Drucksache 5/7724. Landtag Brandenburg. Gesetzentwurf der Landesregierung. 5. Wahlperiode



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Landtag Brandenburg 5. Wahlperiode Drucksache 5/7724 Gesetzentwurf der Landesregierung Gesetz zur Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes und des Brandenburgischen Hochschulgesetzes

Gesetzentwurf der Landesregierung Gesetz zur Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes und des Brandenburgischen Hochschulgesetzes A. Problem Der Anteil von Frauen in Führungspositionen und Gremien ist in der Landesverwaltung Brandenburg verbesserungsbedürftig. Kontrollinstrument für die Anwendung des Landesgleichstellungsgesetzes sind die Gleichstellungsberichte. Der 5. Landesgleichstellungbericht (Oktober 2009) verzeichnet insofern eine positive Entwicklung als der Frauenanteil im höheren Dienst erstmals 40 Prozent erreicht hat. Gleichwohl muss festgehalten werden, dass mit aufsteigender Entgelt- und Besoldungsgruppe der Frauenanteil geringer wird. In den Führungspositionen des öffentlichen Dienstes herrscht eine deutliche Unterrepräsentanz von Frauen, indem beispielsweise in den Ministerien / Staatskanzlei nur 28 Prozent der Abteilungsleitungen und 34 Prozent der Referatsleitungen mit Frauen besetzt sind. Der Verpflichtung einen Gleichstellungsplan aufzustellen, sind nur 69 Prozent der Dienststellen nachgekommen, wobei nur 14 Prozent verbindliche Zielvorgaben besaßen. Verbesserungsbedürftig ist ebenfalls die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten, die nur in zwei Drittel der Fälle beteiligt wird. Für die Kommunalverwaltung gilt, dass Frauen in Beamtenverhältnissen im höheren Dienst nur zu 22 Prozent vertreten sind. Die Daten belegen, dass das Land Brandenburg mit dem Landesgleichstellungsgesetz zwar ein gutes Stück voran gekommen ist, andererseits aber auch für die nächste Zeit noch viel zu tun bleibt. Das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in den besser bezahlten Stellen, Führungspositionen und Gremien wird sich in absehbarer Zeit nicht von allein einstellen. Der noch nicht zufriedenstellende Umsetzungsstand ist neben den Mängeln in der Gesetzesanwendung auch auf unzureichende Regelungen im Landesgleichstellungsgesetz selbst zurück zuführen. Aus diesen Gründen sieht die Landesregierung eine Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes für erforderlich an. Frauen sind nicht nur in den Führungspositionen von Landesverwaltung und Wirtschaft unterrepräsentiert, sondern auch im Hochschulbereich, insbesondere bei den Professuren. Nur 20 Prozent der Professuren sind mit Frauen besetzt. Einige Vorschriften im Hochschulgesetz, die der Gleichstellung dienen, zeigen eine gewisse Übereinstimmung mit den vergleichbaren Regelungen im Landesgleichstellungsgesetz, bleiben aber bei den Instrumentarien hinter dem Landesgleichstellungsgesetz zurück.

B. Lösung 2 Der Lösung vorstehender Probleme wird mit vorliegendem Gesetzentwurf als Artikelgesetz mit der Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes und des Brandenburgischen Hochschulgesetzes Rechnung getragen. Mit den Änderungen wird der Verfassungsauftrag, wonach das Land verpflichtet ist, für die Gleichstellung von Frau und Mann im Beruf und öffentlichem Leben durch wirksame Maßnahmen zu sorgen, in besserer Weise umgesetzt, als es bisher der Fall war. Im Rahmen der Möglichkeiten setzt dieses Gesetz auch für die private Wirtschaft ein Signal, indem sich das Land bei Beteiligungsgesellschaften dafür einsetzt, dass die Regelungen dieses Gesetzes auch in den privatrechtlichen Unternehmen umgesetzt werden. Die Konkretisierung der Vorschriften dient der effektiven Verwirklichung der Gleichstellung im öffentlichen Dienst des Landes, der Kommunen und der Hochschulen und trägt der Umsetzung des Verfassungsauftrages nach Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes und Artikel 12 Absatz 3 der Verfassung des Landes Brandenburg Rechnung, ebenso dem 18 Absatz 1 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg. Die Verwirklichung des Verfassungsauftrags der Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und das Hinwirken auf die Beseitigung bestehender Nachteile ist auch eine Aufgabe der Gemeinden. Die Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes wird für eine Angleichung der Vorschriften mit Bezug zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Hochschulgesetz genutzt. Dies erfolgt im Rahmen des Artikels 2. C. Rechtsfolgenabschätzung I. Erforderlichkeit Die Änderung von Gesetzen kann nur durch Gesetz erfolgen, somit ist die Regelung erforderlich. II. Zweckmäßigkeit Die Änderung und Ergänzung der bestehenden Regelungen ist zweckmäßig, um das gesetzgeberische Ziel des 1 des Landesgleichstellungsgesetzes, die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung im öffentlichen Dienst in absehbarer Zeit zu erreichen. Zu diesem Zweck werden die vorgesehenen Maßnahmen, wie beispielsweise die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten und die Erstellung von Gleichstellungsplänen genauer gefasst und teilweise erweitert. Im Gesetzentwurf wird das Ziel der Verringerung des bürokratischen Aufwands in der Verwaltung beachtet, wobei einige Maßnahmen wie beispielsweise die Konkretisierung von Gleichstellungsplänen als qualitative Standarderhöhungen gesehen werden kann.

3 Mit den Änderungen sind keine neuen Aufgaben verbunden. Die Maßnahmen des bisherigen Gesetzes: Bestellung von Gleichstellungsbeauftragten, Erstellung von Gleichstellungsplänen, Vorgaben für die Besetzung von Gremien und dergleichen bleiben erhalten, weil sie zweckmäßig sind. Sie werden jedoch anhand der Erfahrung bei der Anwendung des Landesgleichstellungsgesetzes, auch in Auswertung der Landesgleichstellungsberichte, verbessert. Inwieweit dies zu einem geringfügigen Mehraufwand in der Verwaltung führt hängt davon ab, ob und in welchem Umfang die Dienststellen die Vorschriften dieses Gesetzes bisher berücksichtigt haben. In allen Dienststellen, die mit der Anwendung des Landesgleichstellungsgesetzes vertraut sind, bedeuten die Neuerungen einen minimalen Mehraufwand, der jedoch angesichts des Zeitaufwandes für die sonstigen organisatorischen Maßnahmen des laufenden Geschäftes vernachlässigt werden kann. Die Anwendung des Landesgleichstellungsgesetzes wird auch in dem Maße weniger aufwändig, wie seine Zielstellung, nämlich die Beseitigung der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen und Gremien, erreicht wird. III. Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Verwaltung Das Gesetz hat eine unmittelbare Auswirkung auf die Verwaltung des Landes und der Kommunen, da diese zum Adressatenkreis des Gesetzes gehören. Es hat in Artikel 2 auch eine unmittelbare Auswirkung auf die Hochschulen. Die Dienststellen sind, wie auch bereits nach dem geltenden Landesgleichstellungsgesetz, zur Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen verpflichtet. Das Verwaltungshandeln, insbesondere die Bestellung von Gleichstellungsbeauftragter und Vertreterin sowie deren Freistellung, erfolgt im Rahmen der verfügbaren Personalbudgets. Bei den Gleichstellungsbeauftragten handelt es sich um Beschäftigte der Dienststellen, die für ihre Tätigkeiten eingruppiert sind und zusätzlich die Aufgaben nach dem Landesgleichstellungsgesetz wahrnehmen. Die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten ist vergleichbar mit derjenigen von Personalratsmitgliedern oder dem vorsitzführenden Personalratsmitglied. Eine Kostenberechnung für die Tätigkeit von Personalratsmitgliedern erfolgt nicht gesondert neben der allgemeinen Stellenbewirtschaftung. Entsprechend wird im Gleichstellungsrecht verfahren. Eine entsprechende Anwendung der Vorschriften des Landesgleichstellungsgesetzes auf die privatrechtlichen Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Landes könnte dort Mehrbedarf bei den Personal-, Gemein- und Sachkosten auslösen. Für diese Unternehmen wird ein neuer Standard geschaffen, indem sie erstmalig Gleichstellungsbeauftragte bestellen und Gleichstellungspläne erstellen müssen. Es kann damit gerechnet werden, dass die Unternehmen zusätzlich eine viertel bis eine halbe Stelle einrichten müssen und darüber hinaus bisher nicht anfallende Fortbildungs-, Rechts- und Beratungskosten entstehen. Für die Änderungen im Brandenburgischen Hochschulgesetz (Artikel 2) gelten in gleicher Weise die Aussagen zu qualitativen Verbesserungen und Kosten

4 wie für die Verwaltung. Bei sämtlichen Änderungen wird davon ausgegangen, dass sie im Rahmen der vorhandenen Mittel erfolgen. D. Zuständigkeiten Federführend ist der Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie zuständig.

Gesetzentwurf für ein Gesetz zur Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes und des Brandenburgischen Hochschulgesetzes Vom... Der Landtag hat das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes Das Landesgleichstellungsgesetz vom 4. Juli 1994 (GVBl. I S. 254), das zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom 3. April 2009 (GVBl. I S. 26, 58) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. Die Inhaltsübersicht wird wie folgt geändert: a) Die Angabe zu 7 wird wie folgt gefasst: 7 Ausschreibung von Stellen und Funktionen. b) Vor der Angabe zu 20 werden folgende Angaben eingefügt: 19a Landesgleichstellungsbeauftragte 19b Aufgaben und Rechte der Landesgleichstellungsbeauftragten. 2. 2 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 werden die Wörter Eigenbetriebe, Krankenhäuser, gestrichen. bb) Satz 2 wird wie folgt gefasst: Es gilt auch für die Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg sowie für die Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. b) Nach Absatz 2 wird folgender Absatz 3 eingefügt: (3) Soweit das Land Mehrheitsbeteiligungen an privatrechtlichen Unternehmen unmittelbar oder mittelbar hält oder erwirbt, hat es im Rahmen des geltenden Rechts dafür Sorge zu tragen, dass die Maßnahmen der Gleichstellung von Frauen und Männern entsprechend den Regelungen dieses Gesetzes auch in den privatrechtlichen Unternehmen umgesetzt werden. Bei Beteiligungen an privatrechtlichen Unternehmen ohne Mehr-

2 heit des Landes wirkt das Land auf die Anwendung dieses Gesetzes hin. Das Ziel der Gleichstellung und die entsprechenden Regelungen dieses Gesetzes gelten auch insbesondere im Bereich der Vorstands- und Geschäftsführungspositionen. c) Der bisherige Absatz 3 wird Absatz 4. 3. 3 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: (1) Dienststellen im Sinne dieses Gesetzes sind die Behörden und Einrichtungen des Landes und die in 2 Absatz 1 und 2 genannten Stellen. Für die Schulen sind die Staatlichen Schulämter Dienststellen im Sinne dieses Gesetzes. Dienststelle im Sinne dieses Gesetzes sind auch die nach 6 Absatz 2 des Landespersonalvertretungsgesetzes zu Dienststellen erklärten Nebenstellen und Dienststellenteile, soweit deren Leitung Entscheidungsbefugnisse in Personalangelegenheiten hat. b) Absatz 2 Satz 1 wird wie folgt gefasst: Beschäftigte im Sinne dieses Gesetzes sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Auszubildende. 4. 4 Absatz 3 wird wie folgt gefasst: (3) Unterrepräsentanz nach Absatz 2 liegt dann vor, wenn in Besoldungsgruppen innerhalb einer Laufbahn oder in Entgeltgruppen sowie zusätzlich in Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben in der jeweiligen Dienststelle weniger Frauen als Männer beschäftigt sind. 5. 5 wird wie folgt geändert: a) Absatz 3 wird wie folgt gefasst: (3) Nächsthöhere Dienststelle nach Absatz 2 ist die Dienststelle, die die Dienstaufsicht ausübt. b) Absatz 6 wird wie folgt gefasst: (6) In den der Rechtsaufsicht unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie für die Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg sowie für die Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur gilt Absatz 5 Satz 1 entsprechend. Wird auf diese Weise kein Einverständnis erzielt, entscheidet im Fall der in Satz 1 genannten juristischen Personen des öffentlichen Rechts das geschäftsführende Organ. Im Fall der in Satz 1 genannten Landesbeauftragten entscheidet der Präsident oder die Präsidentin des Landtages.

3 c) In Absatz 8 Satz 1 wird die Angabe Satz 1 durch die Angabe Satz 3 und das Wort Personalvertretungsgesetz durch das Wort Landespersonalvertretungsgesetz ersetzt. 6. 6 wird wie folgt geändert: a) Absatz 2 Satz 2 wird wie folgt geändert: aa) Die Nummern 1 bis 3 werden wie folgt gefasst: 1. die Zahl der in der Dienststelle beschäftigten Frauen und Männer, getrennt nach Besoldungsgruppen innerhalb einer Laufbahn und Entgeltgruppen sowie für alle Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben, 2. die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer und Frauen getrennt nach Besoldungsgruppen innerhalb einer Laufbahn und Entgeltgruppen sowie für alle Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben in der Dienststelle, 3. die Zahl der Auszubildenden, getrennt nach Geschlecht, Laufbahn und Ausbildungsberuf, bb) Folgende Nummern 5 bis 7 werden angefügt: 5. die Zahl der Tarifbeschäftigten ohne Lehrkräfte und sonstiges pädagogisches Personal an Schulen ab Entgeltgruppe 13 mit Verträgen, die für ein Jahr und länger befristet sind, getrennt nach Geschlecht, 6. die Zahl der Beschäftigten, die altersbedingt ausscheiden, getrennt nach Geschlecht, Besoldungs- und Entgeltgruppen sowie gesondert für alle Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben in einer Dienststelle, 7. die Nachbesetzungsmöglichkeiten bei den Beratungs- und Entscheidungsgremien nach 12. b) In Absatz 5 wird die Angabe ( 5 Abs. 2) durch die Wörter ( 5 Absatz 2, 3 und 5 bis 7) ersetzt. 7. 7 wird wie folgt geändert: a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst: 7 Ausschreibung von Stellen und Funktionen. b) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: (1) Alle Stellen und Funktionen sind grundsätzlich auszuschreiben. In Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, hat die Ausschreibung in der Landesverwaltung mindestens landesweit intern, und in den Gemeinden, Ämtern und Landkreisen öffentlich zu erfolgen. Soweit eine Perso-

4 nalmaßnahme nur vorläufig ist, kann bei einer Dauer von bis zu einem Jahr von einer Ausschreibung abgesehen werden. Im Einvernehmen mit der Gleichstellungsbeauftragten kann bei Vorliegen besonderer Gründe von einer öffentlichen Ausschreibung abgesehen werden. Für Stellen und Funktionen, die nur von Beschäftigten der Dienststelle besetzt werden können, ist eine hausinterne Ausschreibung ausreichend. Die Richtlinie des Landes Brandenburg zur Besetzung von Arbeitsplätzen und Dienstposten vom 4. Mai 2010 (ABl. S. 803) bleibt unberührt. 8. 9 wird wie folgt geändert: a) Dem Absatz 1 wird folgender Absatz 1 vorangestellt: (1) Beträgt der Anteil von Frauen in einer Besoldungsgruppe innerhalb einer Laufbahn, in einer Entgeltgruppe oder in Funktionen mit Vorgesetztenund Leitungsaufgaben nicht mindestens 50 Prozent, sind Frauen, die eine zur Ausfüllung der Stelle oder Funktion gleichwertige Qualifikation (Eignung, Befähigung und fachliche Leistung) besitzen wie Mitbewerber, diesen gegenüber bevorzugt einzustellen, höher zu gruppieren und zu befördern, sofern nicht in der Person des Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. Dies gilt nicht, wenn für die Besetzung einer Richterstelle die Mitwirkung des Richterwahlausschusses vorgeschrieben ist. b) Die bisherigen Absätze 1 bis 3 werden die Absätze 2 bis 4. 9. 11 Absatz 3 wird wie folgt gefasst: (3) Fortbildungsprogramme, insbesondere für Beschäftigte mit Vorgesetztenund Leitungsaufgaben und solche im Personalwesen, haben dieses Gesetz als Unterrichtungsstand vorzusehen. 10. 12 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt geändert: aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst: In allen Beratungs- und Entscheidungsgremien im Bereich der unmittelbaren und mittelbaren Landesverwaltung, soweit es sich nicht um ein öffentliches Amt im Sinne des Artikels 21 Absatz 2 der Verfassung des Landes Brandenburgs handelt, sind die auf Veranlassung des Landes zu besetzenden Mandate zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. bb) Folgender Satz 4 wird angefügt: Besteht das Gremium sowohl aus Mitgliedern kraft Amtes als auch aus vom Land zu bestellenden Mitgliedern, so soll die Gesamtanzahl dieser Mitglieder zur Hälfte Frauen sein. b) Absatz 2 wird wie folgt gefasst: (2) Bei der Bestellung, Berufung oder Ernennung von Gremienmitgliedern im Bereich der unmittelbaren oder mittelbaren Landesverwaltung sollen

5 die Vorschläge oder Vorschlagsrechte der entsendenden Organe, Behörden, Dienststellen oder sonstigen Einrichtungen des Landes so ausgestaltet werden, dass bei der Bildung neuer Gremien oder bei der Entsendung mehrerer Personen zur Hälfte Frauen vorzuschlagen oder zu benennen sind. Wenn aus einem bestehenden Gremium Mitglieder ausscheiden sind grundsätzlich solange Frauen vorzuschlagen bis der Frauenanteil 50 Prozent beträgt. Ausnahmen sind zulässig, wenn eine Besetzung mit einer Frau aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen nicht möglich ist. 11. 14 Absatz 1 wird wie folgt gefasst: (1) Beim Abschluss von Verträgen über Leistungen mit einem geschätzten Auftragswert von über 50 000 Euro soll bei gleichwertigen Angeboten bevorzugt werden, wer sich der Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben nachweisbar angenommen hat. 12. Dem 17 Absatz 1 wird folgender Satz angefügt: Frauen in der Mutterschutzfrist und Frauen und Männer in der Elternzeit haben nach Ablauf dieser Zeiten Anspruch darauf, an ihren früheren oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren unter Bedingungen, die für sie nicht weniger günstig sind. 13. 18 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 2 Satz 1 werden die Wörter Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeitern durch die Wörter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ersetzt und das Wort besondere gestrichen. b) Absatz 4 wird wie folgt gefasst: (4) Wird eine Reduzierung der Arbeitszeit oder eine Beurlaubung ohne Entgelt beantragt, sind die Dienststellen verpflichtet, auf die allgemeinen sozial- und krankenversicherungs-, arbeits- und tarifrechtlichen Folgen hinzuweisen. 14. Dem 20 werden folgende 19a und 19b vorangestellt: 19a Landesgleichstellungsbeauftragte Das für die Gleichstellung von Frauen und Männern zuständige Mitglied der Landesregierung bestellt in seinem Geschäftsbereich für die Dauer der Legislaturperiode eine Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frauen und Männern (Landesgleichstellungsbeauftragte). Die Verlängerung der Bestellung ist zulässig.

6 19b Aufgaben und Rechte der Landesgleichstellungsbeauftragten (1) Die Landesgleichstellungsbeauftragte berät und unterstützt die nach diesem Gesetz und die nach der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg bestellten Gleichstellungsbeauftragten sowie alle Dienststellen im Geltungsbereich dieses Gesetzes. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gleichstellungsbeauftragten einer obersten Landesbehörde und der Leitung der Dienststelle kann sie beratend hinzugezogen werden. Sie ist unabhängig und keinen Weisungen unterworfen. (2) Die Landesgleichstellungsbeauftragte trägt dazu bei, die Öffentlichkeit über die Gleichstellung von Frauen und Männern zu informieren. Sie kooperiert mit Frauenverbänden und anderen öffentlichen und nicht öffentlichen Stellen. 15. 20 wird wie folgt geändert: a) Absatz 3 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 wird das Wort Rechtsaufsicht durch das Wort Dienstaufsicht ersetzt. bb) Satz 2 wird wie folgt gefasst: Die Leitung der Dienststelle ohne Gleichstellungsbeauftragte bestellt eine Vertrauensperson als Ansprechpartnerin für die Gleichstellungsbeauftragte der nächsthöheren Dienststelle. b) In Absatz 5 Satz 1 werden nach den Wörtern zu bestellen, die sie die Wörter in ihrer Arbeit unterstützt und sie eingefügt. c) In Absatz 6 Satz 1 werden nach den Wörtern die Gleichstellungsbeauftragten die Wörter und ihre Stellvertreterinnen eingefügt. d) Folgender Absatz 7 wird angefügt: (7) Bei Abwesenheit der Gleichstellungsbeauftragten oder ihrer Stellvertreterin von mehr als sechs Monaten kann die Dienststelle die Bestellung widerrufen und eine Nachbestellung nach Absatz 2 vornehmen. 16. 21 Absatz 1 Satz 1 wird wie folgt gefasst: Die Leitung der Dienststelle kann die Bestellung der Gleichstellungsbeauftragten widerrufen, wenn die Gleichstellungsbeauftragte ihre gesetzlichen Pflichten grob vernachlässig hat. 17. 22 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: (1) Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützt die Dienststelle bei der Durchführung und Einhaltung dieses Gesetzes. Ihr ist bei allen personel-

7 len, organisatorischen und sozialen Angelegenheiten der Dienststelle mit Auswirkung auf die Gleichstellung von Frauen und Männern während des gesamten Verfahrens Gelegenheit zur aktiven Teilnahme zu geben, insbesondere bei 1. Einstellungen, Beförderungen, Eingruppierungen, Höhergruppierungen, Versetzungen und Umsetzungen von mehr als sechs Monaten, bei Abordnungen von mehr als drei Monaten sowie Übertragungen höherwertiger Tätigkeiten einschließlich der Formulierung von Stellenausschreibungen, beim gesamten Auswahlverfahren sowie bei Vorstellungsgesprächen, 2. sozialen, baulichen und organisatorischen Maßnahmen, die weibliche Beschäftigte in besonderem Maße oder anders als männliche Beschäftigte betreffen, 3. Fortbildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen, 4. Arbeitsplatzgestaltung, 5. Analyse der Beschäftigtenstruktur sowie Erstellung des Gleichstellungsplanes, 6. der Besetzung von Gremien, 7. der Entwicklung einheitlicher Beurteilungsmaßstäbe und bei Beurteilungskonferenzen. Die Wahrnehmung der Aufgaben nach Satz 1 setzt eine Einwilligung der Betroffenen nicht voraus. b) Dem Absatz 2 wird folgender Satz angefügt: Die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten erfolgt vor dem Personalrat, in dringenden Fällen zeitgleich. c) Dem Absatz 3 wird folgender Satz angefügt: Der Antrag der Gleichstellungsbeauftragten auf Nachholung der Beteiligung geht der Klage nach 23a voraus, wenn die Entscheidung der Dienststellenleitung noch nicht getroffen ist. d) Absatz 5 Satz 1 wird wie folgt gefasst: Der Gleichstellungsbeauftragten ist Gelegenheit zur aktiven Teilnahme an Besprechungen der Leitung der Dienststelle sowie an Sitzungen und Konferenzen ihrer Dienststelle und Führungsklausuren zu geben, sofern diese der Planung oder Vorbereitung von Maßnahmen in Angelegenheiten ihres Aufgabenbereiches dienen. e) In Absatz 6 Satz 3 werden die Wörter in grundsätzlichen Angelegenheiten gestrichen. f) Absatz 9 wird Absatz 8.

18. 23 wird wie folgt geändert: 8 a) In Absatz 2 Satz 1 werden die Wörter und Abs. 6 Satz 2 durch ein Komma und die Wörter Absatz 6 Satz 2 und Absatz 7 Satz 2 ersetzt. b) In Absatz 3 wird das Wort Personalvertretungsgesetz durch das Wort Landespersonalvertretungsgesetz ersetzt. 19. Nach 23 wird folgender 23a eingefügt: 23a Gerichtliches Verfahren (1) Bleiben ihr Widerspruch nach 23 Absatz 1 und ihr Antrag nach 23 Absatz 2 erfolglos, kann die Gleichstellungsbeauftragte das Verwaltungsgericht mit dem Antrag anrufen, festzustellen, dass die Dienststelle ihre Rechte aus diesem Gesetz verletzt hat. Dies gilt auch wenn die Dienststelle keinen oder einen nicht den Vorschriften dieses Gesetzes entsprechenden Gleichstellungsplan aufgestellt hat. Die Anrufung hat keine aufschiebende Wirkung. (2) Die Kosten für das verwaltungsrechtliche Verfahren, einschließlich der anwaltlichen Vertretung trägt die Dienststelle. 20. 24 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: (1) Die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Stellvertreterin sind Teil der Dienststelle und üben ihre Aufgaben als dienstliche Tätigkeit aus. Die Regelungen über die Verschwiegenheitspflicht gemäß 37 des Beamtenstatusgesetzes und den tarifrechtlichen Bestimmungen gelten auch für die Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte oder als stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Im Rahmen ihrer rechtmäßigen Aufgabenerfüllung sind sie von Weisungen frei. Sie sind im erforderlichen Umfang von den übrigen dienstlichen Aufgaben zu entlasten. b) Folgender Absatz 4 wird angefügt: (4) Die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Stellvertreterin sind vor Kündigung, Versetzung und Abordnung in gleicher Weise geschützt wie ein Mitglied des Personalrats. 21. Dem 25 wird folgender Satz angefügt: In den Hauptsatzungen ist festzulegen, welche Rechte, Aufgaben, Kompetenzen und dienstliche Stellung die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Sinne der 22 bis 24 haben. 22. 26 Absatz 1 und 2 wird wie folgt gefasst: (1) Die Landesregierung berichtet dem Landtag am Ende der Legislaturperiode über die Durchführung des Gesetzes.

9 (2) Der Bericht gibt Auskunft über die bisherigen und geplanten Maßnahmen zur Durchführung dieses Gesetzes, insbesondere über die Entwicklung des Frauenanteils in den Besoldungsgruppen innerhalb einer Laufbahn, den Entgeltgruppen sowie über die Entwicklung des Anteils von Frauen in Funktionen mit Vorgesetzen- und Leitungsaufgaben in der Landesverwaltung. Der Bericht gibt auch Auskunft über Erfahrungen bei der Anwendung dieses Gesetzes. 23. Die 27 bis 30 werden aufgehoben. 24. 30 wird 27. Artikel 2 Änderung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes Das Brandenburgische Hochschulgesetz vom 18. Dezember 2008 (GVBl. I S. 318), das zuletzt durch das Gesetz vom 4. April 2013 (GVBl. I Nr. 11) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. 7 wird wie folgt gefasst: 7 Gleichstellung von Frauen und Männern (1) Die Hochschulen fördern die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern und wirken bei der Wahrnehmung aller Aufgaben der Hochschule auf die Beseitigung bestehender Nachteile sowie auf die tatsächliche Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie hin. Bei allen Vorschlägen und Entscheidungen der Hochschulen sowie ihrer Organe und Gremien sind die geschlechtsspezifischen Auswirkungen zu beachten (Gender Mainstreaming). (2) Zur Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern werden Frauen unter Beachtung des Vorrangs von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gefördert. Ziel der Förderung ist vor allem die Erhöhung des Anteils der Frauen in Wissenschaft und Kunst. Die Hochschulen sind verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung und zur Beseitigung bestehender Nachteile für Frauen nachzuweisen. (3) Für jede Hochschule sind ein Gleichstellungskonzept und gegebenenfalls dezentrale Gleichstellungspläne zu erstellen, die den Abbau von Unterrepräsentanz von Frauen zum Gegenstand haben. Unterrepräsentanz liegt dann vor, wenn in Besoldungs- oder Entgeltgruppen sowie Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben weniger Frauen als Männer beschäftigt sind. Das Gleichstellungskonzept und die dezentralen Gleichstellungspläne sind einvernehmlich von dem Präsidenten und der zuständigen Gleichstellungsbeauftragten zu erstellen. Der Inhalt soll sich an 6 des Landesgleichstellungsgesetzes orientieren.

10 (4) Bei Einstellungen, Höhergruppierungen und Beförderungen ist auf eine Erhöhung des Frauenanteils hinzuwirken und die Situation von Personen mit besonderen familiären Belastungen zu berücksichtigen. Solange eine Unterrepräsentanz von Frauen in der maßgeblichen Besoldungs- oder Entgeltgruppe oder in Funktionen mit Vorgesetzen- und Leitungsaufgaben besteht, sind Bewerbungen von Frauen unter Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten mit konkreten Maßnahmen aktiv zu fördern. Weiterhin sind in diesem Fall Bewerberinnen 1. grundsätzlich zur persönlichen Vorstellung einzuladen, sofern sie die für die Stelle erforderliche Qualifikation besitzen (ist die Zahl der Bewerberinnen zu groß, so sind mindestens ebenso viele Frauen wie Männer zur persönlichen Vorstellung einzuladen), und 2. bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt zu berücksichtigen, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. 9 Absatz 2 bis 4 des Landesgleichstellungsgesetzes sind zu beachten. (5) Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern können auch im Rahmen von Zielvereinbarungen berücksichtigt werden. Bei Fortbildungen ist 11 des Landesgleichstellungsgesetzes zu beachten. (6) Frauen und Männer führen Funktions-, Status- und andere Bezeichnungen nach diesem Gesetz in geschlechtsspezifischer Form. Im dienstlichen Schriftverkehr und in rechtsverbindlichen Dokumenten der Hochschule ist bei der Formulierung besonders auf die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu achten. (7) Die für Hochschulen zuständige oberste Landesbehörde schließt dem Bericht der Landesregierung gemäß 26 des Landesgleichstellungsgesetzes einen Bericht zur Verwirklichung der Gleichstellung im Hochschulbereich an. 2. 38 Absatz 1 Satz 6 wird wie folgt gefasst: Von einer Ausschreibung kann im begründeten Einzelfall auch abgesehen werden, wenn ein Professor der Hochschule einen Ruf einer anderen Hochschule auf eine höherwertige Professur erhalten hat oder im Benehmen mit der Gleichstellungsbeauftragten, wenn ein Juniorprofessor der Hochschule auf eine Professur berufen werden soll. 3. 66 wird wie folgt gefasst: 66 Zentrale und dezentrale Gleichstellungsbeauftragte (1) An jeder Hochschule werden im Aufgabenbereich nach 7 Absatz 1 eine Gleichstellungsbeauftragte (zentrale Gleichstellungsbeauftragte) und bis zu zwei Stellvertreterinnen von den Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule für die Dauer von vier Jahren gewählt und vom Präsidenten bestellt. In Hochschulen mit

11 mehr als 2 000 Mitgliedern kann die Aufgabe der zentralen Gleichstellungsbeauftragten hauptberuflich wahrgenommen werden. In diesem Fall ist die Stelle auszuschreiben. Näheres zur Wahl wird in der Grundordnung bestimmt. (2) Die Gleichstellungsbeauftragten beraten und unterstützen den Präsidenten und die übrigen Organe und Einrichtungen der Hochschule in allen die Gleichstellung von Frauen und Männern betreffenden Angelegenheiten und wirken insbesondere bei Zielvereinbarungen, Struktur- und Personalentscheidungen sowie bei der Erstellung und Kontrolle von Frauenförderrichtlinien und Frauenförderplänen sowie von Gleichstellungskonzepten und Gleichstellungsplänen mit. Sie informieren die Mitglieder und Angehörigen der Hochschule und nehmen Anregungen und Beschwerden entgegen. (3) Für die Wahrnehmung im Aufgabenbereich nach 7 Absatz 1 kann in jeder organisatorischen Grundeinheit für Lehre und Forschung sowie in den zentralen Einrichtungen eine Gleichstellungsbeauftragte (dezentrale Gleichstellungsbeauftragte), die die zentrale Gleichstellungsbeauftragte insbesondere bei ihren Aufgaben gemäß Absatz 4 Satz 3 berät und unterstützt, und jeweils bis zu zwei Stellvertreterinnen von den Mitgliedern und Angehörigen der jeweiligen Einrichtungen für die Dauer von zwei Jahren gewählt werden. Auch Studentinnen sind wählbar. Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte kann die Wahrnehmung einzelner Aufgaben auf die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten unwiderruflich für die Dauer der Amtszeit übertragen, es sei denn, sie ist hauptberuflich tätig. In kleinen organisatorischen Grundeinheiten für Lehre und Forschung und in der Verwaltung sind die Aufgaben nach 7 Absatz 1 von der zentralen Gleichstellungsbeauftragten selbst wahrzunehmen. Näheres zur Wahl nach Satz 1 wird in der Grundordnung bestimmt. (4) Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte ist über alle Angelegenheiten, die die Gleichstellung an der Hochschule betreffen, rechtzeitig zu informieren. In diesen Angelegenheiten macht sie Vorschläge und nimmt Stellung gegenüber den zuständigen Stellen der Hochschule. Sie hat Informations-, Rede- und Antragsrecht in allen Gremien und das Teilnahmerecht bei Bewerbungsverfahren; in Verfahren, in denen sich Frauen und Männer beworben haben, insbesondere in Bereichen, in denen eine Unterrepräsentanz von Frauen besteht, ist sie zur Teilnahme verpflichtet. Sie erhält Einsicht in alle Akten, die Maßnahmen betreffen, an denen sie zu beteiligen ist. Das gilt auch für Personalakten. Soweit dies zur Erfüllung der Aufgaben nach 7 Absatz 1 und im Rahmen des Teilnahmerechts bei Bewerbungsverfahren erforderlich ist, sind die zuständigen Stellen verpflichtet und berechtigt, der Gleichstellungsbeauftragten dabei auch personenbezogene Daten zu übermitteln. Die Gleichstellungsbeauftragte ist berechtigt, als datenverarbeitende Stelle nach 3 Absatz 4 Nummer 1 des Brandenburgischen Datenschutzgesetzes personenbezogene Daten in diesem Zusammenhang zu erheben, zu speichern und zu nutzen, soweit und solange dies zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich ist. (5) Wird die zentrale Gleichstellungsbeauftragte nicht gemäß Absatz 4 beteiligt, so ist die Entscheidung über eine Maßnahme für zwei Wochen auszusetzen und die Beteiligung nachzuholen. In dringenden Fällen ist die Frist auf eine Woche, bei außerordentlichen Kündigungen auf drei Tage zu verkürzen.

12 (6) Ist die Entscheidung eines Organs oder eines Gremiums der Hochschule im Aufgabenbereich der zuständigen Gleichstellungsbeauftragten gegen deren Stellungnahme getroffen worden, so kann sie innerhalb einer Woche nach Kenntnis widersprechen. Widerspricht die Gleichstellungsbeauftragte, so ist in einem durch Satzung näher zu regelnden Verfahren ein Einigungsversuch zu unternehmen. Die erneute Entscheidung darf frühestens eine Woche nach dem Einigungsversuch erfolgen. In derselben Angelegenheit ist der Widerspruch nur einmal zulässig. Eine Entscheidung gemäß Satz 1 darf erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist oder der Bestätigung der Entscheidung ausgeführt werden. (7) Bleibt der Widerspruch erfolglos, kann die Gleichstellungsbeauftragte sich unmittelbar an die für Hochschulen zuständige oberste Landesbehörde wenden, um geltend zu machen, dass die Hochschule ihre Rechte aus diesem Gesetz verletzt hat oder kein oder ein nicht den Vorschriften dieses Gesetzes entsprechendes Gleichstellungskonzept oder entsprechenden Gleichstellungsplan aufgestellt hat. (8) Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte berichtet dem Präsidenten und anderen von der Grundordnung bestimmten Organen der Hochschule regelmäßig über ihre Tätigkeit. (9) Die Gleichstellungsbeauftragten und ihre Stellvertreterinnen nehmen ihre Aufgaben als dienstliche Tätigkeit wahr. Im Rahmen ihrer rechtmäßigen Aufgabenerfüllung sind sie von Weisungen frei. Die Regelungen zur Verschwiegenheitspflicht gemäß 37 des Beamtenstatusgesetzes und den tarifrechtlichen Bestimmungen gelten auch für die Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte. Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte ist mindestens mit einem halben Vollzeitäquivalent von ihren Dienstaufgaben freizustellen. Nimmt sie die Aufgabe hauptberuflich wahr und hat sie ein Beschäftigungsverhältnis mit der Hochschule, so wird sie von den Aufgaben dieses Beschäftigungsverhältnisses freigestellt. Die dezentrale Gleichstellungsbeauftragte kann in angemessenem Umfang von ihren Dienstaufgaben freigestellt werden. Die Hochschule stellt der zentralen Gleichstellungsbeauftragten nach Maßgabe des Haushalts der Hochschule im angemessenen Umfang Personal- und Sachmittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung. Die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Stellvertreterinnen dürfen wegen ihrer Tätigkeit nicht benachteiligt werden. Das gilt auch für die berufliche Entwicklung. Durch die Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte erworbene besondere Kenntnisse und Fähigkeiten sind bei der beruflichen Entwicklung zu berücksichtigen. Die Gleichstellungsbeauftragten und ihre Stellvertreterinnen sind vor Versetzung und Abordnung gegen ihren Willen sowie gegen Kündigung in gleicher Weise geschützt wie Mitglieder des Personalrats. Artikel 3 Inkrafttreten Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

13 Potsdam, den [Datum der Ausfertigung] Der Präsident des Landtages Gunter Fritsch

Begründung A. Allgemeiner Teil Das Landesgleichstellungsgesetz weist in mehrfacher Hinsicht Novellierungsbedarf auf, der mit dem Änderungsgesetz aufgegriffen wird. Trotz gewisser Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst des Landes Brandenburg seit der Verabschiedung des Landesgleichstellungsgesetzes im Jahr 1994 besteht immer noch eine erhebliche Unterrepräsentanz von Frauen, insbesondere in Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben und Gremien. Ziel der Novelle ist es, den Frauenanteil innerhalb absehbarer Zeit in Bereichen mit Unterrepräsentanz auf 50 Prozent anzuheben und bei Gremien einen 50 prozentigen Anteil für die Sitze zu erreichen, für die das Land ein Vorschlagsrecht hat. Notwendig ist ein Gesetz, welches sicherstellt, dass seine Maßnahmen konsequent angewandt werden. Voraussetzung dafür sind Transparenz und verbindliche Vorschriften, die insbesondere in Personalangelegenheiten mit Unterrepräsentanz von Frauen oder bei der Besetzung von Gremien für die Zielsetzung zu sichern sind. Deshalb soll die Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes wesentliche Instrumente enthalten, die zur Durchsetzung der wirklichen Gleichstellung nötig sind. Dazu gehören insbesondere stärkere Rechte der Gleichstellungsbeauftragten sowie differenzierte Gleichstellungspläne, die deutlich den Handlungsbedarf erkennen lassen. Gesetzlichen Regelungen die die berufliche Situation von Frauen verbessern sollen, wie das Landesgleichstellungsgesetz, sind als positive Maßnahme im Sinne des 5 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zulässig. Im Land Brandenburg wird mit Hilfe von Gender Mainstreaming die Geschlechterperspektive in alle Politik- und Handlungsfelder eingebunden. Vor dem Hintergrund eines doppelstrategischen Ansatzes werden die frauen- und gleichstellungspolitischen Maßnahmen durch die Umsetzung von Gender Mainstreaming verstärkt und nicht aufgehoben. Wegen der noch bestehenden strukturellen Benachteiligungen für Frauen ist das Landesgleichstellungsgesetz, mit dem Ziel der Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst, als gleichstellungspolitische Maßnahme erforderlich, um die strukturellen Nachteile gegenüber Männern auszugleichen. So wie der Erlass des brandenburgischen Landesgleichstellungsgesetzes 1994 Teil und Ausdruck einer allgemeinen bundesweiten rechtspolitischen Entwicklung auf dem Gebiet der Gleichstellungsgesetzgebung war, steht jetzt die Beschleunigung der Beseitigung von Unterrepräsentanzen von Frauen in Führungspositionen und Gremien auf der politischen Agenda. Das Land Brandenburg sollte auch hier wie Berlin zu den Schrittmachern gehören. Insofern enthält das Änderungsgesetz eine Reihe von Verbesserungen, die auch Berlin in seinem Neunten Gesetz

2 zur Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes vom 18.11.2010 (GVBl. S. 502) umgesetzt hat. B. Besonderer Teil Zu Artikel 1 (Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes): Zu Nummer 1: Redaktionelle Änderung. Zu Nummer 2: 2 beschreibt den Geltungsbereich des Gesetzes. Zu Buchstabe a): Zu Doppelbuchstabe aa): Die Eigenbetriebe gehören als kommunale Einrichtungen systematisch zu Absatz 2, sodass sie in Absatz 1 gestrichen wurden. Nach der Privatisierung sämtlicher Landeskrankenhäuser gehören diese nicht mehr zum Geltungsbereich. Zu Doppelbuchstabe bb): In Absatz 1 war Satz 2 aufzuheben, weil mit Wirkung vom 1. Mai 2003 der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg mit dem Sender Freies Berlin zum neuen Rundfunk Berlin-Brandenburg fusionierte. Für die Tätigkeit des Rundfunk Berlin- Brandenburg gilt das Berliner Landesgleichstellungsgesetz. Neu aufgenommen wurden die oder der Landesbeauftragte für den Datenschutz und das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg und die oder der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Zu Buchstabe b): In Absatz 3 wird der Geltungsbereich des Gesetzes erweitert, indem das Land dafür Sorge tragen soll, dass juristische Personen des privaten Rechts und Personengesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung des Landes Brandenburg, die Vorschriften des Gesetzes ebenfalls anwenden. Das bedeutet, dass das Land für die Umsetzung der Maßnahmen nach diesem Gesetz sorgt, soweit es zu den Gegebenheiten im Unternehmen passt. Dazu zählt insbesondere die Ernennung einer Gleichstellungsbeauftragten, die Erstellung und Fortschreibung von Gleichstellungplänen, die bevorzugte Berücksichtigung von Frauen bei gleicher Qualifikation und eine paritätische Besetzung von Gremien. Das Land Brandenburg ist bei folgenden Unternehmen Alleingesellschafter: IHP GmbH Innovations for High Performance Microelectronics / Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, Land Brandenburg Lotto GmbH, Landesentwicklungsgesellschaft für Städtebau, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg mbh i.l., LASA Landesagentur für Struktur und Arbeit Brandenburg GmbH.

3 Bei folgenden Unternehmen ist das Land Mehrheitsgesellschafter: Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte ggmbh (67 Prozent) und ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (74,93 Prozent). Am Nennkapital der Märkischen Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft mbh (MEAB) ist das Land zu 50 Prozent beteiligt. Minderheitsgesellschafter ist das Land bei folgenden Unternehmen: BICC Internationales Konversionszentrum Bonn Bonn International Center for Conversion GmbH (15 Prozent), Brandenburgische Schlösser GmbH Gemeinnützige Betriebsgesellschaft (5,12 Prozent), DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsund -bau GmbH (7,18 Prozent), Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (37 Prozent), FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH (6,2 Prozent), Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH (0,63 Prozent), HIS Hochschul-Informations-System GmbH (4,17 Prozent), Kreditanstalt für Wiederaufbau (0,56 Prozent), Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH (2,44 Prozent), Neue Länder Grundstücksverwertung und Verwaltung GmbH in Insolvenz (16,4 Prozent), SBB Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbh (25 Prozent), TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (38 Prozent), VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (33,33 Prozent), Wohnungsbaugesellschaft Stadt Cottbus (k.a.). In Unternehmen ohne Mehrheitsbeteiligung kann das Land nur auf die Anwendung des Landesgleichstellungsgesetzes hinwirken. Die Einbeziehung der Beteiligungsgesellschaften in den Geltungsbereich des Landesgleichstellungsgesetzes ist notwendig, um die Steuerungsmöglichkeiten des Landes im Hinblick auf die Zielerreichung eines höheren Anteils von Frauen in Führungspositionen, Vorständen und Aufsichtsräten in der privaten Wirtschaft zu nutzen. Zudem hat das Ministerium der Finanzen im Sommer 2005 einen Corporate Governance Kodex für die Beteiligungen des Landes an privatrechtlichen Unternehmen (CGK) in Kraft gesetzt. In Nummer 5.4.1 ist u.a. vorgesehen, dass bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates insbesondere auf eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen hinzuwirken ist. Nach Nummer 6.1 soll der Corporate Governancebericht auch eine Darstellung zum Anteil von Frauen in der Geschäftsführung, in den Überwachungsorganen und in den Führungsfunktionen im Unternehmen umfassen. Mit der Aufnahme der Beteiligungsgesellschaften in den Geltungsbereich des Landesgleichstellungsgesetzes wird das Teilziel des CGK, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen und Gremien zu erreichen, zusätzlich gesetzlich abgesichert und mit Maßnahmen unterlegt. Die Verbesserung des Frauenanteils in Führungspositionen und Aufsichtsräten ist erforderlich. Im aktuellen Koalitionsvertrag strebt die Koalition eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen insbesondere auch in der Wirtschaft an. In den Aufsichtsräten landesbeteiligter Unternehmen strebt die Landesregierung an, den Frauenanteil bis hin zu einer paritätischen Besetzung zu steigern.

4 In den Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Landes beträgt der Anteil von Frauen in den Geschäftsführungen rund 15 Prozent; bei den Abteilungsleitungen sind es knapp 30 Prozent. In den Aufsichtsräten landesbeteiligter Unternehmen sind rund 30 Prozent Frauen. Zur Implementierung der gleichstellungspolitischen Ziele in privatwirtschaftlichen Unternehmen, an denen das Land beteiligt ist, gehört, dass bei der Umwandlung von Behörden und Einrichtungen des Landes in privatrechtliche Unternehmen die Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern entsprechend den Regelungen dieses Gesetzes vorzusehen sind. Gleiches gilt, wenn das Land privatrechtliche Unternehmen errichtet. Die Einbeziehung der Beteiligungsunternehmen in den Geltungsbereich dieses Gesetzes ist auch im Interesse einer Rechtsangleichung mit dem Landesgleichstellungsgesetz Berlin und im Hinblick auf den gemeinsamen Wirtschaftsraum geboten, da auch das Berliner Landesgleichstellungsgesetz eine vergleichbare Regelung enthält ( 1a und 1b). Zu Buchstabe c): Es handelt sich um eine Folgeänderung zu Buchstabe b. Zu Nummer 3: 3 definiert die Begriffe der Dienststelle und der Beschäftigten im Sinne dieses Gesetzes. Zu Buchstabe a): Eine Änderung des Dienststellenbegriffes ist notwendig geworden, weil Teile von Dienststellen häufig Personalaufgaben wahrnehmen und räumlich entfernt von der Hauptdienststelle liegen. Eine Verweisung auf den Dienststellenbegriff des Landespersonalvertretungsgesetzes bietet sich an, weil damit alle Dienststellen, für die das Landespersonalvertretungsgesetz gilt, auch das Landesgleichstellungsgesetz anwenden müssen. Zu Buchstabe b): Der am 1.11.2006 in Kraft getretene Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder unterscheidet nicht mehr zwischen Angestellten sowie Arbeiterinnen und Arbeitern sondern gilt für alle Tarifbeschäftigten. Zu Nummer 4: In 4 Absatz 3 wird unter Grundsätzen die Begriffsbestimmung der Unterrepräsentanz ausdrücklich auf Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben erweitert, da die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen ein zentrales politisches Ziel ist. Eine Änderung in der Systematik des Landesgleichstellungsgesetzes erfolgt nicht. 1 bezeichnet die Ziele des Gesetzes. Das erste Ziel, die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst zu erreichen, beinhaltet die

5 Beseitigung von Unterrepräsentanz und betrifft nur Frauen. (Begründung des Gesetzentwurfes der Landesregierung, Drucksache 1/2847). Funktionen mit Vorgesetzten und Leitungsaufgaben (Führungspositionen) sind immer noch überwiegend durch Männer besetzt. Die Begriffsbestimmung für Führungspositionen entspricht sinngemäß 4 Absatz 3 des Bundesgleichstellungsgesetzes vom 30.11.2001. Die Einführung der Entgeltgruppen löst die Vergütung nach Bundesangestelltentarifvertrag ab. Auf den Begriff Berufsgruppe wird verzichtet. Die Laufbahngruppen werden gesondert betrachtet, da der Begriff Laufbahn nicht auf Tarifbeschäftigte anwendbar ist. Zu Nummer 5: 5 regelt die Erstellung von Gleichstellungsplänen. 5 ist eine Konkretisierung des in 4 Absatz 1 enthaltenen Grundsatzes. Danach sind zur Verwirklichung der tatsächlichen Gleichstellung Frauen nach Maßgabe dieses Gesetzes unter Berücksichtigung von Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz zu fördern. Die Systematik des bisherigen Gesetzes wurde beibehalten. Zu Buchstabe a): Der bisherige Absatz 3 Nummer 2 steht im Widerspruch zu Absatz 6. Abweichend von dem bisherigen Absatz 3 Nummer 2 entscheidet nach dieser Spezialvorschrift nicht die Dienststelle, welche die Rechtsaufsicht hat, sondern das geschäftsführende Organ. Durch die Satzung wird bestimmt, wer geschäftsführendes Organ ist. Damit geht der bisherige Absatz 3 Nummer 2 ins Leere. Bei den Gerichten ist eine besondere Zuordnung der nächsthöheren Dienststelle an ein Ministerium, wie sie bisher in Absatz 3 Nummer 3 erfolgte, nicht erforderlich. Nächsthöhere Dienststelle ist das jeweils übergeordnete Gericht und nur bei den obersten Gerichten das Ministerium. Zu Buchstabe b): Der Absatz 6 enthält Rechtsfolgeänderungen durch die Aufnahme der Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg sowie für die Landesbeauftragte oder den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Zu Buchstabe c): Redaktionelle Änderung. Zu Nummer 6: 6 enthält die Vorgaben für den Mindestinhalt von Gleichstellungsplänen. Zu Buchstabe a): In 6 wird die zusätzliche Erfassung der Funktionen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben notwendig, um die Erhöhung des Frauenanteils für die künftige

6 Berichterstattung über Anwendung und Wirkung des Landesgleichstellungsgesetzes messbar zu machen. Die Erfassung dieser Funktionen ist kein bedeutsamer Mehraufwand; es muss bei der ersten Erfassung eine neue Spalte im Gleichstellungsplan aufgenommen werden. Mit der Aufnahme der Tarifbeschäftigten mit befristeten Verträgen soll festgestellt werden, ob Frauen und Männer bei der Befristung von Verträgen gleich behandelt werden. Der tatsächliche Erkenntnisgewinn bleibt gleichwohl abzuwarten, da nur wenige unbefristete Beschäftigungsverhältnisse mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingegangen werden. Eine höhere Zahl von befristeten Verträgen bei Frauen kann Folge davon sein, dass mehr Frauen als Männer neu eingestellt wurden. Im Bereich der Lehrkräfte sind in der Mehrzahl die durchschnittlich jährlich 300 befristet Beschäftigten in Entgeltgruppe E 13 eingruppiert und zugleich länger als ein Jahr beschäftigt. Mit der vorgesehenen Erfassung wäre deshalb ein erheblicher zusätzlicher Aufwand verbunden, der insoweit nicht zu rechtfertigen ist, als der Anteil der weiblichen Beschäftigten unter den Lehrkräften und dem sonstigen pädagogischen Personal bereits bei über 80 % liegt, eine Unterrepräsentanz von Frauen damit nicht besteht. Darüber hinaus ist dieser Personenkreis in der regulären Unterrichtsversorgung eingesetzt und damit nicht als Führungspersonal zu qualifizieren. Die Feststellung der Zahl der Beschäftigten, die altersbedingt ausscheiden, ist bedeutsam für eine Personalentwicklungsplanung und die Möglichkeiten, die sich daraus für die Beseitigung von Unterrepräsentanzen bei Frauen ergeben. Die Auflistung von Nachbesetzungsmöglichkeiten bei den Beratungs- und Entscheidungsgremien nach 12 ist erforderlich, um frühzeitig die Nachbesetzung von Mitgliedschaften in Gremien, insbesondere mit Frauen zu planen. Die Erfahrung zeigt, dass die vorausschauende Planung von Nachbesetzungsmöglichkeiten in Gremien positiv für die Gewinnung neuer Gremienmitglieder, so auch von Frauen, ist. Eine zentrale Liste mit allen Gremien, die durch die Ressorts zu besetzen sind, wäre zielführend. Außerdem sollten alle Ressorts eine Liste der Gremien führen, die unter den Anwendungsbereich dieses Gesetzes fallen. Absatz 3 bleibt unverändert. Beim Mindestinhalt des Gleichstellungsplanes wird die Systematik des Gesetzes beibehalten in der Weise, dass im Gesetz vorgesehene Maßnahmen zur Beseitigung der Unterrepräsentanz nur für Frauen gelten ( 4). Zu Buchstabe b): Ebenso folgt Absatz 5 der Systematik des 4, wonach die Beseitigung der Unterrepräsentanz nur für Frauen gilt. Beim Verweis auf die Absätze 2, 3 und 5 bis 7 handelt es sich um eine redaktionelle Folgeänderung. Ein Verweis auf Absatz 4 entfällt wegen 62 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, wonach die beamten-, arbeits- und tarifrechtlichen Entscheidungen der Hauptverwaltungsbeamte oder die Hauptverwaltungsbeamte trifft.