Fachcurriculum Englisch

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Transkript:

Fachcurriculum Englisch Die ersten beiden Jahre des Englischunterrichts sind in ein Gesamtkonzept eingebunden, das sich auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) bezieht. Der GER definiert Kompetenzniveaus, die am Ende der Grundschulzeit erreicht werden müssen. Die Kompetenzen, über die ein Schüler am Ende der 4. Klasse verfügen soll, werden im Kerncurriculum für die Grundschule, Schuljahrgänge 3-4, Englisch näher erläutert. Ziele des Englischunterrichts Das übergeordnete Ziel des Englischunterrichts in der Grundschule ist die Anbahnung und Entwicklung kommunikativer und interkultureller Kompetenzen. Außerdem sollen Freude und Interesse am Lernen einer neuen Sprache geweckt werden. In der Grundschule stehen Hörverstehen und Sprechen der neuen Sprache im Vordergrund. Der zu erarbeitende Wortschatz bezieht sich auf Themen aus der Lebenswelt der Kinder: Farben, Zahlen, Tiere, Schulsachen, Körperteile, Kleidung, Familie, Freunde, Nahrungsmittel, Hobbys,. Laut GER sollen die Schüler am Ende der 4. Klasse im Bereich Hörverstehen in der Lage sein, vertraute Wörter und grundlegende Satzmuster wieder zu erkennen und zu verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird. Außerdem verstehen sie den groben Handlungsablauf einfacher Geschichten und Anweisungen im Unterricht. Die Schüler sollen ebenfalls in der Lage sein, sich im Rahmen der erarbeiteten Redemittel und Themenkreise situationsgerecht zu äußern (Bereich Sprechen). Kurze Dialoge können nach anschaulicher Einführung und anschließender Festigung gesprochen oder vorgespielt werden. Um ein einfaches Gespräch führen zu können benötigen die Schüler weiterhin Unterstützung und Formulierungshilfen bzw. verwenden geübte Satzstrukturen. Die Schüler beherrschen die Aussprache ihnen bekannter Wörter und Satzstrukturen so weit, dass sie verstanden werden. Im Vordergrund steht das Gelingen der Kommunikation und das ist auch bei kleineren Aussprachefehlern gegeben (Prinzip der funktionalen Fehlertoleranz). Das Lesen hat im Englischunterricht nur eine lernunterstützende Funktion. Die Schüler erkennen das Wortbild vertrauter Wörter und grundlegender Satzmuster ganzheitlich wieder und verstehen sie. Das Erlesen unbekannter Sätze und Texte oder das laute Vorlesen sind nicht das Ziel des Englischlernens in der Grundschule. Die Fertigkeit des Schreibens hat im Englischunterricht der Grundschule eine ausgesprochen geringe Bedeutung. Das hängt mit den Unterschieden von Klang und Wortbild zusammen, die im Unterricht der Grundschule nicht systematisch erarbeitet werden können. Möglich sind jedoch das Abschreiben bereits geübter Wörter und kurzer Sätze, z.b.

als Bildunterschriften oder Äußerungen in Sprechblasen. Das Schriftbild dient der visuellen Unterstützung. Abgesehen von diesen sprachlichen Voraussetzungen soll den Schülern auch Interkulturelle Kompetenz vermittelt werden. Sie sollen kulturelle Hintergründe und Traditionen im englischsprachigen Raum kennen lernen. (Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006 : Kerncurriculum für die Grundschule Schuljahrgänge 3-4.Englisch. S. 12-16.) Kriterien zur Unterrichtsgestaltung Der Unterricht findet möglichst einsprachig auf Englisch statt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich auf die Einsprachigkeit einlassen und erkennen, dass sie nicht jedes Wort verstehen müssen, um den Zusammenhang zu begreifen. Der Lehrer unterstützt das Hörverstehen durch ein gemäßigtes Sprechtempo, Mimik, Gestik und Wort- oder Bildkarten. Um auch verschiedene Sprachvorbilder anbieten zu können wird auch auf CDs und kurze Videofilme zurück gegriffen. Um die genannten Ziele des Englischunterrichts erreichen zu können, sollte der Unterricht stets handlungsorientiert stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler reagieren z.b. in Spielen auf das Gesagte oder beteiligen sich beim story-telling durch sprachbegleitende Handlungen. Die pre-story-activities und post-story-activities sorgen für zusätzliche Aktivität. Durch inhaltlich und methodisch unterschiedliche Aufgabenformen werden Anknüpfungspunkte für die unterschiedlichen Lerntypen geboten. Neu zu lernende Wörter und Strukturen werden also auf vielfältige Weise geübt, gefestigt und angewendet. Neben Phasen des verstehenden Hörens sollte der Unterricht den Kindern einen großen Sprechanteil ermöglichen. Lieder, Chants, Raps, Rhymes, Spiele und auch Dialoge und Rollenspiele ermöglichen einen handlungsbezogenen Gebrauch der Fremdsprache in authentischen Situationen. Diese werden unter anderem durch landeskundliche Bezüge und durch Themenbereiche, die sich an der Lebenswelt der Kinder orientieren, geschaffen. Aufgrund der sich verändernden Erwartungen an das Fach Englisch von der spielerischen Heranführung an eine neue Sprache hin zu einer größeren Ergebnisorientierung wurde nach Meinung der Fachkonferenz die einheitlich strukturierte Methodik eines Lehrwerks erforderlich. Die Schülerinnen und Schüler werden bereits in der Grundschule an die Arbeit mit Workbook und Textbook gewöhnt, das Schriftbild wird verstärkt zur visuellen Unterstützung eingesetzt. Auf diese Weise werden wichtige Grundlagen für die Arbeit an weiterführenden Schulen gelegt. Nachdem das Lehrwerk Bumblebee erfolgreich in Klasse 4 etabliert wurde, wurde Bumblebee nun auch in Klasse 3 eingeführt. Dazu wurde ein Klassensatz Textbooks von

sowie das zugehörige Material für Klasse 3 angeschafft. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich außerdem das Workbook kaufen, welches auch als Förderheft (Inklusion) erhältlich ist, so dass nun überwiegend nach dem Konzept dieses Lehrwerks gearbeitet wird. Das angebotene Material ist sehr umfangreich, aber natürlich wird es je nach Klassensituation noch durch andere Ideen und Materialien ergänzt. Durch die Verwendung von Bumblebee in Klasse 3 und 4 können die Kinder kontinuierlich damit arbeiten und die verwendeten Strukturen noch mehr aufeinander aufbauen. Der vorliegende schuleigene Arbeitsplan für das Fach Englisch wurde anlässlich der Einführung von Bumblebee überarbeitet. Differenzierung Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit, ihrer Anstrengungsbereitschaft und ihrer Leistungsfähigkeit, so dass auch im Fremdsprachenunterricht binnendifferenziert gearbeitet werden muss, um allen Kindern gerecht werden zu können. Da der Englischunterricht an der Grundschule überwiegend mündlich durchgeführt wird und besonders das Hörverständnis der Schülerinnen und Schüler gefördert werden soll, erfolgt eine Differenzierung hier zunächst durch zusätzliche Hilfestellungen des Lehrers (Wiederholung des Gesagten, Mimik, Gestik, Paraphrasierung, Visualisierung). Kinder, die noch nicht in der Lage sind oder sich nicht trauen auf Englisch zu antworten, profitieren auch von den Äußerungen der Mitschülerinnen und Mitschüler. Antworten und Äußerungen von begabten Schülerinnen und Schülern sollten umfangreicher sein und bereits Gelerntes berücksichtigen. Bei den schwächeren Schülerinnen und Schülern akzeptiert der Lehrer auch einfache Äußerungen, kurze Antworten oder Mischungen aus deutschen und englischen Wörtern. Die Arbeitsmaterialien und die zu erledigenden Aufgaben werden quantitativ und auch qualitativ differenziert. Das Lehrwerk Tiger Tom bietet in seinem Material Arbeitskarten, die zur Differenzierung im Unterricht eingesetzt werden können, auch wenn das Arbeitsbuch nicht im Unterricht verwendet wird. Auch das umfangreiche Angebot von Bumblebee (Buch, Arbeitsheft, Kopiervorlagen, Wort- und Bildkarten) lässt es zu, auf unterschiedlichen Niveaus zu arbeiten. Die offenen Aufgabenstellungen ermöglichen es den meisten Kindern, passende Antworten und Lösungen zu finden. Zur weiteren Differenzierung und Förderung werden Lernprogramme und Lernspiele an PC und IPad, z.b. die Lernwerkstatt oder Bumblebee online, eingesetzt. Trotz aller Möglichkeiten, die durch die unterschiedlichen Materialien gegeben sind, bleibt es eine Herausforderung, alle Schülerinnen und Schüler mit ihrem individuellen Leistungsstand im Blick zu behalten und entsprechend zu fördern. Daher wird angestrebt, passende Fortbildungen zu diesem Thema zu besuchen.

Fortbildungen Die Lehrkräfte bilden sich durch Fortbildungsveranstaltungen, Fachzeitschriften oder Fachbücher fort. Die Fortbildungsangebote der regionalen Lehrerfortbildung und von Schulbuchverlagen werden durch Aushänge bekannt gegeben. Auch Anregungen aus dem Internet werden aufgegriffen und durch neue Kollegen, Anwärter und die Erprobung neuer Lehrwerke werden ebenfalls neue Impulse eingebracht. Neue Ideen und Erkenntnisse werden in Fachkonferenzen, Dienstbesprechungen oder formlosen Besprechungen an die anderen Kollegen weiter gegeben. Dies ist problemlos möglich, da im Fach Englisch nur wenige Lehrer unterrichten. Einen aktuellen Fortbildungsschwerpunkt stellt das Thema Inklusion im Englischunterricht dar. Daraus ergeben sich folgende Fortbildungswünsche: - Binnendifferenzierung im Englischunterricht Wie kann es gehen? - Erstellung und Bewertung einer differenzierten Lernerfolgskontrolle - Authentische Sprechanlässe für alle Kinder Grundsätze der Leistungsfeststellung und -bewertung Das Lernen verläuft bei den Schülerinnen und Schülern nicht linear und einheitlich. Jeder benötigt eine individuell unterschiedlich lange Phase der Sprachaufnahme (silent phase), in der sich Verstehensprozesse aufbauen können. Zunächst reagieren die Kinder nonverbal auf das Gesagte. Nach und nach entstehen die Bereitschaft und der Wunsch, die neue Sprache selbst produktiv zu verwenden. Die Dauer der silent period hängt von Persönlichkeitsmerkmalen wie Intro- oder Extraversion ab und vom Ausmaß der Ängstlichkeit. Diese Phase der Sprachaufnahme muss also bei der Leistungsbewertung berücksichtigt werden. Die alleinige Bewertung der mündlichen Mitarbeit reicht nicht aus. Da eine Leistungsbewertung durch Zensuren in der 3. Klasse aber noch nicht erforderlich ist, haben die Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit, sich an die neue Sprache zu gewöhnen. Zur Bewertung der Schüler im Unterricht sollen laut Kerncurriculum mindestens 2x pro Halbjahr Beobachtungsbögen ausgefüllt werden. Dabei geht es besonders um das Hörverstehen, aber auch um das Sehverstehen, das Leseverstehen, Schreiben und Sprechen. Da es aber nicht möglich ist, alle zu bewertenden Punkte bei allen Kindern in einer Stunde zu beobachten und anschließend zu notieren, ist es sinnvoll, sich jede Stunde auf ein bestimmtes Kind oder einen Beobachtungsschwerpunkt zu konzentrieren. Ein möglicher Beobachtungsbogen ist in der Teacher s Box des Lehrwerks Bumblebee zu finden. Zusätzlich zu den Beobachtungsbögen werden die Leistungen regelmäßig in eigenen Notizen festgehalten. Hinzu kommen regelmäßig erteilte mündliche Noten, die

sich auf Qualität und Quantität der mündlichen Beteiligung beziehen. Mögliche Aufgaben zur Überprüfung werden im Kerncurriculum benannt (s. Kerncurriculum Englisch, S. 12 ff.). In der 4. Klasse sind pro Halbjahr 4-6 Lernkontrollen zu schreiben, die nicht länger als 10 Minuten dauern sollten. Bei diesen Kontrollen wird vor allem das Hörverstehen abgetestet. Traditionelle Vokabeltests oder Diktate kommen für die Leistungsüberprüfung nicht in Frage. Die Berechnung der Noten erfolgt analog zu anderen Fächern folgendermaßen: 100-98 % = 1 97-85 % = 2 84-70 % = 3 69-50 % = 4 49-25 % = 5 24-0 % = 6 Ab der 4. Klasse werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler auch im Fach Englisch durch eine Note bewertet. Die Zeugnisnote der 4. Klasse setzt sich gemäß Fachkonferenzbeschluss wie folgt zusammen: 40 % Lernkontrollen 30 % Sprechen (Beobachtungsbögen und eigene Notizen) 30 % Mündliche Beteiligung Selbstständiges Erlesen und Schreiben (auch nach Vorlage; Rechtschreibung) gehen nicht in die Zeugnisnote ein. Natürlich soll auch der individuelle Lernfortschritt berücksichtigt werden. Um die Kinder an die Testsituation und die Art der Aufgabenstellung zu gewöhnen, werden auch schon in der 3. Klasse Lernzielkontrollen geschrieben. Eine Benotung erfolgt hier jedoch nicht. Sie sind in der 3. Klasse nicht verpflichtend, werden aber von der Fachkonferenz als sinnvoll erachtet. Die Maßnahmen zur Leistungsfeststellung im Fach Englisch dienen dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu einer treffenden Selbsteinschätzung (self-assessment) zu führen. (Niedersächsisches Kultusministerium, 2006 : Kerncurriculum für die Grundschule Schuljahrgänge 3-4.Englisch. S. 17) Um dies zu erreichen werden die Bewertungskriterien mit den Schülerinnen besprochen und in Bezug auf die Zeugnisnote erläutert.

Die Portfolioseiten unterstützen die Kinder dabei, ihre Leistungen selbst einzuschätzen und ihren individuellen Lernerfolg zu beurteilen. Übergang in die 5. Klasse Der Übergang von der Grundschule in die 5. Klasse wird durch die Handreichungen für den Übergang. Vom Fremdsprachenlernen in der Grundschule zum Fremdsprachenunterricht im Sekundarbereich I geregelt. Um den Übergang für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen problemloser zu gestalten, lädt das Viktoria-Luise-Gymnasium einmal im Jahr Vertreter der Grundschulen und der weiterführenden Schulen des Landkreises zu einer großen Fachkonferenz Englisch ein. Hier können sich die Englischlehrer der einzelnen Grundschulen besprechen, Ideen austauschen und auf einheitliche Regelungen einigen. Die Kollegen der weiterführenden Schulen berichten von ihren Erfahrungen und Problemen mit den unterschiedlichen Voraussetzungen der Grundschüler. Durch diese Veranstaltung war es besonders zu Beginn des direkten Übergangs von der Grundschule in den Sekundarbereich I möglich, Verständnis für beide Seiten zu wecken. Die anfänglichen Probleme entstanden zum Teil durch Unkenntnis des jeweils anderen Systems und des anderen Lehrplans. Durch diese gemeinsamen Besprechungen können Informationen zu den Anforderungen weiter gegeben und besprochen werden. Die Rückmeldung über die Zeugnisnoten unserer ehemaligen Schülerinnen und Schüler in den 5. und 6. Klassen erhalten wir in schriftlicher Form von den weiterführenden Schulen. So können wir überprüfen, ob wir die Kinder gut vorbereitet haben und mit unserer Einschätzung richtig lagen.