Raumbezogene Datenbanken (Spatial Databases)



Ähnliche Dokumente
1 Mathematische Grundlagen

Primzahlen und RSA-Verschlüsselung

Allgemeines zu Datenbanken

Musterlösungen zur Linearen Algebra II Blatt 5

4. BEZIEHUNGEN ZWISCHEN TABELLEN

AGROPLUS Buchhaltung. Daten-Server und Sicherheitskopie. Version vom b

In diesem Thema lernen wir die Grundlagen der Datenbanken kennen und werden diese lernen einzusetzen. Access. Die Grundlagen der Datenbanken.

Kapitel 4 Die Datenbank Kuchenbestellung Seite 1

Die Gleichung A x = a hat für A 0 die eindeutig bestimmte Lösung. Für A=0 und a 0 existiert keine Lösung.

XINDICE. The Apache XML Project Name: J acqueline Langhorst blackyuriko@hotmail.de

Integration verteilter Datenquellen in GIS-Datenbanken

Lineargleichungssysteme: Additions-/ Subtraktionsverfahren

So gehts Schritt-für-Schritt-Anleitung

OECD Programme for International Student Assessment PISA Lösungen der Beispielaufgaben aus dem Mathematiktest. Deutschland

ANSPRECHPARTNER. Film Mathematik statt Rechnen (Quelle: Hochschule Merseburg) Prof. Dr. Axel Kilian Fachbereich Informatik und Kommunikationssysteme

Datenbanken Microsoft Access 2010

Im Original veränderbare Word-Dateien

Fachbericht zum Thema: Anforderungen an ein Datenbanksystem

Nachtrag: Farben. Farbblindheit. (Light und Bartlein 2004)

Würfelt man dabei je genau 10 - mal eine 1, 2, 3, 4, 5 und 6, so beträgt die Anzahl. der verschiedenen Reihenfolgen, in denen man dies tun kann, 60!.

Festigkeit von FDM-3D-Druckteilen

1. Einführung. 2. Alternativen zu eigenen Auswertungen. 3. Erstellen eigener Tabellen-Auswertungen

Grundlagen der Theoretischen Informatik, SoSe 2008

Mit dem Tool Stundenverwaltung von Hanno Kniebel erhalten Sie die Möglichkeit zur effizienten Verwaltung von Montagezeiten Ihrer Mitarbeiter.

ACCESS das Datenbankprogramm. (Einführung) DI (FH) Levent Öztürk

Gleichungen Lösen. Ein graphischer Blick auf Gleichungen

Datenexport aus JS - Software

Flyer, Sharepics usw. mit LibreOffice oder OpenOffice erstellen

Erstellen von x-y-diagrammen in OpenOffice.calc

Lösungsmethoden gewöhnlicher Differentialgleichungen (Dgl.)

Grundlagen der höheren Mathematik Einige Hinweise zum Lösen von Gleichungen

Erweiterung der Aufgabe. Die Notenberechnung soll nicht nur für einen Schüler, sondern für bis zu 35 Schüler gehen:

Welche Lagen können zwei Geraden (im Raum) zueinander haben? Welche Lagen kann eine Gerade bezüglich einer Ebene im Raum einnehmen?

1 topologisches Sortieren

Kapitel 6: Graphalgorithmen Gliederung

Kurzübericht der implementierten Funktionen der Fachinformatiker -== Info Datenbank ==-

WS 2002/03. Prof. Dr. Rainer Manthey. Institut für Informatik III Universität Bonn. Informationssysteme. Kapitel 1. Informationssysteme

Zwischenablage (Bilder, Texte,...)

GSD-Radionik iradionics Android-App

Übungen zu Einführung in die Informatik: Programmierung und Software-Entwicklung: Lösungsvorschlag

Lichtbrechung an Linsen

Kontakte knüpfen und pflegen, Themen gemeinsam Diskutieren, Termine bekannt geben, oder die. ideal dazu, also sollten wir es auch nutzen!

Produktionsplanung und steuerung (SS 2011)

Verkehrsteilnehmer. Beispiel: Wir betrachten die Modellierung von Handlungskomponenten wie Verkehrsteilnehmern und Straßen.

Anleitung über den Umgang mit Schildern

Ihr Ideen- & Projektmanagement-Tool

Outlook. sysplus.ch outlook - mail-grundlagen Seite 1/8. Mail-Grundlagen. Posteingang

Nutzung von GiS BasePac 8 im Netzwerk

Lineare Funktionen. 1 Proportionale Funktionen Definition Eigenschaften Steigungsdreieck 3

Zeichen bei Zahlen entschlüsseln

Gruppenrichtlinien und Softwareverteilung

Workshop. Isotope ecommerce Grundsätzliches und.de-spezifisches

SCHRITT 1: Öffnen des Bildes und Auswahl der Option»Drucken«im Menü»Datei«...2. SCHRITT 2: Angeben des Papierformat im Dialog»Drucklayout«...

Übung Theoretische Grundlagen

Job-Management simpel und klar (Einsätze, Aufträge, Lohn und Rechnung verwalten)

Erfahrungen mit Hartz IV- Empfängern

SUDOKU - Strategien zur Lösung

Lineare Gleichungssysteme

Organisation des Qualitätsmanagements

PHP - Projekt Personalverwaltung. Erstellt von James Schüpbach

Professionelle Seminare im Bereich MS-Office

Ein Beispiel. Ein Unternehmen will Internettechnologien im Rahmen des E- Business nutzen Welche Geschäftsprozesse?

Ist Excel das richtige Tool für FMEA? Steve Murphy, Marc Schaeffers

Melde- und Veröffentlichungsplattform Portal (MVP Portal) Hochladen einer XML-Datei

Bedienung des Web-Portales der Sportbergbetriebe

Wie lässt sich die Multiplikation von Bruchzahlen im Operatorenmodell und wie im Größenmodell einführen?

MORE Profile. Pass- und Lizenzverwaltungssystem. Stand: MORE Projects GmbH

Statuten in leichter Sprache

mit Musterlösungen Prof. Dr. Gerd Stumme, Dipl.-Inform. Christoph Schmitz 11. Juni 2007

Gussnummern-Lesesystem

13. Lineare DGL höherer Ordnung. Eine DGL heißt von n-ter Ordnung, wenn Ableitungen y, y, y,... bis zur n-ten Ableitung y (n) darin vorkommen.

Artenkataster. Hinweise zur Datenbereitstellung. Freie und Hansestadt Hamburg. IT Solutions GmbH. V e r s i o n

Konzepte der Informatik

Kapitel 10 Aktive DBMS

Projekt- Management. Landesverband der Mütterzentren NRW. oder warum Horst bei uns Helga heißt

Fragenkatalog zum Kurs 1666 (Datenbanken in Rechnernetzen) Kurstext von SS 96

Aufgabe 1: [Logische Modellierung]

Erfassung von Umgebungskontext und Kontextmanagement

L10N-Manager 3. Netzwerktreffen der Hochschulübersetzer/i nnen Mannheim 10. Mai 2016

Datenbanken Kapitel 2

1.5 Umsatzsteuervoranmeldung

Projektmanagement in der Spieleentwicklung

Korrelation (II) Korrelation und Kausalität

1. Adressen für den Serienversand (Briefe Katalogdruck Werbung/Anfrage ) auswählen. Die Auswahl kann gespeichert werden.

Wurzeln als Potenzen mit gebrochenen Exponenten. Vorkurs, Mathematik

Handbuch ECDL 2003 Basic Modul 5: Datenbank Grundlagen von relationalen Datenbanken

Einführung in. Logische Schaltungen

Access [basics] Rechnen in Berichten. Beispieldatenbank. Datensatzweise berechnen. Berechnung im Textfeld. Reporting in Berichten Rechnen in Berichten

6.2 Scan-Konvertierung (Scan Conversion)

SAFER SURFING TIPPS UND TRICKS ZUM SICHEREN UMGANG MIT DEM INTERNET. Saferinternet.at

Erstellen einer Collage. Zuerst ein leeres Dokument erzeugen, auf dem alle anderen Bilder zusammengefügt werden sollen (über [Datei] > [Neu])

Auswertung zur. Hauptklausur Unternehmensbesteuerung. vom und Ergebnisse der Kundenbefragung

TECHNISCHE DOKUMENTATION ZUM TURBO-FREEZER XL 3 & XE 1

Vektoren mit GeoGebra

Software- und Druckerzuweisung Selbstlernmaterialien

NKR in Schleswig-Holstein Was hat sich geändert und was kommt noch?

Einleitung Projektion Selektion Join Mengenop. Vollst.keit. Einleitung Projektion. Selektion Join. Vollst.keit. Einleitung Projektion Selektion Join

TESTEN SIE IHR KÖNNEN UND GEWINNEN SIE!

Lineare Gleichungssysteme

Transkript:

Raumbezogene Datenbanken (Spatial Databases) Ein Vortrag von Dominik Trinter Alexander Christian 1

Inhalte Was ist ein raumbezogenes DBMS? Modellierung Abfragen Werkzeuge zur Implementierung Systemarchitektur 2

Was ist ein raumbezogenes DBMS?(1) Keine allgemeingültige Definition 1: Ein raumbezogenes Datenbanksystem ist ein Datenbanksystem 2: Es stellt räumliche Datentypen in seinem Datenmodell und Abfragesprache zur Verfügung 3: Es unterstützt räumliche Datentypen in seiner Implementierung 3

Was ist ein raumbezogenes DBMS?(2) Stellt die darunterliegende Datenbanktechnologie für Geographische InformationsSysteme (GIS) zur Verfügung Kann nicht direkt als anwendungsorientiertes GIS benutzt werden 4

Was muss dargestellt werden? 1: Objekte innerhalb eines Raums Eindeutige Einheiten, in einem Raum angeordnet Jedes Objekt hat seine eigene geometrische Beschreibung z.b. Städte, Wälder oder Flüsse 2: Raum Beschreibung des Raums selbst z.b. Landflächen oder die Unterteilung eines Landes in Bundesländer 5

Modellierung von einzelnen Objekten 3 grundlegende Abstraktionen Punkt Linie Region 6

Mengen von räumlichen Objekten Unterteilungen Netzwerke 7

Organisation des Raumes Problem: Punkt in einer Fläche wird durch ein reelles Zahlenpaar dargestellt z.b. Schnittpunkt zweier Linien wird in einem Computer auf nächsten Gitterpunkt gerundet Problem wird in der Modellierung vernachlässigt 8

Räumliche Datentypen(1) SDT s (Spatial DataTypes) Bsp: ROSE (RObust Spatial Extension) Algebra Stellt 3 Datentypen zur Verfügung (points, lines, regions) Es gibt 4 Klassen von Operationen: Zurückliefern der Werte von räumlichen Datentypen Räumliche Operatoren, die Zahlen zurückliefern Operationen auf Mengen von Objekten Ausdrücken von topologische Beziehungen 9

Räumliche Datentypen(2) Ausdrücken von topologischen Beziehungen EXT = {lines, regions} GEO = {points, lines, regions} geo in GEO, ext1, ext2 in EXT 10

Räumliche Datentypen(3) Kriterien, die räumliche Datentypen und die Algebra erfüllen sollten: Erweiterbarkeit Vollständigkeit Mengenoperationen 11

Räumliche Relationships(1) 3 Klassen von Relationships: richtungsabhängige, z.b. südwestlich von metrische, z.b. Entfernung < 100 topologische, z.b. inside Operation Frage: Kann man alle möglichen Relationships aufzählen? Bei 2 Objekte gibt es 4 Schnittmengen Jede kann leer oder nicht leer sein 2^4=16 Kombinationen 8 nicht gültige & 2 symmetrische Kombinationen 6 unterschiedliche Relationships (disjoint, in, touch, equal, cover, overlap) 12

Räumliche Relationships(2) o σ A = Grenzen, A = Inneres, = leere Menge, = nichtleere Menge 13

Integration von Geometrie in das Datenmodell Darstellung von räumlichen Objekten durch Objekte mit mindestens einem Attribut eines SDT s Erweiterung des Datenmodells auf elementarer Datentypebene (Integer, String, ) Objekte werden durch Tupel dargestellt 14

Raumbezogene Datenbanken (Spatial Databases) - Abfragen - Werkzeuge zur Implementierung 15

Abfragen Fundamentale Operationen Die wichtigsten Operationen lassen sich in folgende Gruppen gliedern: Räumliche Selektion, Räumliche Verknüpfung, Räumliche Funktionen 16

Abfragen Fundamentale Operationen Räumliche Selektion Eine Selektion ist eine Operation die als Rückgabewert eie Reihe von Ergebnissen liefert die dem gewünschten Prädikat entsprechen. Ein paar Beispiele: Finde alle Städte in Bayern (Wir gehen davon aus daß Bavaria ein Region- Wert ist und inside in der räumlichen Algebra vorhanden ist): Finde alle Flüsse die das Abfragefenster Window schneiden: ein REGION Wert ein REGION Wert Finde alle Großstädte die nicht weiter als 100km von Hagen entfernt sind ein Punkt Wert metrische Relation 17

Abfragen Fundamentale Operationen Räumliche Verknüpfung Ähnlich wie die räumliche Selektion ist die räumliche Verknüpfung eine Verknüpfung die zwei Objekte mit dem gewünschten Prädikat die räumlichen Werte vergleicht. Einige Beispiele: Kombiniere Bundesländer mit ihren Städten: Finde zu jeden Fluss alle Städte die im Umkreis von bis zu 50km liegen: 18

Abfragen Fundamentale Operationen Räumliche Funktionen I In einer Satz-orientierten Abfrage wird ein neuer räumlicher Datentyp für jedes Objekt des Datensatzes berechnet. Verschiedene Operatoren erlauben das Einbinden von Funktionen wie z.b. Filter-Operationen mit FAD Replace-Operationen Extend-Operationen 19

Abfragen Fundamentale Operationen Räumliche Funktionen II Der extend -Operator erweitert einen Ausdruck und gibt das Ergebnis als neues Attribut zurück. Ein Beispiel für extend : Gib für jeden Fluss der durch Bayern geht, den Namen, einen Teil seiner geometrischen Lage in Bayern und die Lange dieses Teiles zurück: neues Attribut 20

Übersicht Werkzeuge zur Implementierung Raumbezogene Indizes Eindimensionale Einbettung von Gitter- Approximationen Räumliche Indexstrukturen für Punkte 21

Werkzeuge Studiengang Software Engineering - Vorlesung zur Datenbanken 2 Implementierung Raumbezogene Indizes I Das Hauptproblem ist räumliche Datentypen in eine DB zu bekommen. Methode 1: Methode 2: Erweiterte räumliche Strukturen ergänzen ein normales DBMS Die räumlichen Strukturen werden auf eine eindimensionale Struktur so abgebildet dass ein normales DBMS verwenden werden kann 22

Werkzeuge zur Implementierung Raumbezogene Indizes II Methode 2 weiter gedacht: Man reduziert komplexe geometrische Formen mittels Approximation auf ein Gitter oder eine Box: 23

Werkzeuge zur Implementierung Eindimensionale Einbettung von Gitter-Approximationen Da die DB nur eindimensional ist müssen die Gitterzellen nach einem bestimmten Schema sortiert werden. Man benötigt also eine lineare Reihenfolge der Zellen die nach Möglichkeit so ausgerichtet ist daß Nachbarzellen auch in der Reihenfolge möglichst nebeneinander liegen. Hier das Beispiel der Z-Aufzählungsreihenfolge: 24

Werkzeuge zur Implementierung Räumliche Indexstrukturen für Punkte 25

Raumbezogene Datenbanken (Spatial Databases) - Systemarchitektur 26

Systemarchitektur Repräsentation der Datentypen Prozeduren für die atomic- Operationen räumlicher Index Zugriffsmöglichkeiten dafür Such-,Sotier -und Filterfunktionem spartial join Algorithmen Aufwandsfunktionen für die Operationen Statistiken um genaue Abgrenzung bei räumlicher Auswahl und Zusammenfügung zu treffen Erweiterungen für Optimierer um Anfragen an spezielle Methoden zu übergeben Datentypen und Anfragen für die DDL und die Anfragesprache Erweiterungen um die Präsentation und Eingabe von SDT-Werten über eine GUI zu handlen 27

Systemarchitektur GIS-Systeme gab es schon vor den ersten DBMS Erste Anwendungen liefen diret auf dem Dateisystem Erste GIS-Datenbanken basierten auf relationalen Datenbanken 28

Systemarchitektur Es gibt zwei Ansätze eine solche Datenbank zu realisieren layered architecture dual architecture 29

Systemarchitektur Layered architecture GIS-Tools Standard DBMS Es gibt 2 Möglichkeiten spartiale Daten in so einem DBMS zu speichern 30

Systemarchitektur Erste Möglichkeit: Spatiale Daten zu teilen und in Tupel abzubilden Nachteil: Lange Rechenzeit 31

Systemarchitektur Zweite Möglichkeit: Speicherung der Werte in long-fields des DBMS Die Werte werden wie rohe Byte-Strings behandelt Spartiale Operationen können zwar nur vom GIS-Tool durchgeführt werden aber eine gewisse räumliche Indizierung kann bereits vom DBMS mit Hilfe eines B- trees durchgeführt werden 32

Systemarchitektur dual architecture Integration layer Standard DBMS spatial subsystem 33

Systemarchitektur Forschungen im Bereich der erweiterbaren DBMS hatten genau die vorher spezifizierten Anforderungen zum Ziel 34

Systemarchitektur Gral Probe Starbust Genesis Im Grunde bietet die erweiterbaren DBMS Slots für die spartialen Erweiterungen 35

Systemarchitektur Es werden keine Unterschiede zwischen normalen Datentypen und räumlichen Datentypen wie z.b REGIONS gemacht Die vom DBMS angebotenen Operationen können mit allen Datentypen etwas anfangen Index ist der selbe Anfrageoptimierung macht keinen Unterschied zwischen spartialen und gewöhnlichen Anfragen Es sei denn dies wäre nicht optimal 36

Ende Danke für die Aufmerksamkeit 37