Fruchtfolgesysteme, -beispiele
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- Christina Schmid
- vor 9 Jahren
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1 Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau (Landwirtschaft einschl. Wein-, Obst- und Gemüsebau) für den Unterricht an landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen (Initiiert durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramms ökologischer Landbau) Berufsschule Landwirtschaft Fruchtfolgesysteme, -beispiele Fruchtfolgesysteme im viehlosen Öko-Betrieb Fruchtfolgesysteme im viehhaltenden Öko-Betrieb Grundregeln zur Wahl der Fruchtfolge im Öko-Landbau mit gemischter Tierhaltung Die Planung der Fruchtfolge bei Umstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau Arbeitsblatt viehlos... 2 Lösung viehlos... 3 Arbeitsblatt viehhaltend... 4 Lösung viehhaltend... 5 Arbeitsblatt Fruchtfolge... 6 Lösung Fruchtfolge... 7 Arbeitsblatt Planung Lösung Planung BLE 2003
2 Fruchtfolgesysteme im viehlosen Öko-Betrieb (Arbeitsblatt) Fruchtfolge Beispiel A 1. - Senf 3. W.-Roggen mit N-Zufuhr durch Leguminosen (kg/ha) Ertrag (dt/ha Korn bzw. Knollen) N-Abfuhr durch Ernte (kg/ha) N-Bilanz (kg/ha) Beispiel B 1. - So.-Wicken / Weidelgras 3. Kartoffeln 4. W.-Roggen mit Beispiel C 1. - Phacelia 3. Erbsen 4. W.-Roggen mit Beispiele für Fruchtfolgen und N-Flächenbilanzen im viehlosen Öko-Betrieb 1. Ermitteln Sie die Mittelwerte für die N-Zufuhr durch Leguminosen und die N-Abfuhr durch Ernte in den einzelnen Fruchtfolgen! 2. Berechnen Sie die N-Bilanz in kg/ha! 3. Wie hoch muss der Leguminosenanteil in einer Fruchtfolge auf einem viehlosen Betrieb sein? Seite 2 H. Bartels BLE 2003
3 Fruchtfolgesysteme im viehlosen Öko-Betrieb (Lösung) Fruchtfolge Beispiel A 1. - Senf 3. W.-Roggen mit N-Zufuhr durch Leguminosen (kg/ha) Ertrag (dt/ha Korn bzw. Knollen) N-Abfuhr durch Ernte (kg/ha) N-Bilanz (kg/ha) Beispiel B 1. - So.-Wicken / Weidelgras 3. Kartoffeln 4. W.-Roggen mit , Beispiel C 1. - Phacelia 3. Erbsen 4. W.-Roggen mit , ,75 77,5 Beispiele für Fruchtfolgen und N-Flächenbilanzen im viehlosen Öko-Betrieb Ermitteln Sie die Mittelwerte für die N-Zufuhr durch Leguminosen und die N-Abfuhr durch Ernte in den einzelnen Fruchtfolgen! Siehe gelbe Markierung 2. Berechnen Sie die N-Bilanz in kg/ha! Siehe gelbe Markierung 3. Wie hoch muss der Leguminosenanteil in einer Fruchtfolge auf einem viehlosen Betrieb sein? kg N-Zufuhr durch = 33% Fruchtfolge kg N-Zufuhr durch = ca. 15% Fruchtfolgeanteil ca. 50% Leguminosen in der Fruchtfolge auf viehlosen Betrieben! Seite 3 H. Bartels BLE 2003
4 Fruchtfolgesysteme im viehhaltenden Öko-Betrieb (Arbeitsblatt) Fruchtfolge Ertrag N-Zufuhr durch Leguminosen (kgn/ha) N-Abfuhr N-Düngung über Wirtschaftsdünger N-Flächenbilanz N-Zufuhr in den Stall dt FM/ha (Silage) 2. W.-Weizen ZF.So.-Wicke/ dt/ha Korn dt/ha Stroh 40 (J) - Weidelgras 3. Kartoffeln 250 dt/ha (St) 4. W.-Roggen dt/ha Korn dt TM/ha Stroh 33,4 (J) 5.Hafer/Erbse- GPS mit Rotklee dt TM/ha GPS dt TM/ha (St) Gesamt Mittel pro ha J = Jauche; St = Stallmist; GPS = Ganzpflanzensilage; ZF = Zwischenfrucht Beispiele für Fruchtfolgen und N-Flächenbilanzen im viehhaltenden Öko-Betrieb 1. Berechnen Sie die anrechenbaren Stickstoffwerte Gesamt und Mittel pro ha! 2. Ermitteln Sie die Werte für die N-Flächenbilanz in den einzelnen Fruchtfolgen! 3. Welche N-Zufuhren gibt es im Stall bei den einzelnen Fruchtfolgen? 4. Wie viel Prozent des Stickstoffs, der in den Stall über Futtermittel und Einstreu zurückgeführt wird, können als Wirtschaftsdünger angerechnet werden? Seite 4 H. Bartels BLE 2003
5 Fruchtfolgesysteme im viehhaltenden Öko-Betrieb (Lösung) Fruchtfolge Ertrag N-Zufuhr durch Leguminosen (kgn/ha) N-Abfuhr N-Düngung über Wirtschaftsdünger N-Flächenbilanz N-Zufuhr in den Stall 1. (Silage) 100 dt FM/ha W.-Weizen dt/ha Korn 40 (J) - ZF.So.-Wicke/ dt/ha Stroh -62 Weidelgras + 3. Kartoffeln 250 dt/ha (St) W.-Roggen dt/ha Korn dt TM/ha Stroh 33,4 (J) -68,6 5.Hafer/Erbse- GPS mit Rotklee dt TM/ha GPS dt TM/ha (St) Gesamt ,4 (J,St) +19,5 489 Mittel pro ha ,8 58,7 +3,9 97,8 J = Jauche; St = Stallmist; GPS = Ganzpflanzensilage; ZF = Zwischenfrucht Beispiele für Fruchtfolgen und N-Flächenbilanzen im viehhaltenden Öko-Betrieb 1. Berechnen Sie die anrechenbaren Stickstoffwerte Gesamt und Mittel pro ha! Siehe gelbe Markierung 2. Ermitteln Sie die Werte für die N-Flächenbilanz in den einzelnen Fruchtfolgen! Siehe gelbe Markierung 3. Welche N-Zufuhren gibt es im Stall bei den einzelnen Fruchtfolgen? Siehe gelbe Markierung 4. Wie viel Prozent des Stickstoffs, der in den Stall über Futtermittel und Einstreu zurückgeführt wird, können als Wirtschaftsdünger angerechnet werden? Lösung: 58,7 kg/ha im Mittel * 100 % / 97,8 kg Gesamt-N-Zufuhr im Stall = 60% des Stickstoffs, der im Stall über Futtermittel und Einstreu zurückgeführt wird, können als Wirtschaftsdünger wiederverwertet werden. Seite 5 H. Bartels BLE 2003
6 Grundregeln zur Wahl der Fruchtfolge im Öko-Landbau mit gemischter Tierhaltung (Arbeitsblatt) Der Anteil der Futterleguminosen muss ca. 33 Prozent betragen, um den notwendigen Stickstoff- und Humusbedarf innerhalb der Fruchtfolge zu decken und um ein Aushungern der Grünlandflächen zu vermeiden. Insofern ist es unbedingt nötig, humus- und stickstoffmehrende Früchte vor den Humusund Stickstoffzehrern anzubauen. Der Getreideanteil der Fruchtfolge wird zwangsläufig durch den Leguminosen- und eventuellen Hackfruchtanbau begrenzt. Dies kommt den Zielen des organisch-biologischen Landbaus, den Krankheits-, Schädlings- und Unkrautdruck durch weitgestellte Fruchtfolgen zu reduzieren, entgegen. Nicht umsonst empfehlen ältere Ackerbaubücher, den Getreideanteil in der Fruchtfolge möglichst auf 40 Prozent zu beschränken. Die Halmbruchkrankheit und Schwarzbeinigkeit sind die typischen Anzeichen einer zu engen Getreidefruchtfolge. Der Hackfruchtanteil muss aufgrund seiner stark humusabbauenden Eigenschaften auf max. 25 Prozent begrenzt werden. Ein weiterer einschränkender Faktor ist auch hier das Auftreten von Fruchtfolgekrankheiten, wie z. B. Nematodenbefall bei den Kartoffeln. Der Zwischenfruchtbau dient im ökologischen Anbau der zusätzlichen Futtergewinnung, dem Sammeln von Stickstoff, der Bildung zusätzlicher Wurzelmasse, der Bodenbedeckung und der Erhaltung der Gare. Außerdem helfen Zwischenfrüchte, Nährstoffverluste durch Auswaschung zu verringern und den Unkrautdruck zu mindern. Auch ein Anbau von Winter- und Sommergetreide im Wechsel bietet die Möglichkeit der Bekämpfung von typischen Sommer- und Winterunkräutern. Anzustrebendes Ackerflächenverhältnis in Prozent: (Marktfruchtbetrieb mit gemischter Tierhaltung) 33 Prozent Leguminosen (Futter- und Körnerleguminosen) 40 Prozent Getreide (WW WR Hafer) 15 Prozent Hackfrucht (Kartoffeln) Prozent Zwischenfrüchte Beantworten Sie die folgenden Fragen mit Hilfe des Textes! Welche Grundregeln lassen sich aus der Wahl der dargestellten Fruchtfolge ableiten a) bezüglich der Prozent-Anteile? b) bezüglich der Stellung in der Fruchtfolge? Seite 6 H. Bartels BLE 2003
7 Grundregeln zur Wahl der Fruchtfolge im Ökolandbau mit gemischter Tierhaltung (Lösungen) Der Anteil der Futterleguminosen muss ca. 33 Prozent betragen, um den notwendigen Stickstoff- und Humusbedarf innerhalb der Fruchtfolge zu decken und um ein Aushungern der Grünlandflächen zu vermeiden. Insofern ist es unbedingt nötig, humus- und stickstoffmehrende Früchte vor den Humusund Stickstoffzehrern anzubauen. Der Getreideanteil der Fruchtfolge wird zwangsläufig durch den Leguminosen- und eventuellen Hackfruchtanbau begrenzt. Dies kommt den Zielen des organisch-biologischen Landbaus, den Krankheits-, Schädlings- und Unkrautdruck durch weitgestellte Fruchtfolgen zu reduzieren, entgegen. Nicht umsonst empfehlen ältere Ackerbaubücher, den Getreideanteil in der Fruchtfolge möglichst auf 40 Prozent zu beschränken. Die Halmbruchkrankheit und Schwarzbeinigkeit sind die typischen Anzeichen einer zu engen Getreidefruchtfolge. Der Hackfruchtanteil muss aufgrund seiner stark humusabbauenden Eigenschaften auf max. 25 Prozent begrenzt werden. Ein weiterer einschränkender Faktor ist auch hier das Auftreten von Fruchtfolgekrankheiten, wie z. B. Nematodenbefall bei den Kartoffeln. Der Zwischenfruchtbau dient im ökologischen Anbau der zusätzlichen Futtergewinnung, dem Sammeln von Stickstoff, der Bildung zusätzlicher Wurzelmasse, der Bodenbeckung und der Erhaltung der Gare. Außerdem helfen Zwischenfrüchte, Nährstoffverluste durch Auswaschung zu verringern und den Unkrautdruck zu mindern. Auch ein Anbau von Winter- und Sommergetreide im Wechsel bietet die Möglichkeit der Bekämpfung von typischen Sommer- und Winterunkräutern. Anzustrebendes Ackerflächenverhältnis in Prozent: (Marktfruchtbetrieb mit gemischter Tierhaltung) 33 Prozent Leguminosen (Futter- und Körnerleguminosen) 40 Prozent Getreide (WW WR Hafer) 15 Prozent Hackfrucht (Kartoffeln) Prozent Zwischenfrüchte Beantworten Sie die folgenden Fragen mit Hilfe des Textes! Welche Grundregeln lassen sich aus der Wahl der dargestellten Fruchtfolge ableiten a) bezüglich der Prozent-Anteile? 33 % Leguminosen sollen Humus- u. N-Versorgung der Fruchtfolge sichern, Unkräuter unterdrücken. Getreideanteil sollte wegen Krankheits-, Unkraut- u. Schädlingsdruck max. 50 % sein. Hackfrüchte, wie z. B. die Kartoffel, sollten wegen Humuszehrung und Nematodengefahr max. 25 % Fruchtfolgeanteil haben. Zwischenfrüchte sollten wegen Bodengesundheit und Futteranfall verstärkt angebaut werden. b) bezüglich der Stellung in der Fruchtfolge? 1. Humus-/N-Mehrer vor Humus-/N-Zehrern (Futterleguminosen vor Getreide/Hackfrucht). 2. Wechsel zwischen Winterung und Sommerung (WW - WR - Hafer), Anbau von Zwischenfrüchten und en zur Unkrautbekämpfung. 3. Unkrautunterdrückende Bestände (Getreide) vor unkrautempfindlichen Kulturen (Hackfrucht). Seite 7 H. Bartels BLE 2003
8 Die Planung der Fruchtfolge bei Umstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau (Arbeitsblatt) Familie Müller bewirtschaftet einen 50 ha-betrieb, der auf ökologischen Landbau umgestellt werden soll. Der Betrieb Müller sieht wie folgt aus: - 35 ha Acker, 15 ha Grünland - bisheriger Anbau: Raps, Weizen, Braugerste, Silomais, Kartoffeln - 25 Milchkühe und Nachzucht 1. Schritt: Futterplanung Zusammen mit einem Berater planen Müllers die Umstellung. Als erstes überlegen sie, mit welchem Milchviehbesatz die Milchquote von kg Milch in Zukunft erfüllt werden kann. Die derzeitige Milchleistung von durchschnittlich kg Milch/Kuh wird sich nach der Umstellung ohne Einsatz des üblichen Kraftfutters nicht halten lassen. Müller traut sich zu, in Zukunft einen Durchschnitt von kg Milch/Kuh ermelken zu können. Darauf basierend ermitteln sie den Grundfutterbedarf. Als Futterangebot dienen 15 ha absolutes Grünland. Zusätzlich werden 10 ha Kleegras eingeplant, da für die Ackerflächen die günstige Vorfruchtwirkung der Leguminosen erforderlich ist. Als Futterpflanze mit hoher Energiekonzentration soll weiterhin Mais auf ca. 3 ha angebaut werden. 2. Schritt: Fruchtfolge planen Im nächsten Schritt planen Müllers mit dem Berater die neue Fruchtfolge. Zunächst stellen sie die vorhandenen Schläge so zusammen, dass für jedes geplante Fruchtfolgeglied etwa eine gleich große Fläche (ca. 5 ha) zur Verfügung steht. Häufig wird bei der Umstellung aus marktwirtschaftlichen und pflanzenbaulichen Gründen der Anbau von Zuckerrüben, Raps und Silomais aufgegeben. Stattdessen werden Kleegras, Luzerne und andere Leguminosengemenge, Roggen, Dinkel, Kartoffeln und evtl. Feldgemüse in die Fruchtfolge neu aufgenommen. Müller entschließt sich, im ersten und zweiten Jahr Kleegras anzubauen. Die Einsaat von en im Weizen im dritten Jahr sieht er skeptisch wegen eventueller Ernteprobleme. Der Berater weist aber auf niedrig wachsende Weißklee- und Gelbklee-Arten hin, bei denen keine Gefahr des Überwachsens besteht. In der Fruchtfolge wird im vierten Jahr ein Hackfruchtschlag mit 2 ha Kartoffeln und 3 ha Silomais eingeplant. Vom Silomais will man sich wegen zu befürchtender Unkrautprobleme trennen. Im fünften Jahr werden wieder Leguminosen angebaut, um die Stickstoffversorgung der Restfruchtfolge zu verbessern. Die Erbsen im Gemenge mit Hafer werden als Leistungsfuttermittel in der Milchviehfütterung verwertet. Der Hafer dient dabei als Stützfrucht für die Erbsen, um Ernteprobleme zu verringern. Im sechsten Jahr wird nochmals Weizen angebaut. Auf den etwas schwächeren Flächen will Müller erste Erfahrungen im Dinkelanbau sammeln. Roggen will Müller trotz guter Anbaueignung wegen der schlechten Marktlage nicht anbauen. Dafür soll Braugerste als siebtes Fruchtfolgeglied angebaut werden. 1. Erarbeiten Sie die Ausgangssituation des Betriebes (Ist-Betrieb)! 2. Welche Futterfläche wird benötigt, wenn man 0,6 ha Futterflächenbedarf für eine Kuh mit Nachzucht rechnet? 3. Warum sollte Mais aus der Fruchtfolge herausgenommen werden? 4. Entwickeln Sie eine Fruchtfolge für diesen Betrieb mit Angabe der Anbaufläche für jede Frucht! 5. Es müssen Kühe mit Färsen pro Jahr versorgt werden. Der Futterbedarf einer Milchkuh beträgt pro Jahr MJ NEL. Für eine Färse rechnet man MJ NEL pro Jahr. Seite 8 H. Bartels BLE 2003
9 Wieviel MJ NEL werden zur Versorgung der Tiere pro Jahr benötigt? 6. Überprüfen Sie, ob 15 ha Grünland, 10 ha Kleegras und 5 ha Gerste-Erbsen-Gemenge die benötigte Energie liefern! Rechnen Sie mit MJ NEL/ha Grünland; MJ NEL/ha Kleegras;.000 MJ NEL/ha Gemenge! Seite 9 H. Bartels BLE 2003
10 Die Planung der Fruchtfolge bei Umstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau (Lösungen) Familie Müller bewirtschaftet einen 50 ha-betrieb, der auf ökologischen Landbau umgestellt werden soll. Der Betrieb Müller sieht wie folgt aus: - 35 ha Acker, 15 ha Grünland - bisheriger Anbau: Raps, Weizen, Braugerste, Silomais, Kartoffeln - 25 Milchkühe und Nachzucht 1. Schritt: Futterplanung Zusammen mit einem Berater planen Müllers die Umstellung. Als erstes überlegen sie, mit welchem Milchviehbesatz die Milchquote von kg Milch in Zukunft erfüllt werden kann. Die derzeitige Milchleistung von durchschnittlich kg Milch/Kuh wird sich nach der Umstellung ohne Einsatz des üblichen Kraftfutters nicht halten lassen. Müller traut sich zu, in Zukunft einen Durchschnitt von kg Milch/Kuh ermelken zu können. Darauf basierend ermitteln sie den Grundfutterbedarf. Als Futterangebot dienen 15 ha absolutes Grünland. Zusätzlich werden 10 ha Kleegras eingeplant, da für die Ackerflächen die günstige Vorfruchtwirkung der Leguminosen erforderlich ist. Als Futterpflanze mit hoher Energiekonzentration soll weiterhin Mais auf ca. 3 ha angebaut werden. 2. Schritt: Fruchtfolge planen Im nächsten Schritt planen Müllers mit dem Berater die neue Fruchtfolge. Zunächst stellen sie die vorhandenen Schläge so zusammen, dass für jedes geplante Fruchtfolgeglied etwa eine gleich große Fläche (ca. 5 ha) zur Verfügung steht. Häufig wird bei der Umstellung aus marktwirtschaftlichen und pflanzenbaulichen Gründen der Anbau von Zuckerrüben, Raps und Silomais aufgegeben. Stattdessen werden Kleegras, Luzerne und andere Leguminosengemenge, Roggen, Dinkel, Kartoffeln und evtl. Feldgemüse in die Fruchtfolge neu aufgenommen. Müller entschließt sich, im ersten und zweiten Jahr Kleegras anzubauen. Die Einsaat von en im Weizen im dritten Jahr sieht er skeptisch wegen eventueller Ernteprobleme. Der Berater weist aber auf niedrig wachsende Weißklee- und Gelbklee-Arten hin, bei denen keine Gefahr des Überwachsens besteht. In der Fruchtfolge wird im vierten Jahr ein Hackfruchtschlag mit 2 ha Kartoffeln und 3 ha Silomais eingeplant. Vom Silomais will man sich wegen zu befürchtender Unkrautprobleme trennen. Im fünften Jahr werden wieder Leguminosen angebaut, um die Stickstoffversorgung der Restfruchtfolge zu verbessern. Die Erbsen im Gemenge mit Hafer werden als Leistungsfuttermittel in der Milchviehfütterung verwertet. Der Hafer dient dabei als Stützfrucht für die Erbsen, um Ernteprobleme zu verringern. Im sechsten Jahr wird nochmals Weizen angebaut. Auf den etwas schwächeren Flächen will Müller erste Erfahrungen im Dinkelanbau sammeln. Roggen will Müller trotz guter Anbaueignung wegen der schlechten Marktlage nicht anbauen. Dafür soll Braugerste als siebtes Fruchtfolgeglied angebaut werden. 1. Erarbeiten Sie die Ausgangssituation des Betriebes (Ist-Betrieb)! - 35 ha Acker, 15 ha Grünland - Anbau: Raps, Weizen, Braugerste, Silomais, Kartoffeln - 25 Milchkühe und Nachzucht - Milchquote kg - gegenwärtige Milchleistung kg Seite 10 H. Bartels BLE 2003
11 2. Welche Futterfläche wird benötigt, wenn man 0,6 ha Futterflächenbedarf für eine Kuh mit Nachzucht rechnet? kg Milchkontingent / Jahr Kühe mit Nachzucht müssen kg / Kuh nach der Umstellung zur Ausschöpfung des Kontingentes gehalten werden! Kühe mit Nachzucht * 0,6 ha / Kuh mit Nachzucht = 18 ha Hauptfruchtfutterfläche sind nötig Gedeckt durch 15 ha Grünland, 10 ha Kleegras, zuzüglich mögliche Abweidung der nach der Getreideernte 3. Warum sollte Mais aus der Fruchtfolge herausgenommen werden? Mais wird aus der Fruchtfolge genommen, weil - der Futterbedarf anders gedeckt werden kann, - der Mais keinen garen Boden hinterlässt, - es im Mais hohen Unkrautdruck gibt. 4. Entwickeln Sie eine Fruchtfolge für diesen Betrieb mit Angabe der Anbaufläche für jede Frucht! Fruchtfolgeplanung: 35 ha Acker : 7-gliedrige Fruchtfolge = 5 ha je Fruchtfolgeglied 1. Jahr: 5 ha Kleegras 2. Jahr: 5 ha Kleegras 3. Jahr: 5 ha Winterweizen 4. Jahr: 5 ha Kartoffeln 5. Jahr: 5 ha Gerste-Erbsen-Gemenge (Zwischenfrucht) 6. Jahr: 5 ha Winterweizen 7. Jahr: 5 ha Braugerste Zuzüglich 15 ha Grünland 5. Es müssen Kühe mit Färsen pro Jahr versorgt werden. Der Futterbedarf einer Milchkuh beträgt pro Jahr MJ NEL. Für eine Färse rechnet man MJ NEL pro Jahr. Wie viel MJ NEL werden zur Versorgung der Tiere pro Jahr benötigt? Futterbedarf einer Kuh pro Jahr: MJ NEL * Kühe = MJ NEL Färsenaufzucht pro Jahr: MJ NEL * Färsen = MJ NEL MJ NEL werden pro Jahr zur Versorgung der Tiere benötigt! 6. Überprüfen Sie, ob 15 ha Grünland, 10 ha Kleegras und 5 ha Gerste-Erbsen-Gemenge die benötigte Energie liefern! Rechnen Sie mit MJ NEL/ha Grünland; MJ NEL/ha Kleegras;.000 MJ NEL/ha Gemenge! 15 ha Grünland * MJ NEL/ha = MJ NEL /ha und Jahr 10 ha Kleegras * MJ NEL/ha = MJ NEL/ha und Jahr 5 ha Gemenge *.000 MJ NEL/ha = MJ NEL/ha und Jahr MJ NEL/ha und Jahr sind inkl. einer Reserve ausreichend zur Versorgung der Tiere! Seite 11 H. Bartels BLE 2003
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