Social Supply Chain Management Wettbewerbsvorteile durch Social Supply Chain Management aus ressourcenorientierter Sicht (Johannes Nußbaum) Abstract Der Druck, soziale Auswirkungen entlang der Supply Chain zu berücksichtigen und selbst sozial verantwortlich zu handeln, nimmt zu. Dies lässt sich an zahlreichen Beispielen belegen. Gleichzeitig ist die Kontrolle der zahlreichen Unternehmen einer Lieferkette auf Grund von Outsourcing und der fortschreitenden Globalisierung komplexer geworden. Social Supply Chain Management ist ein modernes und nachhaltiges Konzept aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre, das der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen entlang der gesamten Supply Chain Rechnung trägt. Die Arbeit beantwortet die Fragen, was Social Supply Chain Management ist, welches die wichtigsten Treiber dieses Ansatzes sind und an welchen Kriterien die soziale Verantwortung gemessen werden kann. Außerdem wird gezeigt, wie sich im Zuge der Umsetzung Wettbewerbsvorteile generieren lassen. Einführung In den letzten Jahren ist das Interesse von Wissenschaft und Praxis an nachhaltigem Supply Chain Management (SCM) erheblich gestiegen. Der bisherige Fokus lag dabei auf ökologischen Gesichtspunkten, einer der drei Säulen der Triple Bottom Line. Von aktueller wissenschaftlicher und praktischer Relevanz ist das Konzept, soziale Auswirkungen entlang der Supply Chain zu berücksichtigen und nachhaltige Managementpraktiken einzuführen (Social SCM). 1 Auf Grund von Outsourcing und der Globalisierung der Supply Chain ist die Kontrolle sozial unverantwortlicher Praktiken komplexer geworden. Dem stehen ein wachsendes öffentliches Interesse und die Forderung nach mehr Transparenz gegenüber. 2 Der aktuelle Skandal um die Arbeitsbedingungen bei dem Elektronikhersteller Foxconn ist nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, dass die Öffentlichkeit weltweit auf solche Meldungen reagiert und der Marke des betroffenen Produktes im äußersten Fall ein Boykott droht. DELL, Apple und Motorola, einige der größten Auftraggeber von Foxconn, befürchten wirtschaftliche Einbußen und haben angekündigt, bei ihren Zulieferern dieselben sozialen Bedingungen wie in ihrem eigenen Unternehmen gewährleisten zu wollen. 3 Diese Reaktion ist dem Druck durch verschiedene Interessengruppen geschuldet. Von großem Interesse ist vor diesem Hintergrund die Fragestellung, ob und wie soziale Verantwortung mit dem klassischen Ziel der Gewinnmaximierung einhergehen kann. 1 Vgl. Hutchins und Sutherland (2008), S. 1688. 2 Vgl. Seuring und Müller (2008b), S. 455. 3 Vgl. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/apple-zulieferer-strategie-gegen-selbstmorde-du-sollst-nicht-sterben-1.950099 (26.05.2010).
Methodik und Fragestellung Die Arbeit beantwortet, was Social Supply Chain Management ist und wie sich dadurch Wettbewerbsvorteile generieren lassen. Da Social Supply Chain Management auf immateriellen, sozialen Faktoren beruht, bietet sich zur theoretischen Fundierung die ressourcenorientierte Sicht an. Aus Sicht der ressourcenorientierten Theorie bilden interne, intangible Fähigkeiten und Ressourcen die Grundlage von Wettbewerbsvorteilen. Bisher wurden in der Literatur meist nur ganz bestimmte Aspekte des Social Supply Chain Managements untersucht. Deshalb bildet eine umfassende Darstellung des Social Supply Chain Managements auf Basis des wissenschaftlichen Diskussionsstands den Schwerpunkt der Arbeit. Ergebnisse Die starke Auseinandersetzung mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen in der Öffentlichkeit zeigt, dass verschiedenste Stakeholder und die Gesellschaft im Allgemeinen dem Thema Bedeutung beimessen. Große Relevanz besitzt das Thema auch bei den Unternehmen selbst, da sie direkt betroffen sind. Derzeit überwiegt jedoch in der Praxis die Herangehensweise, Grundsätze unternehmerischer Verantwortung umzusetzen, um negative Folgen, darunter vor allem Boykott und Imageverlust, zu vermeiden. Die Wissenschaft kann dazu beitragen, Social Supply Chain Management theoretisch zu fundieren. Die Untersuchung, ob höhere Sozialstandards innerhalb der internationalen Lieferkette auch Wettbewerbsvorteile generieren können, lenkt die Diskussion in eine neue Richtung. Nach meinen Erkenntnissen ist Social Supply Chain Management nicht nur lohnend, weil es negative Folgen verhindern, sondern auch nachhaltig zu Vorteilen verhelfen kann. Dies wird ausführlich in Kapitel 4 dargestellt.
Social Supply Chain Management Autor: Johannes Nußbaum Verlag: AVM-Verlag, München, ISBN: 978-3-86306-673-4
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... I Abbildungsverzeichnis... III Abkürzungsverzeichnis... IV 1 Einleitung... 1 2 Definitionen und Grundlagen... 3 2.1 Der Begriff Supply Chain Management... 3 2.2 Das Konzept der Nachhaltigkeit... 4 2.3 Social Supply Chain Management als Säule des Sustainable Supply Chain Managements5 3 Social Supply Chain Management... 7 3.1 Gründe für Social Supply Chain Management... 7 3.1.1 Druck von Stakeholdern... 7 3.1.1.1 Regierungen... 8 3.1.1.2 Kunden... 8 3.1.1.3 Interessenverbände... 9 3.1.1.4 Medien und Öffentlichkeit... 10 3.1.1.5 Akteure auf dem Kapitalmarkt... 11 3.1.1.6 Mitarbeiter... 11 3.1.1.7 Wettbewerber... 12 3.1.2 Wirtschaftliche Vorteile... 12 3.1.2.1 Sozialverantwortliches Image und verbesserte Kundenbeziehungen... 12 3.1.2.2 Produktdifferenzierung und erhöhte Zahlungsbereitschaft... 13 3.1.2.3 Risikoreduzierung... 14 3.1.3 Wertesystem des Unternehmens... 14 3.2 Ethische und soziale Ansprüche an die Supply Chain... 15 3.2.1 Grundlegende internationale soziale Normen... 15 3.2.2 Darstellung ausgewählter Kriterien im Zusammenhang mit der Supply Chain... 16 3.3 Methoden zur Umsetzung des Social Supply Chain Managements... 19 3.3.1 Grundlagen... 19 3.3.2 Kontrolle... 21 3.3.2.1 Selbstbeurteilung... 21 3.3.2.2 Fremdbeurteilung... 22 3.3.3 Maßnahmen und Sanktionen... 23
4 Auswirkungen des Social Supply Chain Managements auf die Wettbewerbsfähigkeit... 26 4.1 Negative Auswirkungen... 26 4.2 Positive Auswirkungen... 28 4.3 Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit aus ressourcenorientierter Sicht... 32 5 Fazit und Ausblick... 37 Literaturverzeichnis... 39 Anhang... 47