Paarungssysteme und Brutpflege
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- Edith Stieber
- vor 9 Jahren
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1 Paarungssysteme und Brutpflege Männchen haben das Potential, Nachkommen schneller zu zeugen als Weibchen diese hervorbringen können. Variationen der Paarungssysteme 1 1 Monogamie Polygynie Polyandrie Promiskuität 1 1
2 1. Monogamie: % und & bilden kurzfristig oder über einen längeren Zeitraum ein Paar. Häufig kümmern sich beide Geschlechter um Eier und Jungtiere. z.b. einige Fische, wenige Säugetiere, ca. 90% aller Vogelarten (einige Buntbarsche; Füchse, Schakale; Gänse, Insekten, Krebse, Knorpelfische, Eidechsen etc.) 2. Polygynie: %% paaren sich in einer Fortpflanzungsperiode mit mehr als einem &. In der Regel leisten die && die Brutpflege. z.b. die meisten Säugetiere, Kolibris, Rauhfußhühner, Calopteryx 3. Polyandrie: && paaren sich in einer Fortpflanzungsperiode mit mehr als einem %. Hier wird die Brutpflege überwiegend von %% übernommen. Vögel, z.b. Heckenbraunelle, Goldschnepfen, Steißhühner, Laufhühnchen; Grauer Mausmaki
3 4. Promiskuität: Sowohl %% als auch && verpaaren sich mehrfach mit verschiedenen Individuen = Mischung aus Polyandrie und Polygynie. Brutpflege kann von beiden Partnern betrieben werden. viele Primaten (Schimpansen), Blaumeise, Insekten, Haushuhn Für && sind Investitionen in Brutpflegeleistungen wichtiger als die Anzahl ihrer Fortpflanzungspartner. Für %% ist die Anzahl der Fortpflanzungspartnerinnen wichtiger als das Erbringen von Brutpflegeleistungen. Geschlechterkonflikt
4 Monogamie V.a. bei Vögel, hier auch lang anhaltende Partnerschaft, u.a. Schwäne, Gänse einige Seevögel (Albatross) Säugetiere, v.a. carnivore Arten: z.b. Wölfe, Graufuchs, Schakale, Kojote, Löffelhund, aber auch: Biber, Prärie-Wühlmaus,?Sattelrobbe, Ducker, Dikdiks, Klippspringer, Steinböckchen bei Primaten: z.b. Gibbons, Indris, Makis (Avahi, Phaner) Sakis (Pithecia), Bambuslemuren (Hapalemur aureus), Zwergseidenäffchen (Mico), Springaffen (Callicebus)
5 Kooperative Monogamie Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungen wiegt den Verlust von Paarungsgelegenheiten auf. Clown-Garnele (Hymenocera picta) Keine Elternfürsorge! L keine kooperative Monogamie! Weibchenkontroll-Monogamie-Hypothese besser: mate guarding hypothesis (Partnerbewachung)
6 EPC's - Extra-Pair copulations Blaumeisen 11-14% Kohlmeisen 5-9% Profit für : 1) können mehr Nachwuchs produzieren 2) Nachwuchs wird in weiterer Umgebung verstreut Nachteil für monogame : ziehen Jungen eines Konkurrenten auf Profit für : 1) "Fertilitätsversicherung" [Hypothese] 2) Genetische Variabilität (Inzuchtvermeidung) 3) Reduzierung eines Infantizid-Risikos a) Suche nach "guten" Genen; z.b. stärkerer Körperbau, erhöhte Vitalität, bessere Abwehr v. Parasiten/Krankheitserreger, höhere Attraktivität als Paarungspartner bessere Konkurrenzfähigkeit Qualitätsanzeige durch optische, akustische und olfaktorische Ornamente (= Indikatoren der genetischen Qualität) b) Heterozygosität: Kombination des genetischen Materials beider Eltern Außerpaarlich gezeugte Junge sind i.d.r. stärker heterozygot erhöhte Fitness
7 L Polygynie scharfe Konkurrenz der Männchen um Paarungschancen Polygynes kümmert sich nicht um Nachwuchs Nur ein Teil der kommt zur Fortpflanzung Haremsstrukturen Hanumanlangur Guereza
8 Mehrere Männchen verteidigen einen Harem: z.b. Rote Stummelaffen (Procolobus badius), Schimpansen, Löwen, Mantelpaviane (Papio hamadryas) L können Harem länger halten Verteidigung ökonomischer
9 1. Tägliche Wanderbewegungen der && sind vorhersagbar Leierantilope Grevy-Zebra Ellipsen-Wasserbock Kaffernbüffel
10 2. Tägliche Wanderbewegungen der && sind nicht vorhersagbar Dickhornschaf Afrikanischer Elefant
11 a) Saisonale Harems Fortpflanzungserfolg, abhängig von: Größe des Harems Dauer der Verteidigung Rothirsch wiederum abhängig von: Nördl. See-Elefant Körpergröße Kampffähigkeiten
12 b) Beständige Harems Mantelpavian Blutbrustpavian Bergzebra Steppenzebra
13 Leks = Balzarena Eine Besonderheit polygyner Paarungssysteme
14 Leks sind für etwa 35 Vogelarten belegt: u.a. Birkhuhn, Kampfläufer, Großtrappe, Limikolen, Kolibris Paradiesvögel bei Säugetieren: u.a. Walroß, Flughunde, Damhirsch, Uganda-Kob sowie Frösche - Fische - Insekten Zwischenlösungen: Uganda-Kob, Topi, Damhirsch hohe Pop.dichte niedrige Pop.dichte Leks Territ./Harem
15 Warum schließen sich %% überhaupt in Leks zusammen? 4 Hypothesen 1. %% aggregieren an Aktivitätszentren ( hot-spots ) 2. Raubfeind-Vermeidung Tungarafrosch Engystomops pustulosus "female-preference model": auch begeben sich in Gefahr; dies ist verringert bei simultaner "Begutachtung" der
16 3. %% aggregieren, um && besser anzulocken (="hot-shot model") fühlen sich von attraktiven angezogen = synergistische Wirkung der Balz - gemeinsame Stimulation der && - für && könnte gemeinsame Balz attraktiver sein Tungarafrosch Engystomops pustulosus
17 4. %% aggregieren, weil && bestimmte Orte oder Männchen-Ansammlungen für Paarungen bevorzugen Polygynie-Schwellen-Modell Überschreitet der Unterschied in der Revierqualität die Polygynieschwelle, profitiert ein & mehr davon, die polygyne anstatt der monogamen Situation zu wählen. Drosselrohrsänger
18 nur 1 zwei
19 Polyandrie Heckenbraunelle Variable Paarungssysteme: Monogamie Polygynie - Polyandrie
20 Polyandrie Blatthühnchen (Jacana jacana) Ressourcenverteidigungs-Polyandrie konkurrieren um Territorien, in denen sie mit mehreren leben Drosseluferläufer (Actitis macularia) Gelege auf 4 Eier beschränkt desertieren der erhöht Fortpflanzungserfolg Polyandrie bei Primaten: oft Zwillingsgeburten (Krallenaffen) Vorteile von Polyandrie für???
21 Inzuchtvermeidung Promiskuität Versorgung des Nachwuchses mit guten Genen 1. Mittelmeerfeldgrille Paarungen der Weibchen mit verwandten bzw. nicht verwandten Männchen Schlüpfrate Larven: ~ 35% Schlüpfrate Larven: > 50% 2. Blaumeise eigentlich monogam; gelegentliche Seitensprünge Jungvögel haben bessere Überlebenschancen im ersten Winter
22 3. Hühnerhof jedes Huhn paart sich mit jedem Hahn Faktoren: Sexappeal der Henne + Zahl der Rivalen (bei den Männchen) Huhn ohne weitere Bewerber: wenig Sperma; bei Konkurrenz: Höchstmenge! kommen fremde Hennen neu hinzu: mehr Sperma wird abgegeben! Huhn mit schönstem Kamm größtes Eigelb viel Sperma = Spermienkonkurrenz - mehr Spermien - größere Hoden Aber: nicht allein die Menge macht s, sondern die Geschwindigkeit die Größe des Mittelstücks eines Spermiums ist entscheidend!
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