Altersarmut Schicksal oder Herausforderung?

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1 Altersarmut Schicksal oder Herausforderung? Der Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.v. widmete sich in einer Veranstaltungsreihe diesem Thema. Vor Jahren dachten viele, dies drückt die Angst vor die Zukunft aus, doch jetzt muss festgestellt werden, sie ist längst in Brandenburg angekommen. In Veranstaltungen der Akademie war spürbar, dass es zunehmend große Unterschiede in der finanziellen Lebenssituation älterer Menschen gibt. Das zeigt sich darin, dass Seniorinnen und Senioren oft überlegen, was können sie sich leisten, selbst bei preisgünstigen Bildungs- und Bewegungsangeboten werden sie nachdenklich. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es: Ist Altersarmut ein persönliches Schicksal oder/und gesellschaftliches Versagen? Muss man sich diesem Schicksal ergeben oder wo liegen Potentiale, um die gesellschaftliche Herausforderung zu meistern? Wie kann sich jeder Einzelne dagegen wappnen? Jeder möchte im Alter genügend Geld haben. Doch wie erreicht man dieses Ziel? Ist Altersarmut unausweichlich oder kann jeder selbst etwas für seinen sorgenfreien Ruhestand tun? In Kleinmachnow, am

2 Ludwigsfelde, am und in Potsdam, am versuchten die Referenten Stefan Hochstraßer und Dr. Stefan Büttner von Stülpnagel

3 gemeinsam mit den anwesenden Bürgern dieser Veranstaltungsreihe Antworten auf die zahlreichen Fragen zu finden. Beleuchtet wurde u. a. die wirtschaftliche Bedeutung dieses Themas. Es sollten aber auch persönliche und/oder gesellschaftliche Zusammenhänge und Hintergründe der Altersarmut aufgedeckt, wirtschaftliche, politische und persönliche Standpunkte kennen gelernt und mögliche Lösungsansätze entwickelt werden. Die Präsentation von Herr Hochstraßer mit statistischen Erhebungen bildete zunächst die Grundlage der anschließenden Diskussion. Die Fakten wurden philosophisch von Herrn Büttner von Stülpnagel untermauert. Im Mittelpunkt der hitzigen Diskussionen standen: - die Rentenentwicklung, wie sichert man sich ab? Vorsorgemodelle Beamtenversicherung gesetzliche private Vorsorge Rentenversicherung Betrachtung der Demografieentwicklung an persönlichen Beispielen der Diskutanten Veränderung des Rentenbezugsalters Die Unterschiede in der Altersvorsorge zwischen Beamten/Angestellten wurden heiß diskutiert. Einstellung von Leiharbeit und der Mindestlohn, werden ebenfalls als Grund für spätere Altersarmut gesehen; - Arbeitslosigkeit ältere Generation hat wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt, obwohl der Erfahrungsschatz der Älteren genutzt werden sollte; Ein Beispiel sind die vielen Freiwilligen, die sich zum Teil bei der Akademie 2. Lebenshälfte engagieren; Mit Ehrenamt dürfen aber keine Arbeitsplätze gefährdet werden;

4 Ehrenamt ersetzt keine hauptamtlich Tätigen Einklang zwischen beiden erforderlich; - Menschen mit geringem Einkommen haben kaum eine Möglichkeit, Vorsorge für das Alter zu treffen; - Wohnen im Alter spielte in der Diskussion ebenfalls eine Rolle bezahlbarer Wohnraum; - Krankheit ist oft auch Ursache für Altersarmut/Verzicht auf medizinische Leistungen wie z. B. Zahnersatz, Brille, Medikamente - durch Armut Verzicht auf Mobilität oft gibt es z. B. in der Uckermark wenig öffentliche Verkehrsanbindungen, um etwa zum Arzt fahren zu können; in entlegenen Gebiet ist kaum eine medizinische Betreuung vorhanden; Idee -> Wiedereinführung von Gemeindeschwestern auf dem Lande! - Altersarmut hat viele Facetten: Sie spiegelt sich nicht nur materiell wieder, sondern es ist den Betroffen oft auch nicht möglich, am kulturellen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, was zur Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Generationengerechtigkeit Große Anzahl der Rentner kleine Anzahl derer, die die Rente erarbeiten Die Gerechtigkeitsfrage stellte in allen Veranstaltungen einen Schwerpunkt in der Diskussion dar: o zwischen den Generationen/Generationenvertrag, Respekt zwischen den Generationen o Familien mit Kindern tragen größere Belastungen als Familien ohne Kinder o Arbeitswelten verändern sich/erwerbsbiografien o Erfahrungen, Wissen Älterer nutzen o Vorbildfunktion Älterer Teilhabe dieser sichern o Was wird getan, um die Geburtenrate zu steigern, damit die Rente auch künftig gesichert wird?

5 Es wird festgestellt, dass die Kinderfeindlichkeit in Deutschland eine wesentliche Rolle spielt; Dabei reicht die materielle Absicherung nicht aus; Kitaplätze spielen eine große Rolle, damit Berufstätigkeit und Familie für Frauen vereinbar ist; Wichtig für junge Familien ist auch die Akzeptanz der Nachbarschaft gegenüber Kindern; Um dem demografischen Wandel und einer eventuellen Altersarmut entgegen zu wirken, ist es wichtig, dass den jungen Menschen nach der Ausbildung oder dem Studium reale Chancen gegeben werden, d. h. dass sie nicht nur in Form von Praktika ihren Unterhalt bestreiten müssen. Oft sind Alleinstehende besonders von Altersarmut bedroht. Abschließend wird festgestellt, dass es schwer für die Referenten war, auf die brennenden Fragen der Teilnehmer der Veranstaltungsreihe Antworten zu geben. Die anwesenden Vertreter der Kommunen, des Arbeitslosenverbandes und von Beratungsstellen versuchten Wege zur Lösung einzelner Probleme aufzuzeigen. Möglicherweise kann eine weitere Veranstaltung mit Verantwortlichen aus der Politik - Abgeordneten des Landtages bzw. Kandidaten noch mehr zur Klärung der vielen unbeantworteten Fragen beitragen.

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