Monitor Das Magazin der Marsh gmbh November 2014 Transport mit TieFGAng ffseite 8 CYBER-RISIKEN SIND CHEFSACHE ffseite 6 Qualitätsprämie schafft Transparenz ffseite 14 Interview mit KUKA- Vorstand Peter Mohnen ffseite 18
ffeditorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, Produkte»made in Germany«sind auf der ganzen Welt gefragt. Die beeindruckenden Exportbilanzen machen das deutlich: Deutsche Exporteure konnten im Juni dieses Jahres erstmals die 100-Milliarden-Euro-Umsatzmarke knacken. Nach Kraftfahrzeugen sind vor allem Maschinen, chemische Erzeugnisse, Metalle, aber auch Nahrungs- und Futtermittel gefragt*. Erzeugnisse, die rund um den Erdball zu Wasser, über Luft- und Straßenwege unbeschädigt ans Ziel gelangen müssen. Dem Transport über See kommt dabei die größte Bedeutung zu. Immerhin werden 90 Prozent des Weltwarenverkehrs über die Weltmeere abgewickelt. Wie wir in unserer Titelstory zeigen, ist dies aber kein Weg ohne Risiko: Neben Unwettern, politischen Risiken und Unachtsamkeiten der Mannschaften sind immer größere WIE ENTSCHEIDEN SIE? Seite 14 Transport mit TieFGAng SeITe 8 Seite 4 5 meldungen Seite 6 7 wissen Seite 8 13 titelstory Seite 14 15 Marsh Innovativ aktuelles kurz gefasst CYBER-RISIKen SInd CHEFSACHE Transport mit TieFGAng WIE entscheiden SIE? QuALITätsprämie schafft Transparenz 2 MoNItor 11_2014
ffeditorial *Statistisches Bundesamt, Stand 2013 Schiffe, die mit immer mehr Containern beladen werden, Unwägbarkeiten ausgesetzt, die letztlich Besatzung, Schiff und Ware zu gefährden drohen. Das kann gerade die exportstarken deutschen Unternehmen teuer zu stehen kommen. Dabei befinden sich die Transporteure und ihre Waren auf hoher See keineswegs auf schwankenden Planken oder ausschließlich in Gottes Hand. Ein gesundes Risikobewusstsein, Transparenz über die eigenen Gefährdungspotenziale sowie vorausschauendes Risikomanagement und ein umsichtiger, erfahrener Partner können zwar keine Wellen glätten oder Waffen zum Schweigen bringen. Aber in dieser Kombination können Zwischenfälle vermieden oder im Falle des Falles zusätzliche Kosten minimiert oder gar ausgeschlossen werden.»allzeit gute Fahrt und stets eine Handvoll Wasser unterm Kiel«wünscht der Seemann. Weil Ihre Sicherheit und Zufriedenheit stets im Mittelpunkt unseres Handelns stehen, sind wir sicher, dass Sie sich nach der Lektüre unserer Reportage nicht mehr alleine darauf verlassen müssen. Viel Spaß beim Lesen, Ihre Miriam Hahn, Redaktion Monitor miriam.hahn@marsh.com Pensionspläne für alle Fälle Seite 16»roboter sind Beste Kollegen!«Seite 18 Marsh hilft mit»frischem Wind«Seite 22 Seite 16 17 spektrum Seite 18 19 interview Seite 20 21 marsh partner Seite 22 23 marsh Intern Pensionspläne für alle Fälle Vom Performanceprojekt zur Performanceorientierung Glo-kalisierung»Roboter sind Beste Kollegen!«Interview mit kuka- Vorstand Peter Mohnen M&A-Transaktionen: Chancen nutzen, Risiken vermeiden Ein Konto für 130 verschiedene Währungen Aktuelles aus dem Unternehmen Monitor 11_2014 3
ffmeldungen ENERGIEWENDE VORSTOSS BEI ABSICHerunG VON WIndpARKS Mit einem neuen Offshore-Deckungskonzept ist Marsh ein wichtiger Durchbruch gelungen, der die Energiewende weiter vorantreibt: Für einen deutschen Offshore-Windpark in der Nordsee konnte eine Betriebshaftpflichtversicherung platziert werden, die den Großteil der ungelösten Haftungsprobleme in dieser noch jungen Branche versicherbar und damit kalkulierbar macht. Neben klassischen Betreiberrisiken wie z. B. Umweltschäden deckt die neue Police vor allem auch Haftungsansprüche des Übertragungsnetzbetreibers ab: Beschädigt z. B. ein Windparkbetreiber das Umspannwerk des Netzbetreibers und macht damit die Einspeisung für einen dritten Offshore- Windparkbetreiber unmöglich, hat dieser laut Energie wirtschaftsgesetz (EnWG) Anspruch auf die entgangene Einspeisevergütung. Der Netzbetreiber kann sich wiederum am Verursacher schadlos halten. Genau dieser Fall wurde nun versicherbar gemacht. Eine weitere Neuheit der Marsh Deckung ist die Mitversicherung von durch Subunternehmer verursachten Schäden an eigenen Anlagen. Für alle Deckungsbausteine werden signifikante Versicherungssummen zur Verfügung gestellt. Pandemierisiken Marsh HILFT beim Umgang mit ebola-krise Der Ausbruch des Ebola-Virus in Westafrika schürt die Angst vor einer Ausbreitung der Krankheit. Die bis dato größte Ebola-Epidemie mit mehr als 10.000 Infektionen und über 4.900 Toten (Stand Ende Oktober 2014) erschüttert die Bevölkerung und die Wirtschaft in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria. Sorge bereitet die Frage, inwieweit Westafrika angesichts der unzureichenden Gesundheitsversorgung, knapper Ressourcen und fehlenden Fachpersonals in der Lage ist, das Virus einzudämmen. Lokale Firmen und internationale Unternehmen mit Engagement in Afrika müssen mit Betriebsunterbrechungen und Unterbrechungen der Lieferketten durch die Folgen der Ebola-Epidemie rechnen. Marsh hat ein Ebola Response Center eingerichtet (zu erreichen über marsh.de), wo u. a. aktuelle Informationen und Analysen sowie eine Aufzeichnung des aktuellen Webcasts»Ebola-Risiken und Umgang mit Pandemien«zur Verfügung gestellt werden. Bei Fragen stehen Ihnen darüber hinaus Ihr Marsh-Kundenbetreuer und die Experten des Geschäftsbereichs Marsh Risk Consulting zur Verfügung. 4 MoNItor 11_2014
This special edition of our transactional risks Insights focuses on the increasing use of insurance in M&A deals around the world. Limits of M&A insurance placed by Marsh, such as warranty and indemnity (W&I) insurance, grew year-on-year by 26% from 2012 to 2013. Although this represents a significant increase in the utilisation of this transaction tool, when viewed historically across a three-year period, the increase is even more noteworthy. As the chart opposite illustrates, 2013 limits of insurance placed by Marsh globally have increased by 155% since 2010. 0 2010 2011 2012 2013 Calendar Year ASIA EMEA PACIFIC AMERICAS TOTAL Limits of insurance placed 2,743 1,030 1,344 5,117 (USD millions) Number of transactional risk 125 52 74 251 policies placed Private equity policies (as % of 56% 42% 56% 53% policies placed) Corporate policies (as % of 44% 58% 44% 47% policies placed) Buyer-side W&I policies (as % of 88% 63% 78% 80% W&I policies placed) Seller-side W&I policies (as % of 12% 37% 22% 20% W&I policies placed) BASED UPON TRANSACTIONAL RISK POLICIES PLACED GLOBALLY BY MARSH 6 5 4 3 2 1 Asia Pacific Americas EMEA Increased activity in new jurisdictions. Motivations for the use of transactional risk insurance. We also include details of recent articles written by our team and prominent speaking events. ffmeldungen Insolvenzanfechtung Mehr schutz für Lieferanten Viele Unternehmen sind besorgt über die Rechtspraxis bei Zahlungsrückforderungen aufgrund von Insolvenzanfechtungen. Insolvenzverwalter dürfen derzeit positiv abgeschlossene Zahlungsvorgänge aus der Vergangenheit bei Insolvenz der Abnehmer und vorsätzlicher Benachteiligung der Gläubiger bis zu 10 Jahre rückwirkend anfechten. Die oft hohen eingeforderten Summen bringen viele Unternehmen in finanzielle Bedrängnis. Allein die Tatsache, dass der Lieferant in der Vergangenheit Zahlungspläne mit dem Abnehmer vereinbart hatte, kann der Insolvenzverwalter als Anzeichen dafür deuten, dass der Lieferant von der schwierigen Situation des Abnehmers wusste und diese vorsätzlich ausgenutzt hat. Eine bestehende Warenkreditversicherung deckt häufig nur einen Teil der eingeforderten Beträge ab. Mit einer sogenannten Anfechtungsversicherung können nun Deckungslücken geschlossen werden. Marsh behält die weitere Entwicklung am Versicherungsmarkt im Blick und berät Sie zu den möglichen Absicherungslösungen. PHOTOVOLTAIKPARKS NEUE ERTRAGSGARANTIE FÜR BESTEHende ANLAGEN Nach den Leistungs- und Ertragsgarantien für neue Photovoltaikparks bietet Marsh nun auch eine Ertragsgarantie für Anlagen an, die seit einigen Jahren in Betrieb sind. Da über die Police Abweichungen von Ertragsprognosen versichert sind, wird so für die Restlaufzeit der Finanzierung eine zusätzliche Sicherheit geschaffen. Vor allem im Hinblick auf Degradation und andere Mängel stellt dieser Schutz für Anlagenbetreiber einen großen Vorteil dar. Bisher konnte die Ertragsgarantie nur in Kombination mit einer Allgefahrenversicherung angeboten werden. Die neue Marsh-Police setzt diesen sonst obligatorischen, gleichzeitigen Abschluss nicht voraus. TRANSAKTIONSABSICHERUNGEN GLOBALER MARKT mehr ALS VerdoppeLT Die weltweite Nachfrage nach Versicherungslösungen für Transaktionsrisiken ist in den letzten drei Jahren stark gestiegen. Das geht aus dem von Marsh veröffentlichten Bericht»M&A Transactional Risk Solutions: Global Growth Special Edition«hervor. Angetrieben wird diese Entwicklung u. a. durch die wachsende Zahl strategischer Investoren sowie Private-Equity- und Infrastrukturfonds, die sich für diese Versicherungslösung entscheiden bei nationalen wie internationalen Marsh Private Equity and M&A Services February 2014 MARSH INSIGHTS: USE OF M&A TRANSACTIONAL RISK SOLUTIONS ON THE RISE INTRODUCTION TRANSACTIONAL RISK GLOBAL STATISTICS 2013 Insurance Limit (USD billions) Inside this special edition, we examine some key drivers for growth, including: Transaktionen. Im Zeitraum 2010 bis 2013 stellte Marsh eine Zunahme von 150 Prozent im Hinblick auf die Anzahl platzierter Deckungen weltweit und mehr als 100 Prozent für deutsche Transaktionen fest. Der Transfer von Risiken auf eine sogenannte Gewährleistungsversicherung (Warranty & Indemnity) kann bei Unternehmenskäufen bzw. -verkäufen schnell und kosteneffizient zur Bewältigung von ansonsten oft nur schwer überwindbaren Deal-Hindernissen beitragen. MoNItor 11_2014 5
ffwissen CYBER-RISIKEN SIND CHEFSACHE Ein Hacker-AngrIFF KAnn in Unternehmen eine KettenreAKTIon auslösen und zu erheblichen FInanzieLLen EinbuSSen führen. Ein Umdenken beim Umgang mit Cyber-Risiken ist dringend geboten. Oliver Dobner, Geschäftsführer von Marsh Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen, sagt das FBI: solche, die schon gehackt wurden, und solche, denen ein derartiger Angriff noch bevorsteht. Angesichts dieser Einschätzung ist es verwunderlich, dass noch immer viele Unternehmen ihre Datensicherheit als Angelegenheit der IT-Abteilung einstufen. Dabei zeigt die Erfahrung betroffener Unternehmen, dass gerade Datendiebstahl häufig zu einer Lähmung des Unternehmens mit hohen wirtschaftlichen Folgekosten führen kann. Deshalb sollte die Geschäftsführung Cyber-Risiken ebenso behandeln wie Haftungs- oder Elementarrisiken: als Aufgabe des Risikomanagements und als Chefsache. In Deutschland wurde bereits knapp ein Drittel aller Unternehmen zum Opfer mindestens einer Cyber-Attacke*. Das hat zu einer erhöhten Sensibilisierung geführt: Neun von DATENVERLUST Ein Hackerangriff mit Datenverlust setzt häufig eine Kettenreaktion in Gang. Am Ende können immense Kosten für Ihr Unternehmen entstehen. DESORGANISATION Sensible Informationen und Kunden daten wurden entwendet. Sie müssen die lokalen Datenschutzbehörden informieren und aktivieren den Notfallplan. Ihre IT-Abteilung arbeitet Tag und Nacht, um die Sicherheitslücke zu identifizieren und zu schließen. zehn Unternehmen verfügen nicht nur über ein Sicherheitskonzept zum Schutz ihrer Daten, sondern auch über einen Notfallplan für den Fall eines Datenverlusts. Lücken gibt es jedoch bei der Absicherung im Schadenfall. Der ist oft ernster, als es zunächst den Anschein hat.»eine Kette von Ereignissen, die rasant eskaliert und in kürzester Zeit weit über ein technisches IT-Problem hinauswächst«, sagt Oliver Dobner, Geschäftsführer und verantwortlich für das Industriekundengeschäft bei Marsh. Nach der Entdeckung einer Sicherheitsverletzung ist als Erstes die IT-Abteilung intensiv damit beschäftigt, die Sicherheitslücke zu identifizieren. Kurz darauf ist das Management involviert, das sich mit rechtlichen, wirtschaftlichen und imageschädigenden Folgen auseinandersetzen muss. 6 MoNItor 11_2014 * umfrage des Branchenverbands BITKOM vom März 2014
Ihre HandlungsFelder ffwissen **Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik *** Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. IT-SicherheIT Umsetzen der Mindeststandards des BSI**, BSI- Veröffentlichungen zur Cyber-Sicherheit: www.bsi.bund.de IT-Standards und Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen einführen und einhalten Mitarbeiter sensibilisieren und schulen IT-Sicherheit zur»chefsache«machen Prävention & risikomanagement Analyse und Bewertung der individuellen Cyber-Risiken im Unternehmen Aufbau und Training eines Krisenmanagements, um auf den»worst case«vorbereitet zu sein Testlauf eines Hackerangriffs Absicherungslösungen Restrisiko durch spezielle Cyber-Risk-Policen versichern: Forensik-Kosten (Aufklärung, Identifikation, Beweissicherung) Betriebsunterbrechungsschäden Benachrichtigungskosten (Informationspflichten nach Bundesdatenschutzgesetz) Schadenersatzzahlung bei Vermögensschäden und Ansprüchen nach Datenschutzgesetzen Lösegeldzahlung bei Datenerpressung Was was passiert passiert NAch nach einem einem hackerangriff? Hackerangriff? www.cyber-risikotest.de Handeln Sie rechtzeitig und erfassen Sie jetzt das individuelle Risiko Ihres Unternehmens mithilfe des Marsh Cyber-Risikotests. Der 31 Fragen umfassende Test ist anonym und kostenlos. Unter allen Teilnehmern, die den Test auf www.cyber-risikotest.de bis zum 31.12.2014 abschließen, verlosen wir zwei Security Assessments von FireEye.*** Cyber-Attacken können auch schnell die Kapazitäten von Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit schlucken.»das bedeutet Verlust von Aufträgen und Geld«, erklärt Dobner. Bisher berücksichtigen die Versicherungsprogramme vieler Unternehmen Cyber-Risiken noch zu wenig oder sehen keine ausreichenden Schadensummen vor. Betriebliche Versicherungen schließen Cyber-Risiken in der Regel nicht ein, und Leistungen aus der Betriebsunterbrechungsversicherung erfordern häufig einen ursächlichen Sachschaden. Haftungsschäden aus einem Datenverlust resultieren meist aus einem Vertragsverhältnis und sind deshalb ebenfalls nur selten versichert. Und auch in der Vertrauensschadenversicherung sind oft nur geringe Entschädigungsleistungen für Cyber-Schäden vereinbart. UmsaTZEINBussen Durch Betriebsausfälle, Auftragsverluste, Schadenersatzforderungen oder einen eventuellen Einbruch des Aktienkurses entsteht Ihrem Unternehmen ein erheblicher Image- und damit in der Regel auch ein wirtschaftlicher Schaden. IMAGESCHADEN Informationen über das Datenleck sind ggf. über Dritte an die Presse gelangt und verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Der Vertrauensverlust bei Ihren Kunden ist in einem solchen Fall vorprogrammiert.»in den letzten Jahren sind Cyber-Risiken von einem Randproblem zu einem echten Geschäftsrisiko geworden. Daher ist es höchste Zeit, sie aus der IT-Ecke herauszunehmen und in das allgemeine Risikomanagement zu überführen«, so Dobner.»Cyber-Risiken benötigen eine individuell zu bestimmende Balance aus Prävention und Schadensbegrenzung. Ihr Management muss genauso zur Chefsache werden, wie dies bei Markt-, Haftungs- oder Image-Risiken der Fall ist.«kontakt Oliver Dobner Telefon: (0 69) 66 76-262 oliver.dobner@marsh.com MoNItor 11_2014 7
fftitelstory Transport mit TieFGAng Die Meere sind die wichtigsten Transportwege für den Weltwarenhandel. Von der Tiefkühlpizza BIs zu gewaltigen MasCHInenteILen schicken Unternehmen IHre Produkte rund um die Erdkugel. mit immer grösseren schiffen, steigendem ZeITdruck, riskanten Routen und neuen UnwäGBArkeITen auf See nehmen ABer auch die unternehmerischen Herausforderungen zu. 8 MoNItor 11_2014
fftitelstory Der Notruf, der am 17. Juni vergangenen Jahres unter dem Rufzeichen C6XF2 von dem Hamburger Containerfrachter Yantian Express aufgefangen wurde, löste eine sofortige Rettungsmaßnahme aus:»hilfe, wir brechen auseinander«, hieß es da. Er war von der Mannschaft des Containerriesen MOL Comfort abgesetzt worden. Das Schiff war auf dem Weg von Singapur ins saudi-arabische Jeddah in schweres Wetter geraten. Vermutlich begünstigt durch einen Materialfehler, hatten die sechs Meter hohen Wellen dem 316 Meter langen Frachter so zugesetzt, dass er schließlich in zwei Teile brach. Zwar konnte die 26-köpfige Besatzung gerettet werden, doch nur ein Teil der Ladung im Wert von etwa 300 Millionen Dollar ist geborgen worden. Tanker, Massengutfrachter, Schwergut- und Containerschiffe bewältigen über 90 Prozent des Welthandels. Sie sind die Packesel der globalen Warenströme und den Land- oder Lufttransporten schon wegen des Ladevolumens überlegen. Unglücke wie das der MOL Comfort werfen jedoch ein Schlaglicht auf die Folgen von Unwägbarkeiten, die mit dem maritimen Transport rund um den Erdball einhergehen. Sie verdeutlichen, dass sich auf den Highways des Weltwarenverkehrs auch mit immer moderneren Schiffen die Risiken nicht auf der Null-Linie bewegen. Gefahren wie Unwetter, Krieg, Terror oder schlicht Konstruktionsfehler sind real. Die Planung des Warentransports verlangt Tiefgang, denn ein schlechtes Risikomanagement und eine Schwimmende Giganten: Die größten Containerschiffe nehmen mehr als 18.000 Stahlbehälter auf. MoNItor 11_2014 9
fftitelstory Moderne Packesel: Über die Containerflotten werden inzwischen 90 Prozent des Weltwarenhandels abgewickelt. beitragen müssen.»auf den Ladungseigentümer können dann Ansprüche bis zur Höhe des eigentlichen Warenwertes zukommen, selbst wenn die eigenen Waren unbeschadet geblieben sind«, erklärt Matthias Stelling, Leiter des Bereiches Transportversicherung bei Marsh in Hamburg. Verfügen können die Ladungseigentümer über ihre Ware im Übrigen erst, wenn durch Garantien das Pfandrecht des Reeders an der Ware aufgehoben ist.»wenn hier keine Havarie-Grosse- Garantie vom Transportversicherer erbracht werden kann, weil keine Warentransport-Police besteht, wird der Reeder auf einer Bankgarantie vor Auslieferung bestehen«, warnt Stelling. Eine teure Lösung. Denn während die Bank Zinsen berechnet, gibt der Transportversicherer die Garantie kostenlos. mangelhafte Absicherung könnten den Auftraggeber teuer zu stehen kommen. Dazu muss es wie im Falle der MOL Comfort nicht einmal zum Totalverlust eines Schiffes kommen. Oft gelingt es dem Kapitän mit Hilfe eines Bergungsteams noch, ein in Seenot geratenes Schiff zu retten. Schäden, respektive Kosten für Schiff und Ladung, nimmt man bewusst in Kauf, indem etwa die Ladung oder Teile davon zur Rettung von Schiff und Frachtgut geopfert werden. Glück im Unglück allerdings mit weitreichenden Folgen. Denn bei einem derartigen Fall, der sogenannten Havarie- Grosse, wird die Haftung nach dem Prinzip der Gefahrengemeinschaft sozialisiert. Das bedeutet, dass alle am Transport beteiligten Parteien sprichwörtlich in einem Boot sitzen und auch alle gemeinsam im Verhältnis zum Betrag der geretteten Werte anteilig Der Zeitdruck fährt immer mit Natürlich haben die Schiffsführer schon seit jeher mit schlechtem Wetter und schwerer See zu kämpfen. Eine neue, oft viel größere Herausforderung liegt in den modernen Containerschiffen selbst, die immer größer werden und damit höhere Anforderungen an die Manövrierbarkeit stellen. Das erhöht auf dicht befahrenen Routen und engen Wasserstraßen die Unfallgefahr. Laut aktueller Studien steigt etwa durch die Verbreiterung des Panamakanals und seiner Schleusen auch das Verkehrsaufkommen drastisch. Während derzeit Schiffe mit einem Ladevolumen von 5.000 Containern den Kanal passieren, dürfen künftig auch Schiffe mit 12.600 Standard-Containern die Passage durchfahren. Entsprechende Schulungen sollen Schiffsführer befähigen, die maritimen Giganten ohne Querstellungen oder Blockaden durch das mittelamerikanische Nadelöhr zu steuern. Weil die oft engen Liefertermine und Termintreue im internationalen Warenverkehr aber beherrschend sind, fährt auf allen Strecken ein allseits unbeliebter Gast mit: Zeitdruck! Wenn dann die Nadelöhre wie Suez- oder Panamakanal durch einen Unfall blockiert oder wegen einer Terrorwarnung gesperrt sind, drohen wegen der Lieferungsverzögerungen Gewinneinbußen und oft empfindliche Vertragsstrafen. Diese werden nicht automatisch durch eine Warentransportversicherung abgefangen, sondern sollten bei Bedarf und besonderer Gefahrenlage separat abgesichert werden. 10 MoNItor 11_2014 * Quelle: Statistikbericht des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB).
fftitelstory»die schiere Größe der Schiffe ist nur ein Aspekt. Daneben müssen auch Gefahren aus Krieg, Terror und besonders auch Piraterie berücksichtigt werden«, erläutert Michael Hogger, Leiter des Branchenteams Marine von Marsh. Ein Blick auf die Zahlen macht das Ausmaß deutlich: 116 Piratenangriffe weltweit gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, so der Statistikbericht des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB)*. Gegen die meist mit wenigen Schnellbooten ausgeführten Attacken der rücksichtslos gegen die Mannschaften vorgehenden Gangster waren die ungeschützten Frachtschiffe wehrlos. Das Vorgehen ähnelt sich meist: Schiff kapern, Ladung verkaufen oder Lösegeld erpressen. Sind Schiff und Ware nach einem Jahr noch immer in Piratenhand, dann dürfen sie aufgegeben werden, der Schaden wird reguliert. Bei gut verhandelten Versicherungsbedingungen wie von Marsh kann das Schiff schon nach sechs Monaten und die geladene Ware je nach Lage des Falles bereits nach zwei Monaten reklamiert werden. Eine der gefährdetsten Regionen war lange Zeit die Küste Somalias. Seitdem bewaffnetes Personal an Bord der meisten Schiffe eingesetzt werden muss, damit die Versicherer bei Übergriffen finanziell aufkommen, ist die Anzahl in den vergangenen Jahren stark gesunken. Im ersten Halbjahr 2014 wurden in der Region zehn Überfälle registriert.»inzwischen ereignen sich Attacken häufiger an der westafrikanischen Küste, und auch Indonesien gerät jetzt immer stärker in den Blickpunkt«, erläutert Hogger. Dort verzeichnete die IMB-Statis tik 47 Angriffe, bei denen es den Piraten in 40 Fällen gelang, das Schiff zu kapern. Angesichts der Bedeutung der Frachtschifffahrt im Weltwarenverkehr eine bedenkliche Entwicklung. Gerade die exportstarke deutsche Industrie nutzt die schwimmenden Giganten zum Transport sperriger Ladegüter und schickt ganze Maschinenkomplexe oder»in manchen schadensfällen muss der Charterer bei einem FeHLVerHALTen des Kapitäns auch für das Gut anderer Unternehmen aufkommen.«matthias Stelling, Leiter des Bereiches Transportversicherung in Hamburg PanamaKanal: Ein Meisterwerk wird 100 Meilenstein für den Welthandel, Schlagader des maritimen Transports die anlässlich des 100. Geburtstages verwendeten Begriffe zeigen, welche Bedeutung der Panamakanal als Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik für die Schifffahrt hat. Zu den Daten: Spatenstich 1904 durch die Amerikaner, 180 Millionen Kubikmeter Aushub, 375 Millionen Dollar Kosten. Als mit der SS Ancon am 15. August 1914 das erste Schiff den Kanal passierte, war das Bauwerk fertig, das heute etwa fünf Prozent des Weltseehandels abwickelt. Inzwischen passierten eine Million Schiffe, viele Milliarden Tonnen Waren und Container die zweitwichtigste Wasserstraße der Welt nach dem Suez-Kanal, welche Reedern und Transporteuren eine wertvolle Ersparnis an Zeit und Energie bescherte. Für 5,2 Milliarden Dollar wird der Kanal derzeit für die neuen Container-Kolosse schiffbar gemacht. Die Giganten können dann statt bisher 5.000 Container weit über 12.000 Container transportieren. Kosten für die 24-stündige Passage: 300.000 Dollar. An günstigsten kam übrigens der us-bürger Richard Halliburton weg. Er durchschwamm 1928 den Kanal als bisher einziger Mensch in 50 Stunden. Zahlen musste Halliburton 36 Cent, berechnet nach seinem Körpergewicht von rund 70 Kilo. Der Panamakanal verbindet in einer Länge von rund 82 Kilometern den Atlantik mit dem Pazifik und erspart den Schiffen den Umweg über das südamerikanische Kap Hoorn. 11
fftitelstory TOP 5 ConTAInerhäfen nach Umschlag TEU* 13.420.000 TEU 21.099.000 TEU 24.200.000 TEU 9.737.000 TEU 29.918.000 TEU 27.980.000 TEU * Twenty-foot Equivalent Unit (Maß für Kapazitäten von Containerschiffen und Hafenumschlagsmengen) Platz Nr. 1: Singapur Platz Nr. 2: Schanghai Platz Nr. 3: Hongkong Platz Nr. 4: Shenzhen Platz Nr. 5: Pusan Platz Nr. 11: Hamburg Quelle: Hafen Hamburg Turbinen auf die Reise. Nicht selten muss das produzierende Unternehmen für derartige Spezialtransporte gleich ein ganzes Schiff chartern. Die Kapazitäten dafür halten die Reeder bereit. Und damit auch ein Risiko, gegen das sich die Unternehmen absichern sollten.»der Charterer muss wissen, dass zwar in der Regel die Ware versichert ist, nicht aber die Schäden am Schiff, die der Charterer zu vertreten hat«, betont Hogger. Obwohl in solchen Situationen mit speziellen Haftpflichtversicherungen (Charterers Liability) hohen Kosten entgangen werden kann, erlebt es der Marsh-Experte im Alltag immer wieder, dass Unternehmen es für überflüssig halten, eine entsprechende Police abzuschließen.»viele Unternehmen gehen davon aus, dass ein eventueller Schaden am Schiff über die Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt ist.«das ist jedoch ein Trugschluss, der teuer werden kann: So erzeugte etwa die Anweisung eines Charterers an den Kapitän eines Schiffes, trotz widriger Wetterbedingungen in einen japanischen Hafen einzufahren, einen Schaden von 120 Millionen US-Dollar an Schiff und Anlagen. Nach gewonnener Klage des Schiffsversicherers musste der Charterer für den Schaden selbst aufkommen.»das kann zum Ruin eines Unternehmens führen«, sagt Hogger. Auch in Häfen gegen TerrorgeFAHr absichern Ist der Transport erst unterwegs, lauern Unwägbarkeiten, die durch die Wahl der Route entstehen. Krieg und Terror sind die vordergründigsten und stellen inzwischen eine reale, weltumfassende Bedrohung dar. Ohne eine spezielle Absicherung von Mannschaft, Ware und Schiff fährt der Transport im wahrsten Sinne des Wortes in unsicherem Wasser. Das zeigte bereits im Oktober 2002 die Sprengstoff- Attacke von Al-Qaida im Golf von Aden auf den französischen Öltanker Limbourg. Was auf See geschieht, kann angesichts der weltweiten Terrorgefahr inzwischen auch in vermeintlich sicheren Häfen zu kritischen Massentransport: Nach Angaben der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Uno transportieren weltweit insgesamt 9.535 Containerschiffe* die Stahlboxen von Hafen zu Hafen. *Stand 2010 12 MoNItor 11_2014
fftitelstory Zwischenfällen führen. Vorausschau ist da wichtig:»selbst wenn das Schiff nur im Hamburger Hafen liegt, empfehle ich dafür eine gesonderte Terrorabsicherung«, erklärt Hogger.»Der finanzielle Aufwand dafür ist mit einem Tausendstel des Schiffswertes sehr gering. In einer Warentransportversicherung ist Terrorismus ohnehin ohne zusätzliche Kosten mitversichert.«teure Pannen durch menschliches Versagen Nicht selten nehmen Charterer auch Anlagen von anderen Unternehmen mit an Bord, weil das Ladevolumen nicht gänzlich ausgelastet ist. Eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, die allerdings zum Bumerang werden kann.»diese Güter können im Schadensfall den Unternehmer ohne Vorsorgemaßnahmen teuer zu stehen kommen«, mahnt Experte Matthias Stelling,»denn für Schäden an dieser fremden Ware kann der Charterer von dem anderen Unternehmen haftbar gemacht werden.«auch solche»damages to cargo«(also Schäden an Drittware) können in eine Charterers-Liability- Versicherung eingeschlossen werden. Menschliches Versagen, Unachtsamkeit oder einfach nur Pech nicht immer sind es die Großereignisse, die zu kostenintensiven Schadenfällen werden. Viele ereignen sich aufgrund kleinerer Pannen, insbesondere beim Be- und Entladen. Ist die Ladung beschädigt oder verloren, erhält der Eigentümer einen finanziellen Ausgleich aus der Transportversicherung in voller Höhe. Trotz hoher Automatisierungsgrade gerade in westeuropäischen Häfen sind Unfälle bei Ladevorgängen nicht selten: So geriet im Weserhafen während des Löschvorgangs die»husky Racer«in Schieflage, ein Containerturm verrutschte, 18 Stahlbe hälter versanken.»leider gibt es immer wieder Unternehmen, die auf einen Schutz verzichten«, sagt Stelling. Dieser ist aber besonders wichtig, weil Frachtführer ihre Haftung im Schadenfall beschränken oder vollständig ausschließen. Nur wenige Auftrag geber wissen außerdem, dass die Deck ung durch die Versicherung des Frachtführers in der Regel nicht nach dem tatsächlichen Wert, sondern am Gewicht bemessen ist. Daraus ergeben sich Unterdeckungen. Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten, sagt ein Seefahrer-Sprichwort, das die Wikinger schon kannten. Im Kern gilt der Satz noch heute. Für Michael Hogger passt er sogar sehr gut:»heute sind es eben die Unternehmen, die sich durch ständig verändernde Rahmenbedingungen auf neue Herausforderungen beim Seetransport einstellen müssen.«kontakt Michael Hogger Telefon: (040) 3 76 92-134 michael.hogger@marsh.com Matthias Stelling»Für einen sicheren Transport müssen auch GeFAHren wie Krieg, Terror und Piraterie berücksich- TIGT werden.«michael Hogger, Leiter des Branchenteams Marine Telefon: (0 40) 3 76 92-396 matthias.stelling@marsh.com MoNItor 11_2014 13
ffmarsh Innovativ WIE ENTSCHEIDEN SIE? Die Qualitätsprämie von marsh bringt Transparenz in die Performance der VersICHerer und schafft damit eine bessere EntsCHeidungsgrundLAGe beim Versicherungseinkauf.»Mit der QuALITätsprämie helfen wir, objektivere Entscheidungen zu treffen.«bei der Entscheidung über wichtige Geschäftsprozesse greifen Unternehmen heute zunehmend auf kennzahlengestützte Bewertungen zurück. Beim Einkauf von Versicherungsschutz orientieren sich die Entscheider hingegen häufig am Preis oder an der subjektiven Empfehlung eines Experten, da qualitative Merkmale von Versicherern bislang meist nicht objektiv messbar waren. Diese Lücke schließt die neue»qualitätsprämie«von Marsh.»Für die Qualitätsprämie haben wir eine Methode entwickelt, mit der wir die Erfahrungen, die wir aufgrund unserer großen Kundenbasis mit den Versicherern sammeln, für Unternehmen systematisch aufbereiten. Wir helfen ihnen so dabei, objektivere Entscheidungen zu treffen«, sagt Dr. Georg Bräuchle, Geschäftsführer von Marsh und verantwortlich für die Platzierung von Versicherungen. Dr. Georg Bräuchle, Geschäftsführer von Marsh Das Verhalten der Versicherer im Schadenfall spielt für die Unternehmen eine immer wichtigere Rolle, was sich nicht zuletzt an einer immer häufiger geäußerten Unzufriedenheit der Kunden mit der Regulierungspraxis zeigt.»wir sehen, dass eine unproblematische, zügige Schadenregulierung für die meisten Unternehmen häufig wichtiger ist als günstige Versicherungsprämien«, so Bräuchle. Qualität der Versicherer wird kontinuierlich erfasst Welcher Versicherer wie gut berät, unterstützt und Schäden reguliert, wird kontinuierlich nach Sparte und Region erfasst. Immer zu Jahresbeginn wird anhand der Erfahrungen der Marsh-Fachbetreuer eine Best-Practice-Analyse gemacht und mithilfe der Qualitätsprämie aufbereitet (siehe Grafik Punkt 3 und 4). Für die Berechnung wurde ein Kennzahlensystem entwickelt, in das unterschiedliche 14 MoNItor 11_2014
ffmarsh Innovativ»Wir wollen gute einkaufsentscheidungen ermöglichen und dazu beitragen, dass die VersICHerer IHre Performance verbessern.«qualitätskriterien der jeweiligen Versicherer einfließen. Im direkten Angebotsvergleich wird eine fiktive Prämie berechnet; so erhalten dann beispielsweise die schlechter bewerteten Versicherer einen Prämienaufschlag und die positiv bewerteten Anbieter einen Prämienabschlag. Jeder Kunde kann selbst festlegen, welche der Qualitätskriterien wie Schadenregulierungspraxis, Servicequalität, Versicherer-Rating und Wording der Police für ihn wichtig sind und mit welcher Gewichtung das jeweilige Kriterium in die Qualitätsprämie einfließen soll. Das Kernstück und sicherlich wichtigste Gütekriterium bildet die Frage, wie Versicherer im Schadenfall reagieren. Aber auch individuelle Aspekte wie eine besondere Branchenerfahrung oder internationale Präsenz in den für den Kunden relevanten Ländern können eine wichtige Rolle spielen.»wir erhoffen uns zweierlei davon, die Qualität beim Versicherungseinkauf stärker in den Mittelpunkt zu stellen«, so Bräuchle.»Zum einen soll dies unseren Kunden eine gute Einkaufsentscheidung ermöglichen. Zum anderen möchten wir so dazu beitragen, dass die Versicherer ihre Performance verbessern.«kontakt Dr. Georg Bräuchle Telefon: (07 11) 23 80-110 georg.braeuchle@marsh.com Mit der Qualitätsprämie auf einen BLICK wissen, was das Angebot wirklich wert ist: Qualität des Versicherers bei der Schadenregulierung Angebotene Prämien der Versicherer 2 3 4 Qualität in der täglichen Zusammenarbeit, Service der Versicherungsgesellschaften Bewertung von Internationalität 5 6 S&P- Rating der Versicherer 7 Bewertung der Versicherungsbedingungen 8 Individuelle Kriterien, z.b.: Eerfahrungen des Kunden mit Versicherer Branchenexpertise 1 Individuelle Gewichtung der Errechnete Qualitätsprämie Kriterien durch den Kunden 9 MoNItor 11_2014 15
ffmmc-spektrum Kluge Pensionspläne müssen für Unternehmen und Pensionär passen. Pensionspläne für ALLe Fälle Wie sie effizient verwaltet und individuell gestaltet werden können. Sicher, lukrativ, flexibel, kalkulierbar, ohne Bilanzberührung die Anforderungen der Unternehmen an eine zeitgemäße betriebliche Altersversorgung sind vielfältig. Dabei soll der Pensionsplan nicht nur die individuellen Bedürfnisse des Mitarbeiters berücksichtigen, sondern auch einfach zu verwalten sein. Darüber hinaus sollen bilanzielle Auswirkungen in jedem Falle aber bilanzielle Überraschungen vermieden werden. Nicht zuletzt sollte die Altersversorgung bei überschaubaren Risiken eine attraktive Verzinsung gewährleisten und so die Versorgung der Mitarbeiter sinnvoll ergänzen. Je nachdem, ob für das Unternehmen Sicherheit, Rendite oder Flexibilität an erster Stelle stehen, kommen verschiedene Plankonzepte in Frage. So kann eine versicherungsgestützte Lösung, die die Leistung der jeweiligen (Rückdeckungs-)Versicherung abbildet und damit Risiken minimiert, u. U. die richtige Wahl sein. Vom PerformanceprojeKT zur Performanceorientierung Was Energieversorger von der AutomoBILIndustrie lernen können. Strukturelle Veränderungen und anhaltender Marktdruck bringen Energieversorger in puncto Ergebnissituation immer weiter in Zugzwang. Die Performanceprojekte der letzten Jahre waren meist nicht ausreichend. Weitere Optimierungsschritte sind notwendig. Wie kann dies nach den Kraftanstrengungen der jüngsten Vergangenheit realisiert werden, ohne Führungskräfte und Mitarbeiter zu frustrieren? Energieversorger können von der Automobilindustrie lernen und direkt anwendbare Erfolgsfaktoren aus dem täglichen Handeln erfolgreicher OEMs ableiten. Dazu gehören ein aktives Hinterfragen des Geschäftsmodells bei allen Prozessen sowie ein breites Angehen des Themas Optimierung vom Aufwand bis hin zur Bilanz. Zudem gilt es für Unternehmen, sich konsequent entlang operativer Key Performance Indicators (KPI) mit Relevanz für die finanzielle Performance zu orientieren und Zielwerte vorzugeben, die ständig hinterfragt werden. Ebenso ist es wichtig, Optimierungsmaßnahmen unter Einbindung aller Hierarchieebenen kontinuierlich zu identifizieren und Optimierung als Teil einer kulturellen Veränderung im Unternehmen zu verstehen. Energieversorger, die Performanceorientierung entlang dieser Erfolgsfaktoren mit einem breit gefächerten, langfristigen Programm verknüpfen, bereiten sich systematisch auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Dies schafft die finanziellen Spielräume für eine strategische Neuausrichtung und die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung im sich wandelnden Marktumfeld. KonTAKT Jörg Stäglich Telefon: (0 89) 9 39 49-606 joerg.staeglich@oliverwyman.com 16 MoNItor 11_2014
ffmmc-spektrum Andererseits ist es auch möglich, an die Erfolge von Investmentfonds anzuknüpfen, um so bei moderatem Risiko relative Freiheit in der Anlage mit einer attraktiven Rendite zu verknüpfen. Als dritte Variante können auf Basis dieser sicherheits- und renditeorientierten Pläne Risikokomponenten, Durchführungswege und Finanzierungsmöglichkeiten bedarfsgerecht miteinander kombiniert werden. Neben der Plangestaltung ist dabei für Unternehmen besonders auch die effiziente Verwaltung ein wichtiger Faktor. Das integrierte Mercer-Konzept für beitragsorientierte Zusagen deckt daher alle Phasen der Einführung und Administration eines Pensionsplans ab und bietet für jedes Unternehmen die passende Lösung. KoNTAKT Eberhard Gensch Telefon: (069) 68 97 78-340 eberhard.gensch@mercer.com Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat in den letzten Jahren von der Globalisierung profitiert, doch viele Unternehmen zögern noch, den Schritt von einem Heimatland-fokussierten Exportmodell zum Global Player zu vollziehen. Denn obwohl die Nachfrage nach Industriegütern weltweit und vor allem in den Schwellenländern steigt, ist die Wertschöpfung von Fertigungsunternehmen oft auf traditionelle Heimatmärkte ausgerichtet. So exportierten deutsche Maschinenbauer im Jahr 2012 über»die Glo-kalisierung von Einkauf und Zulieferer - netzwerk ist zentraler ErfoLGsFAKTor im globalen WeTTBewerb«75 Prozent ihrer Waren, setzen aber noch nicht einmal 30 Prozent ihrer Ressourcen außerhalb Europas ein. Diese Diskrepanz Dr. August Joas gilt auch für die zugelieferten Produktionsmaterialien. So zeigt eine Studie von Oliver Wyman, dass mehr als zwei Drittel der von deutschen Fertigungsunternehmen zugekauften Teile von Lieferanten in Europa stammen. DIE RICHTIGE BALANCE WIRD ZUM ERFOLGSFAKTOR Um das Potenzial des globalen Lieferantenmarktes voll auszuschöpfen, müssen Fertigungsunternehmen die Verteilung ihrer Wertschöpfung optimieren. Ein wesentlicher Hebel hierfür ist ein dynamisches Best-Cost Country Sourcing, das während des Prozesses immer wieder an sich wandelnde Bedingungen angepasst werden muss. Dabei werden alle Kosten und sonstigen Kriterien, die für oder gegen die Auswahl einer bestimmten Beschaffungsregion sprechen, systematisch analysiert. Zweiter wichtiger Hebel ist eine stärkere Lokalisierung der Lieferkette. Durch lokale Arbeitskräfte und geringeren Transportaufwand können beispielsweise Kosten gesenkt und Produkte schneller auf den Markt gebracht werden. Für Fertigungsunternehmen geht es also darum, die Lieferkette für eine marktgerechte Produktentwicklung und Produktion zu globalisieren und zu lokalisieren, sprich: zu»glo-kalisieren«. Durch die richtige Balance zwischen globalen Synergien und lokaler Anpassungsfähigkeit können Fertigungsunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit vor Ort verbessern und ihre Produkte zeitnah auf den Markt bringen. Energieversorger im Zugzwang: Geschäftsmodelle aktiv hinterfragen Dr. August Joas ist Chairman von Marsh & McLennan Companies Deutschland und Geschäftsführer von Oliver Wyman. Telefon: (0 89) 9 39 49-417 august.joas@oliverwyman.com MoNItor 11_2014 17
ffinterview» roboter sind Beste KoLLegen!«Interview mit Peter Mohnen, Vorstand für Finanzen und ControLLIng beim AutomATIsierungsunternehmen KUKA. Monitor: Herr Mohnen, manche Menschen stellen sich Zukunfts- Szenarien vor, in denen Roboter den Menschen aus der Arbeitswelt verdrängen. Was erklären Sie diesen Menschen? Peter Mohnen: Roboter verdrängen den Menschen nicht aus der Arbeitswelt, sie sind ein Teil davon sie unterstützen, helfen und übernehmen Aufgaben, die für den Menschen belastend oder gesundheitsschädlich sind. Dazu gehören z. B. das Heben schwerer Paletten oder langes Arbeiten über Kopf. Roboter sind in der Lage, bestimmte Arbeiten über einen langen Zeitraum mit gleichbleibend hoher Präzision auszuführen. Das erhöht die Qualität, die Effizienz und führt zu höherer Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die so nicht gezwungen werden, die Produktion aus Kostengründen zu verlagern. Kurz: Roboter bewirken, dass Arbeitsplätze geschaffen und gehalten werden. Die Rente wird also künftig nicht von Robotern erarbeitet? Nein, bereits heute sehen wir uns einem erheblichen Personal- und Fachkräftemangel ausgesetzt. Das bedeutet, dass gewisse Arbeiten durch Roboter ausgeführt werden müssen, damit sich die Mitarbeiter auf Aufgaben konzentrieren können, die ein Roboter nicht übernehmen kann. Außerdem wird das Durchschnittsalter in den Unternehmen durch den demographischen Wandel steigen. Deshalb stehen wir vor der Herausforderung, Arbeitsplätze zu schaffen, die auch für ältere Mitarbeiter geeignet sind. Wie können Roboter dabei helfen? Stellen Sie sich vor, der Roboter kann Aufgaben erledigen, die ermüdend oder schlecht für Halswirbelsäule, Handgelenke und den Rücken sind. KUKA hat im Juni auf der Automatica in München den ersten und einzigen sensitiven Roboter für die industrielle Fertigung auf den Markt gebracht, den LBR iiwa. iiwa steht für»intelligent industrial work assistent«. Dieser Roboter kann mit dem Menschen»Hand in Hand«arbeiten ganz ohne Schutzzaun. Solche sensitiven Robotersysteme erlauben ganz neue Einsatzbereiche und Automatisierungskonzepte, wie zum Beispiel das»stopfen setzen«in der Automobilindustrie. Bei der Montage einer Fahrzeugkarosse werden ca. 200 Gummistopfen in der Größe eines Kronkorkens eingesetzt. Diese Arbeit wird häufig noch durch einen Mitarbeiter von Hand und über Kopf ausgeführt. Zum einen wird das Handgelenk dabei extrem strapaziert, und zum anderen ist das belastend für die Halswirbelsäule und den Rücken. Der Roboter übernimmt die anstrengende Arbeit, während der Mensch mehr Freiraum für andere Aufgaben hat. Meinen Sie mit Freiräumen auch Freizeit? Auch, aber nicht hauptsächlich. Es geht hier eher um neue Arbeitskonzepte. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich an einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Weiterentwicklung von robotergestützten Arbeitsprozessen. Dazu gehört selbstverständlich auch eine intelligente Software. Sie sind ein internationales Automatisierungsunternehmen. Stellt Sie die globale Präsenz vor erhöhte Risiken, die es abzusichern gilt? Ja, KUKA liefert Hightech in die ganze Welt. Unsere Produktionsprozesse sind vielschichtig und komplex. Wir brauchen daher einen Partner mit internationaler Präsenz und Know-how, was die globale Risikoanalyse angeht. Marsh erfüllt diese Voraussetzungen. Derzeit starten wir gemeinsam mit Marsh Risk Consulting die Besichtigung unserer drei Standorte in China. Der Fokus 18 MoNItor 11_2014
ffinterview AKTIENGESELLSCHAFT Die KUKA Aktiengesellschaft ist ein international tätiger Konzern mit einem Umsatz von rund 1,8 Mrd. eur und ca. 8.000 Mitarbeitern in aller Welt (jeweils 31.12.2013). Das Unternehmen konzentriert sich auf die robotergestützte Automation von Produktionsprozessen und ist einer der weltweit führenden Anbieter in der Robotik und im Anlagenbau. Das Geschäftsmodell basiert dabei im Geschäftsbereich Systems auf der Planung und dem Bau automatisierter Anlagen sowie der Lieferung von Industrierobotern, der Kernkomponente für die Automatisierung, im Geschäftsbereich Robotics. Die Holdinggesellschaft und die zwei Geschäftsbereiche haben ihren Sitz in Augsburg. Rund 50 Gesellschaften operieren international für die Automobilindustrie und für die General Industry. liegt hierbei auf der Einhaltung lokaler gesetzlicher Bestimmungen und darüber hinausgehender, von KUKA getroffener Maßnahmen zur Gewährleistung der Business Continuity. Die Ergebnisse der Besichtigungen fließen anschließend gemäß unserer Risikotransfer-Philosophie in unsere internationalen Versicherungsprogramme mit ein. Die Chinesen sind übrigens sehr technikaffin und setzen immer mehr auf Robotik made in Germany. Stichwort Internationalisierung Sie verfolgen auch international eine Wachstumsstrategie? Ja. In Asien steigen die Qualitätsansprüche bei den Verbrauchern, was zu einem immer höheren Automatisierungsgrad in den Unternehmen führt. Der Robotermarkt boomt also in Asien. Wir haben im vergangenen Dezember ein neues Werk in China eröffnet und produzieren dort für den asiatischen Markt. Mit kurzen Lieferzeiten und Vor-Ort-Service sind wir so nah am Kunden. Was das Risikomanagement anbelangt, verteilen wir mit der internationalen Ausrichtung unsere Risiken auf unterschiedliche Standorte. Damit schaffen wir Ausweichkapazitäten, müssen uns aber mit dem Thema lokaler Naturgefahren auseinandersetzen. Wo sieht das Unternehmen mit Blick auf das Risikomanagement die wichtigsten Herausforderungen? Ein integriertes Risikomanagement, das sowohl globale als auch branchentypische Aspekte berücksichtigt, ist unabdingbar. Mit Marsh haben wir einen Partner, der uns mit seinem Know-how im Bereich Risikoanalyse und Risikotransfer unterstützt. Der Wettbewerb um die besten Köpfe tobt im Ingenieurswesen besonders, was sind Ihre Lösungen? KUKA ist ein attraktiver Arbeitgeber mit überaus spannenden Produkten. Robotik und Automation ist Hightech pur! Das zieht Bewerber an. Darüber hinaus gibt es die KUKA Academy. Dort können sich unsere Mitarbeiter weiterbilden und Zusatzqualifikationen erwerben von Soft-Skills bis hin zum Projektmanagement. Außerdem sind wir mit dem Zertifikat»beruf - undfamilie«ausgezeichnet. Wir tun also etwas dafür, dass es unseren Mitarbeitern gelingt, Beruf und Familie bestmöglich miteinander zu vereinbaren. Es gibt eine Kinderkrippe auf dem Firmengelände, die Möglichkeit für Homeoffice und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Sie entwickelten auf der Basis der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit eines Industrieroboters auch einen»robocoaster«für die Freizeitindustrie. Ein Unternehmensbereich der Zukunft? Der KUKA-Robocoaster war vor über 10 Jahren der erste und einzige Industrieroboter mit der Lizenz zur Personenbeförderung. Er ist im Legoland und in anderen renommierten Freizeitparks zu sehen. Er ist unser erster Serviceroboter gewesen. Aber die Freizeitindustrie ist nur eine von vielen Branchen, mit denen sich KUKA beschäftigt. In den letzten Jahren war KUKA äußerst erfolgreich und konnte seine Marktanteile global in allen Industriesparten steigern. Kommen Sie einmal bei uns vorbei, Sie werden staunen, was Roboter alles können und wie gut sie mit dem Menschen zusammenarbeiten. MoNItor 11_2014 19
ffmarsh Partner M&A-TransAKTIonen: Chancen nutzen, risiken vermeiden Welche rechtlichen LeITLInien HAT die Geschäftsleitung zu beachten, Wann HAFTen die manager für schäden beim Unternehmenskauf? Prof. Dr. Georg Streit M&A-Transaktionen erfordern sorgfältige Risikoprüfungen. Unternehmenskäufe sind aktuell günstig finanzierbar, und die Geschäftsleitung hat im Rahmen einer Diversifikation ggf. Zukäufe in Betracht zu ziehen. Im Fall eines Restrukturierungsbedarfs steht man umgekehrt vor der Frage, ob eine Unternehmenstransaktion im Hinblick auf eine Konzentration auf das Kerngeschäft sinnvoll sein könnte. Allerdings droht Organpersonen eine persönliche Haftung gemäß 43 Abs. 2 GmbHG bzw. 93 Abs. 2 Satz 1 AktG bei später schadenskausalen Transaktionen. Spezielle gesetzliche Regelungen zu Unternehmenstransaktionen gibt es im deutschen Recht nicht. Die Anforderungen folgen daher aus dem in 93 Abs. 1 Satz 2 AktG kodifizierten, allgemeingültigen Grundsatz der Business Judgement Rule. Danach besteht bei einer Fehlinvestition (nur) dann keine Haftung, wenn die Organpersonen bei einer unternehmerischen Entscheidung im Rahmen von Gesetz und Satzung vernünftigerweise annehmen durften, auf der Grundlage angemessener Informationen zum Wohle der Gesellschaft zu handeln. Mangels Erfüllung dieser Anforderungen haften Geschäftsführer der Käuferseite für die Schäden aufgrund eines ohne ausreichende Wirtschaftlichkeitsberechnung und Unternehmensprüfung (Due Diligence) vorgenommenen Unternehmenskaufes. Auf der Verkäuferseite ist darauf zu achten, dass keine Vorenthaltung wesentlicher Informationen gegenüber der Käuferseite erfolgt, da andernfalls Haftungsbegrenzungen im Transaktionsvertrag nicht greifen. Abschluss einer D&O-Versicherung empfehlenswert Ein Transaktionsprozess gliedert sich in mehrere Abschnitte auf: Am Anfang steht eine Vorbereitungsphase mit einem Letter of Intent. Es folgt die rechtliche, wirtschaftliche, steuerliche und finanzielle, mit aller gebotenen Sorgfalt durchgeführte Risikoprüfung (Due Diligence). Schließlich folgen die Kaufvertragsverhandlungen mit Vertragsunterzeichnung (Signing) und dem Vollzug (Closing). Während all dieser Phasen muss die Geschäftsleitung die Informationsgrundlage sowie die Chancen und Risiken der Transaktion durch kompetente Berater sorgfältig aufbereiten und dokumentieren lassen, um möglichst die richtige Entscheidung zu treffen und, wenn es doch schiefgeht, der Beweislast hinsichtlich der Erfüllung der Anforderungen der Business Judgement Rule genügen zu können. Den erheblichen Haftungsrisiken ist durch spezielle Versicherungsgestaltungen Rechnung zu tragen. Bereits bei Unternehmen mittlerer Größe ist der Abschluss einer auskömmlichen D&O-Versicherung zu empfehlen. Die Ermittlung des nötigen Schutzumfangs und der geeigneten Versicherer sollte durch Spezialisten vorgenommen werden. Prof. Dr. Georg Streit Rechtsanwalt/Partner HEUKING KÜHN LÜER WOJTEK Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern 20 MoNItor 11_2014
ffmarsh Partner Ein Konto für 130 verschiedene Währungen Herausforderungen im FX-zAHLungsverkehr mit InnoVATIVen Konzepten und schlanken Systemstrukturen beantworten. Trotz eines rasant wachsenden Außenhandels wird noch immer ein Großteil aller Fremdwährungszahlungen in Hartwährungen wie Euro oder US-Dollar vorgenommen. Die Konvertierung bei den lokalen Banken findet meist unter unbekannten Bedingungen und die Ausführung der Zahlung mit ungewisser zeitlicher Verzögerung statt. Eine fundamentale Veränderung des Fremdwährungszahlungsverhaltens ist notwendig, damit sich Unternehmen von dem Umweg über eine Hartwährung, der mit Kursunsicherheiten, Intransparenz und erhöhten Kosten verbunden ist, lösen können. Die Abwicklung in lokaler Währung stärkt die Position des Unternehmens im Wettbewerb. Dies lässt sich am Beispiel China verdeutlichen: Aufgrund währungspolitischer Unwägbarkeiten greifen viele Unternehmen auf eine Hartwährung für ihr chinesisches Geschäft zurück. Nutzt ein Unternehmen stattdessen jedoch gleich Renminbi für eine Transaktion nach China, so lassen sich Kostenvorteile von zwei bis drei Prozent erzielen. Die jüngst durch die chinesische Zentralbank erlassenen Regularien haben die operationalen Anforderungen für den Erhalt von Renminbi aus dem Ausland zudem vereinfacht, sodass sich bei der Fakturierung in lokaler Währung über eine geeignete Plattform vielversprechende Vorteile erzielen lassen. Auslandszahlungsverkehr ist nicht länger euro- oder dollarfixiert. Diverse Währungen können flexibel und problemlos kombiniert werden. Dies gilt sowohl für Zahlungsein- als auch für Zahlungsausgänge und bietet globalen Zugang zu allen Märkten bei weiterhin lokaler und zentralisierter Abwicklung. Innovative Konzepte mit schlanken Systemstrukturen wie FX4Cash der Deutschen Bank machen das Führen einzelner Währungskonten in Zukunft überflüssig: Zahlungsauftrag und FX-Konvertierung werden in einem Schritt beauftragt. Die Vorteile in drei Argumenten Zentralisierung: Das System, über das 130 Währungen in Echtzeit effizient und effektiv abgewickelt werden können, dient als Fortführung des Gedankens einer»payment Factory«, die den gesamten Zahlungsverkehr eines Konzerns in einer Einheit bündelt. Die Abwicklung erfolgt auf einer einzigen Plattform, die auch bisher komplizierte Fremdwährungszahlungen problemlos integriert. Standardisierung: Der internationale Zahlungsverkehr wird vereinheitlicht und unter anderem ein genormtes, nach Kundenvorgaben spezifiziertes Reporting bereitgestellt. Automatisierung: Durch automatisierte Prozesse kann eine wesentlich höhere STP-Rate als bei herkömmlichen Zahlungs systemen erzielt werden. Stefan Bender Co-Leiter Corporate Finance Deutschland und Leiter Global Transaction Banking Deutschland, Deutsche Bank AG Das Führen mehrerer Währungskonten wird künftig überflüssig. Stefan Bender MoNItor 11_2014 21
ffmarsh Intern Marsh HILFT mit»frischem Wind«Auch in diesem Jahr war Marsh wieder mit»herz und Hand«für die gute Sache engagiert. Im Rahmen des Social Day am 29. September wurden drei verschiedene Projekte unterstützt: Die Stuttgarter Kollegen stellten beim Projekt»Frischer Wind im Quartier«ihre Tatkraft beim Fest zur Wiedereröffnung eines Seniorentreffpunktes unter Beweis. Die Frankfurter Teilnehmer sorgten dafür, dass das»sommerfest der Generationen«in Frankfurt-Bockenheim für Jung und Alt ein toller Erfolg wurde. Die Hamburger Kollegen haben sich Malerhütchen aufgesetzt, um mit Schülern und Lehrern drei Klassenräume der Domschule St. Marien im Stadtteil St. Georg zu renovieren. In Ihrer Nähe In Detmold ist Marsh jetzt auch für Kunden der Re gion Ostwestfalen-Lippe vor Ort präsent. Sie erreichen uns unter der folgenden Adresse: Marsh GmbH Bismarckstraße 2 32756 Detmold Telefon: (05231) 308 19-0 Telefax: (05231) 308 19-200 Sven Alexander Kado wird 70 Der langjährige Chairman der Marsh & McLennan Companies (MMC) und Aufsichtsratsvorsitzende von Marsh und Mercer, Sven Alexander Kado, feierte am 10. Oktober seinen 70. Geburtstag. Im Namen des gesamten Unternehmens sprach ihm Dr. August Joas, Chairman von MMC Deutschland und Geschäftsführer von Oliver Wyman, seine Glückwünsche aus und dankte ihm für sein langjähriges Engagement. Spitzenleistung beim Firmenlauf Mit einem Team in beachtlicher Stärke traten die Mitarbeiter von Marsh & McLennan Companies erstmals gemeinsam zur diesjährigen J.P. Morgan Corporate Challenge in Frankfurt an: Knapp 70 laufbegeisterte Frauen und Männer von Marsh, Mercer, Oliver Wyman und Nera machten sich nach dem Startschuss auf die 5,6 Kilometer lange Strecke. Der größte Firmenlauf der Welt (71.735 Läuferinnen und Läufer) wurde in diesem Jahr zum 22. Mal veranstaltet. Mit Abstand schnellster Läufer des Teams war Michael Obst (Mercer): Mit 19,02 Minuten schaffte er es unter die Top 50. 22 MoNItor 11_2014
ffmarsh Intern Ganz persönlich: Thomas olaynig Rennfahren hat für ihn vor allem etwas mit Geschicklichkeit zu tun, nicht mit Raserei. Seit er acht Jahre alt ist, übt sich Thomas Olaynig, Leiter Insurer Consulting bei Marsh in Stuttgart, im Slalom, war dabei bis zu 55 Veranstaltungen pro Jahr auf den Rennstrecken der Republik unterwegs und fuhr schon um die deutsche Meisterschaft mit. Herr Olaynig, träumen Sie als Rennsportler nicht ständig von der Formel 1? Nein, für mich ist Rallyesport und Slalom unter fahrerischen Gesichtspunkten das Nonplusultra. Das habe ich von meinem Vater geerbt, der mich als kleiner Junge schon für den Kart-Sport begeistert hat. Ich interessiere mich zwar auch für Formel 1. Aber ständig wechselnde Strecken und die Geschicklichkeit, die man in meinem Sport benötigt, hat mich immer mehr fasziniert. Vorausschauen und aus der Situation ganz plötzlich heraus richtige Entscheidungen treffen, das kann einen auch sonst im Leben weiterbringen. Am Slalomsport kann man aber nicht im Mietwagen teilnehmen... Das stimmt. Man braucht ein eigenes Fahrzeug. Mein BMW 325i, Modell E30, hat in der Anschaffung aber nur 800 Euro gekostet. Wir haben ihn dann komplett zerlegt Talent fürs Tempo: Thomas Olaynig vor seinem speziell aufgebauten BMW 325i. und rennfähig wieder aufgebaut. Das Schrauben übernimmt zum Glück ein sehr guter Freund. Ich kann fahren, aber mehr als Reifen wechseln und kleinere Tätigkeiten überfordert mich. Wie viele Punkte in Flensburg? Obwohl ich gerne schnell fahre und Sportwagen wie beispielsweise ein Porsche, sehr reizvoll für mich sind, bin ich im Straßenverkehr besonders achtsam. Köpfe bei Marsh Seit 1. Juli ist Markus Groth (Bilder v. l.) neuer Leiter des Geschäftsbereichs Marsh Risk Consulting. Er war zuletzt für das Thema Supply Chain Risk Management in Deutschland und der Region EMEIA verantwortlich. Ebenfalls zum 1. Juli hat Robert Engels in Frankfurt die Leitung des Geschäftsbereichs Private Equity and M&A (PEMA) sowie Lutz Weidtke seine neue Aufgabe als Leiter Technische Versicherungen und Erneuerbare Energien bei Marsh in Hamburg angetreten. Er folgt Ralf Skowronnek, der jetzt als Head of Renewable Energy Continental Europe, CIS and Turkey diesen wichtigen Bereich bei Marsh international weiter ausbauen wird. Zum 1. September wurde Ingo Gurcke als neuer Geschäftsführer der Marsh Medical Consulting GmbH in Detmold berufen. Seit über 20 Jahren ist Ingo Gurcke in der Krankenhausindustrie tätig und verfügt neben seiner langjährigen Branchenerfahrung über ein ausgezeichnetes Netzwerk. MoNItor 11_2014 23
hier treffen sie uns: 12.11. 13.11.2014 Structured FINANCE Karlsruhe 19.11. 20.11.2014 Innovatives SchadenManagement Köln 03.12. 04.12.2014 VDI-Fachkonferenz Kraftwerke Düsseldorf 09.12. 10.12.2014 2. SZ Fachkonferenz Versicherung und Internet Köln 11.12. 12.12.2014 risikofinanzierung und captives Düsseldorf 20.01. 22.01.2015 Energiewirtschaft 2015 Berlin 22.01. 23.01.2015 haftpflicht 2015 hamburg 10.02. 12.02.2015 E-World essen 11.03.2015 Marsh Versichererforum WieSBAden Marsh vor Ort: Berlin Neustädtische KirchstrAsse 8 10117 Berlin Telefon: (0 30) 39 99 45-0 Frankfurt Lyoner StrAsse 36 60528 Frankfurt Telefon: (0 69) 66 76-0 Leipzig Berliner StrAsse 18 20 04105 Leipzig Telefon: (03 41) 4 46 40-0 Hamburg Brandstwiete 1 (neuer Dovenhof) 20457 Hamburg Telefon: (0 40) 3 76 92-0 Detmold BismarckstrAsse 2 32756 Detmold Telefon: (05231) 308 19-0 Stuttgart Calwer strasse 7 (Kronprinzbau) 70173 stuttgart Telefon: (07 11) 23 80-0 München MüllerstrAsse 3 80469 München Telefon: (0 89) 2 90 56-0 Wien Handelskai 94 96 (millennium tower) A-1200 Wien Telefon: +43 (0) 1 5 86 49 83-0 Düsseldorf KasernenstrAsse 69 40213 Düsseldorf Telefon: (02 11) 89 87-0 Impressum Herausgeber: Marsh GmbH Marketing & Kommunikation Lyoner Straße 36 60528 Frankfurt Telefon: (0 69) 66 76-0 monitor@marsh.de Redaktion: Miriam Hahn (V. i. S. d. P.) Telefon: (0 69) 66 76-2 66 Bildnachweis: fotolia, istockphoto, picture-alliance, Shutterstock, KUKA AG, Marsh GmbH Copyright 2014 Marsh GmbH www.marsh.de klimaneutral natureoffice.com DE-140-687315 gedruckt