Konvektive und konduktive Ströme
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- Joachim Schulz
- vor 8 Jahren
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1 πάντα ῥεῖ alles fließt Karlsruhe Konvektive und konduktive Ströme Peter Schmälzle Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) Karlsruhe
2 Traditionell übliches Vorgehen in der Wärmelehre: Unterscheidung zwischen drei Arten des Wärmetransports Wärmeleitung Konvektion Wärmestrahlung
3 Wärmeleitung Konvektion Wärmestrahlung Blick in aktuelle Schulbücher: Dorn-Bader(9/10): Wärmeleitung: Energie wandert durch Materie Konvektion: Energie wandert mit Materie Temperaturstrahlung: Energiefluss ohne Materie
4 Wärmeleitung Konvektion Wärmestrahlung Blick in aktuelle Schulbücher: Spektrum(9/10): Energietransport durch -Leitung: Bei Leitung wird die Energie innerhalb des Körpers übertragen, ohne dass Stoff transportiert wird -Mitführung(Konvektion): Bei Konvektion wird Energie von strömenden Flüssigkeiten oder Gasen mitgenommen -Strahlung: Bei Strahlung gelangt Energie ohne Mitwirkung eines Stoffes von einem Ort zu einem anderen
5 Wärmeleitung Konvektion Wärmestrahlung Blick in aktuelle Schulbücher: Impulse(9/10): Energieleitung: Energiemitführung: (Konvektion) Energiestrahlung: Energie strömt durch Materie hindurch Energietransport zusammen mit Materie Energie kann auch ohne Materie als Träger transportiert werden
6 Energietransport durch Leitung, Konvektion, Strahlung Der Energie kommt eine Sonderrolle zu! Bei Übertragungen und Strömen anderer Größen wird nicht zwischen unterschiedlichen Arten der Übertragung unterschieden. Ziel meines Vortrags: Auch bei Strömen anderer Größen ist eine Unterscheidung verschiedener Arten der Übertragung möglich. Dadurch lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen und gewinnbringende Analogien nutzen.
7 Blick auf andere Ströme I Antrieb ϕ = U ϕ R Stromstärke I Widerstand R U = R I Anschauliche Modellvorstellung: Antrieb Strom Widerstand
8 Blick auf andere Ströme I Antrieb ϕ = U ϕ R Stromstärke I Widerstand R U = R I Lokale Interpretation im Sinne von Ursache und Wirkung: grad ϕist die Ursache für j Q
9 Ladungsstrom A Antrieb grad ϕ Stromdichte j Leitfähigkeit σ j = σ grad ϕ Lokale Interpretation im Sinne von Ursache und Wirkung: grad ϕist die Ursache für j Q
10 Ladungsstrom A Antrieb grad ϕ Stromdichte j Leitfähigkeit σ j = σ grad ϕ Mengenartige Größe elektrische Ladung Q Stromdichte zugehörige intensive Größe elektrisches Potenzial Leitfähigkeit j Q ϕ σ Q
11 Verallgemeinerung Allgemein: Strom einer mengenartigen Größe X mit zugehöriger intensiver Größe ξ Oft gehört zu einem X-Strom ein ξ-gefälle: Anschauliche Deutung: Antrieb für den X-Strom ist eine ξ-differenz Lokale Interpretation im Sinne von Ursache und Wirkung: grad ξist die Ursache für j X Ströme, die sich so beschreiben lassen, werden nachfolgend konduktive Ströme genannt.
12 Beispiel: Konduktive Entropieströme Mengenartige Größe: Entropie S zugehörige intensiver Größe: absolute Temperatur T Kennzeichen eines konduktiven Entropiestroms: Ein Temperaturgradient lässt sich als Ursache dieses Entropiestroms deuten. Beispiel: Entropiestrom durch die Wand eines Heizkörpers bei der Zentralheizung Wärmeleitung gehört dazu! Besser: Entropieleitung
13 Beispiel: Konduktiver Mengenstrom Mengenartige Größe: Stoffmenge n zugehörige intensiver Größe: chemisches Potenzial µ Materiestrom durch Pipeline µ 1 µ 2 Pumpe
14 Beispiel: Konduktiver Mengenstrom Mengenartige Größe: Stoffmenge n zugehörige intensiver Größe: chemisches Poyenyial µ Diffusionsvorgänge µ 1 µ 2
15 Beispiel: Konduktiver Impulsstrom Mengenartige Größe: Impuls p zugehörige intensiver Größe: Geschwindigkeit v Abbremsvorgang durch Reibung: v >0 v = 0
16 Kennzeichen konduktiver Ströme Gemeinsamkeit der bisherigen Beispiele: -es ist ein Antrieb vorhanden - es ist eine leitende Verbindung vorhanden - der Vorgang ist dissipativ Mengenartige Größe Stromdichte zugehörige intensive Größe X j X ξ Leitfähigkeit j X = σ X grad ξ σ ξ
17 Begriffsklärung: Konvektive Ströme Erinnerung: Bei Energieübertragungen steht Konvektion für Mitführung der Energie durch einen Materiestrom Auch andere mengenartige Größen können durch Mitführung von einem Ort A zu einem anderen Ort B gelangen.
18 Begriffsklärung: Konvektive Ströme Beispiel: Konvektiver Ladungstransport beim Bandgenerator Ladung wird vom Gummiband mitgenommen
19 Begriffsklärung: Konvektive Ströme Beispiel: Konvektiver Impulsstrom Impuls wird vom strömenden Wasser mitgenommen.
20 Begriffsklärung: Konvektive Ströme Beispiel: Konvektiver Mengenstrom Stoffmenge wird vom Tanker bzw. Tanklaster mitgenommen.
21 Konduktive und konvektive Ströme Zusätzliche Fachbegriffe! Hilfreiche Ordnungsbegriffe! Sie erlauben die Betonung von - Gemeinsamkeiten - Unterschieden Konduktive Ströme (mit Dissipation): P = U I P = v F P = T I S
22 Konduktive und konvektive Ströme Zusätzliche Fachbegriffe! Hilfreiche Ordnungsbegriffe! Sie erlauben die Betonung von - Gemeinsamkeiten - Unterschieden Besonderheit konvektiver Ströme: Sie verschwinden bei geeigneter Wahl des Bezugssystems
23 Ausblicke Geschlossene Stromkreise (mit Dissipation) Außerhalb der Batterie: Konduktiver Ladungsstrom Durch die Batterie: Ladung fließt vom niederen zum höheren elektrischen Potenzial!
24 Ausblicke Geschlossene Stromkreise (mit Dissipation) Außerhalb der Pumpe: Konduktiver Mengenstrom Durch die Pumpe: Stoffmenge strömt vom niederen zum höheren chemischen Potenzial!
25 Ausblicke Geschlossene Stromkreise (mit Dissipation) Peltier-Modul als Entropiepumpe Peltier-Modul als Thermogenerator
26 Ausblicke Geschlossene Stromkreise (mit Dissipation) Peltier-Modul als Entropiepumpe Peltier-Modul als Thermogenerator
27 Ausblicke Geschlossene Stromkreise (mit Dissipation) Peltier-Modul als Entropiepumpe Peltier-Modul als Thermogenerator Außerhalb der Entropiepumpe: Konduktiver Entropiestrom Durch die Entropiepumpe: Entropie strömt von niederer zu höherer Temperatur
28 Ausblicke Energieumlader Energie Träger 1 Energieumlader Energie Träger 2
29 Ausblicke Energieumlader (durch Kopplung von Strömen) Energie Elektrizität Peltier-Modul als Entropiepumpe Energie Entropie Q nimmt S mit
30 Ausblicke Energieumlader (durch Kopplung von Strömen) Energie Peltier-Modul als Energie Elektrizität Entropiepumpe Entropie Q nimmt S mit Energie Entropie Peltier-Modul als Thermogenerator Energie Elektrizität S nimmt Q mit
31 Ausblicke Nichtdissipative Energietransporte Ströme ohne Entropieerzeugung Mögliche Realisierungen: Bewegung im Vakuum Elektronen in einer Vakuumröhre Licht im Vakuum Ströme im Vakuum
32 Ausblicke Nichtdissipative Energietransporte Ströme ohne Entropieerzeugung Mögliche Realisierungen: Bewegung im Vakuum Elektronen in einer Vakuumröhre Licht im Vakuum Ströme im Vakuum Supraströme
33 für den Unterricht Eine Kompetenz der Bildungsstandards (Ba-Wü) lautet : 9. STRUKTUREN UND ANALOGIEN Die Schülerinnen und Schüler können Strukturen und Analogien erkennen. Inhalte qualitativ: Strom, Antrieb (Ursache) und Widerstand Für die Ausbildung dieser Kompetenz kann eine Betrachtung von konduktiven und konvektiven Strömen hilfreich sein.
34 Wie nützlich ist eine Unterscheidung zwischen konduktiven und konvektiven Strömen? Zusätzliche Fachbegriffe Hilfreiche Vereinheitlichung Vermeintliches Ordnungsschema ( Drei Arten des Wärmetransports ) Nachvollziehbare Kriterien Wärmestrahlung Thema eines eigenen Vortrags! Hinweis auf empfehlenswerte Literatur: (1) Altlasten der Physik (18): Wärmestrahlung Physik in der Schule, Heft 7/8 (1996), Pädagogischer Zeitschriftenverlag (2) Was ist Wärmestrahlung? Praxis der Naturwissenschaften PhidS, Heft 5/54 (2005), Aulis-Verlag (3) Altlasten der Physik (103): Drei Arten des Wärmetransports Praxis der Naturwissenschaften PhidS, Heft 2/57 (2008), Aulis-Verlag Autor ist jeweils F. Herrmann
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