Deckblatt zu Alkali- und Erdalkalihydroxide Deckblatt zu Alkali- und Erdalkalihydroxide (Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Calciumhydroxid) D1 A Methodennummer 1 Anwendbarkeit Luftanalyse Analyt. Messprinzip Ionenchromatographie Abgeschlossen im Juni 2001 Zusammenfassung Das Verfahren ermöglicht die Bestimmung der partikulär auftretenden Alkali- und Erdalkalihydroxide in einem Konzentrationsbereich vom 0,1 bis zum 2-fachen der derzeit gültigen Luftgrenzwerte [1]. Zur Probenahme wird die Raumluft mit einer geeigneten Probenahmepumpe durch einen Quarzfaserfilter gesaugt. Zur Desorption werden die beaufschlagten Quarzfaserfilter mit verdünnter Schwefelsäure überschichtet und im Ultraschallbad behandelt. Die quantitative Bestimmung erfolgt mittels Ionenchromatographie und Leitfähigkeitsdetektion. 13. Lieferung, 2013
D2 Deckblatt zu Alkali- und Erdalkalihydroxide Kenndaten des Verfahrens Genauigkeit Tab. 1. Standardabweichung s (rel) und Streubereich u, n =10Bestimmungen Substanz Konzentration [mg/m 3) ] Standardabweichung s (rel) [%] Lithiumhydroxid 0,16 1,0 2,3 0,70 0,9 2,0 7,18 0,7 1,6 Natriumhydroxid 0,08 3,0 6,6 0,21 2,2 5,5 0,36 0,9 2,3 3,69 1,2 2,6 Kaliumhydroxid 0,07 1,9 4,3 0,74 1,1 2,9 7,42 0,8 1,8 Calciumhydroxid 0,09 3,4 7,7 0,54 3,3 7,4 0,92 1,9 4,3 9,51 1,4 3,1 Streubereich u [%] Bestimmungsgrenze: Lithiumhydroxid: absolut 12,5 ng Li þ =^ 0,041 mg/m 3 LiOH Natriumhydroxid: Kaliumhydroxid: absolut 25 ng Na þ =^ 0,041 mg/m 3 NaOH absolut 25 ng K þ =^ 0,034 mg/m 3 KOH Calciumhydroxid: absolut 25 ng Ca 2þ =^ 0,044 mg/m 3 Ca(OH) 2 bei einem Probeluftvolumen von 420 L. Wiederfindungsrate: Lithiumhydroxid: 100 ±5% Natriumhydroxid: 100 ±5% Kaliumhydroxid: 100 ±5% Calciumhydroxid: 100 ±5% Probenahmeempfehlung: Probenahmedauer: 2h Probeluftvolumen: 420
Lithiumhydroxid (LiOH) [CAS-Nr.1310-65-2] Deckblatt zu Alkali- und Erdalkalihydroxide Lithiumhydroxid ist ein weißer kristalliner Feststoff, der sich in Wasser mit alkalischen Reaktionen löst (molare Masse 23,95 g/mol, Schmelzpunkt 450 C, Siedpunkt 924 C). LiOH bindet gut Kohlendioxid (1 gwasserfreies LiOH bindet 450 ml CO 2 ) Lithiumhydroxid findet u. a. Verwendung in Akkus, Photoentwicklern und keramischen Erzeugnissen. Des Weiteren wird es für die Herstellung von Lithiumstearaten eingesetzt, die wichtige Schmierfette für Autos und Flugzeuge sind. Aufgrund seiner CO 2 -bindenden Eigenschaften wird Lithiumhydroxid als Luftreiniger z. B. in der Raumfahrt und in U-Booten verwendet. In Deutschland gibt es derzeit keinen gültigen Arbeitsplatzgrenzwert. In Großbritannien existiert ein Grenzwert von 1mg/m 3. D3 A Natriumhydroxid (Ätznatron, kaustische Soda, NaOH) [CAS-Nr.1310-73-2] Natriumhydroxid ist ein weißer hygroskopischer Feststoff. Es wird in Körnern, Brocken, Schuppen, Plätzchen, Perlen oder Stangen im Handel angeboten. Die molare Masse beträgt 40,00 g/mol, der Schmelzpunkt liegt bei 318 C. Natriumhydroxid ist unter starker Erwärmung in Wasser sehr leicht löslich; die Lösung reagiert stark alkalisch (Natronlauge). Der Feststoff und die Lauge können starke Verätzungen von Haut, Augen und Schleimhäuten verursachen. Natriumhydoxid und Natronlauge werden in der chemischen Industrie überwiegend als Neutralisationsmittel, für Verseifungsreaktionen, zur Herstellung von Natriumverbindungen und zum Aufschluss von Bauxit genutzt. Des Weiteren wird es in der Seifenund Waschmittelindustrie, zum Reinigen von Fetten, Ölen und Erdöl sowie als Aufschlussmittel in der analytischen Chemie eingesetzt. Darüber hinaus findet Natriumhydoxid Verwendung bei der Farbstoffsynthese und der Zellstoffgewinnung. In Deutschland gibt es derzeit für Natriumhydoxid keinen gültigen Arbeitsplatzgrenzwert. In der MAK- und BAT-Werte-Liste ist Natriumhydoxid dem Abschnitt II b zugeordnet [2]. In vielen europäischen Ländern (z. B. Frankreich, Österreich, Schweiz, Dänemark, Spanien) existiert ein Grenzwert für NaOH von 2mg/m 3. Kaliumhydroxid (Ätzkali, KOH) [CAS-Nr. 1310-58-3] Kaliumhydroxid ist ein weißer hygroskopischer Feststoff, der sich in Wasser unter großer Wärmeentwicklung löst und dabei Kalilauge bildet. Es wird im Handel in Form von trockenen weißen Stangen, Schuppen, Plätzchen oder Tabletten angeboten. Die molare Masse beträgt 56,10 g/mol, der Schmelzpunkt 360 C und der Siedepunkt 1324 C. An der Luft zieht KOH sowohl Wasser als auch Kohlendioxid an. Kaliumhydroxid wird als Trockenmittel und Absorptionsmittel für Kohlendioxid eingesetzt. Des Weiteren findet es Verwendung bei der Herstellung von Farbstoffen (Alkalischmelze), Glas, Waschrohstoffen und Seifen. Bei der Herstellung von Biodiesel aus Rapsöl und Methanol wird Kalilauge als Katalysator eingesetzt. Für Kaliumhydroxid gibt es derzeit keinen gültigen Arbeitsplatzgrenzwert. Dagegen existiert in vielen europäischen Ländern (z. B. Österreich, Spanien, Großbritannien, Schweiz, Dänemark) ein Grenzwert von 2mg/m 3. 13. Lieferung, 2013
D4 Deckblatt zu Alkali- und Erdalkalihydroxide Calciumhydroxid (Ca(OH) 2 )[CAS-Nr.1305-62-0] Calciumhydroxid ist ein farbloser Feststoff, der im Handel als Kristalle oder Pulver angeboten wird. Die molare Masse beträgt 74,10 g/mol. Calciumhydroxid löst sich nur wenig in Wasser, wobei die Lösung stark alkalisch reagiert; besser jedoch löst es sich in Glycerin und Zuckerlösung. Die Löslichkeit ist temperaturabhängig und sinkt mit steigender Temperatur. Calciumhydroxid reizt Haut und Schleimhäute. Hauptverwendung von Calciumhydroxid ist die Zubereitung von Mörtel im Bauwesen. Des Weiteren wird es u. a. als Bindemittel für Anstrichpigmente, zur Abwasserreinigung und in der Gerberei eingesetzt. Der derzeit gültige MAK-Wert (2012) beträgt 1mg/m 3 für die einatembare Fraktion (E). Der Kurzzeitwert ist der Spitzenbegrenzungskategorie I mit einem Überschreitungsfaktor von 2zugeordnet [2]. Autoren: D. Breuer,B.Heinrich Prüfer: R. Hebisch, A. Johnen