Mit Stempel und Unterschrift
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- Eugen Siegel
- vor 9 Jahren
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1 Mit Stempel und Unterschrift Dokumente zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus E i n e d i g i t a l e We r k s t a t t f ü r Q u e l l e n i n terpretation Lehrmaterial 6 Dokumente Arbeitsblätter Kommentare Angeworben zur Zwangsarbeit, 9 Staatsangehörigkeit: ungeklärt - Ostarbeiterin, 9 Mit Foto und Fingerabdruck, 9 Schleifen für den Endsieg, 9 Zum Stellungsbau in Norwegen, 9 6 Mit 6 Jahren bei Olympia in Erfurt, 9 7 Nach der Sperrstunde, 9 8 Als Pferdeknecht in Niedersachsen, 9 9 Ohne P auf der Dorfstraße, 9 0 Ausgang in Wuppertal, 9 Familie ohne Ernährer, 9 Einsatzfähig oder Rückführung? 9 Grund der Rückkehr: Krankheit, 9 Briefe als Privileg, 9 Ich arbeite beim Bau von Holzbaracken, 9 6 Schreibt bitte viel, 90 7 Unter falschem Namen, 9 8 Aus der Sippenhaft entlassen, 9 9 Von der Nummer zum Namen, 9 0 Geboren im KZ, 96 Befreit und verdächtigt, 9 Mit entnazifiziertem Stempel, 97 Ich weiß und kann bezeugen, dass..., 000 Fragen an eine Romni, 96 Nach Flucht ins Arbeitserziehungslager, 000 > 6 Versicherungspflicht als Raub, 00 7 Was ist ein Konzentrationslager? 99 8 Als Kleinkind im Ghetto, 00 9 Ohne Stempel und Unterschrift, 00 0 Ich kenne ein Dorf im Thüringer Land..., 9
2 Versicherungspflicht als Raub, 00 Dokumente / Originalgröße: 0 mm x 97 mm (DIN A)
3 Arbeitsblätter / Versicherungspflicht als Raub, 00 Notieren Sie in Ihren eigenen Worten, welche Informationen Sie diesem Brief aus dem Jahr 00 entnehmen können. Unterscheiden Sie zwischen Hinweisen und Erkenntnissen über die Zeit der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und über Informationen zum Jahr 00. Welche Verbindungen zwischen dem Jahr 9 und 00 sind für Sie erkennbar? Versuchen Sie, die Zusammenhänge genauer zu ergründen. Was bleibt Ihnen unverständlich? Welche Behörden und Abkürzungen sind Ihnen vielleicht noch unbekannt? Machen Sie eine Liste mit Ihren Fragen. Der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen hat eine lange Geschichte, die auch erklärt, warum sich u.a. viele ehemalige Zwangsarbeiter an dieses große Personen-Archiv gewandt haben. Stellte man alle Aktenbündel des Archivs nebeneinander, ergäbe das eine Strecke von 6 Kilometern. Versuchen Sie, die Entstehungsgeschichte und einige Details über die wechselnden Aufgaben des Suchdienstes in Bad Arolsen zu ermitteln. Wer erteilte nach dem Krieg den Auftrag, die Unterlagen der ehemaligen Zwangsarbeiter zentral zu sammeln? Nutzen Sie auch die Website des International Tracing Service. 6 Versuchen Sie zu klären, warum die Bestätigung für die AOK-Mitgliedschaft des Zwangsarbeiters Michajlo L. an den Internationalen Suchdienst geschickt wurde. Michajlo L. stammt aus dem Gebiet Wolhynien. Stellen Sie mit Hilfe von historischen Karten fest, zu welchen Ländern Wolhynien im 0. Jahrhundert gehörte. Welche Gründe und Folgen hatten diese häufigen Grenzverschiebungen?
4 Kommentare / Versicherungspflicht als Raub, 00 Warum waren Zwangsarbeiter pflichtversichert? Warum erhielt der Suchdienst die Bescheinigung? Warum war Versicherungspflicht ein Betrug? Für welche Zwecke sägte Michajlo L. Holz? Was wissen wir noch über Michajlo L.? Warum waren Zwangsarbeiter pflichtversichert? Ausländische Zivilarbeitskräfte, die im Reichsgebiet eingesetzt wurden, waren in der Regel bei der deutschen Sozialversicherung versicherungspflichtig. Sie mussten Beiträge zu allen Sozialversicherungszweigen abführen: Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dadurch wirkten die Arbeitsverhältnisse nach außen normal und rechtsförmig. Die Versicherungsbeiträge wurden automatisch vom Lohn abgezogen. Die Versicherungen und der nationalsozialistische Staat machten hohe Gewinne dabei. Warum erhielt der Suchdienst die Bescheinigung? Der ITS erhielt viele Anfragen von ehemaligen Zwangsarbeitern, denn es war bekannt, dass dieser Suchdienst seit Kriegsende auch die Unterlagen zu den ehemaligen Zwangsarbeitern gesammelt hatte. Meistens teilten die Zwangsarbeiter bei ihrer Anfrage mit, bei welcher Firma und an welchem Ort sie zur Arbeit eingesetzt worden waren. Davon ausgehend recherchierte der Suchdienst in den eigenen, auf Personen bezogenen Datensammlungen. Zusätzlich bat der Suchdienst die regionalen Krankenkassen um Mithilfe bei der Recherche nach amtlichen Nachweisen für die ehemaligen Zwangsarbeiter. Mit solchen Versicherungsbescheiden ließen sich zugleich auch die Arbeitgeber beglaubigen. Warum war die Versicherungspflicht ein Betrug? Die Arbeitslosenversicherung war Raub, denn Zwangsarbeiter sollten und konnten im Deutschen Reich gar nicht arbeitslos werden. Auch die Rentenversicherung wurde nur sehr selten wirksam. Obwohl die Zwangsarbeiter in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt hatten, lehnten die deutschen Versicherungen in der Regel Rentenforderungen ab. Außerdem fehlte oft ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und ihren Heimatstaaten. Auch die Krankenversicherung war praktisch Betrug. In den ersten Kriegsjahren wurden Zwangsarbeiter im schweren Krankheitsfall meist in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Die normale, durchaus vorhandene medizinische Versorgung für Zwangsarbeiter war meist von
5 Versicherungspflicht als Raub, 00 Kommentare / minderer Qualität. Zwangsarbeiter sollten schnell wieder arbeiten können, langfristige Gesundung spielte keine Rolle. Es gab jedoch auch viele Situationen, in denen ärztliche Hilfe vorsätzlich verweigert wurde und die verletzten und kranken Zwangsarbeiter sich zu Tode quälen mussten. Ein Häftlingssanitäter beschrieb nach dem Krieg die Situation im Krankenrevier des Arbeitserziehungslagers (AEL) Watenstedt: Wir fanden in den sogenannten Krankenstuben über 00 solcher Patienten, denen z.t. ganze Körperteile abgefault waren (...) In den unbehandelten Wunden der Häftlinge hatten sich bereits bei lebendigem Leibe Maden eingenistet! zitiert nach: Gabriele Lotfi, KZ der Gestapo, S. 0 Historiker schätzen, dass etwa Zwangsarbeiter, also etwa jeder zwanzigste, wegen vermeintlicher Bummelei oder wegen Sabotage- und Fluchtversuchen in Arbeitserziehungslager eingewiesen wurde. Die Stiftung EVZ und andere Stiftungen haben Sozialfonds gebildet, mit deren Hilfe die an den Folgen der Zwangsarbeit erkrankten Menschen in ihrer Heimat etwas besser betreut und medizinisch versorgt werden können. Für welche Zwecke sägte Michajlo L. Holz? Diese Fragen können wir nicht beantworten. Im Allgemeinen war die Verwendung von Holz im NS-Staat besonders in den letzten Kriegsjahren streng reguliert. Holz sollte wie viele andere Rohstoffe auch nur noch für Kriegszwecke verwendet werden. Holz war u.a. wichtiges Baumaterial für standardisierte, industriell vorgefertigte Baracken, die zum Beispiel in Zwangsarbeiterlagern errichtet wurden. Was wissen wir noch über Michajlo L.? Aus weiteren Unterlagen ist bekannt, dass Michajlo L. 9 geboren wurde. Mit 8 Jahren wurde er 9 aus Wolhynien zur Zwangsarbeit nach Meggen in Westfalen deportiert. Meggen gehört heute zur Gemeinde Lennestadt im Kreis Olpe/Westfalen. Er arbeitete zunächst in der Forstwirtschaft, spätestens ab Oktober 9 in dem Sägewerk der Gebrüder Patt in Flape. Untergebracht war er jeweils in einem Lager. Wolhyniens westlicher Teil gehörte bis 99 zu Polen, mit dem Hitler-Stalin-Pakt wurde ganz Wolhynien 99 sowjetisch. Nachdem das Gebiet zwischen 9 und 9 von den Deutschen besetzt worden war, gehörte es dann wieder zur Sowjetunion. Heute liegt das Gebiet im Nordwesten der Ukraine.
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