2017 Umwelt-Vollzug Abfall & Rohstoffe. Ein Modul der Vollzugshilfe zur Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen VVEA

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Transkript:

1 2017 Umwelt-Vollzug Abfall & Rohstoffe TITEL UMSCHLAG Max. 2 Zeilen Max. 24 Zeichen pro Zeile Berichterstattung UNTER-TITEL Max. 100 Zeichen Ein Modul der Vollzugshilfe zur Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen VVEA Entwurf zur Erarbeitung 4.1.ZW.2017 HINWEIS: Dieser Entwurf hat keine Gültigkeit. Er dient der designierten Begleitgruppe als Diskussionspapier.

2 Impressum Rechtlicher Stellenwert Diese Publikation ist eine Vollzugshilfe des BAFU als Aufsichtsbehörde und richtet sich primär an die Vollzugsbehörden. Sie konkretisiert unbestimmte Rechtsbegriffe von Gesetzen und Verordnungen und soll eine einheitliche Vollzugspraxis fördern. Berücksichtigen die Vollzugsbehörden diese Vollzugshilfe, so können sie davon ausgehen, dass sie das Bundesrecht rechtskonform vollziehen; andere Lösungen sind aber auch zulässig, sofern sie rechtskonform sind. Das BAFU veröffentlicht solche Vollzugshilfen (bisher oft auch als Richtlinien, Wegleitungen, Empfehlungen, Handbücher, Praxishilfen u.ä. bezeichnet) in seiner Reihe «Umwelt-Vollzug». Herausgeber Bundesamt für Umwelt (BAFU) Das BAFU ist ein Amt des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Autoren Petar Mandaliev, Abteilung Abfall und Rohstoffe Ruedi Taverna, GEO Partner AG Begleitgruppe (BG), Projektteam (PT), Arbeitsgruppe (AG) und externe Experten (EE) Markus Bolliger Bernhard Brunner Beat Calonder Martin Eugster Markus Fehr Britta Freidl Niccolò Gaido Cyril Inderbitzin Samy Knapp Etienne Ruegg Oliver Steiner Martin Weder Arthur Wellinger Zitierung BAFU (Hrsg.) 2017: Vollzugshilfe zur Abfallverordnung VVEA. Berichterstattung. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Vollzug Nr. : 91 S. Übersetzung Layout Titelbild PDF-Download www.bafu.admin.ch/ -d (eine gedruckte Fassung liegt nicht vor) Diese Publikation ist auch in französischer und italienischer Sprache verfügbar. BAFU 2017

3 GRUNDSATZ ZUR 2-SPALTIGEN WORD VORLAGE: #1 Die hier angegebenen Anzahl Zeichen verstehen sich = Anzahl Zeichen inklusive Leerzeichen. #2 Hinweis: Der 2-spaltige Text wird erst bei der Layout-Arbeit erstellt, um das Erfassen des Textes zu erleichtern. #3 Text wenn 2-spaltig 4 500 Zeichen pro A4-Seite. Titel ohne Nummerierung max. 24 Zeichen = eine Zeile / Titel mit Nummerierung max. 2 Zeilen mit je max. 24 Zeichen / Abstract Text max. 2 560 Zeichen / Vorwort Zeichen max. 2 680 Zeichen / #4 Im Lauftext bitte keine von Hand gesetzte Silbentrennungen (Zäsuren) setzen; dies erschwert die Layoutarbeit. #5 Marginalien werden nur in 1-spaltigen Publikationen berücksichtigt. #6 Für Vorlage Grafikdiagramme siehe separates Excel und Excel-Reiter (für Balken-, Kuchen- und Liniendiagramm). Entwurfsliste Version Datum erstellt korrigiert Schlusskontrolle diskutiert V 1.0 22.02.2017 R. Taverna/P. Mandaliev R. Taverna P. Mandaliev Arbeitsgruppe (AG) V 1.0_RT 28.02.2017 R. Taverna P. Mandaliev AG V 1.1 07.03.2017 R. Taverna P. Mandaliev AG V 1.2 14.03.2017 R. Taverna R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev AG V 1.3 16.03.2017 R. Taverna R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev AG V 1.4 24.03.2017 P. Mandaliev R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev AG V 1.5 28.03.2017 R. Taverna P. Mandaliev P. Mandaliev AG V 1.6 29.03.2017 R. Taverna R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev AG V 1.7 06.04.2017 P. Mandaliev R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev AG V1.8 01.05.2017 R. Taverna P. Mandaliev P. Mandaliev AG V2.0 04.05.2017 P. Mandaliev R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev Begleitgruppe (BG) V2.1 23.05.2017 R. Taverna R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev BG + Bilateral (BIL) V3.0 14.06.2017 P. Mandaliev R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev BG V4.0 17.08.2017 P. Mandaliev R. Taverna/P. Mandaliev P. Mandaliev BG P. Mandaliev BG + Bilateral V4.1 04.09.2017 R. Taverna R. Taverna/P. Mandaliev (BIL)

4 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 4 Abstracts 6 Vorwort 7 Zusammenfassung 8 Einleitung 9 Ausgangslage 11 Zweck, Adressaten und Aufbau des Moduls 11 Rechtliche Grundlagen 11 Anwendungsbereich / Geltungsbereich des Moduls 12 A) Datenlieferung der Abfallanlagen an den Kanton 15 A.1 Meldepflicht 15 A.2 Erläuterungen zu der Abfallliste 16 A.3 Erhebungseinheit 18 A.4 Erhebungstiefe und Doppelzählungen 18 A.5 Räumliche Systemgrenzen 20 A.6 Abfallverzeichnisse gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA 20 A.7 Meldung von Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle sowie Restvolumen bestehender Deponien 21 A.8 Termine und Zuständigkeiten 22 B) Datenlieferung der Kantone an das BAFU 24 B.1 Abfallverzeichnis gemäss Art. 6 Abs. 1 VVEA 24 B.2 Herkunftsangaben 25 B.3 Berichterstattung über Betrieb und Zustand der Deponien gemäss Art. 6 Abs. 3 VVEA 25 B.4 Räumliche Systemgrenze 27 B.5 Termine und Zuständigkeiten 27 B.6 Datenlieferung 28 C) Datenschutz und Datensicherheit 29 Verzeichnisse 30 Glossar / Begriffe 30 Abkürzungen 32 Abbildungen 33 Tabellen 33 Literatur 34 Anhang A 35 Anhang B 38

5 Anhang C 84 Anhang D 85 Anhang E 86

6 Abstracts ABSTRACT TEXT Max. 2 560 Zeichen Text Deutsch. Text Französisch. Text Italienisch.

7 Vorwort VORWORT TEXT Max. 2 680 Zeichen Abschnitt 1 Abschnitt 2 Abschnitt 3 Karine Siegwart Vizedirektorin Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Zusammenfassung 8

9 Einleitung Im Jahr 2015 wurde die Totalrevision der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) abgeschlossen und die TVA wurde am 01. Januar 2016 durch die neue Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) ersetzt. Die neue Abfallverordnung enthält verbindliche Standards für die Berichterstattung von Abfällen (Art. 6 VVEA). Die Kantone erstellen demnach jährlich öffentlich zugängliche Verzeichnisse mit den Angaben über die Mengen der Abfallarten, die auf ihrem Gebiet entsorgt werden, über die Anlagen zur Behandlung von Bauabfällen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 1000 t Abfälle behandelt werden und über übrige Abfallanlagen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 100 t Abfälle entsorgt werden. Die Kantone erstatten zudem dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Bericht über Betrieb und Zustand der Deponien auf ihrem Gebiet. Der Bericht soll Angaben über die Menge und Art der abgelagerten Abfälle sowie Restvolumen bestehender Deponien enthalten. Bei neuen Deponien und Änderungen bestehender Deponiebauwerke sollen zudem Nachweise erbracht werden, dass die Bauwerke der Anlagen die Anforderungen gemäss Anhang 2 VVEA erfüllen werden und gegebenenfalls Massnahmen zur Verhinderung möglicher schädlicher oder lästiger Einwirkungen der Deponien auf die Umwelt ergriffen werden. Damit die Kantone dieser Pflicht gemäss Art. 6 VVEA nachkommen können, werden die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen dazu verpflichtet, ein Verzeichnis über die angenommenen Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten mit Angabe deren Herkunft, sowie über die in den Anlagen entstehenden Rückstände und Emissionen zu führen und das Verzeichnis der kantonalen Behörde jährlich zuzustellen (Art. 27 Abs. 1 Bst. e). Um diese Arbeit zu vereinfachen und eine schweizweit einheitliche Gliederung der Abfallmengen zu erreichen, wurde von der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU) und dem BAFU ein Datenstandard entwickelt. Dieser Standard enthält u.a. einheitliche Erhebungseinheiten, Termine der Datenlieferung und Vorgaben zur räumlichen Auflösung sowie Informationen zur Datenherrschaft und zum Datenschutz. Gemäss diesem Datenstandard erfolgt die Abfalldatenerhebung nach Abfallarten, welche in der Abfallliste im Anhang 1 VVEA vorgegeben sind. Die genannte VVEA-Abfallliste fasst die Abfälle nach Materialeigenschaften in Abfallklassen und Abfallarten zusammen. Sämtliche in der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen (LVA) enthaltenen Abfälle sind einer oder mehreren entsprechenden Abfallarten in der VVEA Abfallliste (nachfolgend auch VVEA-Code genannt) zugeordnet. Um einen einheitlichen Vollzug bei der Berichterstattung von Abfällen zu gewährleisten und die Koordination der Abfallplanung zu fördern, legt die vorliegende Vollzugshilfe fest, welche Arten von Abfällen zu erheben sind und welche Anforderungen bei der Berichterstattung einzuhalten sind. Die Vollzugshilfe (VH) ist in einen erläuternden Grundlagen-Teil, 3 Hauptkapitel und 5 Anhänge gegliedert. Im Teil Ausgangslage werden u.a. der Zweck, der Aufbau, die rechtlichen Grundlagen sowie der Anwendungsbereich der Vollzugshilfe erläutert. Kapitel A behandelt die Datenerhebung und Datenlieferung an die Kantone gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. e VVEA. Hier werden die Grundlagen der Datenerhebung und Datenlieferung aufgezeigt (Meldepflicht, Abfalllisten, Termine und Lieferung).

Kapitel B beschreibt das Vorgehen für die Berichterstattung der Kantone ans BAFU gemäss Art. 6 VVEA. Kapitel C beschäftigt sich mit dem Thema des Datenschutzes bei der Datenerhebung und der Berichterstattung. Anhang A listet die VVEA-Codes auf mit der Zuteilung zu den Abfallkategorien Anhang B listet die LVA-Codes auf mit der Zuteilung zu den VVEA-Codes Anhang C listet die zu erhebenden Produkte auf Anhang D listet die verschiedenen Abfallanlagen und ihre Zuordnung zu den Entsorgungscodes auf Anhang E zeigt Beispiele für die Einträge von LVA-, VVEA-Codes und Produkten bei Materialflüssen in ausgewählten Abfallanlagen 10

11 Ausgangslage Zweck, Adressaten und Aufbau des Moduls Diese Publikation ist eine Vollzugshilfe des BAFU als Aufsichtsbehörde. Ziel dieser Vollzugshilfe ist es, die rechtlichen, verfahrensmässigen und technischen Grundlagen für die Berichterstattung über Abfälle in einem Dokument zusammenzufassen. Die Vollzugshilfe konkretisiert unbestimmte Rechtsbegriffe von Gesetzen und Verordnungen und soll eine einheitliche Vollzugspraxis bei der Berichterstattung fördern. Die Vollzugshilfe richtet sich in erster Linie an die Vollzugsbehörden in den kantonalen Verwaltungen, die für den Vollzug der Vorschriften betreffend Berichterstattung von Abfällen zuständig sind. Zur besseren Umsetzung soll die Vollzugshilfe auch kommunalen Verwaltungen sowie auch Inhaberinnen und Inhabern von Anlagen zur Behandlung von Abfällen zur Verfügung gestellt werden um sie darüber zu orientieren, wie sie vorgehen müssen, um sich bei der Berichterstattung rechtskonform zu verhalten. Die spezifischen Ziele der vorliegenden Vollzugshilfe sind: > Einheitliche Erhebung der Daten für einen optimierten Vollzug der VVEA; > Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit; > Förderung der kantonalen Abfallplanung und der ordnungsgemässen Abfallentsorgung; > Optimierung von Nutzungspotenzialen und Förderung von Rohstoffkreisläufen (Sekundärrohstoffe, erneuerbare Energie etc.); Berücksichtigen die Vollzugsbehörden diese Vollzugshilfe, so können sie davon ausgehen, dass sie das Bundesrecht rechtskonform vollziehen; andere Lösungen sind aber auch zulässig, sofern sie rechtskonform sind. Das BAFU veröffentlicht solche Vollzugshilfen (bisher oft auch als Richtlinien, Wegleitungen, Empfehlungen, Handbücher, Praxishilfen u.ä. bezeichnet) in seiner Reihe «Umwelt-Vollzug». Rechtliche Grundlagen Gemäss Art. 46 Abs. 2 USG können der Bundesrat oder die Kantone anordnen, dass Verzeichnisse u.a. mit Angaben über Abfälle und deren Entsorgung sowie über die Art, Menge und Beurteilung von Stoffen und Organismen geführt, aufbewahrt und den Behörden auf Verlangen zugestellt werden. Art. 46 Abs. 1 USG sieht dementsprechend vor, dass jedermann verpflichtet ist, den Behörden die für den Vollzug erforderlichen Auskünfte zu erteilen, nötigenfalls Abklärungen durchzuführen oder zu dulden. Gestützt auf diese Bestimmungen sieht Art. 6 Abs. 1 VVEA vor, dass die Kantone jährlich öffentlich zugängliche Verzeichnisse erstellen mit Angaben zu Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten, die auf ihrem Gebiet entsorgt werden (Bst. a), zu Anlagen zur Behandlung von Bauabfällen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 1000 t Abfälle behandelt werden (Bst. b) und schliesslich zu den übrigen Abfallanlagen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 100 t Abfälle entsorgt werden (Bst. c). Die Kantone sind verpflichtet, diese Verzeichnisse dem BAFU zuzustellen. Des Weiteren erstatten die Kantone gemäss Art. 6 Abs. 3 VVEA dem BAFU alle fünf Jahre Bericht über Betrieb und

12 Zustand der Deponien auf ihrem Gebiet. Dieser Bericht enthält insbesondere Angaben über Menge und Art der abgelagerten Abfälle sowie Restvolumen bestehender Deponien und weitere, aufgelistete Nachweise, die zu erfüllen sind. Die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen müssen gestützt auf Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA ein Verzeichnis über die angenommenen Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten mit Angabe deren Herkunft sowie über die in den Anlagen entstehenden Rückstände und Emissionen führen und das Verzeichnis der kantonalen Behörde jährlich zustellen. Massgebend für diese Vollzugshilfe sind darüber hinaus die Verordnung des UVEK vom 18. Oktober 2005 über Listen zum Verkehr mit Abfällen (LVA, SR 814.610.1) sowie die Verordnung vom 22. Juni 2005 über den Verkehr mit Abfällen (VeVA, SR 814.610). Zudem können sich im Einzelfall im Zusammenhang der Berichterstattung weitere rechtliche Grundlagen als relevant erweisen, so beispielsweise die Art. 23 und 24 der Verordnung vom 10. Januar 2001 über das Inverkehrbringen von Düngern (DüV, SR 916.171) oder Art. 17 der Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (VTNP, SR 916.441.22) vom 23. Juni 2004. Die Pflicht zur Berichterstattung beginnt gemäss Art. 50 VVEA am 1. Januar 2019. Die Übergangsfrist gilt sowohl für die kantonale Berichterstattung an das BAFU (Art. 6 VVEA), wie auch für die Berichterstattung seitens Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen an die zuständigen kantonalen Abfallfachstellen (Art. 27 Abs. 1 Bst. e VVEA). Anwendungsbereich / Geltungsbereich des Moduls Das vorliegende Modul Berichterstattung konzentriert sich auf die Anforderungen an die Berichterstattung der Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen an den Kanton gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. e VVEA und die Datenlieferung der Kantone ans BAFU gemäss Art. 6 VVEA. Diese Vollzugshilfe gilt für die Berichterstattung von: Anlagen zur Behandlung von Bauabfällen, in denen jährlich mehr als 1000 t Abfälle behandelt werden übrige Abfallanlagen, in denen jährlich mehr als 100 t Abfälle entsorgt werden. Deponien (gemäss Art. 6 Abs. 3 VVEA) Weitere Anlagen, z.b. Kiesgruben (Aufgrund Art. 46 USG müssen auch Anlagen, welche keine Abfallanlagen sind, bei Bedarf für den behördlichen Vollzug Daten liefern, falls jährlich mehr als 100 t Abfälle entsorgt werden) Aus Abbildung 1 (Umfang der Vollzugshilfe) sind folgende Aufgabenbereiche zu entnehmen:

13 Gesamtschweizerische Daten an Kantone, z.b. für Abfallplanung Abfälle Geltungsbereich VZH Berichterstattung (Abfall ) betriebe Datenlieferung gemäss Art. 27 Abs. 1 lit. e VVEA und Art. 46 USG Inspektoratslösung oder direkte Berichterstattung Kantone Datenlieferung gemäss Art. 6 Abs. 1 und 3 VVEA und Art. 46 USG Gemäss VVEA Code BAFU Öffentlichkeit EU, [akb] und [ak] Abfälle Geltungsbereich VeVA Abbildung 1 Umfang der Vollzugshilfe Berichterstattung Aufgaben der Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen Die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen liefern gestützt auf Art. 46 Abs. 2 USG gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA den Kantonen jährlich ein Verzeichnis über die angenommenen und weitergeleiteten Mengen sowie bestimmter Produkte. Für alle kontrollpflichtigen Abfälle (Sonderabfälle und andere kontrollpflichtige Abfälle mit und ohne Begleitscheinpflicht [S, ak und akb]) muss die Erhebung, wie bis anhin, nach LVA- Codes erfolgen. Für alle nicht kontrollpflichtigen Abfälle kann sie nach LVA-Codes und/oder VVEA-Codes ablaufen. Möglich sind Inspektoratslösungen, bei denen die Inhaber der Anlagen einem Inspektorat die Daten liefern und das Inspektorat nach einer Plausibilisierung die Daten an den Kanton weiterleitet. Eine andere Möglichkeit stellt die direkte Lieferung der Daten durch die Betriebe an den Kanton dar. Die Details der Datenerhebung und der Datenlieferung gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA werden in Kapitel A behandelt. Aufgaben der Kantone Die Kantone erstellen gemäss Art. 6 Abs. 1 VVEA aus diesen, von den Inhabern der Abfallanlagen gelieferten Daten, jährlich öffentlich zugängliche Verzeichnisse und liefern sie dem BAFU gemäss den VVEA-Codes. Zudem erstatten die Kantone gemäss Art. 6 Abs. 3 VVEA dem BAFU alle 5 Jahre einen Bericht über den Betrieb und den Zustand der Deponien auf ihrem Gebiet. Die Datenlieferung gemäss Art. 6 VVEA werden in Kapitel B behandelt. Aufgaben des BAFU Das BAFU stellt den Kantonen und der Öffentlichkeit gesamtschweizerische Daten zur Abfallwirtschaft (aufgeschlüsselt nach Kantonen), die Mengen der schweizweit entsorgten Abfälle, sowie auch Typ und Anzahl der Abfallanlagen zur Verfügung. Die Ergebnisse der Erhebungen dienen zudem als Input für weitere Berechnungen auf Bundesebene (z.b. Indikatoren, Abfallstatistik usw.) und für Datenbanken (z. B. das Bundesamt für Statistik BFS, das Statistikamt der Europäischen Union EuroStat etc.).

Abgrenzungen Diese Vollzugshilfe regelt nicht das Inverkehrbringen, die Einfuhr und die Entsorgung von Abfällen sowie die Verwendung oder die Zulassung von Recyclingprodukten. Ebenfalls behandelt diese Vollzugshilfe nicht die BAFU Kommunikation der erhobenen bzw. gelieferten Daten. Emissionen aus Abfallanlagen müssen den Kantonen schon jetzt über bestehende Systeme gemeldet werden und sind deshalb ebenfalls nicht im Umfang der vorliegenden Vollzugshilfe. Die Vollzugshilfe gilt nicht für einzelne kommunale Sammelplätze der Gemeinden (falls dort keine Abfallbehandlung stattfindet) d.h. die Mengen müssen nicht einzeln angegeben werden. Die Vollzugshilfe ändert das Kontrollverfahren der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) nicht. 14

15 A) Datenlieferung der Abfallanlagen an den Kanton A.1 Meldepflicht Wer soll die Abfalldaten an den Kanton melden? In der VVEA werden die Kantone gemäss Art. 6 unter anderem dazu verpflichtet, jährlich ein öffentlich zugängliches Verzeichnis zu den Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten, die auf ihrem Gebiet entsorgt werden, über die Anlagen zur Behandlung von Bauabfällen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 1000 t Abfälle behandelt werden sowie über Abfallanlagen auf ihrem Gebiet, in denen jährlich mehr als 100 t Abfälle entsorgt werden zu erstellen. Damit die Kantone dieser Pflicht nachkommen können, werden die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA verpflichtet, ein Verzeichnis über die angenommenen Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten mit Angabe deren Herkunft sowie über die in den Anlagen entstehenden Rückstände1 und Emissionen zu führen und das Verzeichnis der Behörde jährlich zuzustellen. Übrige Anlagen, die jährlich über 100 t Abfall entsorgen (z. B. Materialentnahmestellen), sind auch verpflichtet Verzeichnisse mit Angaben über Abfälle und deren Entsorgung sowie über die Art, Menge und Beurteilung von Stoffen zu führen, aufzubewahren und den Behörden auf Verlangen zuzustellen, soweit diese dem Vollzug dienlich sind. Diese Pflicht ergibt sich aus Art. 46 Abs. 2 USG. Welche Abfalldaten werden gemeldet? Es werden sämtliche Abfall-Mengen bei den Abfallanlagen erhoben und gemeldet. Um die Mengen der entsorgten Abfälle zu berechnen, unterscheidet die Vollzugshilfe zwischen Abfall-Input und Abfall-Weiterleitungen. Weiterhin wird bei der Berichterstattung zwischen Sonderabfällen, anderen kontrollpflichtigen Abfällen (mit Begleitscheinpflicht [akb] und ohne Begleitscheinpflicht [ak]) und nicht kontrollpflichtigen Abfällen unterschieden, die wie folgt beschrieben werden: A.1.1 Sonderabfälle und andere kontrollpflichtige Abfälle mit und ohne Begleitscheinpflicht [S, ak und akb] Der Umgang mit Sonderabfällen ist in der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) geregelt. Die VeVA regelt deren Abgabe, Transport und die Entgegennahme, einschliesslich der Ein-, Aus- und Durchfuhr. Der Umfang und die Abläufe der Datenmeldungen von Sonderabfällen und anderen kontrollpflichtigen Abfällen mit Begleitscheinpflicht [akb] und ohne Begleitschein [ak] gemäss VeVA bleiben unverändert. Die Meldung erfolgt weiterhin nach LVA-Codes in der Datenbank des Bundes VeVA-online. 1 Das Kapitel Begriffe enthält die Definitionen der Begriffen, die in dieser Vollzugshilfe verwendet werden, wie z. B. Abfall-Input, Abfall-Weiterleitungen, Rückstände, Produkte usw.

16 A.1.2 Nicht kontrollpflichtige Abfälle Die Meldung von nicht kontrollpflichtigen Abfällen erfolgt mindestens gemäss VVEA- Codes, wie diese durch die Abfalllisten im Anhang 1 VVEA und im Anhang A dieser Vollzugshilfe gegeben sind. Die Datenerhebung und die Datenmeldung mittels VVEA-Codes betreffen die minimale Erhebungstiefe. A.1.3 Produkte Nebst den Abfallmengen werden auch einzelne Produkte erhoben. Die in Anhang C dieser Vollzugshilfe aufgeführte Produkte-Liste entspricht den in Absprache mit der Branche erhobenen Produkten, obwohl keine gesetzliche Meldepflicht für diese Erhebungen besteht. A.2 Erläuterungen zu der Abfallliste Wie werden die Daten gemeldet? A.2.1 Einordnung der Abfallliste Die Abfallliste im Anhang 1 VVEA (siehe auch Anhang A dieser Vollzugshilfe) definiert die minimale Erhebungstiefe der Abfallarten, welche erhoben werden (vgl. auch Kap. A.4.1). Diese Abfallliste stellt eine Aggregierung der 855 LVA-Codes gemäss der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen dar. Abbildung 2 zeigt den Zusammenhang und die Unterschiede der einzelnen Abfallbezeichnungen entsprechend den unterschiedlichen Klassierungen: Ebene 4: 3 Abfallkategorien (herkunftsbezogen) Ebene 3: Ebene 2 Ebene 1: 8 Abfallklassen (materialbezogen) (Abfallliste): 95 VVEA-Codes (Abfallarten) (materialbezogen) 855 LVA-Codes (Abfälle) Abbildung 2 Darstellung der Hierarchie-Ebenen in den verwendeten Abfallbezeichnungen Ebene 1: LVA-Codes 2 In der ersten Ebene sind sämtliche 855 Abfälle gemäss der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen enthalten. Ebene 2: VVEA-Codes (Abfallliste) In der zweiten Ebene werden die 868 LVA-Codes aus der Ebene 1 in 95 VVEA-Codes gruppiert. Im Gegensatz etwa zur VeVA erfolgt die Zuordnung der LVA-Codes zu den VVEA-Codes materialbezogen und nicht herkunftsbezogen. Jeder VVEA-Code beinhaltet ausschliesslich Abfälle derselben Gefährdungsklasse (S, akb und ak oder nk). Die 2 Zur Anwendung der Ebene 1 sind Erläuterungen nach Kap. A.4.1 massgebend.

17 Ebene 2 ist für die minimale Erhebungstiefe zur Verzeichnisführung nach Art. 27 Abs.1 Bst. e VVEA massgebend. Ebene 3: 8 materialspezifische Abfallklassen In der dritten Ebene werden die 95 VVEA-Codes aus der zweiten Ebene materialbezogen in 8 Abfallklassen gruppiert (vgl. Anhang 1 VVEA). Es werden folgende Abfallklassen definiert: 1. Chemische Abfälle 2. Medizinische Abfälle 3. Metallische Abfälle 4. Mineralische Abfälle 5. Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge und Zubehör sowie Elektro- und Elektronikgeräte 6. Biogene Abfälle 7. Schlämme und Behandlungsrückstände 8. Weitere Abfallarten Ebene 4: 3 Abfallkategorien: In der vierten Ebene wird nur an den Ursprungsbereich der Abfälle angeknüpft, und zwar unabhängig von deren Materialeigenschaften. Es wird zwischen Siedlungsabfällen (SA), Bauabfällen (BA) und Diversen Abfällen () unterschieden. 3 Siedlungsabfälle: aus Haushalten stammende Abfälle sowie Abfälle aus Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen, deren Zusammensetzung betreffend Inhaltsstoffe und Mengenverhältnisse mit Abfällen aus Haushalten vergleichbar sind (Art.3 Bst. a VVEA) 4 Bauabfälle: Abfälle, die bei Neubau-, Umbau- oder Rückbauarbeiten von ortsfesten Anlagen anfallen (Art. 3 Bst. e VVEA) Diverse Abfälle: alle weiteren Abfälle, die weder den Siedlungs- noch den Bauabfällen zugeordnet werden können. A.2.2 Aufbau der VVEA-Codes Die VVEA-Codes bestehen aus 4 Ziffern, die Informationen über die (1) Abfallklasse (Klasse 1-8, materialbezogene Abfallklassen), (2) Gefährdungsklasse (-, [akb und ak]- und -Abfälle) und (3) fortlaufende Nummer enthalten Abbildung 3 zeigt ein Nummerierungsbeispiel: 4301 Unverschmutztes Aushubmaterial 1. Stelle: Abfallklasse (1 bis 8) 2. Stelle: Gefährdungsklasse (1:, 2: [akb und ak], 3: ) 3./4. Stelle: Fortlaufende Nummer (01 bis 99) Abbildung 3 Nummerierungsbeispiel für den VVEA-Code 4301 Unverschmutztes Aushubmaterial Die Gefährdungsklassen sind ihrer Gefährlichkeit nach absteigend geordnet: 3 Die Abfallkategorien werden zu den Abfallarten gemäss Anhang A und B zugeordnet. Sie dienen nur zur statistischen Einschätzung der Ursprungsbereiche der Abfallarten. Die Kategorien stellen keine Erhebungsgrundlagen für die Mengenerfassung der Abfallarten nach Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA dar. 4 Für die effektiven Klassierungen von Abfällen zu den Siedlungsabfällen, wird ausdrücklich auf die Vorgaben in der Vollzugshilfe Finanzierung der Siedlungsabfallentsorgung verwiesen.

18 1. Sonderabfälle 2. Andere kontrollpflichtigen Abfälle mit und ohne Begleitscheinpflicht [akb und ak] 3. (Gemäss VeVA) nicht kontrollpflichtige Abfälle Die fortlaufende Nummerierung fasst thematische Gruppen und relevante Abfallmengen zusammen. A.3 Erhebungseinheit Die grundsätzliche Erhebungseinheit ist Tonnen [t]. Allfällige Umrechnungsfaktoren von Tonnen Feuchtsubstanz [t FS], Kubikmetern [m 3 ], Schüttkubikmetern [Sm 3 ] in [t TS] werden vorgegeben. Die Bestimmung dieser Umrechnungsfaktoren erfolgt in Absprache mit den entsprechenden Branchen. A.4 Erhebungstiefe und Doppelzählungen A.4.1 Erhebungstiefe Die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen müssen Sonder- und kontrollpflichtige Abfälle weiterhin wie gewohnt in VeVA-online durch die Angabe von Abfallcodes nach LVA melden. Gemäss VVEA müssen auch nicht kontrollpflichtige Abfälle in einer einheitlichen Form den Kantonen gemeldet werden. Für diese nicht kontrollpflichtigen Abfälle wurde die minimale Erhebungsdetaillierung durch die Liste der Abfallarten im Anhang 1 VVEA (Anhang A dieser Vollzugshilfe) festgelegt. Dieser Detaillierungsgrad kann bei begründetem Bedarf von den Kantonen noch verfeinert werden, z. B. durch die Meldung von Abfallcodes nach Anhang 1 LVA. Die detaillierteren Daten müssen allerdings eindeutig der übergeordneten Abfalllisten-Systematik zugeordnet werden können. Die Erhebungstiefe soll innerhalb einer Branche und gesamtschweizerisch möglichst einheitlich sein. Anhand eines fiktiven Beispiels für Glas werden die unterschiedlichen Datenbedürfnisse des Bundes und eines Verbandes dargestellt (vgl. Abbildung 4). Glasabfälle aus der kommunalen Sammlung Übrige Glasabfälle Vorgaben VVEA = Abfallliste VVEA Verpackungsglas Weiss Verpackungsglas Braun Verpackungsglas Grün Übrige Glasabfälle Bedürfnis Verband Abbildung 4 Vergleich der Erhebungstiefen Erläuterung: Falls ein Kanton oder ein Verband das Glas aus Haushaltungen detaillierter erfassen will als das BAFU das fordert, kann er das (USG, Art. 46). Die Grenze der Unter- Abfallarten muss aber so gezogen werden, dass die Summe davon der neuen Abfallliste (hier: Glas aus der kommunalen Sammlung = Verpackungsglas weiss + braun + grün) entspricht. Grundsätzlich werden die verarbeiteten Abfallmengen erfasst. Um gegebenenfalls pro Kopf-Mengen berechnen zu können, sollen für wenige ausgewählte Abfälle auch die Abfallmengen nach kantonaler Herkunft (Herkunftskanton) erhoben werden. Diese

19 Pflicht ergibt sich aus Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA. Von der Herkunftspflicht sind folgenden Abfälle betroffen: Biogene Abfälle Abfälle, die in einer KVA verbrannt werden Abfälle, die auf Deponien abgelagert werden Falls auf einem Betriebsstandort eine Abfallbehandlungsanlage einer Deponie vorgeschaltet ist, gilt für die Herkunft der abgelagerten Abfälle der Standortkanton des Betriebsstandortes, ungeachtet der Herkunft der Abfälle, welche in die Abfallbehandlungsanlage kommen. Begründung: Meistens wird für die Abfallplanung/Deponiekapazitätsplanung die nötige Verwertungs-/Deponiekapazität pro Kopf (t oder m 3 /Einwohner * Jahr) verwendet. Deshalb braucht es eine Abgrenzung, welche Mengen effektiv aus dem eigenen Kanton stammen. Diese Herkunftsangaben liefern detaillierte und belastbare Informationen und bieten somit eine Grundlage für umweltpolitische Entscheidungen und Maßnahmen mit Fokus auf Abfallvermeidung und umweltverträgliche Entsorgung. Zu den Hauptnutzern der Ergebnisse zählen die Ursprungs- und die Empfänger-Kantone. Weiterhin profitieren das BAFU, die Wirtschaftsverbände, die Medien, die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit. A.4.2 Vermeidung von Doppelzählungen Doppelzählungen entstehen dort, wo weitergeleitete Abfälle beim neuen Empfänger als neuer Abfallinput verrechnet werden. Um Doppelzählungen zu vermeiden, müssen die weitergeleiteten Abfälle bei der Erhebung separat erfasst werden. Die Formel für die Netto-Summe des Abfall-Inputs (verarbeitete Menge) heisst demnach: Netto Abfall-Input = Brutto Abfall-Input Abfall-Weiterleitungen Unter Brutto Abfall-Input wird die Summe des in eine Abfallanlage gelangenden Abfalls verstanden. Es wird davon ausgegangen, dass es sich beim Abfall-Input um jeweils neuen Abfall handelt, ungeachtet der Möglichkeit, dass es sich dabei um eine Abfall- Weiterleitung aus einer vorgelagerten Abfallanlage handeln könnte. Nicht (vollständig) behandelte Abfallströme können das Abfallaufkommen erhöhen. Deshalb werden sämtliche Abfälle, die gesammelt und weitergeleitet (umgeschlagen oder behandelt) werden, und somit die Abfallanlage verlassen, als Abfall-Weiterleitung ausgewiesen. Dazu zählen auch Rückstände. Bildlich lassen sich Abfälle in einer Abfolge von Abfallbehandlungsanlagen gemäss Abbildung 5 veranschaulichen.

20 Produkte (gem. Anhang C VZH, USG) Produkte (gem. Anhang C VZH, USG) Abfallinput (mind. gem. VVEA) Abfallanlage 1 Abfallinput (mind. gem. VVEA) Abfallanlage 2 Weiterleitung (Reine Weiterleitung + Abfalloutput) (gem. USG) Weiterleitung (gem. USG) Räumliche Systemgrenze Abbildung 5 System von Abfallanlagen im Verbund Anhang E zeigt Beispiele für die Einträge von LVA-Codes, VVEA-Codes und Produkten bei Materialflüssen in ausgewählten Abfallanlagen. A.5 Räumliche Systemgrenzen Die räumliche Systemgrenze legt den Gegenstand der Betrachtung bei der Berichterstattung fest und ist eine Voraussetzung für die Bestimmung der Abfallkennzahlen. Die räumliche Systemgrenze bei der Berichterstattung an den Kanton ist der Betriebsstandort von Abfallanlagen. Kantone können eine detailliertere Abfrage der Abfallanlagen innerhalb eines Standortes anordnen, bzw. zusätzliche Abklärungen durchführen, falls diese Daten für den Vollzug notwendig sind (Art. 46 USG). Falls auf einem Betriebsstandort mehrere Abfallanlagen stehen, muss für jede Anlage, für die eine separate Betriebsbewilligung benötigt wird, eine separate Berichterstattung durchgeführt werden. A.6 Abfallverzeichnisse gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA Für die Berichterstattung gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA können folgende Mustertabellen verwendet werden (vgl. Tabelle 1): Tabelle 1 Fiktives Beispiel für die Lieferung der Abfalldaten der Klasse 6 Biogene Abfälle aus einer Kompostier- und Vergärungsanlage im Kanton Zürich für das Bezugsjahr 2019 Abfallliste (Anhang 1 VVEA bzw. Anhang A dieser Vollzugshilfe) Produkteliste (Anhang C dieser Vollzugshilfe) Input Brutto (in t) Abfallmenge Weiterleitung (in t) Input Nett o (in t) Abfalltyp Abfallart Abfallklasse 5 Abfallkategorie (SA, BA, ) 4 Herkunft (Kanton) Abfallherkunft Kompost und Gärgut (m 3 ) Produziertes Biogas (m 3 ) Strom (kwh) Wärm e (kwh) 5 Diese Zuordnung erfolgt automatisch aufgrund des Abfalltyps

21 725 0 725 10 0 10 60 10 50 6303: Biogene Abfälle aus kommunaler Sammlung 6303: Biogene Abfälle aus kommunaler Sammlung 6304: Biogene Abfälle aus Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe Klasse 6: Biogene Abfälle Klasse 6: Biogene Abfälle Klasse 6: Biogene Abfälle SA (Siedlungsabfälle) SA (Siedlungsabfälle) (Diverse Abfälle) ZH 591 0 0 0 ZG 2 0 0 0 TG 25 0 0 0 A.7 Meldung von Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle sowie Restvolumen bestehender Deponien Warum werden Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle sowie Restvolumen bestehender Deponien den Kantonen gemeldet? In der VVEA werden die Kantone unter anderem dazu verpflichtet, alle 5 Jahre einen Bericht über Betrieb und Zustand der Deponien zu erstatten. Ein integraler Teil dieses Berichtes ist die Information über die Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle sowie die Restvolumen bestehender Deponien (Art. 6 Abs. 3 Bst. a VVEA). Damit die Kantone dieser Pflicht nachkommen können, werden die Inhaberinnen und Inhaber von Deponien verpflichtet, ein Verzeichnis über die Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle sowie die Restvolumen bestehender Deponien zu führen und das Verzeichnis der Behörde jährlich zuzustellen. A.7.1 Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle Die Meldung der Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle kann in Form einer Tabelle erfolgen und es kann folgende Mustertabelle verwendet werden (vgl. Tabelle 2), die pro Deponiestandort auszufüllen ist: Tabelle 2 Meldung von abgelagerten Mengen an die Kantone in [t] Abfallart (VVEA- Code) Deponie bzw. Kompartiment Typ A Deponie bzw. Kompartiment Typ B Abfallmenge [t] Deponie bzw. Kompartiment Typ C Deponie bzw. Kompartiment Typ D Deponie bzw. Kompartiment Typ E

22 A.7.2 Meldung von Restvolumen bestehender Deponien Für die kantonale Abfallplanung und zur Erstellung von Deponiebedarfsprognosen ist es wichtig, Angaben über Betrieb und Zustand von Deponien der Behörde zu melden. Ein wichtiges Element ist dabei die Bestimmung der Restvolumen der Deponien, denn nur mit dieser Angabe ist eine zuverlässige Abfallplanung möglich. Für die Berichterstattung der Restvolumen der Deponien kann eine Mustertabelle wie Tabelle 3 verwendet werden, die pro Deponiestandort auszufüllen ist. Tabelle 3 Meldung der Deponierestvolumen an die Kantone in [m 3 fest] 1 2 3 4 4.1 5 6 7 Deponie bzw. Kompartiment Typ Materialentnahmestellen Typ A Typ B Typ C Typ D Typ E Summe Inbetriebnahme Deponietyp Deponiertes Volumen seit Inbetriebnahme [in m 3 fest] Deponiertes Volumen vergangenes Jahr [in m 3 fest] Jährlich verfügbares Auffüll-volumen [in m 3 fest/a] (z.b. Mengenbeschränkungen o- der techn. Einschränkungen) Bewilligtes Restvolumen [in m 3 fest] Geplantes, noch nicht bewilligtes Restvolumen [in m 3 fest] Restvolumen Gesamt [in m 3 fest] (Spalte 5+6) Die jährlich effektiv verfügbaren Auffüllvolumen werden teilweise durch Mengenbeschränkungen oder durch technische Kapazitätsgrenzen eingeschränkt. Die Restvolumen sind daher nicht immer ganz frei verfügbar. Damit der Deponiestandort eindeutig ist, sollen der Deponiename, die Standortgemeinde und die Koordinaten der Deponieeinfahrt/Waage/Anmeldung angegeben werden. A.8 Termine und Zuständigkeiten A.8.1 Termine für die Datenlieferung Die Inhaberinnen und Inhaber von Abfallanlagen sollen innerhalb einer angemessenen Frist, bis spätestens Ende Februar im neuen Jahr, die ordnungsgemäss plausibilisierten Abfalldaten gemäss Art. 27 Abs. 1 Buchstabe e VVEA dem Kanton zustellen. Falls eine Inspektoratslösung besteht, erfolgt die Datenlieferung an das Inspektorat. In diesem Fall liefert das Inspektorat die vorplausibilisierten Daten bis Ende April an den Kanton. Die Kantone können die Frist zur Vorplausibilisierung erstrecken, solange die Schlussplausibilisierung durch den Kanton (Ende Juni) rechtzeitig erfolgen kann. Die folgende Abbildung 6 zeigt den zeitlichen Ablauf der Datenerhebung und Plausibilisierung bis zur Datenlieferung ans BAFU.

23 Abbildung 6 Ablauf der Datenlieferung und Plausibilisierung A.8.2 Prüfung und Plausibilisierung der Daten Als Datenerheber tritt grundsätzlich der Kanton auf. Er ist damit in allen Fällen der Datenherr. Es sind aber auch Inspektoratslösungen im Auftrag eines Kantons möglich. Die Inspektorate sind keine Datenherren, weil sie die Daten im Auftrag eines Kantons erheben. Bei einer Inspektoratslösung erfolgt die Vorplausibilisierung der Daten durch das Inspektorat. Die definitive Plausibilisierung der Daten erfolgt durch den Datenherrn, den Kanton. A.8.3 Datenlieferung Die Datenlieferung soll grundsätzlich in geeigneter elektronischer Form erfolgen, welche die direkte Weiterverarbeitung bzw. den Import in Datenbanken ermöglicht. Die Abfallanlagen sind für die Erfassung der korrekten Daten verantwortlich. Die Betreiber von Datenbanken müssen sicherstellen, dass die erhobenen Mengen eindeutig einer Abfallart der neuen Abfallliste zugeordnet werden können. Um die rechtliche Verbindlichkeit bei einer Inspektoratslösung zu gewährleisten, sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

24 B) Datenlieferung der Kantone an das BAFU Warum werden kantonale (Abfall-)Daten dem BAFU gemeldet? Damit das BAFU seiner Informationspflicht und Oberaufsicht im Bereich der Abfallwirtschaft nachkommen kann, erstellen die Kantone jährlich ein Verzeichnis der Abfallmengen, die auf dem jeweiligen Kantonsgebiet entsorgt werden sowie der Abfallanlagen, in denen jährlich mehr als 100 Tonnen Abfälle (bzw. 1000 t für Bauabfallbehandlungsanlagen) entsorgt werden. Die Kantone wiederum verwenden die Daten, welche sie vom BAFU aus der Berichterstattung der anderen Kantone erhalten, für die (über)kantonale Abfallplanung, für die Abschätzung des Bedarfs an Anlagen zur Entsorgung von Abfällen, deren Entsorgung den Kantonen übertragen ist, für die Abschätzung des Bedarf an Deponievolumen und an Standorten von Deponien sowie für Massnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen (Art. 4 VVEA). B.1 Abfallverzeichnis gemäss Art. 6 Abs. 1 VVEA In der VVEA werden die Kantone gemäss Art. 6 Abs. 1 VVEA unter anderem dazu verpflichtet jährlich öffentlich zugängliche Verzeichnisse zu erstellen mit den Angaben über die summarischen Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten Abfallarten, die auf ihrem Gebiet entsorgt werden, sowie über bestimmte Abfallanlagen. Sie stellen die Verzeichnisse dem BAFU zu. Die Abfallverzeichnisse sollen die folgenden Daten enthalten: Abfallarten nach Anhang 1 VVEA Abfallmengen nach Anhang 1 VVEA Abfallmengen nach Anhang 1 VVEA, die im Prozess der Verwertung zugeführt wurden. Diese ergeben sich aus der Differenz zwischen Gesamtabfallmenge und abgelagerten Abfallmenge unter Berücksichtigung der Produktemeldungen Abfallmengen nach Anhang 1 VVEA, die der Ablagerung zugeführt wurden Anzahl und Typ der Abfallanlagen auf dem Kantonsgebiet (vgl. Tabelle 4) Für das Reporting der Abfallarten, Abfallmengen, Produktemengen und Deponievolumen können Mustertabellen wie Tabellen 1, 2 und 3, Kap. A.6 resp. Kap. A.7 verwendet werden. Die Anzahl und Typ der Abfallanlagen kann mittels Mustertabellen wie Tabelle 4 gemeldet werden: Tabelle 4 Beispiel für die Meldung möglicher Abfallanlagentypen (gemäss Anhang D dieser Vollzugshilfe) Anlagentyp Untertyp Anzahl Materialentnahmestellen Bauabfallanlagen Bauschuttaufbereitungsanlagen (für mineralische Bauabfälle) Abfallbehandlungs- Thermische anlagen Bausperrgutsortieranlagen Anlagen zur Aufbereitung von Holzabfällen Kehrichtverbrennungsanlagen Sonderabfallverbrennungsanlagen

25 Kompostier- und Vergärungsanlagen Besondere Anlagen Zwischenlager Klärschlammverbrennungsanlagen Altholzverbrennungsanlagen Vergär- und Kompostieranlagen Kompostieranlagen Industriell gewerbliche Vergärungsanlagen Landwirtschaftliche Vergärungsanlagen (inkl. Co-Vergärung) Elektronikschrott Recyclinganlagen Altfahrzeugverwertungsanlagen Altreifenentsorgungsanlagen Altmetallrecyclinganlagen Strassenabfallbehandlungsanlagen Kunststoffrecyclinganlagen Papierrecyclinganlagen Bodenbehandlungsanlagen Zementwerke Stahlwerke Anlagen mit gemischten Tätigkeiten (z.b. Bausperrgutsortieranlage und Bauschuttaufbereitungsanlagen) Anlagen mit diversen, sonst nirgends aufgeführten Tätigkeiten Deponie resp. Kompartiment Kompartiment Typ A Kompartiment Typ B Kompartiment Typ C Kompartiment Typ D Kompartiment Typ E Anzahl Deponiestandorte insgesamt (z.b. Deponie mit 3 Kompartimenten = 1 Deponiestandort) Die Kantone weisen die Abfallanlagen den Anlagen-Typen gemäss Anhang D dieser Vollzugshilfe zu. Sollten an einem Standort mehrere stoffspezifische Abfallanlagen als Untertypen vorhanden sein oder ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich, so erfolgt die Zuordnung gemäss Betriebsbewilligung der jeweiligen Abfallanlage bzw. des Standortes (s. Kap. A.5). B.2 Herkunftsangaben Damit eine richtige und aussagekräftige Berichterstattung nach Art. 6 VVEA erfolgen kann, sind die Kantone aufgefordert, zu den Mengen der in Anhang 1 VVEA genannten und in Kapitel A.4.1 dieser Vollzugshilfe eindeutig definierten Abfälle dem BAFU ebenfalls die kantonale Herkunft (Herkunftskanton) mitzuteilen. Das Reporting kann mittels Mustertabellen erfolgen (vgl. Tabelle 1). B.3 Berichterstattung über Betrieb und Zustand der Deponien gemäss Art. 6 Abs. 3 VVEA Warum werden die Daten über Betrieb und Zustand der Deponien alle 5 Jahre gemeldet?

26 Damit ein einheitlicher Vollzug im Bereich der Deponien besser gewährleistet ist, die interkantonale Koordination verbessert wird sowie über den Zustand der Deponien und damit über den Finanzbedarf für Nachsorge und allfällige Sanierungsmassnahmen ausreichend Informationen bei Bund und Kantonen vorhanden sind, dokumentieren die Kantone die Nachweise, dass die Anlagen der Bauwerke die Anforderungen gemäss Anhang 2 Ziffer 2.1-2.4 VVEA erfüllen und falls erforderlich die Massnahmen nach Art. 53 Abs. 4 VVEA zur Verhinderung möglicher schädlicher oder lästiger Einwirkungen der Deponien auf die Umwelt getroffen sind. Diese Informationen sind dem BAFU einzureichen und die Berichterstattung erfolgt unabhängig von der Gefährdungsabschätzung bei Deponien. B.3.1 Bericht über Betrieb der Deponien Der Bericht über den Betrieb der Deponien soll Angaben über die Menge und Arten der abgelagerten Abfälle sowie das Restvolumen bestehender Deponien enthalten. Grundlage für diesen Bericht stellen die Deponiedaten aus den jährlichen kantonalen Erhebungen bei den Abfallanlagen dar (vgl. Kap A.7). Der Bericht kann in Form einer Tabelle erfolgen und es können folgende Mustertabellen verwendet werden (vgl. Tabelle 5 und Tabelle 6): Tabelle 5 Meldung der abgelagerten Mengen ans BAFU in [t] Abfallart (VVEA- Code) Deponie bzw. Kompartiment Typ A Deponie bzw. Kompartiment Typ B Abfallmenge [t] Deponie bzw. Kompartiment Typ C Deponie bzw. Kompartiment Typ D Deponie bzw. Kompartiment Typ E Tabelle 6 Meldung der Deponiedaten ans BAFU in [m 3 fest] 1 2 3 4 5 6 Deponie bzw. Kompartiment Typ Typ A Typ B Typ C Typ D Typ E Deponiertes Volumen im vergangenen Berichtzeitraum Jährlich verfügbares Auffüllvolumen Bewilligtes Restvolumen Geplantes, noch nicht bewilligtes Restvolumen Restvolumen gesamt (Spalte 4+5) B.3.2 Berichterstattung über Zustand der Deponien Für neu erstellte Deponien und bauliche Änderungen an bestehenden Deponiebauwerken ist der Nachweis zu dokumentieren, dass die Anlagen des Bauwerkes den Anforderungen gemäss Anhang 2, Ziffer 2.1-2.4 VVEA genügen. Die Berichterstattung über den Zustand der Deponien nennt auch realisierte Massnahmen nach Art. 53 Abs. 4 VVEA zur Verhinderung möglicher schädlicher oder lästiger Einwirkungen der Deponien auf die

27 Umwelt. Damit soll eine Harmonisierung der kantonalen Kontrollen hinsichtlich Qualitätssicherung bei Neubau und baulichen Ergänzungen von Deponien angestrebt werden. Der Nachweis kann in Form einer Tabelle mit einer Checkliste bestehen. Diese belegt die relevanten Nachweise zur Qualitätssicherung und weist Ursache, Ziel sowie Art allfälliger Massnahmen nach Art. 53 Abs. 4 VVEA aus. Zu den relevante Nachweise gehören z. B.: Zu Anhang 2 Ziff. 2.1 VVEA: Qualitätsmanagement-Vorgaben, Deponiebau: Bezeichnung der Dokumentation und Erstelldatum Zu Anhang 2 Ziff. 2.2 insbesondere Ziff. 2.2.4 VVEA: Wirksamkeitsprüfung der Abdichtung: Bezeichnung der Dokumentation und Prüfdaten (Eigen-/Fremdprüfung, während Einbau, vor Betriebsaufnahme) Zu Anhang 2 Ziff. 2.3 VVEA: Dokumentation der Kompartimentstrennung und Prüfung: Bezeichnung der Dokumentation (Ausführung sowie Eigenschaft des Materials) und Prüfdatum Zu Anhang 2 Ziff. 2.4 VVEA: Dokumentation der konformen Entwässerung und Prüfung: Bezeichnung der Dokumentation und Prüfdatum Zu Art. 53 Abs. 4 VVEA: Genehmigung der in diesem Artikel angesprochenen Massnahmen: Bezeichnung der Dokumentation und Genehmigungsdatum B.4 Räumliche Systemgrenze Die Systemgrenze bei der Berichterstattung an das BAFU ist das Kantonsgebiet, auf dem die Berichterstattung vollzogen wird. Bei Abfallarten mit einer Herkunftsangabepflicht (z. B. kommunal gesammelte Abfälle) werden auch überkantonale Angaben gefordert. Kantone Total der Abfallmengen (gemäss Anhang 1 VVEA), die auf dem Kantonsgebiet entsorgt werden Anzahl Bauabfallanlagen > 1 000 t/a Anzahl übrige Abfallanlagen > 100 t/a Mengen und Arten der abgelagerten Abfälle Restvolumen bestehender Deponien Angabe der Mengen nach Herkunftskanton für: Biogene Abfälle Abfälle, die in einer KVA verbrannt werden Abfälle, die abgelagert werden Datenlieferung gemäss Art. 6 Abs. 1 und 3 VVEA Datenlieferung gemäss Art. 46 USG BAFU Räumliche Systemgrenze Abbildung 7 Von den Kantonen ans BAFU zu liefernde Daten und deren räumliche Systemgrenze B.5 Termine und Zuständigkeiten Wann werden die Daten gemeldet?

28 Die Kantone sollen innerhalb einer angemessenen Frist, die 6 Monate nach Jahresende nicht überschreiten darf, die ordnungsgemäss plausibilisierten Abfalldaten sowie die Berichte über den Betrieb und den Zustand der Deponien gemäss Art. 6 Abs. 1 und 3 VVEA dem BAFU zustellen. Diese Frist entspricht der etablierten Praxis. B.6 Datenlieferung Wie werden die Daten gemeldet? Die Datenlieferung soll grundsätzlich in geeigneter elektronischer Form erfolgen, welche die direkte Weiterverarbeitung bzw. den Import in Datenbanken ermöglicht.

29 C) Datenschutz und Datensicherheit Wie werden Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet? Abfalldaten sind nach Massgabe des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 2004 über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ, SR 152.3) zugänglich, wobei allfällige Geschäftsgeheimnisse und vertrauliche Angaben zu schützen sind. Alle mit dem Vollzug beauftragten Personen sowie Experten und Mitglieder von der Branche oder Inspektorate unterstehen dem Datenschutz. Der Datenschutz muss jederzeit gewährleistet sein. Art. 10a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) schreibt vor, dass Personendaten (dazu gehören gemäss Art. 2 DSG auch die Betriebsdaten) durch Dritte nur so bearbeitet werden dürfen, wie der Auftraggeber selbst es tun dürfte und unter der Bedingung dass keine Geheimhaltungspflicht die Auslagerung der Aufgabe verbietet. Die Einhaltung der Vorschriften durch Dritte muss vertraglich sichergestellt werden. Die Datenbearbeitung selbst fällt in den Geltungsbereich des Bundesstatistikgesetzes vom 9. Oktober 1992 (BStatG, SR 431.01). Gemäss Art. 14 BStatG dürfen die zu statistischen Zwecken erhobenen oder weitergegebenen Daten nicht zu anderen Zwecken verwendet werden, ausser wenn ein Bundesgesetz eine andere Verwendung ausdrücklich anordnet oder der Betroffene einer solchen schriftlich zustimmt. Die mit statistischen Arbeiten betrauten Personen müssen zudem alle Daten über einzelne natürliche und juristische Personen geheim halten, die sie bei ihrer Arbeit wahrgenommen haben. Diese Pflicht gilt insbesondere auch für die Personen, die in den Kantonen, Gemeinden und bei übrigen Stellen zur Mitwirkung an Erhebungen beigezogen werden. Für die Bearbeitung durch kantonale Organe gelten insbesondere die Art. 14, 15 und 16 Abs. 1 des BstatG. Wirken die Kantone oder Gemeinden bei der Durchführung einer Erhebung mit, so bestimmen die Kantone eine Stelle, welche für die Einhaltung des Datenschutzes sorgt (Art. 17 Abs. 2 BStatG).

30 Verzeichnisse Glossar / Begriffe Abfälle Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber entledigt oder deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten ist (Art. 7 Abs. 6 USG). Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung. Als Behandlung gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle (Art. 7 Abs. 6bis USG). Abfallanlagen Anlagen, in denen Abfälle behandelt, verwertet, abgelagert oder zwischengelagert werden (Art. 3 Bst. g VVEA). Übrige Anlagen, die jährlich über 100 t Abfall entsorgen (z. B. Materialentnahmestellen), werden in dieser Vollzugshilfe den Abfallanlagen gleichgestellt. Somit sind auch sie verpflichtet, ein Verzeichnis über die angenommenen Mengen der in Anhang A genannten Abfallarten mit Angabe deren Herkunft sowie über die in den Anlagen entstehenden Rückstände und Emissionen zu führen und das Verzeichnis der Behörde jährlich zuzustellen. Abfall-Input Alle in einer Abfallbehandlungsanlage angenommenen Abfälle. Als Systemgrenze dient der Betriebsstandort von Abfallanlagen. Abfall-Output Vom Abfall-Output spricht man, wenn der behandelte Abfall in einer nachgelagerten Abfallanlage innerhalb des Betriebsstandortes von Abfallanlagen weiter behandelt wird. Die Abfall-Output -Definition dient einer besseren Unterscheidung der Abfallströme bei einer detaillierteren Abfrage der Abfallanlagen innerhalb eines Betriebsstandortes. Abfall-Weiterleitungen Abfall-Weiterleitungen umfassen Abfälle, die zur umweltgerechten Entsorgung oder Behandlung in eine andere Abfallanlage ausserhalb des Betriebsstandortes von Abfallanlagen weitergeleitet werden. Von reiner Weiterleitung spricht man, wenn eine Abfallanlage einen Abfall wohl entgegennimmt, ihn aber nicht behandelt, sondern nur an eine nachgelagerte Abfallanlage weiterleitet. Bauabfälle Abfälle, die bei Neubau-, Umbau- oder Rückbauarbeiten von ortsfesten Anlagen anfallen (Art. 3 Bst. e VVEA). Diverse Abfälle Alle Abfälle, die weder den Siedlungs- noch den Bauabfällen zugeordnet werden können. Emissionen Gasförmige, flüssige oder feste Stoffe, sowie Strahlungen, Lärm, Licht etc., werden beim Austritt aus Abfallanlagen als Emissionen bezeichnet. Für Emissionen gelten