Ich mache mich selbständig



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Transkript:

Norbert Winistörfer LESEPROBEN Ich mache mich selbständig Von der Geschäftsidee zur erfolgreichen Firmengründung Ein Ratgeber aus der Beobachter-Praxis Beobachter-Buchverlag 12., überarbeitete und aktualisierte Auflage, 2011 1996 Axel Springer Schweiz AG Alle Rechte vorbehalten www.beobachter.ch

Inhalt LESEPROBE Vorwort... 13 1. Die Ausgangslage... 15 Unternehmensgründungen in der Schweiz... 16 Gründungsform Kleinstunternehmen... 16 Schattenseiten des Unternehmertums... 18 Profil der Unternehmensgründer... 21 Überlebenschancen neuer Firmen... 23 Persönliche Standortbestimmung... 25 Lebensgefühl und Charakter: die persönliche Ausgangslage... 26 Fachkenntnisse und Finanzen: das nötige Fundament... 26 Familie: die Stütze im Hintergrund... 28 Motivationsgründe: der innere Antrieb... 28 Arbeiten mit dem Ratgeber... 29 Schritt für Schritt zum Businessplan... 29 2. Die Möglichkeiten... 33 Wege in die Selbständigkeit... 34 Allein oder mit Geschäftspartnern... 34 Teilzeit-Selbständigkeit... 36 Selbständig aus der Arbeitslosigkeit... 39 Formen von Selbständigkeit... 45 Selbständig als Firmengründer... 45 Selbständig als Firmenkäufer... 46 Selbständig als Franchisenehmer... 51 Selbständig im Direktverkauf... 55 Selbständig als Agent... 58 Selbständig als Alleinvertreter... 60 Selbständig als Lizenznehmer... 62

3. Die Hürden... 67 Auflagen des Bundes und der Kantone... 68 Zuständige Ämter... 69 Behinderungen durch den bisherigen Arbeitgeber... 70 Woran Angestellte sich halten müssen... 70 Konkurrenzverbot im Arbeitsvertrag... 71 Einschränkungen für Ausländer... 73 Ausländer aus EU- und EFTA-Staaten... 73 Ausländer aus Staaten ausserhalb der EU und EFTA... 76 4. Die Geschäftsidee... 81 Geschäftsideen suchen... 82 Effiziente Suchstrategien... 82 Geschäftsideen bewerten... 85 Marktanalyse... 87 Geeignete Datenquellen nutzen... 88 Daten selber erheben... 89 Daten auswerten... 94 Schutz von geistigem Eigentum... 96 Patentschutz... 96 Markenschutz... 101 Designschutz... 104 5. Der Businessplan... 109 Sinn und Zweck des Businessplans... 110 So wird ein Businessplan aufgebaut... 111 Erstellung des Businessplans... 114 Wichtige Punkte beim Verfassen... 114 Schlussredaktion... 115

6. Die Geschäftsstrategie... 119 Unternehmensstrategie... 120 Vision oder Leitidee... 120 Strategische Erfolgsposition... 121 Strategische Ziele... 122 Strategische Stossrichtung... 123 Strategische Alternativen... 124 Marketingkonzept... 125 Produkt- und Sortimentspolitik... 127 Preispolitik... 130 Kommunikationspolitik: übergeordnete Aspekte... 133 Kommunikationspolitik: Verkauf... 135 Kommunikationspolitik: Verkaufsförderung... 137 Kommunikationspolitik: Werbung... 138 Kommunikationspolitik: Öffentlichkeitsarbeit... 141 Vertriebspolitik... 143 Internetpräsenz... 146 Marketingmassnahmen planen... 150 Marketingbudget festlegen... 152 Unternehmensstandort... 153 Wichtige Standortkriterien... 154 Spezialfall Ladenlokal... 157 7. Die Rechtsform... 159 Rechtsformen im Überblick... 160 Beliebte Rechtsformen... 160 Kriterien für die Wahl... 161 Rechtsformen im Detail... 163 Einzelfirma... 164 Kommanditgesellschaft... 167 Kollektivgesellschaft... 169 Aktiengesellschaft (AG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)... 172 Eintrag im Handelsregister... 182

8. Der Versicherungsschutz... 187 Berufliche und private Existenz absichern... 188 Risikoanalyse... 189 Risiken vermeiden, vermindern, überwälzen... 191 Versicherungsschutz im Überblick... 192 Sozialversicherungen in der Schweiz... 193 Versicherungen überlegt abschliessen... 196 Personenversicherungen für Selbständigerwerbende... 198 Obligatorisch ist nur wenig... 199 AHV, IV und Erwerbsersatzordnung... 201 Arbeitslosenversicherung... 203 Berufliche Vorsorge (2. Säule)... 203 Unfallversicherung... 205 Personenversicherungen für Inhaber einer AG oder GmbH... 207 Obligatorisch gut abgesichert... 207 AHV, IV und Erwerbsersatzordnung... 208 Arbeitslosenversicherung... 210 Berufliche Vorsorge (2. Säule)... 211 Unfallversicherung... 212 Personenversicherungen für alle Neuunternehmer... 214 Krankentaggeldversicherung... 214 Säule 3a und 3b... 215 Versicherungen für das Personal... 218 Obligatorische Versicherungen... 219 Lohnfortzahlung und Krankentaggeldversicherung... 221 Versicherungen fürs Unternehmen... 221 Betriebshaftpflichtversicherung... 222 Berufshaftpflichtversicherung... 225 Motorfahrzeugversicherung... 226 Sachversicherungen... 226 Spezialversicherungen... 229

Schutz der Familie und der Firma... 232 Schutz vor Schuldenhaftung... 232 Vorkehrungen für den Todesfall... 235 Schutzmöglichkeiten im Güterrecht... 236 Schutzmöglichkeiten im Erbrecht... 239 9. Die Steuern... 243 Grundbegriffe des Steuersystems... 244 Steuersubjekt... 245 Steuerobjekt... 245 Steuerberechnungsgrundlage... 246 Berechnung des Steuerbetrags... 247 Steuerperiode und Bemessungsperiode... 248 Steuererleichterungen für neu gegründete Unternehmen... 251 Steueroptimierung... 251 Geeignete Gesellschaftsform wählen... 252 Steuergünstigen Unternehmensstandort wählen... 253 Geschäftsbücher geordnet führen... 254 Ausgaben vor dem Geschäftsstart richtig verbuchen... 254 Privat- und Geschäftsvermögen abgrenzen... 255 Privat- und Geschäftsaufwand abgrenzen... 256 Lohnpolitik und Dividendenauszahlung optimieren... 259 Vorsorgebeiträge einzahlen... 260 Investitionen planen... 260 Abschreibungen vornehmen und Rückstellungen bilden... 260 Aktienkapital oder Stammkapital zurückzahlen... 261 Mehrwertsteuer... 262 Mehrwertsteuer berechnen... 262 Mehrwertsteuer abrechnen... 264 Saldosteuersatz anwenden... 266 Mehrwertsteuerpflicht... 267 Pflichten für Mehrwertsteuerpflichtige... 270

10. Die Finanzen... 273 Finanzplanung... 274 Budget: Wie rentabel wird das Geschäft?... 275 Kapitalbedarf: Wie viel Geld muss zur Verfügung stehen?... 278 Liquiditätsplanung: Engpässe vermeiden... 281 Finanzierung... 284 Eigenfinanzierung: Wie viel Eigenkapital ist nötig?... 286 Ersparnisse einsetzen... 286 Pensionskassengeld beziehen... 287 Geld aus der Säule 3a einsetzen... 290 Fremdfinanzierung: Kapital von Dritten... 291 Privatdarlehen... 292 Kredite von Banken... 293 Sicherheiten für Bankkredite... 298 Gegenüber Kapitalgebern richtig auftreten... 301 Lieferantenkredite... 302 Risikokapital als Alternative... 302 Finanzierung mit Factoring... 303 Leasing als Finanzierungsinstrument... 304 Buchhaltung... 306 Eröffnungsbilanz... 307 Instrumente der Buchhaltung... 309 Buchhaltung führen... 310 11. Das Personal... 313 Erste Überlegungen zu Mitarbeitern... 314 Ehe- oder Lebenspartner als Mitarbeiter... 315 Dritte als Mitarbeiter... 316 Personalsuche... 318 Geeignetes Personal finden... 318 Mitarbeiter richtig auswählen... 319

Rechte und Pflichten als Arbeitgeber... 320 Arbeitsverträge abschliessen... 321 Wichtige Bestimmungen des Arbeitsrechts... 323 12. Die Unterstützung... 329 Rat und Hilfe... 330 Mit Beratern zusammenarbeiten... 330 Kantonale und regionale Wirtschaftsförderungen... 334 Förderpreise für neue Unternehmen... 335 Berufliche Netzwerke... 336 Aus- und Weiterbildung... 337 Geeignete Angebote... 338 Anhang... 341 Beobachter-Ratgeber... 342 Stichwortverzeichnis... 343

Vorwort LESEPROBE Die berufliche Selbständigkeit ist für viele Menschen ein erstrebenswertes Lebensziel. Sie suchen eine neue Herausforderung, wollen ihr Berufs leben künftig selber gestalten, ihre eigenen Ideen umsetzen, unternehmerisch tätig sein. Sie sind energiegeladen, hoch motiviert, risiko freudig. Und sie bereiten sich sorgfältig auf ihre neue Aufgabe vor. So überrascht es wenig, dass auch die von Grund auf neu erarbeitete 11. Auflage dieses Ratgebers schon nach zwei Jahren wieder vergriffen war. Nun halten Sie die 12. Auflage in den Händen. Auch diese wurde überarbeitet und aktualisiert. Sie enthält alle Gesetzesänderungen, die neusten Forschungsresultate zu den heutigen Firmengründern und -gründerinnen, noch mehr aktuelle Adressen und Links sowie viele nützliche, zeitsparende Arbeitshilfen. Dieser praxisorientierte Ratgeber will verhindern, dass Sie sich blauäugig und unvorbereitet ins Abenteuer der Selbständigkeit stürzen. Denn um erfolgreich zu sein, braucht es mehr als eine clevere Geschäftsidee, ein passendes Logo und eine geeignete Rechts form für die Firma. Dieses Buch hilft Ihnen, Ihre unternehmerischen Visio nen zu realisieren. Es liefert Ihnen das nötige Wissen und viele konkrete Tipps, um ein eigenes, überlebensfähiges Unternehmen zu gründen und im Markt zu etablieren. Besonders hilfreich ist die beigelegte CD-ROM. Sie enthält Vorlagen, Muster und Checklisten, die Sie selber bearbeiten können. So erstellen Sie Schritt für Schritt Ihren eigenen, professionellen Businessplan den Grundstein jeder erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit. Für den Aufbau Ihres Unternehmens wünsche ich Ihnen viel Energie, Erfolg und das Glück des Tüchtigen. Norbert Winistörfer Olten, im April 2011

LESEPROBE Überlebenschancen neuer Firmen In einer empirischen Studie hat die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren für Unternehmensgründungen erforscht. Befragt wurden Neuunternehmer, die seit sechs Jahre erfolgreich im Markt tätig waren. Hier die zum Teil verblüffenden Resultate (komplette Studie «Erfolgsfaktoren junger Unternehmen» unter www.fhnw.ch/wirtschaft/ifu Forschung Projekte IfU Die neuen Selbständigen 2009). Erfolgsfaktoren Junge Unternehmen mit folgenden Merkmalen haben eine signifikant höhere Chance, die ersten Jahre im Markt zu überstehen: Geschlecht: Von Frauen gegründete Unternehmen haben eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Firmen, die von Männern gegründet wurden. Frauen haben bei der Gründung offenbar eine stärkere intrinsische Motivation (stärkeres Streben nach Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung) und führen meist nur kleine Firmen mit wenigen Mitarbeitenden. Schweizer Nationalität: Von Schweizerinnen und Schweizern gegründete Unternehmen sind statistisch gesehen erfolgreicher als Unternehmen, die von Ausländerinnen und Ausländern gegründet werden. Nebenbeschäftigung: Wer neben der Selbständigkeit noch einer unselbständigen Nebenbeschäftigung nachgeht, hat als Neuunternehmer höhere Überlebenschancen. Dafür wachsen solche Firmen deutlich langsamer. Finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand: Die wenigen Firmen, die von Wirtschaftsförderung oder Standortmarketingmassnahmen profitieren, haben eine deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. Kundenakquisition und Marktanalyse: Besonders erfolgreich sind Neuunternehmer, die sich bereits vor der Gründung intensiv mit der Marktanalyse und der Kundenakquisition beschäftigten.

Produktinnovation: Innovative Unternehmen überleben die ersten Jahre eher als Firmen, die bestehende Produkte kopieren. Misserfolgsfaktoren Einige Faktoren erweisen sich als hinderlich für das Überleben junger Unternehmen. Schlechtere Chancen haben Firmengründer, die sich vor der Gründung besonders intensiv mit der finanziellen Planung (Budget, Liquiditäts- und Finanzplanung) auseinandergesetzt und alle anderen Bereiche vernachlässigt haben. intensiv nach hohem Ansehen, Macht und Prestige streben. überdurchschnittlich stark ihre eigenen Ideen durchsetzen wollen und dadurch die effektiven Kundenbedürfnisse ignorieren. Faktoren ohne statistischen Einfluss aufs Überleben Eine ganze Reihe weiterer Variablen erweist sich als weitgehend irrelevant fürs Überleben junger Unternehmen: Bildungsgrad der Firmengründer Alter der Firmengründer Managementerfahrung der Firmengründer Erwerbsstatus der Firmengründer vor der Selbständigkeit Branchenzugehörigkeit der neu gegründeten Firma Lokale oder internationale Ausrichtung der Firma Art der anvisierten Kunden Grösse der Firma zum Zeitpunkt der Gründung Höhe des Kapitaleinsatzes Arbeitszeit der Firmengründer zu Beginn der Geschäfts tätigkeit Was letztlich zum Erfolg oder zum Scheitern neuer Unternehmen führt, lässt sich auch mit aufwendigen wissenschaftlichen Studien nicht abschliessend eruieren. Es gibt zu viele Faktoren, die sich zum Teil gegenseitig beeinflussen oder sich kaum bzw. überhaupt nicht erheben lassen. Vielfach spielt einfach auch das Glück, das Pech oder der Zufall die entscheidende Rolle, ob ein Neuunternehmer erfolgreich ist oder nicht.

LESEPROBE Sinn und Zweck des Businessplans Kernstück einer jeden Planung der künftigen Selbständigkeit bildet der Geschäfts- oder Unternehmensplan auf Neudeutsch Businessplan. Er beantwortet alle wesentlichen Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Firmengründung stellen und enthält alle relevanten Informationen zum Unternehmen. Unter anderem gibt er Auskunft über den Unternehmer und seine Ziele, über die Firma, die Produkte, den Markt, dessen Bearbeitung und die Finanzierung. Der Businessplan ist jedoch nicht nur für den Neuunternehmer, die Firmengründerin wichtig, sondern auch für Dritte. Er kommt intern und extern zum Einsatz: Intern ist der Businessplan die Basis für die Firmengründung und später Leitplanke für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Er ermöglicht dem Unternehmer, die Umsetzung seiner Geschäftsidee und die Erreichung der definierten Ziele laufend zu kontrollieren und nötigenfalls Korrekturen vorzunehmen. Extern ist der Businessplan unabdingbar bei der Suche nach Investoren oder Kapitalgebern. Denn diese geben sich zu Recht nicht mit mündlichen Ausführungen zufrieden, sondern wollen bevor sie sich finanziell engagieren ein ausgereiftes, schriftlich formuliertes Geschäftsprojekt sehen. Die Erstellung eines Businessplans zwingt potenzielle Unternehmer ausserdem, sich intensiv mit ihrem künftigen Unternehmen auseinanderzusetzen, Absichten zu formulieren, Entscheidungen zu treffen, Zusammenhänge zu sehen, aus Plänen und Strategien konkrete Zahlen abzuleiten. Und dies in einer verständlichen, strukturierten Form. Denn erst wenn die anfänglich für clever gehaltene Geschäftsidee genau durchdacht und detailliert beschrieben werden muss, wird ersichtlich wie «genial» sie tatsächlich ist.

Der Businessplan reduziert auch das Risiko, dass jemand bei der Planung seiner Firmengründung in der Euphorie oder Hektik wesentliche Überlegungen vergisst, erfolgsentscheidende Abklärungen nicht vornimmt und damit grundsätzliche Fehler begeht. Ein Businessplan zeigt zudem, welche Mittel der Unternehmer für die Realisation seiner Pläne benötigt. Und er deckt schonungslos auf, ob sich die Sache finanziell überhaupt lohnt. Ein seriös erstellter Businessplan geht also viel weiter als ein Firmenleitbild, eine Firmenstrategie oder ein einfaches Unternehmenskonzept. Businesspläne werden nicht nur anlässlich einer Neugründung verfasst. Auch bei diversen anderen Geschäfts ereignissen macht die Neuerstellung oder zumindest die Überarbeitung eines Businessplans Sinn. Etwa bei Übernahmen, Liquidationen, Expansionen, Strategiewechseln, Restrukturierungen, Eigentümerwechseln, Führungswechseln oder Fusionen. Die Lektüre dieses Ratgebers ermöglicht es Ihnen, schrittweise Ihren eigenen Businessplan zu erarbeiten. In diesem Kapitel erhalten Sie grundlegende Informationen; die folgenden Kapitel behandeln die für Ihren Businessplan relevanten Themen im Detail. Auf der CD-ROM finden Sie drei Dateien zum Businessplan: eine Checkliste mit allen relevanten Punkten, eine Vorlage, die Sie für die Erstellung Ihres eigenen Businessplans verwenden können, sowie ein Muster eines gut aufgebauten Busi nessplans.

LESEPROBE Rechtsformen im Überblick Firmengründer haben die Wahl zwischen verschiedenen Rechtsformen. Diese Wahl ist mehr als nur eine Formsache und sollte gut überlegt sein. Andererseits dürfen Sie diesen Entscheid aber auch nicht überbewerten, da er für den eigentlichen Geschäftserfolg des neuen Unternehmens von untergeordneter Bedeutung ist. Zudem lässt sich eine unpassende Rechtsform später jederzeit wechseln. Zu den gängigsten Rechtsformen in der Schweiz zählen die Einzelfirma auch Einzelunternehmen genannt, die Kommandit-, die Kollektiv- und die Aktiengesellschaft (AG) sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Beliebte Rechtsformen Neben den oben genannten Rechtsformen existieren noch weitere: die Kommanditaktiengesellschaft, die Genossenschaft, der Verein und die einfache Gesellschaft. Auf sie geht der Ratgeber nicht oder nur am Rand ein. Denn die Kommanditaktiengesellschaft kommt in der Praxis kaum mehr vor, die Genossenschaft und der Verein sind für Neuunternehmer eher ungeeignet und die einfache Gesellschaft hat bei der Gründung eines neuen Betriebs höchstens den Charakter eines Lückenbüssers. Die einfache Gesellschaft besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit und keinen eigentlichen Namen. Es handelt sich lediglich um eine Interessengemeinschaft bzw. eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Personen, die in der Regel in einer bestimmten Zeit gemeinsam ein bestimmtes Ziel erreichen möchten etwa ein Bauwerk erstellen. Bei der einfachen Gesellschaft haftet jedes Mitglied solidarisch und unbeschränkt für allfällige Geschäftsschulden. Aus diesem Grund ist diese Rechtsform Neuunternehmern nicht zu empfehlen.

Rechtsformen von Unternehmen in der Schweiz Einzelfirma Kommandit- Kollektiv- Gesellschaft mit Aktiengesellgesellschaft gesellschaft beschränkter schaft (AG) Haftung (GmbH) 1992 117 000 3 400 16 000 3 000 170 000 2010 155 600 2 400 13 400 118 100 187 000 + 38 600 1 000 2 600 + 115 100 + 17 000 Quelle: Eidgenössisches Amt für das Handelsregister (Zahlen gerundet) Einzelfirma, Personen- und Kapitalgesellschaft Gesellschaften Einzelfirma (natürliche Person) Personengesellschaften Kollektivgesellschaft Kommanditgesellschaft Kapitalgesellschaften Aktiengesellschaft (AG) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) Die häufigsten Firmenformen in der Schweiz sind die Einzelfirma, die AG und die GmbH. Wobei vor allem letztere in den vergangenen Jahren beliebt wurde. Um es vorwegzunehmen: Die optimale Unternehmensform die weder Haftungsrisiken noch Kapitalvorschriften mit sich bringt, die Unabhängigkeit voll gewährleistet und erst noch steuerlich die meisten Vorteile aufweist die gibt es nicht. Kriterien für die Wahl Das Gesetz schreibt Unternehmern keine bestimmte Rechtsform vor. Ein regionaler, kleiner Familienbetrieb kann durchaus als AG geführt werden und eine international tätige Unternehmung mit 200 Angestellten als Einzelfirma. Eine Änderung des Rechtsstatus ist jederzeit möglich, je nach Rechtsform aber mit beträchtlichen

Kosten und allenfalls auch mit Steuerproblemen verbunden. Deshalb sollten Sie sich vorgängig gut überlegen, welche Rechtsform den Bedürf nissen Ihres Unternehmens am meisten entgegenkommt. Wägen Sie dabei folgende Aspekte gegeneinander ab: Risiko, Haftung: Sie unterscheiden sich von Rechtsform zu Rechts form. Als Neuunternehmer sollten Sie diesem Aspekt erste Priorität einräumen. Generell gilt: Je höher das Unternehmerrisiko und das finanzielle Engagement des Gründers oder der Gründerin, desto eher drängt sich eine Gesellschaftsform mit limitierter Haftung auf. Sie hält das Risiko für das private Vermögen in überschaubaren Grenzen. Kapital, Kosten: Der Kapitalbedarf, das vorgeschriebene Mindestkapital und die Gründungskosten sind je nach Rechtsform unterschiedlich hoch. Neuunternehmer mit beschränkten Kapitalressourcen wählen deshalb mit Vorteil eine Gesellschaftsform mit niedrigen Gründungskosten und ohne gesetzliche Mindestkapitalvorschriften. Unabhängigkeit: Der Einfluss und der Handlungsspielraum des Unternehmers unterscheiden sich bei den einzelnen Rechtsformen stark. Entscheidend ist deshalb, ob Sie Ihr Geschäft alleine oder mit einem oder mehreren Partnern führen wollen und ob Ihre Partner reine Kapitalgeber, Mitarbeitende oder Mitinhaber sind. Entwicklungsperspektiven, Nachfolger: Die Rechtsform muss in erster Linie für den Geschäftsstart ideal sein. Sie darf aber auch die absehbare Entwicklung des Unternehmens nicht behindern und sie sollte zur unternehmerischen Langzeitvision passen. Eine spätere Firmenfusion, Firmenspaltung oder Firmenumwandlung ist zwar möglich, verur sacht jedoch Kosten und Umtriebe. Ältere Neuunternehmer sollten bei der Wahl der Rechtsform zudem an die Regelung der Nachfolge denken. Sozialversicherungen: Je nach Rechtsform sind gewisse Sozialversicherungen freiwillig, obligatorisch oder existieren für den Unternehmer gar nicht. So sind zum Beispiel anders als bei einer AG oder GmbH die Inhaber von Einzelfirmen und Kollektivgesellschaften nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, unterstehen nicht der obligatorischen Unfallversicherung und müssen sich auch keiner Pensionskasse anschliessen. In diesem Fall braucht es eine ganz andere Versicherungs- und Vorsorgestrategie (siehe Seite 188).

Steuern: Die einzelnen Rechtsformen unterliegen unterschiedlichen Besteuerungsgrundsätzen. Je nachdem werden dabei Privatund Geschäftsvermögen des Unternehmers getrennt oder zusammen besteuert. Welche Rechtsform steuerlich am günstigsten kommt, lässt sich nicht generell beantworten. Das hängt unter anderem von den kantonalen Steuergesetzen, den Kosten der Finanzierung und den nur schätzbaren Unternehmensgewinnen ab. Bei geringen Gewinnen oder gar Verlusten sind Personengesellschaften tendenziell steuerlich günstiger als Kapitalgesellschaften (mehr zu den Steuern lesen Sie auf Seite 243). Die Wahl der richtigen Rechtsform ist eine komplexe Ange legenheit. Nicht immer ist für Laien ersichtlich, welche längerfristigen Vor- und Nachteile die eine oder andere Variante mit sich bringt. Ziehen Sie deshalb einen versierten Treuhänder oder eine Anwältin mit Erfahrung im Bereich Firmengründungen bei. Diese beraten Sie nicht nur bei der Wahl der Rechtsform, sondern helfen Ihnen auch bei der Erstellung von Firmenstatuten und weiteren Gründungsformalitäten. Ein Infoblatt mit einer Übersicht über alle im Ratgeber besprochenen Rechtsformen, in der die oben genannten Kriterien zusammengefasst sind, finden Sie auf der CD-ROM («Rechtsformen»). Den vollständigen Ratgeber lesen? Jetzt bestellen unter http://www.beobachter.ch/buchshop.