Kristallisationsgeschwindigkeit

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Kristallisationsgeschwindigkeit"

Transkript

1 Kristallisationsgeschwindigkeit 1. Versuchsplatz Komponenten: - U-Rohr mit Versuchssubstanz - Thermometer - Bechergläser - Bunsenbrenner 2. Allgemeines zum Versuch Viele Werkstoffe sind kristallin (Metalle, Keramiken) oder teilkristallin (50% der technischen Polymere) und kommen während ihrer Herstellung oder Verarbeitung auch im flüssigen Zustand vor. Der Übergang in den festen Zustand erfolgt nach Abkühlen bis unter den Schmelzpunkt. Während der Erstarrung geht die Anordnung der Atome aus einer Nahordnung in eine Fernordnung über. Diese Umwandlung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt findet die Keimbildung statt. Sie endet mit der Herausbildung wachstumsfähiger stabiler Partikel (Keime). Die zweite Stufe umfasst die Phase des Wachstums. Während des Wachstums lagern sich kontinuierlich weitere Atome an die vorhandenen Keime und schon entstandenen Kristallite an, bis die Schmelze vollständig aufgebraucht ist. Keimbildung Am Schmelzpunkt erfolgt der Übergang aus der flüssigen in die feste Phase. Die Erklärung hierfür wäre die geringere freie Volumenenergie des Festkörpers im Vergleich zur Flüssigkeit. Die frei werdende Energiedifferenz beträgt Abb. 1 Übergang vom flüssigen in den festen Zustand G V und wächst mit dem Volumen des Festkörpers an. Gleichzeitig entsteht jedoch mit der festen Phase auch eine Grenzfläche zur umgebenden Flüssigkeit (Abb.1). Diese Grenzfläche ist mit einer freien Oberflächenenergie verbunden, die ebenfalls mit der Größe des Festkörpers anwächst. Die Gesamtänderung der Energie ergibt sich 1

2 somit aus der Bilanz der freigesetzten Volumenenergie und der verbrauchten Oberflächenenergie: 4 3 G = p r GV p r σ Hierbei bedeuten 4/3πr 3 das Volumen des kugelförmigen Keimlings mit dem Radius r, 4πr 2 seine Oberfläche, σ die freie Oberflächenenergie und G V die freie Volumenenergie, die mit negativem Vorzeichen in diese Bilanz eingeht (Abb. 2). Solange der Festkörper noch sehr klein ist Abb. 2 Die freie Gesamtenergie bei der Erstarrung ändert sich mit der Größe des Körpers (im Radius kleiner als r* in der Abbildung), nimmt seine freie Gesamtenergie beim Wachsen zu. Daher möchte er sich wieder auflösen und Energie abgeben. Er befindet sich in dem noch instabilen Stadium des Embryos (Vorkeim) (Abb.3). Die Schmelze ist unterkühlt. Die Differenz von Gleichgewichtsschmelztemperatur T S und vorliegender Temperatur T ist die Unterkühlung. Erst nach Überschreiten von r* (s. Abb. 2) nimmt die Gesamtenergie mit wachsendem Radius ab. Aus dem Vorkeim hat sich ein stabiler Keim entwickelt. Die Keimbildungsphase ist abgeschlossen, und es beginnt die Wachstumsphase. Aber auch oberhalb der Schmelztemperatur können sich in kleinen Bereichen Atome ordnen. Diese Bereiche werden als Kluster bezeichnet; sie dienen als Ausgangsstufe für die Vorkeime. Bei geringer Unterkühlung kann es vorkommen, dass die großen Abb. 3 Kluster, Vorkeime und Keime in Abhängigkeit von der Unterkühlung Keime auf Kosten der kleinen Embryonen wachsen ( die Großen fressen die Kleinen ). Dieser Vorgang wird als Ostwald-Reifung bezeichnet. Ostwald-Reifung findet auch beim Bearbeiten von heißen Metallteilen statt. Nach vielen Bearbeitungsschritten hat sich die mittlere Korngröße erhöht. Da Korngrenzen bei Metallen stark zur mechanischen Festigkeit beitragen, ist dieser Prozess in der Regel unerwünscht. Umgekehrt muss man bei geringer Unterkühlung 2

3 arbeiten, wenn man große Einkristalle erhalten will. Man muss die Anzahl der Keime klein halten. Unter homogener Keimbildung versteht man die Keimbildung in der reinen Schmelze ohne Beteiligung von Fremdkörperoberflächen. Sie setzt eine ausreichend große Unterkühlung voraus. Durch die niedrige Temperatur können sich erstens mehr Atome anhäufen und größere Vorkeime bilden, und zweitens verringert sich der kritische Radius r* als Folge des größeren energetischen Unterschieds von flüssiger und fester Phase. Homogene Keimbildung spielt Abb. 2 Glatte Erstarrungsfront kaum eine Rolle. Praktisch findet die Keimbildung an Verunreinigungen oder Behälterwänden statt, deren Oberflächen hierfür günstige energetische Bedingungen bieten. Die Keimbildung erfordert wegen der verringerten Grenzfläche weniger Atome, und die notwendige Unterkühlung ist damit geringer. Diese auf Fremdoberflächen stattfindende Keimbildung wird als heterogene Keimbildung bezeichnet. Häufig werden den Schmelzen absichtlich Fremdpartikel zugesetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Kornfeinen oder Impfen. Nachdem die Keimbildung abgeschlossen ist, wächst der Festkörper durch Anlagerung von Atomen aus der Schmelze weiter an. Das Kristallwachstum ist ein im wesentlichen kinetisch bestimmter Prozess. Die äußere Form der Kristalle (der Kristallhabitus, Nadeln, Plättchen, Kuben,...) wird dadurch bestimmt, welche Kristallflächen am schnellsten Wachsen. Der Kristallhabitus kann durch wachstumshemmende Agentien beeinflusst werden. Zu solchen Mitteln greift man z. B. um Streusalz in kubischer Form (rieselfähig) zu erhalten. Abb. 3 Dendritisches Wachstum 3

4 Der Wachstumsvorgang hängt vom Abtransport der freigesetzten Wärme ab. Diese besteht aus zwei Anteilen: der spezifischen Wärme der Schmelze und der latenten Erstarrungswärme. Spezifische Wärme wird freigesetzt, wenn sich die Schmelze bis auf die Erstarrungstemperatur abkühlt. Die latente Wärme wird erst beim Erstarrungsvorgang frei. Wenn sich die Temperatur der Schmelze oberhalb der Erstarrungstemperatur befindet, können sich an der Wachstumsfront keine Erhebungen ausbilden. Die Grenzfläche zur Schmelze verschiebt sich planar. Die latente Wärme wird von der Grenzfläche durch den Festkörper abgeleitet. Bei schwacher Keimbildung unterkühlt sich die Schmelze, bevor die Erstarrung einsetzt. Bei unterkühlter Schmelze können Erhebungen auf der Grenzfläche fest/flüssig schnell als Dendriten anwachsen. Die latente Erstarrungswärme wird an die Schmelze abgeführt und deren Unterkühlung dadurch vermindert. Dendriten wachsen solange, bis die unterkühlte Schmelze sich auf Erstarrungstemperatur erwärmt hat. Die Endgröße eines Kornes ist abhängig von der Anzahl der Keime und ihrer Verteilung. Die Kristallisationsgeschwindigkeit (Kristallvolumen pro Zeiteinheit) hängt vom Unterschied der freien Energie zwischen der Schmelze und dem Kristall ab, der mit zunehmender Unterkühlung zunimmt. Die Abb. 4 Errstarrungsgesetze Kristallisationsgeschwindigkeit ist außerdem von der Beweglichkeit der Atome abhängig, die mit zunehmender Unterkühlung abnimmt. Diese Beweglichkeit betrifft vor allem die laterale Diffusion von adsorbierten Atomen auf den Kristallflächen. Dadurch ergibt sich für eine bestimmte Temperatur ein Maximum (Abb. 6). Außerdem muss berücksichtigt werden, dass in der Grenzfläche die Schmelzwärme frei wird. Die Erstarrung kann erst fortschreiten, wenn die Wärme abgeführt wird. Die Erstarrungsgeschwindigkeit ist daher durch die Geschwindigkeit der Wärmeabfuhr begrenzt. 3. Orientieren Sie sich über Oberflächenerscheinungen reale Kristalle Grundzüge der Thermodynamik Gitterenergie 4

5 4. Literatur Ulrich Jost Kurzes Lehrbuch der Physikalischen Chemie G. Tamman Kristallisieren und Schmelzen G. Tamman Lehrbuch der heterogenen Gleichgewichte M. Volmer Kinetik der Phasenbildung Eugen - Wicke Grundriss der Physikalischen Chemie Klockmann Lehrbuch der Mineralogie P. W. Atkins Physikalische Chemie 5. Aufgabe Bestimmen Sie die Kristallisationsgeschwindigkeit von Thymol (T m = 51 C) in Abhängigkeit von der Temperatur im Bereich von 10 C bis 40 C in Abständen von 10 C. 6. Versuchsdurchführung Zunächst wird die sich in einem U-Rohr befindende Substanz im Wasserbad vollständig aufgeschmolzen. Anschließend bringt man das Rohr in ein Bad mit der jeweiligen Versuchstemperatur. Hat die Substanz nach einigen Minuten noch nicht begonnen zu kristallisieren, so muss der Prozess durch Zugabe eines Impfkristalls eingeleitet werden. Gemessen wird die Zeit, in der die Kristallisation ein Intervall von 30 mm durchschreitet (Stoppuhr!). Die Bestimmung ist für jede Temperatur zweimal auszuführen. 7. Auswertung Die Mittelwerte werden in mm/min umgerechnet und graphisch gegen die Temperatur aufgetragen. 8. R/S Sätze der verwendeten Chemikalien Thymol: R: Gesundheitsschädlich beim Verschlucken. Verursacht Verätzungen. S: 1/ /37/39 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren. Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren. Bei Berührung mit der Haut sofort abwaschen Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille / Gesichtsschutz tragen. 5

Keimbildung in der Schmelze

Keimbildung in der Schmelze Erstarrung Keimbildung in der Schmelze Die Kristallisation (Kristallwachstum) beginnt mit der Bildung von festen Keimen; dann Wachstum Energetisch: Freie Enthalpie des Kristalls ist kleiner als für die

Mehr

Feingießen. 1 Einleitung. 2 Grundlagen. 2.1 Einteilung der Gießverfahren. PRAKTIKUM G3 bzw. MW2

Feingießen. 1 Einleitung. 2 Grundlagen. 2.1 Einteilung der Gießverfahren. PRAKTIKUM G3 bzw. MW2 PRAKTIKUM G3 bzw. MW2 1 Einleitung Feingießen Das Feingießen ist das älteste Gießverfahren überhaupt. Archäologische Funde belegen, dass dieses Verfahren bereits in der Bronzezeit, also etwa 2000 v.chr.,

Mehr

Grenzflächenphänomene. Physikalische Grundlagen der zahnärztlichen Materialkunde 3. Struktur der Materie. J m. N m. 1. Oberflächenspannung

Grenzflächenphänomene. Physikalische Grundlagen der zahnärztlichen Materialkunde 3. Struktur der Materie. J m. N m. 1. Oberflächenspannung Grenzflächenphänomene 1. Oberflächenspannung Physikalische Grundlagen der zahnärztlichen Materialkunde 3. Struktur der Materie Grenzflächenphänomene Phase/Phasendiagramm/Phasenübergang Schwerpunkte: Oberflächenspannung

Mehr

4. Strukturänderung durch Phasenübergänge

4. Strukturänderung durch Phasenübergänge 4. Strukturänderung durch Phasenübergänge Phasendiagramm einer reinen Substanz Druck Phasenänderung durch Variation des Drucks und/oder der Temperatur Klassifizierung Phasenübergänge 1. Art Phasenübergänge

Mehr

Zusammenfassung 118 tet, konnte den Verlauf der experimentellen Daten wiedergeben. Das Wachstum der festen Phase aus der unterkühlten Schmelze wurde m

Zusammenfassung 118 tet, konnte den Verlauf der experimentellen Daten wiedergeben. Das Wachstum der festen Phase aus der unterkühlten Schmelze wurde m Zusammenfassung In dieser Arbeit wurde die elektrostatische Levitation aufbauend auf der Arbeit von Meister [93] und Lohöfer weiterentwickelt und erfolgreich zum Einsatz gebracht. Die elektrostatische

Mehr

Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2

Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2 Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2 Teil II 1 Erstarrung/ Grundlagen 2 Erstarrung/ Wachstum/ Gefüge (Mikrostruktur) 3 Praktische Aspekte/ Schweißen; Thermisches Spritzen 4 Texturanalyse

Mehr

Einführung in Werkstoffkunde Phasenumwandlungen

Einführung in Werkstoffkunde Phasenumwandlungen Einführung in Werkstoffkunde Phasenumwandlungen Magnesium Innovations Center (MagIC) GKSS Forschungszentrum Geesthacht GmbH Dr.-Ing. Norbert Hort [email protected] Inhalte Über mich Einführung Aufbau

Mehr

Prozesstechnik-Übung Wintersemester Es ist das Phasendiagramm des Systems Naphthalin/Biphenyl durch thermische Analyse zu bestimmen.

Prozesstechnik-Übung Wintersemester Es ist das Phasendiagramm des Systems Naphthalin/Biphenyl durch thermische Analyse zu bestimmen. Prozesstechnik-Übung Wintersemester 2008-2009 Thermische Analyse 1 Versuchsziel Es ist das Phasendiagramm des Systems Naphthalin/Biphenyl durch thermische Analyse zu bestimmen. 2 Theoretische Grundlagen

Mehr

3 Erstarrung. 3.1 Einphasige Erstarrung von Legierungen. 3.2 Zweiphasige Erstarrung

3 Erstarrung. 3.1 Einphasige Erstarrung von Legierungen. 3.2 Zweiphasige Erstarrung Studieneinheit IV Erstarrung. Einphasige Erstarrung von Legierungen.. Planare Erstarrung Makroseigerung.. Nicht-planare dendritische Erstarrung Mikroseigerung.. Gussstrukturen. Zweiphasige Erstarrung..

Mehr

3. Mikrostruktur und Phasenübergänge

3. Mikrostruktur und Phasenübergänge 3. Mikrostruktur und Phasenübergänge Definition von Mikrostruktur und Gefüge Gefüge bezeichnet die Beschaffenheit der Gesamtheit jener Teilvolumina eines Werkstoffs, von denen jedes hinsichtlich seiner

Mehr

Heterogene Keimbildung

Heterogene Keimbildung Heterogene Keimbildung - heterogene Keimbildung ist der allgemeinste Fall, da sich der Einfluss von Grenzflächen praktisch nicht ohne weiteres ausschalten lässt. - Voraussetzung: Benetzbarkeit Eigentlicher

Mehr

Zustandsänderungen Was sollen Sie mitnehmen?

Zustandsänderungen Was sollen Sie mitnehmen? Was sollen Sie mitnehmen? Wie entstehen Phasen? Welche Zusammensetzungen haben sie? Teil A: Keimbildung und Kristallwachstum. Langsame und rasche Erstarrung Erstarrung von Mischungen Teil B: Zustandsdiagramme

Mehr

1. Systematik der Werkstoffe 10 Punkte

1. Systematik der Werkstoffe 10 Punkte 1. Systematik der Werkstoffe 10 Punkte 1.1 Werkstoffe werden in verschiedene Klassen und die dazugehörigen Untergruppen eingeteilt. Ordnen Sie folgende Werkstoffe in ihre spezifischen Gruppen: Stahl Holz

Mehr

Bei einer chemischen Reaktion tauschen die Atome ihre Bindungspartner

Bei einer chemischen Reaktion tauschen die Atome ihre Bindungspartner 3. DIE CHEMISCHE REAKTION ARBEITSBLATT 3.1 DIE MASSE BEI CHEMISCHEN REAKTIONEN Bei einer chemischen Reaktion tauschen die Atome ihre Bindungspartner Wie ändert sich die Masse bei einer chemischen Reaktion?

Mehr

Zustandsänderungen Was sollen Sie mitnehmen?

Zustandsänderungen Was sollen Sie mitnehmen? Was sollen Sie mitnehmen? Wie entstehen Phasen? Welche Zusammensetzungen haben sie? Teil A: Keimbildung und Kristallwachstum. Langsame und rasche Erstarrung Erstarrung von Mischungen Teil B: Zustandsdiagramme

Mehr

Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2

Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2 Kristallstruktur und Mikrostruktur Teil II Vorlesung 2 6/m 2/m 2/m 2 Teil II 1 Erstarrung: Grundlagen 2 Erstarrung: Wachstum und Gefüge 3 Praktische Aspekte: Schweißen; Thermisches Spritzen 4 Texturanalyse

Mehr

Phasendiagramm. Praktikum I, Teil Werkstoffe HS 2008/09 Versuch 6; Verfasser: Philippe Knüsel

Phasendiagramm. Praktikum I, Teil Werkstoffe HS 2008/09 Versuch 6; Verfasser: Philippe Knüsel Praktikum I, Teil Werkstoffe HS 2008/09 Versuch 6; 19.11.2008 Phasendiagramm Verfasser: Philippe Knüsel ([email protected]) Versuchsdurchführung: Claudio Zihlmann und Philippe Knüsel Assistenz:

Mehr

Versuch: Reaktionskinetik

Versuch: Reaktionskinetik Versuch: Reaktionskinetik Befindet sich eine chemische Reaktion im thermodynamischen Gleichgewicht, so lassen sich die Bedingungen für diesen Zustand durch eine energetische Betrachtungsweise mithilfe

Mehr

Schmelzdiagramm eines binären Stoffgemisches

Schmelzdiagramm eines binären Stoffgemisches Praktikum Physikalische Chemie I 30. Oktober 2015 Schmelzdiagramm eines binären Stoffgemisches Guido Petri Anastasiya Knoch PC111/112, Gruppe 11 1. Theorie hinter dem Versuch Ein Schmelzdiagramm zeigt

Mehr

9. Festkörperreaktionen

9. Festkörperreaktionen 9. Festkörperreaktionen Wir hatten bereits bei der Diskussion von Diffusionsvorgängen gesehen, dass auch im festen Zustand Atome ständig ihre Plätze tauschen und so chemische Reaktionen in fester Materie

Mehr

Wie kommt man zu Kristallen?

Wie kommt man zu Kristallen? Wie kommt man zu Kristallen? Methodenübersicht aus Lehrbuch von Pamplin: Grob-Klassifizierung hier nach Aggregatzustand und Typ der Ausgangsphase, aus der der Kristall entstehen soll. (Natürlich sind auch

Mehr

5. Amorphe Festkörper

5. Amorphe Festkörper 5. Amorphe Festkörper [ Hunklinger ] WS 2013/14 1 Bisher: kristalline Festkörper mit - Nahordnung und vor allem - Fernordnung in den Anordnungen der atomaren Bausteine Jede dabei auftretende Abweichung

Mehr

1 Einführung. reine Metalle i.a. sehr weich für praktischen Einsatz nur bedingt geeignet verschiedene Möglichkeiten der Festigkeitssteigerung

1 Einführung. reine Metalle i.a. sehr weich für praktischen Einsatz nur bedingt geeignet verschiedene Möglichkeiten der Festigkeitssteigerung 1 Einführung reine Metalle i.a. sehr weich für praktischen Einsatz nur bedingt geeignet verschiedene Möglichkeiten der Festigkeitssteigerung eine Möglichkeit = Festigkeitssteigerung durch Teilchen technische

Mehr

Kapitel 4 Eigenschaften bestimmter Alkane

Kapitel 4 Eigenschaften bestimmter Alkane Kapitel 4 Eigenschaften bestimmter Alkane Als Alkane bezeichnet man Kohlenwasserstoffe mit der Summenformel C n H 2n+2. Alkane sind sehr stabile und reaktionsträge Verbindungen [38]. Alkane sind weiterhin

Mehr

Synthese von Adipinsäure

Synthese von Adipinsäure Synthese von Adipinsäure Name des/der Assistenten/in: Geyer Karolin Datum der Versuchsdurchführung: 12/13.12.25 Rémy Denzler, D-Biol 1 1. Methode xidation von Cyclohexanon mit Kaliumpermanganat zu Adipinsäure

Mehr

6 Zusammenfassung. größer als der Abstand der zwischen zwei benachbarten Dendriten. möglich 1. Der Einbau von Partikeln über diesen Mechanismus

6 Zusammenfassung. größer als der Abstand der zwischen zwei benachbarten Dendriten. möglich 1. Der Einbau von Partikeln über diesen Mechanismus In der vorliegenden Arbeit wurde der Einbau kleiner Keramikpartikel in dendritisch erstarrende Metalle untersucht. Bei der Erstarrung einer partikelhaltigen Schmelze wird die Lage der Teilchen im erstarrten

Mehr

15. Dendritisches Wachstum 15.1 Dendriten: Warum interessant?

15. Dendritisches Wachstum 15.1 Dendriten: Warum interessant? 15. Dendritisches Wachstum 15.1 Dendriten: Warum interessant? v ( T ) ~ 1 0 0 µm σ technisch relevant: 10 12 Dendriten / Sekunde bei der weltweiten Metallproduktion intellektuelle Herausforderung: Entstehung

Mehr

E.Hornbogen H.Warlimont. Metalle. Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen. 5., neu bearbeitete Auflage. Mit 281 Abbildungen.

E.Hornbogen H.Warlimont. Metalle. Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen. 5., neu bearbeitete Auflage. Mit 281 Abbildungen. E.Hornbogen H.Warlimont Metalle Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen 5., neu bearbeitete Auflage Mit 281 Abbildungen ö Springer Inhaltsverzeichnis Vorwort V 1 Allgemeiner Überblick 1

Mehr

Azeotrope. Viele binäre flüssige Mischungen zeigen das vorhin diskutierte Siedediagramm, doch

Azeotrope. Viele binäre flüssige Mischungen zeigen das vorhin diskutierte Siedediagramm, doch Azeotrope B A Viele binäre flüssige Mischungen zeigen das vorhin diskutierte Siedediagramm, doch zahl- reiche wichtige Systeme weichen davon ab. Ein solches Verhalten kann auftreten, a wenn die Wechselwirkungen

Mehr

Ausscheidungsvorgänge

Ausscheidungsvorgänge 9 Ausscheidungsvorgänge Die Kristallstruktur von Metallen kann sich auch im festen Zustand ändern. Sie muß nicht notwendigerweise unterhalb der Schmelztemperatur bei allen Temperaturen stabil sein. Diejenige

Mehr

Auf welche Eigenschaften lassen sich Kunststoffe untersuchen? (5)

Auf welche Eigenschaften lassen sich Kunststoffe untersuchen? (5) Naturwissenschaften - Chemie - Polymerchemie - 3 Erste Identifizierung von Kunststoffen (P780800) 3.5 Kunststoffeigenschaften (5) - Bestimmung des Schmelzbereiches Experiment von: Seb Gedruckt: 02.04.204

Mehr

Gefrierpunktserniedrigung

Gefrierpunktserniedrigung Knoch, Anastasiya Datum der Durchführung: Petri, Guido 05.01.2016 (Gruppe 11) Datum der Korrektur: 02.02.2016 Praktikum Physikalische Chemie I. Thermodynamik Gefrierpunktserniedrigung 1. Aufgabenstellung

Mehr

Wärmelehre/Thermodynamik. Wintersemester 2007

Wärmelehre/Thermodynamik. Wintersemester 2007 Einführung in die Physik I Wärmelehre/Thermodynamik Wintersemester 2007 Vladimir Dyakonov #12 am 26.01.2007 Folien im PDF Format unter: http://www.physik.uni-wuerzburg.de/ep6/teaching.html Raum E143, Tel.

Mehr

Klausur Werkstofftechnologie II am

Klausur Werkstofftechnologie II am Prof. Dr.-Ing. K. Stiebler Fachbereich MMEW FH Gießen-Friedberg Name: Matr.-Nr.: Studiengang: Punktzahl: Note: Klausur Werkstofftechnologie II am 15.02.2008 Achtung: Studierende der Studiengänge EST und

Mehr

Dampfdruck von Flüssigkeiten (Clausius-Clapeyron' sche Gleichung)

Dampfdruck von Flüssigkeiten (Clausius-Clapeyron' sche Gleichung) Versuch Nr. 57 Dampfdruck von Flüssigkeiten (Clausius-Clapeyron' sche Gleichung) Stichworte: Dampf, Dampfdruck von Flüssigkeiten, dynamisches Gleichgewicht, gesättigter Dampf, Verdampfungsenthalpie, Dampfdruckkurve,

Mehr

Physikalische Umwandlungen reiner Stoffe

Physikalische Umwandlungen reiner Stoffe Physikalische Umwandlungen reiner Stoffe Lernziele: Phasendiagramme, die Stabilität von Phasen Phasengrenzen, typische Phasendiagrame Phasenübergänge, die D Gleichgewichtkriterium Die Abhängigkeit der

Mehr

1.1 Wichtige Begriffe und Größen 1.2 Zustand eines Systems 1.3 Zustandsdiagramme eines Systems 1.4 Gibb sche Phasenregel

1.1 Wichtige Begriffe und Größen 1.2 Zustand eines Systems 1.3 Zustandsdiagramme eines Systems 1.4 Gibb sche Phasenregel Studieneinheit II Grundlegende Begriffe. Wichtige Begriffe und Größen. Zustand eines Systems. Zustandsdiagramme eines Systems.4 Gibb sche Phasenregel Gleichgewichtssysteme. Einstoff-Systeme. Binäre (Zweistoff-)

Mehr

8.4.5 Wasser sieden bei Zimmertemperatur ******

8.4.5 Wasser sieden bei Zimmertemperatur ****** 8.4.5 ****** 1 Motivation Durch Verminderung des Luftdrucks siedet Wasser bei Zimmertemperatur. 2 Experiment Abbildung 1: Ein druckfester Glaskolben ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt, so dass die Flüsigkeit

Mehr

Flussquantisierung

Flussquantisierung 2.2.2.4 Flussquantisierung supraleitender Ring mit Strom und Magnetfluss: Φ = n Φ 0 ist quantisiert Φ 0 =2,07 10-15 T m² "Flussquant" Experiment: 2.2.2.4 Flussquantisierung Doll + Näbauer 1961 (fast gleichzeitig:

Mehr

Abgesehen von den Eiskristallen selbst zählen Silberjodidkristalle zu den besten bisher bekannten Gefrierkernen. Sie werden ab

Abgesehen von den Eiskristallen selbst zählen Silberjodidkristalle zu den besten bisher bekannten Gefrierkernen. Sie werden ab Kalte Wolken In mittleren Breiten liegen die Temperaturen in den Wolken häufig unter 0 C. In diesen sogenannten kalten Wolken gibt es auch Tropfen aus flüssigem Wasser (Unterkühlte Tropfen). Bei Temperaturen

Mehr

Oberflächenspannung. Abstract. 1 Theoretische Grundlagen. Phasen und Grenzflächen

Oberflächenspannung. Abstract. 1 Theoretische Grundlagen. Phasen und Grenzflächen Phasen und Grenzflächen Oberflächenspannung Abstract Die Oberflächenspannung verschiedener Flüssigkeit soll mit Hilfe der Kapillarmethode gemessen werden. Es sollen die mittlere Abstand der einzelnen Moleküle

Mehr

3 Wahr oder Falsch? = 6.67 % Werkstoffe und Fertigung I, HS 2015 Prof. Dr. K. Wegener. Seminarübung 6 Musterlösung Diffusion, Erstarrung

3 Wahr oder Falsch? = 6.67 % Werkstoffe und Fertigung I, HS 2015 Prof. Dr. K. Wegener. Seminarübung 6 Musterlösung Diffusion, Erstarrung 3 Wahr oder Falsch? a) Diamant, Graphit und Fullerene sind allotrope Modifikationen des Kohlenstoffatoms. Sie unterschieden jedoch nur in ihrem strukturellem Aufbau. Falsch: Sie unterschieden sich auch

Mehr

Die kinetische Gastheorie beruht auf den folgenden drei Annahmen:

Die kinetische Gastheorie beruht auf den folgenden drei Annahmen: Physikalische Chemie Modul II Versuch: Reales Gas 20. Juli 2010 1 Einleitung Die kinetische Gastheorie beruht auf den folgenden drei Annahmen: 1. Das Gas besteht aus Molekülen der Masse m und dem Durchmesser

Mehr

1. STOFFE UND STOFFEIGENSCHAFTEN ARBEITSBLATT 1.1 MATERIE UND IHRE KLEINSTEN BAUSTEINE VORÜBERLEGUNGEN

1. STOFFE UND STOFFEIGENSCHAFTEN ARBEITSBLATT 1.1 MATERIE UND IHRE KLEINSTEN BAUSTEINE VORÜBERLEGUNGEN 1. STOFFE UND STOFFEIGENSCHAFTEN ARBEITSBLATT 1.1 MATERIE UND IHRE KLEINSTEN BAUSTEINE Chemie beschäftigt sich mit Materie. Die Aggregatzustände (s, l und g) sind Formen der Materie. Materie besteht aus

Mehr

12. Ordnung-Unordnung 12.1 Überstrukturen

12. Ordnung-Unordnung 12.1 Überstrukturen 12. Ordnung-Unordnung 12.1 Überstrukturen B-Atome A-Atome Geordnete L1 Struktur mit A 3 B Überstruktur, z.b. Ni 3 Al Hochtemperaturbeständig, hohe Streckgrenze, resistent gegen Korrosion Schlechte Duktilität

Mehr

Aufgabe: Unterscheidung von Stoffen anhand von Eigenschaften

Aufgabe: Unterscheidung von Stoffen anhand von Eigenschaften Aufgabe: Unterscheidung von Stoffen anhand von Eigenschaften Vorbereitungen: Benötigte Materialien sind entsprechend der Anzahl an Gruppen für die Teams bereitzustellen. -Aufgabenstellung und Hinweise

Mehr

Versuch Nr.53. Messung kalorischer Größen (Spezifische Wärmen)

Versuch Nr.53. Messung kalorischer Größen (Spezifische Wärmen) Versuch Nr.53 Messung kalorischer Größen (Spezifische Wärmen) Stichworte: Wärme, innere Energie und Enthalpie als Zustandsfunktion, Wärmekapazität, spezifische Wärme, Molwärme, Regel von Dulong-Petit,

Mehr

1 Kristallgitter und Kristallbaufehler 10 Punkte

1 Kristallgitter und Kristallbaufehler 10 Punkte 1 Kristallgitter und Kristallbaufehler 10 Punkte 1.1 Es gibt 7 Kristallsysteme, aus denen sich 14 Bravais-Typen ableiten lassen. Charakterisieren Sie die kubische, tetragonale, hexagonale und orthorhombische

Mehr

Naturwissenschaft Vermutungswissen Alles ist Chemie!!! Analyse Synthese

Naturwissenschaft Vermutungswissen Alles ist Chemie!!! Analyse Synthese SPF 2 Chemie Was ist Chemie? - Chemie ist eine Naturwissenschaft Wie schafft eine Naturwissenschaft wissen? - Vermutungswissen; naturwissenschaftlicher Erkenntnisgang Womit beschäftigt sich die Chemie?

Mehr

(VIII) Wärmlehre. Wärmelehre Karim Kouz WS 2014/ Semester Biophysik

(VIII) Wärmlehre. Wärmelehre Karim Kouz WS 2014/ Semester Biophysik Quelle: http://www.pro-physik.de/details/news/1666619/neues_bauprinzip_fuer_ultrapraezise_nuklearuhr.html (VIII) Wärmlehre Karim Kouz WS 2014/2015 1. Semester Biophysik Wärmelehre Ein zentraler Begriff

Mehr

2. Thermische Übergänge 2.1 Zustandsbereiche und thermische Umwandlungen

2. Thermische Übergänge 2.1 Zustandsbereiche und thermische Umwandlungen . Thermische Übergänge.1 Zustandsbereiche und thermische Umwandlungen Zustände eines Einstoffsystems (Normaldruck) fest Ordnung flüssig Kristall Tm, TK smektisch anisotropes Glas Tg (Elastomer) Unordnung

Mehr

Synthese von 3-Menthen

Synthese von 3-Menthen Synthese von 3-Menthen Name des/der Assistenten/in: Geyer Karolin Datum der Versuchsdurchführung: 22/29.11.25 Rémy Denzler, D-Biol 1 1. Methode (-)-Menthol wird in einer säurekatalysierten E1-Eliminierungsreaktion

Mehr

9. Thermodynamik. 9.1 Temperatur und thermisches Gleichgewicht 9.2 Thermometer und Temperaturskala. 9.4 Wärmekapazität

9. Thermodynamik. 9.1 Temperatur und thermisches Gleichgewicht 9.2 Thermometer und Temperaturskala. 9.4 Wärmekapazität 9. Thermodynamik 9.1 Temperatur und thermisches Gleichgewicht 9.2 Thermometer und Temperaturskala 93 9.3 Thermische h Ausdehnung 9.4 Wärmekapazität 9. Thermodynamik Aufgabe: - Temperaturverhalten von Gasen,

Mehr

Versuch: Schmelzdiagramm

Versuch: Schmelzdiagramm Versuch: Schmelzdiagramm Bei der Anwendung des GIBBSschen Phasengesetzes auf Mehrkomponentensysteme kommt außer den Variablen Druck, Temperatur und Volumen noch eine weitere Variable hinzu, die die Zusammensetzung

Mehr

1. Wärme und der 1. Hauptsatz der Thermodynamik 1.1. Grundlagen

1. Wärme und der 1. Hauptsatz der Thermodynamik 1.1. Grundlagen IV. Wärmelehre 1. Wärme und der 1. Hauptsatz der Thermodynamik 1.1. Grundlagen Historisch: Wärme als Stoff, der übertragen und in beliebiger Menge erzeugt werden kann. Übertragung: Wärmezufuhr Joulesche

Mehr

Untersuche die ausgegebenen Stoffe auf Brennbarkeit und Schmelztemperatur.

Untersuche die ausgegebenen Stoffe auf Brennbarkeit und Schmelztemperatur. Naturwissenschaften - Chemie - Allgemeine Chemie - Stoffeigenschaften (P750200).2 Stoffeigenschaften - Brennbarkeit, Schmelztemperatur Experiment von: Phywe Gedruckt:.0.203 2:44:57 intertess (Version 3.06

Mehr

Untersuche die ausgegebenen Stoffe auf Brennbarkeit und Schmelztemperatur.

Untersuche die ausgegebenen Stoffe auf Brennbarkeit und Schmelztemperatur. Naturwissenschaften - Chemie - Allgemeine Chemie - Stoffeigenschaften (P750200).2 Stoffeigenschaften - Brennbarkeit, Schmelztemperatur Experiment von: Phywe Gedruckt: 07.2.205 :7:33 intertess (Version

Mehr

Unterrichtskonzept zum Themenbereich Wasser (NT 5.1.2)

Unterrichtskonzept zum Themenbereich Wasser (NT 5.1.2) Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung Unterrichtskonzept zum Themenbereich Wasser (NT 5.1.2) Lehrplanbezug Beim Themenbereich Wasser sollen die Schülerinnen und Schüler die drei Aggregatzustände

Mehr

3 Wahr oder Falsch? = 6.67 % Werkstoffe und Fertigung I, HS 2016 Prof. Dr. K. Wegener. Seminarübung 6 Musterlösung Diffusion, Erstarrung

3 Wahr oder Falsch? = 6.67 % Werkstoffe und Fertigung I, HS 2016 Prof. Dr. K. Wegener. Seminarübung 6 Musterlösung Diffusion, Erstarrung 3 Wahr oder Falsch? a) Diamant, Graphit und Fullerene sind allotrope Modifikationen des Kohlenstoffatoms. Sie unterscheiden jedoch nur in ihrem strukturellem Aufbau. Falsch: Sie unterschieden sich auch

Mehr

Polymerisation von Styrol mit Kaliumperoxodisulfat in Emulsion

Polymerisation von Styrol mit Kaliumperoxodisulfat in Emulsion CH 2 K 2 S 2 O 8 Styrol Polystyrol n Geräte: 250 ml-dreihalskolben, KPG-Rührer, Rückflusskühler, Stickstoffleitung, Ölbad, Thermometer Chemikalien: Styrol, Kaliumeroxodisulfat, atriumdihydrogenhoshat Monohydrat,

Mehr

Synthesen anorganischer Festkörper

Synthesen anorganischer Festkörper Synthesen anorganischer Festkörper Festkörperreaktionen - keramische Methode Synthesen auf Dünnfilmbasis Synthesen unter Anwendung von Lasern Chemischer Gasphasentransport Reaktionen in reaktiven Schmelzen

Mehr

Orientierung 100 Orientierung 110 Orientierung 111. Abb. 1.1: Kristallorientierungen

Orientierung 100 Orientierung 110 Orientierung 111. Abb. 1.1: Kristallorientierungen 1 Waferherstellung 1.1 Herstellung des Einkristalls 1.1.1 Der Einkristall Ein Einkristall (Monokristall), wie er in der Halbleiterfertigung benötigt wird, ist eine regelmäßige Anordnung von Atomen. Daneben

Mehr

1 Die elastischen Konstanten 10 Punkte

1 Die elastischen Konstanten 10 Punkte 1 Die elastischen Konstanten 10 Punkte 1.1 Ein Würfel wird einachsig unter Zug belastet. a) Definieren Sie durch Verwendung einer Skizze den Begriff der Spannung und der Dehnung. b) Der Würfel werde im

Mehr

Teilchenmodell: * Alle Stoffe bestehen aus Teilchen (Atomen, Molekülen). * Die Teilchen befinden sich in ständiger Bewegung.

Teilchenmodell: * Alle Stoffe bestehen aus Teilchen (Atomen, Molekülen). * Die Teilchen befinden sich in ständiger Bewegung. Teilchenmodell Teilchenmodell: * Alle Stoffe bestehen aus Teilchen (Atomen, Molekülen). * Die Teilchen befinden sich in ständiger Bewegung. *Zwischen den Teilchen wirken anziehende bzw. abstoßende Kräfte.

Mehr

Matthias Moritz Frommert (Autor) Dynamische Rekristallisation unter konstanten und transienten Umformbedingungen

Matthias Moritz Frommert (Autor) Dynamische Rekristallisation unter konstanten und transienten Umformbedingungen Matthias Moritz Frommert (Autor) Dynamische Rekristallisation unter konstanten und transienten Umformbedingungen https://cuvillier.de/de/shop/publications/1563 Copyright: Cuvillier Verlag, Inhaberin Annette

Mehr

PhysikalischeUmwandlungen

PhysikalischeUmwandlungen PhysikalischeUmwandlungen reinerstoffe Lernziele: Phasendiagramme, die Stabilität von Phasen Phasengrenzen, typische Phasendiagramme Phasenübergänge, die D Gleichgewichtkriterien Die Abhängigkeit der Stabilität

Mehr

Fachrichtung Klima- und Kälteanlagenbauer

Fachrichtung Klima- und Kälteanlagenbauer Fachrichtung Klima- und Kälteanlagenbauer 1-7 Schüler Datum: 1. Titel der L.E. : 2. Fach / Klasse : Fachrechnen, 3. Ausbildungsjahr 3. Themen der Unterrichtsabschnitte : 1. Zustandsänderung 2. Schmelzen

Mehr

1. Klausur ist am 5.12.! Jetzt lernen! Klausuranmeldung: Bitte heute in Listen eintragen!

1. Klausur ist am 5.12.! Jetzt lernen! Klausuranmeldung: Bitte heute in Listen eintragen! 1. Klausur ist am 5.12.! Jetzt lernen! Klausuranmeldung: Bitte heute in Listen eintragen! Aggregatzustände Fest, flüssig, gasförmig Schmelz -wärme Kondensations -wärme Die Umwandlung von Aggregatzuständen

Mehr

Anorganische Chemie III - Festkörperchemie

Anorganische Chemie III - Festkörperchemie Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät Institut für Chemie Abteilung Anorganische Chemie/Festkörperchemie Prof. Dr. Martin Köckerling Vorlesung Anorganische Chemie III - Festkörperchemie 1 Festkörperchemie

Mehr

Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences. 26. April 2017 HSD. Energiespeicher Wärme

Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences. 26. April 2017 HSD. Energiespeicher Wärme Energiespeicher 02 - Wärme Wiederholung Energiearten Primärenergie Physikalische Energie Kernenergie Chemische Energie Potentielle Energie Kinetische Energie Innere Energie Quelle: Innere Energie Innere

Mehr

3.4 Änderung des Aggregatzustandes

3.4 Änderung des Aggregatzustandes 34 Änderung des Aggregatzustandes Man unterscheidet 3 Aggregatzustände: Fest Flüssig Gasförmig Temperatur: niedrig mittel hoch Molekülbindung: Gitter lose Bindung keine Bindung schmelzen sieden erstarren

Mehr

V 2 Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration und der Temperatur bei der Reaktion von Kaliumpermanganat mit Oxalsäure in Lösung

V 2 Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration und der Temperatur bei der Reaktion von Kaliumpermanganat mit Oxalsäure in Lösung V 2 Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration und der Temperatur bei der Reaktion von Kaliumpermanganat mit Oxalsäure in Lösung Bei diesem Versuch geht es darum, die Geschwindigkeit

Mehr

(±)-4-Methyl-3- heptanon

(±)-4-Methyl-3- heptanon Synthese von (±)-4-Methyl-3- heptanon rganische Chemie Praktikum 1 Zürich, 14.12.2006 WS 2006 / 07 Maresa Afthinos Assistenz: Michael Schär Versuchsdurchführung: 12. Dezember 2006-1 - CP1 Synthese 5 Maresa

Mehr

Einführung in die Polymertechnik

Einführung in die Polymertechnik 2008 AGI-Information Management Consultants May be used for personal purporses only or by libraries associated to dandelon.com network. Einführung in die Polymertechnik Leitfaden für Studium und Praxis

Mehr

Protokoll: Sinterversuch/Dilatometrie

Protokoll: Sinterversuch/Dilatometrie Protokoll: Sinterversuch/Dilatometrie Datum: 19.05.2009 Verfasser: Dimitrij Fiz Gruppe: 12 Betreuer: Stefanie Rehm 1. Einleitung Das Sinterverhalten einer Probe, die zu einer Glaskeramik verdichtet wird,

Mehr

Metalle. Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen. Bearbeitet von Erhard Hornbogen, Hans Warlimont

Metalle. Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen. Bearbeitet von Erhard Hornbogen, Hans Warlimont Metalle Struktur und Eigenschaften der Metalle und Legierungen Bearbeitet von Erhard Hornbogen, Hans Warlimont überarbeitet 2006. Buch. xi, 383 S. Hardcover ISBN 978 3 540 34010 2 Format (B x L): 15,5

Mehr

Whitekalorimeter. Wärmekapazitätsbestimmung verschiedener Materialien. Dominik Büchler 5HL. Betreuer: Mag. Dr. Per Federspiel

Whitekalorimeter. Wärmekapazitätsbestimmung verschiedener Materialien. Dominik Büchler 5HL. Betreuer: Mag. Dr. Per Federspiel Dominik Büchler Physikalisch chemisches Laboratorium Betreuer: Mag. Dr. Per Federspiel 5HL Whitekalorimeter sbestimmung verschiedener Materialien Note: Datum: Unterschrift: Whitekalorimetrie Seite 1 von

Mehr

Festkörperchemie SYNTHESE. Shake and bake Methode: Sol-Gel-Methode. Am Beispiel :

Festkörperchemie SYNTHESE. Shake and bake Methode: Sol-Gel-Methode. Am Beispiel : Festkörperchemie SYNTHESE Shake and bake Methode: Am Beispiel : Man zerkleinert die Salze mechanisch, damit eine möglichst große Grenzfläche zwischen den beiden Komponenten entsteht und vermischt das ganze.

Mehr

4.6.5 Dritter Hauptsatz der Thermodynamik

4.6.5 Dritter Hauptsatz der Thermodynamik 4.6 Hauptsätze der Thermodynamik Entropie S: ds = dq rev T (4.97) Zustandsgröße, die den Grad der Irreversibilität eines Vorgangs angibt. Sie ist ein Maß für die Unordnung eines Systems. Vorgänge finden

Mehr

Thermodynamik & Kinetik

Thermodynamik & Kinetik Thermodynamik & Kinetik Inhaltsverzeichnis Ihr versteht die Begriffe offenes System, geschlossenes System, isoliertes System, Enthalpie, exotherm und endotherm... 3 Ihr kennt die Funktionsweise eines Kalorimeters

Mehr

Katalyse. Martin Babilon 14/07/2011. Katalyse. Martin Babilon Universität Paderborn. 14 Juli Montag, 18. Juli 2011

Katalyse. Martin Babilon 14/07/2011. Katalyse. Martin Babilon Universität Paderborn. 14 Juli Montag, 18. Juli 2011 Katalyse Universität Paderborn 14 Juli 2011 1 Übersicht Motivation & Einleitung Katalyse-Zyklus homogene Katalyse heterogene Katalyse 2 Motivation 3 Geschichte der Katalyse 6000 v. Christus: Alkoholvergärung

Mehr

Fragen zum Versuch 11a Kinetik Rohrzuckerinversion:

Fragen zum Versuch 11a Kinetik Rohrzuckerinversion: Fragen zum Versuch 11a Kinetik Rohrzuckerinversion: 1. Die Inversion von Rohrzucker ist: a. Die Umwandlung von Rohrzucker in Saccharose b. Die katalytische Spaltung in Glucose und Fructose c. Das Auflösen

Mehr

TU Bergakademie Freiberg Institut für Werkstofftechnik Schülerlabor science meets school Werkstoffe und Technologien in Freiberg

TU Bergakademie Freiberg Institut für Werkstofftechnik Schülerlabor science meets school Werkstoffe und Technologien in Freiberg TU Bergakademie Freiberg Institut für Werkstofftechnik Schülerlabor science meets school Werkstoffe und Technologien in Freiberg GRUNDLAGEN Modul: Versuch: Gießen von Metallen (Änderung von Volumen und

Mehr

Vortrag zur Vorlesung `Nanostrukturphysik` Von Kirstin Kochems

Vortrag zur Vorlesung `Nanostrukturphysik` Von Kirstin Kochems Vortrag zur Vorlesung `Nanostrukturphysik` Von Kirstin Kochems 05.02.2013 Thermodynamische Phasen Einkristalle Quasikristalle Amorphe Festkörper 05.02.2013 Nanostrukturierte Festkörper I 2 05.02.2013 Nanostrukturierte

Mehr

Planungsblatt Physik für die 3B

Planungsblatt Physik für die 3B Planungsblatt Physik für die 3B Woche 20 (von 15.01 bis 19.01) Hausaufgaben 1 Bis Montag 22.01: Lerne die Notizen von Woche 20! Kernbegriffe dieser Woche: Energie, Leistung, Wärme, Wärmeleitung, Konvektion,

Mehr

SICHERHEITSDATENBLATT (91/155/EWG)

SICHERHEITSDATENBLATT (91/155/EWG) Seite: 01/06 Version: 5 Datum: 01.01.2009 Ersetzt Version vom 01.01.2008 1. Stoff/Zubereitungs- und Firmenbezeichnung Angaben zum Produkt Handelsname: Angaben zum Hersteller: Deutsche Derustit GmbH Telefon:

Mehr

Sublimation & Resublimation

Sublimation & Resublimation Reaktionsgleichung I 2 (s) I2 (g) I 2 (s) Zeitbedarf Vorbereitung: 15 min. Durchführung: 7 Std. Nachbereitung: 20 min. Chemikalienliste Edukte Chemikalien Summenformel R-Sätze S-Sätze Gefahrensymbole Schuleinsatz

Mehr

Energie und Energieerhaltung. Mechanische Energieformen. Arbeit. Die goldene Regel der Mechanik. Leistung

Energie und Energieerhaltung. Mechanische Energieformen. Arbeit. Die goldene Regel der Mechanik. Leistung - Formelzeichen: E - Einheit: [ E ] = 1 J (Joule) = 1 Nm = 1 Energie und Energieerhaltung Die verschiedenen Energieformen (mechanische Energie, innere Energie, elektrische Energie und Lichtenergie) lassen

Mehr

Die Heizungsanlage eines Hauses wird auf Ölfeuerung umgestellt. Gleichzeitig wird mit dieser Anlage Warmwasser aufbereitet.

Die Heizungsanlage eines Hauses wird auf Ölfeuerung umgestellt. Gleichzeitig wird mit dieser Anlage Warmwasser aufbereitet. Übungsaufgaben zur Wärmelehre mit Lösungen 1) Die Heizungsanlage eines Hauses wird auf Ölfeuerung umgestellt. Gleichzeitig wird mit dieser Anlage Warmwasser aufbereitet. Berechnen Sie die Wärme, die erforderlich

Mehr

Synthese von Benzalacetophenon

Synthese von Benzalacetophenon Praktikum in Organischer Chemie (OCP 1) Frühjahrssemester 2008 529-0230-00L Peifer Manuel Synthese von Benzalacetophenon Janosch Ehrenmann BSc Biotechnologie D CHAB, ETH Zürich Zürich, 10. März 2008 page

Mehr

Sinterversuch / Dilatometrie

Sinterversuch / Dilatometrie Sinterversuch / Dilatometrie Name: Matthias Jasch Matrikelnummer: 2402774 Mitarbeiter: Mirjam und Rahel Eisele Gruppennummer: 7 Versuchsdatum: 12. Mai 2009 Betreuer: Stefanie Rehm 1 Aufgabenstellung Es

Mehr

3.5 Hydrolyse von Salzen. Aufgabe. Reagieren wässrige Salzlösungen neutral? Naturwissenschaften - Chemie - Säuren, Basen, Salze - 3 Salze

3.5 Hydrolyse von Salzen. Aufgabe. Reagieren wässrige Salzlösungen neutral? Naturwissenschaften - Chemie - Säuren, Basen, Salze - 3 Salze Naturwissenschaften - Chemie - Säuren, Basen, Salze - 3 Salze (P759800) 3.5 Hydrolyse von Salzen Experiment von: Phywe Gedruckt: 5.0.203 2:2:26 intertess (Version 3.06 B200, Export 2000) Aufgabe Aufgabe

Mehr

Grundlagen der statistischen Physik und Thermodynamik

Grundlagen der statistischen Physik und Thermodynamik Grundlagen der statistischen Physik und Thermodynamik "Feuer und Eis" von Guy Respaud 6/14/2013 S.Alexandrova FDIBA 1 Grundlagen der statistischen Physik und Thermodynamik Die statistische Physik und die

Mehr

254 15. ORDNUNG UND UNORDNUNG

254 15. ORDNUNG UND UNORDNUNG 54 15. ORDNUNG UND UNORDNUNG 15.4 Ordnungsdomänen Da die verschiedenen Untergitter im llgemeinen gleichwertig sind, können die - oder B-tome bei einer an verschiedenen Stellen beginnenden Keimbildung das

Mehr

Messung des Schmelzintervalls zur Bestimmung von Fälschungen bei Bienenwachs

Messung des Schmelzintervalls zur Bestimmung von Fälschungen bei Bienenwachs kerzenidee [email protected] www.kerzenidee.de Dr. Andreas Kokott Imkereizubehör - Kerzen - Kerzenformen Wachsprodukte - Naturprodukte USt-IdNr. DE 245923525 Horwagener Str. 29 Tel.: 09288 5224 95138

Mehr