Management von Ernterückständen
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- Britta Krause
- vor 9 Jahren
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Transkript
1 Management von Ernterückständen» Herausforderung - Ernterückstände an die Technik» Möglichkeiten, Grenzen und Optimierungsmöglichkeiten bei der Zerkleinerung und Verteilung von Ernterückständen» Neue gesamtheitliche Lösungsansätze Referent: Prof. Dr. Ulrich Groß
2 Strohmanagement?
3 Stroh ist die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Bodenlebewesen z.b. Regenwürmer Stroh fördert die Bodenfruchtbarkeit Stroh verbessert die Bodenstruktur Stroh schützt den Boden vor Verschlämmung und Erosion
4 Auf die Verteilung und Häcksellänge kommt es an!
5 Mähdrescher!
6 Grenzen der Strohverteilung durch den Mähdrescher» Windeinfluss» Einfluss Hangneigung» Wechselnde Strohkonsistenz (Feuchte)» Mähdrescher müsste zur gleichmäßigen Verteilung mit deutlichen Überlappungszonen arbeiten (Schleuderstreuerprinzip). Dies ist aber aus praktischen Gründen nicht möglich. Die Stoppelbearbeitung muss zur Strohverteilung nachhaltig beitragen
7 Horizontale Strohverteilung: diagonal arbeiten, Geräte mit Mitnahmeeffekt einsetzen
8 Vertikale Strohverteilung: Alte Faustregel pro t Stroh etwa 1 bis 1,5 cm Arbeitstiefe Je kleiner das Häckselgut, desto flacher kann gearbeitet werden
9 Im System denken, ohne sich im Kreis zu drehen! Ernte Bodenbearbeitung Bestandsführung Saat
10 Miserable Stroh- und Spreuverteilung, schafft nachgelagerte Probleme und Kosten
11 Probleme durch schlechte Strohverteilung Probleme durch schlechte Strohverteilung Pflanzenbaulich Schlechte, inhomogene Keim- und Wachstumsbedingungen Verminderte Feldaufgänge erschwerte Bestandesführung Vermehrtes Auftreten von Schnecken und Mäusen Höherer phytosanitärer Druck Verminderte Erträge Technisch Verminderte Funktionssicherheit der Bearbeitungsgeräte (Verstopfung) Ungenügende Bearbeitungsqualität bzw. - homogenität Verminderte Funktionssicherheit der Sätechnik Schlechte Saatgutablagequalität Stoppelbearbeitung FH Triesdorf Quelle: Prof. Dr. U. Groß FEIn
12 Schneidwerke 12m und mehr! Warum? Beispiel: 60 t/h installierte Leistung bei Großmähdreschern (Getreide) Ertrag 7 t = 8,5 ha/h 10% Verlustzeit = 7,65 ha/h bei 9 m Scheidwerk muss diese Leistung mit 8,83 km/h Vorfahrtgeschwindigkeit realisiert werden bei einem 12 m Schneidwerk 6,38 km/h zu Schnell?
13 Die negativen Aspekte des Strohs: Zu langes Stroh: Ursachen: Stoppellänge Häcksellänge - Lagergetreide ist sperrig, lässt sich schwer einarbeiten verhindert optimale Saatgutablage beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam
14 Stoppellänge lange Stoppel kurze Stoppel
15 Stoppellänge, Strohverteilung Mais
16 Strohmanagement - Stoppellänge Mais
17 Scharfe Messer verbessern die Arbeitsqualität, reduzieren den Energieaufwand
18 Häckselqualität in Abhängigkeit von der Messerschärfe HSWT 9 t/ha Prof. Dr. - U. JD GroßSTS - Messer Fachveranstaltung 300ha Frühjahrsaussaat in 9 Groitzsch t/ha -JD CTS -Messer Neu
19 Strohmanagement - Häcksellänge Messerschärfe - Stumpf 8 cm cm
20 Strohmanagement - Häcksellänge Messerschärfe Messerschärfe - Scharf 5 cm 1 4 cm
21 Strohmanagement - Häcksellänge frisch nach 4 Monaten auf Boden
22 Versuchsstand der TU Braunschweig zur Häcksleroptimierung
23 Ergebnisse Häckslerversuchsstand TU Braunschweig Eine höhere Rotordrehzahl und damit auch größere Schnittgeschwindigkeit führt zu einer besseren Zerkleinerung des Häckselgutes. Hierfür ist allerdings eine wesentlich höhere Antriebsleistung erforderlich!!! Die Austrittsgeschwindigkeit des Strohs sinkt mit steigender Rotordrehzahl, woraus ein technischer Zielkonflikt zwischen guter Häckselqualität und der für die Verteilung erforderlichen hohen Austrittsgeschwindigkeit resultiert Ein zunehmender Gutdurchsatz führt zur Erhöhung der Antriebsleistung und einer Abnahme der mittleren Häcksellänge Mit zunehmender Gutfeuchte steigt der Leistungsbedarf, die Schnittbedingungen verschlechtern sich Mit abnehmender Schärfe der Häckselmesser steigt der Leistungsbedarf erheblich, die Schnittqualität sinkt. Die Schärfe der Gegenmesser spielt nur eine untergeordnete Rolle (Gutbremse). Über eine Variation des Eingriffswinkels und/oder der Anzahl Gegenmesser kann Bremswirkung und damit die Häckselqualität beeinflusst werden.
24 Strohmanagement - Häcksellänge Regenwürmer Bodenoberfläche Mikroorganismen 15 cm
25 Strohmanagement - Häcksellänge gehäckselt + 1x Bodenbearbeitung mit mischenden Scharen
26 Strohmanagement Die negativen Aspekte des Strohs: Zu langes Stroh: Stoppellänge Häcksellänge - Lagergetreide ist sperrig, lässt sich schwer einarbeiten verhindert optimale Saatgutablage beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam Zuviel Stroh: Ursachen: Ertrag? Spreuverteilung - Strohverteilung lässt sich schwer einarbeiten verhindert optimale Saatgutablage beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam, Refugium für Schnecken und Mäuse und strohbürtige Krankheiten
27 Hohe Kornerträge Hohe Stroherträge Strohertrag 10 t/ha = 1 kg/m²
28 Strohmanagement - Strohverteilung Pegasus 80dz/ha
29 Strohverteilqualität - Maßstab VK VK bis zu 50 % (moderne Düngerstreuer VK 10%) Strohmenge (dt/ha) Strohertrag Schnittbreite
30 Strohverteilqualität - Maßstab VK VK bis zu 50 % (moderne Düngerstreuer VK 10%) Ziel: 20 % Strohmenge (dt/ha) Strohertrag Schnittbreite
31 Qualität der Strohverteilung in Abhängigkeit von der Arbeitsbreite VK 100 % Querverteilung Hochleistungs -verteiler neuste Generation 0 Voßhenrich m 10 MD - Schnittbreite Querverteilung in Abhängigkeit von der Schnittbreite
32 140 % % = 303 g = ~120 dt/ha VK = 12 % 4 m/s 100 Masse L 2L 1L 0 1R 2R 3R Voßhenrich Querverteilung, 10-1, Fahr 1200 (3,6 m), WW
33 140 % % = 221 g = ~90 dt/ha VK = 19 % kein Wind 100 Masse L 4L 3L 2L 1L 0 1R 2R 3R 4R 5R Voßhenrich Querverteilung, 01-8, Topliner 4080 HTS (6,3 m), WW
34 180 % % = 220 g = ~90 dt/ha VK = 32 % 2 m/s Masse L 5L 4L 3L 2L 1L 0 1R 2R 3R 4R 5R 6R Voßhenrich Querverteilung, 19-2, TF 68 (7,3 m), WW
35 180 % % = 235 g = ~98 dt/ha VK = 32 % 2 m/s Masse L 5L 4L 3L 2L 1L 0 1R 2R 3R 4R 5R 6R Voßhenrich Querverteilung, 25-3, Lexion 480 (7,5 m), WW
36 Optimierung der Leitblecheinstellung W erkseinstellung Optimierung 1 Uni-Kiel
37 Radarsensor zur Ermittlung der Wurfgeschwindigkeiten Unterschiedliche Wurfgeschwindigkeiten im Seiten- und Mittenbereich sollen die Querverteilung verbessern
38 Gezielte Bestückung mit Messer (Fa. Raspe) 30m/sec 10m/sec 30m/sec Windgeschwindigkeit
39 Leitblech außen vergrößert
40 Asymetrische Projektion Stoppel Bestand Asymetrische Projektion
41 Strohmanagement - Strohverteilung Wurfblecheinstellung
42 Kontrolle der Strohverteilung
43 Strohmanagement - Spreuverteilung
44 Möglichkeiten Zusammenspiel Spreuverteiler- Häcksler
45 Strohmanagement Spreuverteilung: Ertrag von 100 dt = 1 kg/m² = K/m² (TKG 50 g) Bei 1% Verluste und Spreubreitverteilung = 200 K/m² Ohne Spreuverteiler 10 m Schnittbreite auf 2m = 1000 K/m²
46 Strohmanagement - Spreuverteilung Vorfrucht: Weizen Vuka - 85 dt/ha Beerntung: Claas Dominator - 6,60 m Schnittbreite Bearbeitung: 2 x Scheibenegge - Pflug + Packer - Bestellung: Saatbettkombination - 6 m Drille Sorte: WG Hasso Körner/m² 10 x (1m x 1m) Probeschnitt Kein Kaffverteiler! Häcksler Weizenlager Keimpflanzen Ahren/m² Einzelähre (g) 1,42 1,55 1,33 1,39 1,61 1,51 1,44 Kornertrag 86,9 70,7 52,9 49,2 64,7 88,4 59,1 Ø Ertrag 68,8 dt/ha Quelle: Dr. Schönberger, NU Agrar
47 Strohmanagement Die negativen Aspekte des Strohs: Zu langes Stroh: Stoppellänge Häcksellänge - Lagergetreide ist sperrig, lässt sich schwer einarbeiten verhindert optimale Saatgutablage beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam Zuviel Stroh Spreuverteilung - Strohverteilung lässt sich schwer einarbeiten verhindert optimale Saatgutablage beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam Krankes Stroh/Wurzeln: Ursachen - Fruchtfolge - Sortenwahl -Pflanzenschutz beeinträchtigt Pflanzenentwicklung verrottet sehr langsam
48 Krankes Stroh
49 Strohmanagement Mähdruschqualität ist nicht nur Durchsatz, sondern auch eine kurze Häcksellänge
50 Strohmanagement Mähdruschqualität ist nicht nur Durchsatz, sondern auch Strohverteilung
51 Strohmanagement Mähdruschqualität ist nicht nur Durchsatz, sondern auch Stoppellänge
52 Häcksler als Bestanteil des Ackerbaukonzeptes? Getreide: Energieverbrauch Schlagkraft Arbeitsqualität Gibt es eine Motivation zu dieser Arbeitskette? Mais: Hygiene (Fusarien, MZ) Arbeitsqualität Raps: Hygiene (Phoma)
53 Technische Systeme zur Zerkleinerung von Stroh Sichelmulcher haben Vorteile in der Flächenleistung Schlägelmulcher in der Zerkleinerungsqualität schneidend schlagend Flächenleistung Zerkleinerung
54 Qualitätsmerkmale Schlägelhäcksler» Spiralrotor für ruhigen kraftsparenden Rundlauf ohne Kraftspitzen» Gegenschlagleiste mit abgestimmter Geometrie» Rund gekantetes Gebäude (Haube) für gleichförmig, optimierte Gutführung» Auswurf des Gutes über Stützwalze» Schlegel mit hoher Materialqualität
55 Optimierter Gutfluß
56
57 Dalbo MaxiCut 600x7mm Stahltrommel, 15 Schneidmesser Bissenlängen von ca. 18cm
58 Neue Schneidwerkskonzepte sind gefragt!
59 Intensiv-Anbau Anbau-Häcksler am Maispflücker (integriert) Hinter der Hinterachse 2 mittlere Reihen + Überlappung 2,4 m Mulchgerät mit Y Messer Antrieb über Strohhäcksler Vor der Vorderachse je 2 Reihen links und rechts vor den Rädern 2 Mulchgeräte mit Y Messer (1,2 bzw. 1,4m) Antrieb über Schrägförderer Vorteile: + nahezu kein niedergefahrenes Stroh bzw. umgedrückte Stoppeln + ideal bei ungünstigen Schlagformen oder viel Vorgewende + Maisdrusch und intensives Zerkleinern in einem Arbeitsgang HSWT Prof. Dr. U. Groß Fachveranstaltung Frühjahrsaussaat in Groitzsch Demmel ILT Dm014-59
60 Kleinparzellenversuche Ergebnisse zum DON-Gehalt im Weizen Lehmann FH Osnabrück
61 Getreidestoppel Arbeitsqualität durch - Kurzstoppel - Langstoppel und Schlegelhäcksler
62 Dieselverbrauch (l/ha) des Mähdreschers in Abh. von Stoppelhöhe und Feuchte (taufeucht = 18% Kornfeuchte, trocken = 14%, EJ 2006) l/ha taufeucht trocken y = 75,584x -0,4052 R 2 = 0, y = 52,32x -0,3769 R 2 = 0, Stoppelhöhe (cm)
63 Maximalgeschwindigkeit bei 100% Motorausl. in Abh. von Stoppelhöhe und Feuchte, taufeucht = 18%, trocken = 14% Kornfechte (EJ 2006) 10 8 y = 1,9922x 0,3843 R 2 = 0,9674 km/h trocken taufeucht y = 1,2953x 0,3746 R 2 = 0, Stoppelhöhe (cm)
64 Mit zunehmenden Arbeitsbreiten wird Hochschnitt mit nachfolgendem Häckselgang attraktiver» Bei Hochschnitt: 50% weniger Stroh durch den Mähdrescher, cm Stoppelhöhe realistisch» Um 2 3 km höhere Geschwindigkeit möglich, Schüttler- bzw. Restkornabscheidung weniger belastet weniger Verluste» Geringerer Dieselverbrauch, geringerer Maschinenverschleiß Reduziertes Risiko bei Steinen Geringere Feuchtigkeitsübertragung Stroh-Korn im Dreschwerk Ausdehnung der Druschzeiten, reduzierte Trocknungskosten Bei breiten Schneidwerken, und Hochschnitt: Bessere Verteilung des Strohs Energieinteniver Häcksler wird entlastet Nachteil: Zusätzlicher Arbeitsgang in einer arbeitsintensiven Zeit
65 Management von Ernterückständen Resümee» Neue Häckslertechnik- Mähdrescher erleichtert und verbessert die Verteilung der Ernterückstände» Technik wird aber durch immer höhere installierte Leistungen und größere Arbeitsbreiten oft mehr als überstrapaziert» Neue Konzepte, die das Management der Ernterückstände im Gesamtkonzept des Pflanzenbaus einbeziehen, müssen entwickelt und optimiert werden
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