Jahresbericht 2011 Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.v.



Ähnliche Dokumente
Bildungspatenschaften stärken, Integration fördern

Modellprojekt Familienstützpunkte am Beispiel des Landkreises Regensburg -Karl Mooser- Informationsveranstaltung

Modellprojekt Familienstützpunkte am Beispiel des Landkreises Regensburg -Karl Mooser-

Gemeinsame Erklärung zur inter-kulturellen Öffnung und zur kultur-sensiblen Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung und Migrations-Hintergrund.

INFORMATION FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE

Wichtig ist die Originalsatzung. Nur was in der Originalsatzung steht, gilt. Denn nur die Originalsatzung wurde vom Gericht geprüft.

Das Leitbild vom Verein WIR

Newsletter Ausgabe 6 - August 2012

Qualifizierungsabschluss, Zertifikatsübergabe und feierliche Eröffnung des Sprach- und Integrationsmittlerpools Thüringen

Örtliche Angebots- und Teilhabeplanung im Landkreis Weilheim-Schongau

Liebe Leserinnen, liebe Leser, nach einer langen Sommer-Pause bekommen Sie heute den 3. Info-Brief. Wir hoffen Sie hatten eine schöne Urlaubs-Zeit.

Alle gehören dazu. Vorwort

Qualitätsbedingungen schulischer Inklusion für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

Eva Douma: Die Vorteile und Nachteile der Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit

Nicht über uns ohne uns

Erstellung des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes. für die Samtgemeinde Sottrum

bagfa ist die Abkürzung für unseren langen Namen: Bundes-Arbeits-Gemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen.

Übergänge- sind bedeutsame Lebensabschnitte!

Grundlage der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Tagungs- und Gästehäuser in Deutschland

Impulse Inklusion 2014 Beteiligungskulturen - Netzwerke - Kooperationen (Leichte Sprache Version)

1. Der Verein trägt nach der Eintragung in das Vereinsregister den Namen Together City-Forum für Jugend, Ausbildung und Beschäftigung e.v..

Vertrauen in Medien und politische Kommunikation die Meinung der Bürger

Fragebogen Ehrensache! Vermittlungsstelle für bürgerschaftliches Engagement (für Einrichtungen)

Die Gesellschaftsformen

Stadtmarketing Langenselbold

Behindert ist, wer behindert wird

40-Tage-Wunder- Kurs. Umarme, was Du nicht ändern kannst.

Die Post hat eine Umfrage gemacht

Deutscher Bürgerpreis. Jetzt bewerben: Deutschland 2016 Integration gemeinsam leben

Qualität und Verlässlichkeit Das verstehen die Deutschen unter Geschäftsmoral!

Verband alleinerziehender Mütter und Väter, OV-Frankfurt. Auftaktveranstaltung PAKKO-Passgenau in Arbeit mit Kind im Kreis Offenbach,

Anlage: Vorlage für ein Informationsblatt zur Fortbildungskampagne

Freie Wohlfahrtspflege

Beiratsordnung des Frankfurter Volleyball Verein e.v. Stand: Januar 2015

Assoziierte Plätze Geben Sie ein Zuhause auf Zeit. Werden Sie Gastfamilie.

Leit-Bild. Elbe-Werkstätten GmbH und. PIER Service & Consulting GmbH. Mit Menschen erfolgreich

Gemeinsam für Gute Bildung. Starke Partner, starke Wirkung die Stiftung Bildung und Gesellschaft bündelt und verstärkt Ihr Engagement.

Fundraising Mittelbeschaffung in schwierigen Zeiten

Pädagogik. Melanie Schewtschenko. Eingewöhnung und Übergang in die Kinderkrippe. Warum ist die Beteiligung der Eltern so wichtig?

* Leichte Sprache * Leichte Sprache * Leichte Sprache *

1 Name und Sitz. 2 Zweck

Deutsche Kinder. unser leitbild Deutsche. Die Kindervertreter

Kurzvorstellung. Kurzvorstellung Politikcafé Hamburg, Sehr geehrte Damen und Herren,

Was ist Sozial-Raum-Orientierung?

Jeder Mensch ist anders. Und alle gehören dazu!

1. Was ist der Thüringer Landtag?

Leitbild. für Jedermensch in leicht verständlicher Sprache

Kommunikationskonzept der Einwohnergemeinde Menzingen

Das Rucksack-Projekt Ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung in Duisburg

Regeln für das Qualitäts-Siegel

Welche Staatsangehörigkeit(en) haben Sie?... Mutter geboren?...

Die neue Aufgabe von der Monitoring-Stelle. Das ist die Monitoring-Stelle:

Fachveranstaltungen Herbst /Winter 2014/15

Geisteswissenschaftlicher Hochschuldialog der Universitäten Erlangen und Damaskus

Gute Vorsätze Kampagne 2008

Kärntner Elterndiplom 2015/16

Erklärung zu den Internet-Seiten von

Der perfekte Anzug für ihren erfolgreichen Auftritt

Die Invaliden-Versicherung ändert sich

Konzeption Clara - Ökumenischer Kinder- und Jugendhospizdienst Mannheim

Von Menschen für Menschen in Schleswig-

Landes-Arbeits-Gemeinschaft Gemeinsam Leben Gemeinsam Lernen Rheinland-Pfalz e.v.

Vielfalt in Hamburg. Fachtag. Kulturelle Vielfalt des Engagements in Hamburg im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Eine flächendeckende psychotherapeutische sowie klinisch-psychologische Grundversorgung für Minderjährige und deren Familien.

Mobile Intranet in Unternehmen

Leichte-Sprache-Bilder

Jährliche Mitarbeiterbefragung 2012

Welches Übersetzungsbüro passt zu mir?

Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky

Gut vernetzt mit pflege.net der Homepage des Netzwerks

Deutsches Institut für Menschen-Rechte Einladung zum Work-Shop Persönliche Zukunfts-Planung

Wichtige Forderungen für ein Bundes-Teilhabe-Gesetz

Einzelheiten zum Bundes-Teilhabe-Gesetz

Für uns war heute wichtig über die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen

Es gilt das gesprochene Wort. Anrede

Besser leben in Sachsen

Sei dabei und schau nicht nur zu! -Freiwillige an die Schulen

Die SPD und die Grünen machen im Niedersächsischen Landtag. Alle Menschen sollen in der Politik mitmachen können.

Statuten in leichter Sprache

Häufig gestellte Fragen zur Initiative Sportverein 2020

Das Persönliche Budget in verständlicher Sprache

Fragebogen zur Kooperation und Hilfeplanung

Nicaragua. Wo die Menschen leben Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in Städten. Denn auf dem Land gibt es wenig Arbeit.

Die Antworten von der SPD

Vorlage des Bezirksvorstandes Drucksache 003/15

ÜBERGABE DER OPERATIVEN GESCHÄFTSFÜHRUNG VON MARC BRUNNER AN DOMINIK NYFFENEGGER

Wichtige Forderungen für ein Bundes-Teilhabe-Gesetz von der Bundesvereinigung Lebenshilfe. in Leichter Sprache

Reglement Generalsekretariat SDM

Aufbau der Frühen Hilfen

Pflegende Angehörige Online Ihre Plattform im Internet

Checkliste für die Planung einer neun Website

100 Mikrokredite und Abschluss der Pilotphase. Ruedi Winkler, Präsident Verein GO! Ziel selbstständig

I N F O R M A T I O N

TSV Elmshausen 1894 e.v. Kooperations- und Sponsoren-Broschüre

Perspektivenpapier Neue MedieN für innovative der Wert gemeinsamen HaNdelNs formate NutzeN WisseNscHaft im ÖffeNtlicHeN raum

1. Berufsbegleitende Nachqualifizierung zum Berufsabschluß

Individuelle Lernbegleitung für Jugendliche. Ehrenamtliche geben ihre Kompetenzen weiter

LERNPATEN SAAR Schirmherrin: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

Mein Gutes Beispiel. FüR GESELLScHAFTLIcHES UnTERnEHMEnSEnGAGEMEnT

Transkript:

Jahresbericht 2011 Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.v. 1

Vorwort Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, im Jahr 2011 haben die Orts- und Kreisverbände und der Landesverband Bayern sich weiterhin im Großen wie im Kleinen für Kinder und ihre Rechte eingesetzt. Wir blicken auf ein gleichermaßen ereignisreiches wir erfolgreiches 2011 zurück. Zu den wichtigen Ereignissen des Jahres gehören zum Beispiel die Neugründungen der beiden Orts-/Kreisverbände in Landau an der Isar und Fürstenfeldbruck wir sind stolz darauf, dass mittlerweile 61 Kinderschutzbünde in Bayern an der Verwirklichung einer kinderfreundlicheren Gesellschaft arbeiten. Neu ist auch das Projekt KlassenPaten, das insbesondere Kinder mit Benachteiligungen in ihrem Selbstvertrauen und ihrer Motivation stärken und damit langfristig deren Bildungschancen erhöhen soll. Doch auch bereits bestehende Themen, wie das Ehrenamt, beschäftigten uns 2011: Im April wurde ich stellvertretend für unsere über 10.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter in ganz Deutschland nach Berlin zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema ehrenamtliches Engagement eingeladen. In ihrer Rede betonte Frau Merkel, dass unsere Gesellschaft, deren tragende Säule die soziale Marktwirtschaft ist, nicht funktionieren kann, ohne dass Ehrenamt und Professionalität Hand in Hand gehen. Im November schließlich präsentierten Vertreter des Landesverbandes zusammen mit Kooperationspartnern dem damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff das Projekt MehrWert Demokratie - Demokratie (er)leben am Lernort Schullandheim. Den Rahmen dazu bildet die Initiative Wertebündnis Bayern, in der verschiedene Organisationen (unter anderem der DKSB) durch intensive Vernetzung und Austausch die Wertorientierung junger Menschen verstehen und fördern wollen. Das Thema Inklusion beschäftigte uns im letzten Jahr besonders. Der DKSB LV Bayern hat ein sehr umfangreiches Verständnis dieses Begriffes und wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern gelebte Realität wird. Schon jetzt gibt es in verschiedenen Orts- und Kreisverbänden viele Projekte mit inklusivem Ansatz. Außerdem fanden 2011 mehrere Fachtage statt: zum Beispiel der erste Fachtag Familie des Netzwerk FamilienPaten Bayern oder auch der Fachtag Familie in Trennung und Scheidung im Rahmen des Begleiteten Umgangs. Auf dem Fachtag Stärkung psychischer Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Elternbildungsprogramms Starke Eltern - Starke Kinder stellte der Neurobiologe Prof. Dr. med. Joachim Bauer vor 120 Teilnehmenden die Bedeutung der türkisch- und russischsprachigen Elternkurse heraus. Im Herbst veranstalteten wir die bayernweite Fortbildungsreihe IsoFachTage im Kinderschutzbund, in der das Thema 8a (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung in der öffentlichen und freien Jugendhilfe) und dessen Umsetzung beim DKSB umfassend behandelt wurde. In der Landesgeschäftsstelle hat sich besonders viel verändert: Am bedeutungsvollsten war dabei sicherlich, dass Frau Maria Boge-Diecker nach 13 Jahren als Geschäftsführerin den Landesverband verlassen hat, um sich einer neuen Aufgabe zu stellen. Mit Christian Strohmeier haben wir einen kompetenten Nachfolger gefunden. Näheres zu alldem und vielen weiteren Themen des ereignisreichen Jahres 2011 finden sie im Folgenden. Wir freuen uns darauf, uns auch im Jahr 2012 mit so viel Elan und in so guter Zusammenarbeit mit den Orts- und Kreisverbänden für eine kindgerechtere Gesellschaft einsetzen. Ihr Ekkehard Mutschler Landesvorsitzender DKSB LV Bayern e.v. 2

Inhalt Seite 1. Verbandsentwicklungen 4 1.1. Die Arbeit des Landesvorstandes 4 1.2. Jahresthema Inklusion 4 1.3. Innerverbandliches 5 1.3.1. Personelles 5 1.3.2. Regionaltreffen 6 1.3.3. Treffen der Geschäftsführer 7 1.3.4. Mitgliederversammlung 7 1.3.5. Finanzen/Haushaltsplan 9 2. Selbstverständnis des DKSB Landesverbandes als 9 Lobbyist für Kinder, als Dienstleister und Fachverband 3. Der DKSB Landesverband als Lobbyist für Kinder 10 3.1. Öffentlichkeitsarbeit 10 3.2. Vernetzung und Kooperation mit Partnern 12 3.3. Externe Gremienarbeit des Landesverbandes 13 4. Der DKSB Landesverband Bayern als Dienstleister 14 5. Der DKSB Landesverband Bayern als Fachverband 17 5.1. Modellprojekt Netzwerk Familienpaten Bayern 17 5.2. Fachbereich Frühe Förderung 19 5.3. Fachbereich Begleiteter Umgang 20 5.4. Fachbereich Kinder- und Jugendtelefon sowie Elterntelefon 21 5.5. Fachbereich Fidelis 23 5.6. Fachbereich Klassenpaten 24 5.7. Fachbereich Starke Eltern Starke Kinder 25 5.8. Fachbereich Vereint in Bewegung 28 5.9. Fachbereich Gemeinsam sind wir stark 30 5.10. Fachbereich Medienkompetenz Wege durch den Mediendschungel 31 5.11 Fachbereich Medienkompetenz Medienlöwen 32 Dank 36 Anhang 3

1. Verbandsentwicklungen 1.1 Die Arbeit des Landesvorstandes Der Vorstand des Landesverbandes Bayern e.v. trifft sich regelmäßig und bespricht die Aktivitäten und Aufgaben, um die Lobby für Kinder zu stärken und dafür Sorge zu tragen, dass die Rechte der Kinder entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention umgesetzt werden. Entsprechend der Satzung des Kinderschutzbundes arbeiten alle Vorstandsmitglieder ehrenamtlich. Auf der Mitgliederversammlung im Mai stand die Neuwahl des Landesvorstandes an: Mit überwältigender Mehrheit wurde Ekkehard Mutschler als Vorsitzender wiedergewählt. Auch sonst hat sich im bewährten Team des Landesvorstandes Bayern nichts verändert: Es besteht aus Nora Singer (Stellvertretende), Wilfried Griebel (Stellvertretender), Rosemarie Runge (Schriftführerin), Volker Dröder (Schatzmeister) und den fünf Beisitzern Metin Aycicek, Dr. Renate Hein, Dr. Klaus Neumann, Susanna Kaiser und Robert Wollborn. Der Vorstand freut sich über den hohen Zuspruch der Mitglieder und wird sich in den kommenden drei Jahren mit großem Einsatz und viel Freude für den Kinderschutzbund in Bayern stark machen. 2011 haben die Vorstandsmitglieder des LV Bayern in neun Sitzungen die Sachthemen des Kinderschutzbundes in Bayern bearbeitet und insgesamt 42 Beschlüsse verabschiedet. Eine besonders wichtige Aufgabe des Landesvorstandes stellte 2011 die Suche nach einer neuen Geschäftsleitung und die Begleitung des Stabwechsels dar. Weitere Themen waren unter anderem die Zusammenfassung der Fachbereiche Familienhilfe und Familienpaten in den Fachbereich Familie, die Gründung der zwei neuen Orts- und Kreisverbände Landau und Fürstenfeldbruck, die neue Ehrenordnung des Bundesverbandes und die Entscheidung für ein neues Landesverbandslogo. Besondere Highlights des Landesvorstandes waren beispielsweise der Besuch des Landesvorsitzenden Ekkehard Mutschler bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin, das Treffen mit der belgischen Königin Paola beim Bundesverband, das Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff im Rahmen seines Antrittsbesuches in Bayern und die Übergabe der BMW-Spende an den Landesverband Bayern auf den BMW- Mitarbeitertagen in Dingolfing. Im Jahr 2011 begleitete der Landesvorstand insgesamt zwei Mitgliederversammlungen, drei Fachtagungen, drei Regionaltreffen (Franken, Donauanrainer und Oberbayern), 14 Landesarbeitsgemeinschaften, 11 Treffen der Arbeitsgemeinschaft Inklusion in der Landesgeschäftsstelle und zwei Treffen der Arbeitgemeinschaft Ausbildung. 1.2. Jahresthema Inklusion Am 26.3.2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft. In ihr wird erstmals der Begriff Inklusion definiert als die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben als ein Menschenrecht. Die öffentliche Auseinandersetzung hierzu hat der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bayern zum Anlass genommen, sich zum Thema Inklusion eigenständig zu positionieren. Das Leitbild unserer Kinderschutzbund-Arbeit verpflichtet uns, den inklusiven Ansatz auf alle Kinder und ihre Familien in unserer Gesellschaft auszuweiten. Über die Jahre hat sich der Landesverband engagiert mit einer Begriffsklärung für Inklusion beschäftigt und folgende Definition herausgearbeitet: 4

Begriffsklärung Inklusion Das Verständnis von Inklusion geht im DKSB LV Bayern weit über den Begriff der UN- Behindertenrechte hinaus. Ziel soll sein, die Rechte aller Menschen, im Speziellen eines jeden Kindes, Jugendlichen sowie ihrer Familien auf gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Obwohl vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind, sieht die Realität anders aus. Der DKSB LV Bayern will sich gegen Diskriminierungen und Benachteiligung jeglicher Art positionieren. Der Verband unterstützt Kinder und ihre Familien bei gesellschaftlichen Teilhabeprozessen, unabhängig von Hautfarbe, Ethnizität, Herkunft, Klasse, Geschlecht, Sexualität, Religionszugehörigkeit, körperlichen, psychischen und geistigen Fähigkeiten, Sprache, Kultur und Generation. Die Idee der Integration war es, dass sie Minderheitenangehörige in eine bestehende Gesellschaftsnorm eingliedern will, unabhängig von ihren Fähigkeiten und Ressourcen. Inklusion aber geht weiter: Inklusion bedeutet die Öffnung der Mehrheitsgesellschaft für Herausforderungen, mit denen sozial benachteiligte Kinder und Familien konfrontiert sind. Inklusion bedeutet Sensibilisierung dafür, dass Kinder und Jugendliche in Familien mit unterschiedlichen Benachteiligungen andere Grenzen erfahren, als Menschen, die der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Inklusion bedeutet, einen gerechteren Zugang zu Ressourcen zu schaffen und Bildungsprozesse im Hinblick auf ein gleichberechtigtes Leben auf den Weg zu bringen. Deshalb spricht der Verband hier von einer gesellschaftlichen Inklusion, die Veränderungsund Öffnungsprozesse auch bei der Mehrheitsgesellschaft fordert. Gesellschaftliche Vielfalt stellt die Normalität dar, die der DKSB wertschätzt und der er Raum geben will. Darüber hinaus haben wir im Rahmen einer Arbeitsgruppe eine Bestandsaufnahme zum Thema Inklusion in der Arbeit beim Kinderschutzbund in Bayern erstellt. 2012 soll das Thema gemeinsam mit den Orts- und Kreisverbänden in Bayern weiter ausgearbeitet werden. 1.3 Innerverbandliches 1.3.1 Personelles In unserer Geschäftsstelle gab es 2011 einige personelle Veränderungen. Die für die Landesgeschäftsstelle bedeutendste Änderung war sicherlich der Wechsel in der Geschäftsführung: Nach 13 Jahren hoch engagierter Arbeit als Geschäftsführerin verließ Maria Boge-Diecker überraschend den Landesverband Bayern e.v., um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Nach intensiver Suche hat der Landesvorstand mit Christian Strohmeier einen kompetenten Nachfolger gefunden. Er trat im November 2011 seine Stelle an. Nach der Einarbeitungszeit wurde der Stabwechsel offiziell bei der großen Abschiedsfeier für Maria Boge-Diecker am 2. Dezember 2011 abgeschlossen. Änderungen in der Abteilung Ehrenamt: Im April 2011 übernahm Maria Boge-Diecker die Leitung des Fachbereichs Ehrenamt. Die Abteilung Familienpaten blieb nach wie vor in der Verantwortung von Martina Böhm-Brandt. Im Juni gab Eliane Retz den Fachbereich Begleiteter Umgang ab und war seither ausschließlich für den Fachbereich Kinder- und Jugendtelefon / Elterntelefon zuständig. Margot Czekal übernahm zusätzlich zu ihrem bisherigen Fachbereich Frühe Förderung den Fachbereich Begleiteter Umgang. Im November hat Eliane Retz den Landesverband endgültig verlassen, um sich voll und ganz ihrer Promotion und ihrer neuen Aufgabe beim Deutschen Jugendinstitut widmen zu können. Der Fachbereich blieb bis Ende des Jahres unbesetzt. 5

Änderungen im Fachbereich Medien: Anfang des Jahres konnte der Landesverband die Fachbereichsleiterin Christiane Brehm-Klotz aus mangelnder Finanzierung leider nicht aus der Probezeit übernehmen. Daniela Metz übernahm Teile ihrer Aufgaben und war zudem für das Projekt Medienlöwen zuständig. Im Herbst veränderte sich Daniela Metz beruflich und verließ den Landesverband. Ihre Aufgaben im Fachbereich Medienkompetenz übernahm die Honorarkraft Manuela Beckmann. Änderungen im Fachbereich Elternkurse: Im Mai nahm unsere neue Projektkoordinatorin für türkischsprachige Elternkurse Sinem Redzheb ihre Arbeit auf, nachdem Sevda Caliskan nicht aus der Probezeit übernommen wurde. Meike Kall wurde nach einem sechsmonatigen Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Januar für ein weiteres halbes Jahr in Festanstellung übernommen. Ihr Vertrag endete am 31. Juni 2011. Im Sommer unterstützte für einige Woche Johanna Keppeler im Rahmen eines Praktikums den Fachbereich. Der ehemalige Praktikant im Fachbereich Fundraising Tobias Arnold begleitete den Landesverband Bayern im Rahmen seiner Masterarbeit noch einige Monate ehrenamtlich. Mittlerweile hat er seinen Masterstudiengang sehr erfolgreich abgeschlossen. In der Verwaltung wurde der Jahrespraktikant Christian Loos als Auszubildender übernommen. Lena Eder verstärkte das Team im Rahmen ihres Praktikums. 1.3.2 Regionaltreffen 2011 fanden durch den Landesverband drei Regionaltreffen in den Regionen Donauanreiner (19.03.2011), Franken (14.10.2011) und Oberbayern (22.10.2011) statt. Einige Orts- und Kreisverbände berichteten von Schwierigkeiten, Ehrenamtsnachwuchs oder neue Vorstände zu finden. Insbesondere In Franken war außerdem die Kooperation von Hauptund Ehrenamt ein Thema: dass teils hohe Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche gezahlt werden, wurde kritisch gesehen. In anderen OV/KVs wird Ehrenamt und Hauptamt dagegen strikt getrennt. Die Kooperation funktioniert insgesamt gut, wobei die Zusammenarbeit auf Augenhöhe wichtig ist. Auf allen Regionaltreffen wurde von einer guten Vernetzung vor Ort berichtet. Viele OV/KVs arbeiten mit anderen OV/KVs, aber auch mit Unternehmen, dem Jugendamt, der Stadt oder anderen Einrichtungen zusammen. Die Donauanreiner diskutierten darüber, welche Position der DKSB zum Abbau der Sicherheitsverwahrung im Bezug auf Sexualstraftäter einnehmen soll. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass man die Angst der Bürger nicht herunterspielen, sondern Transparenz herstellen, Angstauslöser ansprechen und angstreduzierende Lösungen finden sollte. Die Ortsverbände Osterhofen und Passau berichteten außerdem über ihr zunehmendes Angebot im kulturellen Bereich wie z.b. einem Theater-Präventionsprojekt oder Babykonzerten. In Franken wurde die Beteiligung von Kindern als Umsetzung der Kinderrechtskonvention thematisiert. Verschiedene OV/KVs stellten Projekte und Arbeitskreise wie z.b. Kinderkommissionen vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, dass die Beteiligung in der Alltagswelt der Kinder, wie z.b. der Schule, und nicht in separaten Veranstaltungen stattfinden muss. Ein wichtiges Thema in Oberbayern waren das Jugend- und das Elterntelefon. Insbesondere Letzteres wird aufgrund des geringen Bekanntheitsgrads kaum genutzt. Deshalb besteht der 6

Wunsch nach einer bundesweiten Kampagne zum Elterntelefon, die über die Bundesstiftung finanziert werden könnte. Außerdem wünschen sich die OV/KVs mehr Zielgruppenorientierung der KSA. Als Anregung wurde die Kinderschutzzeitung aus NRW genannt, die viel über aktuelle Themen und die Aktivitäten anderer OV/KVs berichtet. 1.3.3 Treffen der Geschäftsführer Die Geschäftsführungen des Landesverbandes und der Orts- und Kreisverbände trafen am 15. Juli 2011 zu einer Tagung zusammen. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: Auf der Tagung wurde die von der LAG Öffentlichkeitsarbeit zusätzlich vorbereitete Kampagne zum Weltkindertag unter dem Motto Schau hin vorgestellt. Die vom Bundesverband zum Weltkindertag bereitgestellten Plakate unter dem Motto Kleine Seele - Großer Schmerz wurden sowohl von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als auch vom Landesverband kritisch gesehen, da diese im Kontrast zur präventiven Ausrichtung des Landesverbandes stehen. Außerdem wurde über den verpflichtenden Bezug der KSA für die OV/KVs diskutiert. In Bezug auf die Bundes- und Landesmitgliederversammlung herrschte die Meinung vor, dass die alten Prinzipien helfen statt strafen nach wie vor relevant sind und diskutiert werden müssen, wobei mehr Beteiligung der OV/KVs wichtig wäre. In diesem Zusammenhang wurde auch über das neue Bundeskinderschutzgesetz und dadurch mögliche Probleme bei der Umsetzung verschiedener Projekte gesprochen. Weitere Tagesordnungspunkte waren der Versicherungsschutz für Orts- und Kreisverbände, die räumlichen Zuständigkeitsgrenzen und die Kontinuität der OV/KVs. Außerdem wurde kurz über das Aktionsbündnis Kinderrechte ins Grundgesetz zwischen DKSB, UNICEF und der deutschen Kinderhilfe informiert. 1.3.4 Mitgliederversammlung Im Jahr 2010 fanden insgesamt zwei Mitgliederversammlungen statt. Im Folgenden sehen Sie eine Auflistung aller diskutierten Tagesordnungspunkte aus den jeweiligen Protokollen. Mitgliederversammlung am 21. Mai 2011 Top 1 Top 2 Top 3 Top 4 Top 5 Begrüßung Feststellung der Tagesordnung Feststellung der Stimmrechte Jahresbericht des Vorstandes und der Geschäftsstelle 1. Neugründungen 2010 2. Personalfluktuation 3. Fundraising 4. Politische Ebene 5. Kinderschutzgesetze 6. Vernetzung 7. Qualitätssicherung 8. Ausblick auf die Zukunft 9. Gender Mainstreaming Vorstellung des Haushaltsabschlusses (Volker Dröder) 7

Top 6 Bericht der Revision (Sonja Geistbeck) Top 7 Aussprache und Abstimmung zum Jahresbericht und zum Haushalt Top 8 Entlastung des Vorstandes Top 9 Vorstellung und Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2011 Top 10 Wahl der Wahlleitung Top 11 Vorstellungen der Kandidatinnen und Kadidaten Top 12 Wahl des Landesvorstandes 1. Ergebnis der Stimmenauszählung: Ja Enthaltungen Nein Annahme der Wahl Ekkehard Mutschler 72 2 0 Ja Vorstand Nora Singer 62 1 11 Ja Vertreterin Wilfried Griebel 69 4 1 Ja Vertreter Volker Dröder 70 2 2 Ja Schatzmeister Rosemarie Runge 69 4 1 Ja Schriftführerin 2. Ergebnis der Stimmenauszählung für die Beisitzer Ja Enthaltungen Nein Ungültig Annahme der Wahl Metin Aycicek 62 0 0 9 Ja Dr. Renate Hein 54 3 2 9 Ja Susanna Kaiser 63 0 1 9 Ja Dr. Klaus Neumann 54 4 4 9 Ja Robert Wollborn 50 0 3 9 Ja Ida Leopold 18 0 3 9 3. Ergebnis der Stimmenauszählungen für die Revisorinnen Ja Enthaltungen Nein Ungültig Annahme der Wahl Kathrin Haller 73 1 0 Ja Sophie Mühlbauer 68 0 0 4 Ja Top 13 Extrapunkt: Top 14 Top 15 Änderung der Satzung des Landesverbandes Referat von Frau Dr. Renate Hein über Gesundheitliche Auswirkungen des Reaktorglücks von Fukushima Anträge Verschiedenes Mitgliederversammlung am 19. November 2011 Top 1 Top 2 Top 3 Top 4 Begrüßung Feststellung der Tagesordnung Feststellung der Stimmrechte Fachvortrag von Prof. Dr. Hochholzer, Universität Regensburg: Die Bedeutung der Erstsprache und der Mehrsprachigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund 8

Top 5 Verabschiedung von der Geschäftsführerin Maria Boge-Diecker und Vorstellung des neuen Geschäftsführers Christian Strohmeier Top 6 Prinzipien der Kinderschutzarbeit Vorbereitung der Bundesmitgliederversammlung Top 7 Diskussion Top 8 Anträge Top 9 Verschiedenes 1.3.5 Finanzen/Haushaltsplan siehe Anlagen 2. Das Selbstverständnis des DKSB Landesverband Bayern als Lobbyist für Kinder, Fachverband und Dienstleister Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bayern versteht sich als Verband der freien Wohlfahrtspflege, dessen Tätigkeit durch drei große Aufgabenbereiche zu charakterisieren ist: er versteht sich als die Lobby für Kinder und Jugendliche in Bayern, d. h. er tritt ein für die Umsetzung der Rechte von Kindern z. B. im sozialpolitischen Bereich sowie in Fachöffentlichkeiten und Medien er ist Dienstleister, d. h. er unterstützt die Orts- und Kreisverbände des DKSB im Land Bayern, z. B. durch die Beratung bei Fachfragen oder durch Angebote der Fortbildung und des Erfahrungsaustausches er ist Fachverband, denn er koordiniert und begleitet wichtige Maßnahmen des DKSB wie das Kinder- und Jugendtelefon, das Elterntelefon, die Elternkurse Starke Eltern starke Kinder oder organisiert Fachveranstaltungen, die auch für die Fachöffentlichkeit offen sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen Entwicklungen des Berichtsjahres 2011 (evtl. auch Ausblick) in Hinblick auf diese drei Aufgabenbereiche vor: 9

3. Der DKSB Landesverband Bayern als Lobbyist für Kinder 3.1 Öffentlichkeitsarbeit Kirsten-Solange Weber, Meike Kall (bis Juni 2011) Externe Kommunikation Ob beim Texten von Pressemitteilungen und Artikeln, dem persönlichen Kontakt zu Journalisten beispielsweise bei Presseveranstaltungen, dem Erstellen von Werbematerialien oder dem Internetauftritt: Mit professioneller PR steht ein einmaliges Instrument zur Verfügung, mit dem man schnell und flexibel auf kurzfristige Entwicklungen reagieren kann. Der Landesverband Bayern e.v. war 2011 an folgenden Pressekonferenzen und medienwirksamen Veranstaltungen beteiligt: Im Februar luden der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bayern, die Sportjugendstiftung der bayerischen Sparkassen, der Bayerische Fußball-Verband, der Bayerische Landes-Sportverband sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in den Sparkassenverband in München zu einer gemeinsamen Pressekonferenz über das gemeinsame Sportvernetzungsprojekt Vereint in Bewegung ein. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse seitens der Medien. Im Mai 2011 fand für das Netzwerk FamilienPaten Bayern eine Pressekonferenz im Bayerischen Sozialministerium mit Ministerin Christine Haderthauer statt. Bei dieser Gelegenheit wurde den ersten frisch gebackenen Familienpatinnen und -paten ein Zertifikat überreicht. Auch für das Projekt Gemeinsam sind wir stark " fanden 2011 wieder zahlreiche Presseveranstaltungen statt. Für die gute Zusammenarbeit mit den Orts- und Kreisverbänden und den Referentinnen des Projektes bedanken wir uns sehr herzlich. 2011 wurden folgende Gemeinsam sind wir stark " -Schulungen pressewirksam kommuniziert: Straubing, Lauf, Lam, Penzberg und Moosburg. Außerdem fanden in Straubing, Bamberg, Amberg und Wasserburg regionale Pressekonferenzen zu dem Projekt statt. Zudem kommunizierten wir per Pressemitteilung in allen Regierungsbezirken eine Zwischenbilanz. Vom 28.-30. Oktober 2011 fand in Augsburg die Internationale Gesundheitsmesse INTERSANA statt. Es handelt sich hierbei um die große Publikums- und Fachmesse rund ums Thema Gesundheit: Von der Schulmedizin bis zu anerkannten Naturheilverfahren. Der Kreisverband Augsburg und der Landesverband Bayern waren auf der Messe mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Andrea Bergmayr, Fachbereichsleiterin und Projektkoordinatorin Elternkurse Starke Eltern - Starke Kinder, hielt dort einen Vortrag zum Thema Stärkung psychischer Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Elternbildungsprogramms Starke Eltern Starke Kinder. Die damalige Geschäftsführerin Maria Boge-Diecker nahm an einem Expertengespräch zum Thema Kindergesundheit teil. Beim Besuch der Hackedicht-Tour des Bundesverbandes in der Samuel-Heinicke-Schule in München war der Landesverband Bayern gemeinsam mit dem Ortsverband München mit einem Stand vertreten, auf dem wir insbesondere die Medienkurse und das Kinder- und Jugendtelefon bewarben. 10

Neben der Kommunikation der oben genannten Veranstaltungen, gab der Landesverband Bayern e.v. 2011 Pressemitteilungen zu folgenden Themen heraus: Pressemitteilung gemeinsam mit dem BLLV zum Safer Internet Day 2011 Pressemitteilung zur Atomkatastrophe in Japan: Sicherheit geben und kindgerecht erklären Pressemitteilung zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30.4.2011 Pressemitteilung Sucht- und Drogenbericht 2011 Pressemitteilung zum Inklusionsgesetz Stellungnahme anlässlich der Ehrenamtswoche 2011: Ehrenamt kann Hauptamt nicht ersetzen Pressemitteilung zum Weltkindertag 2011 Pressemitteilung zur PINTA-Studie Pressemitteilung zu den ISO-Fachtagen Pressemitteilung zum Tag der Kinderrechte am 20.11 Pressemitteilung zum Tag des Ehrenamtes am 5.12.2011 Pressemitteilung zum Stabwechsel beim Landesverband Bayern e.v. Pressemitteilung zum internationalen Tag der Migranten am 18.12.2011 Darüber hinaus wurde ein Artikel zum Thema Muttersprache wichtige Basis für das Erlernen der Zweitsprache veröffentlicht und die Gründung des neuen Kreisverbandes in Fürstenfeldbruck pressetechnisch unterstützt. Neue Werbemittel Auch 2011 gab der Landesverband die Gestaltung und den Druck von neuen Werbematerialien nach dem neuen Corporate Identity in Auftrag: So wurden für die Projekte Medienlöwen und Klassenpaten Flyer erstellt letzteres erhielt zudem ein eigenes Logo -, für den Begleiteten Umgang wurde ein Malbuch für Kinder in Auftrag gegeben und der Fachbereich Elternkurse erhielt eigene Rollups. Wiederverwendbare Werbematerialien wie Rollups und Faltwände können von den Orts- und Kreisverbänden gegen Kaution vom Landesverband ausgeliehen werden. Eine Liste der vorhandenen Materialien ist in der Verwaltung oder beim Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erhältlich. Im November wurde als Werbemaßnahme zudem eine neue St. Martinskarte entwickelt und versandt. Seit November 2011 hat der Landesverband Bayern ein neues Logo. Interne Kommunikation Interne Kommunikation hat die Aufgabe, Entscheidungen transparent zu machen, den Orts- und Kreisverbänden neue Informationen nahe zu bringen und Unklarheiten zu beseitigen. Sie soll helfen, organisatorische Abläufe zu optimieren und einen fruchtbaren Dialog zwischen Landesverband und den Orts- und Kreisverbänden herzustellen. Gemäß des mit den Orts- und Kreisverbänden gemeinsam entwickelten Kommunikationskonzeptes wurden Ende 2010 der Newsletter ins Leben gerufen und der Mitgliederbereich auf der Homepage des Landesverbandes eingerichtet. 2011 konnten beide Neuerungen ausreichend erprobt werden. Die Rückmeldungen aus den Orts- und Kreisverbänden haben uns gezeigt, dass beide Kommunikationsmittel sehr hilfreich sind und gut angenommen werden. Für die Mitarbeit an den Inhalten und die positiven Rückmeldungen aus den Orts- und Kreisverbänden bedanken wir uns sehr herzlich. Die gemeinsame Landesarbeitsgemeinschaft Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Fundraising fand 2011 zwei Mal statt. In diesem Rahmen wurde unter anderem die bayerische Kampagne zum Weltkindertag (siehe Punkt 4) entwickelt. Für die Beteiligung und Unterstützung aller Beteiligten bedanken wir uns sehr herzlich. 11

Ferner möchten wir uns bei allen Orts- und Kreisverbänden für das rege Interesse am Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bedanken. Die positive Außendarstellung der guten Arbeit des Kinderschutzbundes ist nur durch die Zusammenarbeit aller Kinderschutzbünde möglich. Der Landesverband steht den Mitarbeitenden der Orts- und Kreisverbände in diesem Bereich gerne beratend zur Seite und freut sich über zahlreiche Fragen und Anregungen. Ausblick Für 2012 haben wir unter anderem eine Kampagne zum 20. Jahrestag der Ratifizierung der UN- Kinderrechtskonvention in Deutschland geplant. Ferner werden die türkische und russische Übersetzung unserer Homepage online gehen. Bei den Werbemitteln stehen eine Überarbeitung der Imagebroschüre und ein neuer allgemeiner Flyer für den Landesverband auf dem Programm. 3.2 Vernetzung und Kooperation mit Partnern Auch im Jahr 2011 setzten wir die zahlreichen Vernetzungen fort. Im Bündnis Vereint in Bewegung arbeiten wir mit folgenden Mitgliedern zusammen: Bayerischer Fußball-Verband, der Bayerische Landessport-Verband, der Sportjugendstiftung der Bayerischen Sparkassen, der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und die Bayerische Sportjugend. Das Netzwerk Familienpaten besteht aus dem Landesverband der Mütterzentren in Bayern, dem Kath. Deutschen Frauenbund, LV Bayern, dem Zentrum aktiver Bürger in Nürnberg und dem DKSB LV Bayern. Die Vernetzung der Elternkurse mit inzwischen fast unzähligen Partnern wie z.b. Migrantenselbstorganisationen, Verbänden, Institutionen und Einrichtungen verläuft weiterhin sehr erfolgreich. Die guten Kontakte zu den Migrantenorganisationen werden wir 2012 auch für andere Fachbereiche nutzen. Unsere muttersprachigen Angebote werden vom Europäischen Integrationsfond gefördert. Mit dem Lions Club München Karl Valentin besteht weiterhin eine Kooperation unter dem Titel Medienlöwen Münchner Medientraining für Kinder der Klassen 4 7. Als zusätzliche Förderer für das Projekt konnten wir die Castringius Stiftung gewinnen. Ende 2011 lief die vereinbarte 3-jährige Kooperation mit der LBS für Gemeinsam sind wir stark aus. Aufgrund mangelnder Förderung hat der Landesverband 2011 das bundesweite Engagement für den Ausbau der Medienkurse eingestellt. Die Kooperation mit dem Sozialministerium und der Stiftung Bündnis für Kinder gegen Gewalt wird auch im 11. Jahr erfolgreich fortgesetzt. Weitere gute Kontakte pflegen wir zum Kultusministerium und zum Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Der Landesverband Bayern ist Kooperationspartner im Wertebündnis Bayern. Arbeits- und Verständigungsgrundlage des Wertebündnis Bayern ist ein gemeinsam erstelltes Bündnispapier, das Ausgangslage, Zielsetzung und Wertebasis des Zusammenschlusses darlegt. Das Wertebündnis Bayern ist bemüht, die auf die Stärkung der Werteorientierung junger Menschen ausgerichteten Aktivitäten seiner Mitglieder zu sichten und in die Breite zu tragen, eine intensive Vernetzung der Bündnispartner herzustellen und auf der Basis dieser Vernetzung und des gegenseitigen Austausches neue Projekte und Ideen anzustoßen. Die große Dynamik, die Innovationsfreude und die Kreativität der stetig zunehmenden Schar der Bündnispartner stehen dabei Pate. Sie machen das Bündnis zu dem, was sein Titel verspricht: zu einer starken gemeinsamen Sache! mehr 12

Zudem ist der Landesverband Bayern Mitglied im Landesjugendhilfeausschuss, der den Landesjugendhilfeplan erstellt und arbeitet in der Ad-hoc-Kommission zum neuen Kinderschutzgesetz mit. Der LV Bayern war außerdem am Erfahrungsaustausch mit den Vertretern der kirchlichen und freien Träger bzw. deren Dachverbänden zur offenen Ganztagsschule im Staatsministerium für Unterricht und Kultus beteiligt. 3.3 Externe Gremienarbeit des Landesverbandes Extern: Aktion Jugendschutz BPJM Forum Bildungspolitik Landesfrauenrat Landesjugendhilfeausschuss (seit 05) Paritätischer Wohlfahrtsverband Obb. Beirat Tagespflege BLJA Bayern Beirat Familienpflegewerk kath. Frauenbund Beirat des Bundesprogramms "Elternchance ist Kinderchance" der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienbildung und Beratung e.v Intern: Bundesvorstand Blauer Elefant GeschäftsführerInnen (BV) GeschäftsführerInnen (LV) Koordinationskreis Elternkurse Nummer gegen Kummer KSA Beirat Kuratorium Kinderschutzbund Stiftung Fachbeirat Fundraising BV LAG Begleiteter Umgang LAG Elternkurse LAG Familienhilfe LAG KJT/ET LAG Fundraising LAG Medien LAG Lobbystelle Landesvorsitzendenkonferenz (LVK) AK Inklusion AK Ausbildungen Ehrenamt Ekkehard Mutschler Ekkehard Mutschler Dr. Renate Hein Dr. Renate Hein Christian Strohmeier Ekkehard Mutschler Wilfried Griebel Wilfried Griebel Ekkehard Mutschler Dr. Klaus Neumann Christian Strohmeier Christian Strohmeier Andrea Bergmayr Ekkehard Mutschler Rosemarie Runge Ekkehard Mutschler Ekkehard Mutschler/ Rosemarie Runge Wilfried Griebel Rosemarie Runge Dr. Klaus Neumann Rosemarie Runge Robert Wollborn Wilfried Griebel Christian Strohmeier/Nora Singer/ Susanna Kaiser Nora Singer, Susanna Kaiser Nora Singer Christian Strohmeier Dr. Renate Hein Nora Singer Robert Wollborn Margot Czekal Kirsten Weber Rahel Rose Robert Wollborn Christian Strohmeier Margot Czekal Martina Böhm-Brandt 13

4. Der DKSB Bayern als Dienstleister IsoFachTage der Abteilung Ehrenamt In den Monaten Juli bis September 2011 hat die Abteilung Ehrenamt eine telefonische Befragung der Orts und Kreisverbände zum 8a durchgeführt. Durch die Offenheit und Bereitschaft der Orts- und Kreisverbände, über den 8a zu sprechen, konnten viele Anregungen, Informationen und auch damit verbundene Fragen und Herausforderungen gesammelt werden. Um das wichtige Thema 8a gemeinsam weiter zu verfolgen, startete die Abteilung Ehrenamt des Landesverbandes im Herbst letzten Jahres die Schulung IsoFachTage im Kinderschutzbund. Insgesamt wurden acht regionale Schulungstermine, die jeweils in einem Orts- und Kreisverband stattfinden sollten, angeboten. Die Teilnahme an den Schulungen war kostenlos und richtete sich an all diejenigen, die für die Umsetzung des 8a verantwortlich sind, wie z.b. Vorstände und angestellte Fachkräfte. Insgesamt fanden an sechs Schulungsorten sieben Schulungen statt. In den Schulungsorten Günzburg, Kaufbeuren, Deggendorf, München, Amberg und Forchheim erreichten wir mehr als 20 Orts- und Kreisverbände, insgesamt wurden 63 Mitarbeiter und Vorstände zu diesem Thema qualifiziert. Abfrage Grundausbildung Die Grundausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit beim DKSB. Der Landesverband möchte das Ausbildungsangebot für die Orts- und Kreisverbände noch besser an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen und bat hierfür um die Hilfe der OV/KVs. Deshalb startete er im Herbst die Abfrage zum Thema Wie können die Inhalte der Grundausbildung so umgesetzt und angeboten werden, dass sie in Ihrem OV/KV gut eingepasst werden können? Die Auswertung der Abfrageergebnisse ist abgeschlossen. Derzeit bereiten wir die Rückmeldungen auf, um sie auf der ersten Mitgliederversammlung 2012 vorzustellen. Neugründung der Kinderschutzbünde in Fürstenfeldbruck und Landau a. d. Isar Ende Oktober wurden in Bayern zwei neue Kinderschutzbünde gegründet die Zahl der bayerischen Orts- und Kreisverbände ist somit auf 61 gewachsen. Sowohl Landesvorstand und Landesgeschäftsstelle begleiteten die Neugründungen und freuen sich über den Zuwachs auf der Bayernkarte http://www.kinderschutzbund-bayern.de/der-dksb-in-bayern/orts-undkreisverbaende.html Großartige BMW-Spendenaktion in Dingolfing: Landesverband erhielt Spende Mehr als 60.000 Menschen strömten am 2. und 3. Oktober bei strahlendem Sonnenschein ins BMW-Werk Dingolfing und feierten den Mitarbeitertag 2011, den das Werk für seine Beschäftigten und deren Familien ausgerichtet hatte. Dabei waren über 1000 BMW-Mitarbeiter als freiwillige Helfer aktiv und spendeten unter dem Motto Gemeinsam. Engagiert. Für die Region durch ihren unentgeltlichen Arbeitseinsatz in Summe 195.000 Euro für soziale Einrichtungen im ostbayerischen Raum. Neben dem Palliativ- und Hospiz-Netzwerk Niederbayern e.v., der Kinderkrebshilfe Dingolfing / Landau /Landshut, Kraki, dem Förderverein der Kinderklinik am Klinikum Deggendorf e.v., dem Förderverein der Kinderklinik Passau e.v., und der Kinderkrebshilfe Rottal-Inn durften auch wir uns über die Spenden-Euros der BMW- Mitarbeiter freuen. Das Geld wurde mittlerweile überwiesen und kam in erster Linie natürlich dem Kinderschutz in dieser Region zugute. Wir danken allen, die an dieser Aktion beteiligt waren und freuen uns sehr über die großzügige Spende! Ehrenordnung des DKSB Umsetzung in Bayern In der Bundesmitgliederversammlung wurde eine Ehrenordnung für verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DKSB beschlossen. Demnach können Landesverbände die silberne Ehrennadel verleihen für Ehrenamtliche, die mindestens 10 Jahre engagiert im Verband mitgearbeitet haben. Der Landesvorstand hat 2011 über die Vergabe entschieden: Der Landesvorstand wird im Jahr 2012 erstmalig Ehrungen nach der Ehrenordnung des 14

Bundesverbandes vornehmen. Da nach der IV. Rangordnung der Ehrenordnung die silberne Ehrennadel vor der goldenen Ehrennadel verliehen werden muss, soll die silberne Ehrennadel auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr oder Herbst 2012 verliehen werden. Aktion zum Weltkindertag 2011 Auf den Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Fundraising wurde 2011 ausgiebig über die Kampagne des Bundesverbandes Kleine Seele. Großer Schmerz zum Weltkindertag am 20.09.2011 diskutiert. Auf den Treffen wurde sehr schnell klar, dass die drastischen Motive der Kinder mit blutiger Träne sowie auch der Wahlspruch Kleine Seele. Großer Schmerz auf breite Kritik in den bayerischen Orts- und Kreisverbänden stoßen. Motiv sowie Wahlspruch erschienen kontraproduktiv zu den bisherigen Bemühungen, das Image des Kinderschutzbundes positiver in der Öffentlichkeit zu besetzen und nicht länger ausschließlich auf seine Funktion der Fürsprache für misshandelte Kinder zu reduzieren. Daher besprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der LAG die Möglichkeit, die Kampagne des Bundesverbandes in abgeschwächter Form zu übernehmen und mit einer eigenen positiven Message bayernweit zu versehen. Nach intensiver Diskussion einigten sich die Anwesenden auf die Konzeption eines Plakates, das das Thema des Bundesverbandes zwar aufnimmt, jedoch auch den tatkräftigen Aktionismus gegenüber dem Ist-Zustand in Bayern zum Ausdruck bringt. Der Landesverband erstellte daraufhin eine zusätzliche Kampagne mit dem neu erdachten Logo Schau hin. Keine Gewalt gegen Kinder und einer positiven Bildsprache. Dieses wurde den Orts- und Kreisverbänden als Downloadmaterial im Mitgliederbereich zur Verfügung gestellt. Die Muster-Pressemitteilungen des Bundesverbandes wurden zusätzlich um diese bayernweite Aktion ergänzt. Website-Angebot für die Orts- und Kreisverbände Seit März 2009 besteht unsere Website-Vorlage für die Orts- und Kreisverbände: Um den bayerischen DKSB im Internet einheitlich darzustellen, hatten wir unsere damalige Internetfirma, die Firma Eleon, beauftragt, eine Internetseite in Anlehnung an die Homepage des Landesverbandesverbands zu erstellen und diese den Orts- und Kreisverbänden anzubieten. Die Verbände hatten seither die Möglichkeit, eine Typo3-gestützte Website für kleines Geld zu erwerben. Leider hatte sich die Internetagentur Eleon Anfang 2011 aus betriebsinternen Gründen von uns getrennt, die Suche nach einem neuen Anbieter gestaltete sich äußerst schwierig. Im Frühsommer wurden wir endlich fündig und arbeiten seither mit der Firma Visonbites aus München (www.visionbites.de) zusammen. Visonbites übernahm nicht nur die technische Pflege der Landesverband-Website, sondern steht seither auch den Orts- und Kreisverbände mit einem neuen Website-Angebot zu Diensten. Dieses haben wir den Orts- und Kreisverbänden im Mitgliederbereich eingestellt. Den alten Preis konnte Visonbites leider nicht halten, dafür beinhaltet das Angebot neue Vorteile, die es bislang noch nicht gab: Inhalte können global bei allen Verbandswebseiten weiterverwendet werden (v.a. News) Design kann bei einer Anpassung global geändert werden. Sicherheitsupdates gleichzeitig auch für alle Verbände Keine Hostingkosten für die Verbände Um die Kassen der Orts- und Kreisverbände zu schonen, hat der Landesvorstand den Beschluss gefasst, dass die einmaligen Kosten von 150 an den Landesverband für seine Vorausleistungen (Kosten für Design, Bilder, Hostinggebühren) bei diesem neuen Angebot entfallen. 15

Aufgabenverteilung Landesvorstand und Landesgeschäftsstelle Die Aufgabe der Ansprechpartnerinnen und -partner besteht darin, in fachlichen Fragen bei Bedarf zu beraten, bei Bedarf Termine wahrzunehmen, die Weiterentwicklung des Fachbereichs zu begleiten u.v.m. Fachbereich Abteilung Verwaltung Finanzen Mitarbeiterin in der LGS Gudrun Stothard Gudrun Stothard Ansprechpartner/in Im Landesvorstand Nora Singer Volker Dröder Abteilung Ehrenamt Begleiteter Umgang (BU) Kinder- und Jugendtelefon (KJT) Elterntelefon (ET) Familie Strohmeier Christian Margot Czekal Kröger Michael Wilfried Griebel Rosemarie Runge Wilfried Griebel Martina Böhm- Brandt Rosemarie Runge Robert Wollborn Abteilung Elternkurse Andrea Bergmayr Dr. Klaus Neumann Rosemarie Runge Russisch/türkisch Sinem/Ekaterina Sportprojekte Rahel Rose Dr. Renate Hein Robert Wollborn Geschäftsführung Fundraising und Christian Strohmeier Christian Strohmeier Kirsten Weber Ekkehard Mutschler Susanna Kaiser Nora Singer Öffentlichkeitsarbeit Fachtagung N.N. Wilfried Griebel, Dr. Klaus Neumann, Rosemarie Runge Abteilung Medien Satzungen Manuela Beckmann Christian Strohmeier Ekkehard Mutschler Nora Singer Nora Singer 16

5. Der DKSB Landesverband Bayern als Fachverband Als Fachverband präsentierte sich der DKSB LV im Jahr 2011 vielfältig und häufig: Sowohl der Vorstand als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle präsentierten den Verband in Gremien, auf Konferenzen, an runden Tischen oder auf Messen. Zugleich trug der DKSB LV sehr zur verbandsinternen Qualitätssicherung bei, sei es durch die Begleitung und Weiterentwicklung der Projekte oder durch die Sicherung bzw. Begleitung der verbandsinternen fachlichen Kommunikation im Rahmen von internen Gremien, wie z.b. Landesarbeitsgemeinschaften, Regionaltreffen usw. 5.1 Modellprojekt Netzwerk Familienpaten Bayern Martina Böhm-Brandt Status Quo/Schulungen Resonanz 15 Modellstandorte in Bayern mit einer Beteiligung von 12x Kinderschutzbund 11x Mütterzentren und 4x Frauenbund 11 durchgeführte Familienpatenschulungen und ca. 100 zertifizierte Familienpatinnen und Familienpaten aktuelle Modellstandorte: Ansbach, Bamberg, Dillingen, Fürth, Immenstadt, Kaufbeuren, Kempten, München/Trudering, Passau, Regen, Straubing, Vilshofen, Weiden/Neustadt, Waldkraiburg/Mühldorf In den zwei Jahren Modelllaufzeit ist es uns gelungen, die Marke Netzwerk Familienpaten Bayern zu etablieren. Ihre Profilschärfe und Qualität ist beim Fachpublikum und in der Politik angekommen. Nach unserem stark nachgefragten Fachtag im November letzten Jahres wird sie mehr denn je von verschiedenen Seiten (z.b. insbesondere Jugendämter, Mehrgenerationenhäuser, Caritasverband, Freiwilligenagenturen, Nachbarschaftshilfen, AWO, SKF) nachgefragt. Eine Welle des Interesses hat eingesetzt. Wir Projektleiterinnen und -leiter, werden in Sachen Familienpatenschaften mittlerweile von anderen Stellen (z.b. vom Jugendamt) quasi als Prüfstelle für Familienpatenprojekte um Rat gebeten, die Jugendämter kommen auf uns zu. Sogar über die Landesgrenzen hinaus ist das Projekt auf großes Interesse gestoßen. So konnten wir es an zwei unterschiedlichen Veranstaltungen in Thüringen vorstellen und Baden- Württemberg und Hessen haben ihr Interesse bekundet. 17

Vernetzung Wir sind ein Zusammenschluss von vier Verbänden: Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.v Katholischer Deutscher Frauenbund Landesverband Bayern e.v. Landesverband der Mütter- und Familienzentren in Bayern e.v. Zentrum Aktiver Bürger in Nürnberg Im Mai 2011 fand ein großes Netzwerktreffen statt, an dem sowohl viele ehrenamtliche Familienpatinnen und -paten als auch Koordinatorinnen und Koordinatoren und Trainierende teilnahmen. Themen waren einerseits der regionale Austausch und andererseits die Klärung von offenen Fragen bezüglich der Projektphasen, in denen sich die einzelnen Modellstandorte befanden. Am 15. November veranstalteten wir mit sehr großem Erfolg die Fachtagung Kompetent Familien stärken im Bürgersaal der Gemeinde Ismaning, Landkreis München. Weitere Entwicklungen Einige Glieder unserer Verbände können und wollen mittels eines Upgrades ins Netzwerk Familienpaten Bayern integriert werden. Dieses Verfahren auszuarbeiten ist eine wichtige und leicht zu ermöglichende Voraussetzung, das Netzwerk noch weiter zu verbreiten, zumal das Potenzial durch die vielfach vorhandenen Strukturen vor Ort bereits gegeben ist. In einer landesweiten Vereinheitlichung und Standardisierung laufender und geplanter Projekte läge die Chance, die Marke Netzwerk Familienpaten Bayern flächendeckend zu etablieren und langfristig qualitative Maßstäbe zu setzen. So könnte dann überall da, wo Familienpatinnen und -paten unterwegs sind, garantiert werden, dass auch qualifizierte und professionell begleitete Netzwerk-Familienpaten Bayern am Werk sind. Die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit soll dabei ständig unterfüttert werden von Innovation und dem flexiblen und kontinuierlichen Reagieren auf neue gesellschaftliche Themen wie z.b. Inklusion. So können alle Familienmitglieder, denen eine Familienpatenschaft zuteil wird, gewissermaßen ganzheitlich und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dies gilt nicht nur für deutsche Familien, sondern in besonderem Maße auch für Familien mit Migrationshintergrund. Öffentlichkeitsarbeit Am 19.Mai 2011 fand eine Pressekonferenz im StMAS mit Ministerin Christine Haderthauer statt. Bei dieser Gelegenheit wurde den ersten frisch gebackenen Familienpatinnen und - paten ein Zertifikat überreicht. Daneben ging unsere Homepage www.familienpaten-bayern.de ins Netz und erfreut sich seitdem der regen Nachfrage. 18

Ausblick Evaluationsempfehlungen des ifb (Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg) und Rückmeldungen aus den Modellstandorten ins Curriculum und Starterpaket einarbeiten Upgrade für unsere Verbandsglieder ausarbeiten Akquise und Schulung weiterer Standorte Ausrichten von evtl. 2-3 Netzwerktreffen pro Jahr landesweite Beratung für ehrenamtliche Familienpatenschaftsprojekte Verbreitung des Modells in andere Bundesländer neue Fortbildungsthemenfelder aufnehmen Fachtag veranstalten 5.2 Fachbereich Frühe Förderung Margot Czekal Die Frühe Förderung ist als eigenständiger Fachbereich seit dem Februar 2010 der Abteilung Ehrenamt neben den Fachbereichen Familienhilfe / Familienpaten, Begleiteter Umgang, Projekt Fidelis sowie Klassenpaten und KJT / ET angegliedert. Ausbildungen / Schulungen Im Jahr 2011 wurden mehrere Anfragen (u.a. Miesbach, Buchloe, Lindenberg, Vilshofen) zu Fortbildungen zur Frühen Förderung / Familienhilfe bearbeitet, die jedoch z. T. aus (dortigen) organisatorischen Gründen nach 2012 verschoben wurden. Stattgefunden hat: Fortbildung Familienhilfe in Buchloe für 6 MitarbeiterInnen / halbtägig Fortbildung zum Thema Inklusion für die Familienbildungsstätte München in Freising für 10 MitarbeiterInnen / ganztägig Resonanz Die Fortbildungen wurden inhaltlich positiv bewertet und fachlich gut angenommen. Zum Thema Inklusion wurde spontan aus einer halbtägigen Veranstaltung eine ganztägige. Anfragen gibt es auch zu anderen Themen aus dem Bereich der Frühen Förderung, z.b. Finanzierungsmodellen oder Qualifikation. Vernetzung Teilnahme in Kooperation an der LAG Familie Teilnahme an den Regionaltreffen Donauanrainer und Schwaben Planung und Durchführung des Trainertages Mitarbeit im Fachausschuss des Bundesverbandes Frühe Förderung Mitarbeit an der Vorbereitung des Fidelis Fachtages Mitarbeit an der Fortbildungskampagne zum Thema 8a Leitung und Fortschreibung des AK Inklusion 19

Teilnahme am Treffen der russisch- und türkischsprachigen Elternkursleiter mit Referat aus der Uni Regensburg über die Bedeutung der Erstsprache im bilingualen Spracherwerb Hanns-Seidel-Haus: Treffen über Russland-Deutsche Qualitätssicherung Evaluation über das Projekt Integration von Familien mit besonderem Förderbedarf Plus Sekundär Analyse Mitarbeit an der Planung zur Implementierung von Fidelis-Modulen in alle Ausbildungen Kontaktpflege, Anbindung und Betreuung der russischen Trainerinnen (aus 2010) Mitarbeit an der Konzeptionierung der Grundausbildung und sonstigen Fortbildungsbedarfen der OV/KVs Öffentlichkeitsarbeit Arbeitspapier über die Bedeutung des Ehrenamtes für den DKSB Bayern und seinen Einsatz in der primär-präventiven Familienhilfe / Frühen Förderung für den Fachausschuss des Bundesverbands Newsletter Ausblick Weiterentwicklung und Neuorientierung der Familienhilfe unter Einbeziehung der Frühen Förderung und der (Familienpaten-)Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund Weiterarbeit an der Neu-Ausrichtung des Ausbildungs- und Trainerkonzeptes Weiterführen der angefragten Fortbildungen 5.3 Fachbereich Begleiteter Umgang (BU) Eliane Retz, Margot Czekal Ausbildung/Schulungen Insgesamt konnten zwei Schulungen organisiert und abgehalten werden: BU-Schulung im Ortsverband Immenstadt (05/11 bis 09/11). BU-Schulung im Kreisverband Bamberg in Kooperation mit Forchheim (10/11 bis 01/12). Organisation einer BU-Schulung in Straubing ab 02/12 Resonanz Die Resonanz auf die Schulungen war gut. Die Bereitschaft der Teilnehmenden, sich auf Rollenspiele und praktische Übungen einzulassen, war hoch, die Schulungen sehr lebendig und praxisorientiert. Neue Anfragen für weitere Fortbildungen wurden bereits gestellt. Vernetzung Teilnahme und Planung an insgesamt 3 LAGs Teilnahme am Fachausschuss BU des Bundesverbandes, Mitarbeit an und Abschluss der Überarbeitung der Standards zum BU Teilnahme am Fachtag in Tutzing zum Thema Trennung und Scheidung Vorbereitung für Fachgespräch der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag: Kinder in Scheidungsverfahren Vorbereitung des Fidelis-Fachtages mit eigenem Workshop Mitarbeit an den Planungen der Isofachtage des Landesverbandes Leitung und Fortschreibung des AK Inklusion 20

Qualitätssicherung, neue Entwicklungen Weiterarbeit am Schulungsleitfaden Überarbeitung der Arbeitsunterlagen Gewinnen von externen Referenten für die LAGs zu aktuellen Themen Auswertung der Evaluationsbögen aus 2010 durch Eliane Retz und Margot Czekal 10 beteiligte OV/KV; 147 Kinder im BU; Alter: 2 Mon bis 12 J; im Schnitt 10 Treffen, Viele Eltern haben einen Migrationshintergrund, häufig binationale Familien Öffentlichkeitsarbeit Veröffentlichung der BU-Broschüre für Kinder Newsletter Artikel und Beiträge zu den Neuen Standards des Bundesverbandes Übersetzen von Informationsmaterial in türkische und russische Sprache in Zusammenarbeit mit Dr. Ekaterina Skakovskaya und Sinem Redzheb Erstellen von Kurzkonzepten zu Umgangscafé und Kostenplanungen auf Anfrage Ausblick Konzeptionelle Arbeit an der Öffnung des BU für Familien mit Migrationshintergrund respektive Gewinnen von Ehrenamtlichen Umgangsbegleitern mit Migrationshintergrund Weiterarbeit an der Neu-Ausrichtung des Ausbildungs- und Trainerkonzeptes Weiter-Bewerbung von Schulungen für 2012 5.4 Kinder- und Jugendtelefon sowie Elterntelefon (KJT/ET) Eliane Retz Ausbildungen und Fortbildungen Im Oktober 2011 wurde durch den Landesverband eine ET-Schulung in Bamberg organisiert und durchgeführt. In der Ausbildung wurden die Teilnehmenden zu den folgenden Themen geschult: Prinzipien und Handlungsweisen im DKSB Kommunikation und Gesprächsführung Umgang mit Kindern und Erwachsenen in Familienstrukturen Merkmale telefonischer Beratung Methoden der lösungs- und ressourcenorientierten Beratung Besondere Lebenslagen von Erziehenden Sexuelle Gewalt, Sucht, Suizid/Tod, etc. Mobbing, Sucht, Safer Internet Grenzen der Hilfe Selbsterfahrung Einübung von Beratungsfällen anhand von Rollenspielen Außerdem wurden die Supervidierung und fachliche Unterstützung einzelner Orts- und Kreisverbände durch die Landesfachberatung als Angebot aufgegriffen und eingefordert. Ferner wurde bereits im Jahr 2011 mit der Planung und Organisation von Schulungen für das Jahr 2012 begonnen. Im Januar 2012 sollen die folgenden Schulungen stattfinden: KJT/ET- Schulungen im Standort Erlangen; KJT-Schulungen in Kaufbeuren. 21