Homomorphe Verschlüsselung
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- Ingelore Bäcker
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1 Homomorphe Verschlüsselung Definition Homomorphe Verschlüsselung Sei Π ein Verschlüsselungsverfahren mit Enc : G G für Gruppen G, G. Π heißt homomorph, falls Enc(m 1 ) G Enc(m 2 ) eine gültige Verschlüsselung von m 1 G m 2 für alle m 1, m 2 G ist. Bsp: Textbook-RSA mit Enc : (Z N, ) (Z N, ) und m1 e me 2 = (m 1 m 2 ) e mod N. ElGamal mit Enc : (Z p, ) (Z p, ) (Z p, ) und (g y 1, h y 1m 1 ) (g y 2, h y 2m 2 ) = (g y 1+y 2, h y 1+y 2 m 1 m 2 ). Hier ist G die komponentenweise Multiplikation in Z p Z p. Goldwasser-Micali mit Enc : (Z 2,+) (Z N, ) und z m 1x1 2 zm 2x2 2 = zm 1+m 2 mod 2 (x 1 x 2 ) 2 mod N. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 118 / 159
2 E-voting mit Paillier Paillier mit Enc : (Z N,+) (Z N 2, ) und (1+N) m 1r N 1 (1+N)m 2r N 2 = (1+N)m 1+m 2 mod N (r 1 r 2 ) N mod N 2. Vorteil: G = (Z N,+) ist additiv und groß. Algorithmus E-voting mit Paillier Wahlleiter generiert öffentlichen RSA-Modul N = pq. Wähler i [n] mit n < N wählt v i = 0 für NEIN, v i = 1 für JA und sendet an alle anderen Wähler c i = (1+N) v i r N i mod N 2. Wähler aggregieren c := n i=1 c i mod N 2. Wahlleiter erhält c und veröffentlicht Dec(c) = n i=1 v i. Eigenschaften: (falls alle Parteien sich an das Protokoll halten) Wahlleiter erhält c, ohne die einzelnen c i kennenzulernen. Kein Wähler erhält Informationen über die v i anderer Wähler. Berechnung von c ist öffentlich verifizierbar. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 119 / 159
3 Voll homomorphe Verschlüsselung Definition Voll homomorphe Verschlüsselung Sei Π ein Verschlüsselungsverfahren mit Enc : R R für Ringe R, R. Π heißt voll homomorph, falls 1 Enc(m 1 )+Enc(m 2 ) eine gültige Verschlüsselung von m 1 + m 2 2 Enc(m 1 ) Enc(m 2 ) eine gültige Verschlüsselung von m 1 m 2 für alle m 1, m 2 R ist. Anwendung: Cloud Computing Sende verschlüsselt Algorithmus A, Eingabe x an einen Server S. S berechnet daraus die verschlüsselte Ausgabe Enc(A(x)). Erlaubt Auslagern von Berechnungen an S. S lernt nichts über das Programm A oder die Eingabe x. Erste voll homomorphe Verschlüsselung: Gentry Verfahren (2009), basierend auf Problemen der Gittertheorie. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 120 / 159
4 Digitale Signaturen Funktionsweise von digitalen Signaturen: Schlüsselgenerierung erzeugt pk, sk. Signieren ist Funktion von sk. Verifikation ist Funktion von pk. Idee: Es soll unmöglich sein, ein gültiges Paar von Nachricht m mit zugehöriger Signatur σ zu erzeugen, ohne sk zu kennen. Eigenschaften digitaler Signaturen. Integrität: m kann nicht verändert werden, da man keine gültige Signatur zu einem m m erstellen kann. Authentizität: Falls σ ein gültige Signatur zu m ist, so kommt die Signatur vom Besitzer des sk. Transferierbarkeit: Jeder kann die Gültigkeit von (m, σ) überprüfen. Insbesondere kann (m, σ) weitergereicht werden. Nicht-Abstreitbarkeit: Signierer kann nicht behaupten, dass eine andere Person eine gültige Signatur erzeugt hat. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 121 / 159
5 Definition Signaturverfahren Definition Signaturverfahren Ein Signaturverfahren ist ein 3-Tupel (Gen, Sign, Vrfy) von ppt Alg mit 1 Gen: (pk, sk) Gen(1 n ). 2 Sign: Für eine Nachricht m 0, 1} berechne σ := Sign sk (m). 3 Vrfy: Für ein Tupel (m, σ) berechne 1 falls σ gültig ist für m. Vrfy pk (m,σ) =. 0 sonst Für alle m 0, 1} gilt Vrfy pk (m,σ) = 1 gdw σ = Sign sk (m). Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 122 / 159
6 Unfälschbarkeit von Signaturen Spiel CMA-Spiel Forge A,Π (n) Sei Π ein Signaturverfahren mit Angreifer A. 1 (pk, sk) Gen(1 n ) 2 (m,σ) A Signsk( ) (pk), wobei Sign sk ( ) ein Signierorakel für beliebige Nachrichten m m ist. 1 falls Vrfy 3 pk (m,σ) = 1, Sign sk (m) nicht angefragt Forge A,Π (n) =. 0 sonst Definition CMA-Sicherheit Sei Π ein Signaturverfahren. Π heißt existentiell unfälschbar unter Chosen Message Angriffen (oder kurz CMA-sicher), falls für alle ppt Angreifer A gilt Ws[Forge A,Π (n) = 1] negl(n). Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 123 / 159
7 CMA Spiel Forge Forge A,Π (n) (pk,sk) Gen(1 n ) σ i = Sign sk (m i ) Ausgabe: 1 if Vrfy pk (m,σ) = 1 0 else (1 n,pk) m i σ i (m,σ) A Wähle m i, i = 1,...,q. Berechne: (m, σ) m / m 1,...,m q } Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 124 / 159
8 Unsicherheit von Textbook RSA Signaturen Algorithmus Textbook RSA Signaturen 1 Gen: (N, e, d) GenRSA(1 n ). Setze pk = (N, e), sk = (N, d). 2 Sign: Für m Z N berechne σ = m d mod N. 1 falls σ 3 Vrfy: Für (m,σ) Z N Z N Ausgabe e =? m mod N. 0 sonst Unsicherheit: gegenüber CMA-Angriffen Wähle beliebigesσ Z N. Berechne m := σ e mod N. Offenbar ist σ eine gültige Signatur für m. Angreifer besitzt keine Kontrolle über m (existentielle Fälschung). Fälschen einer Signatur für ein gewähltes m Z N : Wähle m 1 R Z N \1, m}. Berechne m 2 = m m 1 mod N. Lasse m 1, m 2 vom Orakel Sign sk ( ) unterschreiben. Seien σ 1,σ 2 die Signaturen. Dann ist σ = σ 1 σ 2 = m d 1 md 2 = (m 1m 2 ) d = m d mod N gültig für m. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 125 / 159
9 Hashfunktionen und Kollisionen Definition Hashfunktion Eine Hashfunktion ist ein Paar (Gen, H) von pt Algorithmen mit 1 Gen: s Gen(1 n ). Gen ist probabilistisch. 2 H: Für einen Index s und ein Argument x 0, 1} berechne H s (x), wobei H s : 0, 1} 0, 1} n, x H s (x). Spiel HashColl A,Π (n) 1 s Gen(1 n ) 2 (x, x ) A(s) 3 HashColl A,Π = 1 falls H s (x) = H s (x ) und x x 0 sonst. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 126 / 159
10 Kollisionsresistente Hashfunktionen s Gen(1 n ) HashColl A,Π (n) Ausgabe: 1 falls H s (x) = H s (x ) 0 sonst (1 n,s) (x,x ) A Berechne: x x 0,1} Definition Kollisionsresistenz Eine Hashfunktion Π heißt kollisionsresistent, falls für alle ppt A gilt Ws[HashColl A,Π (n) = 1] negl(n). Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 127 / 159
11 Hashed RSA Algorithmus Hashed RSA 1 Gen: (N, e, d, H) GenHashRSA(1 n ) mit H : 0, 1} Z N. Ausgabe pk = (N, e, H), sk = (N, d, H). 2 Sign: Für m 0, 1} berechne σ = H(m) d mod N. 3 Vrfy: Für (m,σ) Z 2 N Ausgabe 1 gdw σe? = H(m) mod N. Einfacher Angriff: Sei m 1 m 2 eine Kollision für H ist, d.h. H(m 1 ) = H(m 2 ). Frage (m 1,σ) an. Dann ist (m 2,σ) eine gültige Fälschung. D.h. wir benötigen für H Kollisionsresistenz. Anmerkung: Sicherheit gegen unsere Angriffe für Textbook RSA 1 Wähle σ Z N, berechne σ e. Müssen m H 1 (σ e ) bestimmen. Übung: Urbildbestimmung ist schwer für kollisionsresistentes H. 2 Für ein m Z N benötigen wir m 1, m 2 mit H(m) = H(m 1 ) H(m 2 ) in Z N. Scheint Invertierbarkeit von H zu erfordern. Krypto II - Vorlesung Homomorphe Verschlüsselung, Signatur, CMA-Sicherheit, Textbook RSA 128 / 159
Voll homomorpe Verschlüsselung
Voll homomorpe Verschlüsselung Definition Voll homomorphe Verschlüsselung Sei Π ein Verschlüsselungsverfahren mit Enc : R R für Ringe R, R. Π heißt voll homomorph, falls 1 Enc(m 1 ) + Enc(m 2 ) eine gültige
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