Diskussion zum Thema Design
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- Edmund Bäcker
- vor 9 Jahren
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Transkript
1 Arbeitsbeschrieb Arbeitsauftrag: Diskussion zum Thema Design Die Schüler/innen diskutieren differenziert über die Thematik "Schönheit und Design" und versuchen, sich ein Bild der komplexen Aufgabenstellung von Designern zu machen. Ziel: Die Schüler/innen folgen den Ausführungen der Lehrperson und verstehen die verschiedenen Aspekte des Themas. Material: Arbeitsblatt Powerpoint-Folien Bildpanels Diskussionspanels Sozialform: Plenum Sitzkreis Zeit: Ca. 30 Minuten Seite 1 / 6
2 Was ist eigentlich Industriedesign? Industriedesign ist eine Gestaltungsdisziplin, die sich aus den Anforderungen der industriellen Produktion heraus entwickelt hat. Oft wird auch der Begriff Produktdesign verwendet. Die traditionelle Aufgabe besteht in der Gestaltung von Produkten und Produktsystemen (Gebrauchs- und Investitionsgüter) unter Berücksichtigung ästhetischer, ergonomischer, technischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Aspekte. Designer sind darüber hinaus an Entwicklungen beteiligt, welche die Art und Weise, in der wir leben und arbeiten, tiefgreifend beeinflussen. Neben der Konzeption und Gestaltung von Produkten und Systemen, planen, entwickeln und kommunizieren sie Designlösungen für Prozesse und Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit der Industrie, Dienstleistungs-Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Die Fragen, welche sich der Produktdesigner stellt sind eigentlich die Folgenden: Was soll das Produkt sein oder können? Was sagt die Marktforschung zur Nachfrage? Wie gross, schwer, teuer, hell, durchsichtig, griffig, darf / muss es (höchstens / mindestens) sein? Welches Material soll / muss verwendet werden Eine Anforderungsliste definiert alle zwingend (oder gewünscht) erforderlichen Produkteigenschaften bzw. auch diejenigen, die vermieden werden sollen (z. B. Brennbarkeit versus Sicherheit, Biegefähigkeit versus Stabilität). Damit ist der Produktnutzen genauestens definiert. Darüber hinaus werden technische Vorgaben aus dem Bereich der Fertigung gemacht (Was ist überhaupt mit der vorhandenen Infrastruktur (Maschinen, Personelle Ressourcen) machbar?). Was ist denn das? Die berühmteste Zitrus- Presse der Welt "Juicy Salif" Seite 2 / 6
3 Wie läuft der Design-Prozess ab? Zeichnung Anhand von ersten Ideen, Skizzen (Scribbles) und Zeichnungen sammelt der Designer Ideen, Varianten und Details zum Produkt. Aus diesem ersten Schritt wird in mehreren Stufen eine Auswahl getroffen und anschliessend werden aussagekräftigere, detaillierte Darstellungen angefertigt. Zwischenpräsentation In Präsentationen werden die erstellten Varianten vorgestellt. Zusammen mit dem Spezialisten, Auftraggeber oder neutralen Personen konzentriert man sich auf einige wenige (je nach Wichtigkeit: eins bis drei) Varianten, die wiederum detailgetreuer gezeichnet werden bzw. von denen ein Computer-Modell angefertigt wird. Rendering / Umsetzung Nach erneuter Auswahl, beschränkt auf die ausführbaren Varianten, folgt die Phase der Umsetzung. Um eine realistische Ansicht des Produkts zu erhalten, werden fotorealistische Zeichnungen angefertigt, anhand derer man sich auf Farben, Oberflächen, Details (Abstände, Grössen etc.) einigt. Der Designer hat dabei immer die beratende Funktion inne; er muss alle Vorschläge begründen können. Design für neue Autositze in einem 3D-Computermodell Modelle Bis alle Details geklärt sind, werden anschliessend oder auch schon im Entwurfprozess Vor-, Funktions- oder Anschauungsmodelle angefertigt. Damit kann man entweder die Nutzung und Funktion durchspielen oder simulieren und die Formen und Konturen realitätsgetreu begutachten. Insbesondere zur Beurteilung und Überprüfung der Verwendung des Produkts durch den Menschen, der Proportionen und der Formwirkung des Produkts sowie von Form und Funktion, ist ein Modell meist unerlässlich. Seite 3 / 6
4 Modellvarianten: Design Mockup Schnell zu fertigendes Grobmodell meist ohne Lackierung aus leicht zu verarbeitenden Materialien (z. B. Karton, Schaumstoff, PU-Schaum, Holz). Diese Modelle werden verwendet, um Teilbereiche der Objekte genauer zu begutachten, z. B. die Platzierung von Bedienteilen. Design Funktionsmodell Je nach Anforderung leicht oder aufwendig zu fertigendes Modell, das im Wesentlichen der Überprüfung von technischen Funktionen und deren Handhabbarkeit sowie der baulichen Dimensionierung dient. Design Vormodell / Volumenmodell Modell, das im Entwurfsprozess das Produkt annähernd in seiner endgültigen Erscheinung wiedergibt und zur Unterstützung oder als Ersatz für Skizzen gefertigt wird. Clay- / Ton-Modell Modell, bei dessen Erstellung mit speziellem Kunstton (aus dem engl. Clay = Ton) und speziellen Clay-Werkzeugen Freiformflächen, Formverläufe und Proportionen modellierend erarbeitet / entworfen werden. Designmodell Modell, das im Aussehen dem fertigen Produkt entspricht und zur Begutachtung und Überprüfung der formalen Gestalt und technischen Realisierbarkeit des entworfenen Produktes dient. Je nach Anforderung lässt ein Designmodell bereits eine simulierte Nutzung und Handhabung zu. Dieses Modell wird wiederum für Präsentationen verwendet. Prototyp In der letzten Phase wird ein Prototyp hergestellt. Dieser wird benötigt um: die sichere Anwendung durch den Nutzer testen zu lassen. die Passgenauigkeit der Komponenten zu erproben. Fertigungs- und Montagemöglichkeiten zu überprüfen. zu Werbezwecken auf Messen. Designmodell aus Clay / Ton für ein neues Auto-Chassis. Im Hintergrund die entsprechende Zeichnung Seite 4 / 6
5 Analyse Der Wert eines Designs wird sehr genau betrachtet. Bevor das Design wirklich 1:1 umgesetzt wird und der Konsument das Produkt in den Händen halten kann, werden unterschiedlichste Elemente begutachtet: Praktische Funktionen (Funktionalität, Ergonomie, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit, Benutzerfreundlichkeit, Wartung / Pflege) Produktsprachliche Funktionen (sinnliche Funktionen) Ästhetische Funktionen Zeichenhafte Funktionen Anzeichenfunktionen (haptische, olfaktorische und akustische Anzeichen) Symbolische Funktionen (soziale Aspekte, kulturelle / religiöse Aspekte, Status, Gruppenzwang, Zielgruppen) Ökologische Funktion Lebenszyklus (Haltbarkeit, technische Verfügbarkeit) Entsorgung / Recycling Ökonomische Funktion Herstellungsaufwand / Komplexität Herstellungstechniken Anzahl der Fertigungsschritte Materialien Materialvielfalt (-komplexität) Transport- / Lageraufwand (Grösse, Stapel- / Faltbarkeit, Gewicht...) Seite 5 / 6
6 Arbeitsblatt Aufgabe Analysiere eines der berühmtesten Design-Objekte der Welt. Findest du heraus, wieso diese Flasche so berühmt wurde, dass du auch erkennst, um welches Getränk es sich handelt, obwohl der Produktname in Arabisch geschrieben steht? Seite 6 / 6
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