Assistierte Ausbildung
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- Adam Waltz
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Assistierte Ausbildung Betriebliche Berufsausbildung für chancenarme junge Menschen in Baden-Württemberg Ralf Nuglisch, Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg
2 Assistierte Ausbildung Das Modell Assistierte Ausbildung Ergebnisse aus den Projekten carpo und diana Perspektiven
3 Prolog Warum Assistierte Ausbildung? oder: Wie alles vor über zehn Jahren begann Ausbildungsförderung ins Zentrum der Erwerbsarbeitsgesellschaft rücken Reguläre Betriebliche Ausbildung für schwächere junge Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anstatt im Parallelsystem Inklusion statt Kompensation: Junge Menschen brauchen keine Maßnahmen sondern echte Teilhabechancen und werden diese nutzen Die Gesellschaft braucht jedes Talent: Ausbildungspotenziale aller jungen Menschen und Betriebe optimal nutzen Neuorientierung der Jugendsozialarbeit: Dritte Kraft innerhalb der dualen Berufsbildung Handlungsleitende Idee: Assistierte Ausbildung ist ein Modell mit bestmöglichem Normalitäts - und Dienstleistungscharakter
4 Assistierte Ausbildung ermöglicht jungen Frauen und Männern mit besonderem Förderbedarf eine betriebliche Berufsausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt fördert die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe für die Zielgruppe und unterstützt die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze fördert die gleichheit der Geschlechter bei der Berufswahl und Berufsausbildung und fördert die Vereinbarkeit von Familie und Berufsausbildung erprobt hierzu ein neues Ausbildungs- und Kooperationsmodell von Betrieben und Trägern der Jugendsozialarbeit
5 Einordnung in die Ausbildungsförderung Unbegleitete betriebliche Ausbildung Betriebliche Ausbildung mit abh Assistierte betriebliche Ausbildung BaE kooperativ BaE integrativ
6 Zielgruppen Zielgruppe der Assistierten Ausbildung sind Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf und Vermittlungshemmnissen, denen die Aufnahme und Durchführung einer beruflichen Erstausbildung auf dem ersten Ausbildungsmarkt ohne weitergehende Unterstützungs- und Förderangebote nicht möglich ist. Voraussetzung für eine Förderung im Rahmen der Assistierten Ausbildung ist, dass die Jugendlichen bisher noch keine Berufsausbildung abgeschlossen haben und die nötigen Voraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen. Zur Zielgruppe gehören insbesondere Altbewerber/innen, junge Eltern, Jugendliche mit genderuntypischen beruflichen Interessen und Jugendliche mit Migrationshintergrund.
7 Rahmen und Varianten BewerberInnen Auszubildende Betriebe Vorbereitung Ausbildung Teilzeitvariante für junge Eltern Vollzeitvariante geschlechteruntypisch Vollzeitvariante konventionell
8 Basis und Eckpfeiler Ausbildungsvertrag Betrieb und Jugendliche Tarif Betriebliche Ausbildungsvergütung Kooperationsvereinbarung Betrieb und Bildungsträger Dienstleistungen Für Betriebe und Jugendliche Ausbildungspotenziale des ersten Arbeitsmarktes
9 Flexible und passgenaue Hilfen aus einer Hand Information Vorbereitung Vermittlung Akquise Management Betriebe Jugendliche Beratung Beratung Betreuung Unterstützung Unterstützung
10 Fördergeber Eckpunkte zur Umsetzung ESF und Land SGB II / SGB III - Vorbereitungsphase: 45 SGB III - Ausbildungsphase: abh, 75 SGB III Zugänge Zuweisung Bedarfsträger SGB II und III Direkter Zugang Personaleinsatz Vorbereitungsphase 1:16 Ausbildungsphase 1:14
11 Standorte MA HN PF LB WN BB S ES OG TÜ RT ZAK SIG FR RV
12 Teilnehmende Anzahl Vorbereitung Assistierte Ausbildung Ziel Stand (Frauen 590) (Migration 572) 533 (Frauen 313) (Migration 290) 58 weitere ohne Assistenz
13 N = 1036, ohne TN mit Verbleib Sonstige N = 84 und noch im Projekt N = 30
14 Zielgruppe Merkmale der Teilnehmenden alle Jahrgänge Vorbereitung Assistierte Ausbildung Junge Frauen 55,1% 58,7% Migrationshintergrund 56,1% 54,4% Max. Hauptschulabschluss 68,6% 62,2% Direkt vorher arbeitslos (inkl. nicht gemeldet) 67,8% (79,3%) 56,7% (68,9%) Davon LZA (über 24 Monate) 33,5% (12,2%) 29,4% (11,9%) Direkt vorher Maßnahme (z.b. BvB) 8,2% 15,8% Altbewerber/innen 92,0% 91,9% Davon 2 bis 5 Jahre 54,3% 45,6% Davon über 5 Jahre 20,1% 20,2% Mit Kind(ern) 24,5% 21,8%
15 Merkmale der Ausbildungsverhältnisse Anzahl Berufsbilder 91 Ausbildungen in Teilzeit 11,7 % TZA in der Teilgruppe junger Eltern 48,3% Genderuntypische Berufe 33,0% Zusätzliche Ausbildungsplätze 19,1% Vorzeitige Beendigungen 18,4% davon arbeitslos / unbekannt 39,3%
16 Abschluss Ausbildungen Quote erfolgreicher Abschlussprüfungen (N = 102) 93,1% Verbleib an der zweiten Schwelle 60% 50% 40% 30% 20% 53% 10% 0% Übernahme 25% Beschäftigung anderer Betrieb 7% Weitere Ausbildung 15% Ohne Vermittlung
17 Schlaglichter Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, nur durch das Angebot (erneut) zur Ausbildung motiviert worden zu sein Für 82% der Teilnehmenden war die freie Berufswahl auf dem ersten Ausbildungsmarkt maßgeblich für ihre Teilnahme Über 85% der TeilnehmerInnen konnten durch das Modell eine Ausbildung in ihrem persönlichen Wunschberuf beginnen Eine feste BetreuerIn während Ihrer Ausbildung halten rund 88% aller TeilnehmerInnen für sehr wichtig Rund 75% der Betriebe geben an, dass das Betreuungsangebot für die Auszubildenden maßgeblich ausschlaggebend für ihr Engagement war
18 Innovationspotenzial für die Ausbildungsförderung des demografischen Wandels nutzen: Reguläre betriebliche Ausbildung wird auch für schwächere Jugendliche möglich Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen: Aktiver Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs Erschließung des Berufsbildungssegments zwischen ungeförderter Ausbildung und außerbetrieblicher Berufsausbildung hohe Akzeptanz und proaktive Haltung der Zielgruppe und der Betriebe Konstruktives Vorgehen bei der Reduzierung von Marktersatzmaßnahmen Effektiver und effizienter Mitteleinsatz Anschlussfähig an bestehende Systematik der Ausbildungsförderung
19 Fachliche und politische Akzeptanz Baden-Württemberg Ausbildungsbündnis Landesarbeitsmarktprogramm Bund Reformvorschläge Konrad-Adenauer- Stiftung und Bertelsmann-Stiftung Positionspapier / Leitantrag der CDU Modellprojekte / BIBB-GPC / Kooperationsverbund JSA BA: Begleitete betriebliche Berufsausbildung Reha
20 Epilog Nachhaltige Umsetzung des Modells erfordert eine tragfähige und gestaltbare Förderung für passgenaue Dienstleistung aus einer Hand. Diese ist adressatenorientiert und von hoher Qualität kontinuierlich und verlässlich verfügbar situationsorientiert und flexibel gestaltbar
21 Assistierte Ausbildung Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Ralf Nuglisch, Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg
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