Trendreport 1. Schnitt 2016
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- Joseph Morgenstern
- vor 9 Jahren
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1 Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen mit Landwirtschaftsschule Fachzentrum Rinderhaltung Pfarrkirchen Trendreport 1. Schnitt 2016 Aufwuchsmonitoring Ndby Passendes Wetter für den 1. Schnitt 2016 nutzen! ( ) Seite 1 von 10
2 Inhaltsverzeichnis 1. In Gunstlagen wär s silierreif (gewesen)! Silo s fast leer? Dann muss das Neue (zu)früh geöffnet werden!... 9 Seite 2 von 10
3 1. In Gunstlagen wär s silierreif (gewesen)! Mittlerweile ist bereits der 3. Mähtermin (am ) gewesen. Die kühle - kalte Witterung hat das Wachstum eingebremst. Aber nichts desto trotz, es steht z.t. genügend draußen! Einige Landwirte haben die schönen Tage um den 21. April genutzt (wie man am Titelbild sehen konnte) und den ersten Schnitt eingefahren. Erste Stimmen dazu berichten von guten Erträgen! Die Qualitäten schauen nicht schlecht aus. Aber für eine sichere Aussage sind erst wenige Untersuchungsergebnisse da. Die erzielten Anwelkgrade der Silagen wo Ergebnisse vorliegen sind gut, es wurden kaum feuchte Silagen eingefahren. Genaueres zu sagen, wäre aber verfrüht. Am Rottaler Standort schien die Witterung das Wachstum doch etwas auszubremsen. Aber immerhin wurden dort am 18. April 27 dt und am 25. April knapp 30 dt TM / ha ermittelt! Abbildung 1: Ertragsverlauf Aufwuchsmonitoring im Rottal Am Straubinger Standort wurden 26 dt (am 18. April) und ca. 33 dt TM / ha (am 25. April) gemessen! Sehr hohe Werte! Aber man muss fairerweise sagen, dass es sich dort um einen sehr guten, dichten, weidelgrasreichen Bestand handelt! Auf weniger günstigen Lagen in Straubing (z.b. Nordhänge) oder bei schlechteren Grünlandnarben steht deutlich weniger! Aber man sieht, auch in Straubing kann das Grünland hohe Leistungen bringen! Von daher ist es ganz wichtig: Kontrollieren Sie Ihre eigenen Bestände! Inhaltsstoffergebnisse vom liegen aktuell leider noch nicht vor! Somit können nur die Werte vom im weiteren beurteilt werden. Seite 3 von 10
4 Inhaltsstoffe im Aufwuchs am Standort im Lkr. Straubing (Tabelle 1): Tabelle 1: die wichtigsten Inhaltsstoffe am Straubinger Standort Inhaltsstoffe in g / kg TM Datum MJ NEL g XP g nxp g XF g ADF g Zucker mg Nitrat , , Der Eiweißgehalt ist mit gut 23 % immer noch sehr gut! Die Nitratgehalte lagen bisher auf einem leicht erhöhten Niveau, welches aus Sicht der Fütterung noch keine allzu großen Bedenken macht. Was natürlich in Ihrem Aufwuchs drin ist, dass kann was ganz anderes sein! Der Energiegehalt ist mit 6,70 MJ NEL / kg TM noch in einem ordentlichen Bereich. Bei normal gutem Silierprozess dürfte in der Silage noch mit ca. 6,4 6,5 MJ NEL / kg TM gerechnet werden, dass sollte aber im 1. Schnitt auch drin sein, also in Gunstlagen nicht mehr allzu lange warten. Erwartungsgemäß legten die Faserwerte Rohfaser und ADF zu. Der Zuckergehalt ist mit 54 g etwas besser als beim ersten Termin. Aber immer noch rel. knapp für eine gute Silierung. Wie sieht es nun im Rottal aus? Abbildung 2: Verlauf der Energiegehalte im Aufwuchs am Standort Rottal Auch im Rottal wurden noch knapp 6,7 MJ NEL / kg TM gefunden. Ähnlich wie in Straubing stieg der ADF Gehalt um ca. 20 g / kg TM an. Wie man in Abbildung 3 sehen kann, ergab sich in den Vorjahren ein rel. ähnliches Bild. Die Tatsache, dass die ADF Werte 2016 höher liegen als in den vergleichbaren Vorjahresterminen, bleibt bestehen. Seite 4 von 10
5 Abbildung 3: Verlauf der ADF-Gehalte im Aufwuchs am Standort Rottal Bei der Rohfaser sieht es ähnlich aus. Der Eiweißgehalt ist sogar leicht angestiegen und liegt bei guten 25 %. Werden diese Werte in den Silagen realisiert, dann müsste man dann doch etwas Eiweißfutter sparen können. Bei der aktuellen Lage sicher kein Nachteil. Abbildung 4: Verlauf der Rohproteingehalte im Aufwuchs am Standort Rottal Seite 5 von 10
6 Wehmutstropfen dabei, der Nitratgehalt. Mittlerweile sind ja zumindest von den ersten beiden Terminen die Ergebnisse da. Abbildung 5: Verlauf des Nitratgehalt im Aufwuchs am Standort Rottal Der rel. hohe Wert vom 11. April wurde die Woche drauf deutlich überboten! Es wurden gut mg Nitrat / kg TM gemessen! Als Grenzwert in der Gesamtration werden mg Nitrat / kg TM angegeben. Bei realistischer Betrachtung ergibt sich folgende Situation: Beim Silierprozess werden ca % des Nitrat s umgebaut und stellen dann kein Problem mehr da. Sprich es dürften vielleicht noch mg Nitrat drin sein. Eine Untersuchung der silierten Probe gibt darüber Sicherheit. Nebenbei, dieses beim Silieren umgewandelte Nitrat ist im Prinzip nicht mal schlecht, denn dadurch werden Gärschädlinge v.a Clostridien = Buttersäurebakterien besonders am Beginn des Silierprozesses in Schach gehalten und somit wird die Bildung von Buttersäure verhindert. Wird dann diese Silage, wie bei uns meist üblich so im Verhältnis 1 : 1 mit Maissilage verfüttert, verdünnt sich i.d.r. der Nitratgehalt weiter. Dann wird meist ja auch noch Kraftfutter gefüttert und es kommt zu einer weiteren Verdünnung. Somit dürfte die Grenze von mg / kg TM nicht erreicht werden. ABER: Egal wieviel Nitrat drin ist, es belastet immer mehr oder weniger das Tier. Geringe Mengen kann das Rind durch den Pansen leicht verkraften. Der dadurch aufgenommen Stickstoff wird mit Hilfe der Pansenbakterien auch zu Bakterieneiweiß und dann zu Milcheiweiß aufgebaut. Aber wenn der Pansen nicht funktioniert und vielleicht auch noch die Leber angegriffen oder überlastet ist, dann treten Problem bereits viel früher auf. Also Augen auf! Die Aussagen, dass u.u. mit Nitrat zu rechen sei, im letzten Trendreport, hatte leider für etwas Verwirrung gesorgt. Dies sollte nur ein Hinweis sein, dass man an eine Untersuchugn denken sollte. Das man den Schnittzeitpunkt deswegen aber verschieben sollte, hieß es nicht! Weil was hätte das bringen sollen? Je nach Witterung kanns sogar sein (hat man ja nun gesehen), Seite 6 von 10
7 dass der Gehalt sogar ansteigt. Wichtiger ist, zu wissen was drin ist um dann entsprechend reagieren zu können. Der Zuckergehalt entwickelte sich leider wie zu erwarten, ging auf noch knapp 60 g zurück. Für eine ordentliche Silierung eigentlich zu wenig. Da aber am Probenahmetag und die Tage darauf dann doch die Sonne rauskam, könnten sich die Werte in der Woche wieder verbessert haben und Silagen, die um den 21. April geerntet wurden, müssten funktioniert haben. Für den sind die Aussichten aber eher schlecht. Das kurze Erntefenster, dass sich Ende April öffnet, dürfte auch nicht wirklich mit guten Zuckerwerten aufwarten. Der Einsatz von Siliermitteln sollte angedacht werden. Abbildung 6: Verlauf des Zuckergehaltes im Aufwuchs am Standort Rottal Fütterungstechnisch dürfte zumindest nach aktuellem Stand der 1. Schnitt 2016 hinsichtlich zuviel Zucker kein Problem darstellen. Aber schau ma mal! Übrigens, so richtig was machen gegen zuviel Zucker, könnte man jetzt auch kaum mehr was. Wichtig ist zu wissen, wieviel drin ist und dann in der Fütterung dementsprechend reagieren! Sprich die Kraftfuttermengen und die Zusammensetzung anpassen, wenn möglich die Siegen mit den hohen Zuckergehalten verschneiden. Seite 7 von 10
8 Fazit: Viele Bestände hätten in der letzten Schönwetterperiode gemäht werden sollen. Gerade die weidelgrasreichen Bestände lagern z.t. schon sehr stark (Siehe Bild 1). Das Mähen geht schlechter und die Gefahr besteht bzw. es geht bereits los, dass die unteren Blätter gelb werden und im Weiteren dann sogar verfaulen. Der Futterwert, v.a. der Energiegehalt sinkt. Bild 1: Liegender Grünlandbestand Weidelgraslastig! Es kam was man befürchtet hatte: Entweder man mähte sehr früh so um den 21. April (z.t. könnte man meinen zu früh) oder man darf 2 Wochen warten, weil schlechtes Wetter kommt und man erntet altes Futter! Aktuell sind wir aber noch nicht überall ganz so weit, wenn auch wie in Bild 2 der Löwenzahn z.t. schon verblüht ist (aufgenommen am in Passau). Bild 2: Löwenzahn teilweise schon verblüht Seite 8 von 10
9 Bei nächster passender Witterung sollte man s dann halt packen. Dieses Wochenende könnt s beim ein oder anderen gehen. Aber bei aller Liebe für hohe Inhaltsstoffe, das Wetter sollte schon einigermaßen passen, denn eine schlechte Gärqualität sollte man nicht unterschätzen! Je nach Region gabs doch etwas mehr Regen und somit könnte auch die Befahrbarkeit der Flächen dürftig sein. Dies erhöht die Gefahr der Futterverschmutzung und kann zu Bodenverdichtungen führen. Kontrollieren Sie IHRE Flächen und Bestände! Aufgrund der Witterung der letzten Tage ist aber davon auszugehen, dass die Silierung etwas schwierig werden könnte: Der Zuckergehalt im Aufwuchs wird rel. gering sein (auch wenn gestern spätnachmittags und heute die Sonne rauskam) Der Besatz an Milchsäurebakterien wird knapp sein In solchen Fällen sind Siliermitteln anzuraten! Aber Vorsicht, Mittel die rein den Gärverlauf verbessern, neigen dazu, dass beim anschließenden Füttern sich die Silagen erwärmen! Sollte es aber so weit kommen, dass man eher altes Futter ernten muss, dann denken Sie bitte an die Hinweise, die im letzten Trendreport (4. Beim Einsilieren ans Verfüttern denken!) stehen. Es sollte so siliert werden, dass man noch einen jungen Schnitt mal drüber silieren kann und nicht diesen Schnitt pur den Milchkühen mal füttern muss. Ähnliches ist ja bereits 2015 passiert und man merkte es dann doch in der Milchleistung. 2. Silo s fast leer? Dann muss das Neue (zu)früh geöffnet werden! Die Trockenheit 2015 führte doch beim ein oder anderen zu eher knappen Futtervorräten. Dies heißt, die 1. Schnitte 2016 werden oft nicht mind. 6 Wochen (besser wäre Wochen) zugelassen, sondern z.t. sofort verfüttert. Ist dies der Fall, dann sollte man bereits bei der Ernte an folgendes Denken: Wird das Silo zu früh geöffnet, besteht die Gefahr der Nacherwärmung und / oder von vermehrtem Schimmelpilzbefall. Was kann man aber nun machen um Futterwert und Gärqualität zu erhalten? Zwei getrennte Silos befüllen Das Futter, welches man für die nächsten 6 8 Wochen braucht gesondert einsilieren, durch eine geringere Füllhöhe ist auf ausreichenden Vorschub (am besten 3 m / Woche) zu achten (bei sehr breiten Silo s vielleicht nicht die volle Breite ausnutzen um so den Vorschub zu erhöhen). Am besten vorher mit farbigen Markierungen an der Silowand max. Füllhöhe anzeigen! Restliches Futter ganz normal einsilieren und ausreichend lange zulassen, dass dann das restliche Futter mit einer ausreichenden Gärdauer silieren kann. Ballensilage für 6 8 Wochen Grundsätzlich möglich, Problem des Vorschubes wäre gelöst Arbeitswirtschaftlich nicht bei jedem Betrieb ein Vorteil, kostenmäßig sind Rundballen auch als eher ungünstig zu werten. Aber bei reduzierten bzw. verhinderten Futterverlusten sicher wirtschaftlich! Siliermitteleinsatz Siliermittel können keine Fehler im Siliermanagement ausbügeln, aber sie können helfen Vor dem Einsatz ist aber wichtig sich über das Ziel im Klaren zu sein! Danach richtet sich dann die Mittelauswahl Seite 9 von 10
10 Muss ein Silo zu früh geöffnet werden, besteht immer die Gefahr, dass zum einen das Futter gar nicht richtig durchsiliert und zum anderen beim Öffnen sehr leicht warm wird (ist z.t. auf das nicht durchsilieren zurückzuführen, aber nicht nur!!) Hauptproblem ist die Nacherwärmung und um diese zu vermeiden sind Siliermittel der DLG Wirkrichtung 2 (Verbesserung der aeroben Stabilität = Verhinderung der Nacherwärmung) die Mittel der Wahl. Hier gibt es 2 Gruppen : Chemische oder biologische (=heterofermentative Milchsäurebakterien) Biologische Mittel = hetereofermentative Milchsäurebakterien Die Wirkung gegen Nacherwärmung beruht auf der Bildung von Essigsäure. Dies geschieht aber erst so ca. 6 8 Wochen nach Beginn des Silierprozesses. Kann dies nicht eingehalten werden, scheiden diese Mittel aus! Chemische Siliermittel Diese wirken mehr oder weniger sofort nach der Anwendung und somit auch in Silagen, die zu früh bzw. sofort geöffnet werden müssen. Diese Mittel auf der Basis von Propion-, Benzoe- oder Sorbinsäure unterdrücken die Vermehrung von Hefepilzen. Die entsprechenden Salze dieser Säuren (Propionat, Benzoat bzw. Sorbat) sind deutlich weniger korrosiv und daher anwenderfreundlicher Grünfütterung Grundsätzlich eine Möglichkeit, aber scheidet in aller Regel aus arbeitswirtschaftlichen Gründen aus Egal was man macht, wichtig wäre, dass man sich Gedanken macht, wie solche Situationen in Zukunft vermieden werden können. Nach Extremjahren wie 2015 ist es keine Schande mit knappen Futtervorräten aus dem Winter zu kommen. Aber leider starten viele Betriebe auch nach guten Jahren mit leeren Silos ins Frühjahr! Das darf nicht sein. Hier ist die Futterplanung unbedingt zu hinterfragen! In Anbetracht der letzten Jahre ein immer wichtigerer Aspekt! Ihr Fachzentrum Rinderhaltung in Pfarrkirchen Angela Dunst, Johannes Mautner und Florian Scharf Impressum: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen Fachzentrum für Rinderhaltung Lärchenweg 12, Pfarrkirchen Tel.: Fax.: [email protected] Seite 10 von 10
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