Amputation und Prothesenversorgung

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4 Amputation und Prothesenversorgung Indikationsstellung operative Technik Prothesenversorgung Funktionstraining Bernhard Greitemann, Lutz Brückner, Michael Schäfer, René Baumgartner Begründet von René Baumgartner Pierre Botta Mit Beiträgen von Oskar Christian Aszmann René Baumgartner Dieter Bellmann Siegmar Blumentritt Pierre Botta Lutz Brückner Tymoteusz Budny Rainer Eckhardt Olaf Gawron Georg Gosheger Bernhard Greitemann Bernd-Michael Harnoss Dominik Hoigné Helga Kaiser Willi Kaiser Birgit Karst Michael Köhler Gertrude Mensch Burkhard Möllenbeck Karsten Müller Christel Multerer Georg Neff Uwe Neumann Hildegunde Piza-Katzer Kurt Pohlig Stefan Salminger Michael Schäfer Clément Schneider Bernd Sibbel Michael Steen Thomas Weiss Claudia Winkler Andreas Zawatzky Hans Ziegenthaler 4., vollständig überarbeitete Auflage 1550 Abbildungen Georg Thieme Verlag Stuttgart New York

5 Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Wichtiger Hinweis: Wie jede Wissenschaft ist die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit in diesem Werk eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der Leser zwar darauf vertrauen, dass Autoren, Herausgeber und Verlag große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entspricht. Für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Verlag jedoch keine Gewähr übernommen werden. Jeder Benutzer ist angehalten, durch sorgfältige Prüfung der Beipackzettel der verwendeten Präparate und gegebenenfalls nach Konsultation eines Spezialisten festzustellen, ob die dort gegebene Empfehlung für Dosierungen oder die Beachtung von Kontraindikationen gegenüber der Angabe in diesem Buch abweicht. Eine solche Prüfung ist besonders wichtig bei selten verwendeten Präparaten oder solchen, die neu auf den Markt gebracht worden sind. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers. Autoren und Verlag appellieren an jeden Benutzer, ihm etwa auffallende Ungenauigkeiten dem Verlag mitzuteilen. Die 1. und 2. Auflage sind erschienen im Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart: Amputation und Prothesenversorgung der unteren Extremität 1. Auflage Auflage 1995 Amputation und Prothesenversorgung der oberen Extremität 1. Auflage 1997 Amputation und Prothesenversorgung 3. Auflage , 2016 Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstr Stuttgart Deutschland Printed in Germany Zeichnungen: Holger Vanselow, Stuttgart Emil Wolfgang Hanns, Schriesheim Umschlaggestaltung: Thieme Verlagsgruppe Umschlagfoto: Martina Berge, Stadtbergen Satz: Druckhaus Götz GmbH, Ludwigsburg gesetzt in 3B2, Version 9.1, Unicode Druck: Aprinta Druck GmbH, Wemding Geschützte Warennamen (Warenzeichen ) werden nicht immer besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt. Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen oder die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. ISBN Auch erhältlich als E-Book: eisbn (PDF) eisbn (epub)

6 Vorwort Der Baumgartner/Botta ist das Standardlehrbuch der Amputationschirurgie und Prothesenversorgung in Europa, wie die Erwähnung in zahlreichen internationalen Leitlinien und die weite Verbreitung unterstreicht. Ein Standardlehrbuch zu überarbeiten ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Der Baumgartner/Botta zeichnete sich immer durch die Prägnanz der Abbildungen und die zahlreichen Praxistipps der erfahrenen Autoren aus, aber auch durch den einzigartigen Schreibstil in einem Guss, mit Schweizer Charme. Durch neue Entwicklungen im Fach, besonders durch die geradezu explosionsartige Entwicklung der Prothetik war eine Neubearbeitung erforderlich. Wir haben daher sämtliche Kapitel detailliert überarbeitet und aktualisiert, neue Kapitel ergänzt. Neue Autoren, sämtlich die Experten auf ihren jeweiligen Gebieten, konnten gewonnen werden. Das Buch ist dadurch wieder hochaktuell und auf dem neuesten Stand. Die neuen Mitglieder des Herausgeberteams waren dabei froh, auf die Mitarbeit des bisherigen Hauptautors, Professor René Baumgartner bauen zu können. Einen Klassiker in einer solchen, neuen Konstellation grundlegend zu überarbeiten, ist für alle Beteiligten eine Herausforderung, die in diesem Fall aus unserer Sicht sehr gut gemeistert wurde. Hierfür danken wir ganz besonders dem Mitbegründer und bisherigen Herausgeber René Baumgartner. Wir sind sicher, dass diese Neuauflage den derzeit aktuellsten Stand im Fachgebiet widerspiegelt und hoffen, dass das Werk Ihnen als Leser Freude und Wissenszuwachs für die gemeinsame Betreuung unserer betroffenen Patienten bietet! Danken möchten wir an erster Stelle unseren Familien und Lebensgefährtinnen sowie unseren Arbeitgebern, die uns verständnisvoll die erforderliche Zeit gelassen haben. Besonderer Dank gebührt auch den Mitarbeitern des Thieme Verlags, an erster Stelle Frau Silvia Haller, die deutlich mehr war als die bewährte Kooperationspartnerin für dieses Werk, nämlich eine freundschaftlich verbundene Mitstreiterin. Danken möchten wir aber auch Frau Antje-Karen Richter und den anderen beteiligten Mitarbeitern des Verlages für die Unterstützung. Im Namen des Herausgeberteams Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann 5

7 Vorwort zur 3. Auflage Amputationschirurgie und Prothesenversorgung sind so alt wie die Menschheit. Die älteste bekannte, 3000 Jahre alte Zehenprothese an einer ägyptischen Mumie ist bestimmt nicht die erste. Ein Gliedmaßenverlust ist seit jeher für den oder die direkt Betroffenen zunächst eine Katastrophe, an der oberen Extremität stärker als an der unteren, von mehrfachen Amputationen gar nicht zu reden. Bei angeborenen Fehlbildungen sind paradoxerweise die Eltern die Patienten, nicht ihre Kinder. Wenn überhaupt, werden sie es erst viel später. Alle sehen sie sich vor Fragen gestellt, die selbst erfahrene Fachleute nicht beantworten können: Warum? Woher? Wie weiter? Hinzu gesellt sich das unterschwellige Gefühl, eine Amputation oder Fehlbildung sei eine Art von Bestrafung. In der Tat haben Amputationen als Strafmaßnahmen eine lange Tradition und werden da und dort heute noch praktiziert. Es ist verständlich, wenn das Bild zuerst beherrscht wird von Trauer und Wut. Bald jedoch folgen Wünsche und Erwartungen, das Ärgernis Amputation durch die Kunst der Wiederherstellungschirurgie oder aber durch die moderne Prothesentechnik ungeschehen zu machen. Die regelmäßig erscheinenden Sensationsberichte unterstützen diesen unerschütterlichen Glauben nach Kräften. Die Realität sieht anders aus. Was immer auch getan werden kann: Es wird nie mehr so sein wie früher. Kaum ein Gebiet der Medizin, in welchem Wunsch und Wirklichkeit derart weit auseinanderklaffen. Die Contergan-Kinder mit ihren schweren multiplen Fehlbildungen, die vor 40 Jahren mit größtem Aufwand versorgt wurden, haben ihre künstlichen Arme längst weggelegt, im Gegensatz zu den Orthoprothesen für ihre unteren Extremitäten. Nicht wenige tragen zudem die Monate und Jahre stationärer Prothesenversorgung und -trainings in denkbar schlechter Erinnerung, wie der weltberühmte Bariton Thomas Quasthoff in seinen Lebenserinnerungen sie schildert. Es ist aber zu einfach, hinterher über die Betroffenen und Beteiligten den Stab zu brechen. Alle waren schlicht überfordert. Daran hat sich im Grunde bis heute nichts geändert. Das Missverhältnis zwischen Stumpf und Prothese nimmt zu mit jedem Verlust an Länge. Nachuntersuchungen berichten übereinstimmend über die schlechte Akzeptanz von Prothesen nach körpernahen Amputationen an der oberen Extremität. Es wäre jedoch verfehlt, diese Tatsache der Prothesentechnik oder einem chronischen Mangel an Interesse am Thema und entsprechend an Forschungsgeldern in die Schuhe zu schieben. Es liegt vielmehr in der Natur der Sache, dass auch die aufwendigste Prothese den meilenweiten Abstand zum Vorbild bestenfalls ein wenig zu verringern, niemals jedoch zu schließen vermag. Wir sehen unsere faszinierende Aufgabe darin, den Schaden von Anfang an möglichst zu begrenzen. Die wichtigsten Weichen zur Rehabilitation werden mit der Wahl der Amputationshöhe gestellt und nicht erst bei der Wahl der Prothese. Diese Aufgabe stellt an den Operateur weit höhere Anforderungen, als ihm sein chirurgisches Geschick abverlangt. Eine ganze Anzahl Faktoren muss er berücksichtigen, die mit dem Lokalbefund rein nichts zu tun haben. Lässt sich eine Amputation tatsächlich nicht vermeiden, geht es zunächst darum, so peripher wie nur möglich einen schmerzfreien, belastbaren Stumpf zu schaffen und damit die Rehabilitationsaussichten entscheidend zu verbessern. Dieses Ziel lässt sich oft erst in mehreren Schritten erreichen. Eine ganze Reihe operativer Eingriffe zur Verbesserung der Stumpfqualität steht zur Verfügung. Die gesamte Palette der Hand-, der Gefäß-, der Tumor-, der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, aber auch der septischen und der Kriegschirurgie ist voll auszuschöpfen. Dazu gehören althergebrachte Methoden wie die Greifzange nach Krukenberg und die Kineplastik nach Sauerbruch, beide aus der Zeit des 1. Weltkrieges, so gut wie moderne mikrochirurgische Verfahren zur Replantation der abgetrennten Gliedmaße oder zum Transfer einer Zehe als Daumenersatz. Natürlich dürfen eigene Beiträge nicht fehlen, wie die sogenannte innere Amputation des Fußes, die Knieexartikulation und ihre Varianten, die gestielte Muskellappenplastik bei der Markraum- Osteitis von Femur und Tibia, die offene Mobilisation des Ellenbogens bei Kontrakturen nach Starkstromverbrennungen. Keine operative Technik, die nicht eine kritische Prüfung über sich ergehen lassen musste. Mitarbeiter ergänzen die Reihe mit der Umdrehplastik nach Borggreve van Nes, Verlängerungsostotomien an Stümpfen und plastisch-chirurgischen Verfahren. Alle diese operativen Indikationen sind von Anfang an abzuwägen gegen eine Prothesenversorgung, etwa wenn es gilt, dem Handstumpf einen Gegenhalt zu verschaffen. Allgemein geht es darum, um jeden Gewinn an Länge zu kämpfen. Knieexartikulierte mit ihrem endbelastbaren, kräftigen, langen Hebelarm gewinnen im Behindertensport die Goldmedaillen im Wettstreit mit den Oberschenkelamputierten, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Prothesentechnik hat sich danach zu richten und nicht umgekehrt. Inzwischen hat sie die Vorteile eines langen, birnenförmigen Stumpfes längst erkannt. Auch nur wenige Zentimeter dürfen nicht geopfert werden in der Vorstellung, die Technik wäre in der Lage, einen zumindest gleichwertigen Ersatz zu bieten. Letzten Endes geht es um ein unwiederbringliches, einmaliges Stück Leben und damit auch um ethische Fragen. Zum Slogan Life before Limb gehört unbedingt auch die Überlegung Limb is Life, too. Wem der unschöne Begriff Nachamputation fremd ist, der amputiert zu hoch und vergibt damit dem Patienten jede Chance, zum Beispiel sein Kniegelenk zu behalten und damit seine 6

8 Vorwort zur 3. Auflage künftige Lebensqualität signifikant zu erhöhen. Ein gewisses Risiko postoperativer Komplikationen ist dabei einzukalkulieren und von allen Beteiligten mitzutragen. Was hier vorgestellt wird, sind die praktischen Erfahrungen der Verfasser und ihrer Mitarbeiter. Alle versuchen sie so darzulegen, dass ein fachkundiger Leser sie auch nachvollziehen kann. Ungeübten erleichtern standardisierte operative Verfahren die Aufgabe. Raffinierte Techniken fordern die Könner heraus. Genau die gleiche Einstellung prägt die Kapitel über die Prothesenversorgung. So schwierig wie die Indikationsstellung zur Amputation ist auch die Antwort auf die Frage, mit welcher Art Prothese dem Amputierten denn am besten gedient sei. Die Auswahl reicht von der ultramodernen elektronisch gesteuerten Versorgung und der täuschend ähnlichen Nachbildung zu viel simpleren Lösungen. Dazu gehört auch der Verzicht auf jede Prothese, wenn damit dem Amputierten besser gedient ist. Zur Prothesenversorgung gehören Gehschulung und Prothesentraining, von Anfang an ausgerichtet auf Fähigkeiten und Fertigkeiten des Amputierten im Hinblick auf seine Rehabilitation im weitesten Sinne. Dabei dürfen die verschiedensten technischen Hilfsmittel nicht fehlen. Auch sie sind nur sinnvoll, wenn sie die Lebensqualität verbessern. Für den Amputierten und erst recht für ein Kind mit angeborenen Fehlbildungen hat die soziale Integration in Familie, Schule, Beruf und Sport den höchsten Stellenwert. Für erfolgreich, problemlos oder gar perfekt ist hier kein Platz. Es werden auch keine Quantensprünge geschlagen. Dafür hängen die Trauben so hoch wie nur möglich. Gesucht ist die am wenigsten schlechte Lösung, la solution la moins mauvaise, so viel eleganter auf Französisch. Das Buch kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Dazu würden nicht einmal zehn Bände ausreichen. Es ist sehr persönlich und damit auch subjektiv geschrieben. Das Literaturverzeichnis könnte stellenweise aus einem medizinischen Antiquariat stammen. Die neuere Literatur lässt sich vollständiger im Internet abrufen. Aus 3 mach 1: Dieses Buch ist ein Konzentrat aus 3 früheren Werken. Das erste handelt von der Amputation und Prothesenversorgung der unteren Extremität, erschienen 1989, in 2. Auflage entstand das Gegenstück über die obere Extremität, alle drei im Ferdinand Enke Verlag in Stuttgart. Anno 2000 veröffentlichte der Georg Thieme Verlag Physiotherapie und Sport nach Beinamputationen von Birgit Wilde und René Baumgartner. Im vorliegenden Werk suchen die Verfasser nun alle Aspekte unter einem Dach unterzubringen, miteinander zu verbinden, zu beurteilen und Doppelspurigkeiten auszuschalten. Darüber hinaus konnten sie gute 10 Jahre mehr an Erfahrungen hinzufügen. Ihr Stolz sind ihre Langzeitergebnisse mit Patienten, die sie ein orthopädisches Leben lang begleiten konnten. Daraus ergibt sich automatisch eine Zurückhaltung bis Ablehnung von Verfahren mit brillanten Sofortergebnissen, bei denen niemand daran denkt, wie der Stumpf junger Amputierter in 40 oder mehr Jahren aussehen wird. Die Verfasser schlagen daher einen Bogen um Bionik und andere unausgegorene Begriffe. Amputationschirurgie und Prothesenversorgung sind siamesische Zwillinge, auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Nach dem Vorbild des amerikanischen Atlas of Amputations and Limb Deficiencies (3. Auflage 2004) sind sie, anders als in ihren früheren Werken, topographisch gegliedert und damit untrennbar ineinander verschachtelt. Es gibt keinen vorderen blutigen und hinteren unblutigen Teil mehr. Ob es ihm passt oder nicht: Der Chirurg stolpert über die Seiten mit den Prothesen für den Stumpf, den er zu schaffen gedenkt. Der Techniker, selbst wenn er kein Blut sehen kann, muss wissen, welche Möglichkeiten dem Stumpf gegeben und welche Grenzen ihm gesetzt sind. Ganganalyse, Physiotherapie, Ergotherapie sind unentbehrliche Ergänzungen der beiden Hauptthemen. Dafür sorgen Dr.-Ing. Hilaire A. C. Jacob als Biomechaniker und Frau Birgit Karst (ehemals Birgit Wilde) als Physiotherapeutin. Ihre Kapitel stehen mitten drin und nicht erst am Schluss. Dieser Platz gehört der Überleitung zur Rehabilitationsmedizin, die ich meinem Nachfolger Bernd Greitemann verdanke. Obwohl längst im Rentenalter, sind beide Autoren nach wie vor in ihrem geliebten Beruf tätig. Bei ihrem neuesten und wohl auch letzten Werk waren sie sich der Gefahr bewusst, ihre Memoiren zu schreiben und damit den Anschluss an die Zeit zu verlieren, wenn sie nicht die junge Generation zu Worte kommen ließen. Pierre Botta hatte es einfach. Aus seinem Hause konnte er gleich sechs Mitarbeiter gewinnen, allen voran die beiden Söhne Michel und Rémy. Was Pierre nicht hinderte, den gesamten Text durchzulesen und seinen Freund auf Fehler und Ungereimtheiten aufmerksam zu machen. René Baumgartner ist stolz auf die anerkannten Fachleute aus den verschiedensten Berufen, die er für Beiträge begeistern konnte. Ausdrücklich bedanken möchten sich beide bei der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik in Dortmund. Mit ihrem Leiter Stefan Bieringer haben seine Mitarbeiter Detlef Kokegei und Bernd Sibbel sich Zeit genommen, die Kapitel über die Prothesentechnik kompetent zu systematisieren und bebildern. In gleicher Weise hat uns Lothar Milde von Otto Bock Healthcare unermüdlich unterstützt. Viele Mitarbeiter sind nur im Text oder in den Bildlegenden erwähnt. Ihnen allen sei pauschal herzlich gedankt. Mit der Fülle an Stoff hätte der Umfang ohne weiteres verdreifacht werden können. Schweren Herzens mussten lieb gewordene Themen wie Sport und Musik für Ampu- 7

9 Vorwort zur 3. Auflage tierte fallen gelassen werden. Der chronischen Platznot zum Opfer fielen auch Beiträge und Abbildungen, für die wir uns bei vielen entschuldigen müssen. Ein besonders Kränzchen verdienen die Patienten. Ihr Einverständnis, ohne Wenn und Aber abgebildet zu werden, ist ein einmaliger Vertrauensbeweis. Das vorliegende Werk erscheint im Georg Thieme Verlag in Stuttgart, in den der Ferdinand Enke Verlag inzwischen aufgegangen ist. René Baumgartner gehört zu den ältesten Autoren bei Thieme. Dort hat er 1972 sein erstes Buch über Die orthopädietechnische Versorgung des Fußes herausgegeben. Weitere Enke- und Thieme-Bücher stehen im Lebenslauf. Die Ausstattung des neuen Buches hebt sich deutlich von der seiner Vorgänger ab. Format und Seitenzahl sind größer, die Abbildungen zahlreicher und in Farbe. Dafür sind wir dem Verlag zu Dank verpflichtet. An erster Stelle sei Frau Silvia Haller als Projektmanagerin erwähnt. Einfühlend, unermüdlich und unkonventionell hat sie sich für das Gelingen eingesetzt. Wir danken Frau Dr. med. Susanne Beyersdorf für die Redaktion, Herrn Rolf Dieter Zeller für die Herstellung, Frau Antje-Karen Richter für die Programmplanung und Herrn Wolfgang Hanns, unserem Hausgrafiker, dessen Kunst wir wieder in Anspruch nehmen konnten. Den allergrößten Dank verdient jedoch meine liebe Gattin Antoinette für ihr Verständnis, ihre Geduld und die Arbeit am Sachverzeichnis. Sie hat sich den Ruhestand etwas anders vorgestellt, und mein Gewissen war auch sonntags nicht rein. Nun aber freuen wir uns beide auf dieses Buch und dann endlich auf Zeit für lang gehegte gemeinsame Pläne. Zumikon bei Zürich, im Oktober 2007 René Baumgartner 8

10 Anschriften Herausgeber Prof. Dr. med., Dipl. oec. Bernhard Greitemann Reha-Klinikum Bad Rothenfelde Klinik Münsterland der DRV Westfalen Auf der Stöwwe Bad Rothenfelde Priv. Doz. Dr. med. habil. Lutz Brückner Naunhofer Str Leipzig Berater: Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz BG Klinik Bergmannstrost Halle/S. Michael Schäfer Pohlig Orthopädie-Technik Grabenstätter Str Traunstein Prof. em. Dr. med. René Baumgartner ehem. Direktor der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation Universität Münster Langwisstr Zumikon Schweiz Mitarbeiter Univ.-Prof. Dr. med. Oskar Christian Aszmann Medizinische Universität Wien Abteilung für Plastische und Wiederherstellende Chirurgie Christian Doppler Labor für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen Währinger Gürtel Wien Österreich Prof. em. Dr. med. René Baumgartner ehem. Direktor der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation Universität Münster Langwisstr Zumikon Schweiz Dieter Bellmann Seebahnstr Zürich Schweiz Prof. Dr. Siegmar Blumentritt PFH Private Hochschule Göttingen Biomechanik Weender Landstr Göttingen Pierre Botta Botta & Söhne Karl-Neuhaus-Str Biel Schweiz Priv. Doz. Dr. med. habil. Lutz Brückner Naunhofer Str Leipzig Berater: Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz BG Klinik Bergmannstrost Halle/S. Dr. med. Tymoteusz Budny Universitätsklinikum Münster Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie Albert-Schweitzer-Str Münster Dr.med. Rainer Eckhardt RKU-Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm Zentrum für integrierte Rehabilitation Oberer Eselsberg Ulm Olaf Gawron Pohlig Orthopädie-Technik Waldhofer Str Heidelberg Univ.-Prof. Dr. med. Georg Gosheger Universitätsklinikum Münster Klinik und Poliklinik für Allgmeine Orthopädie und Tumororthopädie Albert-Schweitzer-Campus Münster Prof. Dr. med., Dipl. oec. Bernhard Greitemann Reha-Klinikum Bad Rothenfelde Klinik Münsterland der DRV Westfalen Auf der Stöwwe Bad Rothenfelde Prof. Dr. med. habil., Dr. med. dent. Bernd-Michael Harnoss Gefäßchirurgie am KMG Klinikum Mitte Pritzwalk, Wittstock, Kyritz Geisendorfer Weg 2A Pritzwalk 9

11 Anschriften Dr. med. Dominik Hoigné Praxis am Spelteriniplatz Sonnenstr St. Gallen Schweiz Helga Kaiser Klinik Münsterland Auf der Stöwwe Bad Rothenfelde Willi Kaiser Klinik Münsterland Auf der Stöwwe Bad Rothenfelde Birgit Karst Ulrichstr Münster Dr. med. Michael Köhler Universitätsklinikum Münster Institut für Klinische Radiologie Interventionelle Radiologie und Gefäßmedizin Albert-Schweitzer-Campus 1 Geb. A Münster Gertrude Mensch Lincoln Park 265 Main St. E. Apt. 307 Grimsby, Ontario, L3M 1P7, Kanada Dr. med. Burkhard Möllenbeck Universitätsklinikum Münster Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie Albert-Schweitzer-Str Münster Karsten Müller SanAktiv Prinzenallee Berlin Dr. med. Christel Multerer Behandlungszentrum Aschau Bernauer Str Aschau i. Chiemgau Univ.-Prof. em. Dr. med. Georg Neff Consult GmbH Technische Orthopädie Pfeddersheimer Weg Berlin Dr. med. Uwe Neumann Praxis für orthopädisch-traumatologische und sozialmedizinische Begutachtung im Ärztehaus am Saalbahnhof Nollendorfer Str Jena Prof. Dr. med. Hildegunde Piza-Katzer Kalmanstr Wien Österreich Kurt Pohlig Pohlig Orthopädie-Technik Grabenstätter Str Traunstein Dr. med. Stefan Salminger Medizinische Universität Wien Abteilung für Plastische und Wiederherstellende Chirurgie Christian Doppler Labor für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen Währinger Gürtel Wien Österreich Michael Schäfer Pohlig Orthopädie-Technik Grabenstätter Str Traunstein Clément Schneider Botta & Söhne Karl-Neuhaus-Str Biel/Bienne Schweiz Bernd Sibbel Bundesfachschule für Orthopädie Schliepstr Dortmund Priv.-Doz. Dr. med. habil. Michael Steen Nikolaizentrum Leipzig Praxisklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie Nikolaistr Leipzig Prof. Dr. med. Thomas Weiss Friedrich-Schiller-Universität Jena Lehrstuhl für biologische und klinische Psychologie Am Steiger 3, Haus Jena 10

12 Anschriften Claudia Winkler Pohlig Orthopädie-Technik Grabenstätter Str Traunstein Andreas Zawatzky Mobilcenter Zawatzky GmbH Bemannsbruch Meckesheim Dr. med. Hans Ziegenthaler Moritz Klinik GmbH & Co. KG Reha-Zentrum für Brandverletzte Hermann-Sachse-Str Bad Klosterlausnitz 11

13 Inhaltsverzeichnis 1 Grundsätzliches Historisches Strafe und Stigma Amputationschirurgie Prothesentechnik Amputation Replantation Transplantation Amputation als Ärgernis Amputation durch Krieg und Terror Amputation als Chance Leitsprüche Chirurgische Qualität Mehrfachamputationen Prothesenversorgung Der Patient Trauerarbeit Ätiologie Allgemeines Epidemiologie B. Greitemann, Operationsstatistiken Nationale Statistiken Prognose Mortalität Statistiken als Qualitätskontrolle Arterielle, venöse und lymphatische Zirkulationsstörungen Arterielle Zirkulationsstörungen Die arterielle Verschlusskrankheit Epidemiologie B.-M. Harnoss Diagnostik M. Köhler, Therapie Interventionell-radiologische Therapie M. Köhler Konservative Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit B.-M. Harnoss Lumbale Sympathektomie Die operative Revaskularisation B.-M. Harnoss Krankheitsbilder mit arteriellen Durchblutungsstörungen Venöse Zirkulationsstörungen Lymphatische Zirkulationsstörungen Trauma Primäre und sekundäre Amputation Unfallmechanismen, Verletzungsarten Entzündliche Erkrankungen Akute hämatogene Osteitis Chronische Osteitis Tuberkulose Lepra G. Neff Tetanus, Gasbrand Nekrotisierende Fasziitis Tumoren Kurative Amputation Palliative Amputation Strahlenfibrose Mit- und Weiterbehandlung Prognose Neuropathien Diabetische Neuro-Osteo-Arthropathie Poliomyelitis Lepra Syringomyelie Armplexusparese Querschnittlähmung, Myelomeningozele Periphere Nervenläsionen

14 Inhaltsverzeichnis Maladie ulcéro-mutilante Déjerine-Sottas, multiple Sklerose Komplexes regionales Schmerzsyndrom.. 80 L. Brückner,, B. Greitemann 2.8 Psychopathologische Ursachen Selbstverstümmelung Mutprobe Stigmatisierung Xenomelie Angeborene Fehlbildungen... 84, C. Multerer Ursachen und Häufigkeit Terminologie und Klassifikation Amputationen an angeborenen Fehlbildungen Verschiedenes Indikation zur Amputation Wahl der bestmöglichen Amputationshöhe Grundsätzliches Beeinflussende Faktoren Amputationen im Wachstumsalter Präoperativer klinischer Befund Anamnese Allgemeinzustand, Operabilität Lokalbefund Technische Untersuchungsmethoden Bildgebende Verfahren Transkutane Sauerstoffpartialdruck-(tcpO 2 -) Messung R. Eckhardt 4 Prinzipien der Amputationschirurgie Allgemeines , L. Brückner 4.2 Präoperative Maßnahmen , L. Brückner Aufklärungsgespräch Lagerung, Abdeckung, Blutsperre/-leere Instrumente und Material Anästhesie , L. Brückner Vor der Anästhesie Art der Anästhesie Intraoperatives Vorgehen , L. Brückner Haut Muskulatur Gefäße Nerven Sehnen, Faszien, Ligamente, Menisken Knorpel und Knochen Wundbehandlung H. Ziegenthaler, Allgemeines H. Ziegenthaler Zirkulation H. Ziegenthaler, Orthopädietechnische Versorgung H. Ziegenthaler, Spezielle Wundbehandlung H. Ziegenthaler, Blutegel Therapielarven Vakuumtherapie M. Steen 5 Prinzipien der Prothesentechnik M. Schäfer, 5.1 Allgemeines Indikationsstellung und Verordnung Patient Stumpf Technik Sofort- und Interimsversorgung Sofortversorgung Interimsversorgung

15 Inhaltsverzeichnis 5.4 Definitive Prothesenversorgung Schalenbauweise Modularbauweise Kompaktbauweise Kosmetik Schaft Werkstoffe und Verarbeitung Untere Extremität Mobilitätsgrade, Aktivitätsgraduierung B. Sibbel Obere Extremität Untere Extremität Spezielle Amputationschirurgie und Prothesenversorgung Allgemeines , B. Greitemann Amputationshöhen Wahl der bestmöglichen Amputationshöhe Fuß (partial foot amputation) , B. Greitemann Allgemeines Operative Prinzipien Zehen Innere Amputation nach Baumgartner Vor- und Mittelfuß Fersenbereich Rückfuß Prothesenversorgung M. Schäfer,, P. Botta, D. Bellmann 6.3 Unterschenkel (trans-tibial amputation) , B. Greitemann Allgemeines Operative Techniken Technik nach Brückner L. Brückner, Knochenbrücke zwischen Tibia und Fibula , B. Greitemann Postoperative Behandlung Prothesenversorgung O. Gawron, M. Schäfer,, P. Botta 6.4 Umdrehplastik nach Borggreve Van Nes Winkelmann G. Gosheger, B. Möllenbeck Einteilung nach Winkelmann Vorteile der Umdrehplastik Nachteile der Umdrehplastik Indikationsstellung Operative Prinzipien Komplikationen Nachsorge Prothesenversorgung der Umdrehplastik nach Borggreve Van Nes Winkelmann. 349 K. Müller 6.5 Knie (knee-disarticulation) , B. Greitemann Allgemeines Indikationen und Kontraindikationen Operative Techniken Prothesenversorgung O. Gawron, M. Schäfer,, P. Botta 6.6 Oberschenkel (trans-femoral amputation) , B. Greitemann Allgemeines Operative Techniken Stumpfaufbauplastik nach Gosheger G. Gosheger, T. Budny Osseointegration , B. Greitemann Nachbehandlung Prothesenversorgung M. Schäfer, K. Pohlig,, P. Botta Längsovale Schaftform, sitzbeinumgreifend Technik nach Botta C. Schneider Die M.A.S.-Schafttechnik C. Schneider 6.7 Hüft- und Beckenbereich (hip disarticulation, hemipelvectomy) , B. Greitemann Allgemeines Operative Techniken Prothesenversorgung O. Gawron, M. Schäfer,, P. Botta 14

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