprofit-Organisationen unterscheiden. 1.2 Keine Analyse ohne Theorie Welchen Beitrag die Theorie für die Analyse leistet, lässt sich sehr schön am Beispiel der Organisationskultur illustrieren. Vor dem Auftauchen dieses Konzeptes in den frühen 1980ern 6 wurden jene kulturellen Faktoren, die das Verhalten der Mitglieder beeinflusst haben, nicht gesehen, anders benannt und jedenfalls nicht unter diesem Begriff analysiert, und ohne Begriff blieben sie lange bedeutungslos. Welchen Effekt die Kultur als Thema auf die Kultur selbst hatte, wie also das Kommunizieren über Kultur selbst kulturbestimmend wurde, das wurde bislang kaum untersucht. Plausibel ist nämlich, dass das Auftauchen neuer Bilder und Konzepte die Organisationen selbst nicht unberührt lässt. Das bedeutet, dass Unternehmen, wenn sie ihre eigene Kultur reflektieren, diese dabei auch verändern. Dieses Beispiel lässt sich auf viele modische Konzepte der Organisationsa- 5 Diese Definition wurde durch den deutschen Soziologen und Systemtheoretiker Niklas Luhmann ( ) und seine Organisationstheorie geprägt (vgl. z.b. Luhmann 1964, 1988, 2000). 6 Initialzündung für das Thema Organisationskultur war der Management-Bestseller der beiden Berater Thomas J. Peters und Robert H. Waterman In Search for Excellence (Peters/Waterman 1982). Wie andere Bestseller zur Organisationskultur (z.b. Ouchi 1981) entstand auch dieses Buch als Antwort auf die Bedrohung der amerikanischen Wirtschaft durch die japanische Konkurrenz (vgl. zum Überblick Mayrhofer/Meyer 2004).
22 Zur Praxis der Organisationsforschung nalyse ausdehnen: Stakeholder, Kernkompetenzen, Netzwerke und strategische Allianzen gab es allesamt lange bevor die Organisationstheorie auf sie aufmerksam wurde, dass sie aber dann in den Brennpunkt gerückt wurden, änderte den Stellenwert dieser Themen wesentlich. Das Kommunizieren über Organisationen, egal ob es sich als Management, Beratung, Organisationstheorie oder empirische Forschung verkleidet, bleibt also nicht ohne Einfluss auf die Organisationen selbst. Gerade die Organisationsanalyse ist für ihr Objekt nicht folgenlos. So können Phänomene durch beharrliches Herbeibeten erst entstehen ( self-fulfilling Effekte). Andererseits kann der Teufel, wenn er nur deutlich sichtbar an die Wand gemalt wird, auch gebannt werden ( self-destroying Effekte). Organisationsanalyse braucht eine Theorie, die Begriffe und Konzepte über wichtige Bestandteile von Organisationen entwickelt und ihr Zusammenspiel erklärt. Freilich müssen das nicht zwingend Theorien sein, die die Wissenschaft entwickelt hat, ja es muss den ManagerInnen, BeraterInnen, Studierenden oder Organisationsmitgliedern nicht einmal bewusst sein, dass sie theoretisieren. Sie tun es wann immer sie über Organisationen denken oder reden. Sie verknüpfen Ursachen und Wirkungen und entwickeln damit ihre spezifischen Theorien. So genannte theories-inuse 7 in Form von Annahmen über Organisationen wirken, wenn wir in oder mit Organisationen agieren. Im Unterschied zu den espoused theories sind diese nicht bewusst, ja möglicherweise könnte sie ein Bewusstmachen zerstören und könnten das ganz selbstverständliche Agieren von Personen in Organisationen verhindern: Walk the Walk und Talk the Talk sind eben zwei verschiedene Ebenen. Das, was uns bewusst wird und was wir anderen mitteilen, sind dann espoused theories. Diese beiden Ebenen müssen nicht unbedingt harmonieren. Für die Organisationsanalyse plädieren wir jedenfalls dafür, den theoretischen Bezugspunkt quasi als Fluchtpunkt im Rahmen zu behalten Die Unterscheidung zwischen theories-in-use und espoused theories geht auf den amerikanischen Psychologen und Organisationsforscher Chris Argyris (1923 ) zurück. Er entwickelte gemeinsam mit Donald Schön ( ) auch eine Theorie des Organisationalen Lernens (Argyris/Schön 1978, 1996), deren Kern die Einteilung in Single-Loop- und Double-Loop-Learning ist: Single-Loop-Lernen meint, dass Ziele und Strategien als gegeben hingenommen werden, und das Lernen nur die Veränderung konkreter Entscheidungen umfasst, wenn unerwünschte Konsequenzen eintreten. Double-Loop-Lernen stellt in diesem Fall auch die Rahmenbedingungen, Ziele und Strategien in Frage. Unterschiedliche Ebenen des Lernen wiederum wurden schon von dem einflussreichen angloamerikanischen Anthropologen, Philosophen (die Liste der Disziplinen ließe sich einige Zeilen weiter fortsetzen) Gregory Bateson ( ) formuliert, der bereits in den 1940ern fünf Lernhierarchien formulierte (nachzulesen in Bateson 1983: 219 ff., orig. 1942).
23 22 Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer 2 Perspektiven der Organisationsanalyse Organisationsanalyse kann sich mit mannigfaltigen Fragen beschäftigen. Organisation in irgendeiner Perspektive muss aber als Aussageeinheit vorkommen. 8 Unser im Band 1 entwickeltes Modell versucht, einen Rahmen für solche Perspektiven (Titscher/Meyer/Mayrhofer et al. 2008: 19 ff.) zu entwickeln. Im Wesentlichen sind es hier vier Perspektiven, die ineinan - dergreifen und in ihrem Zusammenspiel die Organisation als spezifisches soziales System ausmachen (vgl. Abbildung 1) und auch den Rahmen für dieses Buch abgeben: (1) Organisation & Umwelt: Organisationen befinden sich in einer Umwelt. Jede Organisation ist in eine Umwelt eingebettet und steht mit ihr in Wechselwirkung. Organisationen sind zwar nicht umweltdeterminiert, reagieren auf Veränderungen in der Umwelt also nicht in einer vollständig prognostizierbaren Art und Weise, sie sind aber auch nicht abgeschlossen und autark. Jede Organisation hat zu bestimmten Umwelt-Bereichen besondere Abhängigkeiten, weil ihr diese die überlebensnotwendigen Ressourcen bereitstellen. In der Wirtschaft nennt man diese Umwelten, an denen sich die Nachfrage und das Angebot treffen, Märkte. Organisationen agieren als Nachfrager auf Arbeits-, Investitionsgüter-, Rohstoff- und Kapitalmärkten, ihre Produkte und Leistungen bieten sie auf Absatzmärkten an. (2) Organisationsmitglieder: In jeder Organisation entwickeln sich Interaktionen zwischen den Mitgliedern. Durch ihren Eintritt in die Organisation übernehmen Personen bestimmte Rollen. Als Mitarbeiter stellen sie der Organisation bspw. ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und ihr Arbeitspotenzial zur Verfügung und erhalten dafür Geld was der Kern des klassischen Arbeits- oder Dienstvertrages ist. 9 Dabei behalten sie aber ihre individuellen Erwartungen, Motive und Einstellungen, sie unterwerfen sich aber Normen, welche ein bestimmtes Verhalten von ihnen erwarten. (3) Organisationsstruktur: Im Unterschied zur Interaktionsebene, die nichts Spezifisches für Organisationen ist, ist die formale Struktur charakteristisch für das Sozialsystem Organisation. Auch sie beeinflusst das 8 Aussageeinheiten leiten sich i.d.r. von einem theoretischen Konzept ab. Wenn eine Forschungsfrage lautet: Welchen Einfluss hat eine paranoide Organisationskultur auf das organizational commitment der Mitarbeiter?, dann sind paranoide Organisationskultur (Kets de Vries 1991) und organizational commitment (z.b. Allen/Meyer 1990) die Aussageeinheiten. Genaueres zu den Elementen und zentralen Begriffen empirischer Studien findet sich im Band 1 (Titscher/Meyer/Mayrhofer 2008: 307 ff.). 9 Neue vertragliche Formen, wie bspw. Werkverträge oder freie Dienstverträge, gehen von diesem Muster ab: nicht mehr Potenzial, sondern konkrete Arbeit wird entlohnt (Mayrhofer/Meyer 2002).
24 Zur Praxis der Organisationsforschung Verhalten der Mitglieder, sie weist Stellen und Positionen in der Hierarchie zu und unterscheidet zwischen Vorgesetzten, Gleichgestellten und Untergebenen. Keine Organisation kommt ohne Hierarchie aus. Strukturen koordinieren und formalisieren Verhalten, regeln die Beiträge und Anreize der Mitglieder und transformieren so Arbeitsfähigkeit in Arbeitsleistung. (4) Organisationaler Output: Organisationen müssen bestimmte Leistungen erbringen, um in ihrer Umwelt zu überleben. Hier geht es um die prozessuale Brille, mit der analysiert werden kann, wie die Interaktionen der Mitglieder und die Formalstrukturen zusammenwirken, dass Organisationen Produkte und Leistungen erstellen, die dann wiederum auf Absatzmärkten platziert werden und damit über den Erfolg oder Misserfolg einer Organisation entscheiden. Die manifeste Entscheidungsstruktur und die latente Tiefenstruktur der Organisation kanalisieren diesen Prozess, der schließlich bestimmt, ob es einer Organisation aufgrund ihrer Leistungen für die Umwelt gelingt, zu überleben. 23 Abbildung 1 stellt diese Felder in einen Zusammenhang und ordnet die einzelnen Beiträge dieses Bandes den wichtigsten organisatorischen Episoden, Strukturen und Prozessen zu.
25 24 Stefan Titscher, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer Eintritt Netzwerke Motivation Karriere Strategie & Ziele Macht Organigramm Arbeitsmarkt Formalstruktur Personal Arbeitspotenzial von Personen, mit bestimmten Kompetenzen (Erziehung, Ausbildung, Sozialisaton) Sonstige Ressourcen: Kapital Investitionsgüter Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsmittel Beschaffungsmärkte Investitionsgütermarkt Organisationsmitglieder mit individuellen Erwartungen, Motiven, Einstellungen, Kenntnissen und Fähigkeiten Rollenverhalten und Extrarollenverhalten Mitglieder führen in der Organisation bestimmte Handlungen aus Leistungen persönlich Vorgesetzte, Gleichgestellte, Unterstellte mit individuellen Erwartungen Eigentümer, Kapitalmarkt Anreize & Beiträge Aufgabenverteilung Kontrolle & Koordination Transformation von Arbeitsfähigkeit in Arbeitsleistung unpersönlich Teilnahmebedingungen Minimalanforderungen formale Regeln Normen Technologie Tradition Erfolg/Misserfolg Koordiniert, formalisiert entscheidet Kunden Absatzmärkte Wandel Organisationales Sterben Qualität Führung Eigentum Due Dilligence Customer Relationship Management Umwelt Abb. 1: Perspektiven der Organisation und Zuordnung der Beiträge (Quelle: Titscher/Meyer/Mayrhofer 2008: 24) 3 Zur Empirie der Organisationsforschung Für die empirische Organisationsforschung stellen sich unserer Meinung nach zwei generelle Fragen: Braucht Organisationsforschung eigene Methoden, andere als die für andere Forschungsfelder entwickelten, erfordert sie andere Designs als die gängigen? Organisationen sind abstrakte Gebilde. Wie kann man etwas beobachten wollen, das man nicht sehen kann und mehr ist als nur ein abstrakter Begriff?
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