MANUAL. NLP Practitioner plus2. Leseprobe BAP
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- Andreas Haupt
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1 MANUAL NLP Practitioner plus2 Leseprobe BAP SEMINATOUR fon: 02620/ Bernd Knopp fax: 02620/ Am Sauwald 5 mobil: 0170/ Neuhäusel [email protected]
2 GESCHICHTE UND URSPRÜNGE DES NLP NLP entstand in den frühen siebziger Jahren in Kalifornien. Die Begründer sind John Grinder (Linguist) und Richard Bandler (Psychologe und Mathematiker), dessen Interesse insbesondere der Psychotherapie galt. Gemeinsam beschäftigten sie sich mit den Fragen: Was machen erfolgreiche Menschen (zuerst insbesondere Therapeuten) eigentlich anders als weniger erfolgreiche, die auf den ersten Blick genau das gleiche tun?" "Wie können diese Fähigkeiten so beschrieben (modelliert) werden, daß sie anderen Menschen vermittelt werden können, daß diese genauso gut wie ihre Vorbilder werden?" Sie untersuchten daher drei Spitzentherapeuten, um herauszufinden, worin das Geheimnis ihrer Wirksamkeit besteht: Virgina Satir (systemische Familientherapie) Fritz Perls (Begründer der Gestalttherapie) Milton H. Erickson (weltbekannter Hypnotherapeut) Sie gingen von der Hypothese aus, daß diese so erfolgreichen Therapeuten trotz unterschiedlicher Konzepte Gemeinsamkeiten im konkreten Handeln haben müssten, die ihre Klienten bei der Veränderungsarbeit unterstützten. Ihre Art, zu lernen, nannten die zwei "modellieren". Eine Art, die auf Alfred Korzybski zurückgeht, der bereits 1933 in "Science und Sanity" die philosophischen und linguistischen Grundprinzipien des heutigen NLP formulierte und 1941 den Begriff "Neuro-Linguistik" prägte. Auf dieser Grundlage erlebten, befragten und analysierten John und Richard ihre Lehrmeister, nicht nur deren äußeres Verhalten, sondern auch deren innere Vorstellungswelt, ihre Einstellungen und ihre Wahrnehmungen. Daraus extrahierten sie, was ihnen wesentlich erschien und probierten das Gelernte aus. Sie ernteten Staunen, aber auch Verwunderung darüber, daß die Kunst genialer Menschen auch für "normale" Menschen erlernbar sein sollte. NLP Practitioner Seite 2
3 In der Tat benutzten die drei Therapeuten eine Anzahl ähnlicher Grundmuster. Bandler und Grinder verfeinerten diese Muster und bildeten daraus ein elegantes Modell. Der Grundstein für das NLP war mit den ersten Veröffentlichungen in den Jahren 1975 bis 1977 gelegt. Stark beeinflusst wurde das NLP in den Anfangsjahren auch von Gregory Bateson, einem britischen Anthropologen, der sich ebenfalls in Kalifornien mit Kommunikation und Systemtheorie auseinander setzte. In den folgenden Jahren entwickelte sich das NLP in zwei Richtungen: als Verfahren zur Entdeckung der Muster von Glanzleistungen in jedem, möglichen Bereich als Zusammenstellung der effektivsten Möglichkeiten des Denkens und Kommunizierens Seit den achtziger Jahren wird die Entwicklung des NLP maßgeblich von Robert Dilts mitbestimmt (NLP-University in Santa Cruz) Philosophisch betrachtet steht die Weltsicht des NLP dem Radikalen Konstruktivismus (Heinz von Förster) nahe. In diesem Sinne wird NLP häufig als pragmatische Erkenntnistheorie bezeichnet. Der Begriff NLP In den 70ern bildete sich auch der Begriff Neuro Linguistisches Programmieren Der Name hatte eine sonderbare Wirkung: Die einen waren begeistert und glaubten, nun den Schlüssel zur unbegrenzten "Programmierung" des menschlichen Geistes in der Hand zu halten, andere erfüllte gerade diese Vorstellung mit Angst um ihre persönliche Freiheit. Beide irrten, denn sobald sie die Arbeit selbst kennen lernten, entdeckten sie, dass es um etwas anderes ging. NLP Practitioner Seite 3
4 Lassen wir die Begriffe sprechen: Neuro: Das heißt unser Nervensystem, und mit ihm das Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken, das Erinnern und das Phantasieren. Es heißt unsere ganze sinnliche Erfahrung. Linguistisch: Das meint unsere Sprache, mit der wir Erfahrungen codieren, zu geistigen Landkarten verknüpfen und miteinander austauschen. Nicht nur die Sprache der Worte gehört dazu, auch die des Körpers, der Augen, Gesten, Symbole, Schrift - alles, was uns Botschaften übermittelt. Programmieren: Dieser Begriff meint den Prozess des Lernens durch sinnvoll aufeinander aufbauende Erfahrungen. Das Lernen, um das es hierbei geht, ist stets die Ergänzung bekannter Wege durch neue, hilfreiche und lebensfördernde. Es meint mehr Wahlmöglichkeiten zur Lebensgestaltung, anstelle von Eingrenzung, von der es ja in unserer Erfahrung genug gibt. Zusammengefasst: Neuro-Linguistisches Programmieren ist Arbeit mit Menschen, in der es darum geht, alle Sinne zu aktivieren und ihre Erfahrungen und Gedanken so zu erweitern, daß sie für ihr Leben sinnvolle neue Wahlmöglichkeiten entdecken. Hierfür werden Sprache, Ausdruck, Imagination, sowie Situations- und Rollenwechsel benutzt. Es gibt erprobte Abläufe, "Programme" für solche Arbeit, die nachvollziehbar sind, aber genauso geht es darum, ganz individuelle Wege zu finden. Ziel und schönstes Ergebnis ist es, wenn Menschen über die Brücke des NLP wieder Zugang zu ihren eigenen Kraftquellen und zu ihrer Intuition finden. Übrigens existiert alles, was im NLP geschieht auch sonst im Leben, es findet in überlieferten Heilweisen, anderen Therapieformen, in Kunst, Sprache und Kommunikation jeder Art seinen Ausdruck. Verdienst des NLP ist es, derartige Veränderungsprozesse auf eine neue Art bewusst und damit verfügbar gemacht zu haben. NLP Practitioner Seite 4
5 GRUNDANNAHMEN DES NLP Folgende Prinzipien des NLP werden Grundannahmen genannt, d.h. wir gehen davon aus, dass sie wahr sind, ohne deren Allgemeingültigkeit zu behaupten. Auf dem Hintergrund dieser Sichtweisen zu handeln und zu kommunizieren bedeutet, dass unser Leben und unsere Interaktionen mit anderen effektiver, interessanter, befriedigender und reichhaltiger werden. Menschen reagieren auf ihr Bild der Realität, nicht auf die Realität selbst. Die Landkarte ist nicht das Territorium, die Speisekarte nicht das Menü. Verschiedene Menschen schaffen in sich aufgrund ihrer Erfahrungen unterschiedliche Abbilder der Welt. Und nennen sie Wahrheit. Seit Jahrtausenden schlagen sich Menschen für ihre Wahrheiten die Köpfe ein - im NLP spielt der Wahrheitsbegriff keine Rolle, jeder hat auf seine Art recht, oder auch keiner. Alles, was wir Wissen nennen, sind vorläufige, selbst geschaffene Landkarten für diesen oder jenen Zweck. Auch NLP ist eine solche. Damit wird es möglich, das Denken anderer Menschen als Erfahrungsschatz zu verstehen, von dem es sich zu lernen lohnt. So etwas wie eine "objektive Wirklichkeit" außerhalb des Betrachters ist nicht objektiv" durch die Sinne wahrnehmbar. Im Prozess der Wahrnehmung filtern wir notwendigerweise die unendlichen Reize von außen: Wir tilgen, verzerren und generalisieren diese Reize. Im Gehirn entsteht dadurch so etwas wie eine innere subjektive Landkarte der "Wirklichkeit". Diese Abbildung ist nicht identisch mit dem Abgebildeten. Jede Stelle dieser Landkarte ist mit Erfahrungen, Hoffnungen, Einstellungen und Glaubenssätzen verbunden. Diese Karten sind die Grundlage unserer Handlungen und unserer Kommunikation. Jede Veränderung dieser Verbindungen verändert das Erleben und auch die Handlungsfähigkeit eines Menschen. NLP ist die Kunst, die Landkarte zu erweitern und die Verbindungen in der Karte in sinnvoller Weise zu beeinflussen. Das Ziel ist die Veränderung der Karte. Die Realität verändert sich dann automatisch. Oft verwechseln wir unsere Landkarte mit der Wirklichkeit und machen uns dadurch handlungsunfähig. NLP hilft die Landkarte so zu verändern, dass Handlungsfähigkeit, Lebensfreude, Motivation und Zufriedenheit entstehen bzw. verstärkt werden können. NLP Practitioner Seite 5
6 Die Basis für wirksame Kommunikation ist Rapport. Rapport herstellen bedeutet, anderen in ihrem Modell der Welt zu begegnen. Es ist eine Kunst andere Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Und, statt ihnen ruckartig den eigenen Zustand aufzuzwingen, sich selbst an deren geistige Welt oder physische Befindlichkeit anzugleichen. Das Spiel "gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an" bewusst erleben und respektvoll mitgestalten. Jedes Verhalten enthält eine Absicht, die etwas Bedeutsames für den Handelnden sicherstellt. Jedes Verhalten ist in einem bestimmten Kontext eine Fähigkeit. Unser Verhalten ist ständig darauf ausgerichtet, etwas Wertvolles für uns zu erreichen. Wir bestehen nicht aus seinem Verhalten. Die Methode des NLP trennt die Absicht oder den Zweck hinter einer Aktion von der Aktion selbst. Was als negatives Verhalten erscheint, erscheint nur deshalb so, weil wir den Zweck, der dahinter steht, nicht erkennen. Verhalten ändert sich dann, wenn die verborgene positive Absicht auf anderen Wegen sichergestellt werden kann. Menschen treffen stets die beste Entscheidung, die sie zu einer gegebenen Zeit treffen können. Sie wählen den effektivsten Weg, den sie zur Zeit kennen. Lernen sie bewusst oder unbewusst eine bessere Möglichkeit kennen, werden sie diese auch nutzen. Egal, wie kontraproduktiv und unverständlich das Verhalten sein mag: Es ist die beste Möglichkeit, die wir zu dieser Zeit auf der Grundlage unserer Karte von der Welt haben. Erkennen wir innerhalb unserer Landkarte eine bessere Möglichkeit so werden wir sie wahrnehmen. NLP Practitioner Seite 6
7 Flexibilität: Wenn etwas nicht funktioniert, mach was anderes! Wähle für dich eine Landkarte, mit der du Zugang zu den vielfältigsten und reichhaltigsten Möglichkeiten erhältst. Verhalte dich so, dass sich die Anzahl deiner Möglichkeiten vergrößert. Der Mensch mit der größten Anzahl an Möglichkeiten, d.h. der größten Flexibilität der Gedanken und Verhaltensweisen, hat bei jeder Interaktion die größten Chancen. Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Botschaft, die wir bekommen. In der Kommunikation gibt es keine Fehler, kein Versagen, sondern nur Erfahrungen, Ergebnisse und Feedback. Die Reaktion kann anders ausfallen, als wir erwartet haben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir versagt haben. Es ist lediglich eine Rückmeldung, die uns sagt, dass wir auf diesem Weg unser Ziel nicht erreichen werden. Jede Erfahrung können wir verwerten. Wenn wir nicht das Ergebnis erhalten, das wir uns wünschen, ist das die Aufforderung, etwas anderes auszuprobieren. Wir verfügen über die Ressourcen, die wir zur persönlichen Veränderung benötigen. Eine Veränderung kann schnell gehen und darf Spaß machen. Alles, was wir benötigen, um die angestrebten Veränderungen zu erreichen, ist schon vorhanden oder kann leicht beschafft werden. "Wenn etwas möglich ist, dann auch für dich!" Es ist eine Frage der Entscheidung und eine Frage der Prioritäten. NLP Practitioner Seite 7
8 "Widerstand" ist eine Aussage über uns, nicht über unsere Gesprächspartner. Es geht darum, das Feedback zu verstehen und konstruktiv in der Kommunikation zu nutzen. Die Energie fließt dahin, wo die Aufmerksamkeit fokussiert ist. Unsere Gefühle regulieren wir selbst. Wir bestimmen die Art unseres Erlebens und die damit verbundenen emotionalen Zustände selbst. Aus dieser Position heraus besteht die Möglichkeit, die eigenen emotionalen Zustände aktiv zu beeinflussen und zu steuern. Verhalten Körper Zustand Seele Denken Geist NLP Kuchen NLP Practitioner Seite 8
9 PHYSIOLOGIE UND KALIBRIEREN Physiologie Das nonverbale äußere Verhalten, das mit einem inneren Zustand verbunden ist und diesen ausdrückt, wird im NLP Physiologie genannt. Physiologien, die mit einem Problemzustand verknüpft sind, heißen dann Problemphysiologien, entsprechend gibt es Ziel- oder Ressourcenphysiologien, Misch- und Versöhnungsphysiologien. Kalibrieren Kalibrieren (calibrate: eichen, sich einstellen auf jemanden) ist die Fähigkeit, nonverbales Feedback wahrzunehmen und mit dem internen Zustand eines Menschen zu assoziieren. Das Kalibrieren wird daher auch als Lesen der Physiologie" bezeichnet und von vielen als die Schlüsselfähigkeit oder Kernkompetenz im NLP bezeichnet. Meist kalibrieren wir unbewusst: noch bevor der andere zu sprechen beginnt, wissen wir, was seine Antwort auf unsere Frage ist. Das Ja" oder Nein" ist nur der allerletzte Schritt seines Denkprozesses. Körper, Geist und Sprache bilden eine Einheit. NLP Practitioner Seite 9
10 Kalibrieren Übung Ziel: Die sensorische Unterscheidungsfähigkeit steigern. Unterschiedliche Physiologien erkennen. Phase 1 1. A wählt einen Menschen aus, der ihr/ihm sympathisch ist, und gibt ein Zeichen, wenn sie/er an diesen Menschen denkt. (A nennt weder den Namen, noch beschreibt er den Menschen.) 2. B beobachtet währenddessen die kleinen Veränderungen in Atem, Haltung, Gesichtsausdruck usw. bei A. 3. A wählt einen Menschen, den sie/er nicht leiden kann und gibt wieder ein Zeichen, wenn sie/er an diesen Menschen denkt. 4. B kalibriert sich wieder auf das sensorische Feedback von A. Phase 2 5. B stellt A eine Reihe vergleichender Fragen, z.b. Welche von beiden ist größer? Welche wirkt heiterer? Welche hat dunkleres Haar? Welche wohnt weiter weg? Welche ist älter? Welche ist reicher? Welche hat dunklere Augen? Welche hat eine tiefere Stimme? usw. 6. A antwortet nicht verbal, sondern denkt an die jeweilige Person. 7. B und C beobachten die sensorische Antwort von A und notieren bei jeder Frage, an wen A ihrer Meinung nach denkt. Dann Vermutungen mit den Antworten von A vergleichen. Anschließend die Rollen tauschen. NLP Practitioner Seite 10
11 Wahrnehmung oder Interpretation? Übung Ziel: Unterscheiden zwischen Gedankenlesen (Interpretationen) und sensorischer Wahrnehmung Aufgabe: Bezeichne die Sätze, die sinnesspezifische Aussagen beinhalten. 1. Ich wusste, sein Herz schlug wie verrückt. O 2. Während sie mir zuhörte, war ihre Atmung flach. O 3. Als er aus der Sitzung kam, hatte er einen eiskalten Ausdruck im Gesicht. O 4. Ihre Handflächen waren ganz verschwitzt. O 5. Er ist voll in seine Gedanken vertieft. O 6. Nach dem Lesen des Briefes war sie erleichtert. O 7. Er sprach immer schneller und schneller. O 8. Sie erblasste, als der Chef hereinkam. O 9. Erleichterung war auf seinem Gesicht geschrieben. O 10. Ich bemerkte einen traurigen Ausdruck auf seinem Gesicht. O 11. Ihre Verantwortung erdrückte sie. O 12. Er macht einen hilflosen Eindruck. O 13. Sie sah während der Präsentation erwartungsvoll aus. O 14. Seine Augen waren weit geöffnet. O 15. Sie sah glücklich aus. O NLP Practitioner Seite 11
12 RAPPORT Grundlage und Herzstück jeder Kommunikation und Veränderungsarbeit ist ein Phänomen, das NLP Rapport nennt. Der Begriff wurde der Hypnotherapie entnommen und bezeichnet dort das intensive Aufeinanderbezogensein in der Beziehung zwischen Hypnotiseur und seinem Gegenüber. In Rapport sein heißt, in guter wechselseitiger Beziehung mit dem Gegenüber stehen. Die Kommunikation scheint zu fließen, wenn zwei Menschen in Rapport sind; sowohl ihre Körper als auch ihre Worte sind aufeinander abgestimmt. Das, was wir sagen, kann Rapport herstellen oder zerstören. Wichtiger noch als Inhalt sind Körpersprache und Tonart. Menschen, die in Rapport miteinander sind, tendieren dazu, sich gegenseitig in Körperhaltung, Gestik und Augenkontakt anzugleichen. Es ist wie ein Tanz, bei dem die Partner aufeinander reagieren und gegenseitig mit ihrer eigenen Bewegung die Bewegung des anderen spiegeln. Sie lassen sich auf einen Tanz von wechselseitiger Verständigungsbereitschaft ein. Jeder Mensch hat natürliche Rapportfähigkeiten, die er täglich nutzt. Wenn wir diese Rapportfähigkeiten bewusst verfeinern und uns darin üben, unsere Körpersprache und Tonqualität dem Gesprächspartner anzupassen, können wir recht schnell mit Menschen Rapport bekommen. Rapport baut eine Brücke zwischen unserem Weltbild und dem der anderen Person. Matching ist kein übertriebenes Nachahmen, kein Nachäffen. Wirkungsvolles Matching geschieht durch ein subtiles respektvolles und einfühlsames Anpassen. Dies wiederum setzt eine Schulung der sensorischen Wahrnehmungsfähigkeit voraus. Rapport ist der Gesamtzusammenhang, der die verbale Botschaft umgibt. Die Bedeutung einer Mitteilung zeigt sich an der Reaktion, die man bekommt. Das Herstellen von Rapport ist die Fähigkeit, Reaktionen hervorzurufen. NLP Practitioner Seite 12
13 PACING UND LEADING "Wer erfolgreich führen möchte, muss zuvor einen gemeinsamen Schwingungszustand herstellen" pacing: den Gesprächspartner auf seinem Pfad, in seinem Schritt und in seiner Geschwindigkeit begleiten leading: den Gesprächspartner im Gespräch führen Rapport ermöglicht, eine Brücke zu einer anderen Person aufzubauen. Wenn diese gute Beziehung vorhanden ist, kannst du beginnen, dein Verhalten zu verändern. Wenn wirklich Rapport besteht, wird dir der andere wahrscheinlich folgen. Du kannst beginnen, deinem Gesprächspartner zu helfen, problematisches Erleben zu verändern oder ihn in einen anderen Zustand zu führen. Ohne Rapport wird Führen nicht funktionieren. Man kann jemanden erst über eine Brücke führen, wenn sie gebaut ist! NLP Practitioner Seite 13
14 Nonverbal Rapport aufbauen Übung Ziel: Lernen, durch Nachahmung von Körperhaltung, Gesten, Gesichtsausdruck, Augenbewegungen usw. Rapport aufzubauen. 1. A erzählt 3-5 Minuten über ein neutrales oder positives Ereignis. 2. B paced eines oder mehrere der oben angeführten Merkmale, spiegelt also nonverbal. 3. C beobachtet und überprüft, ob Rapport hergestellt ist. Die Rollen tauschen. Verbal Rapport aufbauen Ziel: Durch Nachahmung von Tonfall, Sprechtempo, Klangfarbe, Intonation, Wortbetonung und Wortwahl Rapport aufbauen. 1. A sagt einen Satz. 2. B wiederholt den Satz, wobei er Tonfall, Sprechtempo, Klangfarbe, Intonation, Betonung und Wortwahl nachahmt, bis C signalisiert, dass die Nachahmung gelungen ist. 3. A sagt drei Sätze hintereinander, die B wiederholt. Die Rollen tauschen. NLP Practitioner Seite 14
15 ASSOZIATION UND DISSOZIATION Inneres Erleben empfinden wir entweder assoziiert (wir befinden uns mitten in der Situation) oder dissoziiert (wir sehen uns von außen, wie wir in der Situation sind). Erleben wir eine Vorstellung assoziiert, so sind unser Empfinden und die Intensität größer, umgekehrt schwächt Dissoziation dies ab. Stelle dir vor, du stehst auf einem Rummelplatz in einiger Entfernung von einer Achterbahn. Du siehst von außen die Menschen, die in ihren Wagen um Kurven und durch Loopings sausen. Vielleicht hörst du auch etwas von ihrem Juchzen und Jauchzen. Nun stelle dir vor, du selbst sitzt in der Achterbahn, die sich gerade nach oben bewegt und jetzt plötzlich in einem atemberaubenden Tempo noch unten saust. Vielleicht spürst du das merkwürdige Gefühl in der Magengegend, den Wind in deinem Gesicht, hörst deine Stimme... Wie du wahrscheinlich wahrgenommen hast, existieren beträchtliche Unterschiede zwischen beiden Erlebensweisen. Dissoziiertes Erleben beschränkt sich meist auf Sehen und Hören, während sich zum assoziierten Zustand die Dimension des gefühlsmäßigen Erlebens hinzugesellt. Jede Wahrnehmungsweise liefert daher unterschiedliche Informationen. NLP Practitioner Seite 15
16 WAHRHEHMUNGSPOSITIONEN Im Mittelpunkt aller Gespräche steht die Beziehung. Eines der vielen NLP - Modelle, diese Beziehung zu reflektieren und zu gestalten, ist das Konzept der Wahrnehmungspositionen. Ein Element darin ist der Wechsel zwischen assoziiert (mitten im Erleben drin) und dissoziiert (wie von außen wahrnehmen). Wir können jedoch nicht nur uns selbst assoziiert erleben, sondern sind in der Lage, uns auch in andere Menschen mit all den dazugehörigen Gefühlen hineinzuversetzen". Dies bildet eine der Grundvoraussetzungen für Empathie und Mitempfinden. Das Grundmodell der Wahrnehmungspositionen besteht daher aus drei unterschiedlichen Positionen (und kann um weitere ergänzt werden): ICH DU META Kommunikation und Beziehung können wir daher in erster Linie aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln wahrnehmen: aus der Perspektive des/der Beraterin (Ich-Position) die Perspektive des/der Gesprächspartnerin (Du-Position) aus einer Meta-Position, d.h. einer Perspektive, aus der wir die Beziehung überblicken. NLP Practitioner Seite 16
17 Ich-Position Ich erlebe mich voll assoziiert in meiner Rolle. Ich sehe und höre mein Gegenüber mit meinen Augen und Ohren. Ich kann meine Körperhaltung und meine Gefühle spüren. Ich weiß, wer ich bin. Mein Erleben ist unmittelbar: Denken, Handeln und Fühlen sind eins. In dieser Position erfahre ich mich selbst. Ich lerne meine Fähigkeiten, Glaubenssätze und Werte kennen. Ich spüre meine Muster auf und weiß zunehmend sowohl um meine Stärken als auch meine Schwächen. Um den Gesprächspartner gut begleiten zu können, ist es wichtig, die Fähigkeit zu entwickeln, mich in einem ressourcevollen Zustand halten zu können. Du-Position Ich erlebe mich voll assoziiert in der Rolle meines Gesprächspartners. Ich sehe und höre den Berater mit den Augen und Ohren des Gesprächspartners. Ich spüre seine Körperhaltung und Gefühle. Ich verfüge über Intuitionen über sein inneres Erleben. In dieser Position lerne ich das Modell seiner Welt kennen. Ich kann sein Denken, Fühlen und Handeln nachvollziehen und nachempfinden. Jedoch sind die Informationen aus dieser Position durch mein subjektives Erleben gefiltert. Ich erfahre nicht den Gesprächspartner selbst, sondern mein Bild von ihm. Um ihm nicht meine Wahrheit" überzustülpen, ist es wichtig, meine Hypothesen durch sinnesspezifische Wahrnehmung des realen Du" zu überprüfen. Meta-Position Ich dissoziiere mich vom Geschehen und nehme mich und mein Gegenüber von außen wahr. Ich sehe und höre deren Handlungen und Äußerungen, empfinde beiden gegenüber Neutralität und habe keinen Zugang zur Gefühlswelt von A und B. Von dieser Position aus überblicke ich das System, das Wir", das mehr ist als die Summe seiner Einzelelemente. Ich erkenne die Kommunikationsmuster und die Psychodynamik der Beziehung. Ich nehme wahr, über welche Ressourcen die Beziehung und die Einzelnen verfügen und welche eventuell noch fehlen. NLP Practitioner Seite 17
18 4 Landkarten - ein Gebiet Übung 1. Wähle eine Situation, in der du mit einer anderen Person eine "schwierige" Begegnung oder ein schwieriges Gespräch hattest. 2. Finde heraus, ob du die Situation assoziiert Selbst" (von dir selbst aus) oder dissoziiert als Beobachter" aus einer Meta-Position erlebst (du siehst dich selbst und die andere Person). 3. Versetze dich nun in die 1. Position (Selbst), als wäre sie jetzt gegenwärtig (VAKOG). Nimm die Situation aus deinen Augen wahr und sammle Informationen aus allen Sinneskanälen. Sprich in der 1. Person Präsens. 4. Versetze dich nun in die 2. Person (Andere). Nimm die Situation aus den Augen deines Gegenübers wahr und sammle Informationen aus allen Sinneskanälen (VAKOG). Sprich in der 1. Person Präsens. 5. Versetzte dich nun in die Position eines wohlwollenden, warmherzigen Beobachters, der dich und Dein Gegenüber beobachtet. Du hast die gesamte Erfahrung, das innere Erleben, die Gefühle beider Personen hier zugänglich. Sprich über die beiden Personen in der 3. Person Präsens. 6. Gehe nun in die Meta-Position, nimm erneut die beiden Personen sowie deren Beziehung zueinander wahr. Du sprichst wieder in der 3. Person Präsens, bist in dieser Position jedoch dissoziiert zu den Gefühlen beider Personen. 7. Gehe nun zurück in die erste Position, um festzustellen, wie sich durch Einnehmen unterschiedlicher Wahrnehmungspositionen die Situation verändert hat und welche Ressourcen dir in dieser Situation nützlich sein können. 8. Denke nun an eine ähnliche Situation, die sich in der Zukunft ereignen könnte, und versetze dich hinein. Nutze nun die neue Flexibilität bzw. Fähigkeit, sich leicht in den verschiedenen Wahrnehmungspositionen bewegen zu können. 9. Kehre mit den neuen Ressourcen aus der Zukunft ins Hier-und-Jetzt" zurück. Beobachter ICH DU Meta NLP Practitioner Seite 18
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