Technische Informationen
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- Alexander Ackermann
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1 Technische Information Teil 4 Kommunikation 4
2 Technische Informationen Teil 1: Grundlagen Teil 2: Regler ohne Hilfsenergie Teil 3: Stellventile Teil 4: Kommunikation Teil 5: Gebäudeautomation Teil 6: Prozessautomation Bitte richten Sie Rückfragen und Anregungen an: SAMSON AG Telefon: V74 / Schulung Telefax: Weismüllerstraße 3 [email protected] Frankfurt Internet:
3 Teil 4 L461 SAMSON AG 07/09 Einleitung Die Entwicklung von Der ASHRAE Standard Kommunikation in der Gebäudeautomation Objekte Dienste (Services) Adressierung Objektzugriff Dateizugriff Alarm- und Ereignisfunktionen Geräte- und Netzverwaltung Virtuelles Terminal BIBBS Gemeinsame Datennutzung Geräte- und Netzverwaltung Profile von Standard--Geräten Herstellerspezifische Erweiterungen Vendor-ID Neue -Objekte Der Einsatzschwerpunkt von Netzkonzepte Kommunikation in der Managementebene: Kommunikation in der Automationsebene: INHALT 3
4 Kommunikation auf IP-Basis, auf Ethernet-Basis Verantwortung für das Netz Netznummer Netzsicherheit PICS Auszüge aus einem PICS eines SAMSON-Produktes Ausschreibungen Organisationen rund um Zertifizierungen BTL-Kollektivmarke Schulungen Anhang A1: Ergänzende Literatur INHALT SAMSON AG V74/ RKH 4
5 Teil 4 L461 Einleitung Der Weg zu einer offenen Kommunikation in der Gebäudeautomation war mehr als schwierig. In den letzten 15 Jahren konkurrierten mehrere Protokolle in der europäischen Normung als anerkannter Standard für die Gebäudeautomation. So wurden in der Automationssebene neben auch PROFIBUS und WorldFIP behandelt. Übrig geblieben ist als das einzige Kommunikationsprotokoll für die Gebäudeautomation in der Management- und Automationsebene. Das wird sich wohl auch in naher Zukunft nicht mehr ändern. Offene Kommunikation in der Gebäudeautomation ist das Kommunikationsprotokoll für die Gebäudeautomation Der Begriff leitet sich aus dem englischsprachigen Building Automation and Control Networks ab. ist inzwischen als Weltnorm DIN EN ISO anerkannt. Konzipiert und getragen wird der Standard von einer Vielzahl von internationalen Anbietern, Universitäten und Verbänden. Er ist offen, firmenneutral und lizenzfrei. Kontinuierliche Ergänzungen und Erweiterungen, zum Beispiel neue Objekte, XML und Verschlüsselung werden erarbeitet. Der Standard bietet ein weltweit einheitliches Grundverständnis für die physikalischen und kommunikativen Grund- und Verarbeitungsfunktionen in der Gebäudeautomation. Somit ist als offener Standard konkurrenzlos bei der herstellerübergreifenden Vernetzung von flexiblen Automationsinseln. Besondere Vorteile bietet als Kommunikationsprotokoll für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, aber auch für Lichtsteuerung, Sicherheit und Brandmeldetechnik. Kommunikationsprotokoll für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik SAMSON AG 07/09 5
6 Kommunikation Die Entwicklung von Interest Group Europe (BIG-EU) Die ASHRAE (American Society of Heating, Refrigeration and Air-Conditioning Engineers) gründete 1978 das Standard-Projekt-Kommitee SPC2 135P. Diesem Komitee wurde die Aufgabe gestellt, die Definition eines Kommunikationsprotokolls für die Überwachung, Regelung und das Energiemanagement von Gebäuden zu erarbeiten. Im September 1995 ratifiziert der ASHRAE-Vorstand den -Standard und veröffentlicht diesen als ASHRAE Im Januar 1999 wird mit dem Addendum 135a /IP Teil des ANSI/ASHRAE () Standards. Ab diesem Zeitpunkt können Geräte über das Internet-Protokolls (IP) direkt miteinander auf einem LAN oder WAN kommunizieren. Im Mai 1998 gründet eine -Gemeinschaft von Konstrukteuren, Herstellern, Installateuren, Eigentümern und Betreibern in Europa die Interest Group Europe (BIG-EU). Ihr Ziel ist es, das Leistungsvermögen des globalen Standards für in Europa typische Anwendungen zu optimieren. wurde im Jahr 2003 im Rahmen einer parallelen Abstimmung der ISO- und CEN-Staaten als einzige Weltnorm der Datenkommunikation für Systeme der Gebäudeautomation einstimmig bestätigt. Mit der Erarbeitung der Weltnorm für Gebäudeautomation bei ISO und CEN wurde ein gemeinsames Vokabular erstellt. Es wurde im Laufe des Jahres 2004 als DIN EN ISO veröffentlicht. Die SAMSON AKTIENGESELLSCHAFT wurde im Jahr 2006 Mitglied der BIG-EU. -Standard ist Weltnorm DIN EN ISO Der ASHRAE Standard Unter sollte immer das einzig für die Gebäudeautomation genormte Datenkommunikationsprotokoll verstanden werden. Es wurde speziell zur Interoperabilität in der Gebäudeautomation entwickelt. Übertragen werden Datensätze von kodierten Daten analoger, binärer und alphanumerischer Art. Festgelegt wird ein Adressierungssystem, der zu verwendende Zeichensatz, Spezifikationen z. B. des physikalischen Mediums, die Datenübertragungsrate, das Übertragungsverfahren und Schutzmechanismen. ist unabhängig von einer Datenübertragungshardware. In der Literatur wird häufig der -Standard mit der Weltnorm DIN EN ISO SAMSON AG V74/ RKH 6
7 Teil 4 L461 gleichgesetzt. Der -Standard ist auf über 600 Seiten dokumentiert. Er dient den Entwicklern, Gebäudeautomationssysteme zu entwerfen, die mit Systemen und Geräten anderer Hersteller offen kommunizieren können. Bild 1: Titelblatt ASHRAE STANDARD SAMSON AG 07/09 7
8 Kommunikation Kommunikation in der Gebäudeautomation Der Aufgabenbereich ist in der technischen Gebäudeausrüstung Die Gebäudeautomation unterscheidet sich von der Prozessautomation bzw. der Hausautomation (Home Automation) durch ihren speziellen Aufgabenbereich in der technischen Gebäudeausrüstung und durch das dazugehörige standardisierte Datenkommunikationsprotokoll. Die Kommunikation über den Weltstandard ermöglicht Interoperabilität zwischen Geräten und Systemen verschiedener Hersteller ohne die Notwendigkeit von Gateways. Kernfunktionen von Client und Server sind konsequent in umgesetzt. Gewerkeübergreifend sorgt für einen durchgängigen Datenfluss von der Gebäudeleittechnik, beim Bedienen und Beobachten über die Regel- und Steuersysteme bis hin zu den Sensoren und Aktoren. ist an keine Hardware gebunden. Ein Gerät oder System ist eine Ansammlung von Objekten Herkömmliche, meist herstellerspezifische Lösungen in der Gebäudeautomation haben die Funktionen auf einzelne Datenpunkte abgebildet. Der Datenpunkt ist ein historisch gewachsener Begriff, der üblicherweise nur einen physikalischen Prozesswert oder Zustand bezeichnet. So besteht zum Beispiel ein Messwert mit oberem und unterem Grenzwert aus drei Datenpunkten, ein Schaltbefehl für einen zweistufigen Ventilator mit Betriebsrückmeldungen und Meldung örtlich/fern umfasst sieben Datenpunkte. Diesen Ansatz verfolgt nicht. bildet die Gerätefunktion in Form von Objekten ab. Jedes Gerät oder System in der Gebäudeautomation wird als eine Ansammlung von Objekten (Objects) modelliert. Dabei besteht jedes Gerät aus zahlreichen Objekteigenschaften (Properties). Weiterhin sind Nachrichten und Dienste definiert, die nach einem Client-Server-Prinzip zwischen Geräten ausgetauscht werden. SAMSON AG V74/ RKH 8
9 Teil 4 L461 Objekte -Objekte können Abbilder von realen Feldgeräten wie Temperatursensoren, Reglern, Sicherheitstemperaturbegrenzern, Stellventilen oder Pumpen darstellen. Die Anzahl dieser Objekte spiegelt in der Regel die physikalischen Datenpunkte wider (vgl. ISO , 1.1 bis 1.5). -Objekte stellen Abbilder von realen Geräten dar SAMSON AG 07/09 Bild 2: Beispiel eines -Objektes 9
10 Kommunikation Durch 28 -Objekte wird festgelegt, was im Netz kommuniziert wird. Nr. -Objekttyp Bedeutung 1 Accumulator [AAC] (Impulszähler) Messgeräte mit Impulsausgabe zum Zählen und Aufsummieren der Werte über die Zeit Analog Input [AI] (Analoge Eingabe) Analog Output [AO] (Analoge Ausgabe) Analog Value [AV] (Analogwert) Averaging [AVG] (Mittelwert) Binary Input [BI] (Binäre Eingabe) Binary Output [BO] (Binäre Ausgabe) Binary Value [BV] (Binärzustand) Calendar [CAL] (Betriebskalender) Analoger Messwert, zum Beispiel eine Temperaturmessung. Analoge Ausgangsgröße, zum Beispiel ein Stellsignal für ein Stellventil. Analogwert dargestellt, als Ergebnis einer Rechengröße. Hierbei handelt es sich meist um einen Softwaredatenpunkt. Digital Darstellung eines Wertes aus Statistikfunktion als Mittelwert mit Minimum, Maximum und Varianz. Binäre Darstellung eines Wertes, zum Beispiel eine Betriebszustands- Störungsoder Alarmmeldung. Binärer Schalt- oder Stellbefehl. Darstellung eines Binärzustandes. Hierbei handelt es sich meist um errechnete Werte, also um einen Softwaredatenpunkt. Kalenderfunktionen mit Feiertags- und Ferienlisten. SAMSON AG V74/ RKH 10
11 Teil 4 L461 Auftrag zur Ausführung vordefinierter Aktivitäten. Dieser wird zum Beschreiben 10 Command [CMD] (Gruppenauftrag) einer Gruppe von Objekt-Properties verwendet. Damit können Betriebsverhalten wie zum Beispiel Reduzierter Betrieb oder Stützbetrieb definiert werden. Enthält die Eigenschaften eines BAC- Device [DEV] net-gerätes und unter anderem auch die 11 (Gerät, Station für die Einstellungen der Netzparameter. Das Gebäudeautomation) Device -Objekt muss von jedem -Gerät unterstützt werden. Festlegung von Alarmen und Nachrich- 12 Event Enrollment [EE] (Ereigniskategorie) ten. Es wird die Verbindung zwischen Auftreten des Ereignisses und Auslösen einer Nachricht hergestellt. Event Log [ELOG] Dateiübertragung, zum Beispiel für Konfi- 13 (Ereignis-Aufzeich- gurationsdaten, Programme oder für Da- nung) tensicherung. 14 File [FIL] (Datei) Beschreibt die Eigenschaften einer Datei, zum Beispiel für Trenddaten. Global Group [GGRP] Gruppierung von Eigenschaften beliebi- 15 (Globale Gruppenein- ger Objekte im Gebäudeautomations- gabe) netz. Gruppe der Eigenschaften von BAC- 16 Group [GRP] (Gruppe) net-objekten. Dieses Objekt erlaubt die logische Zusammenfassung mehrerer Objekte. SAMSON AG 07/09 17 Life Safety Point [LSP] (Sicherheitsgerät) Informationen über die Einstellungen für Gefahrenmelde-Anwendungen, zum Beispiel eine Brandmeldeanlage. 11
12 Kommunikation 18 Life Safety Zone [LSZ] (Meldelinie) Zusammenfassung von Gefahrenmelder-Objekten, zum Beispiel eine Brandmelder-Linie. 19 Loop [LP] (Regler) Eigenschaften (Attribute und Parameter) von Regelfunktionen (PID-Regler). 20 Multistate Input [MI] (Mehrstufige Eingabe) Logische Eingabezustände als Zahl kodiert. 21 Multistate Output [MO] (Mehrstufige Ausgabe) Logische Ausgabezustände als Zahl kodiert. 22 Multistate Value [MV] (Mehrstufiger Wert) Logische Zustände als Zahl kodiert. Hierbei handelt es sich meist um errechnete Werte. Zeit- und empfängerbezogene Zuord- 23 Notification Class [NC] (Meldungsverteiler) nung von Alarm- und Ereignismeldungen. Diese stellt die Verbindung zwischen Auftreten des Ereignisses und Auslösen einer Nachricht her. 24 Program [PR] (Programm) Zugriff auf ein Anwendungsprogramm in einem -Gerät, welches gerätespezifisch festgelegt ist. 25 Pulse Converter [PC] (Impulszähler Eingabe) Zähler, der Impulse umrechnen und als fertige Werte bereitstellen kann, zum Beispiel für Höchstlastbegrenzung. 26 Schedule [SCHED] (Zeitplan) Zeitplan der zur Ausführung wiederkehrender Aktivitäten sowie Festlegung einmaliger Ausnahmen dient. 27 Trendlog [TLOG] (Trendaufzeichung) Logbuchspeicher für einen Wert, zum Beispiel für Messwertdiagramme in Abhängigkeit von der Zeit. SAMSON AG V74/ RKH 12
13 Teil 4 L Trend Log Multiple [TLOGM] (Mehrfachtrendaufz.) Logbuchspeicher für mehrere Werte. -Objekte wie zum Beispiel Zeitplan, Betriebskalender und Trendaufzeichnung können auch zur Laufzeit angelegt werden. -Objekte werden durch ihre Eigenschaften (Properties) bestimmt. Da bei den Objekten viele Eigenschaften nur optional sind, muss bei der Planung einer Anlage genau festgelegt werden, welche der optionalen Eigenschaften zur Funktionserfüllung notwendig sind. Die Eigenschaften der Objekte werden durch Grunddatentypen dargestellt. Die Eigenschaften können auch aus zusammengesetzten Strukturen oder einer Auswahl von Daten bestehen. -Objekte können auch zur Laufzeit angelegt werden -Objekte werden durch ihre Eigenschaften bestimmt Für die Objekteigenschaften sind drei Erfüllungsbedingungen (Conformance Codes) vorgesehen: R: diese Eigenschaft muss vorhanden und lesbar sein (Read) W: diese Eigenschaft muss vorhanden, lesbar und beschreibbar sein (Write) O: diese Eigenschaft ist optional (lesbar und/oder schreibbar) Die Tabelle 1 auf der nächsten Seite zeigt als Beispiel die Eigenschaften des -Objektes Analog Output. SAMSON AG 07/09 Bild 3: Mögliche Objekte eines realen Gerätes 13
14 Kommunikation Property Identifier Property Datatype Conform. Code Object_Identifier Object_Name Object_Type Present_Value Description Device_Type Status_Flags Event_State Reliability Out_Of_Service Units Min_Pres_Value Max_Pres_Value Resolution Priority_Array Relinquish_Default COV_Increment Time_Delay Notification_Class High_Limit Low_Limit Deadband Limit_Enable Event_Enable Acked_Transitions Notify_Type Event_Time_Stamps Profile_Name ObjectIdentifier CharacterString ObjectType REAL CharacterString CharacterString StatusFlags EventState Reliability BOOLEAN EngineeringUnits REAL REAL REAL PriorityArray REAL REAL Unsigned Unsigned REAL REAL REAL LimitEnable EventTransitionBits EventTransitionBits NotifyType ARRAY of TimeStamp CharacterString R R R W O O R R O R R O O O R R O* O** O** O** O** O** O** O** O** O** O** O Tabelle 1: Als Beispiel die Eigenschaften des Objekts Analog Output * Wird benötigt, wenn das Objekt Change Of Value (COV) reporting unterstützt. **Wird benötigt, wenn das Objekt intrinsic reporting unterstützt. SAMSON AG V74/ RKH 14
15 Teil 4 L461 Dienste (Services) Objekte halten die Informationen für den Prozess bereit. Die Entscheidung, wie auf diese Objekte zugegriffen wird, erfolgt mit Hilfe von Diensten. Den Kommunikationsbeziehungen liegt ein Client-Server Modell zugrunde. Ein Server ist das Gerät, welches Daten für andere Geräte bereitstellt. Server können zum Beispiel Automationsstationen sein, wenn diese relevante Informationen für andere Teilnehmer bereithalten. Ein Client ist das Gerät, welches Daten bei einem Server anfragt und gegebenenfalls weiterverarbeitet. Zu den typischen Clienten können die Bedienstationen oder Bedieneinrichtungen gezählt werden. Geräte können sowohl Client als auch gleichzeitig Server sein (Peer-to-Peer Kommunikation). Der Objektzugriff erfolgt mit Hilfe von Diensten Adressierung Drei unterschiedliche Adressierungsarten stehen zur Verfügung, wenn die Kommunikation mit einem oder mehreren Geräten erfolgen soll: Drei unterschiedliche Adressierungsarten Unicast: gezielte Nachricht an einen bestimmten Teilnehmer im Netz Multicast: gezielte Nachricht an mehrere Teilnehmer im Netz Broadcast: Nachricht an alle Teilnehmer in einem Netz Um sicherzustellen, dass eine Nachricht den gewünschten Empfänger erreicht hat, sind bestätigte Dienste zu verwenden. Hier sendet der Empfänger bei ordnungsgemäßem Empfang eine Transportquittung (Acknowledge) an den Sender zurück. Die Services teilen sich in fünf Gruppen auf: Objektzugriff Dateizugriff SAMSON AG 07/09 Alarm- und Ereignisfunktionen Geräte- und Netzmanagement Virtuelles Terminal 15
16 Kommunikation Objektzugriff ReadProperty ReadPropertyMultiple ReadPropertyConditional ReadRange WriteProperty WritePropertyMultiple CreateObject DeleteObject AddListElement RemoveListElement Ein Client liest eine Eigenschaft (Property) eines Objektes vom Server. Dieser Dienst ist identisch mit der ReadProperty-Funktion, jedoch können mit einer Anforderung mehrere Eigenschaften mehrerer Objekte gelesen werden. Dieser Dienst ist identisch mit der ReadProperty-Funktion, es können jedoch Bedingungen angegeben werden. Ein Client liest einen Bereich von Daten. Diese Funktion kommt beim Auslesen eines Trendobjektes zum Einsatz. Ein Client schreibt die Werte in die Eigenschaften eines Objektes. Dieser Dienst ist identisch mit der WriteProperty-Funktion, jedoch können mit einer Anforderung mehrere Eigenschaften mehrerer Objekte beschrieben werden. Ein Client erzeugt eine neue Instanz eines Objektes innerhalb eines Servers. Ein Client entfernt eine Instanz eines Objektes wieder aus dem Server. Ein Client fügt einen Eintrag einer Liste hinzu. Ein Client entfernt einen Eintrag aus einer Liste. SAMSON AG V74/ RKH 16
17 Teil 4 L461 Bild 4: Beispiel Objektzugriff: ReadProperty (Lesen eines Messwertes) SAMSON AG 07/09 Bild 5: Beispiel Objektzugriff: WriteProperty (Schreiben eines Sollwertes) 17
18 Kommunikation Bild 6: Beispiel Objektzugriff: ReadRange (Lesen eines Bereichs von Daten) Dateizugriff AtomicReadFile AtomicWriteFile Eine Datei wird aus einem Gerät gelesen Eine Datei wird in ein Gerät geschrieben Bei File-Transfer-Funktionen sind Anwendungszweck und Inhalt der Dateien nicht festgelegt. SAMSON AG V74/ RKH 18
19 Teil 4 L461 Alarm- und Ereignisfunktionen SAMSON AG 07/09 SubscribeCOV (COV = ChangeOfValue) UnsubscribeCOV SubscribeCOVProperty ConfirmedCOVNotification UnconfirmedCOVNotification ConfirmedEventNotification UnconfirmedEventNotification GetEnrollmentSummary Ein Client trägt sich beim Server als Empfänger für den automatischen Benachrichtigungsdienst bei Änderungen des Aktualwertes oder der Statusflags eines Objektes ein. Ein Client trägt sich aus dem automatischen Benachrichtigungsdienst aus. Hierbei handelt es sich nicht um einen eigenständigen Service, sondern um eine Variante von SubscribeCOV. Ein Client meldet sich für Wertänderungsnachrichten einer bestimmten Eigenschaft an. Bei der Anmeldung wird der Inkrementwert mit angegeben. Ein Server benachrichtigt einen Client über die Änderung des Aktualwertes oder der Statusflags. Ein Server benachrichtigt Clients unbestätigt über die Änderung des Aktualwertes oder der Statusflags. Ein Server benachrichtigt einen Client über eine Alarmmeldung oder ein Ereignis. Ein Server benachrichtigt einen Client unbestätigt über eine Alarmmeldung oder ein Ereignis. Ein Client erfragt eine Liste derjenigen Objekte, welche eine Alarmmeldung auslösen können. Dieser Dienst wird häufig bei Programmstart des Client ausgeführt. 19
20 Kommunikation GetAlarmSummary GetEventInformation AcknowledgeAlarm LifeSafetyOperation Ein Client fragt eine Liste der anstehenden Alarmmeldungen ab. Dieser Dienst wird meist bei Programmstart des Clienten ausgeführt. Ein Client fragt Informationen zu allen aktiven Ereignissen ab, um diese bestätigen zu können. Ein Client bestätigt eine Alarmmeldung des Servers. Dies wird häufig in Verbindung mit einer Bedienerquittierung in der Benutzeroberfläche verwendet. Es wird ein Bedienereingriff in Sicherheitssysteme ermöglicht, zum Beispiel zum Bestätigen von Alarmmeldungen, Ausführen eines Reset und Revisionsschaltung. Geräte- und Netzverwaltung DeviceCommunicationControl ReinitializeDevice ConfirmedPrivateTransfer Dieser Dienst sperrt ein Gerät zeitlich begrenzt oder für einen unbestimmten Zeitraum für jeglichen Netzverkehr (außer Device-CommunicationControl und Reinitialize-Device). Dieser Dienst startet ein Gerät neu. Dies kann ein Kaltstart (Reboot) oder Warmstart (definiertes Aufsetzen an einem bestimmten Punkt) sein. Dieser Dienst führt bestätigt herstellerspezifische Funktionen aus. Anwendungszweck und Inhalt unterliegen den herstellerspezifischen Anforderungen. SAMSON AG V74/ RKH 20
21 Teil 4 L461 SAMSON AG 07/09 UnconfirmedPrivateTransfer ConfirmedTextMessage UnconfirmedTextMessage TimeSynchronization UTCTimeSynchronization Who-Is I-Am Dieser Dienst führt unbestätigt, herstellerspezifische Funktionen aus. Anwendungszweck und Inhalt unterliegen den herstellerspezifischen Anforderungen Dieser Dienst dient zur bestätigten Textübertragung an ein Gerät. Textnachrichten können priorisiert und mit einer Messagekategorie versehen werden. Dieser Dienst erfüllt den gleichen Anwendungszweck wie die ConfirmedTextMessage, jedoch ohne Transportquittung. Dieser Dienst dient zur Synchronisation der Uhrzeit innerhalb der gleichen Zeitzone. Geräte müssen bei Empfang dieser Nachricht ihre interne Uhr entsprechend umstellen. Dieser Dienst dient zur Synchronisation der Uhrzeit, dabei werden unterschiedliche Zeitzonen unterstützt. Geräte müssen bei Empfang dieser Nachricht ihre interne Uhr entsprechend umstellen. Dieser Dienst ermittelt die Netzadressen und/oder die DeviceObjectIdentifier von Geräten im Netz. Mit diesem Dienst sendet ein Gerät seine Netzadresse und seinen Device-ObjectIdentifier. Eine Nachricht kann als Antwort auf eine Who-Is-Nachricht oder als Broadcast bei Start des Gerätes gesendet werden. 21
22 Kommunikation Who-Has I-Have Dieser Dienst ermittelt das DeviceObjekt und die Netzadresse des Gerätes, welches das gewünschte Objekt bereithält. Mit diesem Dienst übermittelt ein Gerät, dass es ein bestimmtes Objekt besitzt. Dieser Dienst kann als Antwort auf eine Who-Has-Nachricht oder als Broadcast bei Start des Gerätes benutzt werden. Mit dem Dienst Who-Is kann ein Gerät ein anderes Gerät zyklisch überprüfen. Bleibt eine Antwort des Gerätes mit I-Am aus, so kann eine fehlerhafte Verbindung festgestellt werden. Virtuelles Terminal Mit Hilfe dieses Dienstes kann eine gesonderte Schnittstelle zu einem -Gerät zum Beispiel für Konfigurations- und Servicezwecke geschaffen werden. Inhalte der Daten bei Verwendung der VT-Data-Funktion unterliegen herstellerspezifischen Anforderungen. VT-Open VT-Close VT-Data Dieser Dienst öffnet ein virtuelles Terminal eines Gerätes. Dieser Dienst schließt ein virtuelles Terminal eines Gerätes. Dieser Dienst ermöglicht die Datenübertragung zu einem virtuellen Terminal. SAMSON AG V74/ RKH 22
23 Teil 4 L461 BIBBS Um Interoperabilität zu gewährleisten, müssen sich -Geräte (Devices) vergleichen lassen. Zu diesem Zweck wurden BIBBs ( Interoperability Building Block) festgelegt, die Funktionen eindeutig definieren. Ein BIBB beschreibt, welche Dienste und Prozeduren auf Server- und Client-Seite unterstützt werden müssen, um eine bestimmte Anforderung des Systems zu realisieren. Die zu einem Gerät gehörende Beschreibung PICS (Protocol Implementation Conformance Statement) listet alle unterstützten BIBBs, Objekttypen, Zeichensätze und Optionen der Kommunikation auf. BIBBs ( Interoparability Building Block) definieren die Funktionen eindeutig Es werden 6 Interoperabilitätsbereiche (IOB) unterschieden: Data sharing (DS) - Gemeinsame Datennutzung Alarm and Event Management (AE) - Alarm- und Ereignisverwaltung Scheduling (SCHED) - Zeitplan Trending (T) - Trendaufzeichnung Device management (DM) - Geräteverwaltung Network management (NM) - Netzverwaltung Entscheidend dabei ist, wer eine Aktion initiiert. Basierend auf dem Client/Server-Prinzip kann ein Client (A) eine Aktion auslösen oder ein Server (B). Vereinfacht können die Begriffe Anforderer (A) und Bereithalter (B) gewählt werden. SAMSON AG 07/09 23
24 Kommunikation Liste der Interoperabilitätsbausteine Nr. BIBB-Abkürzung BIBB-Beschreibung 1 DS-RP-A/B 2 DS-RPM-A/B 3 DS-RPC-A/B 4 DS-WP-A/B 5 DS-WPM-A/B 6 DS-COV-A/B 7 DS-COVP-A/B 8 DS-COVU-A/B 9 AE-N-A 10 AE-N-I-B 11 AE-N-E-B Data Sharing-ReadProperty-A/B A liest die Eigenschaften von B Data Sharing-ReadPropetryMultiple-A/B A liest mehrere Werte zeitgleich von B Data Sharing-ReadPropertyConditional-A/B A liest abhängig von einer Bedingung Eigenschaften von B Data Sharing-WriteProperty-A/B A schreibt in die Eigenschaften von B Data Sharing-WriteProperityMultiple-A/B A schreibt zeitgleich mehrere Werte in B Data Sharing-COV-A/B A aboniert Informationen über Wertänderungen von B Data Sharing-COVP-A/B A aboniert Informationen über Wertänderungen einer speziellen Eigenschaft von B Data Sharing-COV-Unsolicited-A/B A verarbeitet unaufgefordert gesandte COV-Werte von B Alarm and Event-Notification-A A verarbeitet Meldungen von B Alarm and Event-Notification Internal-B B erzeugt Meldungen Alarm and Event-Notification External-B B erzeugt Meldungen SAMSON AG V74/ RKH 24
25 Teil 4 L461 SAMSON AG 07/09 12 AE-ACK-A/B 13 AE-ASUM-A/B 14 AE-ESUM-A/B 15 AE-INFO-A/B 16 AE-LS-A/B 17 SCHED-A 18 SCHED-I-B 19 SCHED-E-B 20 T-VMT-A 21 T-VMT-I-B 22 T-VMT-E-B Alarm und Event-ACK-A/B A quittiert Meldungen von B Alarm and Event-Alarm Summary-A/B A fordert Meldelisten bei B an Alarm and Event-Enrollment Summary-A/B A fordert die Empfängerliste für ein Ereignis von B Alarm and Event-Information-A/B A fordert Ereignisinformationen von B Alarm and Event-LifeSafety A/B A fordert Alarmruhe/rücksetzung von Gefahrenmeldeeinrichtung in B Scheduling-A A ändert Zeiteinstellungen in B Scheduling-lnternal-B B führt pro Tag maximal sechs eingetragene Schaltungen bei eigenen Datenpunkten aus Scheduling-External-B B führt pro Tag maximal sechs eingetragene Schaltungen bei Datenpunkten im GA-Datennetz aus Trending-Viewing and Modifying Trends-A A fordert Trendwerte von B und zeigt sie an Trending-Viewing and Modifying Trends Internal-B B sammelt für A Trendwerte eigener Datenpunkte Trending-Viewing and Modifying Trends External-B B sammelt für A Trendwerte von Datenpunkten im GA-Datennetz 25
26 Kommunikation 23 T-ATR-A/B 24 T-VMMV-A 25 T-VMMV-I-B 26 T-VMMV-E-B 27 T-AMVR-A/B 28 DM-DDB-A/B 29 DM-DOB-A/B Trending-Automated Trend Retrieval-A/B A reagiert auf eine Meldung von B, dass gesammelte Trendwerte zur Abholung bereitstehen Trending-Viewing and Modifying Multiple Values-A A zeigt die Trendwerte von B und verändert Trendparameter in B Trending-Viewing and Modifying Multiple Values-Internal-B B sammelt Mehrfachtrendwerte im eigenen Gerät Trending-Viewing and Modifying Multi Values-External-B B sammelt Mehrfachtrendwerte auch von anderen Geräten Trending-Automated Multiple Value Retrieval-A/B A reagiert auf eine Meldung von einem Mehrfachtrend-Objekt und liest die neuen Daten von der Aufzeichnung Device Management-Dynamic Device Binding-A/B A sucht im GA-Datennetz Informationen über andere Geräte und interpretiert entsprechende Ankündigungen Device Management-Dynamic Object Binding-A/B A sucht im GA-Datennetz Adressinformationen über -Objekte SAMSON AG V74/ RKH 26
27 Teil 4 L461 SAMSON AG 07/09 30 DM-DCC-A/B 31 DM-PT-A/B 32 DM-TM-A/B 33 DM-TS-A/B 34 DM-UTC-A/B 35 DM-RD-A/B 36 DM-BR-A/B 37 DM-R-A/B 38 DM-LM-A/B 39 DM-OCD-A/B Device Management-Device-Communication Control-A/B A kontrolliert das Kommunikationsverhalten von B Device Management-Private Transfer-A/B A startet die Übertragung proprietärer Daten von B mittels eines -Dienstes Device Management-Text Message-A/B A startet die Übertragung von freiem Text für B Device Management-Time Synchronization-A/B A übermittelt B eine Zeitsynchronisation mit der lokalen Uhrzeit Device Management-UTCTime Synchronization-A/B A übermittelt B eine Zeitsynchronisation mit der UTC-Weltzeit (GMT) Device Management-Reinitialize Device-A/B A bewirkt einen Warm- oder Kaltstart der Software in B Device Management-Backup and Restore-A/B A liest die Konfiguration von B und schreibt diese bei Bedarf zurück Device Management-Restart-A/B A verarbeitet Wiederanlaufmeldungen, die von B erzeugt werden und bewertet die Gründe Device Management-List Manipulation-A/B Afügt Listenelement den Eigenschaften von B zu oder entfernt welche Device Management-Object Creation and Deletion-A/B A erzeugt oder löscht -Objekttypen in B 27
28 Kommunikation 40 DM-VT-A/B 41 NM-CE-A/B 42 NM-RC-A/B Device Management-Virtual Terminal-A/B A startet eine Sitzung über ein virtuelles Terminal mit B Network Management-Connection Establishment-A/B A fordert Modems auf, Verbindungen auf- oder abzubauen, B führt diese Anweisungen aus Network Management-Router Configuration-A/B A fragt die Konfiguration von Modems und Routern ab und ändert diese, B reagiert darauf Gemeinsame Datennutzung (Data Sharing BIBBS) Eine der elementaren Funktionen ist der IOB Datenaustausch (DS). Hierüber werden z.b. Werte aus einem Gerät gelesen und geschrieben. BIBB Data Sharing-ReadProperty-A (DS-RP-A) Gerät A fordert das Lesen einer Eigenschaft eines Datenpunktes vom Gerät B, z.b. die Eigenschaft aktueller Messwert (property present value). Service Initiate Execute ReadProperty X Das Folgende leistet dann der Server: BIBB Data Sharing-ReadProperty-B (DS-RP-B) Gerät Bführt die Anfrage von DS-RP-A aus und liefert z.b. den aktuellen Messwert. Service Initiate Execute ReadProperty X SAMSON AG V74/ RKH 28
29 Teil 4 L461 Geräte- und Netzverwaltung (Device and Network Management BIBBS) Diese übergeordneten Dienste bieten Funktionen zum Aufbau, Beeinflussung und Optimierung eines GA-Datennetzes. Ein wichtiger Dienst ist z.b. Who-Is. Um Geräte im Netz zu finden, stellt die Dienste Who-Is und I-Am bereit. Diese Dienste sind für das BIBB DM-DDB-A/B notwendig. Führt ein Teilnehmer ein Who-Is aus, sollten alle angeschlossenen Geräte mit I-Am antworten. Nach diesem Scan erhält der Anforderer von allen Bereithaltern die Device-Objekt-Identifier und die Netzadresse (I-Am). Mit dem Dienst Who-Is kann als weitere Anwendung auch ein Life-Check bzw. Heartbeat durchgeführt werden. Dienste bieten Funktionen zum Aufbau, Beeinflussung und Optimierung eines GA-Datennetzes Bild 7: Suche nach Geräten mit Dienst Who-Is SAMSON AG 07/09 29
30 Kommunikation Profile von Standard--Geräten BIBBS sind zu Funktionsgruppen zusammengefasst Zahlreiche BIBBS sind für die unterschiedlichsten Funktionen festgelegt und zu Funktionsgruppen zusammengefasst. Diese Gruppierungen spiegeln Geräte mit speziellen Profilen wieder. Folgende Profile sind festgelegt: B-OWS B-BC B-AAC B-ASC B-SA B-SS Operator Workstation Gebäudeleitzentrale, Managementsystem, Arbeitsstation Building Controller, Frei programmierbare Automationsstation Advanced Application Controller Konfigurierbares Automationsgerät Application Specific Controller Parametrierbares Automationsgerät Smart Actuator -fähiger Antrieb Smart Sensor -fähiger Sensor SAMSON AG V74/ RKH 30
31 Teil 4 L461 Die folgende Tabelle zeigt, welche BIBBS von jedem Gerät (Profil) und IOB (DS, AE, etc) unterstützt werden müssen. Data sharing, (DS) Gemeinsame Datennutzung Ein Mindestumfang ist erforderlich, um interoperabel zu sein B-OWS B-BC B-AAC B-ASC B-SA B-SS DS-RP-A,B DS-RP-A,B DS-RP-B DS-RP-B DS-RP-B DS-RP-B DS-RPM-A DS-RPM-A,B DS-RPM-B DS-WP-B DS-WP-B DS-WP-A DS-WP-A,B DS-WP-B DS-WPM-A DS-WPM-B DS-WPM-B DS-COVU-A,B Alarm and Event Management (AE) Alarm- und Ereignisverwaltung B-OWS B-BC B-AAC AE-N-A AE-N-I-B AE-N-I-B AE-ACK-A AE-ACK-B AE-ACK-B AE-INFO-A AE-INFO-B AE-INFO-B AE-ESUM-A AE-ESUM-B Scheduling (SCHED) Zeitplan B-OWS B-BC B-AAC SCHED-A SCHED-E-B SCHED-I-B SAMSON AG 07/09 31
32 Kommunikation Trending (T) Trendaufzeichnung B-OWS T-VMT-A B-BC T-VMT-I-B T-ATR-A T-ATR-B Device management (DM) Geräteverwaltung B-OWS B-BC B-AAC B-ASC DM-DDB-A,B DM-DDB-A,B DM-DDB-B DM-DDB-B DM-DOB-A,B DM-DOB-A,B DM-DOB-B DM-DOB-B DM-DCC-A DM-DCC-B DM-DCC-B DM-DCC-B DM-TS-A DM-TS-B oder DM-UTC-B DM-TS-B oder DM-UTC-B DM-UTC-A DM-RD-A DM-RD-B DM-RD-B DM-BR-A DM-BR-B Network management (NM) Netzverwaltung B-OWS NM-CE-A B-BC NM-CE-A SAMSON AG V74/ RKH 32
33 Teil 4 L461 Ein Gerät, welches das B-BC Profil erfüllt, besitzt folgende Fähigkeiten: Gemeinsame Datennutzung die Werte jedes seiner Objekte bereitzustellen die Werte von Objekten von anderen Geräten zu empfangen Modifikation von einigen oder allen seiner Objekte durch andere Geräte zuzulassen Alarm- und Ereignisverwaltung Generieren von Alarm und Ereignissen, Benachrichtigungen und die Fähigkeit diese an die Empfänger zu schicken Halten einer Liste von unquittierten Alarmen und Ereignissen Benachrichtigung anderer Empfänger, dass eine Quittierung empfangen wurde Anpassung der Alarm- und Ereignisparameter Zeitplan Zeitsteuerung von Ausgabeoperationen, im eigenen Gerät und in anderen Geräten, binär und analog, basierend auf Datum und Zeit Trendaufzeichnung Sammeln und Liefern von Zeit/Wert Paaren Geräte- und Netzverwaltung Informationen über den Gerätestatus zu geben Anfragen über jedes seiner Objekte zu beantworten auf Meldungen zur Kommunikationssteuerung zu reagieren die interne Uhr auf Anforderung zu synchronisieren eine Reinitialisierung auf Anforderung durchzuführen SAMSON AG 07/09 Upload und Download seiner Konfiguration Modems zum Auf- und Abbau von Verbindungen anzusteuern 33
34 Kommunikation Herstellerspezifische Erweiterungen kann herstellerspezifisch um Erweiterungen von Numerierungen neue Objekttypen Eigenschaften von Standardobjekten ( Properties ) oder neue Dienste ergänzt werden. Diese Erweiterungen müssen gegebenenfalls bekannt gemacht werden, damit Systeme anderer Hersteller diese Erweiterungen unterstützen können. Name Reserviert Maximal Error-class Error-code AbortReason DeviceStatus EngeneeringUnits EventState EventType ObjectType ProgramError PropertyIdentifier PropertyStates Reliability RejectReason VTClass 0 bis 63 0 bis bis 63 0 bis 63 0 bis bis 63 0 bis 63 0 bis bis 63 0 bis bis 63 0 bis 63 0 bis 63 0 bis Tabelle 2: Beispiele für reservierte und freie Nummern (nicht vollständig) SAMSON AG V74/ RKH 34
35 Teil 4 L461 Vendor-ID Damit herstellerspezifische Erweiterungen des -Standards voneinander unterschieden werden können, vergibt die ASHRAE eindeutige Vendor-IDs. Die Erweiterungen des Standards gelten daher immer in Verbindung mit der Vendor-ID, welche im Device-Objekt hinterlegt werden muss. Bis zum Juni 2007 waren bereits 257 Vendor-IDs registriert. Die Vendor-ID Nr. 51 wurde der SAMSON AKTIENGESELLSCHAFT zugeteilt. Bis Juni 2007 bereits 257 Vendor-IDs Neue -Objekte Die Hersteller können neue -Objekte definieren. Es müssen mindestens die folgenden drei Eigenschaften (Properties) unterstützt werden: Object_Identifier Object_Name Object_Type Standard--Objekte können herstellerspezifisch um eigene Properties (Eigenschaften) erweitert werden. Die Property-IDs müssen hierfür in einem frei verwendbaren Nummernbereich liegen. Dienste dürfen nur auf Basis der -Standarddienste ConfirmedPrivateTransfer und UnconfirmedPrivateTransfer erweitert werden. Objekte können herstellerspezifisch um eigene Eigenschaften erweitert werden SAMSON AG 07/09 35
36 Kommunikation Land USA Japan Deutschland Kanada Australien Korea Vereinigtes Königreich Schweiz China Niederlande Frankreich Polen Dänemark Indien Italien Malaysia Südafrika Schweden Argentinien Österreich Belgien Finland Hongkong Irland Israel Neuseeland Slovakei Spanien Taiwan Anzahl Tabelle 3: 257 Vendor IDs Stand Juni 2007 SAMSON AG V74/ RKH 36
37 Teil 4 L461 Der Einsatzschwerpunkt von In Projekten, die über eine längere Zeit in aufeinander folgenden Bauabschnitten realisiert oder etappenweise modernisiert werden und wenn offene Kommunikation gefordert wird, ist der geeignete Standard. Diese Situation findet man zum Beispiel häufig bei: Universitäten Kliniken Messegeländen Firmenstandorten In vielen Fällen sind dies Projekte mit großer räumlicher Ausdehnung. Es besteht bereits ein vom Endkunden betriebenes und gewartetes Datennetz, auf das dann die Automationsinseln recht einfach aufgeschaltet werden können. Durch die Integration unterschiedlicher Systeme trägt heute zur Kosten- und Energieeinsparung in Gebäuden bei. Systeme, die in einer standardisierten Sprache miteinander kommunizieren, sind Insellösungen weit überlegen. Und ist für die ausschließliche Anwendung im Gebäude konzipiert. Die ersten Anwendungen wurden ausnahmslos in der Heizungs-, Lüftungsund Klimatechnik realisiert. Neuerdings kommunizieren aber immer mehr Erzeugnisse von Firmen der Brandmelde-, Sicherheits- sowie Beleuchtungstechnik über. Somit ist nicht nur auf die Belange einer speziellen Branche zugeschnitten. Der Schwerpunkt wird immer mehr auf alle Anwendungen im Gebäudemanagement ausgerichtet. Einsatz bei Projekten mit großer räumlicher Ausdehnung Erste Anwendungen in der Heizungs-, Lüftungsund Klimatechnik SAMSON AG 07/09 Bis heute sind viele Anlagen im europäischen Raum, die auf in der Gebäudeautomation aufsetzen, in Betrieb genommen worden. Inzwischen sind zehntausende erfolgreicher -Lösungen auf dem ganzen Globus verteilt. Bauherren, Planer und Hersteller der Gebäudetechnik erkennen immer mehr den nachhaltigen Nutzen einer standardisierten Kommunikation in der Gebäudeautomatisierung. Zehntausende erfolgreicher -Lösungen auf dem ganzen Globus 37
38 Kommunikation -Netzkonzepte Sechs verschiedene Netzstandards ist flexibel bei der Nutzung von Übertragungsmedien, mit denen Kommunikationspartner Informationen unter Verwendung des -Protokolls austauschen. Sechs verschiedene Netzstandards werden durch unterstützt, darunter befindet sich auch das Internetprotokoll IP. Aus diesem Grund bietet sich eine Integration in bestehende IT-Umgebungen an, wenn eine Vernetzung von Komponenten der Gebäudeautomation vorgenommen werden soll und bereits ein Netz vorhanden ist. Nicht alle technischen Optionen, die in der ANSI/ASHRAE für die Übertragung von Telegrammen vorgesehen sind, sind auch in die Norm DIN EN ISO eingearbeitet worden. OSI Kommunikationsmodell lässt sich mit dem OSI Kommunikationsmodell beschreiben. Kommunikation in der Managementebene: Die europäische Norm legt fest: /IP Ethernet (ISO ) und PTP (Point-to-Point, insbesondere für Wählverbindungen) Bild 8: OSI-Kommunikationsmodell für SAMSON AG V74/ RKH 38
39 Teil 4 L461 Kommunikation in der Automationsebene: Die europäische Norm legt fest: /IP Ethernet (ISO ) PTP (Point-to-Point, insbesondere für Wählverbindungen) LonTalk Denkbar ist auch die Kommunikation in der Feldebene über. Dies ist in der Europäischen Normung nicht vorgesehen. SAMSON AG 07/09 Bild 9: Topologie Kommunikation über 39
40 Kommunikation ist ein universell einsetzbares Protokoll ist ein universell einsetzbares Protokoll für den Einsatz in kleinen, mittleren, aber auch großen und verteilten Liegenschaften. Darüber hinaus bietet eine Infrastruktur sowohl für Visualisierungskomponenten (Arbeitsstationen) als auch für Automationsstationen. Die eigentlich widersprüchlichen Anforderungen an Bandbreite und Zugriffsgeschwindigkeit auf der einen und Kosten auf der anderen Seite sind nur mit mehreren Optionen für die -Technologie zu lösen. Bei SAMSON-Produkten wird die /IP-Technologie eingesetzt. auf IP-Basis, auf Ethernet-Basis Mit auf IP-Basis, häufig auch als /IP bezeichnet, lassen sich -Netze über das Internet verbinden. Bei /IP werden außer dem Ethernet-Link- Sockel zusätzlich noch die im IT-Bereich verbreiteten Netz- und Transport-Protokolle IP (Internet-Protocol) und UDP (User Datagram Protocol) für die -Kommunikation genutzt. Das User Datagram Protocol ist ein minimales, verbindungsloses Netzprotokoll, das zur Transportschicht der Internetprotokollfamilie gehört. Damit lassen sich -Geräte problemlos auch in komplexe Firmennetze einbinden. /Ethernet-Geräten und /IP-Geräte können keine Daten direkt miteinander austauschen Bei auf Ethernet setzt die -Netzschicht direkt auf dem Ethernet-Protokoll auf. Einfach zu projektierende und kostengünstige -Netze lassen sich damit realisieren. Die direkte Einbindung in Firmennetze wird aber meist nicht möglich sein. Bedingt durch den völlig anderen Protokollaufbau unterhalb der Netzschicht, können /Ethernet-Geräte und /IP-Geräte zwar im selben Ethernet-Segment kommunizieren aber keine Daten miteinander austauschen. Die Ethernetverbindung transportiert die beiden Protokollarten, zusammen mit den verschiedenen IT-Protokollen ohne gegenseitige Störung. Eine Umsetzung auf ein gemeinsames Protokoll kann über geeignete Router vorgenommen werden. Mit Ethernet bzw. Fast-Ethernet (ISO ) stehen für die Datenübertragung im Netz Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Die /IP-Übertragung wird über das bekannte und weit verbreitete Internetprotokoll (IP), und über UDP (User Datagram Protocol) realisiert. SAMSON AG V74/ RKH 40
41 Teil 4 L461 Bild 10: über das Internet SAMSON AG 07/09 Bei der Integration in bestehende IT-Netze, aber auch beim Aufbau eigener Datennetze für die Gebäudeautomation sind jede Menge organisatorische Fragen zu klären. Neben der geplanten Maximalanzahl von Kommunikationsteilnehmern sind auch Fragen der Betriebssicherheit und der Sicherheit im Datennetz zu berücksichtigen. Verantwortung für das Netz Auch die Verantwortung für das Datennetz muss eindeutig geklärt werden. Wer behebt die Fehler in einem Datennetz und in welchem Zeitrahmen? Von wem dürfen Eingriffe im Netz und den zugehörigen Komponenten vorgenommen werden? Insbesondere in Datennetzen, die dem Datenschutz unterliegen, da mit personenbezogenen Daten oder anderen vertraulichen Daten gearbeitet wird, stellt sich die Frage, ob zum Beispiel bei der Inbetriebnahme Protokollmitschnitte vom Datenverkehr aufgezeichnet werden dürfen. Die Benennung eines Netzverantwortlichen für die Gebäudeautomation ist somit unerlässlich. Dies gilt sowohl zur Planung des Netzes, zur Definition BAC- Die Betriebssicherheit und die Sicherheit im Datennetz muss berücksichtigt werden Die Verantwortung für das Datennetz muß eindeutig geklärt werden 41
42 Kommunikation Die IT-Abteilung frühzeitig in den Prozess mit einbeziehen Netze können in Subnetze unterteilt werden net-spezifischer Festlegungen wie Gerätenamen und -nummern, als auch zur Dokumentation des Netzes. Damit eine Integration zum Erfolg wird, muss eine umfangreiche Systemanalyse bei der Planung durchgeführt werden. Die verantwortliche IT-Abteilung sollte frühzeitig in diesen Prozess mit einbezogen werden. -Netznummer Netze können anhand einer Netznummer in einzelne Subnetze unterteilt werden. Um Netzsegmente unterscheiden zu können, ist dies bei unterschiedlichen Data-Link-Layern zwingend erforderlich. Netzsicherheit Eine neue Arbeitsgruppe befasst sich mit Spezifikationen zur Nutzung der in der IT-Welt verbreiteten Standards (SSL-Verschlüsselung, Keyserver, usw.). SAMSON AG V74/ RKH 42
43 Teil 4 L461 PICS Ein PICS (Protocol Implementation Conformance Statement) beschreibt die Objekte und Funktionen eines Geräts in einem Dokument. Die Darstellung der PICS ist im -Standard festgelegt. Sie bildet einen Teil der Norm. Will man die Zusammenarbeit zwischen zwei Geräten beurteilen, so muss man die PICS dieser beiden Kommunikationsteilnehmer vergleichen. Neben den Funktionen und Objekten müssen für eine Interoperabilität auch die unterstützten Data Link Layer-Eigenschaften betrachtet werden. Ein PICS (Protocol Implementation Conformance Statement) beschreibt die Objekte und Funktionen Auszüge aus einem PICS eines SAMSON-Produktes Date: Vendor Name: SAMSON AG (Vendor ID 51) Product Name: TROVIS CPU-Modul Typ 6610 automation station Product Model Number: TROVIS 6610 Application Software Version: 1.0 Firmware Revision: 1.0 Protocol Revision: SAMSON BACstac v Product Description Autonomous automation station for control and monitoring purposes 1.2. standardized device profile (Annex L) Operator Workstation (B-OWS) Building Controller (B-BC) Advanced Application Controller (B-AAC) Application Specific Controller (B-ASC) Smart Sensor (B-SS) Smart Actuator (B-SA) SAMSON AG 07/ interoperability building blocks supported (Annex K) Data Sharing BIBBs Data Sharing ReadProperty-A DS-RP-A Data Sharing ReadProperty-B DS-RP-B Data Sharing ReadProperty-Multiple-A DS-RPM-A Data Sharing ReadProperty-Multiple-B DS-RPM-B 43
44 Kommunikation Data Sharing WriteProperty-A Data Sharing WriteProperty-B Data Sharing WriteProperty-Multiple-B Data Sharing COV-A Data Sharing COV-B Data Sharing COVP-A Data Sharing COVP-B Data Sharing COV-Unsolicited-A Data Sharing COV-Unsolicited-B Alarm and event management BIBBs Alarm and Event - Notification-Internal-B Alarm and Event - Notification-External-B Alarm and Event - Acknowledge-B Alarm and Event - AlarmSummary-B Alarm and Event - EnrollmentSummary-B Alarm and Event - Information-B Scheduling BIBBs Scheduling - Internal-B Scheduling - External-B Trending BIBBs Trending - Viewing and Modifying Trends-Internal-B Trending - Viewing and Modifying Trends-External-B Trending - Automated-Trend-Retrieval-B DS-WP-A DS-WP-B DS-WPM-B DS-COV-A DS-COV-B DS-COVP-A DS-COVP-B DS-COVU-A DS-COVU-B AE-N-I-B AE-N-E-B AE-ACK-B AE-ASUM-B AE-ESUM-B AE-INFO-B SCHED-I-B SCHED-E-B T-VMT-I-B T-VMT-E-B T-ATR-B Device management BIBBs Device Management - Dynamic Device Binding-A DM-DDB-A Device Management - Dynamic Device Binding-B DM-DDB-B Device Management - Dynamic Object Binding-A DM-DOB-A Device Management - Dynamic Object Binding-B DM-DOB-B Device Management - Device Communication Control DM-DCC-B Device Management - TimeSynchronization-A DM-TS-A Device Management - TimeSynchronization-B DM-TS-B Device Management - UTCTimeSynchronization-A DM-UTC-A Device Management - UTCTimeSynchronization-B DM-UTC-B Device Management - ReinitializeDevice-B DM-RD-B Device Management - Backup and Restore-B DM-BR-B SAMSON AG V74/ RKH 44
45 Teil 4 L461 Device Management - Restart DM-R-B Device Management - List Manipulation-B DM-LM-B Device Management - Object Creation and Deletion-B DM-OCD-B Network management BIBBs Network Management - ConnectionEstablishment-A NM-CE-A 1.4. Segmentation capability Able to transmit segmented messages Window size : 16 Able to receive segmented messages Window size : 16 SAMSON AG 07/ Standard object types supported Object Supported Create Delete Accumulator Analog Input Analog Output Analog Value Averaging Binary Input Binary Output Binary Value Calendar Command Device Event Enrollment (Event Log) File (Global Group) Group Life Safety Point Life Safety Zone Loop Multistate Input Multistate Output Multistate Value Notification Class Programm Pulse Converter Schedule 45
46 Kommunikation Trendlog (Trendlog Multiple) 1.6. Data Link Layer Options IP, (Annex J) IP, (Annex J), Foreign Device ISO , Ethernet (Clause 7) ANSI/ATA 878.1, 2.5 Mb. ARCNET (Clause 8) ANSI/ATA 878.1, RS-485 ARCNET (Clause 8) MS/TP master (Clause 9), baud rate(s) : MS/TP slave (Clause 9), baud rate(s) : Point-To-Point, EIA 232 (Clause 10), baud rate(s) : bit/s Point-To-Point, modem, (Clause 10), baud rate(s) : max. Modem LonTalk, (Clause 11), medium : Other : 1.7. Device Adress Binding Is static device binding supported? Yes No 1.8. Network Options Router, Clause 6, IP / PTP) Annex H, Tunneling Router over IP /IP Broadcast Management Device (BBMD) Does the BBMD support registrations by foreign devices? Yes No (Max. list foreign devices = 128) 1.9. Character Sets Supported Indicating support for multiple character sets does not imply that they can all be supported simultaneously. ANSI X3.4 IBM / Microsoft DBCS ISO (UCS-2) ISO (UCS-4) ISO JIS C 6226 UTF-8 SAMSON AG V74/ RKH 46
47 Teil 4 L461 Ausschreibungen Ohne die Verwendung allgemein anerkannter Normen und Standardverfahren sind die vielfältigen Zusammenhänge der heute eingesetzten technischen Gebäudesysteme und Anlagen nicht mehr realisierbar. Besonders zeigt sich dieser Sachverhalt bei komplexen Projekten, bei denen die Systemintegration im Blickpunkt steht. Fairer und freier Wettbewerb entsteht hier nur, wenn Ausschreibungen den zweifelsfreien Austausch von Informationen unterstützen. Nur so werden Kostenrisiken vermieden und die Investitionen auf Jahre gesichert. Für die technische Gebäudeausrüstung existieren eine Menge technischer Regeln. Dabei hat die Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm für die Gebäudeautomation eine besondere Bedeutung. Eine funktionale Ausschreibung ist sinnvoll, wenn es wegen der unterschiedlichen Eigenschaften der Systeme den Bietern freigestellt sein muss, die Gesamtleistung so zu gliedern und anzubieten, wie es ihren Systemstrukturen entspricht. Oftmals sind auch mehrere technische Lösungen möglich. Diese können häufig im Einzelnen nicht neutral beschrieben werden, und somit kann der Auftraggeber seine Entscheidung unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit und Funktionsgerechtigkeit erst aufgrund der Angebote treffen. Für die Teilbereiche Automationssysteme (Hardware) und das Kommunikationsnetz der Gebäudeautomation ist nur durch einen funktionalen Teil in einer Ausschreibung mit Leistungsverzeichnis ein wirksamer Wettbewerb gewährleistet. Mit funktional sind hier jedoch nicht die Funktionen der Gebäudeautomation nach VDI 3814 gemeint, sondern die Lösungen für die Auswahl der Ein-Ausgabe-Baugruppen, die Hardware zum Bedienen und Beobachten und die Netztechnik bzw. -topologie. Die Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm ist für die Gebäudeautomation von besonderer Bedeutung SAMSON AG 07/09 Wenn ein interoperables System der Gebäudeautomation mit dem Protokoll zum Einsatz kommen soll, gibt das Handbuch VDI-TGA/BIG-EU, Leitfaden zur Ausschreibung interoperabler Gebäudeautomation auf Basis von DIN EN ISO Systeme der Gebäudeautomation - Datenkommunikationsprotokoll () eine Hilfestellung für die Planung und die Erstellung der Leistungsverzeichnisse. Es ist als Download zur kostenlosen Nutzung von zu beziehen und enthält die aktualisierte Übersetzung des Handbuches NISTIR 6392 mit Anpassung an die VOB und den Markt in Mitteleuropa. 47
48 Kommunikation Organisationen rund um Zahlreiche nationale Gruppen sind entstanden In der Zeit von 1996 bis heute ist vom nationalen zum internationalen Standard gewachsen. Verbindungen zwischen zahlreichen nationalen Gruppen sind entstanden, und wurde an spezielle regionale Anforderungen angepasst. Experten tauschen ihre Erfahrungen auf dem Forum in gemeinsamen Messeauftritten, in den Arbeitsgruppen für Marketing und für Technik und auf den Mitgliederversammlungen aus. Das SSPC 135 (Projektkomitee der ASHRAE) legt Erweiterungen des Standards fest ( Verschiedene Nutzer- und Interessengruppen wurden gegründet: Interest Group Europe e.v. ( Interest Group Northamerica ( Interest Group Austral/Asia ( Interest Group Middle East hat momentan noch keine Webseite In den USA gibt es zudem eine Herstellervereinigung, die Manufacturers Association (BMA) mit dem angeschlossenen Test-Lab (BTL) ( Die BMA und die Interest Group Europe e.v. haben gemeinsame Bestrebungen ins Leben gerufen, -Geräte zu testen und zu zertifizieren. Bild 11: Logo SAMSON AG V74/ RKH 48
49 Teil 4 L461 Konformitätstest Im ASHRAE-Standard Method of Test for Conformance to werden Verfahren zum Test von -Funktionen spezifiziert. Anhand dieser Testverfahren können -Geräte auf Konformität geprüft werden. Die ersten für den europäischen Markt entwickelten Geräte wurden Anfang 2004 getestet und auf der Messe light+building in Frankfurt am Main im April 2004 präsentiert. BTL-Kollektivmarke Produkte, die erfolgreich in einem Testlabor getestet und von einer durch die Interest Group Europe e.v. autorisierten Stelle gelistet wurden, sind berechtigt, die BTL-Marke zu tragen. Voraussetzung ist, dass die Geräte in einem unabhängigen Labor auf ihre Funktionen getestet werden. Hierzu wurden die BTL ( Testing Laboratory) gegründet. In Europa ist die unparteiische Stelle das Prüfinstitut WSBLab Dr. Ing. Harald Bitter, Stuttgart. Die BIG-EU hat mit den amerikanischen -Partnern eine gegenseitige Anerkennung der Testergebnisse vereinbart. Produkte, die erfolgreich getestet wurden, sind berechtigt, die BTL-Marke zu tragen Die Tests werden einheitlich nach dem ASHRAE-Standard Method of Test for Conformance to durchgeführt. Abgelöst wird dieser mit Hand durchgeführte Test im Herbst 2007 durch das Test Framework. Der automatisch durchgeführte Test ist wesentlich schneller und reproduzierbarer. Ist das Prüfergebnis positiv, erteilt die BIG-EU die Erlaubnis, das Produkt mit dem -Prüfzeichen (BTL-Marke) zu kennzeichnen. SAMSON AG 07/09 Bild 12: BTL-Marke 49
50 Kommunikation Schulungen Die Anwendung des -Protokolls setzt neben der Kenntnis der Norm ASHRAE-Standard ein umfangreiches Fachwissen voraus. Die Interest Group Europe e.v. führt zusammen mit dem VDI-Wissensforum IWB -Schulungen durch ( oder SAMSON AG V74/ RKH 50
51 Teil 4 L461 Anhang A1: Ergänzende Literatur SAMSON AG 07/09 [1] Digitale Signale Technische Information L150; SAMSON AG [2] Serielle Datenübertragung Technische Information L153; SAMSON AG [3] Kommunikationsnetze Technische Information L155; SAMSON AG [4] Fachbuch: Gebäude-Automation 1.4 (2. Auflage 10/2006) von Hans R. Kranz (ISBN ) [5] DIN EN ISO , Ausgabe , Systeme der Gebäudeautomation - Teil 5: Datenkommunikationsprotokoll (ISO :2003); Englische Fassung EN ISO :2003, englisch, Beuth Verlag, Berlin [6] VDI-TGA/BIG-EU, Leitfaden zur Ausschreibung interoperabler Gebäudeautomation auf Basis von DIN EN ISO Systeme der Gebäudeautomation Datenkommunikationsprotokoll (), Download bei ANHANG 51
52 Kommunikation Bildverzeichnis Bild 1: Titelblatt ASHRAE STANDARD Bild 2: Beispiel eines -Objektes Bild 3: Mögliche Objekte eines realen Gerätes Tabelle 1: Als Beispiel die Eigenschaften des Objekts Analog Output.. 14 Bild 4: ReadProperty (Lesen eines Messwertes) Bild 5: WriteProperty (Schreiben eines Sollwertes) Bild 6: ReadRange (Lesen eines Bereichs von Daten) Bild 7: Suche nach Geräten mit Dienst Who-Is Tabelle 2: Beispiele für reservierte und freie Nummern (nicht vollständig) 34 Tabelle 3: 257 Vendor IDs Stand Juni Bild 8: OSI-Kommunikationsmodell für Bild 9: Topologie Kommunikation über Bild 10: über das Internet Bild 11: Logo Bild 12: BTL-Marke BILDER SAMSON AG V74/ RKH 52
53 Teil 4 L461 SAMSON AG 07/09 NOTIZEN 53
54 Kommunikation NOTIZEN SAMSON AG V74/ RKH 54
55 SAMSON voll auf Qualitätskurs Die Auszeichnung unseres Qualitätssicherungssystems garantiert hohe Produkt- und Dienstleistungsqualität.
56 SAMSON AG MESS- UND REGELTECHNIK Weismüllerstraße Frankfurt am Main Telefon: Telefax: Internet: /09 L461
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