Licht- und Displaytechnik
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- Irmgard Tiedeman
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1 Lichttechnisches Institut Licht- und Displaytechnik von Uli Lemmer Karl Manz, Dieter Kooß Karsten Klinger, Sven Schellinger, André Domhardt Wintersemester 2005/2006
2 Optikdesign Einführung Optikdesign Anwendung überall, wo Licht umgelenkt/umverteilt werden muss Reflektoren Linsen TIR-Optiken Lichtleiteroptiken
3 Optikdesign Einführung Einbindung in Gesamtprojekt Änderungskostenkurve Anzahl der Entscheidungen Projektlaufzeit Kosten Anzahl der Entscheidungen Kosten einer Änderung Änderungskosten
4 Optikdesign Einführung Beleuchtungsdesignanforderungen effiziente Lichtleitung gewünschte Lichtverteilung (z.b. gleichmäßig, winkelabhängig) auf einer Oberfläche Beleuchtungsstärke Leuchtdichte Lichtstärke Blendung Farbwiedergabeindex..
5 Optikdesign Einführung Beleuchtungsdesign umfasst das Bestimmen der notwendigen Kombination von Lichtquellen und weiteren optischen Komponenten, sowie deren Positionierung und Ausrichtung, um eine gewünschte Lichtverteilung zu erhalten. Dazu dienen Beleuchtungsdesign-Programme im allgemeinen als Hilfsmittel.
6 Optikdesign Einführung Arbeitsschritte Auswahl entsprechender Leuchtmittel Anordnen im vorgegebenen Bauraum, Wärmeabfuhr beachten Thermomanagement falls notwendig optische Anordnung designen (Linsen, Reflektoren, )
7 Optikdesign Einführung Parameter Material Brechungsindex Reflexionsgrad Absorptionsgrad Streueigenschaften Geometrie Oberflächenformen Koordinaten Krümmungsradien Abmessungen Winkel
8 Optikdesign Einführung Optikdesign in der Praxis Problemdefinition (Beleuchtungsaufgabe, gewünschte Lichtverteilung) optisches Know How des Designers Vorstellung von der prinzipiellen Anordnung (Startdesign) Erstauswertung Optimierung nach Parametrisierung oder Versuch und Irrtum Methode Abschlussanalyse
9 Optikdesign Einführung Beleuchtungsdesign-Programme verschiedene Ansätze schnell überprüfbar Änderungen im System und deren Auswirkungen Entwurf, Simulation, Analyse virtuelles Prototyping Warum? keine Oberflächen in optischer Qualität mittels Rapid-Prototyping-Verfahren schneller und billiger als realer Prototypenbau ideal für die Versuch und Irrtum Methode
10 Optik Optik abbildende Optik z.b. Brille Mikroskop Teleskop Fotoapparat nichtabbildende Optik z.b. Solarkonzentratoren Scheinwerfer Operationsleuchten Fassadenbeleuchtung Optikdesign zur Effizienz- steigerung und Lichtumverteilung, Abbildungsfehler unbedeutend, mehr Freiheitsgrade im Design Optikdesign zwingend erforderlich, um Abbildungsfehler zu vermeiden
11 Optik Optikdesign im Bereich der abbildenden Optik: Modellieren eines optischen Systems zur Erzeugung von Abbildern der Originalobjekte nichtabbildenden Optik: Modellieren eines optischen Systems zur Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung bei gegebener Lichtquelle
12 Optik Optik makroskopischer Bereich z.b. Innenraumbeleuchtung Beamer UV-Bestrahlung zur Lackhärtung Flutlichtanlagen Fahrzeugleuchten mikroskopischer Bereich z.b. Wellenleiter photonische Kristalle DVD (Lesen/Schreiben) optische Speicher optische Lithographie Optikdesign mittels Strahlverfolgung (Raytracing) auf Grundlage der geometrischen Optik Optikdesign durch numerisches Lösen der zeitabhängigen Maxwell-Gleichungen (Wellenoptik)
13 Wellenoptik Licht als elektromagnetische Welle (Wellennatur des Lichts) Transversalwelle, Wellenlänge, Amplitude, Phase Wellenfrontkonzept Huygenssches Prinzip Interferenz Polarisation Beugung Farbe
14 Geometrische Optik Näherung, da Welleneigenschaften vernachlässigt Licht durch idealisierte Strahlen approximiert (Strahlenoptik) an Grenzflächen Brechung, Reflexion, Zerstreuung, Bündelung nur qualitative Ergebnisse, keine Aussagen über Quantität gültig, wenn charakteristische Größe des Systems wesentlich größer als die Wellenlänge Grundlage für Berechnung von Abbildungseigenschaften Grundlage für Strahlverfolgung (Raytracing)
15 Raytracing/Strahlverfolgung Oberbegriff für Algorithmen der 3D-Computergraphik zur Berechnung von Lichtverteilungen basiert auf Grundlagen der geometrischen Optik Beleuchtungsdesign: forward raytracing Entwicklungsprozess beschleunigt und vereinfacht bedarf der Erfahrung des Optikdesigners
16 Raytracing/Strahlverfolgung Prinzip Strahl: Datenstruktur mit Anfangspunkt (Lichtquelle) und Richtung der Halbgeraden im Raum
17 Raytracing/Strahlverfolgung Schnittpunkt des Strahls mit einer optischen Fläche gesucht
18 Raytracing/Strahlverfolgung Richtungsänderung entsprechend den optischen Gesetzen bestimmt
19 Raytracing/Strahlverfolgung nächster Schnittpunkt mit optischer Fläche gesucht
20 Raytracing/Strahlverfolgung Wiederholung dieser Schritte Abbruch, wenn Strahl auf absorbierende Fläche oder Empfänger trifft Weg des Strahls durch System bekannt
21 Raytracing/Strahlverfolgung Raytracing sequentielles Raytracing Reihenfolge der Flächen auf welche der Strahl trifft vorher bekannt für abbildende Systeme Verfolgung einiger hundert Strahlen genügt Nichtsequentielles Raytracing Reihenfolge der Flächen auf welche der Strahl trifft vorher nicht bekannt i.d.r. für nichtabbildende Systeme Verfolgung einiger hunderttausender bis mehrere Millionen Strahlen notwendig
22 Simulation mittels NS-Ray Tracing Das optische System wird aus 3D-Elementen aufgebaut (Import/Export von/nach CAD). Sowohl das Volumen als auch die Oberflächen werden mit optischen Eigenschaften belegt (Brechung, Reflexion, Absorbtion, Beschichtung, Streuung). Quellen sind Ausgangspunkt der statistisch verteilten Strahlen (räumliche Verteilung, Winkelverteilung, Spektrale Verteilung, Monte Carlo). Ergebnis der Simulation sind Beleuchtungsstärken/Lichtstärken auf Empfängerflächen und im Fernfeld. Sie werden aus der Anzahl der auftreffenden Strahlen und aus der jeweiligen Leistung eines Strahls abgeleitet. Die Reihenfolge in der ein Strahl Objekte passiert muss nicht bekannt sein (im Gegensatz zur Simulation opt. Abb. Systeme). Der Fehler wird mit zunehmender Anzahl von Strahlen kleiner.
23 Beispiel - Design eines Reflektors Ziel möglichst realistische Modellierung möglichst homogene Ausleuchtung einer runden Fläche (100mm) in definiertem Abstand (300mm) weitere Schritte sind die Anpassung des Reflektors an bestimmte Ausleuchtungsgeometrien (iterativer Prozess)
24 Beispiel - Design eines Reflektors Definition eines Paraboloid-Reflektors
25 Beispiel - Design eines Reflektors Überprüfung mit Hilfe von Teststrahlen
26 Beispiel - Design eines Reflektors Lichtquelle einfügen, ideale Punktlichtquelle mit 1 Lumen Lichtstrom, Abstrahlung in den Vollraum
27 Beispiel - Design eines Reflektors Empfängerfläche definieren und Empfänger einfügen
28 Beispiel - Design eines Reflektors Vorabkontrolle: ein Raytrace-Durchlauf mit nur wenigen Strahlen in der Anzeige
29 Beispiel - Design eines Reflektors Ergebnisdarstellung der Vollsimulation, Scatter-Chart
30 Beispiel - Design eines Reflektors Ergebnisdarstellung der Vollsimulation, Beleuchtungsstärke
31 Beispiel - Design eines Reflektors Ergebnisdarstellung der Vollsimulation, numerische Werte
32 Beispiel Reflektor mit realer Lichtquelle Modellierung realer Lichtquellen auf CAD-Basis und Abstrahlcharakteristik H7-Lampe mit Glühwendel als Lichtquelle(n)
33 Beispiel Facettenreflektor mit realer Lichtquelle Lighttools-Utility nutzt Programmierbarkeit der Software in VisualBasic zur automatisierten Erstellung facettierter Reflektoren nach Zielvorgaben
34 Beispiel Facettenreflektor mit realer Lichtquelle
35 Beispiel Facettenreflektor mit realer Lichtquelle Weitere Schritte z.b. geänderte Beleuchtungssituation Zum Beispiel: Simulation einer Scheinwerferneigung durch Drehung der Empfängerfläche um 80 Grad gegen die Vertikale
36 Optimierung Ziel: Finden der optimalen Parameter eines komplexen Systems Vorgehensweise allgemein: Zielgrößen in einer Zielfunktion zusammenfassen Zielfunktion optimieren (Minimum oder Maximum bestimmen) Abbruchkriterium festlegen (z.b. Anzahl der Iterationen, Änderung des Zielfunktionswertes kleiner als vorgegebener Wert) Optimierung ist eine automatisierte Suche nach der Parameterkombination, die die höchste Güte des Systems liefert.
37 Optimierung Optimierungsverfahren lokale Optimierung globale Optimierung Gradientenverfahren Goldener Schnitt Sekantenverfahren Newton-Verfahren Bergsteigeralgorithmus Metropolisalgorithmus Schwellenakzeptanz simulierte Abkühlung
38 Optimierung Zweidimensionale Zielfunktion Eindimensionale Zielfunktion
39 Optimierung Vorgehensweise speziell passendes Startdesign vorgeben Parameter auswählen, nach denen optimiert wird Zielfunktion der Zielgrößen festlegen Nebenbedingungen festlegen, Rechenzeitverkürzung Symmetrien nutzen, Rechenzeitverkürzung nach jedem Durchlauf wird der Wert der Zielfunktion verglichen Iterationen bis Abbruchkriterium erfüllt
40 Optikdesignsoftware LightTools Raytracing, nichtabbildende Systeme, gute graphische Aufbereitung der Ergebnisse, Optimierungstool, Modellierung hinerleuchteter Flachdisplays, sehr einfach 3D-Objekte zu erstellen Code V ASAP Raytracing, abbildende Systeme, Linsendesign, Optimierungstool Raytracing und FDTD- Solutions (Finite Difference Time Domain), Geometrische und Wellenoptik, Modellierung von Systemen aus Mikro- und Makrooptik
41 Optikdesignsoftware OSLO Raytracing, abbildende Systeme, Linsendesign, aufwendige Linsenmodellierung ZEMAX BeamPROP TracePro Film2000 Raytracing, abbildende Systeme, Optimierungstool Strahlausbreitung in Wellenleiter, Wellenoptik Raytracing, Modellierung optisch-mechanischer Systeme Raytracing speziell für dünne Schichten
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