ST. PETERSBURG Novgorod

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1 ST. PETERSBURG Novgorod

2 In eigener Sache Liebe Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Unsere Exkursion führt uns nach Russland, St. Petersburg und Novgorod. Die Organisation war diesmal besonders umfangreich. Wie genau und liebevoll wir dabei unterstützt wurden, können Sie an folgendem zitat von Ekaterina beispielhaft erkennen: Was das Nikolay Vyazhitsky Kloster angeht, koennen Sie dieses gerne bei der Rueckfahrt anfahren. Es sollte meinen Informationen nach um 17 Uhr dort einen Gottestdienst geben, welcher vielleicht schoen bei der kurzen Pause zum Miterleben waere. Der Sonnenuntergang ist laut Vorhersage am um und um soll es schon dunkel werden, also sollten Sie dann Nowgorod noch kurz vor 17 Uhr verlassen ( ), es sollte moeglich sein, da Sie eventuell auch schon vor in Nowgorod angekommen sein werden, wenn Sie puenktlich um 8 Uhr in St. Petersburg abfahren. Ludmila erwartet Sie in Nowgorod zwischen 11 und Uhr. Ich sage Ihr Bescheid, dass Sie sich schon kurz vor 17 Uhr auf den Rueckweg begeben sollten. Ich gab auch Olga Bescheid, dass Sie eine kurze Pause an diesem Kloster von maximal 30 Minuten haben wollen. Die Zeitplanung des Gesamtausfluges sollte sich bei einer etwas frueheren Abfahrt aus Nowgorod nicht veraendern, dann bleiben auch die Kosten undveraendert. Ich hoffe, es ist ok so? Bitte haben Sie daher Verständnis, sollte es Programmänderungen oder Verschiebungen geben. Wir kündigen das dann rechtzeitig an. 2

3 Inhaltsverzeichnis Vorbemerkungen 04 Wichtige Adressen 05 Adresse und Lageplan Hotel 07 Tagesprogramm Tagesprogramm Tagesprogramm Tagesprogramm Tagesprogramm Tagesprogramm Tagesprogramm Kurzreferate 23 Teilnehmer- und Gruppenliste 124 Impressum 125 3

4 St. Petersburg das Tor zum Westen, Russlands europäischste Stadt, hat sich in seiner wechselvollen Geschichte seine Romantik und seinen ungeheuren Charme bewahrt. St. Petersburg ist frei von Stalins Zuckerbäckerstil und modernen Betonhochhäusern. Stattdessen kann der Besucher hier italienisch-barocke und klassizistische Paläste in pastellfarbenem Glanz und goldene Kirchenkuppeln bewundern. Die Stadt mit den meisten Revolutionen in der Geschichte bietet unzählige Sehenswürdigkeiten. Mit dem Lauf des Flusses, der Newa, bildet Petersburg eine vollendete Harmonie, die auch nach hunderten von Jahren nichts von ihrem Zauber verloren hat. Die Paläste und Kirchen bezeugen noch heute die jahrhundertealte Bedeutung der Stadt. Imponierend erhebt sich nicht nur die Peter-Paul-Festung über die Stadt mit den vielen Türmen und Kuppeln. Die von so vielen Dichtern beschriebene Zarenresidenz wird uns schnell in ihren Bann ziehen und vereinnahmen, und unser Empfinden auf angenehm eindrucksvolle Weise berühren. Wir wünschen unvergessliche Tage in St. Petersburg und Novgorod, der ältesten Stadt Russlands. 4

5 Wichtige Adressen Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG Saatwinkler Damm D Berlin Telefon: (0,14 /min) 24h Telefax: +49 (0) Flughafen Düsseldorf GmbH Flughafenstraße 120 D Düsseldorf Telefon: Fax: Pulkovo II International Airport JSC 18/4 Pilotov str. St. Petersburg, Russian Federation - RU Airport Information (24h English): Deutsches Generalkonsulat St. Petersburg Uliza Furschtatskaja 39 St. Petersburg, Montag bis Freitag 9.00 bis Uhr Telefon: (+7-812) Telefonische Erreichbarkeit des Bereitschaftsdienstes in Notfällen (nur außerhalb der o.g. Arbeitszeiten): (+7-812) (Deutsch sprechende Mitarbeiter) 5

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7 Hotel AZIMUT Hotel St-Petersburg 43/1, Lermontovsky prospect Saint-Petersburg, , Russia Tel. + 7 (812) ; Fax + 7 (812) [email protected] web: Das Hotel befindet sich in guter Lage am südlichen Rand des Hauptzentrums von St. Petersburg. Die nächste Metrostation ist zu Fuß in Minuten bequem zu erreichen. Mehrere Buslinien fahren in der Nähe. Vor dem Hotel sind Taxistände. Eine kleine Grünanlage schafft Anbindung an den nördlich gelegenen Fontanka Kanal. 7

8 Gourmetessen Hinflug: Indisches Tikki Masala Hähnchengulasch an Safranreis mit Erbsen und Naan Brot, *BE 5,4 (50% vegetarisch) 8

9 Tagesprogramm - Sonntag Treffpunkt Abflugterminal B Flughafen Düsseldorf 7:00 Allgemeine Informationen Verteilung St. Petersburg-Reader Öffnung Airberlin Check-In 07:15 Annahmeschluss Check-In 08:30 Confirmation No: /3 ACHTUNG: Wer die Check-In Öffnungszeiten verpasst, verliert den Anspruch auf Boardingkarte und Flug! Boarding-Time und Gate auf Board-Karte beachten! Abflug Düsseldorf (GMT +1) 09:15 Ankunft St. Petersburg, Pulkovo II (GMT +3) 14:00 Gepäck einsammeln Zoll und Passkontrolle Treffpunkt nach den Kontrollen. 14:30 Wir werden erwartet University-Essen Abfahrt mit dem Bus zum Hotel Check-In 15:00 (bitte Teilnehmer-Zimmerliste beachten) 9

10 16:50 Treffpunkt in der Hotellobby mit Olga (Haupteingang) 17:00 Fußweg zur Metrostation Kauf der Metromünzen - Erklärung der Metro Fahrt mit der Metro in die Stadt 18:00 Gemeinsames Russisches Abendessen in einem St. Petersburger Restaurant Referate: Russisches Essen und Wodka 20:00 ca. Rückfahrt mit der Metro zum Hotel Abendprogramm in eigener Regie Menuefolge (Restaurant Tolstyj Frajer, Dumskaja 3) Begrüssung Wodka (kleines Wässerchen) Folgenden Trinkspruch bitte auswendig lernen: Wodka ist Gift, Gift ist Tod, Tod ist Schlaf, Schlaf ist Gesundheit. Wollen wir auf unsere Gesundheit trinken! Vorspeise Borschtsch (Borsc) Traditionelle Rote-Beete-Suppe mit Einlage Hauptgericht Pelmeni Russisches Nationalgericht. In Brühe oder Wasser gekochte mit Fleisch gefüllte Teigtaschen. Nachspeise Blinis (Bliny) mit Eis und Honig Russischer Kaffee oder Tee. 10

11 Tagesprogramm - Montag Treffpunkt im Hotel mit Olga (Haupteingang) 10:50 Fußweg zur Metro und Metrofahrt zum 11:00 Alexander-Newski-Kloster (Karte 31) Fußweg zur Metro und Metrofahrt zum 13:00 Russischen Museum (Karte 19) Mittagspause 15:30 Treffpunkt wird bekannt gegeben Fußweg zur Erlöserkirche (Karte 37) 16:30 Fußweg zur Kasaner Kathedrale (Karte 14) 17:30 Rückfahrt mit der Metro zum Hotel 18:30 Abendprogramm in eigener Regie 11

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13 Tagesprogramm - Dienstag Treffpunkt im Hotel mit Olga (Haupteingang) 09:50 Fußweg zur Metro und Metrofahrt zur 10:00 Eremitage (Karte 1) Mittagspause 13:30 Treffpunkt wird bekannt gegeben Fußweg zur Isaakskathedrale (Karte 8) 14:30 Bootsfahrt durch die St. Petersburger Kanäle 15:30 bei jedem Wetter, die Boote sind überdacht Rückfahrt mit der Metro zum Hotel 17:00 Abendprogramm in eigener Regie 13

14 Nikolaj Konstantinovic Rerich 14

15 Tagesprogramm - Mittwoch Für diesen Tag planen wir den gemeinsamen Besuch der sehr renommierten St. Petersburger Künstlerischen Rerich-Lehranstalt ,Санкт-Петербург Гражданский проспект, дом 88, корпус 2 mit den Schwerpunkten gewerblich-technologischer Gestaltung (Design), Kunst und Erziehung Bei Redaktionsschluß stand der genaue Tagesablauf noch nicht fest. 15

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17 Tagesprogramm - Donnerstag Treffpunkt im Hotel mit Olga (Haupteingang) 09:20 ca. 1 Stunde Fahrt mit dem Bus zum 09:30 Peterhof (Karte rechts unten) Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten Besichtigung des Petershof Palastes 10:30 Mittagspause 12:30 Treffpunkt wird bekannt gegeben Besichtigung der Peterhof Gartenanlagen 13:30 ca. 1,5 Stunde Fahrt mit dem Bus zur 14:30 Peter und Paul Festung (Karte 53) Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten Besichtigung der Peter und Paul Festung 16:00 Rückfahrt mit Bus oder Metro zum Hotel 17:30 Abendprogramm in eigener Regie 17

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19 Tagesprogramm - Freitag Treffpunkt im Hotel mit Olga (Haupteingang) 07:50 ca. 3 Stunden Fahrt mit dem Bus nach 08:00 Novgorod Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten Treffen mit Ludmila 11:30 Besichtigung des Kreml Sophienkathedrale Jaroslaws Hof (Jaroslawowo Dworishe) Mittagspause 13:30 Treffpunkt wird bekannt gegeben Besichtigung des Juriew-Klosters 14:00 Georgkathedrale Freilichtmuseums der Holzbaukunst Vitoslavlici ca. 0,5 Stunden Fahrt mit dem Bus zum 16:30 Nikolay Vyazhitsky Kloster Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten Besichtigung des Nikolay Vyazhitsky Klosters 17:00 evtl. Teilnahme am Gottesdienst Rückfahrt mit Bus zum Hotel St. Petersburg 17:30 Ankunft am Hotel ca. 20:30 Abschied von Olga Abendprogramm in eigener Regie 19

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21 Tagesprogramm - Samstag Treffpunkt im Hotel mit Elena (Haupteingang) 09:50 Koffer und Gepäck in den Bus einladen ca. 0,5 Stunden Fahrt mit dem Bus nach 10:00 Carskoje Selo (Puschkin) Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten Besichtigung 10:30 des Katharinenpalastes Bernsteinzimmer Garten- und Hofanlagen Mittagspause 13:00 Treffpunkt wird bekannt gegeben ca. 0,5 Stunden Fahrt mit dem Bus zum 15:00 Flughafen Pulkovo II Wir fahren pünktlich ab und können aufgrund des Zeitplanes leider nicht warten 21

22 ACHTUNG! Bus wartet nicht. Wer die Abfahrtstermine verpasst muss ggf. mit dem Taxi auf eigene Verantwortung zum Flughafen fahren. 15:30 Ankunft FH Pulkovo II internat. Terminal 16:00 Öffnung Airberlin Check-In 17:00 Annahmeschluss Check-In Confirmation No: /3 ACHTUNG: Wer die Check-In Öffnungszeiten verpasst, verliert den Anspruch auf Boardingkarte und Flug! Boarding-Time und Gate auf Board-Karte beachten! 18:00 (GMT +3) Abflug St. Petersburg Pulkovo II 18:45 (GMT +1) planmäßige Ankunft Düsseldorf Gepäck einsammeln individuelle Heimreise - gute Fahrt :-) Gourmetessen Rückflug: Entenbrustfilet in Orangensauce mit einem winterlich gefüllten Bratapfel mit Mandeln und Rosinen. Kleine Kartoffelknödel mit Butterschmelze und Apfelrotkohl, *BE 7,8 (50% vegetarisch) 22

23 Kurzreferate Geschichte Russlands 25 Stadtgeschichte St. Petersburg 30 Peter der Große / Katharina die Große 36 Februarrevolution / Trotzki / Stalin 41 Das Russische Bildungssystem 45 Russische Avantgarde 49 Russische Literaten 54 Russisches Museum / russ. Malerei des 19. Jh 58 Eremitage / Winterpalast 61 Stiglic Museum 64 Erlöserkirche 68 Peter-Paul-Festung / Kathedrale 70 Kazaner Kathedrale 73 Brücken und Wasserstraßen in St. Petersburg 78 Alexandr-Nevski-Kloster 83 Carskoje Selo 86 Schloss Pawlowsk 88 Neva / Ladogasee 92 Novgorod / Kreml / Freilichtmuseum 94 Peterhof 100 Sicherheit und Notfälle, wichtige Adressen 107 Wodka 109 öffentliche Verkehrsmittel 116 Spaß in St. Petersburg und individueller Sprachführer

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25 Geschichte Russlands Fühgeschichte bis Mittelalter Vor 5000 Jahren lebten bereits Halbnomaden in den Regionen Westrusslands, doch erst im 9. Jahrhundert wurde durch slawische Stämme und schwedische Waräger das Kiewskaja Rus gebildet. Nachdem sich das Kiewer Rus zum größten Flächenstaat Europas entwickelt hatte, zerfiel das Reich im 12. Jahrhundert in Einzelreiche, woraus sich im Nordwesten die machtvolle Stadtrepublik Weliki Nowgorod entwickelte. Ein Jahrhundert später wurde Russland durch die Armee Dschingis Khans unter Führung Batus unterworfen, wobei die Stadt Kiew 1240 erobert und zerstört wurde. In Folge des Sieges über die Tataren der Goldenen Horde im Jahr 1380 gelang es dem Fürstentum Moskau bis Mitte des 16. Jahrhunderts die russischen Kernlande wieder zu einigen. Neuzeit Die Krönung des ersten Zaren, Iwan des Schrecklichen, markierte 1547 eine Wende im geeinten Rus. Dieser begann von Moskau aus die Kolonialisierung und Erschließung Sibiriens, sowie die Eroberung der gesamten Wolgaregion. Hunderttausende fielen seinem Terrorregime zum Opfer, insbesondere Nowgorod wurde zum Symbol der grauenerregenden Taten des Schrecklichen, denn der Zar verurteilte die gesamte Stadtbevölkerung zum Tode und ließ mehr als 25

26 60000 Bürger ermorden. Die Nachfolger Iwans verfolgten ebenfalls eine intensive Expansionspolitik. Zar Peter der Große, der im 17. Jahrhundert an die Macht kam, leitete durch Reformen der russischen Verwaltung eine grundlegende Modernisierung der Sozialstruktur ein. Nach dem mehrere Jahre dauernden Nordischen Krieg gegen Schweden errang Zar Peter I. Zugang zur Ostsee, wodurch das Zarenreich in kürzester Zeit zur europäischen Großmacht expandierte. 18. und 19. Jahrhundert Auch im 18. Jahrhundert schritt die Vergrößerung des Reiches voran. Von 1762 bis 1796 regierte die Nichtrussin Zarin Katharina die Große im Sinne eines aufgeklärten Absolutismus. Im Westen wurde Polen durch Dreiteilung aufgelöst und zwei Drittel der Staatsfläche Russland einverleibt. Innenpolitisch setzte sie eine Reorganisation der Verwaltung durch, die mit Einschränkungen der freien Bauernschaft einherging. Mit der Eroberung Georgiens begann das 19. Jahrhundert. Unter Zar Alexander I. gelang es den Russen, die Armee Napoleons zurückzuschlagen, wodurch Russland auf dem Wiener Kongress 1815 eine wichtige Rolle bei der Neuordnung Europas spielte. Trotz einer militärischen Niederlage im Krimkrieg, Mitte des 19. Jahrhunderts, gelang es Russland, Mittelasien zu erobern, woraufhin Korea und die Mandschurei zum Mittelpunkt weiterer Hegemonialbestrebungen wurde. Diese brachte Russland in Konflikt zu Japan, das Russland 1904/05 besiegte. Innenpolitisch hatte sich die wirtschaftliche Lage der russischen Bevölkerung verschlechtert, unter anderem weil die bestehende Leibeigenschaft eine industrielle Entwicklung behinderte. Die folgende Aufhebung der Leibeigenschaft brachte aber keinen Wandel, sondern führte eher zu Unruhen und Gründungen von Geheimgesellschaften, welche den Sturz des Zaren zum Ziel 26

27 hatten. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte verspätet auch in Russland die Industrialisierung ein. Russische Revolution Im Jahre 1905 kam es zur Revolution. Arbeiterräte übernahmen zunächst in Moskau und St. Petersburg, dann im gesamten Land die Macht. Zar Nikolaus II. willigte ein, die Duma, das Parlament wählen zu lassen und initiierte Agrarreformen. Während des Ersten Weltkrieges stand Russland nicht nur wirtschaftlich vor einer Katastrophe, sondern musste auch schwere Gebietsverluste hinnehmen. Der Zar dankte nach Massendemonstrationen ab, und der russische Vielvölkerstaat stand vor der Auflösung: Finnland, Estland und Lettland, Litauen, Polen, die Ukraine, Weißrussland und Georgien erklärten sich unabhängig. Sozialistische Sowjetrepublik (UdSSR) Die provisorisch gebildete Regierung wurde bereits kurze Zeit später von einem Rat der Volkskommissare unter Vorsitz von Lenin abgelöst. Zusammen mit der Ukraine, Weißrussland und der Transkaukasischen Föderation bildete Russland 1922 die Sozialistische Sowjetrepublik (UdSSR), wobei die beteiligten Republiken formal unabhängig und realpolitisch gleichgeschaltet waren. Nach dem Tod Lenins 1924 herrschte sein Nachfolger Stalin mit Terror und Gewalt. Der Aufbau von Großindustrien und die gewaltsame Kollektivierung der Landwirtschaft führten zu Millionen von Opfern brachte der Nichtangriffspakt mit Deutschland weitere Staaten unter die Sowjetherrschaft. Nach Abwehr der deutschen Truppen (1941) endete der Zweite Weltkrieg 1945 mit der Kapitulation Deutschlands. Neben weiteren Landgewinnen hatte der Krieg über neun Millionen sowjetischen Soldaten und noch mehr Zivilisten 27

28 das Leben gekostet. Kalter Krieg Außenpolitisch wurden die 50er und 60er Jahre durch den Kalten Krieg geprägt. Besonders die Berliner Blockade und die Kubakrise zeigten erneute Verschärfungen des Kalten Krieges. Souveränitätsbestrebungen in den Ostblockstaaten wurden mit Gewalt unterdrückt und niedergeschlagen. Im Jahr 1970 wurden die Nachkriegsgrenzen im Deutsch-Sowjetischen Vertrag festgelegt. Gemeinsame Bemühungen mit den USA sollten die Gefahr eines atomaren Krieges durch Rüstungskontrollverträge vermindern begann die Entspannungspolitik mit der sowjetisch-amerikanischen friedlichen Koexistenz. Öffnung nach Westen Da sich die wirtschaftliche und innenpolitische Lage des Landes verschlechterte, begann 1985 der neu gewählte Generalsekretär Michail Gorbatschow im Einvernehmen mit der Partei eine Politik der wirtschaftlichen und politischen Öffnung, die mit den Begriffen Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Öffentlichkeit) verbunden war. Er leitete durch Einbeziehung marktwirtschaftlicher Aspekte eine Modernisierung der sowjetischen Wirtschaftsstrukturen ein. In den 80er Jahren zogen sich die Sowjettruppen aus Afghanistan zurück, und auch die anderen Ostblockstaaten sahen sich einem freieren politischen Zustand gegenüber. Dies führte zu internen und nationalen Konflikten und zur Verdrängung der kommunistischen Regime der Staaten kam es bei persönlichen Gesprächen zwischen Kohl und Gorbatschow zu einem Durchbruch bezüglich der Vereinigung beider deutschen Staaten. 28

29 Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) Mit der Auflösung des Warschauer Paktes 1991 wurde Russland selbstständig und gründete gemeinsam mit anderen unabhängigen Ländern die GUS als Nachfolge der Sowjetunion. Nachdem Russland 1996 dem Europarat beitrat, folgte 1997 die NATO-Russland-Grundakte. Für Russland ist die Zusammenarbeit im NATO-Russland-Rat (NRR, gegründet im Mai 2002) ein wichtiges Element der Zusammenarbeit mit dem Westen. Für das Land bedeutet seine 2002 erworbene Vollmitgliedschaft in der G8 die Anerkennung als eine der großen Wirtschaftsdemokratien des Westens Zahlreiche Teilrepubliken unterlagen Mitte der 90er. Jahre Machtkämpfen und dem Bestreben nach Unabhängigkeit. Wie am Beispiel Tschetscheniens zu sehen war (1999/2000), gingen mit dem Einsatz russischer Truppen nicht nur massive Flüchtlingswellen und die Zerstörung von Infrastruktur, sondern auch der internationale Vorwurf der Menschenrechtsverletzung einher. Die Kommunisten verloren nach und nach ihre tonangebende Macht. Nach dem Rücktritt Jelzins wurde Wladimir Putin zum Interims-Präsidenten ernannt wurde Putin in diesem Amt bestätigt und führte dieses auch nach seiner umstrittenen Wiederwahl im Jahr 2004 weiter. Stephie Bösing 29

30 St. Petersburg - Venedig des Nordens Peter der Große schuf diese neue Hauptstadt, nach westlichem Vorbild. Die Stadt mit ihrem barock-klassizistischen Zentrum sollte ein Ein Fenster nach Europa sein. Mit 4,6 Millionen Einwohnern ist St. Petersburg nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und die nördlichste Millionenstadt der Welt eroberte Peter die schwedische Festung Nyenschanz und baute auf einer nahe liegenden Flussinsel (Haseninsel) der Newa das erste Bauwerk: Die Peterund Paul- Festung. Damit war St.-Petersburg gegründet. Zar Peter der Große brauchte einen direkten Zugang zur Ostsee, deshalb ließ er die Stadt am finnischen Meerbusen künstlich aus den Sümpfen stampfen. Der Zar wollte eine Stadt nach westeuropäischem Vorbild. Die Erschaffung der herrlichen Kulisse kostete Tausenden einfachen Arbeitern 30 ihr Leben, sie starben an Skorbut oder versanken in den

31 Sümpfen erließ Peter den Befehl, dass nur noch in der neuen Hauptstadt Steinbauten errichtet werden durften, im übrigen Land war das Bauen mit Stein verboten. Peter ließ Architekten aus ganz Europa anreisen unter anderem die Italiener Domenico Trezzini (Peter- und Paul- Festung, zwölf Kollegien, Winterpalast/Eremitage) und Bartolomeo Francesco Rastrelli (Smolny-Kloster, Katharinenpalast), die den barocken Baustil repräsentierten und Carlo Rossi (Russisches Museum, Alexandra Theater, Senat) als Vertreter des Klassizismus krönt Peter seine zweite Frau Katherina I zur Kaiserin. Zar Peter der Große und seine Frau Katherina I. machten. St. Petersburg zum geistigen Zentrum des neuen europäischen Russlands wird von der Zarin Anna Ivanovna und ihrer Kommission das 3strahlige Straßensystem im Zentrum der Stadt entworfen. Newski Prospekt, Gorochowaja Uliza und Wosnessenski Prospekt durchschneiden von der Admiralität ausgehend strahlenförmig dem historischen Kern führte Peters Tochter Elisabeth mit ihrer Vorliebe für die Architektur im Barockstill das Werk ihres Vaters fort. Unter der 20-jahrigen Regierungszeit Elisabeth s mauserte sich St. Petersburg zu einer Großstadt europäischen Zuschnitts. Die Zarin gründete unter anderem die berühmte Akademie der Künste bestieg die Frau Peters II. Katherina II.den Zarenthron. Als Anhängerin der Aufklärung stiftet sie zahlreiche Schulen und Universitäten. Unter Katherina II. begann der Ausbau von St. Petersburg im klassizistischen Stil. Große Architekten der Zeit wie B. Giacomo Quarenghi (Akademie der Wissenschaften) und Antonio Rinaldi (Marmorpalast) schufen aus 31

32 dem ursprünglichen Sumpfgebiet allmählich ein Venedig des Nordens. Unter der Regierung von Katharina II. erfuhr Russland das goldene Zeitalter des Adels, während in Frankreich 1789 die Französische Revolution begann. Aus Angst vor ähnlichen Revolten im eigenen Land änderte die Zarin ihre Innenpolitik. Erstmals in ihrer Regierungszeit kam es nun zur massiven Verfolgung von Intellektuellen. Sie verbannte jeden, der Kritik an der Leibeigenschaft ausübte 1796 nach dem Tod Katharina s bestieg ihr Sohn Paul den Thron. Er führte eine Reihe von strengen Reformen ein, die den Menschen noch mehr Freiheiten raubte. Gegenüber dem Westen entwickelte sich eine Art Verschlossenheit. Das Fenster nach Europa wurde schmäler wurde Zar Paul I. in seiner Hochsicherheits- Residenz, dem Michaelpalast von Verschwörern getötet bestieg Pauls ältester Sohn als Alexander I. den Thron. Er verabschiedete eine Menge Reformen, die den Menschen mehr Freiheiten boten. Die Folter wurde wieder abgeschafft, ausländische Bücher waren wieder erlaubt. Eine Reihe von Gymnasien, Fachhochschulen und Universitäten wurden in St.Petersburg gegründet. Die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum des künstlerischen und intellektuellen Lebens Russlands, Puschkin, Gogol und Dostojewski begründeten in St. Petersburg. den Weltruf der russischen Literatur. Es begann die architektonische Epoche des Alexandrinischen Klassizismus. Das eindrücklichste Beispiel dieser Zeit ist die nach Plänen von Auguste de Montferrand gebaute Isaaks-Kathedrale (Isaakievskij sobor), die bis heute wohl größte Kirche Russlands. Der Architekt Carlo Rossi prägte in dieser Zeit das Stadtbild mit dem Michail-Palast am Platz der Künste (Russisches Museum), dem Generalstabsgebäude und dem 32

33 Alexander-Theater bestieg Nikolaus I. den Thron. Soldaten verweigerten dem neuen Zaren den Treueeid, es kam es zum Dekabristenaufstand, den Nikolaus blutig niederschlagen ließ. Nikolaus organisierte Polizeitruppen, die rigorose staatliche Kontrollen ausübten. Das Aufkeimen revolutionärer Ideen unterband man durch eine strenge Pressezensur, Ausländern wurde die Einreise erschwert wurde die Eisenbahnstrecke zwischen Moskau und Sankt-Petersburg fertig gestellt. In wenigen Jahrzehnten wuchs die Bevölkerung der Stadt um mehr als eine Million. Die Lebensverhältnisse der Menschenr waren katastrophal, es bildeten sich immer mehr revolutionäre Gruppen, die eine Verfassung fordern kam Lenin nach St.-Petersburg. 1905, am sogenannten blutigen Sonntag, legt ein Generalstreik der sozialistisch organisierten Arbeiter das öffentliche Leben lahm, um den Zar (Nikolaus II.) zu zwingen, Zugeständnisse zu machen. Der Zar brachte das Oktober- Manifest heraus, das Grundrechte und eine gesetzgebende Volksvertretung (Duma) auf der Grundlage des allgemeinen Wahlrechts beinhaltet. Es trat jedoch keine wirkliche Verbesserung, denn der Zar löste das Parlament wann immer er wollte auf. Die politische Spannung setzte sich fort trat Russland an der Seite Frankreichs und Englands in den Ersten Weltkrieg ein. Es kamen anti-deutsche Gefühle auf und so wurde. Sankt-Petersburg in Petrograd umbenannt wurde Nikolaus II. in Haft genommen und mit seiner 33

34 Familie nach Sibirien verbannt. Lenin hielt charismatische Reden in Sankt-Petersburg und gewann immer mehr Anhänger. Die Februarrevolution beendete die Zarenherrschaft. Es wurde ein Parlament (Duma) und Arbeiter- und Soldatenräten gegründet. Im Oktober gelangten die Kommunisten durch einen bewaffneten Aufstand an die Macht. Den Höhepunkt der russischen Oktoberrevolution bildete die Einnahme des Winterpalastes in St. Petersburg, wo die provisorische Regierung ihren Sitz hatte. Die rote Garde wurde von Leo Trotzki im Smolnij-Institut geschult erfolgte der Friedensvertrag mit Deutschland. Aus dem Zarenreich wurde die Sowjetunion. Der Regierungssitz wurde nach Moskau, der neuen Hauptstadt der UdSSR, verlegt und St. Petersburg verlor an Bedeutung. In den nächsten Jahren erlebte die Stadt schwere Hungersnöte. Petrograd zählte 1920 nur noch Einwohner gegenüber 2,5 Millionen im Jahr starb Lenin. Wenige Tage später wurde Petrograd in Leningrad umbenannt. Nach Lenins Tod konnte Stalin die Macht an sich reißen. Mit Schauprozessen und Massenhinrichtungen machte er sich zum uneingeschränkten Diktator, und beseitigte alle Rivalen. Stalin hasste Leningrad und sah in der zaristischen Stadt ständig eine potentielle Bedrohung. Zwangskollektivierungen der privaten Landwirtschaften fanden statt. Den Bauern wurden ihr Vieh und Maschinen weggenommen, und es entstanden Kolchosen begann Hitler die Belagerung von St. Petersburg, die genau 900 Tage dauerte. Fast eine Million Einwohner 34

35 starben an Hunger und Erfrierungen, mehrere Zehntausend durch Granaten und Bombenangriffe. Die Toten wurden in Massengräbern beerdigt, die in den vereisten Boden gesprengt werden mussten. 1945, gleich nach Kriegsende begann der Wiederaufbau von St. Petersburg. Auch die Zarenschlösser in der Umgebung der Stadt, die in der Frontlinie lagen und von der deutschen Armee völlig zerstört wurden, wurden sorgfältig rekonstruiert und wiederaufgebaut. Moskau war das unbestrittene Zentrum der UdSSR, jedoch blieb Leningrad Russlands kulturelles Zentrum, mit vielen aufregenden Innovationen in Kunst, volkstümlicher Musik, und Literatur wurde Michail Gorbatschow neuer Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und bemühte sich, nach den Prinzipien der Glasnost und Perestroika zu regieren kam es zur Auflösung der Sowjetunion. Die Kommunistische Partei wurde verboten und die ersten freien Wahlen fanden statt. Leningrad seinen alten Namen Sankt-Petersburg wieder an. Anna Mareike Seyler-Ternieden 35

36 Peter der Große ( ) Neben dem Beinamen der bzw. die Große einen den Zaren Peter und die Zarin Katharina u.a. auch biographischen Ähnlichkeiten, wie die Tatsache, dass beide keine geborene Thronfolger waren. Aus heutiger Sicht sind es aber vor allem die unter ihrer Regentschaft vorangetrieben Modernisierungsschübe, welche den beiden zu ihrer herausragenden Stellung in der Russischen Geschichte verhalfen. Geboren wurde Peter im Jahre 1672 als fünfzehntes Kind im Kreml von Moskau. Sein Vater war der Zar Alexei Michailowitsch aus dem Geschlecht der Romanows. Seine Mutter war die zweite Frau des Zaren und hieß Natalia Naryschkina: sie entsprang einem unbedeutenden russischem Landsadel, welcher tatarischem Ursprungs war. Aus dieser Verbindung ging Peter als einziges Kind hervor. - Die Chancen auf den Zarentitel waren somit für ihn als Letztgeborenen aus zweiter Ehe vermeintlich schlecht, denn seit dem Beginn der Romanow Dynastie im Jahre 1613 unter Michail übernahm jeweils nur der älteste Sohn die Thronfolge. Jedoch waren die vier Söhne aus erster Ehe von Alexei alle bei schlechter Gesundheit: zwei von ihnen starben kurz nach der Geburt, die anderen beiden waren Zeit ihres Lebens bei schlechter Gesundheit. Und so kam es, dass nach dem Tod 36 seines Vaters im Jahre 1676 und dem plötzlichen Ableben

37 seines älteren Bruders Fjodor im Jahre 1682 Peter neben Iwan ins Gespräch um die Thronfolge kam. Nach längeren hin und her in der Russischen Gesellschaft, wer denn nun die Thronfolge von beiden antreten sollte, entschied sich eine Versammlung (Zemski Sobor) aus Adligen, Kaufleuten und Stadtbewohnern für Peter. Doch es kam zu Komplikationen. - Sophia, eine Tochter aus erster Ehe des Zaren, war diese Entscheidung nicht recht, denn sie wollte ihren Familienzweig durchsetzen. Mit Hilfe der Palastgarde, den Strelitzen, organisierte sie einen Aufstand, setzte sich selber auf den Thron und erreichte darüber hinaus, dass die vormals ausgesprochene Übertragung der alleinigen Herrschaft auf Peter rückgängig gemacht und in eine formale Doppelherrschaft (Iwan&Peter) umgewandelt wurde. Bis zu ihrer Absetzung im Jahre 1682 regierte demnach Sophia als Zarin das Russische Reich. Ihre Regentschaft war jedoch zu kurz um merklichen Einfluss in Russland zu hinterlassen. Mit Sophias Sturz und Peters Regierungsantritt im Jahre 1689 begann ein neues Kapitel in Russland. - Und zwar die Öffnung zur westlichen Welt, denn ein besonderes Charakteristikum von Peters Herrschaft war der Drang zu gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Vorbild westeuropäischer Staaten. Zeit seiner Herrschaft suchte er eine Annäherung an Europa, was u.a. anderem auch durch eine ausgedehnte Reise quer durch Europa zum Ausdruck kam. Als Peter im Jahre 1698 voller Eindrücke aus Europa nach Russland zurückkehrte, begann er unverzüglich mit der Umgestaltung seines Landes. Eindringlich unterstrich er seine Reformpolitik durch das Abschneiden von langen Bärten, welche markanter Ausdruck des altrussischen Erscheinungsbildes und somit Zeichen eines traditionelles und aus Peters Sicht rückständigen Russlands waren. So zwang er alle männlichen Russen per Gesetz sich von ihren Bärten zu trennen; 37

38 gleichzeitig veranlasste er die Einführung eines mittelwesteuropäischen Kleidungsstils. Neben diesen äußerlichen Veränderungen innerhalb der russischen Gesellschaft kam es auch zu tief greifenden institutionellen Veränderungen. Dazu gehörten die Einführung des julianischen Kalenders, die Gründung der Akademie der Wissenschaften und die Einführung einer Schriftreform. Die wohl größte Veränderung unternahm Peter jedoch mit der Gründung einer neuen Hauptstadt: St. Petersburg. Für Peter war dieser Weggang ein weiterer symbolischer Schritt des Aufbruchs in eine neue Zeit. - Die Stadt, die heute gerne auch als Venedig des Nordens bezeichnet wird, ließ er quasi aus dem Nichts erbauen, und dies nach europäischem Vorbild. So gilt St. Petersburg von der Architektur her als die europäischste aller russischen Städte. Katharina die Große ( ) Die deutsche Tochter eines unbedeuteten Fürsten, welche eine französische Erziehung genoss und mit dreiunddreißig Jahren Herrscherin des russischen Großreiches wurde ging nicht nur als Katharina II. in die Geschichte ein, sondern v.a. als Katharina die Große. Dieser Beiname, der zuvor nur Pjotr Alexejewitsch Romanow (Peter dem Großen) zuteil wurde, ist nicht etwa zurückzuführen auf ihre Körpergröße, sondern auf die Anerkennung ihrer vierunddreißigjährigen politischen 38 Wirkungsmacht als Zarin. Heute zählt sie zu einer der

39 einflussreichsten und interessantesten Gestalten des achtzehnten Jahrhunderts. Geboren wird sie 1729 als Prinzessin Sophie von Anhalt- Zerbst in Stettin und war die Tochter eines preußischen Generals. Ihre Mutter Johanna Elisabeth von Holtstein- Gottorf war königlicher Abstammung und ihrer Seite ist es auch zu verdanken, dass Sophie im Alter von 14 Jahren erstmalig Peter III. (dem Enkel von Peter dem Großen) ihren Cousin zweiten Grades sowie späteren Gemahlen und Zaren vorgestellt wurde. Nach einem längeren Aufenthalt in Russland heiratete sie ihn im zarten Alter von fünfzehn Jahren. Die Heirat erfolgte auf Wunsch der damaligen Zarin, welche um ihre Nachfolge besorgt war und sich somit um eine Ehefrau für ihren Neffen Peter kümmerte. Von Sophie war sie begeistert, denn kaum in Russland angekommen erlernte sie innerhalb kürzester Zeit nicht nur die russische Sprache, sondern legte auch den lutheranischen Glauben ab, um zum orthodoxen zu wechseln. Doch was es hieß als unbedeutende Deutsche die Großfürstin eines Russischen Reiches werden zu wollen, bekam Sophie schon während ihrer Verlobungsfeier zu spüren. Auf dieser musste sie ihren Namen Sophie, der in Russland so keinen Klang besaß, ablegen und wurde fortan mit Jekaterina bzw. Katharina Alexejewna angesprochen. Die Ehejahre mit Peter waren für sie die Hölle, denn stetig war sie um seine Aufmerksamkeit bemüht die er ihr aber nicht zu Teil werden ließ. Das könnte u.a daran liegen, dass man ihrem Gatten Peter III. einen einfältigen Geist sowie ein sehr infantiles Verhalten nachsagt und er mit der klugen Katharina überfordert war. Jedoch überforderte ihn nicht nur seine Ehefrau, sondern auch die Aufgabe ein Großreich zu führen. So kam es, dass sich Peter III., der nach dem Tod von Elisabeth im Jahre 1761 zum Zaren ernannt wurde, nur ein Jahr regierte. Denn neben der scheinbar beschränkten 39

40 Fähigkeit Russland zu führen, teilte er für russische Verhältnisse auch noch eine überdurchschnittlich große und naive Bewunderung für Friedrich den Großen, welcher in Russland zur damaligen Zeit als Erzfeind galt. Diese Kombination rief jedoch schon kurz nach seinem Amtsantritt eine große Opposition auf den Plan und hierin sah Katharina ihre Chance: Mit engen Vertrauten zusammen plante sie einen Staatsstreich, der sie schlussendlich zur Zarin vom Großreich Russland werden ließ. Mit dem Namen-, Sprach- und Religionswechsel legte Sophie auch einen Teil ihrer vorigen deutschen Identität ab und nahm eine Neue russische an. Wie sehr kann man in vielen Schriften nachlesen. Und bis Heute wird ihr eine große Liebe und Patriotismus für Russland und sein Volk nachgesagt. Darum ärgerte es sie auch, dass man im Westen von der Russischen Gesellschaft als einer Art Gesellschaft zweiter Klasse sprach und deswegen war es ihr im Verlauf ihrer Herrschaft auch so wichtig ihr Russland zu modernisieren und zu einem Staat auszubauen, der auch im westlichen Weltgeschehen einen Platz einnahm. Somit kam es unter ihrer Herrschaft zu einer Reformierungswelle, die Russland in einem westlichen Sinne modernisieren sollte (Katharina war u.a eine große Bewunderin der Aufklärung, siehe ihre anfängliche Kontaktpflege zu Voltaire ). Darüber hinaus war Katharina bemüht über das Mittel der Kriegsführung (u.a gegen die Türken ) das Russische Imperium zu erweitern. Am Ende ihrer Amts- und Lebenszeit im Jahre 1796 konnte Katharina nicht nur auf eine moderne gefestigte russische Gesellschaft blicken, sondern auch auf ein erweitertes Imperium was, ab nun an auch einen Platz im westlichen Weltgeschehen einnahm. Claudia Bluck 40

41 Zur Revolutionsentwicklung in Russland Wie kam es dazu? Das zaristische Russland, ein Agrarland, zu rückständig, um als sich als Sieger im Kampf gegen andere imperiale Nationen zu beweisen, erleidet wiederholte Rückschläge auf den Schlachtfeldern der Welt. Das Vorhaben des Zarentums ist es, eine stärkere Kriegs- und Wirtschaftsmacht im Land zu installieren. Die darauffolgenden jahrzehntelangen Reformanstrengungen, die das russische Reich gegen die internationale Konkurrenz kräftigen sollen, gehen zu Lasten der russischen Bevölkerung. Sie wird in den Krieg geschickt und mit Abschaffung der Leibeigenschaft von den Ländereien des Adels und der Großgrundbesitzer freigesetzt. Diese Ländereien haben sie bis dahin bewohnt und bewirtschaftet; ihre Arbeitskraft ist nicht mehr gefragt und sie müssen sich auf die Suche nach neuen Einnahmequellen begeben. In den Städten wird mit Hilfe von Staatssubventionen und 41

42 ausländischen Anleihen eine Schwerindustrie errichtet. Verletzt, mittellos und hungrig schürt sich stetiger Unmut gegen das zaristische Regime. Unzufriedenheit im Volk Die Stimmung in der Bevölkerung richtet sich vermehrt gegen die Alleinherrschaft des Adels. Viele Menschen wollen ihrer Not und den herrschenden Zuständen ein Ende setzen. Als ein wichtiger Ausgangspunkt gelten die gesellschaftspolitischen Grundsätze einer Ideengemeinschaft, der sogenannten Intelligenzija. Bereits seit Beginn des 19tenJahrhunderts war diese Gruppe bemüht, die Zarengemeinschaft zu stürzen und das Bewusstsein innerhalb der immer noch hauptsächlich bäuerlichen Gesellschaft für ein sozial verträgliches Miteinander zu stärken. Mit zunehmender Industrialisierung wächst auch die Unzufriedenheit der Arbeiter in den Städten. Sie leben und arbeiten unter unerträglichen Bedingungen. Diese wirtschaftliche Entwicklung hat in Russland eine neue, selbstbewusste Klasse Industrieller hervorgebracht, die sich zum Bürgertum formiert und den ebenfalls neuen Stands des Proletariats für ihre gewinnbringenden Zwecke benutzt. Aufgrund hoher Steuerabgaben und der Mittellosigkeit der Bauern wächst auch die Armut auf dem Land. So kommt es immer wieder vor, dass sich das Landund Stadtproletariat gegen die Neuerungen und die Kriege des Zaren erheben, indem sie ihrem Unmut öffentlich Gehör verschaffen. Demonstrationen der Land und Stadtarbeiter sowie der Intellektuellen werden von der Armee des Zaren niedergeschlagen. Die Forderungen der Demonstranten werden weitestgehend ignoriert und unterdrückt. Was passiert im Februar 1917? Trotz aller Bemühungen des Zaren, sich für neue Kriegshandlungen zu rüsten, unterliegt das russische Militär der 42

43 Deutschen Armee im Ersten Weltkrieg Das Heer ist in hohem Maße geschwächt und die Versorgung der Bevölkerung ist kaum noch gegeben kommt es deshalb zu großen Unruhen und Streiks in den Städten bis hin zum Zusammenbruch der Ordnung in der russischen Hauptstadt. Soldaten, Arbeiter und Bauern kämpfen zusammen. Sie wollen endlich Frieden und eine Durchsetzung von Reformen, die auch in ihrem Sinne sind. Aufgrund der Forderung der Duma, eine ursprünglich vom Zar eingesetzte beratende Versammlung mit nur eingeschränkten Rechten, dankt Zar Nikolaus II im März des Jahres 1917 in St. Petersburg (damals: Petrograd) ab. Nach der Revolution Zwei Seiten mit politisch unterschiedlichen Zielen nehmen die neue Ordnung in ihre Hände. Zum einen handelt es sich um eine provisorisch gegründete Regierung, die sich aus bürgerlichen Parteien zusammensetzt. Sie führt den Krieg weiter. Forderungen nach einer Landreform werden wiederholt ignoriert, mit der Folge, dass das Bauerntum sich gegen die Führung richtet. Auf der anderen Seite gibt es den Rat der Arbeiter und Soldaten, genannt Sowjet. Letzterer hat sich den immerwährenden Fortbestand und das Wohl der Arbeiterklasse zum Ziel gesetzt. Viele Menschen aus dem gesamten russischen Reich machen sich auf den Weg in das Zentrum des Umsturzes. Unter ihnen auch Leo Trotzki. Damals 38 jährig trifft er auf Wladimir Iljitsch Lenin, 48 Jahre, der als entschlossener und zielstrebiger Führer der Bolschewiki, der radikalen Seite der russischen Sozialdemokratie, gilt. Lenin ist Verfechter des Marxismus und entwickelt eine Theorie der revolutionären Strategie, in der das Volk zum Sozialismus erzogen werden soll. Mit Hilfe der Deutschen, die um die Bestrebungen Lenins wissen, wird er aus dem Schweizer Exil 43

44 zurück nach Russland gebracht. Mit der Forderung nach der lange geforderten Landreform und der Beendigung des Krieges hat Lenin die Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite. Die Bolschewiken setzen sich gegen den Sowjet durch und besetzen am 7. November die strategischen Punkte Petrograds. Sie bilden einen Rat der Volkskommissare mit Lenin als Vorsitzenden, Leo Trotzki als Kommissar für Auswärtiges und Josef Stalin als Kommissar für Nationalitäten. Diese Regierung rief alle Arbeiter der kriegsführenden Mächte auf, die Kämpfe einzustellen, und unterzeichnet am 3. Dezember 1917 einen Waffenstillstand mit den Mittelmächten. Damit gewann sie die Zustimmung der Soldaten, Bauern und Arbeiter. Unter der vehementen Agitationslinie Lenins und seiner Mitstreiter entsteht die Sowjetunion auf der Basis eines sozialistischen Staatsprogramms. Nach Lenins Tod 1924 kommt es zu Führungskämpfen innerhalb der Parteispitze. Josef Stalin, verantwortlich für das Attentat auf Leo Trotzki setzt sich somit gewaltsam an die Spitze der Partei. Anhand von Zwangskollektivierungen veranschlagt er seine sogenannten Fünf Jahres Pläne und geht gegen Systemgegner konsequent und gewaltsam vor. Julia Ibing 44

45 Das Russische Bildungssystem Schulgliederung Die Schulgliederung in Russland ist anders als in Deutschland, denn es gibt keine Untergliederung in Gymnasium, Realschule und Hauptschule. Manche Schulen nennen sich Gymnasium, aber letztlich unterrichten sie auch das gemeinsame Schulprogramm nur mit dem Unterschied, dass einzelne Fächer besonders intensiv gelehrt werden. Schulfächer Die Schulfächer Sozialkunde, Kunst oder Religion gibt es in der Grundschule nicht, dafür gibt es aber Werk (Haushaltsführung), wo die Kinder lernen zu kochen, nähen und zu basteln. Außerdem stehen Informatik und Wirtschaftslehre auf dem Schulplan. Mathematik wird ab der 5. Klasse aufgeteilt in Algebra und Geometrie und Russisch in Literatur und Russische Sprache. Sie werden jeweils als zwei getrennte Fächer unterrichtet. Eine weitere Besonderheit ist das Fach Sternkunde, das in der 10. und 11. Klasse unterrichtet wird. 45

46 Noten Das Notensystem in Russland existiert in seiner Form schon seit dem 17. Jahrhundert. Es ist komplett anders als im Deutschen: 5 - ist die beste Note, 2 - die schlechteste. Die Note 1 darf nicht vergeben werden. Schulferien In Russland gibt es, genau wie in Deutschland, zu vier Terminen Schulferien. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Sommerferien in Russland 3 Monate andauern. Vorschule Die Vorschulerziehung beginnt mit dem Besuch des Kindergartens der drei- bis sechs- jährigen Kinder. Er ist freiwillig und nur für bedürftige Familien kostenfrei. Auf dem Programm stehen vor allem die psychosoziale, geistige und gesundheitliche Entwicklungsförderung der Kinder. Aber auch das frühe Erlernen einer Fremdsprache wird für sehr wichtig angesehen. Grundschule und mittlere Schulbildung Die Schulpflicht beträgt 9 Jahre und untergliedert sich in eine 3-jährige Primarstufe und in eine 6-jährige Hauptstufe, die mit einer Abschlussprüfung endet (vergleichbar mit der Hauptschule) In der Regel bleibt man in derselben Schule und auch in derselben Klasse. (...) (Nach der erfolgreichen staatlichen Prüfung) kann man (sich) entscheiden, entweder in die Berufsschule zu gehen, oder noch zwei Jahre die Schule weiter zu besuchen (10. und 11. Klasse) um den mittleren Bildungsabschluss (vergleichbar mit dem Abitur) zu bekommen. Falls man sich für die 2-jährige Oberschule entschieden hat, was ca. 2/3 der russischen Schüler ausmacht, schließt man diese mit einem Staatsexamen und der Verleihung des Attestats ab, welches in Deutschland mit der 46

47 mittleren Reife verglichen werden kann (Vgl. hanse-parlament.eu/mediabig/377a.pdf). Für die Russen ist der Abschluss der 11. Klasse sehr wichtig und ist vergleichbar mit unserem Abitur, da er den Schülerinnen und Schülern erlaubt die Hochschule zu besuchen. In Deutschland wird das russische Attestat allerdings nicht als Abitur angesehen. Hochschulbildung Ca. 70 % der Abiturienten in Russland besuchen nach der Schule eine Hoch- oder Fachhochschule. Im Grunde sind die Universitäten kostenfrei, jedoch muss man hierfür die harten Aufnahmeprüfungen überstehen. Besteht man die Prüfungen nicht kann man jedoch auch gegen Gebühr an staatlichen und privaten Hochschulen studieren. Hierfür wurde vom Bildungsministerium eine Quote von 25 % der zahlenden Studierenden an staatlichen Hochschulen festgelegt, die allerdings fast überall überschritten wird und im Durchschnitt bei ca. 44% liegt. Die klassischen Universitäten zeichnen sich durch ein breites Fächerangebot aus, wo hingegen die Akademien und Universitäten mit engerer Spezialisierung zum Beispiel für Architektur und Bauwesen, Pädagogische und Medizinische Fachrichtungen zuständig sind. Das Studium selbst ist stark verschult, da die straff organisierten und zentralisierten Lehrpläne wenig Wahlfreiheit über Inhalt und Ablauf des Studiums bieten. Unterricht wird in Form von Kurssystemen in klassenähnlichen Verbänden abgehalten. Das Kursprogramm gibt Stundenpläne vor und ersetzt die sonst üblichen Vorlesungsverzeichnisse. Universität St. Petersburg Die staatliche Universität wurde im Jahr 1724 gegründet. Das Hauptgebäude befindet sich am Flussufer der Newa auf der Wassiljewski- Insel. Viele Gebäude stammen dort aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Staatliche Uni umfasst 47

48 14 Fakultäten, von Biologie, Geschichte bis hin zu Journalismus, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, wobei sie für ihre naturwissenschaftlichen Fakultäten besonders gelobt wird. Die wohl bekanntesten Absolventen sind der ehemalige russische Präsident Wladimir Putin und sein Nachfolger Dmitri Medwedew. Aber auch sonst hat die Universität gesellschaftlich hochangesehene Persönlichkeiten hervorgebracht, wie Michail Lomonossow, den berühmtesten Naturwissenschaftler Russlands (Denkmal, Südseite). Katja Putz 48

49 Russische Avantgarde - Der russische Weg in die Abstraktion Mit dem Begriff Russischer Avantgarde wird die künstlerische Epoche in Russland zwischen 1910 und der Machtübernahme durch Josef Stalin bezeichnet. Sie war von einem Prozess der Erneuerung in der Malerei geprägt, der sehr schnell ablief, und ist die Epoche, in der die russische Kunst mit an der Spitze des Weltkunstprozesses stand. Charakteristisch für diese Kunst ist die Weiterentwicklung der russischen Malerei und Plastik hin zur Abstraktion und zur internationalen Moderne. Vor allem vor 1918 hatten von Matisse und die Fauves, Kubismus, Expressionismus und Futurismus Einfluss auf die russische Kunst, die ihrerseits nicht einfach Vorbilder übernahm. Die meisten Maler entwickelten die im Westen entstandenen Malstile weiter - unter Einbeziehung russischer Einflüsse (orthodoxe Fresken und Ikonenmalerei, Folklore und das Kunsthandwerk ihrer Regionen). Der Erste Weltkrieg begünstigte paradoxer Weise die eigenständige Entwicklung, weil er die freie Kommunikation mit dem Westen zeitweilig blockierte, was viele russische Künstler in eine stärkere Isolation zwang. 49

50 Vorrevolutionäres Russland Die russische Malerei, die zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917 entstand, kann als der eigentliche Beginn der Moderne in Russland gelten. Um das Jahr 1910 waren die progressiven Künstler aus den Metropolen Moskau und St. Petersburg recht gut über die Aufbrüche im Westen informiert. Auch spürte man das Nahen großer revolutionärer Veränderungen. Schon der farbgesättigte Realismus des ausgehenden 19. Jh. orientierte sich stark am französischen Impressionismus, prägte aber eine ganz eigenständige Farbigkeit aus, von der auch die Petersburger Künstlervereinigung Mir Iskustwa ( Welt der Kunst ) in den Jahren profitierte. Sie gründete sich erneut 1910, bestand bis 1924 und wurde zum Zentrum einer Bewegung, die den Anschluss an die westeuropäische Moderne fand. Mit der Neugründung der Mir Iskustwa 1910 bildeten sich 2 Gruppen: Die Vereinigung Karo Bube in Moskau und in St.Petersburg der Verband der Jugend. (Natalija Gontscharowa, Kasimir Malewitsch, Wladimir Tatlin, Michail Larionow, David Burljuk, Marc Chagall, Alexander Exter, Wassily Kandinsky, Olga Rosanowa) Konstruktivismus zwischen Rationalität und Utopie Der Name bezeichnet keine festumrissene Bewegung, sondern vielmehr einen Trend in Malerei, Architektur, Skulptur und Bühnenbild. Aus der Beschäftigung mit verschiedenen Materialien, Farben und Formen entstanden nichtfigurative Werke aus geometrischen Formen (Ellipse, Kreis, Quadrat, Rechteck) und reinen Farben. Ausgehend von Russland wird der Konstruktivismus zu einer europaweiten Bewegung. Dabei können seine Hauptvertreter Kasimir Malewitsch, El Lissitzky, Wladimir Tatlin und 50

51 Alexander Rodtschenko auf einer innerhalb Russlands gefestigten Avantgarde-Tradition aufbauen. Von der bolschewistischen Kulturpolitik wurde diese Entwicklung anfangs gefördert: Zunächst unterstützte Lenin die Künstler auch unabhängig von ihrer Parteibildung und erwartete, dass der Künstler ein funktionales Element des Sozialismus sein soll: das Proletariat als politischer Vortrupp der Bewegung bedurfte der Führung der revolutionären Intelligenz, und der Berufskünstler trug Verantwortung für die ästhetische Erziehung der Massen. Der Suprematismus, den Malewitsch entwickelte, ist für eine kurze Zeit nach der Oktoberrevolution von 1917 sogar eine Art Massenagitationsmittel. Malewitsch und El Lissitzky sind auf Lehrstühle der Moskauer Kunsthochschule berufen worden. Die Russischen Avantgardisten verstanden die neue kommunistische Herrschaft dabei als Förderer und Wegbereiter avantgardistischer Kunst. Diese idealistischen Ziele der Oktoberrevolution mussten letztlich Utopien bleiben. Suprematismus Die Dinge und Gegenstände der realen Welt sind wie Rauch verschwunden. Ich habe nichts erfunden, nur die Nacht habe ich empfunden, und in ihr hab ich das Neue erblickt, das Neue, das ich Suprematismus nannte. Durch eine schwarze Fläche hat es sich in mir ausgedrückt, die ein Quadrat gebildet hat und dann einen Kreis. In ihnen habe ich die neufarbige Welt erblickt, schrieb Kasimir Walewitsch stellte er sein Bild Schwarzes Quadrat auf weißem Grund in einer Petersburger Gemäldegalerie auf und veröffentlichte seine Schrift vom Kubismus und Futurismus zum Suprematismus, in der er die künstlerischen Avantgardebewegungen in einen historischen Kontext stellte. Sein 51

52 52 eigenes Werk Werk, mit dem er vom Kubo-Futurismus des Karo-Bube zum Suprematismus vorstieß, ist ein eigenständiger Beitrag der russischen Avantgarde zur Entwicklung der modernen Malerei, den er als den Endpunkt künstlerischer und philosophischer Erkundungen betrachtete. Stilistischer Höhepunkt in seinem Werk ist die Serie, die um 1915 entstand: Mit Schwarzes Quadrat auf weißem Grund, Schwarzes Kreuz auf weißem Grund und Schwarzer Kreis auf weißem Grund stoßen wir an eine Grenze der Malerei, die später zum Beispiel von Yves Klein in seinen Monochromes ab 1949 erneut getestet, variiert und erweitert werden sollte. Malewitsch setzte mit diesen ersten Werken zunächst den Anfang vom Ende der gegenständlichen Welt, indem er eine transzendierende, sich als Erregung äußernde Vibration der Weltenergie hervorruft, die alle Unterschiede und Widersprüche auflöst und eine Einheit schafft, die noch über das Gleichheitspostulat der Revolution hinausgeht. Daraufhin entfaltete die suprematistische Farbmalerei einen dynamischen Reichtum an immer kleinteiliger werdenden bewegten Bildkompositionen, die schließlich in einen Akt der Zerstäubung 1919 zur Erfindung des Weißen Quadrats auf weißem Grund führten, als Teil seiner berühmten Weiß-auf-Weiß-Bildserien. Damit erreichte die Abstraktion der Malerei ihren Höhepunkt. Mit diesem endgültigen Nullpunkt gelangte bezweckte der Künstler nicht die Befreiung der äußeren, sondern der inneren Welt. Auch wenn sich zahlreiche russische Künstler dieser Richtung anschlossen, so ist sie doch eng mit Malewitsch verbunden, dem sie ihr theoretisches Fundament verdankt. Der malerische Raum müsse von allem symbolischen und formalen Inhalt geleert werden, damit er eine neue Wirklichkeit zeigen könne, in der das Danken absolute Priorität besitzt, so seine Überzeugung. Später kehre Malewitsch zu figurativen Formen und Themen zurück und malte Szenen aus dem Alltagsleben des

53 russischen Volks. Gleichschaltung als Staatsdoktrin Die Vielfalt der russischen Avantgarde wich Ende der 20er Jahre einer Ideologie und einer offiziellen Einheitskunst. Ein Rückschlag für die russische Kunst, die ironischerweise alles Revolutionäre ablegen musste. Der Mensch und die Natur wurden auf dem Altar der Revolution, des sozialistischen Fortschritts geopfert. Sie wurden vermeintlich höheren Zielen im neuen Sowjetrussland untergeordnet. Da blieb kein Platz für Individualität, auch nicht für den Künstler. Viele Vertreter der Avantgarde wurden früher oder später selbst Opfer des von ihnen unterstützten neuen Regimes. Nach Stalins Machtübernahme ließ sich der theoretische Ansatz der Avantgardisten mit den politischen Forderungen nach einer Funktionalen Kunst nicht vereinbaren. Malewitsch erhielt Ausstellungs- und Publikationsverbot; andere Künstler wanderten in den Westen ab. In Russland folgte eine zentral gesteuerte Agitationskunst, die auch als Sozialistischer Realismus bezeichnet wird. Die letzten Reste kreativer Freiheit werden 1931 abgeschafft, als auf Beschluss des ZK der Partei der Redakteur des Staatsverlages IZOGIZ als Zensor in die Gestaltung eingreifen kann werden auf Geheiß Stalins alle Künstlervereinigungen aufgelöst und im gemeinsamen Künstlerverband zwangsvereint. Mindestens zehn Bewertungsinstanzen sorgten für die Umfunktionierung der eingereichten Entwürfe zum reinen Personenkult. Ob regimekonform oder als innere Emigranten, die Protagonisten der grandiosen konstruktivistischen Experiments russischer Prägung versinken am Ende zusammen mit der großen Utopie in der Tragödie der Stalin-Diktatur. Alessa Joosten 53

54 Russische Literaten Im Folgenden werden vier sehr bedeutende Literaten vorgestellt: Alexander Pushkin: Pushkin wurde am 6.Juni 1799 in Moskau geboren. Er ist der bedeutendste Schriftsteller der russischen Literatur und gilt als Begründer der russischen Literatursprache. Für die Russen bedeutet er mindestens so viel wie Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer. Seine Werke bestimmten, zu Lebzeiten, die Phasen des Klassizismus, der Romantik und des Realismus in Russland. So hatten seine epischen und lyrischen Dichtungen, Dramen, Romane und Erzählungen eine große Bedeutung. Mit seinem Hauptwerk Evgenij Onegin begann Pushkin Das 1833 vollständig veröffentlichte Werk schildert die Lebens- und Liebesgeschichte des ironisch betrachteten Titelhelden. Auch wenn dieses Werk in Versen verfasst ist, gilt es als erster großer Roman in der russischen Literatur. Pushkin etablierte nach französischem Vorbild und in Anlehnung an die gepflegte Umgangssprache eine neue russische Literatursprache. Dies prägte die Literatur und hatte Einfluss auf spätere Arbeiten von Leo Tolstoi, Fjodor Dostojewski und Anton Tschechow. Pushkin starb am 10. Februar 1837 in St. Petersburg an den 54

55 Folgen einer Verletzung, die er im Duell um die Ehre seiner Frau erlitten hatte. Er wurde nur 37 Jahre alt. Lew Nikolajewitsch Tolstoi: Graf Lew (im deutschen Leo) Nikolajewitsch Tolstoi wurde am 28. August 1828 in Jasnaja Poljana geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern lebte Tolstoi bei seinen Verwandten. Dort hatte er eine glückliche Kindheit, die er später im biographischen Roman Die Kindheit beschrieb. Er hat nicht nur als großer russischer Schriftsteller, sondern auch als Philosoph und Moralist Weltruhm erlangt. Vor allem ist er als meisterhafter Realist bekannt, dem es immer wieder gelang, die Empfindungen der Menschen, den Wechsel der Gefühle mit einer unglaublichen Präzision bis ins kleinste Detail auf Papier festzuhalten. Zunächst jedoch studierte Tolstoi von 1844 bis 1847 an der Universität in Kazan zuerst orientalische Sprachen und dann Jura. Doch das Studium interessierte Tolstoi wenig, er brach es ab und ging nach Moskau und St. Petersburg. Hier fing er an zu schreiben meldete sich Tolstoi freiwillig zum Kriegsdienst. Seine Kriegserfahrungen verarbeitete er später in seinem Hauptwerk Krieg und Frieden. Im Alter von 37 Jahren heiratete er die 18 jährige Sofia Bers und widmete sich zunächst dem Familienleben. Mit seiner Frau hatte Tolstoi insgesamt 13 Kinder, fünf starben jedoch im frühen Kindesalter. Tolstoi liebte seine Kinder, interessierte sich aber mehr als Schriftsteller für ihre Gefühle und verarbeitete diese in seinen Romanen. Auch die ständige Analyse von sich selbst lieferte Tolstoi reichlich Schreibstoff. Er hielt seine Gedanken in einem Tagebuch fest, das er bis zum seinem Tod führte. Dadurch sind viele seiner Werke mehr oder weniger biographisch und in vielen männlichen Charakteren erkennt man die Gedanken und Eigenschaften des Autors. In den 80er Jahren erlebte Tolstoi eine geistige und 55

56 schöpferische Krise. Er setzte sich verstärkt mit der Religion und dem Glauben auseinander. Immer mehr kritisierte er die Kirche als Institution sowie die enge Verzahnung von Kirche und Staat. Der Konflikt verschärfte sich so sehr, dass Tolstoi 1901 offiziell exkommuniziert wurde. Dies geschah nach der Veröffentlichung des Romans Auferstehung, in dem der Autor mit tiefstem Abscheu ein Gottesdienst im Gefängnis darstellte. Als es 1910 in der Familie von Tolstoi kriselte floh er aus seinem Haus in Jasnaja Poljana, die Strapazen der Reise überlebte er jedoch nicht und starb im Alter von 82 Jahren. Fjodor Michailowitsch Dostojewski Fjodor M. Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren. Er war Sohn eines Arztes aus verarmter Adelsfamilie. Dostojewski verbrachte seine Jugendjahre in Moskau und besuchte später die Militäringenieursschule in St. Petersburg. Sein erster Roman Arme Leute von 1846 war sofort ein Erfolg. Wegen der Teilnahme an Treffen des Petraschewski-Kreises, einer dem Sozialismus anhängenden Gruppe, wurde Dostojewski 1849 zum Tode verurteilt, allerdings kurz vor Vollstreckung des Urteils begnadigt und für vier Jahre zur Zwangsarbeit nach Sibirien geschickt. Die Jahre der Verbannung und Zwangsarbeit veränderten Dostojewski und seine Literatur entscheidend. Ein herausstechende Merkmal der großen dostojewskischen Romane sind seine Charaktere. Diese sind mit den von ihnen vertretenen Ideen völlig verwachsen, aber werden dennoch ganz menschlich geschildert. Dostojewski gelingt das Schaffen von Figuren, die dem Leser heute wie damals überspannt und übertrieben vorkommen, und die doch, selbst in ihren Extremen, widerspiegeln, was jeder schon hin und wieder gedacht und geträumt hat, zumindest in Momenten zügelloser Phantasie. Zwei seiner Bekanntesten 56

57 Werke sind Der Idiot und Die Brüder Karamasow. Am 9. Februar 1881 starb Fjodor Dostojewski in St. Petersburg. Anton Tschechow Anton Tschechow wurde am 29. Januar 1860 in der Ukraine geboren und gehört zu den bedeutendsten russischen Autoren des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Erzählungen und Dramen steht er zwischen kritischem Realismus und literarischem Impressionismus. Bereits während seines Medizinstudiums in Moskau schrieb und veröffentlichte er humorvolle Kurzprosa in verschiedenen Zeitschriften. Die ärztliche Praxis übte Tschechow nur kurze Zeit aus und widmete sich bald ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Ein erster Sammelband mit Kurzgeschichten erschien 1886 unter dem Titel Bunte Erzählungen. Tschechows Dramen weichen vom klassischen Aufbau ab und gruppieren ihre spärliche Handlung eher um Figurentypen, deren Seelenlage sie beleuchten. Auf diese Weise porträtieren sie den sinnentleerten russischen Alltag vor der Revolution von Das langweilige Dasein der Menschen steht deutlich im Mittelpunkt. Typisch für Tschechows Stücke ist, dass sich wichtige dramatische Ereignisse hinter den Kulissen abspielen und dem Ungesagten Wort oft eine höhere Bedeutung zukommt als dem direkten Wort. Viele seiner Einakter und längeren Stücke, darunter Onkel Wanja, Drei Schwestern, Der Kirschgarten und Die Möwe, werden bis heute im Theater inszeniert. Sowohl seine Bühnenstücke als auch seine Erzählungen stellen das innere Scheitern der Charaktere in einer sich auflösenden Feudalgesellschaft dar. Tschechow starb am 15. Juli 1904 während eines Kuraufenthalts in Badenweiler im Schwarzwald. Maria Sarul 57

58 Russisches Museum & russische Malerei des 19. Jh. Das russische Museum ist das erste staatliche Museum der schönen Künste des Russlands. Es würde 1895 in St. Petersburg nach Anordnung von Zar Nicholas II gegründet. Die Sammlung war ursprünglich von Zar Alexander III und wurde dann von Zar Nicholas II erweitert. Auch durch die Enteignung des russischen Adels nach der Oktoberrevolution wuchs die Sammlung weiter. Ebenfalls gingen fast die gesamten Bestände russischer Kunst in der Eremitage an das Russische Museum über. Seit dem 19 März 1898 ist das Museum für Besucher geöffnet. Es werden etwa Exponate aus den Bereichen Malerei, Skulpturen, Graphik, Kunsthandwerk und Volkskunst ausgestellt. Es werden mehr als 50 temporäre Ausstellungen geboten und außerdem mehr als 10 Ausstellungen in anderen Städten und auswärts jährlich organisiert. Der 58 Hauptkomplex des Museumsgebäudes besteht aus dem

59 Mikhailovsky Palast und den Benois Wing Häusern, welche in Form dauerhafte Ausstellung die gesamte Geschichte der russischen Kunst vom zehnten bis der zwanzigsten Jahrhunderte darstellen. Das Haupthaus des Museums, das Gebäude-Ensemble des Michajlovskij-Palais, wurde von dem Architekten Carlo Rossi entworfen.in den letzten Zwanzig Jahren hat der Museumskomplex sich um den Stroganow-Palais, den Michajlovskij- (Ingenieurs-) Schloss und der Marmor-Palast erweitert; Der Komplex umfasst außerdem die Mikhailovsky Gärten, die Ingenieurs Gärten, die Sommer-Garten (einschließlich Sommer-Palast) und das Haus von Peter dem Großen. (Vgl. ru/eng/museum/ Stand :30) Demensprechend umfangreich sind heut zu Tage auch die Aufgaben und Bereiche des Museums. Es ist ein einzigartiger Aufbewahrungsort von künstlerischen Schätzen, ein berühmtes Restaurations-Zentrum, ein maßgebliches Institut für akademische Forschung, eines der bedeutendsten Kulturzentren, forschendes und methodologisches Zentrum der Kunstmuseen der russischen Föderation und es werden die Aktivität von 260 Kunstmuseen Russlands beaufsichtigt (Vgl. eng/home/ Stand :20). Die Sammlung umschließt Werke der Ikonographie seit dem 11. Jahrhundert bis hin zum Sozialistischen Realismus und zur inoffiziellen und zu Sowjetzeiten nicht veröffentlichten Kunst aus dem 20. Jahrhundert wie zum Beispiel Der Apostel Petrus und Der Apostel Paulus (beide 1408) von Andrei Rubljow, Der letzte Tag von Pompeji (1833) von Karl Brüllow, Christus erscheint vor dem Volke ( ) von Alexandr Ivanov, Die Wolgatreidler ( ) von Ilja Repin, Spaziergang (1917) von Marc Chagall, Suprematismus 59

60 ( ) von Kasimir Malevitsch und Komposition Nr. 223 (1919) von Wassily Kandinsky.[ Erst 1995 wurde das Ludwig-Museum im Russischen Museum im Marmor-Palast eröffnet. Hier findet man eine umfangreiche Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst von unter andrem Jasper Johns, Pablo Picasso, Jeff Koons, Jean- Michel Basquiat, Andy Warhol, Joseph Beuys, Ilya Kabakov, Jörg Immendorff und Gottfried Helnwein. Zu den bedeutendsten Künstlern des 19. Jahrhunderts zählen in Russland Karl Brüllow ( ), Alexandr Ivanov ( ), Ilja Repin ( ), Nikolai Alexandrovich Yaroschenko ( ) und Mikhail Nesterov( ). Lea Rombold 60

61 Eremitage - Winterpalast Die Eremitage in St. Petersburg gehört neben dem Louvre, dem Metropolitan Museum und dem Britischen Museum zu den größten Museen der Welt. Sie verwahrt, als ein Museum der Geschichte der Weltkultur, rund drei Millionen Kunstgegenstände verschiedener Epochen, Zivilisationen und Völker. Diese Schätze sind in fünf Palastgebäuden untergebracht, die einen prächtigen Architekturkomplex am Ufer der Newa bilden. Die über 350 für die Besucher zugänglichen Säle geben zugleich einen lebendigen Begriff von einigen Etappen russischer Baukunst. Wie die Mehrzahl der europäischen Museen, so entwickelte sich auch die Eremitage zunächst als höfische Galerie und blieb bis zum Jahre 1917 eine Institution des Zarenhofes und somit für das Volk unzugänglich. Erst nach der Oktoberrevolution in Russland wurde sie zum nationalen, staatlichen Eigentum erklärt. Als Gründungsdatum gilt das Jahr 1764, in dem 225 Gemäl- 61

62 de aus Berlin nach St. Petersburg, in den wenige Jahre zuvor von Bartolomeo Francesco Rastrelli erbauten Winterpalast, überführt wurden. Dieses Gebäude stellt mit seinem rechteckigen Bau, der einen Innenhof einschließt, und seinen detaillierten Verzierungen eines der Prunkstücke des russischen Barocks dar. Heute ist mit Eremitage ein Komplex aus mehreren im 18. und 19. Jahrhundert entstandenen Bauwerken gemeint. Neben der Kleinen Eremitage besteht er noch aus der Alten Eremitage, der Neuen Eremitage, dem Eremitage-Theater und dem Winterpalast, der ehemaligen Hauptresidenz der russischen Zaren. In den letzten Jahren kamen neben dem eigentlichen Eremitage-Komplex noch ein Teil des Generalstabsgebäudes und des Menschekow-Palais zu den Räumlichkeiten des Museums hinzu. Sammlung Von Beginn an lag der Schwerpunkt der Eremitage auf der mittel- und westeuropäischen Kunst. In ganz Europa entstanden in dieser Zeit umfangreiche Sammlungen von bedeutenden Kunstwerken der russische Zarenhof genoss in dieser Zeit einen besonderen Ruf als einer der größten Aufkäufer von wertvollen Sammlungen. Da der größte Teil der russischen Kunst mittlerweile in das Russische Museum ausgelagert wurde, ist auch heute die mittel- und westeuropäische Kunst und Kultur wieder der bedeutsamste Teil der Sammlung. Während die Malerei der Kern der Sammlung ist, beherbergt die Eremitage auch Zeichnungen, über Druckgraphiken, und umfangreiche Sammlungen angewandter Kunst. Die Sammlung der Plastiken ist mit über Objekten eine der größten der Welt und enthält unter anderem Werke von Michelangelo und Rodin. Die italienische Malerei bildet im Bereich der klassischen 62

63 europäischen Kunst wahrscheinlich den wichtigsten Teil der Sammlung. Berühmt und meist von Besuchern umlagert sind zwei der weltweit bekannten zwölf Originale von Leonardo da Vinci, die Madonna mit einer Blume (1478) und die Madonna Litta (1490/91). Einen ebenso hohen Status genießen die Madonna Conestabila (1502/03) und Die Heilige Familie (1506) von Raffael. Zudem befindet sich ein Nachbau der vatikanischen Raffael-Loggias im Museum. Das Museum beherbergt weitere Werke von Tizian, Giorgiones Judith sowie Bilder von Michelangelo, Paolo Veronese, Caravaggio u.v.m. Die Eremitage beherbergt etwa 500 Gemälde von über 140 Künstlern aus der bedeutendsten Phase der flämischen Schule. Insbesondere hat sie eine bedeutende Sammlung der Werke von Peter Paul Rubens und seiner Schüler Anthonis van Dyck, und Frans Snyders. Mit über 20 Gemälden von Rembrandt besitzt das Museum die größte Sammlung außerhalb der Niederlande. Die Eremitage besitzt eine große Auswahl klassischer französischer Maler. Besonders bekannt ist sie aber für ihre große Sammlung früher moderner Malerei, die einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der Malerei erlaubt. Dazu gehören Bilder von Claude Monet, weitere von Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley, Paul Cézanne, Paul Gauguin, 37 Bilder von Henri Matisse und 31 Bilder von Pablo Picasso. Andere vertretene Maler sind Lucas Cranach der Ältere, Johann Friedrich Tischbein, Caspar David Friedrich, Vincent van Gogh, Joshua Reynolds, Thomas Gainsborough, sowie Bilder von Wassily Kandinsky. Helene Becker 63

64 Stiglic (Штиглиц) Stieglitz Museum Museum für angewandte Kunst an der Staatlichen Akademie für Kunst und Design Alexander von Stieglitz in St. Petersburg Einleitung zur Geschichte: 1878 zur Zeit der Industrialisierung wurde die Zentralschule für industrielles Design vom Baron Alexander Stieglitz gegründet. Das Gebäude des Museums ist eine ursprüngliche Probe des Stils Historizismus vom Architekten M. Messmacher. Die innere Ausschmückung des Architekten spiegelt fast alle historischen Epochen der Kunststile wider. Die Sammlung zählt an Einzelstücken des Kunstgewerbes vom Altertum bis heute. Nach dem 2. Weltkrieg wurden hier vor allem Bildhauer ausgebildet, die zur Restaurierung der Stadt gebraucht wurden. Die Ausstellungen umfassen von Porzellan -und Keramikwaren bis hin zur altertümlichen 64

65 Holzmöbel. Das Museum ist ein Teil der Eremitage. Zur Person: Baron Alexander von Stieglitz (auf russisch: Александр Людвигович Штиглиц ), ( ) war ein russischer Philanthrop und ein Banker. Er war der erste Direktor von der Staatsbank des Russischen Imperiums. Herkunft, Bildung und Erfolg : Alexander von Stieglitz ist in St. Petersburg geboren. Sein Vater Baron Ludwig von Stieglitz gründete das Bankwesen Stieglitz und Co.. Nach dem Tod seines Vaters erbte Alexander von Stieglitz das Bankwesen und wurde zum Nachfolger-Finanzier von dem Kaiser Alexander der II. Am 31. Mai 1860 gründete Kaiser Alexander der II die Staatsbank des Russischen Imperiums und Alexander von Stieglitz wurde der erste Direktor dieser Bank verlies er diese staatliche Position. Gründung des Stieglitz Museums: 1878 stiftete Alexander von Stieglitz Gelder für den Bau des Stieglitz Museums zur Gunsten der Studenten der Zentralschule für industrielles Design, welche früher von ihm gegründet wurde. Über das Stieglitz Museum: Am 15. Mai des Jahres 1878 wurde das Museum gegründet. An diesem Tag besprach der Rat der Akademie für Kunst und Design auf einer seiner ersten Sitzungen erstmals die Notwendigkeit einer Kunstsammlung. Durch Schenkungen von Privatpersonen enstand die Sammlung zur Ausstellung. Unter ihnen waren Sammler, 65

66 Industrielle, Diplomaten, Vertreter der russischen Aristokratie wie z. B. Fürst N. Trubezkoj, Graf A. Bobrinski, die Diplomaten E. Bjutzow, A. Wlangali, der Maler und Sammler M. Botkin, der Maler W. Swertschkow und der Industrielle I. Gromow. Die Sammlung der Schenkungen war unterschiedlich, manche waren Einzelstücke und mache in Kollektionen. So erhielt das Museum z. B. Ende 1879 Anfang 1880 von dem berühmten Archäologen Heinrich Schliemann eine Sammlung von antiken Gegenständen, die für den täglichen Gebrauch und für religiöse Zwecke verwendet worden waren. Der Bau des Museumsgebäudes begann im Sommer 1885 unter der Leitung des ersten Direktors Maximilian Mesmacher. Nach elf Jahren war das Museum fertig gebaut. In den elf Baujahren wurden für die geräumigen Säle des neuen Museums die kostbarsten Gegenstände aus dem Bereich der angewandten Kunst erworben. Darunter befanden sich Erzeugnisse aus den Materialien Porzellan, Glas, Bronze, Gold und Silber sowie Möbelstücke, Stoffe und auch wunderschöne Gobelins. Am 30. April 1896 wurde das Stieglitz Museum eröffnet. Es konnte sich sehr schnell außerordentlicher Beliebtheit erfreuen. Auf Grund der zahlreichen Ausstellungsstücke im Großen Saal wurde das Museum zu einem der meist besuchten in der russischen Hauptstadt. In der Zeit nach der Revolution von 1917 wurden viele Privatsammlungen verstaatlicht und neben Sammlungen aus anderen Museen in das Stieglitz-Museum gebracht. Gegen Ende des Jahres 1923 wurde das ehemalige Museum der Zentralen Akademie für Technisches Zeichnen dem Amt für wissenschaftlich-künstlerische Einrichtungen in Petrograd unter der Leitung der Ermitage unterstellt. Am 5. Februar 1945 beschloss der Rat der Volkskommissionäre der UdSSR die Restaurierung der Leningrader Akade- 66

67 mie für Kunst und Design. Die Arbeiten dazu begannen im Juni Im Jahre 1955 wurde dem Museum eine Sammlung von Gewändern von russisch-orthodoxen und katholischen Geistlichen aus dem Museum für Religions- und Atheismusgeschichte übergeben. Heute besitzt das Museum über ca Kunststücke, die sowohl aus dem 6. Jahrhundert v. u. Z. als auch aus der heutigen Zeit stammen. Monika Piechatzek 67

68 Auferstehungskirche Diese Kirche, auch Blutkirche oder Erlöserkirche-auf-dem- Blut genannt, erhebt sich am Kanal Gribojedow mit seinen bunten Kuppeln über die Innenstadt von St. Petersburg. Ihr höchster Turm erreicht eine Höhe von 81 Metern. Die Architektur ist im altrussischen Stil des Kirchenbaus aus dem 16. und 17. Jahrhunderts gehalten und bildet damit eine wahre Verkörperung des Russischen in St. Petersburg, während sonst der europäische Charakter in dieser Stadt überwiegt. Sowohl innen, als auch außen ist das Gebäude mit den schönsten Mosaiken beschmückt, die insgesamt eine Fläche von etwa 7065 qm einnehmen. Aus diesem Grund befindet sich hierin heute ein Museum, das als eines der weltweit besten Sammlungen der Mosaikkunst bezeichnet wird. Nachdem der Zar Alexander der Zweite am 1. März 1881 bei einem Attentat durch einen radikalen Nihilisten (Volkswille) ums Leben kam, gab sein Sohn den Bau der 68 Kirche zu Ehren seines Vaters bei den Architekten Ignati

69 Malyschew und Alfred Parland in Auftrag. Weil sie auf dem Platzt errichtet wurde, auf dem der Zar tödlich verblutete, spricht man auch von der Erlöserkirche-auf-dem-Blut. Der Bau erstreckte sich von 1883 bis Als Vorbild diente die Basilikumskathedrale in Moskau. Besichtigungszeiten: Montag-Dienstag Uhr Donnerstag-Sonntag Uhr Eine Führung durch die Auferstehungskirche nimmt circa eine Stunde in Anspruch. Anne Fiedler 69

70 Peter-und-Paul-Festung Geschichte Der 16. Mai 1703 gilt als der Gründungstag der Stadt. An jenem Tag begann man mit den Bauarbeiten der Festung auf der Haseninsel im sumpfigen Newa-Delta. Die Natur stellte eine große Herausforderung. Zehntausende von Leibeigenen, die in Hütten hausten, errichteten Erdwälle, die wenige Jahre später durch Steinmauern ersetzt wurden. Nachdem Peter der Große die Schweden besiegt hatte, sollte der neugewonnene Zugang Russlands zur Ostsee gesichert werden. Bei dem Bau der Festung starben mehr als Menschen, durch Fieber, Seuchen und Entkräftung. Schon kurz nach Fertigstellung diente die Festung - die nie militärisch zum Einsatz kam - als Gefängnis für Gegner des Zarenregimes. Dostojewski wurde hier inhaftiert, bevor man ihn nach Sibirien deportierte. Der Bruder Lenins verbrachte nach seinem Attentatsversuch auf den Zaren die letzten Tage vor seiner Hinrichtung. Doch die Zeiten ändern sich. Der größte Teil der Anlage wurde 1924 zu einem Museum erklärt. Heute kommen die 70 Petersburger zum Sonnenbaden auf die Festung. Bei den

71 ersten Strahlen der Frühlingssonne ist der schmale Uferstreifen vor den Festungsmauern voller Sonnenanbeter. Peter-und-Paul-Kathedrale Auf dem Gelände der Festung befindet sich die von 1713 bis 1732 gebaute Peter-und-Paul-Kathedrale, in deren Innenraum die meisten russischen Zaren seit dem 18. Jahrhundert begraben liegen. Die Kathedrale wurde ebenso wie die Festungsanlage vom Architekten Domenico Trezzini errichtet. Typisch an der im holländisch frühbarockem Stil erbauten Kathedrale ist ihre lange goldene Turmspitze. Ihr 122,5 Meter hoher Turm mit einem sieben Meter hohen Engelsstandbild auf der Spitze war für lange Zeit, wie von Peter dem Großen angeordnet, das höchste Gebäude der Stadt. Heute wird sie nur vom städtischen Fernsehturm übertroffen. Museen Der Festungsbau beherbergt heute diverse Museen, zum einen die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte von 1703 bis 1924, zum anderen unter dem Namen Museum des alten Petersburg wechselnde Ausstellungen zu einem ähnlichen Themengebiet. Direkt am Tor liegt eine weitere Ausstellungsfläche, in der abwechselnd internationale Fotografen ihre Werke zeigen. In den Kasematten befindet sich eine Druckerei, in der auf altem Originalgerät vor Zuschauern (und zum Verkauf) historische Drucke gefertigt werden. Da sich von 1932 bis 1933 eine Forschungsstätte für sowjetische Luft- und Raumfahrt auf dem Gelände befand, ist hier heute ein Museum für Raketenbau und Raumfahrt untergebracht. Heute sind hier die nachgebildeten Konstruktionsbüros der Raketenbauer, Sputniks sowie kosmisches Zubehör wie etwa Original-Raumanzüge ausgestellt. 71

72 Ebenfalls auf dem Gelände ist ein Münzmuseum mit einer funktionsfähigen Münzprägeanstalt der bis heute russisches Kleingeld, Orden und Medaillen geprägt werden. Gefängnis Das Gebäude mit seinen zwölf Meter hohen Wällen und sechs Bastionenwurde schon früh als Gefängnis benutzt, in das insbesondere die politischen Gefangenen des Zarenreiches gesperrt wurden. In der Festung saßen viele berühmte Gefangene. Der erste war 1717 Alexei, der Sohn Peter des Großen. Es folgten berühmte Insassen, wie Dostojewski und Maxim Gorki, die ab 1872 in das neu gebauten Gefängnis in der Trubezkoi-Bastion umgelegt wurden. Heute dient die Trubezkoi-Bastion als Museum, in dem unter anderem auch Wachsfiguren der berühmtesten Gefangenen ausgestellt werden. Und sonst Die Peter-und-Paul-Festung gilt bis heute als das Herz Sankt Petersburgs. Besonders nachdrücklich wird sie den Bewohnern der Stadt täglich um zwölf Uhr mittags in Erinnerung gebracht. Seit dem 18. Jahrhundert wird um diese Zeit eine Kanone abgefeuert, ursprünglich diente dies dazu, den Stadtbewohnern die genaue Uhrzeit mitzuteilen. Der ebenfalls zur Anlage gehörende Sandstrand ist ein beliebtes Ausflugsziel. Im Sommer finden hier Beachvolleyballtuniere, Theatervorstellungen und Skulpturenwettbewerbe statt. Jochen Ritter 72

73 Kasaner Kathedral (russisch: Казанский собор) Da es in Russland mehrere Kathedralen gibt, welche der Heiligen Kasaner gewidmet sind (unter anderem in Moskau, St. Petersburg und Nowaja Usman ( )) werde ich mich aus gegebenem Anlass mit der Kathedrale in St. Petersburg befassen. Die Kirche wird in einigen Literaturquellen auch Kazaner Kathedrale genannt. St. Petersburg St Petersburg, das russische Fenster nach Europa wurde 1703 von Zar Peter der Große gegründet, in einem sumpfigen, von Stechmückenplagen heimgesuchten Gebiet im Nordwesten Russlands gelegen. Ab 1710 bildete sie die Hauptstadt Russlands ( bis 1721 des zarischen Reiches, ab 1721 des russischen Reiches), allerdings wurde sie 1918 von Moskau abgelöst. Heute ist St. Petersburg, nach Moskau, die zweitgrößte Stadt Russlands sowie die größte nördliche Metropole: sie zählt fünf Millionen Einwohner. Religionen in Russland Am 1. Oktober 1990, nach der Auflösung der Sowjetunion, wurde in Russland die Religionsfreiheit wieder eingeführt, was einen enormen Anstieg der Gemeinschaftsmitglie- 73

74 derzahl der russisch-orthodoxen Kirche mit sich brachte. Neuesten Schätzungen zufolge sollen nur noch 10% der Bevölkerung Atheisten sein. Kasaner Kathedrale Kasanskij Sobor Entstehungsjahr Die Kasaner Kathedrale, Kirche der russisch-orthodoxen Gemeinschaft, wurde von 1801 bis 1811 unter der Leitung des russischen Architekten Andrei Nikiforowitsch Woronichin errichtet. Der Architekt Der Architekt Woronichin, (geboren 1759 in Nowoje Ussolje, gestorben 1814 in St. Petersburg), war, wie seine Eltern, ehemals Leibeigener des Grafen Stroganow, welcher ihn jedoch später in die Freiheit entließ, nach dem er aufgrund seiner sich früh abzeichnenden Talents eine hervorragende Ausbildung in Malerei und Architektur genossen hatte. Der Entwurf der Kasnar Kirche erwies sich als bahnbrechend für das Aufblühen der russischen Architektur der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts. Der Auftraggeber Zar Paul I. wünschte sich eine Kathedrale, welche an Berninis Petersdom in Rom angelehnt ist. Namensgeberin Namensgeberin für die Kathedrale ist die Ikone der Gottesmutter von Kasan (Казанская Богоматерь), eine der wichtigsten Ikonen der russisch-orthodoxen Kirche. Die Kasan-Ikone bildet die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin ( Theotokos ) ab. Das wundertätige Bild der Gottesmutter von Kasan, [wurde] 1579 in Kasan gefunden [..] und 1904 gestohlen gelangte es wieder in die Kathedrale, speziell für die Rückkehr der Ikone wurden neue Glocken gegossen, 74

75 zudem wurde die alte Ikonostase, durch eine neue ersetzt. Eine Ikonostase ist eine mit Ikonen behangene Trennwand im Ostteil griech.-kathol. u. orthodoxer Kirchen, die das Allerheiligste mit dem Altar vom Gemeinderaum scheidet u. nur an besonderen Feiertagen durch 1-3 Türen für die Gläubigen sichtbar macht. Entwicklung aus Chorschranken, die sich seit dem 14. Jh. bis in die Gewölbe erstreckten. Lage Die Kathedrale befindet sich in der Hauptstraße von St. Petersburg, der Newski-Prospekt, welche die eleganteste Straße St. Petersburgs mit schicken Läden, Clubs, Restaurants und Hotels ist, was ihr auch den Zusatznamen Champs- Élysées Russlands einbrachte. Bereits im 18. Jahrhundert bildete diese Straße ein kulturelles Zentrum der Stadt. Mit ihren 4 Kilometern verbindet die Newski-Prospekt die Admiralität Straße, in welcher sich die Eremitage befindet, mit dem Alexander-Newskij Kloster, welches letztlich auch Namenspatron der Straße wurde. Gegenüber der Kasaner Kathedrale befindet sich das Singer-Haus in einer stil-modern-architektur, welches heute das»haus des Buches«formt, sowie die lutherische St. Peters Kirche. Baustil Der Architekt Woronichin orientierte sich beim Entwurf der Kasaner Kathedrale vor allem, auf Wunsch des Zaren Paul I., an den Petersdom in Rom, mit welchem sich erstere dann auch die Seitenarme aus Kolonnaden sowie die Kuppel, -erstmals mit einer eisernen Tragekonstruktion- teilt. Das Baumaterial der Kathedrale bildet Kalkstein. Der kreuzförmige Grundriss der Kathedrale im Stile des alexandrinischen Klassizismus weist einen eher ungewöhnlichen 75

76 Entwurf auf, der Grund hierfür bildet die geographischen Lage der Kirche: da in einer orthodoxen Kirche der Altar nach Osten ausgerichtet sein muß, der Haupteingang dem nach im Westen liegt. Die Nordfassade der Kathedrale, welche sich der Newski-Prospekt zuwendet, sollte deshalb mit ihren Säulengängen sowie Skulpturen u.a. der hl. Andreas, der hl. Wladimir, Johannes der Täufer und Alexander Newski sehr prunktvoll und aufwendig geschmückt sein Der Entwurf des Architekten sah als Lösung einst zwei Säulengänge auf, welche in südliche und nördliche Richtung angebracht werden sollten. Jedoch wurde, nach dem Einbruch des Krieges 1812, die südliche Anlage nie fertig gestellt. Als Konsequenz weist die Kirche nun einen asymmetrischen Bauplan auf. Die seitliche Nordfassade der Kathedrale richtet sich mit ihrem halbkreisförmigen vierreihigen Säulengang, bestehend aus 96 Kolonnaden im korinthischen Stil, welche jeweils eine Länge von 13 Metern aufweisen, der Newski Prospekt zu. An den jeweiligen Enden des Säulengangs befinden sich Portale mit schmückenden Attiken. Die Bronzetüren an den drei Portalen (Nord Süd West) weisen Abbildungen biblischen Szenen und russischen Heiligen auf sowie geschmückte Flachreliefe welche an Ghibertis Entwürfe für die Bronzetüren des Florentiner Baptisteriums erinnern. Eine 72 Meter hohe Kuppel, wie bereits erwähnt, mit einer eisernen Tragekonstruktion, erhebt sich über der Vierung. Innen 28 doppelte Säulenreihen, Monolithe aus rosafarbenem finnischen Granit, flankieren das Langhaus sowie Querhaus der Kathedrale. Im südlichen Querschiff befinden sich die Reste der Ikonostas, in welcher auch die Ikone der Gottesmutter von Kasan, 76

77 der Namensträgerin der Kathedrale, zu sehen ist. Im nördlichen Querschiff befindet sich das Grab des Feldmarshalls Kutusow, welcher im Krieg 1812 starb, als er die russische Armee nach Paris führte, die Kathedrale [ist] ein einzigartiges Symbol für die Rolle Russlands bei der Niederlage Napoleons. Kasaner Platz Der Kasaner Platz beinhaltet eine politische Bedeutung, da Plechanow [...] hier 1876 eien sozialistische Weltordnung [forderte] und [ ]daraufhin verhaftet wurde. Um solche Demonstrationen zukünftig zu unterdrücken, wurde ein Park angelegt, jedoch auf der sich seit den Reformen der Perestroika eine Art Speaker s Corner etabliert hat. Heute Von 1932 bis 1990 war in der Kathedrale ein Museum für die Geschichte der Religion und des Atheismus [...] untergebracht, aus welchem sich nach 1990 ein Teil zu einem Museum für Religionsgeschichte entwickelte. Zudem werden: Nach 70 Jahren fand der erste Gottesdienst statt zwischen Exponaten zum marxistischen Materialismus und darwinistischen Empirismus. Der Eintritt in die Kathedrale ist gratis, jedoch ist das Fotografieren sowie Filmen in dem Bereich, in welchem Gottesdienste abgehalten werden, aus Respekt vor den Gläubigen, verboten. Yolande Bossers 77

78 Brücken und Wasserstraßen in St. Petersburg 78 Im Stadtzentrum von St. Petersburg gibt es knapp 350 Brücken. Daher wird diese Stadt sehr oft mit Venedig und Amsterdam verglichen. Peter der Große war so von Amsterdam inspiriert, dass er nach diesem Vorbild die Stadt errichten ließ. Er ließ die Wasserläufe des Newa-Deltas erhalten und sogar künstliche Kanäle dazu anlegen. Somit entstanden mehr als 100 kleine Inseln, die jetzt den heutigen Stadtkern von St. Petersburg ausmachen. Durch St. Petersburg schlängelt sich der Fluss Newa. Weiterhin gibt es vier Wasserläufe, die das Stadtzentrum ringförmig einschließen: die Moika der Gribojedowa Kanal die Fontanka der Obwodny Kanal Die Einheimischen hören es nicht gerne, wenn man von der Moika und der Fontanka als Kanälen spricht, obwohl es sich um kanalisierte natürliche Flussläufe handelt.

79 Newa: Die Newa ist knapp 70 Kilometer lang und verbindet den Ladoga-See mit dem finnischen Meerbusen. Daher ist sie eine wichtige Seefahrtstraße. Dank ihr konnte sich St. Petersburg als Festungs- und Hafenstadt behaupten. Von Mitte November bis Mitte April wird der Fluss von Schiffen nicht befahren, da sie in der Zeit eingefroren ist. Weil die Überquerung zu Fuß gefährlich ist, wird der Fluss im Zentrum regelmäßig von Eisbrechern aufgebrochen. Manche Einheimische baden auch in dem -15 Grad kaltem Flusswasser. Moika: Die Moika entspringt an der Fontanka und fließt in die Newa. Sie schlängelt sich an den schönsten und prachtvollsten Gebäuden des Stadtkerns entlang, die meist von Adligen im 19. Jahrhundert erbaute Prachthäuser darstellen. Kanal Gribojedowa: Sein früherer Name war Katharinen-Kanal, wurde dann aber zu ehren des russischen Dramatikers Alexander Gribojedowa 1923 umbenannt. Er entspringt der Moika und mündet in der Fontanka wurde er künstlich angelegt. Fontanka: Fontanka heißt übersetzt Fontänenfluss. Den Namen erhielt dieser Fluss, da er die Brunnen und Fontänen, die im Sommergarten angelegt sind, mit Wasser beliefert. Er entspringt der Newa und endet in dieser. Im 18. Jahrhundert bildete er die Stadtgrenze. Obwodny Kanal: Der Obwodny Kanal ist der größte Kanal in St. Petersburg. Einst wurde er angelegt um die Stadt vor Hochwasser zu sicher, heutzutage ist er auch mit dem Schiff befahrbar. Er 79

80 mündet in die Newa. Bevor es Brücken gab, wurden die Passanten knapp 200 Jahre lang mit Fähren über die Newa transportiert. Erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zugbrücken errichtet. Man muss genauestens darauf achten, wann man nachts die Newa überqueren will. Wegen des regen Schiffsverkehrs, der zwischen dem finnischen Meerbusen und dem Ladoga-See herrscht, werden nachts zu bestimmten Zeiten die Brücken hochgeklappt, damit die großen Schiffe passieren können. Das geschieht meistens immer zwischen 1:30 und 5:00 Uhr. Im Sommer, wenn die weißen Nächte über St. Petersburg herrschen, ist es ein willkommenes Schauspiel. Viele Touristen, aber auch Einheimische werden angelockt, um sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Ab dem 21. November beginnt die Winterzeit in St. Petersburg und somit werden ab diesem Zeitpunkt die Brücken bis zum Frühjahr nicht mehr geöffnet. Die Schifffahrt erligt in dieser Zeit. Eine Aufzählung der bekanntesten Brücken über die Newa: Blagoweschtschenski Brücke: An dieser Stelle stand die erste Brücke, die die Newa überquert wurde die Steinbrücke gebaut. Sie hat öfter ihren Namen gewechselt, sie wurde als Blagoweschtschenski Brücke, Nikolaus Brücke oder auch Leutnant Schmidt Brücke bekannt. Heute trägt sie wieder den Namen Blagoweschtschenski Brücke. Dreifaltigkeitsbrücke: Die Dreifaltigkeitsbrücke ist eine der elegantesten Brücken in St. Petersburg. Sie wurde 1903 erbaut und seitdem wird 80

81 sie auch für den Verkehr genutzt. Die Bogenbrücke ist 580 Meter lang und führt über die Newa. Schlossbrücke: Die Schlossbrücke ist die bekannsteste Brücke in St. Petersburg wurde sie neben dem Winterpalast gebaut und sie überquert die Newa. Eine Aufzählung von den bekanntesten Kanalbrücken: Alexander Newskij Brücke: Mit 906 Metern ist die Alexander-Newskij-Brücke die längste Brücke der Stadt. Jedoch wurde beim Bau dieser Brücke gefuscht. Öfter drohte sie einzustürzen. Der Verkehr wurde gesperrt und durch Fähren ersetzt. Erst wurde sie wieder vollends rekonstruiert. Antischkow Brücke: Diese Brücke führt über die Fontanka und verbindet den Newski Prospekts. Früher stand an ihrem Platz eine Holzbrücke, die jetztige Brücke wurde 1841 fertig erstellt. Bankbrücke: Die Bankbrücke ist die schmalste Brücke von St. Petersburg. Sie liegt im Stadtviertel Gostiny Dwor und ist eine reine Fußgänger-Brücke. Sie ist eine der orginellsten Brücken, ihre Tragseile werden von vier Löwen mit goldenen Flügeln gehalten. Blaue Brücke: Die Blaue Brücke am Isaaksplatz ist nicht nur die breiteste Brücke von St.Petersburg, sondern von der ganzen Welt. Sie ist 97 Meter breit. Der Name der Brücke stammt daher, dass in früherer Zeit in Russland Brücken immer blau gestrichen 81

82 wurden. Als kleine Erinnerung, damit ihr euch nicht die Nacht um die Ohren schlagen müsst, sind hier die Öffnungszeiten der Newa-Brücken aufgelistet: Blagoweschtschenski Brücke: 1:25 5:00 Schlossbrücke: 1:25 2:55 und 3:10 4:55 Tuchkow Brücke: 2:00 2:55 und 3:35 4:55 Börsenbrücke: 2:00 4:55 Dreifaltigkeitsbrücke: 1:40 4:50 Liteinij-Brücke: 1:40 4:45 Sampsonjewski Brücke: 2:10 2:45 und 3:20 4:25 Peter der Große Brücke: 2:45 4:55 Wolodarskij Brücke: 2:00 3:45 und 4:15 5:45 Alexander N. Brücke: 2:00 5:10 Bolscheochtinsjij Brücke: 2:00 5:00 Grenaderskij Brücke: 2:45 3:45 und 4:20 4:50 Kantemirowskij Brücke: 2:45 3:45 und 4:20 4:50 Katharina Auerswald 82

83 Alexandr-Nevski-Kloster Das russisch-orthodoxe Kloster ist eines der berühmtesten Klosteranlagen Russlands und liegt am südöstlichen Ende des Newskij Prospekts. Es wurde 1710 von Peter dem Großen als Zeichen des Sieges über Schweden nach der Schlacht von Poltawa gegründet. Der Überlieferung nach hatte hier 1210 an der Newa Alexander Jaroslawitsch, Fürst von Nowgorod und Wladimir, die Schweden besiegt. Er erhielt den Beinamen Newskij und wurde 1263 heilig gesprochen. Zunächst war in dem Klosterbezirk nur eine einfache Holzkirche errichtet worden, doch schon 1717 gab Peter der Große den Auftrag die steinerne Mariä-Verkündigungs- Kirche zu bauen. In der Folge entstanden zunächst die östlichen Klostergebäude, die übrigen Trakte und die Dreifaltigkeits-Kathedrale selbst wurden erst Ende des 18 Jahrhunderts. Das Kloster wurde 1797 durch Zar Paul I mit dem Ehrentitel Lawra ausgezeichnet und gehörte damit im vorrevolutionären Russland zu den vier größten Klöstern Russland (Serrgijew Possad, Kiew, Wolhynien). Lawra ist der höchste Rang, den ein Kloster einnehmen kann. 83

84 Um in den eigentlichen Klosterbezirk zu gelangen, passiert man die Torkirche. Der prachtvolle Komplex wurde nach einem Entwurf von Domenico Trezzini vom Architekt Starow im Barockstil Ende des 18 Jhd erbaut. Nun folgt man dem von Mauern eingesäumten Weg hinter welchen die Lazarus- und Tichwinger Friedhöfe liegen. Der Lazarus-Friedhof liegt auf der linken Seite und ist durch seine verwitterten, dicht beieinanderstehenden schiefen Grabsteine zu erkennen. Diese stammen vornehmlich aus dem 18 und der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts. Dort ruhen Gelehrte und Berühmtheiten. Gegenüber befindet sich der Künstlerfriedhof (Tichwinger) auf dem zum Beispiel das Grabmal von Tschaikowski zu sehen ist. An diesem Friedhof befindet sich auch die Kasse. Um die Klosteranlage zu besichtigen muss man 2 Mal bezahlen. Einmal den Eintrittspreis und eine Spende vor der Mariä-Verkündigungs-Kirche. Durch ein zweites Tor gelangt man dann in den eigentlichen Klosterbezirk, ein zweigeschossiger galerieartiger Bau, der ein geschlossenes Rechteck bildet. In dessen Osten befinden sich die Dreifaltigkeitskathedrale, Fedor-Kirche und die Mariä-Verkündigung-Kirche. Die erste Kirche auf der linken Seite ist die Mariä-Verkündiguns-Kirche, sie ist das älteste Gebäude der Anlage und von Trezzini erbaut. Das zweigeschossige rechteckige Gebäude ist weiß-rot gestrichen und weist ein hohes Terrassendach mit lang gestreckten Fenstern auf. Heute befindet sich darin das Museum für städtebauliche Skulpturen. Hinter der Kathedrale befinden sich Friedhöfe religiöser Würdenträger, im Park davor von hohen sowjetischen Funktionären. Im Mittelteil des Komplexes befindet sich die Dreifaltigkeitskathedrale (Svjato-Troickij sobor) im frühklassizistischen Stil. Der Architekt Starow ließ den einkuppligen dreischiffigen 84

85 Kirchenbau in den Jahren bauen und 1790 wurde sie geweiht. An der Hauptfassade finden sich ein Säulenportikus, zwei Glockentürme und eine große zentrale Kuppel. Über der Eingangstür halten zwei Engel das Wappen Aleksandr Nevskijs dessen sterbliche Überreste 1724 hier beigesetzt wurden. Die Malerei an den Gewölben und in der Kuppel wurde nach den Entwürfen von Giacomo Quarenghi geschaffen. Auch heute finden hier regelmäßige- und Feiertagsgottesdienste statt. Das Interieur ist durch seine Ikonostase aus weißem Marmor und rotem Achat und verschiedene Gemälde (Rubens, Reni, Dyck) sehr eindrucksvoll. Die Verkündigung Mariä hinter dem Ikonostas stammt von Anton Raphael Mengs. Im Südflügel befindet sich das Seminargebäude, im Nordflügel der Hostientrakt und im Westflügel das Metropolitenhaus. Alle drei Bauten stammen von dem Architekten Rastorgujew. In der geistliche Akademie in der der Erzbischof der russischen-orthodoxen Kirche residiert werden seit 1806 junge Priester ausgebildet. Lage: Pl. Aleksandra Newskogo am Ende des Newskij Prospektes Bus: 8, 46 Straßenbahn: 7,44,65 Metro: Pl. Aleksandra Newskogo Öffnungszeiten: Klosteranlage: tägl. 6:00-20:00 Friedhöfe: Mo-Mi, Fr-Sa 11:00-19:00 ( im Winter bis 17:00) Fanny Samhuber 85

86 Zarskoje Selo - Lieblingsaufenthalt der Zaren seit Katharina der Großen und Puschkins Lehrstätte Zarskoje Selo (übersetzt: Zarendorf) oder auch Katharinenpalast, wie er von Zarin Elisabeth, Tochter Katharina I., zum Andenken an ihre Mutter genannt wurde, ist eine der schönsten Zarenresidenzen Russlands. Sie liegt ungefähr 25 km südlich von St. Petersburg. Zarskoje Selo entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und war Aufenthaltsort der russischen Zarenfamilie ließ Katharina I. sich einen Sommerpalast von Johann Friedrich Braunstein, einem deutschen Architekten, errichten. Der ursprüngliche Ortsname war ein Finnischer: Saari Mois übersetzt Meierei auf der Anhöhe. Nachdem jedoch Katharina I. dort ihren Sommerpalast bauen ließ, wurde der Ortsname in Zarskoje Selo ( Zarendorf ) umgedeutet wurde der Palast erweitert von Elisabeth I., der Tochter von Katharina der Großen und Zar Peter. Mit der Vergrößerung beauftragte sie Bartolomeo Rastrelli und so entstand einer der schönsten Barockpaläste Europas. Nach der Revolution von 1917 wollte man diesen Namen nicht weiterführen. Man nannte den Ort nun Detskoje Selo ( Kinderheim ), da im Ort mehrere 86 Kinderheime

87 bestanden. Bei diesem Namen blieb es nicht und so lautet seit 1937 der offizielle Name Puschkin, in Erinnerung an Russlands größten Dichter, der auf der Eliteschule Lyzeum, die Zar Alexander für Jungen aus höheren Ständen einrichtete, lernte. Heutzutage kehrt man zu dem alten Zarennamen Zarskoje Selo zurück. Im zweiten Weltkrieg wurde der Palast zerstört und wo damals noch der ganze Palast glänzte, sind heute nur noch die Kuppeln, der angefügten Schlosskirche, goldbesetzt. Viele Kunstschätze wurden ins Großdeutsche Reich abtransportiert, manche sind verschollen. So wird über den Verbleib des Bernsteinzimmers immer noch gerätselt. Den Teil des Palastes, den man besichtigen kann, stellt vor allem die Prunkwelt der Zaren und das sagenumwobene Bernsteinzimmer, welches rekonstruiert wurde, aus. Zarskoje Selo ist eine große Palastanlage in der man den großen Katharinenpalast, das Lyzeum mit Puschkin-Museum, das Achatpavillion, die Cameron-Galerie und die Parks besichtigen kann. Hier noch einige nützliche Infos: Adresse: Sadovaya uliza 7 Zarskoje Selo Öffnungszeiten: Mo - So(dienstags geschlossen!) 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr zu besichtigen! Eintritt: 15, nicht ganz billig, aber laut den Erfahrungsberichten aus dem Netz lohnt es sich! Anfahrt: Vom Witebsker Bahnhof aus mit der Bahn bis zur Station Detskoje Selo, dort Bus oder 15 Minuten Fußweg. Viele Busonderfahrten. Katharina Krahn 87

88 Schloss Pawlowsk Pawlowsk (russ. Павловск) ist eine klassizistische ehemalige Sommerresidenz, benannt nach dem russischen Zaren Paul I. Die angrenzende, gleichnamige Stadt (etwa Einwohner, Stand 2004) liegt etwa 30 Kilometer südlich von Sankt Petersburg und fünf Kilometer südöstlich von Zarskoje Selo. Seit 1998 ist sie administrativ Sankt Petersburg unterstellt und gehört zum Stadtbezirk (Rajon) Puschkin. Die Anfahrt per Bahn ist ein echter Ausflugs-Klassiker aus alten Zeiten. In Pawlowsk angekommen, befindet sich der Eingang zum Park direkt gegenüber dem gleichnamigen Bahnhof. Dieser war einst Endstation der 1837 ersten eröffneten Eisenbahnlinie Russlands. Für die aus der Hauptstadt anreisende vergnügungssüchtige noble Gesellschaft baute man an der Station einen Konzertsaal, in dem später auch Richard Strauss seine Walzer dirigierte. Das ganze nannte man Woksal (nach der ähnlichen Londoner Station Vauxhall) - wobei dieses Wort inzwischen im Russischen allgemein Bahnhof bedeutet. Zur Geburt seines ersten Sohnes Alexanders 1777, dem späteren Thronfolger, schenkte Katharina die Große ( ) ihrem Sohn Paul I. das Gelände längs des Flüsschens

89 Slawianka, das die Zarin zu Ehren ihres Sohnes kunstvoll gestalten ließ dies war der Anfang des späterhin berühmten Landschaftsparks. Paul I. hatte sich mit der deutschen Sophia Dorothea Augusta Luisa von Württemberg vermählt, die den Namen Maria Fjodorowna angenommen hatte und die den Ausbau der Residenz und der dazugehörigen Gärten über vierzig Jahre lang vorantreiben sollte doch zunächst erbaute das Kronprinzenpaar nur zwei kleine Holzschlösschen, Marienthal und Paullust. Anschließend folgte das große Schlossprojekt. Die Bauzeit betrug fast ein halbes Jahrhundert. Der schottische Architekt Charles Cameron ( ) - der zunächst nur einen Anbau in Zarskoje Selo durchführte - wurde 1780 mit der weiteren Gestaltung des Schlosses und der Parkanlage beauftragt. Der klassizistische Entwurf wurde vom Kronprinzenpaar 1782 zur Ausführung genehmigt. Im Vergleich zu den anderen Zarenresidenzen ist der klassizistische Hauptpalast von Pawlowsk weniger geprägt durch Prunk, die Größe und die überbordende Ausstattung Pawlowsk wirkt diesbezüglich fast bescheiden -, sondern mehr durch den Charme des oft unberührt wirkenden Parks, der zweifelsohne im Vordergrund steht. Maria Fjodorowna ließ ein über 600 ha großes Gartengelände im englischen Stil anlegen, welcher in weiten Teilen eine unberührte Naturlandschaft vorspiegelt. Cameron erschuf ein geradezu atemberaubendes landschaftliches Werk, das die Gegebenheiten der Landschaft perfekt in den Park integriert: Leicht ansteigende Hügel, künstliche Seen, eine Vielzahl von Rundwegen und eine Menge an Pavillons und Brücken, Kaskaden und allerlei Skulpturen ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Das Schloss selbst liegt auf einer leichten Anhöhe und bildet den architektonischen Mittelpunkt des ca. 600 ha großen Parks. Von 1782 bis 1786 erbaut, fügt es sich fast fließend 89

90 in die Umgebung ein und wirkt so, als wollte es sich auch in seiner endgültigen Form stets ein wenig im Hintergrund. Gerade so, als wolle er der Natur den Vortritt lassen. ( Der Palast besteht aus einem dreigeschossigen Hauptgebäude, das durch eine Rotunde mit flacher Kuppel gekrönt wird. Es schließen sich zwei flachere Flügelbauten an, die sich in einer Art Oval um den Ehrenhof legen, in dessen Mitte eine Statue an den Hausherren erinnert. Die Innenräume des Großen Palastes sind verglichen mit den barocken Interieurs anderer Zarenschlösser im schlichten klassizistischen Stil gehalten. Nichtsdestotrotz zeugen zahlreiche Kollektionen und tausende von Exponaten vom immensen Reichtum der einstmals herrschenden Zaren. Neben Charles Cameron haben auch andere Architekten des Klassizismus wie Vincenzo Brenna, Andrei Woronichin, Pietro Gonzaga und Carlo Rossi ihre Spuren sowohl in der Gestaltung von Teilen des Schlosses wie des Gartens hinterlassen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde die Region um Sankt Petersburg fast drei Jahre lang von deutschen Truppen besetzt, wodurch auch die Residenz arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Palast wurde geplündert und zu weiten Teilen zerstört. Zudem wurden große Flächen des Parks verwüstet und mehr als 700 Bäume gefällt. Der Wiederaufbau des stark beschädigten Palastes begann bereits 1944 und wurde erst in den 1970er Jahren beendet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass das einzigartige Ensemble aus dem Schloss, dem Park mit seiner Vielzahl von Pavillons, einer Windmühle, einem Mausoleum, den malerischen Brücken, Skulputurengruppen und vielem mehr seit 1990 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO ist. Nach dem Tod des Zaren blieb der Palast Witwensitz von Maria Fjodorowna, später ging das Anwesen an den 90

91 Konstantinowitsch-Zweig der Familie Romanow. Öffnungszeiten und Preise: 1.) Der Palast ist samstags bis donnerstags täglich zwischen und Uhr geöffnet. Freitag ist genereller Ruhetag, wobei Achtung!!! zudem jeder erste Montag im Monat geschlossen ist. Weitere Einschränkung: Bis auf die Festsäle bleiben donnerstags alle Bereiche des Palastes vom Besuch ausgenommen. Eintritt (pauschal): - für Erwachsene ca. 6 Euro - für Kinder u. Studenten ca. 3 Euro Erreichbarkeit: Richtung Pawlowsk empfiehlt sich von Petersburg aus die Fahrt per Elektrozug. Will man im Park spazieren gehen, ist kein weiterer Umstieg nötig. Wen es direkt zum Palast zieht, muss dagegen noch eine kurze Busfahrt auf sich nehmen. Vom Witebsker Bahnhof aus (Metro-Station: Puschkinskaja recht zentral auf der Roten Linie) fahren in regelmäßigen Abständen sogenannte Elektritschkas in Richtung Pawlowsk (Fahrplaninfos vor Ort). Die Fahrzeit beträgt rund 30 Minuten. Alternativ kann man auch von der bereits weiter südlich gelegenen Metro-Station Kuptschino (Blaue Linie) losfahren. Eva Emmrich 91

92 Ladogasee Der Ladogasee ist der größte Süßwassersee des europäischen Kontinents und befindet sich 35 km nordöstliche von St. Petersburg. Die Länge des Sees beträgt bis zu 219 km und die durchschnittliche Breite über 80 km. Der See ist felsig und zerklüftet im Norden. Das südliche Ufer ist flacher und geprägt durch Sandstrände und Landzungen. Deshalb wird es von vielen Petersburgern auch als Naherholungsgebiet genutzt. Durch Kanäle ist der See mit der Wolga und dem weißen Meer verbunden. Der See hat mehr als 660 Inseln, die größte und bedeutendste ist Walaam. Die erste überlieferte Bezeichnung des Sees, nevo, stammt aus dem finnischen und bedeutet See oder Meer. Seit dem 13. Jahrhundert entwickelte sich die Bezeichnung Ladoga, abgeleitet von dem Städtenamen. Dies zeigt die kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutung dieser Stadt. Im Mittelalter war der Ladogasee ein wichtiger Handelsweg, welcher bis zum Schwarzen Meer führte. Erst im Nordischen Krieg ( ) gelang es den Russen, die Schweden vom Seeufer zu verdrängen und somit einen Zugang zur Ostsee 92 zu erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde fast

93 3 Jahre lang Leningrad über den Ladogasee versorgt. Leningrad war zur der Zeit eingekesselt. Alt-Ladoga am Südufer gilt als Wiege der russischen Kultur und hat eine bis ins 8. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Ladoga kann als Vorgängerin von Moskau und St. Petersburg bezeichnet werden. Die Insel Walaam bildet dabei ein Zentrum des russisch-orthodoxen Glaubens. Die Insel ist übersät mit Kirche, Kapellen, einem Kloster und wurde schon im 1. Jahrhundert von christlichen Missionaren besiedelt. Die Geistlichen flüchteten im Februar 1940 nach Finnland, als Walaam nach dem russisch-finnischen Krieg an die Sowjetunion fiel. Erst nach 1989 kehrten die Mönche zurück. Newa Die Newa ist ein Abfluss des Ladogasees, die bei St. Petersburg in den Finnischen Meerbusen mündet. Die Länge beträgt 74 km, allein 32 km davon im Stadtgebiet von St. Petersburg. Die Newa ist im Durchschnitt m breit, im Mündungsdelta teilweise bis zu 1,3 km. Sie ist über die gesamte Länge schiffbar. In St. Petersburg ist die Newa jedoch nur nachts passierbar, da die Brücken zwischen 2 und 5 Uhr hochgezogen werden. Des Weiteren ist der Schiffsverkehr zwischen Dezember bis April/Mai wegen Vereisung eingestellt. An der Peter- und Paul-Festung befindet sich ein beliebter Badestrand der Newa, an dem man im Winter auch Eisschwimmer beobachten kann. Abgeleitet ist der Begriff Newa von der altfinnischen Bezeichnung des Ladogasees nevo (See/Meer), vom finnischen Wort neva (Sumpf) oder vom schwedischen Wort ny (Neu, neuer Fluss). Die Entstehung St. Petersburg ist wesentlich durch die Newa geprägt, weil diese einen wichtigen Zugang zur Ostsee darstellt. Alexandra Kahl 93

94 Novgorod / Kreml / Freilichtmuseum Weliki Novgorod (russ. Вели кий Но вгород) oder auch Novgorod-Weliki (zu deutsch Groß-Novgorod) ist eine Großstadt in Russland etwa 180 km südöstlich von Sankt Petersburg am Wolchow nördlich des Ilmensees. Sie zählt zu den ältesten Städten Russlands, denn Jahrhunderte lang war Novgorod das wichtigste Handelszentrum Russlands. Heute hat die Stadt Einwohner und im September 2009 feiert Novgorod sein Jubiläum. Die Stadt hieß bis 1999 einfach nur Novgorod (Новгород), das Weliki trug es nur als inoffiziellen Beinamen. Als dann jedoch die Stadt Gorki in Nischni Novgorod zurückbenannt wurde, kam es zu Verwechslungen. Um das Problem zu lösen, hat man Novgorod offiziell zu Weliki Novgorod benannt. Novgorod, die»neue Stadt«, war 600 Jahre lang, bis zur Gründung von St. Petersburg, Anfang des 18. Jhs., Russlands 94 wichtigstes Handelszentrum. Sie war einst ein kommerzieller

95 und politischer Stützpunkt in Russland, denn schon im 10. Jahrhundert war Novgorod eine aufstrebende Stadt, die sich ihre Lage an der Handelsroute von Skandinavien bis Griechenland zu Nutze machte. Nach 1136 entstand um den»großen Herrn Novgorod«eine mächtige Bojarenrepublik. (Bojaren = Adlige unterhalb des Ranges eines Fürsten bzw. Zaren). Der rasche wirtschaftliche Aufstieg war mit einer ausgedehnten Bautätigkeit verbunden, an der Kirche, Adel, Kaufleute und Bürger gleichermaßen beteiligt waren. Obwohl sie ursprünglich im Zentrum eines Fürstentums lag, das sich erfolgreich gegen die Herrschaft der Mongolen verteidigte, unterlag Novgorod seit dem 15. Jahrhundert allmählich der Macht der aufstrebenden Stadt Moskau. Die Stadt wurde mehrmals von Schweden und Deutschen geplündert und wieder aufgebaut, doch die Restaurierung der Stadtmitte und des Kremls wurde sorgfältig von Verwaltungen durchgeführt, welche die historische Bedeutung der Stadt zu schätzen wussten. Da Weliki Novgorod bereits 859 gegründet wurde, gehört sie zu den ältesten Städten in Russland. Novgorod war im Hochmittelalter neben Konstantinopel die einzige Stadt in Europa, in der nicht nur der Adel und der Klerus, sondern auch das einfache Volk lesen und schreiben konnten. Dies wurde heute unter anderem durch die über 1000 bei archäologischen Ausgrabungen gefundenen, auf Birkenrinde geschriebenen Briefe bezeugt, die uns vom Alltag in der mittelalterlichen Stadt berichten. In Novgorod blühte vor allem auch Handel und Kultur, hier wirkten berühmte Ikonenmaler wie Theophanes der Grieche und Andrei Rubljow. Von den Verwüstungen der Mongolenüberfälle verschont, war Novgorod zeitweise das Zentrum der Russischen Fürstentümer und der Sitz des Großfürsten. In dieser Zeit erfüllte Novgorod, das große Territorien im Norden Russlands kontrollierte, die Funktion eines Schutzschildes für das übrige 95

96 Land. So wurden im Jahr 1240 die vordringenden Schweden und 1242 der Deutsche Orden abgewehrt. Im Spätmittelalter war Novgorod dann eine von der Kaufmannsschicht geprägte und von einem Wetsche (= Versammlung der Bevölkerung in altrussischen Städten, Organ der Mitbestimmung oder Selbstverwaltung) regierte frühdemokratische Stadtrepublik (es wählte seit dem 12. Jahrhundert den Fürst, den Erzbischof und den Bürgermeister der Stadt) mit guten Kontakten zur Hanse, die dort im Peterhof eines ihrer vier Kontore unterhielt. Wichtige Exportwaren waren Waldprodukte, Felle, Holz, Honig und Wachs sowie Met, Bier und Tran. Man importierte Silber, Buntmetalle, Tuche, Bernstein, Waffen, Getreide und Gewürze. Als Währung dienten die Silbergrivne (seit dem 12. Jahrhundert) und der Rubel (seit dem 13. Jahrhundert). Lange Zeit stand Novgorod in Konkurrenz zum aufsteigenden Großfürstentum Moskau, wobei Novgorod die freiheitlichere Gesellschaftsordnung repräsentierte. Im 15. Jahrhundert endete diese Rivalität jedoch mit dem Sieg Moskaus über Novgorod im Jahre 1478, hundert Jahre später wurde die Stadt durch die Truppen Iwan des Schrecklichen noch einmal brutal auf Linie gebracht. Während der Zeit der Wirren wurde Novgorod dann von den Schweden besetzt und zerstört. Die Stadt erlebte danach einen kurzzeitigen Aufschwung, doch nach der Gründung von Sankt Petersburg im Jahr 1703 sank ihre wirtschaftliche und strategische Bedeutung als Russlands Vorposten im Nordwesten. Für Novgorod mit seinen ca Einwohnern sollte man sich wirklich Zeit nehmen: Sehenswert ist die gesamte Altstadt zu beiden Seiten des Wolchow, im Westen unter anderem mit dem Novgoroder Kreml aus dem 11. Jahrhundert. Außerdem beeindrucken altrussische Klöster, Kirchen, Paläste und Bürgerhäuser. Die Stadt besitzt zwei historisch 96

97 besonders wertvolle Zentren: den Kreml (Detinez,»starker Bursche«, genannt) und - auf der anderen Seite des Flusses - den Jaroslawl-Hof, ein mittelalterliches Geschäftszentrum. Die gesamte Altstadt mit Kirchen, Klöstern und Kreml gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Novgoroder Kreml oder Detinez, wie er im Altertum genannt wurde, ist die am linken Ufer des Wolchow gelegene historische Rundburg, die immer Herz und der Kern der Stadt war. Der von dem Fürst Jaroslaw dem Weisen in Auftrag gegebene Kreml wurde zum ersten Mal im Jahre 1044 in den Chroniken erwähnt. Jahrhunderte lang war der Novgoroder Kreml ein politisches, geistiges und kulturelles Zentrum des Novgoroder Landes. Der längs des Flusses ausgedehnte Kreml hat eine ovale Form. Die erstmals aus Holz zusammengebaute Mauer und heute gut erhaltene Festungsmauer (11. Jahrhundert) ist 1,3 Kilometer lang. Hinter den 9 m hohen und 4 m breiten Mauern spürt man das alte, glanzvolle Russland, denn auch heute noch befinden sich die bedeutendsten Denkmäler im Kreml. Im 15. Jahrhundert hatte der Kreml 13 Türme, von denen zu Beginn des 20.Jahrhunderts nur 9 erhalten geblieben sind. Auf dem höchsten Turm - dem Kokui-Turm (41 m) - ist im Sommer ein Schauplatz geöffnet, der wunderschöne Ansichten der Stadt und Umgebungen bietet. Weitere zahlreiche historische Kirchengebäude sind in Novgorod erhalten, darunter die 1000 Jahre alte Sophienkathedrale, die älteste Steinkathedrale Russlands aus den Jahren , die während der Regierung des ältesten Sohnes von Jaroslaw dem Weisen, Wladimir, gebaut worden ist. Ursprünglich wurde sie aus Holz gebaut (989 n.chr.), jedoch ist sie schon früh abgebrannt. Als eines der ältesten 97

98 Bauwerke Russlands überhaupt, ist sie Kern der Anlage und Wahrzeichen der Stadt. Sie ist Zeuge der vielen historischen Ereignisse der Stadt. In der Kathedrale befand sich früher der Stadtschatz und in der Sakristei waren die wunderschönen Erzeugnisse von Goldschmieden und Stickerinnen aufbewahrt. In den oberen Galerien befand sich die älteste Bibliothek. Heute kann man in der Kathedrale einzigartige Freskomalereien der Jh., z.b. das Wandfresko Konstantin und Helene und eine Ikonenwand mit Heiligerbildern der Jh. sehen. In der Kathedrale wird eine nationale Reliquie die wundertätige Ikone Die Gottesmutter des Zeichens des 12. Jahrhunderts aufbewahrt. Der Haupteingang wird mit dem Bronzetor mit Szenen aus dem alten und neuen Testament geschmückt. Mit ihrer berühmten Bronzetür, die zwischen 1152 und 1156 in Magdeburg gegossen wurde, sollte sie an den Sieg über den Nomadenstamm der Petschenegen erinnern. Die vergoldete Hauptkuppel mit den vier Nebenkuppeln sitzt strahlend auf dem weiß getünchten Bau, während man im Inneren die Ikonen betrachten kann. Desweiteren bietet die Stadt ein Freilichtmuseum für Holzarchitektur, Witoslawlitzy, welches die Holzarchitektur Russlands veranschaulicht. Das Museum für Holzbaukunst in der Nähe des Jurijew-Klosters ist einer der beliebsten Erhohlungsorte der Novgoroder Einwohner. Seinen Namen erhielt das Museum nach dem Dorf Witoslawlitzy, das im 19.Jahrhundert verschwunden war. Das Museum wurde dann 1964 gegründet, seine gesamte Fläche beträgt 33,4 Hektar. Ein neues Leben bekamen hier Kirchen, Kornspeicher, Kapellen, Bauernhäuser und Mühlen der früheren Jahrhunderte, die aus dem ganzen Novgoroder Gebiet hergebracht wurden. Hier sind der Hausrat der Novgoroder Bauern sowie Möbel, Küchengeräte, Kleidung, und auch andere Haushalts- 98

99 gegenstände ausgestellt. Eines der ältesten Holzbauten (1531), das im Novgoroder Gebiet gefunden wurde, ist die Mariä-Geburts-Kirche aus dem Dorf Perjodki. Der Autor des Museumsprojekts und der Baurestaurierung war verdienter Künstler der Russischen Föderation, Nationalpreisträger, Architekt-Restaurator L.E. Krasnoretschjew. Zusätzlich erwähnenswert ist dann Jaroslaw-Hof, der sich am rechten Ufer des Flusses gegenüber dem Kreml befindet. Er war einst der Platz der Kaufleute und Handwerker. Einer Legende nach hat der Fürst Jaroslaw auf diesem Platz seinen Palast erbaut, der prächtiger und herrlicher war, als ähnliche Bauwerke in Europa. Später befanden sich hier Kornspeicher und Läden. Blühte der Handel, stießen Schiffe aus Übersee ans Ufer. Im 17. Jahrhundert wurde hier der Handelshof erbaut. Die verbliebenen Arkaden deuten auf die Größe der Handelsreihen hin - um 1450 gab es etwa 1500 Läden. Zum Dank für erfolgreiche Geschäfte hatten Kaufleute immer wieder Kirchen errichten lassen, wie z.b. die älteste Kirche, die Nikolaus-Kathedrale ( ), die nach der Schutzheiligen der Händler benannte Paraskowa- Pjatniza-Kirche (1207), die Kirche der Myron tragenden Frauen (1510) und die Prokopius-Kirche (1529). Heutzutage bildet der Jaroslaw-Hof einen Komplex von Baudenkmälern der Jh. Sara Brüggen 99

100 Peterhof Der Schlosskomplex Peterhof (russ.: Петергоф -[Petergóf]) ist die Sommerresidenz der russischen Zaren 29 km westlich von St. Petersburg, gelegen am südlichen finnischen Meerbusen. Peterhof, bekannt für seine eleganten Parkanlagen, prachtvollen Schlösser sowie zahlreichen Fontänen und Kaskaden wird auch vielfach als das russische Versailles oder die Fontänen-Hauptstadt Russlands bezeichnet. Gründung Zar Peter I. (der Große) ließ sich bereits 1704 am finnischen Meerbusen ein kleines Landhaus bauen (in seinem Tagebuch am 13. September 1705 zum ersten Mal erwähnt), in dem er fortan auf seinen Reisen von der Festung Kronstadt nach St. Petersburg Rast machte. Zunächst diente das Haus folglich als Standort für eine Fähranlegestelle für Fahrten auf die Insel Kotlin (auf der die Festung Kronstadt liegt). Der Weg zum russischen Versailles Der Sieg über die Schweden 1709 bei der Schlacht von 100 Poltawa (am 27. Juni, dem Tag des hl. Samson von Kon-

101 stantinopel) motivierte den Zaren, sich eine standes- und zeitgemäße Palastanlage als Wahrzeichen der neuen Großmacht Russlands errichten zu lassen, ein russisches Versailles, seine Paraderesidenz doch der Anfang war bescheiden: Zunächst ließ er das Landhaus 1710 zu einem noch einfachen Holzschloss umbauen und gab dem Ort seinen Namen. Anfangs nannte man den Ort auf niederländische Art Piterhof, also wörtlich der Hof des Peter, erst später (etwa ab 1740) hat sich der Name Peterhof (bzw., nach damaligen russischen Transkriptionsregeln, Petergóf) eingebürgert. Ebenfalls 1710 wurde dann der Hafen um- und ausgebaut. 1712/14 begannen die detaillierten Planungen für die neue Sommerresidenz nach dem Vorbild des französischen Versailles (Prachtschloss des Sonnenkönigs Ludwig XIV nahe Paris), an denen der Zar, der sich auf einer langen Rundreise durch Europa bereits mit verschiedenen Handwerkskünsten beschäftigte, aktiv mitarbeitete und für die er sich Rat und Tat von dem 1659 in Danzig geborenen preußischen Architekten und Bildhauer Andreas Schlüter holte (Schlüter verstarb dann 1714 in St. Petersburg). Von diesem ist auch der Entwurf für das berühmte Bernsteinzimmer, das Friedrich I Peter dem Großen schenkte, außerdem prägte Schlüter das barocke Berlin (Berliner Schloss). Schlüters Stil war geprägt von barocker Bewegung und pathetischer Leidenschaftlichkeit. Mit seinem Schüler, dem deutschen Baumeister Johann-Friedrich Braunstein, plante Schlüter den Großen Palast in Peterhof (später weiter- und umgebaut von Leblond und Rastrelli, siehe unten). Andreas Schlüter und Johann Friedrich Braunstein waren die zwei ersten namentlich erwähnten Architekten in Petershof und betreuten die erste Bauphase. Im August 1723 konnte Peterhof feierlich eingeweiht werden obwohl ein erheblicher Teil der Anlagen noch nicht 101

102 komplett war. Bereits vollendet waren der anfangs noch relativ schlichte Große Palast, sowie der unterhalb des Palastes gelegene Park mit mehreren Fontänen und der 400m lange Meereskanal, architektonischer Mittelpunkt des Parks und die maritime Paradeeinfahrt zum Palast, über den die Zaren zum Meer gelangen und so per Schiff direkt nach St. Petersburg reisen konnten. Auch das am Meer gelegene Schlösschen Mon Plaisir (frz.: meine Freude ), der westliche Pavillon Marly und die berühmte Kaskade Goldener Berg waren bereits fertiggestellt. Dem französischen Landschaftsarchitekten Jean-Baptiste Alexandre Le Blond (* ; auch Leblond ) verdankt Peterhof (zweite Bauphase) seine regelmäßigen Gärten und seine Fülle an Fontänen und Kaskaden. Leblond erschuf Peters Sommerresidenz als eine Residenz des Herrschers über die Meere. So waren fulminante Wasserspiele von Anfang an ein Markenzeichen von Peterhof wurde die Große Kaskade fertiggestellt, eine treppenförmige Brunnenanlage, die zu den schönsten der Welt gehören soll. Das Wasser fällt von der Schlossterrasse hinab in ein Marmorbecken und fließt dann durch den Meereskanal ins Meer. Das Kunstwerk aus zwei Kaskadentreppen und 64 Fontänen schmücken Skulpturen, Basreliefs und vergoldete Statuen. Leblond war aber auch als Architekt tätig und baute am Großen Palast sowie dem Schlösschen Mon Plaisir. Um- und Ausbauten Nach dem Tod Peters des Großen 1725 wurde Peterhof einige Jahre lang nicht benutzt. Erst 1730 ließ die Zarin Anna Iwanowna (*1693, reg ) die Arbeiten an der inzwischen heruntergekommenen Zarenresidenz samt Park und Wasserspielen wieder aufnehmen. Allein die Große Kaskade besteht nun aus 64 Fontänen und 225 Statuen. Auch heute noch beeindruckt die Mechanik der Wasserspiele: 102

103 Schon vor mehr als 250 Jahren entworfen, funktioniert es nach wie vor ohne Stauanlagen und Pumpen, nur unter Ausnutzung des Niveaugefälles zwischen teils natürlichen, teils künstlichen Speicherteichen und den Fontänen. Später beauftragte Zarin Elizabeth I. (Romanowa) (*1709, reg ) ihren Hofarchitekten Bartolomeo Rastrelli (* ; Rastrelli gab auch dem Winterpalast in St. Petersburg seine endgültige Form), Sohn des Plastikers Carlo Bartolomeo Rastrelli (* ), der 1716 nach Russland gekommen war und etliche berühmte Werke hinterlassen hat (Bronzebüste Peters des Großen, 1724), mit dem Umbau des Großen Palasts. Der Umbau dauerte von 1747 bis 1752 und ließ den Palast in seiner (wieder, siehe unten) heutigen Pracht erstrahlen: Auf einer Länge von über 300m begegnen ein dreigeschossiger Mitteltrakt mit zwei Risaliten, im Westen die Kuppel des Waffenpavillons, im Osten die Schlosskirche. Rastrelli hatte, was Leblond hatte vollenden können, belassen, aber zwei Flügel eigenen Entwurfs angebaut, die dem Palast eine Geschlossenheit und Eleganz verleihen, durch die er im Vergleich mit Versailles überaus günstig abschneidet (so bei T. Talbot Rice, S. 179). Die Anlage wurde unter Katharina II. (der Großen, *1729, reg ) weiter ausgebaut, neue Flügel wurden angeschlossen, vorhandene umgebaut. Um die Jahrhundertwende 1800 wurden viele der ursprünglichen Statuen und Fontänen in Peterhof durch neue ersetzt. So wurde beispielsweise die Samson-Fontäne ( Samson, der den Rachen des Löwen auseinanderreißt petersburger.info benennt Triton, gr. Meeresgott, Sohn des Poseidon) von Michail Iwanowitsch Koslowski (* ) im Zentrum der Großen Kaskade zur Erinnerung an den Sieg der Russen über die Schweden 1709 aufgestellt (der Löwe als Wappentier Schwedens, zur Verbindung mit Samson siehe oben). 103

104 Der Palastkomplex Peterhof mit dazugehörigen Park- und Gartenanlagen wurde bis ins 19. Jahrhundert beständig erweitert und zählte damals zu den größten der Welt. Unter der Regentschaft Nikolaus I. (*1796, reg. 1825/ ) entstand um 1826 östlich des Parks der nach der Frau des Zaren benannte Alexandra-Park, ein Landschaftspark im englischen Stil mit einer Kapelle nach Plänen des preußischen Architekten und Malers von Karl Friedrich Schinkel (* ). Nach dem Ende der Zaren Nach dem Sturz des Zarenreichs in der Oktoberrevolution 1918 verloren die Peterhofer Paläste ihre Bedeutung als Zarenresidenz und wurden zu einem Museum umfunktioniert. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich die Stadt Peterhof an der Frontlinie der Belagerung St.Petersburgs (die damals Leningrad hieß, nämlich vom 26. Januar 1924 bis zum 6. September 1991) und wurde durch Beschuss und Besatzung (von September 1941 bis Januar 1944) stark beschädigt. Auch Teile des Museums wurden in Mitleidenschaft gezogen, obwohl eine große Zahl mobiler Exponate rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnte. Von 1945 bis 1992 trug Peterhof den Namen Petrodworez (rus. für Peterspalast), danach wieder den ursprünglichen, deutschen Namen. Die Wiederaufbauarbeiten am Museum dauerten bis in die 1970er-Jahre, und heute befinden sich in den Schlossgebäuden wieder mehrere Ausstellungen mit Exponaten berühmter Malerei und Bildhauerei. Neuen Glanz erhielt die Anlage nochmals, als die Stadt St. Petersburg 2003 ihr 300jähriges Bestehen feierte: Aus diesem Anlass wurde auch Peterhof (zur Eingemeindung siehe unten!) einer grundlegenden Renovierung unterzogen: Der Palast erstrahlte in neuem Glanz und der Park in Peterhof zeigt nun wieder die alle zaristischen drei Kaskaden 104

105 (Drachen- bzw. Schachberg-Kaskade, Große Kaskade & Goldener Berg) und insgesamt 144 Fontänen. Peterhof steht auf der UNESCO Liste des Weltkulturerbes. Der Ort Peterhof Bereits zu Zar Peters Lebzeiten war rund um den Hafen und das Zarenschloss ein gleichnamiger, eigenständiger Ort entstanden, der 1762 offiziell Stadtrechte erhielt. Die Ortschaft Peterhof verfügt über praktisch keine Industrie; die 1721 von Peter dem Großen gegründete Uhrenfabrik Petrodworez (russ.: Петродворцовый часовой завод) ist die älteste Uhrenfabrik Russlands. Seit 1961 werden hier die bei Sammlern beliebten sowjetischen Kult-Armbanduhren Raketa (russ.: Ракета) hergestellt. Ursprünglich stellte die Fabrik allerdings Edelsteinobjekte für den Zarenhof her, von denen sich heute viele in bedeutenden Schlössern Europas befinden (Eremitage in St.Petersburg, Versailles, Sanssouci oder im Louvre). Peterhof als Stadt verlor 1998/99 ihre Eigenständigkeit und gehört seitdem administrativ zu Sankt Petersburg. Der heutige Stadtbezirk Petrodworez hatte 2004 etwa Einwohner. Heute lebt der Ort vor allem vom Tourismus, ein Großteil der Peterhofer pendelt zur Arbeit nach Sankt Petersburg. Öffnungszeiten und Preise (Achtung, ohne Gewähr! Widersprüchliche Angaben gefunden!): Großer Palast: Geöffnet: Di-So von (10.30?) bis Uhr (Einlass bis (16.45?) Uhr) Letzter Dienstag des Monats geschlossen? Eintritt: ca. 11 Euro für Touristen aus dem Ausland (520 Rubel für Touristen aus dem Ausland) Schloss Monplaisir: 105

106 Geöffnet: Di u. Do-So von bis Uhr (Einlass bis Uhr) Letzter Mittwoch des Monats geschlossen? Eintritt: ca. 7,5 Euro für Touristen aus dem Ausland (360 Rubel für Touristen aus dem Ausland) Unterer Park: Geöffnet: Di-So von bis Uhr (Täglich von bis 19.00) Eintritt: ca. 7,5 Euro für Touristen aus dem Ausland. Betriebszeiten der Fontänen: Mai bis (Anfang? - Na super...) Oktober von bis Uhr, am Wochenende bis 18.00? - Erreichbarkeit - Für einen Tagesausflug zum Peterhof bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Anreise. Über genaue Fahrtzeiten und Preise bitte vor Ort erkundigen. 1. Per Schiff: Sehr zu empfehlen ist die Anreise per Schnellboot, das die knapp 30 Kilometer von Petersburg bis zum Peterhof in einer guten halben Stunde schafft. Von Mai bis Oktober pendeln diese so genannten Meteore zwischen der Metropole und der Zarenresidenz hin und her. Haltestellen liegen in Sankt Peterburg (1) auf Höhe des Kreuzers Aurora, (2) direkt an der Eremitage und (3) ein Stück weiter flussabwärts am Eherner Reiter (Monument Peters des Großen). 2. Per Elektrozug: Vom Baltischen Bahnhof (Metro-Station: Baltijskaja; gelegen auf der Roten Linie) im Süden Sankt Petersburgs geht es per Regionalbahn zunächst in Richtung Station Nowij Petergof (ca. 45 Min. Fahrzeit). Hier angekommen, kann man den Peterhof entweder zu Fuß oder mit einem Bus der Linien 350, 351, 352 oder 356 erreichen. Jan Smolczyk 106

107 Sicherheit und Notfälle wichtige Adressen in Sankt Petersburg Sankt Petersburg ist nicht gefährlicher, als jede andere Großstadt der Welt. Doch trotzdem sollte man einige Grundregeln befolgen, die auch sonst gelten. Man sollte auf seine Wertsachen besonders acht geben und am besten stets eine Kopie des Passes bei sich führen. Besonders auf den großen touristischen Plätzen, wie dem Newskij Prospekt oder dem Palastplatz (russ.: Dworzowaja Ploschtschad) sind die Taschendiebe aktiv. Auch auf den zahlreichen Märkten und in der U-Bahn. Sollte die Reiseapotheke einmal nicht genügen, gibt es in Sankt Petersburg eine Vielzahl von Apotheken (russ.: APTEKA). Auf dem Bild links ist die Apotheke an der Newskij- Prospekt zu sehen. Für den Fall, dass doch mal etwas passieren sollte oder abhanden kommt, gibt es verschiedene Notfallnummern und Adressen: Internationale Vorwahl: St. Petersburg: Telefonanschlüsse im Notfall (nur aus dem Festnetz, für Telefonate mit einem ausländischen Handy muss sowohl die Länder- als auch die Städtevorwahl gewählt werden!): Feuerwehr: 01 Polizei (Milizija): 02 Ärztlicher Notfalldienst: 03 Polizei und Rettungsdienst (mobil):

108 Sonderpolizeidienst für ausländische Gäste: oder Deutsches Generalkonsulat Sankt Petersburg Uliza Furschtatskaja 39 Tel.: +7 (812)/ , bei Notfällen: +7 (812)/ Öffnungszeiten: Mo Fr: 9 Uhr bis 12 Uhr Touristisches Informationszentrum Sankt Petersburg: Sankt Petersburg Uliza Sadowaja 14/52 (Ecke Newskij Prospekt) Tel.: / oder / Öffnungszeiten: Mo So: Uhr Einige Polizeidienststellen im Zentrum: Milizstation Nr. 27 Pereulok Krylova 3 (Nähe Kaufhaus Gostinii Dwor ) Tel.: Milizstation Nr. 78 Ulitsa Chekova 15 Tel.: Milizstation Nr. 76 Ulitsa Mytninskaja 3 Tel.: Milizstation Nr. 79 Ulitsa Gagarinskaja 6A Tel.: Lydia Jaster 108

109 Russischer Wodka Allgemeines Ursprünglich stammt Wodka aus Osteuropa, vor allem aus Russland und Polen, er ist jedoch heute auf der ganzen Welt verbreitet, wird an vielen Orten produziert und nimmt auf Grund seiner Beliebtheit und seiner vielfältigen Verwendbarkeit bei der Bereitung verschiedenster Getränke-Spezialitäten eine Spitzenposition in der Liste der meist getrunkenen Spirituosen ein. Der Name Wodka wird von einer Verkleinerungsform des russischen Wortes für Wasser = Bona abgeleitet und bedeutet soviel wie Wässerchen. Er zählt zu den extrafeinen und extraarmen Spirituosen auf der Grundlage von Neutralalkohol. Neben Tee ist er das Nationalgetränk der Russen. Der glasklare Branntwein ist fester Bestandteil jedes größeren Essens mit Freunden und Bekannten. Der traditionelle Rohstoff für die russische Wodkaproduktion ist Roggen. Daneben kann auch anderes Getreide oder Kartoffeln Verwendung finden, wobei letztere jedoch (in Russland) verpönt ist. Einzelne westliche Sorten basieren auch auf aus Zuckerrüben hergestellter Melasse oder Mais, was jedoch beides eher unüblich ist. Neben Wasser wird für die Wodkaherstellung noch Hefe benötigt. 109

110 110 Herstellung Die festen Rohmaterialien werden zerkleinert, mit Wasser vermischt und erhitzt, bis sich die in den Rohstoffen gelöste Stärke in Zucker verwandelt. Der dabei entstehende süßliche Brei nennt sich Würze. In diese Würze wird nun Hefe gegeben, um einen Gärungsprozess zu starten, wodurch die alkoholhaltige Maische entsteht, das Ursprungsprodukt für die nun anstehende Destillation. Durch mehrfache Destillation wird nun aus der Maische Alkohol gewonnen. Die Maische wird auf etwa 80 Grad erhitzt. Bei dieser Temperatur (genau 78,4 Grad Celsius) siedet der Alkohol, während das Wasser zurückbleibt und so werden automatisch beide Stoffe getrennt. Im Gegensatz zu anderen Spirituosen, die die bei der Gärung entstandenen Aromastoffe im fertigen Produkt beinhalten, wird das Wodka-Destillat so weit wie möglich gereinigt. Die verbleibenden Aromastoffe der Gärung sind im fertigen Wodka minimal. Die Ausfilterung wird mit Holzkohle durchgeführt, der die Aromastoffe absorbiert, seltener auch mit Milch, Eiweiß oder Keramikfiltern. Am Ende wird das Ganze häufig nochmals papiergefiltert und nach Vermengung mit speziell gereinigtem Wasser (die Qualität des Wassers ist für einen guten Wodka wichtig) ist der pure Wodka fertig. Bei aromatisierten Wodkas werden bestimmte Früchte oder Gewürze in das gereinigte Destillat oder den fertigen Wodka eingelegt und dann wieder herausgenommen. Aromatisierte Wodkas haben meist den gleichen Alkoholgehalt wie pure. Auch Fertigmischungen oder Alkopops a la Smirnoff Ice, Puschkin Red, etc. haben mit aromatisierten Wodkas nichts zu tun. Aromatisierung hat somit nichts mit dem Mischen von Cocktails zu tun. Trotz der Minimierung der Aromastoffe in der Filterung schmecken Wodkas nicht gleich. Neben der Qualität besitzen sie durchaus unterschiedliche Charaktere. Am

111 deutlichsten sind die Unterschiede zwischen Wodkas unterschiedlicher Herkunftsländer, wobei russische Wodkas im Vergleich zu westlichen ausgesprochen viel Charakter besitzen. Der Alkoholgehalt des Endproduktes liegt nach den osteuropäischen Traditionen im Allgemeinen bei 40 Vol.-%, aber auch 42, 45, 50, 56 und 80 Vol.-% sind bei speziellen Sorten anzutreffen. Nach den jetzt verbindlichen Festlegungen liegt der Mindestalkoholgehalt bei 37,5 Vol.-%. Die deutschen Begriffsbestimmungen sahen einen Mindestalkoholgehalt von 40 Vol.-% vor. Geschichtliches Das Destillationsverfahren an sich war bereits in der Antike bekannt. Die Kenntnisse darüber wurden im Mittelalter von Mönchen bewahrt, wobei hauptsächlich die Herstellung von Branntwein aus dem Rohstoff Wein erfolgte. Aus Italien gelangte über Kaufleute der Branntwein nach Russland, etwa ab dem 16. Jahrhundert auch die Kunst dessen Herstellung. Nun musste nur noch ein findiger Kopf auf die Idee kommen, statt Wein einheimischen Roggen zu verwenden und schon war der Vorläufer des Wodkas geboren. Wer das war, ist übrigens ungeklärt und auch die Polen reklamieren für sich das Recht der Erfindung dieses heute so populären Getränks. Der damalige Roggenüberfluss im Gebiet von Moskau spricht jedoch für Russland Wodka im Zarenreich Zunächst wurde der Wodka vom 16. bis 18. Jahrhundert von, dazu vom Zar authorisierten, Tavernen hergestellt. Nachdem sich dieses System nicht mehr bewährte (Verschuldung bei den Wirten und sinkende Produktqualität), gab Zar Peter der Große die Wodkaproduktion allgemein frei und besteuerte sie. Seine Nachfolgerin Katharina II. reformierte die Wodkaherstellung erneut und führte ein Wodka-Herstel- 111

112 lungsprivileg von Adel und staatlichen Brennereien ein. Die Qualität stieg daraufhin, vorangetrieben durch die Profitchancen der privilegierten Produzenten und Wodka wurde erstmals ein russischer Exportartikel ins Ausland. Der hochwertige Wodka war jedoch knapp und die Staatsdestillerien gingen durch geschickte Marktmanipulation der adeligen Konkurrenz nach und nach pleite. Neben Importen von billigem Fusel aus dem Ausland blühte infolge dessen mehr und mehr auch wieder die inländische Schwarzbrennerei. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der Regierung versucht, die unüberschaubar gewordene Anzahl der Wodka-Produktionsstätten zu vermindern. Diese Maßnahme gipfelte schließlich 1890 in ein Staatsmonopol bei der Wodkaherstellung. In dieser Zeit machte sich auch der Chemiker Mendelejew (bekannt durch das Periodensystem) um die Verbesserung der Wodkaherstellung verdient. Wodka im Kommunismus Die erste Tat der Kommunisten nach der Machtübernahme in Russland war ein Verbot der Wodkaproduktion. Dies führte einer Emigrationswelle von Wodkaproduzenten, zu denen auch Namen wie Smirnoff und Gorbatschow gehörten, die heute wohl den meisten als westliche (eben exilrussische) Wodkabrennereien geläufig sind. Das offizielle Verbot war jedoch nicht das Ende der Wodkaherstellung in Russland. Unter dem Druck, der Tatsache, dass irgendwie auch weiter Wodka hergestellt wurde, wurde die Produktion ab 1936 auch wieder offiziell, wenn auch mengenmäßig beschränkt, zugelassen. Einen Gesinnungswandel gab es dann wieder zur Zeit des 2. Weltkrieges wurde sogar eine reguläre Wodka-Tagesration für Soldaten eingeführt. Nach dem 2. Weltkrieg war trotz der anfänglichen Versuche der Kommunisten, den Wodkakonsum komplett zu unterbieten, wieder alles beim alten. Wodka war billig und 112

113 getrunken wurde er in (oft zu) rauhen Mengen. Erst im Zeitalter Gorbatschows (nun ist der Generalsekretär und nicht der Wodka gemeint) wurde der erste Nachkriegsversuch einer Kampagne gegen Alkoholmissbrauch gestartet. Auch Kleinbrennereien, die mindertwertigen und oft gesundheitsschädlichen Fusel herstellten, wurden reihenweise geschlossen. Wodka im postkommunistischen Russland Nach dem Ende der Sowjetunion 1990 hielt auch in der Wodkaproduktion der Kapitalismus Einzug. Ausländische Investoren übernahmen zahlreiche der qualitativ hochwertigeren Brennereien und das Staatsexportunternehmen für Wodka wurde in ein Konglomerat russischer Großbrennereien umgewandelt, welches innerhalb Russlands heute noch Marken wie Moskowskaja oder Stolchinaya verkauft. International wird ebenfalls kapitalismustypisch auch bereits ausführlich über Markenrechte prozessiert. Währenddessen eroberte der Wodka die Welt und wurde international zur Spirituose Nummer eins. Neben dem Staatskonglomerat haben sich jedoch auch neue Großproduzenten auf dem Wodkamarkt etabliert. So Uroschaj mit seinem Parliament und Liwis mit dem Russkij Standart. Der Trend geht dabei auch in Russland zu Edel- und Premiummarken für gehobene Ansprüche (und Geldbeutel). So macht Russkij Standart in Russland für sich auch gerne Werbung unter dem Hinweis, dass das dortige Showbizz zu einem guten Teil diese Marke bevorzugt. Daneben halten sich aber auch zahlreiche Kleinbrennereien, wobei die Herstellungs-Bandbreite von den besten Wodkas der Welt bis hin zu Billigfusel reicht. Man kann jedoch davon ausgehen, das alle im großen Stil exportierten Marken zu den qualitativ besten Wodkas gehören, die auf dem Weltmarkt wie im heimischen Supermarktregal erhältlich sind. 113

114 Der größte Lieferant für exportierte Wodkas war jahrelang das Konsortium Sojusplodoimport, von dem auch die meist getrunkenen Wodkamarken der Welt, Moskovskaja und Stolchinaya, ins Ausland geliefert wurden. Seit einem rechtlich sehr undurchsichtigen und auch nachträglich angefochtenen Verkauf 2002 kommen die Marken dieses Konsortiums von zwei sich bekriegenden Konzernen, der russisches Sojusplodoimport und der US-amerikanisches Sojusplodimport. Ein Grund dafür, das russischer Moskovskaya so anders schmeckt, als der aus dem deutschen Supermarkt. Die Konkurrenz schlief mittlerweile nicht und so exportieren mittlerweile auch andere Hersteller im größeren Umfang nach Deutschland wie die Destillerie Uroschaj ( Parliament, 999,9 ) oder Liwis aus Sankt Petersburg ( Russian Standart ). Die größte russische Destille für Wodka befindet sich im Moskau und heißt Kristall. Weitere Informationen können bei einem Besuch des Wodka-Museums in Moskau gesammelt werden. Über verschiedene Wodka-Flaschen gibt es in diesem Museum, das erst kürzlich von St.Petersburg nach Moskau gezogen ist, zu bewundern. Das Museum zeigt auch besondere Varianten des russischen Nationalgetränks, so beispielsweise eine Flasche, die an die Verstorbenen des U-Bootes K-19 erinnern soll. Des Weiteren wird gezeigt, wie die Russen im Verlauf der letzten Jahrhunderte mit ihrem Nationalgetränk umgingen. 10 verschiedene Wodka-Sorten können probiert werden. Führungen werden auch angeboten, eine telefonische Anmeldung ist erforderlich. 114

115 Wodka Museum Adresse: Konnogwardejskj Boulevard 5 Nächste Metro: Newskj Prospekt/Gostiny Dwor, weiter mit BusNr.3, 22, 27 Geöffnet: täglich 11:00 bis 22:00 Uhr Eintritt: ca. 2$ Führung: ca.2$ Zum Selbermachen Ein Rezept für das Aromatisieren von Wodka original aus Russland: Man nehme: 1/2 Liter Wodka, 1 Handvoll getrockneter Orangenschalen, 1 Teelöffel Zucker, 1 Messerspitze Zitronensäure. Alles mischen und erhitzen, jedoch nicht kochen. Dann abkühlen lassen und durch einen Sieb geben. Gekühlt servieren. Nur einige Tage haltbar! Wohl bekomms... Jennifer Sodtke 115

116 Öffentliche Verkehrsmittel in St. Petersburg U-Bahn Die U-Bahn wird in St Petersburg Метрополитен (Metropoliten), meist auch kurz Metro genannt. Es gibt 5 Linien, die nach Nummer, vor allem aber nach Farbe unterschieden werden. Die Tickets existieren als Жетон (Sheton) (=Metromünzen) und als Karten. In der U-Bahn muss man an der Haltestelle das Ticket durch einen Kontrollapparat schieben bzw. den Sheton einwerfen. Innerhalb der Metro kann man so viel umsteigen wie man will. Zum Umsteigen den Schildern Переход folgen! Eingänge sind mit Вход ; Ausgänge mit Выход markiert. Um ein Ticket zu kaufen sollte man am besten Russisch können. Es gibt zwar inzwischen insgesamt 8 Ticketautomaten, normalerweise werden sie jedoch am Schalter gekauft. Falls dein Gesprächspartner kein Englisch spricht, bestellst du ein Ticket mit odin (biljet/sheton), möchtest du gleich Mehrfahrtkarten oder ein Säckchen voller Shetons sagst du sa desjat (10 Fahrten), sa dvadzat (zwanzig Fahrten) oder machst dich einfach mit Körpersprache verständlich. Preise 116 Umrechnung: 1 RUB 0,02248 EUR Stand:

117 Eine Einzelfahrt mit der Metro kostet 12 Rubel (27 Cent), eine Zehnerkarte 98 Rubel (2,21 EUR), eine Zwanzigerkarte 188 (4,23 EUR). Wer länger bleibt sollte sich eine 14-Tage-Karte für 375 Rubel (8,43 EUR) leisten, wobei hier auch Straßenbahnen, Trolleybusse und Busse eingeschlossen sind. Bus / Tramvay / Trolleybus In Straßenbahnen und (Trolley-)Bussen werden die Tickets direkt beim Fahrer gekauft, manchmal läuft auch jemand in der Straßenbahn (im Bus) herum, der sie verkauft. Die öffentlichen Verkehrsmittel außer der Metro fahren sehr langsam und sind meistens überfüllt. Überlege gut, ob du dir das wirklich antust wenn du nicht auch die Metro nehmen kannst! Marschrutka Marschrutkas sind kleine Privatbusse mit ca. 11 Plätzen, die die öffentlichen Verkehrsmittel ergänzen. Sie fahren dieselben Strecken wie Busse, Trolleybusse und Straßenbahnen und sind geringfügig teurer, dafür hat man aber einen Sitzplatz und kommt sehr viel schneller und bequemer ans Ziel. Man kann sie auch beliebig auf der Straße heranwinken. Wenn man die Nummer nicht kennt unbedingt fragen ob die Marschrutka wirklich zum gewünschten Ziel fährt! Vorsicht: Wenn du die Haltestelle nicht kennen solltest lass dir am besten vom Fahrer oder von netten Fahrgästen zeigen wo du raus musst. Das Gefährliche für Ungeübte: Wenn die gewünschte Haltestelle in Sicht ist laut dem Fahrer ostanovitje, poshal(ui)sta! (Bitte halten Sie an!) zurufen, am besten sogar schon kurz nach der Haltestelle davor, sonst hält er nicht an! Das Gute: Man kann den Fahrer auch an jeder Ecke halten lassen, man muss ihm nur klarmachen können wo genau man raus muß! 117

118 Corinna Schlack 118

119 Spaß in St. Petersburg mit einem individuellen Sprachführer Hier sind wir also in der Weltstadt St.Petersburg angekommen. Unser Aufenthalt beschränkt sich auf satte fünf Tage in denen wir alles sehen wollen. Also beschränken wir uns aufs Wesentliche - alle Einkaufszentren, Clubs und Bars. Wie echte Touristen begeben wir uns auf den Newskij Prospekt, DIE Kultur- und Einkaufsmeile der Stadt, um nette Souveniers für Mutti und überteuerte Designerfummel für uns zu kaufen. Für diejenigen die es kompakt mögen empfiehlt sich der Gostinij Dvor auf dem Newskij Prospekt 35 wo man elegante Boutiquen findet, oder der Passasch auf dem Newskij Prospekt 48. Wichtige Shopping-Vokabeln wären dabei : geöffnet geschlossen Wie viel kostet das Haben Sie Nehmen Sie Kreditkarte Wann öffnen Sie atkrita sakrita skolka eta stojet U was jest Wi prenimajeti kreditnaji Kartatschki Wa skolka wi atkriwajeti 119

120 Wann schließen Sie teuer billig Größe kleiner größer Läden: Kaufhaus Lebensmittelladen Apotheke Schuhgeschäft Bank Markt Wa skolka wi sakriwajeti doraga döschewa rasmer (ähnlich wie rasenmäher) mensche bolsche Univermag Bakaleja (magasin) Apteka Abuwnoji (magasin) Bank Rinok, Bazar Shoppen macht hungrig... Wie unser Reiseführer behauptet sind Restaurants direkt am Newskij Prospekt teuer und selten gut. In der nahen Umgebung jedoch Bolschaja Konjuschenaja, Karawannaja, Wladimirskij Prospekt und Uliza Vosstanija findet man bessere Alternativen für jeden Geldbeutel und Geschmack. Also gehen wir in die Pelimeni Bar hinter der Peter-Paul- Festung. Pelimeni sind einfach köstlich - man sollte sie jedoch nicht essen, wenn man abends in einen Club gehen möchte, denn Pelimeni in Verbindung mit Kohlensäure sind eine tödliche Mischung. Jeder der es dennoch ausprobieren möchte, bleibt an diesem Abend allein. Wer nicht alleine bleiben will geht zu Russkije Blini u Nataschi an der 5-sovetskaja ulitsa 24. Diejenigen die beim Essen eine schöne Aussicht bevorzugen gehen in das Priboj, das hinter der Ermitage liegt, ins Est in der Nähe des Mariinskij Theaters, ins Cafe de Clie neben der Peter-Paul-Festung, oder das Stroganov Yard im Hof des Stroganov Palasts. Für Vegetarier 120

121 gibt es das Idiot am Isaaksplatz. Damit es zur Bestellung kommt: Die Speisekarte bitte Die Rechnung bitte Kellner Ich hätte gerne... Frühstück Mittagessen Abendessen Getränke Glas Flasche Messer Gabel Löffel Teller Pfeffer Salz Wasser Saft Kaffee Tee Rotwein Weißwein Hat geschmeckt Hat nicht geschmeckt prinesite paschalusta Menü (Kartu) prinesite schöt paschalusta Ofizant ja hatschu Sawtrak Abjed Uschin Napitki Stakan Butilka Nosch Wilka Loschka Tarelka Perez Sol Wada Sok Koffe Chai Krasnaje Wino Belaje Wino Bila wkusna Bila ne wkusna Am Abend stürzen wir uns ins St.Petersburger Nachtleben. St.Petersburg ist eine Stadt des Jazz und der Rockmusik, die Adressen wo gute Musik geboten wird wechseln rasch. Hier eine kleine Auswahl: 121

122 Der Cafe Club Che an der Poltowskaja Uliza 3 bietet eine Mischung aus Klassik, Jazz und Dichtervorlesung. Das GEZ-21 an der Uliza Puschkinskaja 10 ist bekannt für experimentelle Sounds und Rockkonzerte in Verbindung mit philosophischen Lesungen. Die Fish Fabrique ist das älteste Kunstcafee der Stadt und ein alternativer Szeneclub für Rockkonzerte. Zu finden an der Uliza Puschkinskaja 10 Eingang: Ligowski Prospekt 53 über den Hinterhof. Zum Tanzen gehen wir ins Metro am Ligovski Prospekt174, ein Club auf drei Etagen der hauptsächlich die Wünsche junger Leute erfüllt. Hier wird House, Techno und russische Tanzmusik gespielt. Im Gribojedow, einem kleinen, individuellen, alternativen,verrauchten Kellerclub spielen sie die neusten Hits, veranstalten Modeschauen und andere gute Liveshows. Das Gribojedow liegt an der Woroneschskaja Uliza 2a Metro Haltestelle: Ligowski Prospekt. Das Jakarta an der Uliza Bakunina 5 hat einen guten Namen aber auch die strengsten Türsteher der ganzen Stadt. Hier heißt es cool sein oder draußen bleiben. Damits an der Tür keine Schwierigkeiten gibt: Guten Abend Dobrij Wetscher Wie viel kostet der Eintritt Skolko stojet Whod Ich bin über achtzehn Ja usche sa wosjemnatzat Personalausweis/Reisepass Passport Und wenn man es rein geschafft hat: Bier Cola Wodka Piwo Cola Wodka 122

123 Nein Danke, ich tanze lieber allein Ja lutsche sama patanzuju Wenn die Füße uns nicht mehr tragen wollen nehmen wir uns ein Taxi: Bitte fahre Sie uns zu... Zum Hotel... Paschalusta atwesite nas na... K Hotelu... Zur weiteren Verständigung in St.Petersburg sollte man sonst noch wissen: Ja Nein Bitte Danke Verzeihung Hallo Auf Wiedersehen Guten Morgen Guten Tag Guten Abend Gute Nacht Da Net Paschalusta Spasiba Iswenitje Sdrastwuite Daswidanje Dobraja Utro Dobrij Den Dobrij Wetscher Spakojnoj Notsche Irene Weber und Aleksandra Bigewski 123

124 Teilnehmerliste 01 Uhlig Alexander 01 Kügler Ubbo 09 Auerswald Katharina 08 Becker Helene 06 Bigewski Aleksandra 09 Bluck Claudia 03 Boesing Stephanie 05 Boess Jan D. W. 09 Bossers, Yolande 02 Brüggen Sara 06 Emmrich Eva 08 Fiedler Anne 10 Ibing Julia 07 Jaster Lydia 04 Joosten Alessa 04 Kahl Alexandra L. 07 Krahn Katharina 10 Leick Verena 10 Piechatzek Monika K. 07 Putz Katja 05 Ritter Jochen 04 Rombold Lea 08 Sarul Maria 03 Samhuber Fanny 02 Schlack Corinna 02 Seyler-T. Anna M. 01 Smolczyk Jan A. 03 Sodke Jenifer 06 Weber Irene 05 Wolter Nils 124

125 Impressum Exkursion der Universität Duisburg-Essen Fakultät für Geisteswissenschaften Studiengang Gestaltungstechnik Universitätsstraße 12, Essen Leitung, Programm und Organisation: Dr. Alexander Uhlig, Prof. i.v. Finanzielle Unterstützung: Fakultät für Geisteswissenschaften Unterstützung, Satz und Layout: Stephanie Maurenbrecher, stud. Gestaltungstechnik Corinna Schlack, stud. Gestaltungstechnik Unterstützung in St. Petersburg: Ekaterina Karavaeva, Tour in St. Petersburg mit Olga und Ludmila Valentina Maleeva, Academservice LTD Moskau mit Elena Dr. Klaus Waschik, Lotman-Institut für russische Kultur Ruhr-Universität Bochum Karte St. Petersburg (Leningrad): MERIAN, Oktober 1971 Titelbild: Isaak Iljitsch Lewitan ( ) Abend, goldenes Pljoss 1889 Für Inhalt, Text und Bildmaterial der Kurzreferate sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. 125

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